MontagsmusikIn den Nachrichten
Earth — Black

Vogel der Woche (Foto: John Hannan)Es ist Mon­tag. Wenig­stens ist es außer­dem sehr kalt, so dass sich die Mon­tägigkeit stilecht genießen lässt. So dick kann das Fell nicht wer­den, sofern’s keinem Pand­abären gehört. Immer­hin: Nur noch wenige Wochen bis zu den ersten jour­nal­is­tis­chen Beiträ­gen über irgendwelchen Reko­rd­früh­ling.

Bis dahin wer­den die Zeilen anders gefüllt: In den USA wurde eine Frau, die seit 14 Jahren im Koma liegt, über­raschend Mut­ter. Behör­den ver­muten, dass das möglicher­weise nicht auf ein­vernehm­lichen Geschlechtsverkehr zurück­zuführen ist. Sofern sich das als wahr her­ausstellt, gibt es der Mel­dung jet­zt natür­lich eine über­raschende Wen­dung. — Apro­pos Behör­den: Gle­ich­falls über­raschend stellt sich her­aus, dass jemand, der eine Bürgschaft über­nom­men hat, Geld haben sollte. Die Bun­desregierung erwägt “sachgerechte Lösun­gen”. Wie sieht eigentlich eine sachgerechte Lösung aus, wenn ich einen Porsche kaufen möchte, aber ihn gar nicht zahlen kann?

Deutsche Medi­en ver­linken nichts. Das ist gut, so bleibt man wenig­stens unter sich. — Jens Nordalm kon­sta­tiert für “ZEIT ONLINE”, die Nation sei das beste Getriebe für die Demokratie. Geg­n­er nationaler Gren­zen eines impliziten Anti­demokratismus zu bezichti­gen ist somit nun jour­nal­is­tisch gedeckt. In der Frank­furter Rund­schau — möchte nicht direkt ver­linkt wer­den (LSR) — ist inzwis­chen zu lesen, dass der ver­meintlich kon­ser­v­a­tive Partei­flügel der let­zte ist, der noch aktiv sozialdemokratis­che Poli­tik macht. Ich bin ges­pan­nt, wie lange die Partei diese Abwe­ich­ler von der klaren Lin­ie noch duldet.

Was hinge­gen jed­erzeit zu dulden bleibt, ist Musik.

EARTH “Black” Live drone ambi­ent doom met­al down­tem­po exper­i­men­tal Dylan Carl­son

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeComputer
Angriffe auf die Demokratie (Nachtrag)

Beziehungsweise:

Ihr habt Angst vor Hack­ern, aber kein Prob­lem damit, in jedem Raum ein Mikro­fon zu haben, das Eure Gespräche mit hört – weil es ja so supi bequem ist, „Alexa, spiel Helene Fis­ch­er“ zu sagen, statt das Tele­fon aus der Tasche zu nehmen und dreimal zu tip­pen.

Oder halt ein­fach einen Knopf an ein­er nicht mit dem Inter­net ver­bun­de­nen Musikan­lage zu drück­en. Aber das ist nur eine Fan­tasie, so etwas ist selb­stver­ständlich undenkbar.

In den NachrichtenComputer
Gute Angriffe auf die Demokratie, schlechte Angriffe auf die Demokratie

Vor 2.645 Tagen wur­den einem großen Teil Deutsch­lands die Pläne offen­sichtlich skru­pel­los­er Her­ren bekan­nt, die pri­vat­en Dat­en von Bürg­ern mit­tels eines Ein­bruchs in deren Com­put­er­sys­teme dem Staat zur Ver­fü­gung zu stellen. Passiert ist seit­dem zwar vieles, in dieser Hin­sicht hat sich der Anstand aber längst so nach­haltig ver­ab­schiedet, dass inzwis­chen auch die tra­di­tionell bürg­erkri­tis­che Partei “Die Grü­nen” Inter­esse an solchen Dat­en anmeldet. Während­dessen mar­o­dierten ein­schlägige Abge­ord­nete auf gewohnte Weise weit­er und ver­cy­berten unter anderem Per­son­alausweise und jüngst die nicht grund­los schützenswerten Gesund­heit­szustände der­er, die sie zu vertreten vorgeben.

Das hat aber selb­stver­ständlich nichts mit fol­gen­der Mel­dung zu tun:

Die massen­hafte Veröf­fentlichung pri­vater Dat­en deutsch­er Poli­tik­er, Jour­nal­is­ten, Mod­er­a­toren, Schaus­piel­er, Sänger und YouTu­ber über ein mit­tler­weile ges­per­rtes Twit­ter-Kon­to hat viele der Betrof­fe­nen aus der Neu­jahrsruhe aufgeschreckt. (…) Bun­de­jus­tizmin­is­terin Kata­ri­na Bar­ley (SPD, A.d.V.) verurteilte das Vorge­hen der unbekan­nten Cyberkrim­inellen auf Twit­ter scharf als einen “schw­er­wiegen­den Angriff auf das Recht auf Pri­vat­sphäre und damit einen Grundpfeil­er unser­er Demokratie”. (…) “Wir erleben einen erneuten, sehr ern­stzunehmenden Ver­such, unsere Demokratie zu desta­bil­isieren”, kon­sta­tierte die par­la­men­tarische Geschäfts­führerin der Grü­nen, Brit­ta Haßel­mann.

Ohne aus­drück­liche Genehmi­gung ein­fach die Dat­en ander­er Leute abzu­greifen ist ja wohl uner­hört! :aufsmaul:

ProjekteNerdkrams
Ein Model F “XT” für das 21. Jahrhundert

(Vorbe­merkung: Es fol­gt ein vor allem für Hard­ware- und Alt­com­put­er­fre­unde rel­e­van­ter Text. Der übrige Teil meines geschätzten Pub­likums möge später wieder vor­beis­chauen.)

Vor vie­len Jahren — es mögen zehn oder schon mehr gewe­sen sein — war es üblich, dass die Com­put­er, mit denen man seine tägliche elek­tro­n­is­che Kor­re­spon­denz erledigt, eine Hard­ware­tas­tatur als Eingabegerät besaß. All­ge­mein ver­füg­bare Tas­taturen, das muss man den Jün­geren vielle­icht erk­lären, waren ver­gle­ich­sweise große, schwere Quad­er aus anfangs über­wiegend Met­all, später zuse­hends mehr Plas­tik, die bis zu 144 Tas­ten besaßen, auf die man drück­en musste, um einen Buch­staben einzugeben. Wis­chen ging nicht, wäre manch­mal aber vielle­icht bess­er für den Zus­tand der Tas­tatur gewe­sen.

Wenn man ern­sthafte Tip­par­beit an einem Com­put­er ver­richt­en möchte, ist noch heute die Benutzung ein­er solchen Tas­tatur mit einigem Kom­fortvorteil ver­bun­den. Nach­dem die ersten Lap­top- und Bud­get­tas­taturen das Zeitliche geseg­net haben, denkt man allerd­ings dann doch darüber nach, ob früher nicht vieles bess­er war. Gute Tas­taturen sind wichtig.

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Netzfundstücke
Zivilisation (entgeistert).

Inzwis­chen in Herne:

Ein achtjähriges Mäd­chen aus Herne besuchte in der Nach­wei­h­nacht­szeit die Kirmes im Bere­ich An der Cranger Kirche. Hier macht die junge Schü­lerin eine Fahrt in der Geis­ter­bahn. (…) Wieder zuhause erzählte das Mäd­chen ihrem Vater unter Trä­nen von der unheim­lichen Geis­ter­begeg­nung und dem Vor­fall im Fahrgeschäft. (…) Nach einem ver­balen Stre­it gin­gen die anwe­senden Per­so­n­en mas­siv aufeinan­der los. Der “lebendi­ge Geist”, in Wirk­lichkeit ein 25-jähriger Han­nover­an­er, wurde ver­let­zt und musste mit einem Ret­tungswa­gen in ein Kranken­haus gebracht wer­den.

Von wegen Fachkräfte­man­gel! Aber in unsere Zukun­ft (i.e. den Nach­wuchs) empfehle ich keine weit­eren Hoff­nun­gen zu set­zen.

NetzfundstückeNerdkrams
Brainless: Programmieranfänger spielen Buzzwordbingo.

An dem Vorschlag, Pro­gram­mieren über­all zum Pflicht­fach zu machen, auf dass das Überange­bot an fähi­gen Pro­gram­mier­ern, die keine Stelle find­en, weil nie­mand bere­it ist, ihre Fähigkeit­en angemessen zu vergüten, sich ver­mehrfache, gibt es vieles zu kri­tisieren; nicht mal unbe­d­ingt vor allem den Fokus auf die für die meis­ten Dinge völ­lig unzure­ichende Sprache JavaScript, son­dern auch das Ökosys­tem der EDV.

Men­schen wer­den von Trend zu Trend geschoben, haben kaum Zeit, irgend­was wirk­lich zu ver­ste­hen. Natür­lich set­zt das indus­triell aus­re­ichende Pro­duzieren von meter­weise Codezeilen keinen wirk­lichen Fach­mann voraus, aber das sollte niemals der per­sön­liche Maßstab sein müssen.

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Persönliches
2019 »

Dieser Artikel ist Teil 8 von 15 der Serie Neu­jahr

Ein neues Jahr, eine neue Explo­sion. Immer noch bleibt Feuer­w­erk erlaubt, immer noch stellt sich die Frage, ob das der pos­tulierte Wohl­stand ist, der mit einem Knall Far­ben und Ges­tank an den Him­mel malt. Wird in Syrien eigentlich auch mal geböllert? In Ham­burg, so liest man in Qual­itätsme­di­en, hat sich ein Vierzehn­jähriger noch vor der geset­zlich erlaubten Frist drei Fin­ger wegge­böllert. Danke, Merkel. Man kön­nte ein Mem daraus machen, aber Meme machen dick.

Gute Vorsätze am Jahre­sende? “I resolve to not make major deci­sions about my life based on ran­dom cal­en­dar dates.” Man kön­nte es ein­fach mal mit weniger Stress ver­suchen, aber das klappt ja nicht mal im Som­merurlaub so richtig. Prost gern, Neu­jahr nur als notwendi­ges Übel. Sich Glück­lich­sein vorzunehmen wäre auch auf einem sehr niedri­gen Niveau eso­ter­isch­er Quatsch. Nur noch wenige Jahre bis zum Nörgel­rent­ner­tum, ein erre­ich­bares Ziel. Ich habe Qual­i­fika­tio­nen.

2018 war das Jahr, in dem sich die Men­schen SD-Karten in den Arsch geschoben haben. Das muss diese Dig­i­tal­isierung sein. Bitte drück­en, wie eigentlich immer. Ich habe jet­zt schon keine Lust mehr.

Möge es nicht so furcht­bar wer­den.

Es sind die Men­schen, nicht das Sys­tem.
Mono­phon­ist: Der Preis der Frei­heit

In den NachrichtenMontagsmusik
Finnr’s Cane — Glassice

EulmeldungEs ist — ein let­ztes Mal in diesem Jahr — Mon­tag. Der hack­er­feindliche Fachkongress der Nägel­lack­ier­er wurde mit wenig Kri­tik ord­nungs­gemäß abgewick­elt, näch­stes Jahr dann Stuh­lkreise gegen die AfD. Draußen knallen sie schon wieder.

Apro­pos Knall: In Kali­fornien wurde ange­blich ein Frauen­marsch abge­sagt, weil die Teil­nehmerin­nen zu weiß gewe­sen wären. Wenn das die Zukun­ft der­er ist, die es schon gut und richtig find­en, dass der “Con­gress” als Hack­ertr­e­f­fen nicht mehr zu gebrauchen ist, dann habe ich vor dieser Zukun­ft nur die Angst, dass mich all das Pop­corn in Gesund­heit­sprob­leme treiben wird.

Die vorherrschende Auf­gabe anders organ­isiert­er Reli­gion scheint es der­weil auch dann zu sein, ihren eige­nen Ein­fluss zu ver­größern, wenn gar keine Steuern dafür in Aus­sicht gestellt wer­den. Allmäh­lich ste­ht mir der Sinn danach, unmis­sion­ierte Völk­er unent­geltlich zu bewaffnen. Der Kon­go tut mir heute noch leid. Ein wenig gemein haben diese Leute mit Lin­uxjüngern, deren Pos­tu­lat unge­fähr lautet, dass mehr Leute Lin­ux nutzen müssen, damit mehr Leute Lin­ux nutzen. Es sind ja immer die kleinen Erfolge im Leben. Hun­dert Prozent der Lin­uxspenden gehen an SJW-Pro­jek­te, denn die sind bekan­ntlich bedeut­samer als die Entwick­lungsar­beit. Was genau war noch mal die Ursache für diesen “Fachkräfte­man­gel”? Es ist zum Speien.

Son­st so: Mag­nus Carlsen bleibt Welt­meis­ter im Blitzschach. Wenig­stens eine Kon­stante in dieser spi­ralen­vollen Zeit. Nein, es gibt natür­lich noch eine zweite, näm­lich die Musik. Text gibt es zwis­chen den Jahren schon genug, es muss auch mal ohne gehen.

Finnr’s Cane — Glas­sice

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Nachtrag zum #35c3: Wahrheit ist rechts, Parteien sind gut.

Dieser Artikel ist Teil 8 von 20 der Serie Congresskrise(n)

Nach­dem der unerträgliche Europa­parla­mentskan­di­dat Nico Sem­srott im Rah­men des “Hack­ertr­e­f­fens” (“SPIEGEL ONLINE”) in Leipzig ein wenig Wahlwer­bung für sich machen durfte, guck­te sich das CCC-Exmit­glied Fefe auch mal an, was auf dem “Con­gress” eigentlich vor sich geht:

Mir ist im Pro­gramm aufge­fall­en, dass da so ein halbes Dutzend Vorträge von Netzpolitik.org-Personal bestrit­ten wird (je nach dem wie man das zählt). (…) Die Neu­tral­ität des CCC war eigentlich immer ein hohes Gut. Netzpolitik.org ste­ht tra­di­tionell den Grü­nen nahe.

Das fan­den die Dro­gen­deal­er vom “Con­gress” doch etwas unfair, denn dass das schräge Per­son­al­i­ty­blog “Netzpolitik.org”, dessen antilib­eraler Chefredak­teur bis heute bei den Grü­nen ist, den Grü­nen nah­este­he, dürfe man so doch nicht sagen:

Mir wurde mit­geteilt, dass ich hier Pro­pa­gan­da der Iden­titären befördere, wenn ich schreibe, Netzpolitik.org sei tra­di­tionell Grü­nen-nahe.

Alles Nazis hier. Alete, Alete, Antifascista. Auf Twit­ter wurde mir erk­lärt, dass der “Con­gress” doch eine sehr nüt­zliche Ver­anstal­tung sei, denn dort bekom­men diejeni­gen, die in Physik immer geschlafen oder geschwänzt haben, das Schul­wis­sen noch mal nachge­tra­gen. Sahne in der Jauche.

Ich brauch’ Urlaub.

In den NachrichtenWirtschaft
Medienkritik in Kürze: Die ärmste Generation

Auch in der Zeit nach Wei­h­nacht­en, so wer­den wir fortwährend informiert, gebi­etet es die Näch­sten­liebe, den Ärm­sten unsere Aufmerk­samkeit zukom­men zu lassen.

Etwa Kindern in Kriegs­ge­bi­eten oder Obdachlosen? Nein, Patrick Herg­er von der NZZ hat da einen anderen Vorschlag:

Viele 20- bis 35-Jährige müssen auf teure Marken­pro­duk­te verzicht­en, weil sie sich diese nicht leis­ten kön­nen.

Elend? Hunger­snot? Pah, über die wahren Prob­leme spricht natür­lich mal wieder nie­mand. Die sind doch unten durch bei ihren Fre­un­den, so ohne iPhone!

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Somali Yacht Club — The Sea

Lange nichts mehr über Musik geschrieben.

Manch­mal durch­schre­it­en Musikalben mein Radar, die zwar alt­bekan­nten Mustern fol­gen und darum nicht erwäh­nenswert genug für Besten­lis­ten sind, aber trotz­dem pos­i­tiv auf­fall­en. “The Sea” ist so ein Musikalbum. Die Urhe­ber des­sel­ben sind die drei Musik­er vom Soma­li Yacht Club, ein­er ukrainis­chen Post-Met­al-Kapelle, die seit 2010 existiert und bish­er erst zwei Stu­dioal­ben in LP-Länge veröf­fentlicht hat, eines davon — näm­lich “The Sea” (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL) — erst Anfang 2018.

“You got what you want­ed — isn’t it enough?” (Blood Leaves a Trail); aber so böse die Texte zum Teil auch sind, die Musik kümmert’s nicht: Weit­ge­hend höre ich sicher­lich gut gemacht­en Postrock mit treiben­dem Bass und schweben­dem Gesang.

Vero

Beson­ders auf­fäl­lig erschien mir das für dieses Album ziem­lich tre­f­fend benan­nte “Hydropho­bia”, was nicht nur Griechisch ist und die Angst vor Wass­er beze­ich­net, son­dern auch ein Stück auf “The Sea” ist und die Brücke zum Post­punk schließt. Gen­res, Rhabar­ber.

Hydropho­bia

Kein ungewöhn­lich­es Album — aber sich­er auch kein schlecht­es. Nehme ich mit.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2018 — Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 21 von 29 der Serie Jahres­rück­blick

Ach je, schon wieder haben wir es mit einem Jahre­sende zu tun! In ein­er Zeit schwinden­der Gewis­sheit­en bleibt jeden­falls die, dass dies eine gute Gele­gen­heit ist, um zum zweit­en Mal in diesem Jahr auf die empfehlenswertesten Musikalben 2018 zurück­zublick­en. Während die Jugend immer noch Pod­casts hört, die doch heutzu­tage eigentlich Phonecasts heißen müssten, gebe ich mich lieber der wahren Kul­tur hin. “Nicht jedes Gequiek”, befand ein­mal Ulrich Erck­en­brecht, “ist Musik”. So halte ich es selb­stver­ständlich eben­falls.

Der Kalen­der hin­derte mich erneut nicht daran, im verge­hen­den Hal­b­jahr ungeduldig und darum vorzeit­ig auf die aktuellen Stu­dioal­ben von Abra­ham, Árstíðir, Mono­phon­ist, VAK und Trä­den hinzuweisen. Kun­den, die das kauften, kauften auch…

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In den NachrichtenWirtschaft
O du fröhliche: Zwei Meldungen.

“tagesschau.de”, 24. Dezem­ber 2018, 10:42 Uhr:

Seit Okto­ber sind laut der Woh­nungslosen­hil­fe neun Men­schen, die auf der Straße lebten, ver­mut­lich durch die niedri­gen Tem­per­a­turen ums Leben gekom­men. 2017 wur­den im sel­ben Zeitraum nur drei Käl­te­tote erfasst.

“tagesschau.de”, 24. Dezem­ber 2018, 15:39 Uhr:

Das Wei­h­nachts­geschäft hat nach Angaben des Han­delsver­ban­des Deutsch­land in der ver­gan­genen Woche deut­lich ange­zo­gen. Jed­er dritte Händler in den Metropolen zeigte sich zufrieden mit den Umsätzen.

Haupt­sache, das Wach­s­tum stimmt.

In den NachrichtenMontagsmusik
Greta Van Fleet (live) // Frohes Fest, hier keine Daten!

"Laaaaast Christmas, I gaaaaave you..."

Es ist Mon­tag. Zumin­d­est wäre das eine logis­che Erk­lärung für das milde Unwohl­sein, das sich ger­ade (“krat”, wie junge Men­schen oft sagen) ein­stellt, ganz sich­er bin ich mir aber nicht. Wer weiß mehr? Weiß jemand mehr? Wo bleibt mein Kalen­der­pan­da?

Mir war jeden­falls, als finde heute “Heili­ga­bend” statt, tra­di­tionell ja eines dieser Feste, auf die man auf mehr als nur eine Ebene vielle­icht manch­mal lieber gern verzicht­en würde. Manche Blog­ger ver­suchen sich in Kom­pen­sa­tion dank “guter Ratschläge”: Wenn man schon der Com­put­er­hei­ni auf der Fam­i­lien­feier ist, dann kann man sich doch auch gle­ich nüt­zlich machen und das uncoole Win­dows durch den Lin­ux­plun­der erset­zen. Da freuen sich dann hin­ter­her aber sich­er alle, wenn der Com­put­er zwar wieder funk­tion­iert, aber alle Dat­en weg sind. Wenn man aber ganz beson­ders gründlich ist und auch die Mobil­tele­fone opti­miert, hat man danach wenig­stens eine Weile seine Ruhe. So ähn­lich scheint auch die Deutsche Bahn zu tick­en, deren Vor­stand im Sinn hat, Fahrkarten für Fernzüge kün­ftig nur noch “dig­i­tal” — das ist das Trot­tel­wort für “übers Inter­net” — zu ver­scher­beln. Es gibt ohne­hin zu viele Rent­ner in diesen Abteilen. Ander­er­seits berichtet das der “Tagesspiegel”, der sich nicht unbe­d­ingt dadurch her­vor­tut, gele­sen wollen zu wer­den: “Trump muss weg!”, denen kann das Ver­lagsster­ben auch nicht mehr schnell genug gehen.

Apro­pos “dig­i­tal”: Warum man Slack (eine Art IRC mit mehr bun­ten Bild­chen für Com­put­er­il­lit­er­at­en) lieber nicht nutzen sollte, näm­lich unter anderem wegen der elen­den JavaScript-Basis und der Tat­sache, dass es auch für “Teams” auf zen­trale Serv­er set­zt, die wohl US-amerikanis­ch­er Geset­zge­bung unter­liegen, habe ich in manchen Gesprächen bere­its in der Ver­gan­gen­heit ange­merkt, den­noch hat es sich in manchen Unternehmen als Kom­mu­nika­tion­swerkzeug durchge­set­zt. Über­raschend stellte sich jet­zt her­aus, dass Slack Men­schen rauswer­fen kann, von denen es fälschlicher­weise glaubt, sie hät­ten irgend­was mit dem Iran zu tun, wom­it ihre Nutzung eines in den USA behei­mateten Online­di­en­stes gegen Han­dels­beschränkun­gen ver­stoßen täte. (“Han­del” habe ich mir ja auch immer anders vorgestellt.) Tut ihnen jet­zt ja auch leid, das alles. Warum genau will man so was noch mal haben?

Pop­kul­tur kriegt man ja auch nicht mehr tot; Rock’n’Roll allerd­ings auch nicht. Ist dafür noch ein Beleg notwendig? Na gut — hier, bitteschön:

Gre­ta Van Fleet — Lover, Leaver (Tak­er, Believ­er) (Live in LA / 2018)

Guten Mor­gen.