Archiv für die Kategorie ‘Kaufbefehle’.

Ich spreche keine Kaufempfehlungen aus, ich bin ja nicht Amazon.

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Kurzkritik // So melancholisch muss man erst mal sein: Halma – Granular

Manchmal – selten, aber mit steigender Frequenz -, wenn die Gesamtsituation den Verfasser dieser Zeilen zu mehr Trübsinn als Freude verleitet, greift er (also: ich) nicht unbedingt zur Flasche oder zum Texteditor, sondern in die Spielekiste, denn dann steht ein wunderbarer Kanal zur Gedankenreinigung offen: Halma spielen, um die Sehnsucht zu vertreiben.

Das Hamburger Quartett dieses Namens nämlich veröffentlichte 2015 mit „Granular“ (vgl. Amazon) bei der Plattenfirma von, natürlich, Nihiling ein wunderbares Slowcorealbum, dessen bassgeführtes Instrumentalfundament unter die Haut geht wie sonst nur Tätowierungen, aber sich als ihnen in jeder Hinsicht überlegen zeigt.

Halma – Granular [Full Album]

Der Musik gewordene Melancholieschwamm entschleunigt, ohne träge zu wirken. Klänge wie ein Herzschlag, das Album zum #wasfehlt-Hashtag. Von Krautrock ist gelegentlich die Rede, wird über dieses Album gesprochen. Selten war es so packend, dass das mal nicht stimmte. Eine tiefe Verbeugung nach Hamburg und ein Glas in die Höhe. Ich bin beeindruckend bedrückt.

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Kurzkritik: Electric Orange – misophonia

electric-orange-misophoniaDas Quartett Electric Orange kommt aus Aachen, was irgendwie noch als Deutschland zählt, und hat mit „misophonia“, was Englisch für „Misophonie“ ist, was wiederum Kompliziert für eine geringe Geräuschtoleranz („Hass auf Geräusche“) ist, was ein angenehm selbstironischer Name ist, was jetzt dann doch etwas zu viele Nebensätze sind, im Jahr 2016 ihr immerhin elftes Vollzeitalbum (Stream und Kauf) herausgebracht.

An Geräuschen mangelt es hier allerdings keineswegs, Perkussion und Schlagzeug sind stets präsent. Wohin die Reise, äh, der trip geht, wird schon im ersten und mit 18 Minuten Laufzeit auch längsten Stück auf „misophonia“, „Organized Suffering“, deutlich. Weite Klangflächen, etwas Orgelspiel, immer aber auch die Gitarre, kein Gesang; Drogenmusik par excellence. Im folgenden „Bottledrone“ treibt die Band dies mit Pink-Floyd-Referenzen auf die Spitze, nur um dann noch einmal zu betonen, wo der Spacerock eigentlich seinen Anfang nahm. Müsste ich ein Adjektiv für „misophonia“ wählen, so wählte ich „flächig“, um nicht abermals den abgenudelten Begriff „sphärisch“ zu verschwenden. Selbst in den für Electric-Orange-Verhältnisse schnelleren Momenten, etwa in dem schlagzeuggetriebenen „Demented“, findet man unwirklich schwebende anstelle erdig rockender Klänge. Müsste ich dazu tanzen, ich würde in ausladenden Bewegungen eine Acht beschreiben und sähe dabei vermutlich sehr lustig aus.

Drei der acht Stücke auf „misophonia“ sind das Titelstück, namentlich „Misophonia“ I bis III, das mit grollendem Bass Beklemmung als weiteres Gefühl in die Reise einbringt, nach Freiheit klingende Trompete (Trompete?!) hin oder her. Tangerine Dream ist euch zu langweilig? Das verstehe ich. Versucht es doch mal mit Electric Orange.

Mit „Opsis“ lassen Electric Orange lateinamerikanischen Tanz in ihrem Klanguniversum geschehen, bevor das abschließende „Misophonia III“ den Hörer mit Dissonanzen und ruckartigem Schlagzeug aus der Trance rüttelt, nur um ihn dann wieder sanft entschweben zu lassen. Ein Album wie ein Sonnenaufgang am Meer.

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Kurzkritik: Ryley Walker – Primrose Green

ryley-walker-primrose-greenKommen wir zu etwas schönem, kommen wir zu Musik.

Ryley Walker, 1989 geboren, singt und spielt Gitarre auf Aufnahmen, die eigentlich gar nicht nach Herren seines Alters klingen. Nach einem sozusagen rasanten Aufstieg in der prinzipiell viel zu großen Musikszene Chicagos veröffentlichte er seit 2014 bis heute bereits vier Alben und mindestens drei EPs, Ideen scheint er also zu haben. „Primrose Green“, 2015 erschienen, ist das zweite dieser Alben.

Ryley Walker – "Primrose Green" (Official Audio)

Was ist davon zu halten? Nun: Eine Menge. Ryley Walker steckt musikalisch tief in den 1960ern und, hilfsweise Mitmusiker auf den Studioaufnahmen (hier: sechs) hin oder her, erweckt keinesfalls den Eindruck, er habe nicht viel mitzuteilen. Verdammte Hippiemusik oder eben: Folkjazz mit Gefühl bis hin zum gelegentlichen, unerwarteten Ausbruch, ohne gewollt zu klingen, mitunter auch mal am Etikett des RIO entlangstreifend, ohne es aufgeklebt zu bekommen. Singer/songwriter nennen das jene, die Musik nur hören, aber nicht fühlen wollen, weil er hier, man höre und staune, singt und schreibt.

Ausbruch? Aber natürlich. Ryley Walker reißt mit, notfalls mit Nachdruck.

Ryley Walker – Sweet Satisfaction

Natürlich ist „Primrose Green“ auch der Schwermut, der elenden, ein Motor, was unvermeidlich ist, wenn stiller Folk den psychedelischen Pop als Teil seiner selbst begreift, denn dicht ist sie, die Woge, die den Hörer auf die Reise schickt; zuvörderst aber bleibt ein sanftes Gefühl der Befreiung mit Rückständen von Fernweh zurück.

Ich bin angetan und empfehle wärmstens Imitation.

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Kurzkritik: Moon Circle – Moon Circle

moon-circlePotztausend, schon wieder so ein Album, das Spaß macht. 2016, was ist los mit dir?

Das natürlich französische Trio Moon Circle – Gitarre, Schlagzeug, Bass/Flüstern/Geschrei – hat pünktlich am 1. Januar dieses Jahres ein wirklich feines Album via Bandcamp veröffentlicht, das mich beinahe zum Luftgitarren angeregt hätte, was durchaus ungewöhnlich ist, neige ich doch eher zum stillen Genuss.

Bei Titeln wie „Lost In The Gang-bang (Where Are You?)“, „Attack Of The Nudist Zombies“ und „Cum Together“ möge man süffisant grinsen, wenn es beliebt, aber musikalisch ist von Pubertät hier nichts zu spüren. Texte gibt es eher so zwischendurch, nach einer kurzen Texteinlage im Eröffnungsstück ist erst mal eine Weile Ruhe. Wenn sich das ändert, dann ist es nicht völlig unamüsant. Der extrovertierte Gesang in „Chase The Hunter“ etwa macht keinen Hehl daraus, dass diese Band nichts ernst meint oder auch nur ernst nimmt. Yeah.

Moon Circle – Lost In the Gang-bang (where are you ?)

Genres, ach, drauf geschissen; wer’s braucht: Gitarrenbetonter Stoner-Krautrock mit dem gewissen Etwas. „Spaceship’s Rising“ zitiert, vielleicht sogar: parodiert vorübergehend den Spacerock mit seinen doch oft etwas merkwürdigen Effekten, nur um dann mal eben sozusagen im Vorbeifliegen etlichen aufstrebenden Postrockkapellen Konkurrenz zu machen, aber das könnte auch trügen. Hier passiert noch mehr als es scheint, aber zur Ruhe kommt man trotzdem nur selten und das ist auch gut so.

Lucifer’s Friend, Hawkwind, Jimi Hendrix, der Stoner Rock an sich und, ja, durchaus auch Bands wie Russian Circles klingen in Moon Circles Erstlings-LP an. Mögen noch mehr solcher Alben folgen!

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tesa – G H O S T

tesa-g-h-o-s-tIn einem unbekannten Land – Riga? Wo ist das noch mal? – nahm das Trio tesa (wie das Klebeband), bestehend aus Davis und Janis Burmeisters sowie Karlis Tones, vor einiger Zeit sein drittes Album „G H O S T“ auf, das im Januar 2015 und erneut im August 2016 – auch auf Vinyl – veröffentlicht wurde. So gruselig, wie es heißt, ist es aber gar nicht.

Obwohl natürlich der Anfang mit seinem dumpfen Dröhnen etwas anderes ahnen lässt, an Doom und Noise mag man etwa denken; tatsächlich haben wir es hier aber mit veritablem, geradezu großartig groovendem Postrock zu tun, der sich jedes Filigrane selbst in ruhigeren Momenten wohl zu verkneifen weiß.

Tesa – G – (2016 Ghost) Post Rock / Post Metal Instrumental

Die drei Letten agieren in einem mächtigen Kraftfeld aus Bands wie Oceansize, Neurosis und vor allem Maserati, ersparen dem Hörer aber den bloßen Abklatsch. Die fünf Titel heißen „G“, „H“, „O“, „S“ sowie „T“ (bestimmt hat das irgendwas zu bedeuten) und gehen erfreulicherweise teilweise derart nahtlos ineinander über, dass man sie als zusammenhängendes Stück zu betrachten gewillt ist, in dessen Zentrum das mal majestätisch brüllende, mal energisch nach vorn preschende „O“ mit beinahe 12 Minuten Laufzeit steht, ohne dass dies beim Hören auffallen würde. Es passiert so viel, Stilwechsel (das kurze „S“ könnte mit seiner dreckigen Spielweise sogar alten Punks gefallen) eingeschlossen.

Gesang wäre nur störend. Sicher, gelegentlich schreit, dezent im Hintergrundrauschen versteckt, eine Stimme Texte wie the greed has burnt a fire, they will never sleep again“ („T“), aber wer, der nicht mitliest, würde das überhaupt bemerken? Nein, nein: Freunde der gehobenen Sangeskunst sind hier sicherlich nicht so leicht zu begeistern, Langeweile will trotzdem nicht aufkommen. Wer hat da gesagt, der Postrock hätte alles erzählt, was es zu erzählen gab?

Keine Kompromisse.

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Kurzkritik: MaidaVale – Tales of the Wicked West

MaidaVale - Tales of the Wicked WestMaida Vale ist eine Haltestelle der Londoner U-Bahn sowie der Name eines Studiokomplexes der BBC, in dem unter anderem John Peel regelmäßig aufnahm. Eine Band danach zu benennen ist, je nachdem, entweder zumindest ungewöhnlich oder entsetzlich banal. Das schwedische Frauenquartett MaidaVale, gegründet 2012, hat es trotzdem gewagt und legte erst im kürzlich vergangenen August mit seinem Debütalbum „Tales of the Wicked West“ eines dieser Alben vor, deren Grandiosität eine Würdigung mehr als nur verdient hat.

Der häufig im Internet zu findende Vergleich mit den Blues Pills, ebenfalls eine schwedische Retro-Band mit Sängerin, ist ein bisschen unfair, ABBA haben mit MaidaVale ja auch nicht viel gemeinsam. Wo Blues Pills es mit Retro-Rock versuchen, gibt es von MaidaVale sozusagen die volle Breitseite: Psychedelischer Bluesrock (Led Zeppelin, Jimi Hendrix) trifft auf drogenschweren 70-er Krautrock; die Gitarre singt aus vollem Hals, das Schlagzeug treibt sie voran, dazu spielt Linn Johannesson einen knackigen Bass mit ordentlich groove, während Matilda Roth mit einer unglaublich passenden, in den letzten Jahrzehnten leider viel zu selten gewordenen Stimme von „Rassismus, Kriegswahn und zwischenmenschlichen Minenfeldern“ (Jochen König) singt.

MaidaVale – (If You Want The Smoke) Be The Fire

Den musikalischen trip halten also nur die Texte vom Entstehen ab, so dass man immerhin die Wahl hat, ob man verreisen oder sich über die Welt aufregen möchte. Zwei Alben in einem also – wo sonst gibt es das? Kleine Experimente wie das einminütige „Truth/Lies“, ein verzerrtes Experimentalstück in irgendwie Talk-Talk-Tradition, ergänzen das Album ganz gut, aber hauptsächlich bleibt keine Zeit zum Ausruhen. Das ist gut, denn so kann man „Tales of the Wicked West“ – die subtile Spitze im Titel wird erst im Zusammenspiel mit den Themen offensichtlich – vorbehaltlos in sich aufnehmen und wirken lassen.

MAIDAVALE – DIRTY WAR (Live in Studio Underjord)

Das abschließende „Heaven and Earth“, das es angeblich nicht auf alle Versionen des Albums geschafft hat, lässt auf elf Minuten Länge erstmals und schließlich Raum zum Durchatmen. Etwaige Erinnerungen an das Yes-Album gleichen Namens sind kurzzeitig auszublenden. Gesungen wird hier nicht mehr, stattdessen versuchen MaidaVale sich an einer Art „Post-Bluesrock“: Eine einfache Gitarrenmelodie in acht Takten beginnt und zieht sich bis zum Ausklang des Stücks und damit des Albums durch, es setzt die spacige Gitarre ein und soliert in einer Weise, dass dem geneigten Hörer die Sinne ejakulieren. Ein musikalischer Wochenendausflug ans Wildwasser mit einer Pfeife in der Hand. Eine sehr angenehme Reise.

Auf Bandcamp gibt es das komplette Album zum Anhören und Kaufen, Vinylfreunde werden momentan allerdings nur auf Amazon.de fündig.

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Katie Dey – Flood Network

katie dey - Flood NetworkIm Juni 2015 freute ich mich über das Debütalbum der australischen Künstlerin Katie Dey im Fazit folgendermaßen:

Ein Musik gewordenes WTF, das im noch vergleichsweise unverbrauchten 2015 bisher eine Ausnahmeerscheinung darstellt.

Nachdem es einige Tage lang für symbolische 1.000 US-Dollar zu haben war, erschien gestern (mitsamt erheblicher Preissenkung) endlich das Nachfolgealbum namens „Flood Network“, weiterhin mit merkwürdigem artwork und Bandcamp-Stream.

Mit 17 Titeln und insgesamt 32:12 Minuten Laufzeit ist „Flood Network“ erneut recht kurz ausgefallen. Den roten Faden stellen acht Instrumentalstücke namens „(F1)“ bis „(F8)“ dar, die sich mit den übrigen Stücken abwechseln. Keineswegs sollte allerdings davon ausgegangen werden, dass ein stilistischer Zusammenhang besteht. Frau Dey macht auch weiterhin unter Missachtung konservativer Vorstellungen von einem musikalischen Rahmen, wonach ihr der Sinn steht, was „Flood Network“ schon in der Theorie an Wert gewinnen lässt. Und die Praxis?

Katie Dey – Fleas (Official Music Video)

„Flood Network“ ist die irgendwie konsequente Weiterentwicklung von „asdfasdf“. Bereits das eröffnende „All“ stolpert in gerade mal anderthalb Minuten mit Sigur-Rós-Stampfrhythmus, psychedelischer Akustikgitarre und brüchigem Gesang aus dem Lautsprecher in die weit offenen Ohren und Arme des Rezensenten und geht ausnahmsweise dann doch über in das fast halbminütige Intermezzo „(F1)“, das mit einem Hilferuf allerdings nichts zu tun zu haben scheint, sondern ein wenig Elektronik für das folgende „Fleas“ vorbereitet, das überhaupt in den seltsamen Radioclubbeats von 2016 aufgewachsen zu sein scheint. Spulen wir mal ein bisschen vor und bemerken wir eine Steigerung, denn natürlich gibt es dann doch noch so was Ähnliches wie einen longtrack, das Duo aus „Debt“ und „(F8)“ nämlich, das eine gemeinsame Melodie vereint; und natürlich, schon wieder, Sigur Rós zu guter Letzt, in „It’s Simpler To Make Home on the Ground“ nämlich, wenn auch abermals nur instrumental.

So I sit around / making animal sounds out of cutlery.
Fear o‘ the Light

Gesang ist Nebensache. Die Frau macht Musik nur für sich und lässt uns an sich teilhaben. Musik für die Leute machen andere Leute schon genug. Stagnation? Na, meinetwegen, denn das bedeutet immerhin, dass die Qualität nicht nachlässt. „Flood Network“ ist so undurchdringlich wie sein Vorgänger, ich wage nicht einmal zu ahnen, ob es mich bei all seiner Schräge absichtlich melancholischer stimmt.

„Flood Network“ ist die musikalische Begleitung für das Gefühl nach einem vertanen Tag, einem verlorenen Wochenende, einem verregneten Urlaub am Meer, nach zu viel Alkohol und zu viel Chemie, der Ton zum Film im Kopf nach dem Schrei der Natur – ein in Gänze wundervolles Album also. Nehmt euch die Zeit, es ist sie wert.

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Musik 06/2016 – Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 16 von 16 der Serie Jahresrückblick

Es ist ein halbes Jahr vorbei, und schon der Disziplin (eine sonst überschätzte Tugend) wegen wird es daher Zeit, einmal die ersten sechs Monate der musikalischen Neuerscheinungen – all jene also, derer ich bis Ende Juni habhaft werden konnte – Revue passieren zu lassen, wohl wissend, dass all das von vornherein von vielen Toden und mittlerweile auch der Auflösung von Beardfish überschattet wird.

In diesem für die Musik doch eher merkwürdigen Jahr gibt es auch gute Neuigkeiten: Beak> drohte es nicht mehr zu geben, aber Ende März wurde eine Neubesetzung angekündigt. Das zwischendurch erschienene Album „Couple in a Hole“, im Wesentlichen eine Skizzensammlung und deshalb hier nicht interessant, ist jedenfalls noch im alten Miteinander aufgenommen worden. Keinesfalls gesonderte Erwähnung finden hier auch die bereits anderweitig empfohlenen neuen Alben von Kula Shaker und Karokh, die allerdings weiterhin uneingeschränkt hörenswert sind.

Im Juni zweifelte Dirk Peitz auf „ZEIT ONLINE“ daran, dass es eine gute Idee sei, Konzertbesucher per Beschluss davon abzuhalten, das Konzert nur durch ihre Smartphonebildschirme wahrzunehmen. Möge Dirk Peitz sich weiterhin mit seichter Popmusik herumschlagen, die ein fragwürdiges Klientel anlockt! Euch ist derweil viel Spaß mit folgenden Glanzstücken zu wünschen:

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Kurzkritik: Jane’s Addiction – Nothing’s Shocking

Jane's Addiction - Nothing's ShockingDas Bundesverfassungsgericht hat unlängst festgestellt, dass „Sampling“ ein stilprägendes Element im Hip-Hop sei. Damit ist auf höchster Ebene entschieden worden, dass von künstlerisch wertvollen, kreativ geprägten Inhalten dort keine Rede sein kann. Wie anders ist’s doch in der Rockmusik!

Den 1980er Jahren haftet nichtsdestotrotz nicht völlig anlasslos (Phil Collins) das Etikett des Jahrzehnts an, über dessen soundtrack man lieber schockiert den schalldichten Mantel des Schweigens werfen sollte. Keineswegs schockierend aber ist das allmähliche Ende der musikalischen Grausamkeiten gegen Ende dieser Schreckensdekade. Dazu zählt neben den längst zu den Klassikern zu rechnenden Großtaten „Doolittle“ und „Blood Sugar Sex Magick“ auch das 1988 erschienene Album „Nothing’s Shocking“ der ausgerechnet US-amerikanischen Rockband Jane’s Addiction, mithin ihr erstes Studioalbum, dem im Vorjahr bereits ein Livealbum vorausgegangen war.

Das Titelbild des Albums erzählt eine ganz eigene Geschichte: Zwei schwarz-weiße nackte Frauen mit grotesken Brüsten und brennenden Haaren schauen spöttisch lächelnd auf den Betrachter herab. War das 1988, mithin: über ein halbes Jahrhundert nach dem goldenen Zeitalter, noch schockierend? Nun ja, in Nordamerika, wo noch heute ein sehr eigenes Verhältnis zur Prüderie gepflegt wird, möglicherweise schon, aber ansonsten trifft’s die Feststellung, hier sei nichts Schockierendes enthalten, schon ganz gut; vielmehr wird hier, Jahre vor der Gründung der stilistisch ähnlichen, aber ungleich bekannteren Rage Against The Machine, sozusagen nebenbei der Alternative Rock miterfunden.

Jane's Addiction-Mountain Song

Die obligatorische Beatles-Referenz („Jane Says“) sollte keineswegs als Blaupause für das ganze Album missverstanden werden – das fetzt. (Sagt man das noch, „fetzt“?)

Jane's Addiction- Pigs in Zen

Seit einigen Jahren sind Jane’s Addiction wieder vereint. Das scheint nicht die schlechteste Neuigkeit dieses Jahrhunderts zu sein.

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Kurzkritik: Hookworms – The Hum

Hookworms - The HumTief in meiner Musikkiste habe ich Hakenwürmer gefunden.

Hookworms sind eine britische Band, die 2010 gegründet wurde und gelegentlich mit den hier schon angepriesenen Wooden Shjips zu den „Neo-Psychedelic“-Bands gezählt wird. Die fünf Herren nennen sich JN, SS, MJ, MB und JW und auch sonst gilt es bei dieser Band, sich auf die Musik zu konzentrieren. 2014 erschien ihr viertes und bis heute aktuelles Studioalbum „The Hum“. In Großbritannien erreichte es Platz 22 der Albenhitparade, was über Großbritannien sicherlich manches aussagt.

„The Hum“. Das Summen. Hmm, hmm, schepper! Hier wird gerockt (Stoner, Indie) und gepunkt (Post), aber nicht gerollt. Obwohl es mit elektronischem Wabern und Schlagzeug beginnt, als hätte man es hier mit einer dieser schrecklichen Teenagerkapellen zu tun, aber das trügt, denn schnell setzt der ziemlich einmalige Gesang von „MB“ ein, bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und kräftig hallend, angeblich, um die eigene Unsicherheit zu überspielen, aber tatsächlich wohl auch der Effekte wegen, was ich ausdrücklich gutzuheißen beabsichtige. Psychedelia in Hochform.

Hookworms – The Impasse (Official Audio)

Ich neige ja dazu, überall Musikgruppen sozusagen wiederzuerkennen, die ich sehr schätze, und auf „The Hum“ habe ich ständig die Frage im Kopf, ob die grandiosen Velvet Underground wohl heute so ähnlich klängen, wenn sie heute noch klängen und dabei von einer dieser neuen Retro-Psychedelic-Bands (ich würde Vibravoid empfehlen) gecovert, begleitet oder sonstwas würden. Das folgende orgelklanglastige „On Leaving“ setzt das insofern fort, als mir sofort Vergleiche mit den Raveonettes und ähnlichen Bands einfallen.

Bemerkenswert sind im Übrigen die drei instrumentalen Übergangsstücke „iv“, „v“ und „vi“, die das Äquivalent zu „i“, „ii“ und „iii“ vom ebenso überzeugenden Vorgängeralbum „Pearl Mystic“ (2013) bilden und im Wesentlichen aus Drones bestehen, sozusagen als Ruhe zwischen dem Sturm. Das hohe Niveau halten Hookworms bis zum letzten, nochmals druckvollen Stück „Retreat“ durch, Langeweile kommt hier nicht auf.

Hookworms – Retreat

Ihr seht mich erfreut.

The Hum. Kann man mal hören.

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Arenna – Given to Emptiness

Arenna - Given to EmptinessNoch so ein Album, das man nicht unerwähnt lassen sollte. Arenna – mit Doppel-N, nicht die schlimme Neoprogkapelle des ehemaligen Marillion-Schlagzeugers – ist ein spanisches Quintett, das 2015 nach vier Jahren sein zweites Album „Given to Emptiness“ veröffentlicht hat.

Was mich an spanischer wie an italienischer Rockmusik meist besonders stört, ist der Gesang in der Landessprache – nicht, weil mir die Kenntnisse fehlten, dem Text inhaltlich zu folgen, sondern, weil es einfach nicht gut klingt; wohl wissend, dass das subjektiv ist. Arenna umgehen dies, indem sie einfach auf Englisch singen. Nun könnte man eigentlich mal wieder Götz Alsmann huldigend zitieren, der einmal sagte, man könne in einer fremden Sprache keine Texte schreiben, die von Herzen kommen, und damit wahrscheinlich sogar Recht hatte, und sich nicht entscheiden können, ob man nicht vielleicht doch lieber schlechter klingenden Gesang gehabt hätte oder gleich gar keinen, obwohl man die Texte dann wiederum wahrscheinlich insgesamt vermissen würde. Man könnte aber auch einfach zur Abwechslung mal das Gute hervorheben: Das sonst stiltypische anstrengende Überfrachten des Gesangs mit Echoeffekten besticht hier durch Abwesenheit.

Ach, der Stil. Das hatten wir ja noch gar nicht.

Ist aber auch gar nicht so schwierig, denn eigentlich ist „Given to Emptiness“ vorrangig eine Stoner-Rock-Platte, wie Stoner Rock eben so klingt, nämlich vor allem laut: Gitarrenbreitwände, die sich zu einem musikalischen Rausch verdichten, den man in jeder Faser spürt. Fünf Sterne auf Amazon, sonst ja nicht gerade ein gutes Bewertungsportal für Qualitätsmusik. – Nein, Arenna machen das wirklich großartig.

Die Frage, ob sie’s könnten, einmal beiseite gelassen (denn das können sie): Das übliche „mehr vom Gleichen“ ist hier nicht zu erwarten. Hören wir nach dem die Messlatte in Schwindel erregende Höhen hängenden Anfang „Butes“, noch ein wenig benommen vom Staunen, doch mal in das fast neunminütige „Chroma“ hinein. Ist das Pink Floyd? Es gibt keinen Gesang, dafür den David-Gilmour-sound in den Gitarren, der sich allmählich zu einer Psychedelic/Stoner-Nummer verdichtet, die dabei nicht einmal gewollt klingt, sondern wie aus Versehen ins Schöne geraten.

Oder „Move Through Figurehead Lights“, ein bemerkenswertes Stück Folkrock und/oder Artverwandtes. So könnten Kansas klingen, wenn sie ihren weinerlichen Sänger ins Bett brächten und sich jemanden suchten, der singen und nicht jammern will.

Der Leere gegeben. Die Augen zu und immer ein wenig neben dem Rhythmus nicken, weil man taktlos ist.

Gute Reise.

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Karokh – Needle, Thread & Nail Polish

Karokh - Needle, Thread & Nail PolishWisst ihr noch, Karokh? Waren sie 2014 noch eine Überraschung für mich, so hatte ich sie im Folgejahr doch wieder völlig aus den Augen verloren. Um so erfreulicher ist ihre Rückkehr in zumindest mein Bewusstsein.

Nur 31:31 Minuten lang ist das mit einem kurzen Tweet angekündigte zweite Album der sieben Osloer, dafür gibt es außer MP3 auch Vinyl dazu. „Nadel, Faden und Nagelpolitur“, früher haben sich nur schlimme Folkbands solche Titel ausgedacht, aber früher gab es auch viel zu viele davon. Dies jedoch ist Karokh. Karokh ist gut. Hören wir doch mal rein.

„Poke“ beginnt mit zurückgehaltenem Gitarrenrhythmus, es klingt nach Südsee und ein bisschen Grunge. Es setzen Trompete und Synthesizer ein – ah, doch keine Karibik-CD, sondern feiner Jazzrock mit Genreausflügen in interessante Richtungen. Ina Sagstuen ist noch immer eine beeindruckende Sängerin mit Talent zur Vokalakrobatik, überhaupt ist Gleichförmigkeit für das Septett noch immer nicht von Bedeutung. Wohl kalkulierte Misstöne erinnern daran, dass man dem RIO (mitunter: Thinking Plague) näher ist und bleiben will als dem Beliebigkeitspop. Dass weite Strecken des Liedes mit einem eingängigen Kopfnickrhythmus unterlegt sind, kontrastiert das schräge Hauptprogramm, dessen gefühlte Dissonanz es nahezu unmöglich macht, diesem Drang nachzugeben, vortrefflich. Ich mag das.

Apropos Kontraste: Lasst euch von „Smile“, etwa vier Minuten lang ein quasi minimalistisches, hypnotisches Stück, nicht in falscher Sicherheit wiegen; seine verstörende zweite Hälfte, eine recht wilde Schlacht der Instrumente, lässt keine Einwände mehr gelten. Dagegen klingt „Boogies“ teils geradezu düster nach einem surrealen Traum, in dem Primus und Devo gemeinsam Peter Hammill covern (oder umgekehrt), wäre da nicht der widerspenstige Bass, der sich in die Wahrnehmung fräst und wie zum Trotz auch als letzter Ton abklingt. Leichte Kost ist ja dann doch eher was für „SPIEGEL ONLINE“ als für unsereinen; das haben wir jetzt davon.

Das Titelstück als vorletztes: Ah, Sechziger-Jahre-Rock. Oder? Nein, eine Explosion:

Karokh – Needle, Thread and Nail Polish

Das viereinhalbminütige und in seiner Eingängig- und Kantenlosigkeit beinahe singletaugliche „Chude“, das das Album beschließt, rundet es zugleich würdig ab. Karokh haben sich auf ihrem Zweitling nicht einfach „weiterentwickelt“, wie man es ja gern umschreibt, sondern sind noch experimenteller, noch verspielter geworden. So kann es bleiben.

Die Plattenfirma für das Album heißt „No Forevers“. Hoffentlich ist das nicht ernst gemeint.

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Kurzkritik: Terminal Function – Measuring the Abstract

Terminal Function - Measuring the AbstractWie geil ist das denn?

Aus Gründen, die für mich selbst gerade nicht offensichtlich sind, fand ich auf meinem digitalen Musikwühltisch kürzlich das Album „Measuring the Abstract“ einer Band namens Terminal Function. Das klingt jetzt nach Elektrokäse, es ist aber – ja, was eigentlich?

Fest steht zumindest, dass es sich um fünf Herren aus Schweden handelt, deren aktuelles Album „Clockwork Sky“ 2015 veröffentlicht wurde und das auf Amazon.de mitunter von Leuten gekauft wird, die auch die Band Animals as Leaders schätzen, was nicht nur musikalisch eine spannende Referenz ist. „Measuring the Abstract“ ist allerdings das Debütalbum, 2008 veröffentlicht, und ich mag es.

Das Dargebotene erinnert an Bands wie TesseracT und Meshuggah, laut Eigenbeschreibung – dort gibt es das Album übrigens als Komplettstream – waren aber auch Dream Theater ein Vorbild. Die Plattenfirma etikettiert fleißig mit Pseudogenres wie „Extreme Brutal Death Metal“, und hört man nicht so genau hin, wenn Frontmann Victor Larsson heiser gegen das wahre Instrumentalgewitter anschreit, dann mag man das für treffend halten; ich selbst würde aber selbst dann Psychedelic-Mathcore-Postdjent bevorzugen, denn das hier ist mehr, weit mehr als nur Brüllen, Grunz und Röcheln.

In den acht Stücken, die zwischen 1 und 7 Minuten lang sind, gibt es mehr Takt- und Stimmungswechsel als in der Politik der F.D.P.; überhaupt: immer wieder Meshuggah (gleichfalls aus Schweden; alter Schwede!). Hier wird nicht nur gebrettert, hier bleibt auch Platz für ein wenig Chorgesang:

Terminal Function – Room 101

Ein Album zum Abhotten. (Sagt man das noch, „abhotten“?)

Yeah, sozusagen.

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Kurzkritik: Kula Shaker – K 2.0

Kula Shaker - K 2.0Ein Jahr kann anscheinend gar nicht so jung sein, dass es nicht schon musikalisch zu begeistern wüsste. Nach dem etwas mauen Anfang des Jahres 2016 mit dem schnarchlangweiligen Sternenalbum des grotesken Popstars David Bowie kommt aktuell aus, immerhin, Großbritannien etwas Abwechslung ins Heim, namentlich das neue Album „K 2.0“ des Quartetts Kula Shaker.

Man möge sich nicht täuschen lassen: Die angebliche Magie des Buchstaben „K“, die die Bandgeschichte seit der frühen Umbenennung in „The Kays“ begleitet, mag in diesen Titel eingeflossen sein, eine bloße Fortsetzung oder gar Neueinspielung des nunmehr zwanzigjährigen Debütalbums „K“ aber ist hier nicht erfolgt. Das wäre auch zu einfach. Alte Stärken aber bleiben bestehen.

Mit „Infinite Sun“ eröffnen indische Klänge wie einst bei den Beatles das Album, ein Chor singt indianische Weisen und neuheidnisches Liedgut: We are one in the infinite sun / fly like an eagle // She changes everything she touches / and everything she touches changes. Esoterisch? Nein. Abgedreht? Natürlich!

Die Beatles, apropos, sind hier ohnehin allgegenwärtig, vielleicht auch, weil Crispian Mills mitunter gesanglich nicht allzu weit von John Lennon entfernt ist. Von Eintönigkeit auszugehen täte Kula Shaker trotzdem Unrecht: Auf „K 2.0“ stehen Psychedelic Rock („Infinite Sun“), Funkrock („Get Right Get Ready“), Country („Death Of Democracy“, trotzdem ganz in Ordnung) und der beinahe unvermeidliche Britpop („Mountain Lifter“) harmonisch nebeneinander wie sonst nur weniges.

Kula Shaker – Infinite Sun

Jetzt bloß nicht nachlassen, 2016.

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KoMaRa – KoMaRa

KoMaRaWelch schöner Krach!

So gern ich mich auch mit musikalischem Wohlklang befasse, so gern schweife ich doch immer wieder ab. Manchmal, wenn Weltschmerz Schönes zu bitterem Witz werden lässt, ist Sanftheit vielleicht auch nicht das Rechte. Ein Hoch gibt es da auf Combos wie KoMaRa auszusprechen, die die Lust am Kontra ausleben.

KoMaRa sind die drei Herren David Kollar (slowakischer Experimentaljazzgitarrist), Paolo Raineri (italienischer Trompeter) und der Schlagzeuger Pat Mastelotto (King Crimson, Mr. Mister, Stick Men, HoBoLeMa, ToPaMaRa und manch weiterer Zeitvertreib), die sich 2014 zusammengetan haben, um gemeinsam einer bemerkenswerten Spielart modernen Jazzes ihren Tribut zu zollen. Ihr gemeinsames Debütalbum, das ebenfalls, glaubt man dem Internet, den Namen „KoMaRa“ trägt, war im Jahr 2015 in mancher Bestenliste zu finden und hat sich meiner Aufmerksamkeit dennoch bisher erfolgreich entzogen. Zeit, das zu ändern.

Pat Mastelotto, David Kollar, Paolo Raineri – KOMARA live in Prague 2014

Zwar sind vereinzelt mal geflüsterte, mal wie aus der Ferne gerufene Sprachbeiträge von Paolo Raineri und mit den Gaststimmen von Leashya Fitzpatrick-Munyon und Bill Munyon zu hören, aber „KoMaRa“ ist über weite Strecken hinweg ein Instrumentalalbum. Das ist prima, denn auf Gesang ist diese Musik auch keinesfalls eingestellt. Dumpfes Schlagzeug, düstere Elektronik und verstörende Trompeten ergeben eine Mischung, die den Kopf angenehm freibläst.

Bereits das erste Stück „Dirty Smelly“ – ein Titel, der das seltsame Coverbild dieses Albums ganz gut abbildet – verheiratet eine Free-Jazz-Adaption der 80er-Trilogie der eigens reformierten King Crimson mit Experimentalrock von Boris’scher Qualität, das folgende „37 Forms“ vereint nach beinahe harmlos jazzigem Beginn einen atmosphärischen Postrock mit RIO/Avant-Fetzen und Hardrockeinsprengseln. Eine bedrohliche Stimme murmelt etwas, das wie eine Verwünschung klingt, und wird sogleich wieder vertrieben von der irrlichternden Trompete. Übertroffen wird dieses herrliche Durcheinander schließlich vom dissonant-hektischen „Afterbirth“ und dem seltsam zerrissenen „God Has Left This Place“, das nach weiterem Murmeln übergeht in eine bizarre Klangwelt, deren mechanisch-blecherner Rhythmus immer wieder von verzweifelten Misstönen von Elektronik, Trompete und den beiden Ergänzungsstimmen zerschnitten wird. „I have to get out!“

Mit „Inciting Incidents“ – spoken words über Rauschen – findet dieses Album einen angemessenen Abschluss. Die Orientierungslosigkeit, die sich nach seinem Ausklingen einstellt, fühlt sich eigentlich gar nicht schlecht an.

Wahrlich: ein schöner Krach.