KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2024 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se

Die­ser Arti­kel ist Teil 28 von 29 der Serie Jah­res­rück­blick

Huch! Ein neu­es Jahr! Dabei war ich noch gar nicht damit fer­tig, das alte zu ver­ar­bei­ten. Selbst in der Musik­welt war eini­ges los: Die von wenig­stens mir gemoch­ten 417.3 haben sich auf­ge­löst, die tol­len Kom­by­nat Robo­tron haben der­weil ein neu­es Album ver­öf­fent­licht. Bei „Betreu­tes Prog­gen“ nör­gel­te Klaus Reckert, dass nach dem Ver­öf­fent­li­chen sei­ner Jah­res­be­sten­li­ste immer noch neue gute Musikal­ben raus­ka­men. Es berei­tet mir ja immer ein biss­chen mehr oder weni­ger heim­li­che Scha­den­freu­de, dass jemand lan­ge vor dem Ende eines Jah­res eine ver­meint­li­che „Jah­res­rück­schau“ ver­öf­fent­licht und dann die wich­tig­sten Din­ge gar nicht drin hat, weil das Jahr noch wei­ter­geht und sei­ne Liste nicht. Hihi.

Die nach einem Stück von Can benann­te Moto­rik-Kraut­band You Doo Right hat mit „From the Heights of Our Pastu­re­land“ ein schö­nes Album vol­ler psy­che­de­li­schem Gitar­ren­krach ver­öf­fent­li­chen las­sen, das lei­der ein paar Schwä­chen und Län­gen auf­zu­wei­sen hat, die den Hör­ge­nuss doch merk­lich schmä­lern und mich unbe­frie­digt lie­ßen. Scha­de. Außer Kon­kur­renz ver­blei­ben dies­mal auf­grund frü­he­rer Rezen­sio­nen die neu­en Alben von Jim Hay­nes und faust.

Had­mut Danisch fragt, ob das „gro­ße Zeit­al­ter“ der Musik „vor­bei“ sei. Fin­den wir es her­aus!


  1. Kreid­ler – Twists (A Visi­tor Arri­ves)

    Obwohl sie wie­der nur noch zu dritt sind, schaf­fen Kreid­ler es, einen bestän­di­gen groo­ve in die Tie­fe gehen zu las­sen.

    Auf dem weit­ge­hend instru­men­ta­len 2024er Album „Twists (A Visi­tor Arri­ves)“ herrscht neben einem all­ge­gen­wär­ti­gen grol­len­den Bass­fun­da­ment ein bemer­kens­wer­tes Zusam­men­spiel aus der guten alten Ber­li­ner Schu­le – es surrt, blub­bert und fiept stück­wei­se unent­wegt – und ent­spann­tem Jazz vor. Das höre ich so in die­ser Kom­bi­na­ti­on auch nicht all­zu oft, auch bei Kreid­ler war mir der Jaz­z­an­teil nie so domi­nant begeg­net. Einen Anteil dar­an könn­ten viel­leicht auch die Gast­bei­trä­ge an Posau­ne („Pola­ris“) und Saxo­phon („Tan­ger Telex“) haben. „Twists (A Visi­tor Arri­ves)“ könn­te damit bereits jetzt zu mei­nem Lieb­lings­al­bum von Kreid­ler avan­ciert sein. Auch mal ein schö­ner Start ins Jahr (zum Zeit­punkt des Hörens und der Nie­der­schrift ist’s erst der 14. Janu­ar).

    In zwei Stücken las­sen sich die drei Her­ren auch stimm­lich unter­stüt­zen: „Loi­sai­da Sisters“ wird von einem Herrn into­niert, der sich Khan of Fin­land nennt und natür­lich in Ber­lin hei­misch ist, wäh­rend in „Hands“ Nata­lia Ber­id­se, die, glaubt man dem Inter­net, als TBA (wem?) bekannt gewor­den ist, irgend­was über Hän­de erzählt. Obwohl gera­de erst­ge­nann­tes Stück so nah an der zeit­ge­nös­si­schen Tanz­pop­mu­sik ist wie sonst kaum eines von Kreid­ler, ver­wäs­sern die Gast­bei­trä­ge doch nicht den gesam­ten Ein­druck. Man habe sich durch mei­ne Emp­feh­lun­gen gehört und brau­che jetzt The­ra­pie, gab man mir anläss­lich der letzt­jäh­ri­gen Rück­schau zu ver­ste­hen. Für Freun­de von Kraut­rock, 70er-Elek­tro­nik und durch­aus auch zeit­ge­nös­si­scher anspruchs­vol­ler Tanz­mu­sik ist „Twists (A Visi­tor Arri­ves)“ als The­ra­pie viel­leicht durch­aus geeig­net. Gefal­len tut’s jeden­falls schon mal.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  2. Schub­mo­dul – Lost In Kelp Forest

    Bei dem Band­na­men denkt unser­eins ja ent­we­der an leicht­fü­ßi­gen Spa­ce­rock oder an schrä­ge Kraut­elek­tro­nik. Bei­des ist nicht der Fall. Schub­mo­dul aus Bochum spie­len auf „Lost In Kelp Forest“, ihrem zwei­ten, bereits im Som­mer 2023 auf­ge­nom­me­nen Album, statt­des­sen schwe­re Kost.

    Ich höre Stoner‑, aber auch Post­rock. Das Album ist über­wie­gend instru­men­tell, doch kom­men meh­re­re gespro­che­ne samples vor, die die Hand­lung in Form eines Radio­be­richts sozu­sa­gen ein­rah­men. Es geht offen­bar um ein U‑Boot namens Rene­ga­de One (so heißt auch das drit­te Stück), in dem ohne Geneh­mi­gung psy­che­de­li­sche Dro­gen aus See­tang her­ge­stellt wer­den oder so. Passt schon, so klingt das Album auch. (Dass momen­tan – 28. Dezem­ber – aus­ge­rech­net die blaue Ver­si­on der Plat­te noch bei Band­camp zu haben ist und die nicht was­ser­far­be­ne nicht, ist zumin­dest bemer­kens­wert.)

    Ver­glei­che für die­je­ni­gen unter mei­nen Lesern, die unbe­dingt Ver­glei­che brau­chen: Colour Haze und God Is An Astro­naut. Zwi­schen die­sen Polen liegt die Welt von Schub­mo­dul und sie ist far­ben­reich. Stoner‑, Space- und Hea­vy Rock geben ein­an­der hier sozu­sa­gen die Klin­ke in die Hand, unter­malt von wun­der­bar atmo­sphä­ri­schen und immer etwas ent­rück­ten Gitar­ren­flä­chen. In die­ser musi­ka­li­schen Nische war 2024, so weit es mei­ne eige­ne Auf­merk­sam­keit betrifft, gar nicht so viel los, bei Schub­mo­dul stimmt dafür um so mehr. Vol­le Kraft vor­aus, sozu­sa­gen.

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  3. Lust­mord – Much Unseen Is Also Here

    Lust­mord ist der von deut­scher Male­rei inspi­rier­te Künst­ler­na­me des Wali­sers Bri­an Wil­liams, selbst „der Gust­ave Doré der Musik“ (Inter­net), der seit 1980, nach eige­ner Aus­sa­ge über­re­det von Mit­glie­dern von Throb­bing Grist­le, Auf­nah­men tätigt, die klin­gen, wie sie hei­ßen. Live tritt er sel­ten auf, doch Zeit für Auf­nah­men nimmt er sich bis­wei­len.

    „Much Unseen is Also Here“, erschie­nen im März 2024, zu beschrei­ben ist schwie­rig. Es ist ein Album, auf dem vor­der­grün­dig fast nichts pas­siert und hin­ten­rum wird man trau­rig. Auf Band­camp trägt das Album das Eti­kett „weird shit“, was als Gen­re­bezeich­nung mal pas­sen mag, ande­re mögen’s dro­ne­hal­ti­ges Dark Ambi­ent für uns Freun­de der gepfleg­ten Lang­sam­keit nen­nen und haben damit trotz­dem Recht. Es sind Geräu­sche ohne Gesang, ohne Rhyth­mus, ohne Melo­die, nicht ein­mal wirk­lich mit Instru­men­ten (sieht man von der ein­zeln kla­gen­den Oboe in „Invo­ca­ti­on of the Name­l­ess One“ ab). „Their Souls Asun­der“, das fast zwölf­mi­nü­ti­ge sech­ste der acht Stücke, kommt zumin­dest vor­über­ge­hend mit einer Stim­me daher, aber leich­te Kost geht trotz­dem anders. Der Geist eines Mönchs beschwört wort­los die Toten.

    „Much Unseen is Also Here“ ist eines die­ser Alben, nach deren durch­ge­hen­dem Kon­sum man sich fühlt, als hät­te man am sel­ben Tag die Woh­nung, die Arbeits­stel­le und die Lie­be sei­nes Lebens sowie zwei Zäh­ne ver­lo­ren. Immer­hin: Ist eins davon wirk­lich pas­siert, dann wird es mit dem Album fast erträg­li­cher. War­um die mensch­li­che Psy­che so funk­tio­niert, dass genau die­ser Effekt den Hörer fes­selt, weiß ich nicht. Ich freue mich, die­ses Album gehört zu haben, und das nicht nur, weil es jetzt vor­bei ist. Ihr soll­tet das auch tun.

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  4. 24/7 Diva Hea­ven – Gift
    „Wha­te­ver you do: it’s never enough“ (Rat Race)

    Täg­lich und rund um die Uhr im Diven­him­mel wäh­nen sich die drei auf- und abge­dreh­ten Musi­ke­rin­nen von 24/7 Diva Hea­ven. Wie der Name schon ver­rät, haben wir es hier mit einer Musik­grup­pe aus Ber­lin zu tun.

    Die­se nah­men auf ihrem zwei­ten Stu­dio­al­bum „Gift“ genau die Art von Musik auf, die von Ber­lin nicht anders zu erwar­ten ist: Rot­zi­ger Gara­gen­punk mit Grunge­af­fi­ni­tät, natür­lich auf Eng­lisch vor­ge­tra­gen, unter vier Minu­ten pro Lied. Dass aus­ge­rech­net das Titel­lied, immer­hin nomi­nell fast drei­ein­halb Minu­ten lang, lang­wei­lig aus­ge­blen­det statt mit einem anstän­di­gen Ende ver­se­hen wur­de, ist der ein­zi­ge rele­van­te Kri­tik­punkt, den ich hier hät­te. Dabei nör­ge­le ich doch so gern!

    24/7 Diva Hea­ven klin­gen nach den 90ern und sehen sich selbst als in der Riot-Grrrl-Tra­di­ti­on ste­hend, sind aber trotz­dem auch in der gegen­wär­ti­gen Sze­ne gut ver­netzt: Es gab etwa eine gemein­sa­me Tour mit den mei­ner­seits hoch­ge­schätz­ten Team Schei­sse, auf „Gift“ wie­der­um ist (in „The­se Days“) Arnim Teu­to­burg-Weiß von aus­ge­rech­net den Beat­steaks am Mikro­fon zu hören. Das macht aber nichts. „Gift“ ist ein ziem­lich run­des Ding (also nicht die Ton­trä­ger jetzt, wobei: die natür­lich auch) gewor­den, das die vor­neh­me Zurück­hal­tung einer Diva nicht etwa schlicht ver­mei­det, son­dern sie mit Anlauf in den Arsch fickt. Ohne Gleit­gel.

    „Gift“ ist ein erfreu­lich lau­tes, drecki­ges, kraft­vol­les Album, das unter all den lau­ten, drecki­gen, kraft­vol­len Alben des Jah­res 2024 immer noch her­vor­ragt. Dafür gibt’s mei­ne Emp­feh­lung.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  5. Pre­sent – this is NOT the end

    Im März 2021 ist Roger Tri­gaux, Gitar­rist auf den ersten bei­den Alben der bel­gi­schen Kam­mer­rock­band Uni­vers Zéro, im Alter von 69 Jah­ren ver­stor­ben. Die­ser Umstand bedeu­tet unum­gäng­lich auch das Ende von Pre­sent, der­je­ni­gen Musik­grup­pe, die er nach sei­nem Aus­stieg bei Uni­vers Zéro im Mai 1979 gegrün­det hat­te, um – im Gegen­satz zur eher klas­sisch ori­en­tier­ten Musik sei­ner frü­he­ren Com­bo – das „Rock“ in „Kam­mer­rock“ stär­ker zu beto­nen und gleich­zei­tig mehr Platz für sei­ne eige­nen Kom­po­si­tio­nen zu haben.

    Bis zu sei­nem Tod arbei­te­te Roger Tri­gaux an der hier dar­ge­bo­te­nen Musik, die schließ­lich – das bis dahin letz­te Stu­dio­al­bum „High Infi­de­li­ty“ stammt von 2001, live kam zuletzt 2009 „Bar­ba­ro (ma non trop­po)“ auf den Markt – nach lan­ger Zeit ohne Lebens­zei­chen der Band Anfang 2024 end­lich ver­öf­fent­licht wur­de. Der Titel „this is NOT the end“ sei, ließ man die Hörer wis­sen, ein Ergeb­nis des an Roger Tri­gaux gerich­te­ten Drän­gens, mit Pre­sent dür­fe es doch noch nicht vor­bei sein. Dass dem nun trotz­dem wohl so ist, gibt dem Titel eine zusätz­li­che Meta­ebe­ne. Ich mag Meta­ebe­nen.

    Auf dem Album – lei­der (wie auch die ande­ren Pre­sent-Alben) nicht auf Schall­plat­te erhält­lich – sind drei Stücke zu fin­den, nament­lich „Cont­re“ sowie das zwei­ge­teil­te Titel­stück. Teil 2 kommt auf dem Album vor Teil 1. Das ist wit­zig. Musi­ka­lisch wür­de ich jetzt von „kei­nen Über­ra­schun­gen“ schrei­ben, denn natür­lich klin­gen Pre­sent auch nach über vier­zig Jah­ren noch wie die schlecht gelaun­te Gothic­schwe­ster von Uni­vers Zéro. Der klas­si­sche Unter­bau, der die­ser Art von Musik zugrun­de­liegt, ist auch hier zu hören, wozu Kurt Budé (Saxo­phon, Kla­ri­net­te und Bass­kla­ri­net­te) ins­be­son­de­re im Titel­stück, in dem es eigent­lich fort­wäh­rend knarzt und brummt, einen nen­nens­wer­ten Teil bei­trägt, beglei­tet von Lies­beth Lam­brecht (sonst bei Ara­nis) an der Vio­li­ne. Dem gegen­über ste­hen Roger Tri­gaux’ schnei­den­de Gitar­re und immer wie­der – doch – über­ra­schen­de Aus­brü­che in ver­meint­lich ruhi­gen Abschnit­ten. Der avant­gar­di­sti­sche Reiz die­ser Musik wird von stän­di­gen Tem­po­wech­seln unter­stri­chen, wobei die Musi­ker es schaf­fen, nie unge­wollt hek­tisch zu klin­gen. Manch­mal greift der Band­chef zum Mikro­fon und rezi­tiert einen Text, was im Inter­net mit einer fran­zö­si­schen Ver­si­on von Cap­tain Beef­he­art ver­gli­chen wird. Passt schon. Kei­ne Ahnung, was er sagt (Fran­zö­sisch hat mich nie inter­es­siert), aber es ist hin­rei­chend gut in die Musik ein­ge­bun­den, dass es mir eigent­lich auch völ­lig egal ist.

    Zum Ende des Albums, in der zwei­ten Hälf­te von „Teil 1“ des Titel­stücks also, hin wer­fen die acht Musi­ker noch mal alles in die Waag­scha­le, nach einer mehr­mi­nü­ti­gen orche­stra­len Erup­ti­on klingt das Album ruhig aus. Ein tol­ler Abschluss für eine tol­le Kar­rie­re. Scha­de, dass ich nie das Ver­gnü­gen hat­te, die­se Musik live zu erle­ben.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com (nur aus­zugs­wei­se).

  6. The Mess­the­tics and James Bran­don Lewis

    Unge­fähr 2016 grün­de­ten die frü­he­ren Fuga­zi-Mit­glie­der Joe Lal­ly und Brendan Can­ty gemein­sam mit dem Gitar­ri­sten Antho­ny Pirog, der vor­her nicht bei Fuga­zi gewe­sen war, das Instru­men­tal­trio The Mess­the­tics. Anders als Fuga­zi spie­len sie unter die­sem Namen eine Art Jazz­punk.

    Nach zwei Alben zu dritt über­rasch­ten sie zumin­dest einen Teil der Musik­welt mit einer Zusam­men­ar­beit mit dem Jazz­sa­xo­pho­ni­sten James Bran­don Lewis, der mit dem James Bran­don Lewis Quar­tet („erin­nert an den musi­ka­li­schen Geist von David Mur­ray, John Col­tra­ne oder Albert Ayler und beein­druckt durch ihre über­schäu­men­de Ener­gie, Dring­lich­keit und Kraft“) einen Deut­schen Jazz­preis 2023 in der Kate­go­rie „Band des Jah­res inter­na­tio­nal“ bekom­men hat­te, was ich gar nicht mit­be­kom­men hat­te, weil Jazz zwar inter­es­sant, aber nicht so inter­es­sant ist. Um so schö­ner, den Herrn jetzt doch noch ken­nen­ge­lernt zu haben.

    Und er har­mo­niert präch­tig mit den Mess­the­tics, wie Live­auf­trit­te bele­gen. Zu viert brin­gen die Musi­ker wei­ter­hin instru­men­ta­len, tanz­ba­ren Jazz­rock mit ordent­lich Wumms her­vor. Alles auf die­sem Album macht Spaß, wenn man – wie ich – für gut gemach­te gele­gent­li­che Jazz­la­stig­keit nichts ein­zu­wen­den hat. Und wenn die Welt eines immer, immer zu wenig hat, dann ist es: Spaß.

    Da hel­fe ich doch gern.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  7. God­dess Limax Black – mon­stranz

    „Göt­tin Schne­gel­schwarz“, soso. Immer­hin: Lang­sam sind sie ja, nur nicht unbe­dingt schlei­mig. Die sechs Stücke tra­gen Titel wie „Sab­ba­theske, die“ und – mit neun­ein­halb Minu­ten Län­ge das auf­merk­sam­keits­for­dernd­ste Stück – „Die freu­den­rei­chen Geheimnisse/Die schmerz­haf­ten Geheimnisse/Die glor­rei­chen Geheim­nis­se“, zu des­sen Instru­men­ten­be­ginn diver­se christ­li­che Gebe­te, von Ave­ma­ria bis zum Apo­sto­li­schen Glau­bens­be­kennt­nis, ange­nehm mono­ton, aber mit etwas zu viel Hall vor­ge­tra­gen wer­den. Man muss die Insti­tu­ti­on Kir­che nicht mögen, um dem etwas abge­win­nen zu kön­nen.

    Trotz die­ser qua­si wie eine Mon­stranz (hehe) zur Schau getra­ge­nen Andäch­tig­keit bleibt die Fan­ta­sie erhal­ten: Gesang im eigent­li­chen Sin­ne gibt es hier nicht.

    Die drei Öster­rei­cher in klas­si­scher Rock­be­set­zung (plus Syn­the­si­zer, der, wenn mich mein Gehör nicht trügt, gern für Hin­ter­grund­klang­flä­chen zum Ein­satz kommt) neh­men sich auf ihrem bereits Anfang Janu­ar 2024 ver­öf­fent­lich­ten, doch bereits 2023 auf­ge­nom­me­nen Album „mon­stranz“ jede Men­ge Zeit, hier gibt es kaum mehr als schlep­pen­den Doom mit mäch­ti­gen Dro­nes. Genau das, was ich jetzt brau­che!

    Bis­wei­len wird das Grol­len von schwe­ren Gitar­ren­rif­fen zer­schnit­ten, ohne dass die­se ihm dabei wirk­lich Ein­halt gebie­ten könn­ten. Ein unauf­halt­sa­mer, aber zäh­flüs­si­ger Mahl­strom bohrt sich ins Ohr.

    „mon­stranz“ wir­ke „wie ein Ver­such, inmit­ten all des Cha­os’ Ord­nung zu fin­den“, schrieb Rapha­el Lukas Geno­ve­se im März und hat damit natür­lich völ­lig Recht.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  8. Monkey3 – Wel­co­me To The Machi­ne

    Vier Schwei­zer gehen auf’s Gan­ze (so hät­te es frü­her als deut­scher Film gehei­ßen) und ver­öf­fent­lich­ten mit „Wel­co­me To The Machi­ne“ im Febru­ar 2024 ein Album, das sie selbst ein „Magnum Opus“ nen­nen, ein gro­ßes Werk also. Rein von der Län­ge her mag das stim­men, kom­men Monkey3 doch mit nur fünf Stücken auf eine soli­de Lauf­zeit von fast fünf­zig Minu­ten.

    Das Titel­bild des Albums zeigt ein futu­ri­sti­sches Dings­da im Welt­all und pas­send hier­zu nut­zen die Musi­ker die­se Lauf­zeit, um in gewohnt hoher Qua­li­tät außer­welt­li­che Klang­flä­chen zu malen. In die­se Zeit drücken sie aber, wie auch auf vor­he­ri­gen Alben, kei­nen Gesang hin­ein, son­dern fül­len sie mit trei­ben­dem Schlag­zeug und sin­gen­den Gitar­ren. Ein „Mei­ster­stück der psy­che­de­li­schen Rock­mu­sik“ nann­te ein Rezen­sent irgend­wo im Inter­net die­ses Album und das ist nicht mal unbe­dingt über­trie­ben. Nach einem Sci­ence-Fic­tion-wür­di­gen intro bret­tern die Musi­ker direkt los und hal­ten das Tem­po erst mal. Das wenig­stens in sei­ner ersten Hälf­te ent­spannt groo­ven­de „Col­li­si­on“ kann die ner­vö­se Grund­stim­mung des Albums nicht kaschie­ren und soll das wahr­schein­lich auch gar nicht. Dass das Mit­tel­stück „Kali Yuga“ in God-Is-an-Astro­naut-Gewäs­sern fischt, soll mir altem Postrock­freund ja nur recht und bil­lig sein.

    Auf „Wel­co­me To The Machi­ne“ gehe es, heißt es, um den Kon­flikt zwi­schen Mensch und Maschi­ne. Den kann wohl jeder nach­emp­fin­den, der schon mal mit Linux arbei­ten muss­te. Unter ande­rem in Erman­ge­lung von Tex­ten ist es nicht leicht, die­sem Kon­zept inhalt­lich zu fol­gen. Rob Walsh schlug daher vor, „Wel­co­me To The Machi­ne“ nicht an die­sem Kon­zept zu mes­sen, son­dern es als das zu betrach­ten, was es ist: Ein durch­weg gelun­ge­nes Musik­al­bum einer durch­weg gelun­ge­nen Band. More of the same ist es sicher­lich: Wer Monkey3 bestellt, der bekommt auch Monkey3. Aber wie albern wäre es, dar­über zu kla­gen?

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com (auch hier wie­der nur aus­zugs­wei­se), TIDAL.

  9. Hal­ma – Dri­ving by Num­bers

    Apro­pos Post­rock.

    Deut­lich lang­sa­mer als die Schwei­zer (iro­nisch, nicht?) gehen die Ham­bur­ger Hal­ma, wie­der­keh­ren­de Leser erin­nern sich an sie, nach fünf Jah­ren ohne ein neu­es Album auf den vier Stücken von „Dri­ving by Num­bers“ zu Wer­ke. Gesun­gen wird nicht (inter­es­se­hal­ber: war­um gibt eine Ham­bur­ger Musik­grup­pe einem weit­ge­hend text­lo­sen Album einen eng­lisch­spra­chi­gen Titel?), dafür wird ordent­lich gegroovt. Dass so ein E‑Bass, hier seit eini­gen Jah­ren von Gun­di Voigt bedient, ein fan­ta­sti­sches Melo­dien­in­stru­ment ist, ist in die­sem Gen­re (allein das Wort schon!) kei­ne unbe­kann­te Fest­stel­lung, doch sie will auch wei­ter­hin gemacht wer­den. Die­se Ehre erwei­se ich ihr gern.

    Unter dem Bass – auch mal eine inter­es­san­te Schich­tung – wird von Bari­ton- und ande­rer Gitar­re ein dich­tes Netz gewo­ben. Falls er mal run­ter­fällt. Herz- und Kern­stück des Albums scheint dabei der „Slow Song“ zu sein, der, mit sei­nem Titel in die Irre füh­rend, gar kein Song (dt. „Sing­stück“), aber durch­aus slow und fol­ge­rich­tig drei­zehn Minu­ten lang ist. Wer lang­sa­mer erzählt, dem sei auch mehr Zeit ver­gönnt. Mit­ten in die­sem „Song“ näm­lich, der Weg dahin wird tref­fend gepfla­stert, scheint die bis dahin gewohnt gemäch­li­che Grup­pe kurz zu eska­lie­ren, sägen­der Noi­se fegt irr­lich­ternd über das Fun­da­ment; schnell aber besin­nen sich die vier Musi­ker wie­der des­sen, was sie eigent­lich tun woll­ten, und keh­ren dort­hin zurück, wo dann auch das letz­te, das Titel­stück anschließt (das zwar durch­aus mit Text beginnt, aber nicht mit eng­lisch­spra­chi­gem Gesang, son­dern mit anders­spra­chi­gen Wort­samples; ver­steh’ ich nicht), näm­lich zu mit­wipp­ba­rem Post­rock mit krautrocki­gem Moto­rik­schlag­zeug. Als Ver­beu­gung vor ihrer eige­nen Geschich­te und ins­be­son­de­re ihren frü­he­ren Alben las­sen Hal­ma die­ses Titel­stück ambi­ent aus­klin­gen, und obwohl ich Ambi­ent­mu­sik schreck­lich lang­wei­lig fin­de, fällt mir nichts ein, was ich hier­an aus­zu­set­zen hät­te.

    Schö­nes Album, auch wenn’s mir etwas zu kurz vor­kommt; was bei unge­fähr vier­zig Minu­ten Gesamt­lauf­zeit aber auch nicht mehr ist als ein Gefühl. Gefüh­le sind ja immer so eine Sache. Mich freut, dass es Hal­ma noch gibt. Mögen vie­le wei­te­re Alben fol­gen.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  10. So Far as I Know – Awe

    Noch mal etwas Post­rock, weil nur schwe­re Gitar­ren vie­les, was 2024 („in 2024“, wie Men­schen, deren Umgang mit Spra­che einer Prü­ge­lei gleich­kommt, es nen­nen) gesche­hen ist, erträg­lich machen konn­ten: Aus Russ­land (buh!) kommt Ser­gei Gusel­ni­kov und damit auch sein Ein­mann­pro­jekt So Far as I Know.

    Dass eine Sän­ge­rin namens Katya Zlo­bi­na, die, ver­rät das Inter­net, sonst für eine Ambi­ent­grup­pe namens Vena Portae singt, im zwei­ten Stück, „Tana Mao“, einen mir unver­ständ­li­chen Text into­niert, ist das Ein­zi­ge, das mich am Album „Awe“ stört, denn auch die­ses Stück ist recht ambi­ent gera­ten. Ambi­ent­mu­sik fin­de ich schreck­lich ermü­dend. Es hält mich jedoch der Rest des Albums qua­si in awe, denn die übri­gen sie­ben Stücke, jedes – der Stil­rich­tung zum Trotz – unter sie­ben Minu­ten lang, wobei das Titel­stück „Awe“ es nicht ein­mal auf derer zwei schafft, exer­zie­ren das vor­züg­li­che Laut-Lei­se-Spiel des Post­rocks auf gelun­ge­ne Art durch.

    Natür­lich gibt es auch hier Allein­stel­lungs­merk­ma­le, sonst wäre das Album die Auf­nah­me in die­se Liste nicht wert; am deut­lich­sten viel­leicht das immer mal wie­der anklin­gen­de Spiel mit der musi­ka­li­schen Unsau­ber­keit. Das Stück „When Stars Col­l­i­de and Fall Upon Us“ etwa klingt genau, wie es heißt, näm­lich nach Kol­li­si­on und tru­deln­dem Absturz: auch die Gitar­ren bret­tern hier nicht nur in einem fort, son­dern sie stol­pern und stür­zen, was ich so auch nur sel­ten gehört habe. Von sol­chen Momen­ten gibt es auf „Awe“ (dem Album) man­chen, was mir dem geneig­ten Postrock­ge­neig­ten sel­bi­ges Album zu emp­feh­len gera­de­zu auf­drängt. Hier­mit gesche­hen.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  11. Gur­riers – Come and See
    „I want that sen­ti­men­tal fee­ling to come right back online.“ (Des Goblin)

    Wir blei­ben bei der Post, wech­seln aber in den Punk, denn Gur­riers aus Dub­lin sind eine erst­klas­si­ge Post­punk­band, stil­echt mit grol­len­dem Bass und, hier und da, Noi­se­r­ock- und Shoe­ga­ze­streu­sel, die den Kuchen „Come and See“ per­fek­tio­nie­ren und nicht nur ver­zie­ren. Ich kam und sah (aku­sti­scher­wei­se) und war ver­zückt.

    Ich höre (Banau­se, der ich bin) Kai­ser Chiefs, Fon­tai­nes D.C. und eine ordent­li­che Por­ti­on The Fall („Des Goblin“). Gur­riers beherr­schen ruhi­ge Momen­te eben­so wie das Rein­stei­gern in die Eksta­se („Sign of the Times“). Kei­ne nega­ti­ven Über­ra­schun­gen, dafür posi­ti­ve Erfah­run­gen. Man sol­le dazu „tan­zen, als wür­de nie­mand zuse­hen“, schreibt Julia Mason. Mach‘ ich und schwei­ge der­weil.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  12. Out­lan­der – Acts of Harm

    Apro­pos Post­punk: Einen hab’ ich noch!

    Aus dem Hei­mat­land des Post­punks, genau­er: aus Bir­ming­ham, stammt das Quar­tett Out­lan­der. All­zu aktiv sind sie nicht, die Ver­öf­fent­li­chun­gen betref­fend, seit dem Vor­gän­ger­al­bum „The Vali­um Machi­ne“ sind immer­hin unge­fähr fünf Jah­re ver­gan­gen. Obwohl natür­lich eine gewis­se Retro­ar­tig­keit dem Stil selbst anhaf­tet, klingt „Acts of Harm“ erfreu­lich zeit­los. Ich mag das.

    Ent­stan­den sei „Acts of Harm“, lässt man die Hörer wis­sen, anfangs iso­liert (es gab wohl irgend­wo eine grö­ße­re Epi­de­mie von irgend­was), dann per Zusam­men­fü­gens des Stück­werks. Es gehe um die Ver­söh­nung mit dem Erwach­sen­sein und das „fra­gi­le Gleich­ge­wicht der Nor­ma­li­tät in der moder­nen Gesell­schaft“. Wie pas­send.

    In der Tat ver­ei­nen Out­lan­der auf „Acts of Harm“ Ver­zweif­lung mit Hoff­nung bezie­hungs­wei­se musi­ka­li­sche Käl­te mit ver­hei­ßungs­vol­len Melo­dien. Hier und da, gera­de im letz­ten Teil des Albums, schlägt der Post­punk in Post­rock um, Gitar­ren­wän­de ein­ge­schlos­sen, aber die Grund­stim­mung bleibt bestehen. „Acts of Harm“ ist so grau wie sein Titel­bild, aber die Wol­ken lich­ten sich immer mal wie­der, um zu signa­li­sie­ren, dass nicht alles trüb blei­ben wird, als reich­te die Musik immer mal wie­der ein Seil, um sich selbst aus dem Treib­sand zu zie­hen. Acts of Harm? Acts of Hope. Auch ein unter­schätz­tes Gefühl im Jahr 2024.

    Rein­hö­ren: Bandcamp.com, TIDAL.

  13. The Hard Quar­tet
    „Rust­ling up some liquid hash to make some colours flash“ (Heel High­way)

    Die Musik­grup­pe des Namens The Hard Quar­tet ist tat­säch­lich ein Quar­tett, bestehend aus Emmett Kel­ly, Ste­phen Malkmus, Matt Sweeney und Jim White, jeweils bekannt aus ande­ren musi­ka­li­schen Zusam­men­hän­gen, wobei Malkmus’ Pave­ment ver­mut­lich der bekann­te­ste Zusam­men­hang sind.

    Musi­ka­lisch bedient wird sich bei Grup­pen wie Sonic Youth, The Vel­vet Under­ground und den Dan­dy War­hols: Es gibt irgend­wie drecki­gen, ver­wa­sche­nen 70er-Jahre-Rock’n’Roll mit Lo-Fi-Atti­tü­de und mäch­tig Druck auf die Ohren. Abwechs­lung ist trotz­dem gege­ben: Auf das pun­ki­ge „Rene­ga­de“ etwa folgt mit „Heel High­way“ direkt ein ruhi­ges Stück, an ande­rer Stel­le wer­den Glam Rock („Chro­me Mess“) oder Hard­rock („Action for Mili­ta­ry Boys“) gewür­digt. Damit es nicht lang­wei­lig wird.

    Apro­pos „nicht lang­wei­lig“: Gesang ist gera­de bei einem von meh­re­ren Teil­neh­mern gleich­zei­tig kom­po­nier­ten Album oft ein schwie­ri­ges Kri­te­ri­um (regel­mä­ßi­ge Leser wis­sen, dass ich Musikal­ben gern mal nur des­halb nicht emp­feh­le, weil der Vokal­in­ter­pret zu oft nicht die Klap­pe hält), aber die Stim­me von Ste­phen Malkmus, der hier den Groß­teil des Gesangs absol­viert, passt zur Musik wie Faust aufs Auge, Arsch auf Eimer oder ande­re Din­ge, die gut zuein­an­der pas­sen. „The Hard Quar­tet“ (das Album) ist eine gelun­ge­ne Ver­beu­gung vor einer der Hoch­zei­ten der Rock­mu­sik und ich kann nicht mal da etwas fin­den, das mich stört.

    Wie ärger­lich. Wie schön.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  14. Orans­si Pazu­zu – Muun­tau­tu­ja

    „Muun­tau­tu­ja“ ist Fin­nisch und heißt Trans­for­ma­tor. Ent­spre­chend elek­tro­nisch gehen Orans­si Pazu­zu auf ihrem so benann­ten 2024er Stu­dio­al­bum zu Wer­ke.

    Ich füh­le mich nicht nur ein­mal an Cave In erin­nert, das geht beim Eröff­ner „Bio­alk­emi­sti“ schon los. Die erste Asso­zia­ti­on: Hei­ser into­nier­ter Tanz­me­tal (oder heißt das noch „EBM“ wie frü­her?). Die Pro­duk­ti­on „ersticke“ das Album auf eine nicht etwa stö­ren­de, son­dern sogar gefäl­li­ge Art mit Ver­zer­run­gen aller Art, las ich so ähn­lich anders­wo und stim­me zu. „Muun­tau­tu­ja“ ist im Wesent­li­chen ein ein­zi­ges Fuzzge­wit­ter und ich mag es.

    In irgend­ein Gen­re stecken las­sen die Musi­ker das Album trotz­dem nicht, das wäre auch zu lang­wei­lig. Es ist irgend­wie auch Black Metal und Stoner Metal, es ist die Musik zu einem Hor­ror­film, der in einer Ach­ter­bahn spielt, aber Orans­si Pazu­zu erschaf­fen hier etwas noch Groß­ar­ti­ge­res, Atmo­sphä­ri­sche­res, was sicher auch durch die Syn­the­si­zer­flä­chen (das von einem fast schon sanf­ten Rhyth­mus getra­ge­ne „Hauta­tuuli“ gin­ge über wei­te Tei­le bei­na­he als Trip-Hop-Stück durch) her­vor­ge­ru­fen wird. Im reich­lich geräusch­ver­zier­ten Fast­zehn­mi­nü­ter „Iki­käär­me“ blitzt, Flü­gel­spiel sei Dank, auch (ziem­lich guter) Kam­mer­prog her­vor, der für Pre­sentgenie­ßer (hier­zu sie­he wei­ter oben) gar nicht so her­aus­for­dernd sein dürf­te.

    Mein Fazit: Eine, nun ja, kras­se Schei­be. Nichts für schwa­che Ner­ven oder sol­che Men­schen, die sel­bi­ge gern behal­ten wür­den. „Muun­tau­tu­ja“ soll­te man als sport­li­che Her­aus­for­de­rung begrei­fen. Der Sport: Dazu abhot­ten. (Sagt man das noch, „abhot­ten“?) Ich fang’ schon mal an.

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  15. Tess Parks – Pome­gra­na­te
    „It feels like ever­yo­ne should be dancing / may­be I should be dancing“ (Koa­las)

    Zur Abwechs­lung mal wie­der ein etwas ruhi­ge­res Album von einer etwas ruhi­ge­ren Künst­le­rin. Tess Parks ist eine kana­di­sche, jedoch in Lon­don woh­nen­de Lie­der­ma­che­rin, die seit 2013 mitt­ler­wei­le fünf Alben raus­ge­bracht hat, wobei zwei davon mit Anton New­com­be (The Bri­an Jone­stown Mas­sacre) zusam­men ent­stan­den sind, „Pome­gra­na­te“ jedoch nicht. Glaubt man ihren Bei­trä­gen in sozia­len Medi­en, so ver­ehrt die Künst­le­rin unter ande­rem Oasis und die Hip­pie­kul­tur. Das merkt man.

    Eine „Pome­gra­na­te“ nennt man hier­zu­lan­de meist einen Gra­nat­ap­fel. Frü­her nahm man Gra­nat­äp­fel gegen Durch­fall, heu­te gegen schlech­te Lau­ne: „Pome­gra­na­te“ ist ein Album mit ent­spann­tem Art­pop für den Som­mer­abend auf der Veran­da.

    Den Stil nennt der Pres­se­text „nou­veau-delic“, also neu­de­lisch. Mit der indi­schen Haupt­stadt hat das nichts zu tun. Ich höre natür­lich Ein­flüs­se des 90er-Pops, eine ordent­li­che Por­ti­on des­sen, was im Radio „Clas­sic Rock“ heißt, aber damals als Hip­pie­mu­sik gemeint war, und durch­aus auch Nick Cave und Leo­nard Cohen. Das ergibt Sinn, denn eigent­lich woll­te sie auf­grund einer post­trau­ma­ti­schen Bela­stungs­stö­rung, sofern das Inter­net nicht lügt (und das tut es bekannt­lich nie), nie wie­der Musik auf­neh­men, doch haben ihre Mit­mu­si­ker, auf „Pome­gra­na­te“ sind es derer sie­ben, sie mit ein paar Musik­vor­schlä­gen davon über­zeugt, doch wei­ter­zu­ma­chen. Das fin­de ich sehr nett von ihnen. Das Album klin­ge, infor­miert der Pres­se­text wei­ter, nach Sehn­sucht, Herz­schmerz, aber auch Leich­tig­keit und Freu­de. Stellt euch das mal kurz vor. Stellt ihr es euch vor? So klingt „Pome­gra­na­te“.

    Möge Tess Parks ihren Antrieb nicht all­zu bald wie­der ver­lie­ren.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  16. zeug – Ves­sel
    „The secret of joy / keeps me awa­ke“ (D.A.R.V.O.)

    Mehr gute Neu­ig­kei­ten: Nach ein paar Down­load-EPs, zum Teil noch in ande­rer Beset­zung – ein­zig Bas­sist und Sän­ger Vla­dis­lav Overch­uk ist seit der ersten Demo-EP von Janu­ar 2015 dabei -, hat das Ber­li­ner Trio zeug (kon­se­quent klein geschrie­ben) end­lich Leu­ten wie mir, die ihm schon recht früh mit der Fra­ge nach rich­ti­gen Ton­trä­gern auf die Nüs­se gegan­gen sind, eine kaum in Wor­te zu fas­sen­de Freu­de gemacht und im Juni 2024 mit „Ves­sel“ sein erstes Voll­zeit­al­bum auf Schall­plat­ten raus­ge­bracht. Schall­plat­ten? Ja: Es sind derer zwei, wobei ledig­lich die vier­te Sei­te mehr als ein Stück (näm­lich „Holst“, etwas über 14 Minu­ten, und „Stoned in a Que­er Age“, etwas unter neun Minu­ten lang) ent­hält.

    Drun­ter machen sie’s nicht.

    Ihren sowie­so schon inter­es­san­ten Stil­mix aus Post­rock, Doom und 70er-Psy­che­de­lik ent­wickeln zeug auf „Ves­sel“ wei­ter. Vie­les, schon ab dem ersten Stück „Hydras“, atmet den Geist der Kraut­im­pro­vi­sa­ti­on. Die Tex­te wer­den weit­ge­hend auf Eng­lisch, zum Teil („Sete“, „D.A.R.V.O.“) auch auf Rus­sisch gesun­gen, klin­gen aber trotz­dem nicht schlecht. Das ist bei deut­schen Musik­grup­pen ja auch nicht selbst­ver­ständ­lich. Klang ist den Musi­kern im All­ge­mei­nen sehr wich­tig: Eini­ge Ton­spu­ren, dar­un­ter Blech­blä­ser, wur­den im Gro­ßen Was­ser­spei­cher in Ber­lin auf­ge­nom­men, um des­sen beson­de­re Klan­gei­gen­schaf­ten zunut­ze zu machen. Nun bin ich kein Ton­tech­ni­ker und kann die­se Anga­ben daher nicht qua­li­fi­ziert über­prü­fen, doch als Kon­su­ment bin ich vom Ergeb­nis nicht weni­ger als begei­stert.

    Abseits der Bei­trä­ge von Gast­mu­si­kern wur­de, infor­mie­ren zeug des Wei­te­ren, das Album ohne jede Nach­be­ar­bei­tung live an Bord der MS Loret­ta, mit­hin auf der Weser, auf­ge­nom­men. Es ist nicht alles schlecht in Bre­men. Zum ersten Mal deut­lich zum Ein­satz kom­men die Blä­ser in den letz­ten Minu­ten des zwei­ten Stücks „Sete“, wo sie die Stim­men der Sän­ger, es schei­nen hier meh­re­re zu sein, als Teil der anschwel­len­den Doom­ku­lis­se lang­sam erträn­ken. Ergibt da schon Sinn, das mit dem Schiff. „D.A.R.V.O.“ beginnt mit ein­ein­halb Minu­ten Wal­zen­ge­räu­schen, und kaum will man nach­se­hen, was da beim Abspie­len schief­ge­lau­fen ist, set­zen auch schon rum­pelnd Schlag­zeug und Bass ein. Eine Art Ver­schnauf­pau­se ist das Stück trotz­dem, denn gera­de nach dem auf­ge­kratz­ten „Sete“ ist der eher coo­le Post­punk der ersten paar Minu­ten gera­de­zu ein Fels in der Bran­dung. Dass sich schnell immer wei­te­re Spu­ren dazu­ge­sel­len, bis sich (wie­der) das Bahn bricht, was man wohl „geord­ne­tes Cha­os“ nen­nen kann, ver­steht sich von selbst. In der zwei­ten Hälf­te gibt es ein klei­nes Päu­schen in Form von Kam­mer­mu­sik mit Fagott, bevor der fina­le Kla­ge­ge­sang die­ser Plat­ten­sei­te ein­setzt: „Befo­re you break me now / my hand slips out / and my head breaks out“. Mit­rei­ßend.

    „Stoned in a Que­er Age“ ist nicht nur das mit Abstand kür­ze­ste, son­dern auch das merk­wür­dig­ste Stück auf „Ves­sel“: Es beginnt (text­lich und musi­ka­lisch) bei­na­he wie ein Schlaf­lied und bleibt fast vier Minu­ten lang so, ein­zig vor­an­ge­trie­ben von ener­gi­schem Trom­meln. In der zwei­ten Hälf­te hau­en zeug aller­dings, wie man so schön sagt, noch mal auf die Kacke, Blech­blä­ser und bei­na­he erdrück­ten, aber wüten­den Gesang und Punk­rhyth­mus­gi­tar­re inbe­grif­fen. Dass zeug hier buch­stäb­lich bis zur letz­ten Minu­te des sowie­so schon ambi­tio­nier­ten Debüt­al­bums sozu­sa­gen den Fuß auf dem Gas las­sen, spricht für sich und für es und für sie.

    Es habe Pro­jekt­mit­tel „der Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medi­en“ gege­ben, infor­miert die Band­camp­sei­te zum Album. End­lich tut mal einer was. „Ves­sel“ ist – jeden­falls jetzt gera­de – mein Lieb­lings­al­bum des Jah­res 2024. Die­se Aus­zeich­nung ver­ge­be ich ja nicht ganz so oft (d.h. genau ein­mal) und will also was hei­ßen.

    Rein­hö­ren: Bandcamp.com. Reicht.

  17. Grund­eis – Every Second an Oce­an

    Die Shoe­ga­ze­grup­pe Grund­eis aus Ham­burg ver­eint drei Din­ge, die ich mag: Shoe­ga­ze, Ham­burg und einen Namen, mit dem man Wort­spie­le machen kann („mir geht der Arsch auf“ sel­bi­ges, zum Bei­spiel).

    Bevor Front­frau Lau­ra Mül­ler, die nur unter Zuhil­fe­nah­me ihres Namens im Inter­net zu fin­den auch nicht so leicht ist, im kom­men­den Febru­ar wie­der unter dem anders inter­es­san­ten Namen Undi­nyx soliert, legt ihre Band noch schnell den Nach­fol­ger ihres mir bis­her unbe­kann­ten Debüt­al­bums „Amyg­da­la“, näm­lich „Every Second an Oce­an“, vor. Kat­rin Riedl vom „Metal Ham­mer“ fin­det, das Album sei zu lang (es sei­en immer­hin 14 Stücke drauf). Das macht nichts, die etwas über 43 Minu­ten Zeit habe ich heu­te gera­de noch.

    Die­se etwas über 43 Minu­ten fül­len die Musi­ker mit einer bis­wei­len hyp­no­ti­schen („As Clo­se As It Gets“), manch­mal ruhi­gen („Every Second an Oce­an“), immer aber for­dern­den Melan­cho­lie, die breit­flä­chig daher­kommt und trotz­dem (Sprach­bil­der in Musik­re­zen­sio­nen sind ja immer so eine Sache) zer­brech­lich bleibt, wobei der Sän­ge­rin bemer­kens­wert emo­tio­na­ler Stim­me sicher­lich ein gro­ßer Anteil an der per­fek­ten Ver­zah­nung von Stim­mung und Musik zuteil­kommt. Dass man­che Wech­sel etwas über­ra­schend schei­nen, so löst etwa das für The-Cure-Freun­de ver­mut­lich noch genuss­bie­ten­de­re, schwung­vol­le „Igno­ring Peo­p­le“ die letz­ten Klän­ge des den Hörer sanft wie­gen­den Titel­stücks ab, spricht für die Klas­se, die Grund­eis hier bewei­sen.

    „Zu lang“. Pfff. Der „Metal Ham­mer“ ist zu lang. „Every Second an Oce­an“ hin­ge­gen ist genau rich­tig. Cha­peau.

    Rein­hö­ren: Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL.

  18. Ulnaris – futur pas­sé

    Mal wie­der etwas Alber­nes zwi­schen­durch. Das kann ich guten Gewis­sens kurz hal­ten, denn „futur pas­sé“, fünf Lie­der und kei­ne vier­zehn Minu­ten lang, ist es auch.

    Ulnaris kom­men aus dem Saar­land, natür­lich wird auf Fran­zö­sisch gesun­gen. Dies über­nimmt Élo­die Bro­chi­er, nament­lich das ein­zi­ge Band­mit­glied, zu dem das auch passt. Nun ist es ja so, dass ich mit fran­zö­sisch­spra­chi­gem Gesang bekannt­lich kaum etwas anzu­fan­gen weiß, weil ich die Spra­che weder beherr­sche noch mag, sieht man von der abge­dreh­ten Avant­gar­de ab. So ist es auch hier, denn das, was die drei Musi­ker und eine Sän­ge­rin her­vor­brin­gen, muss man wohl als eine Art Avant­gar­de­punk bezeich­nen.

    Im Grun­de näm­lich funk­tio­niert die Musik von Ulnaris jeden­falls auf „futur pas­sé“ so, dass Gitar­re, Bass und Schlag­zeug ein nur auf den ersten Blick gewöhn­li­ches Punk­fun­da­ment legen, des­sen sti­li­sti­sche Vor­her­seh­bar­keit aber hier gefes­selt und gekne­belt in den Kel­ler gesperrt wur­de. Oft hat Punk Berüh­rungs­punk­te mit Ska und Reg­gae, der Punk von Ulnaris berührt alles. Dar­über singt, flü­stert und jubelt Élo­die Bro­chi­er auf eine der­art ver­spiel­te Wei­se, dass es eine wah­re Freu­de ist.

    Zu mei­nem Bedau­ern gibt es „futur pas­sé“ nur als Down­load und/oder Stream, daher schrei­be ich hier nicht: Was für eine ver­rück­te, gei­le Schei­be! Statt­des­sen schrei­be ich also: Was für ein ver­rück­ter, gei­ler Down­load und/oder Stream! Davon gern mehr.

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  19. The Body – The Cry­ing Out of Things
    „Dreams are wort­hl­ess while in the hold of what we now know“ (Last Things)

    Ich mag ja Musikal­ben, die so hei­ßen, wie sie klin­gen. „The Cry­ing Out of Things“ ist eines von ihnen.

    Bert Kaemp­fert hat mal gesagt, er möch­te „Musik machen, die nicht stört“, ich jedoch möch­te Musik hören, die stört. Hier bin ich rich­tig auf­ge­ho­ben, hier füh­le ich mich wohl. Dabei beginnt es mit „Last Things“ noch bei­na­he harm­los, als hät­ten Aereo­gram­me sich von Trent Rez­nor pro­du­zie­ren las­sen. Zum Glück täuscht das.

    Nahe­zu alles, was nach den ersten paar Momen­ten auf „The Cry­ing Out of Things“ geschieht, ist näm­lich das genaue Gegen­teil von Harm­lo­sig­keit, mit­hin ein aus elek­tro­ni­scher Tanz­mu­sik, Joy-Divi­si­on-Boot­legs („All Worries“) und exor­zi­stisch wert­vol­ler Urschrei­the­ra­pie gekonnt kom­po­nier­ter Krach, von dem ich noch wäh­rend des Hörens das drin­gen­de Bedürf­nis bekam, mir erst mit einem Ham­mer auf die Fin­ger zu hau­en und dann die Schall­plat­te zu kau­fen. Die ist ganz hübsch, wenn ich das rich­tig gese­hen habe. Deut­lich aus dem Rah­men fällt allen­falls das zwei­ein­halb­mi­nü­ti­ge „The Cita­del Uncon­que­r­ed“, das sich auch von einem der här­te­ren Neben­pro­jek­te von God­speed You! Black Emper­or nicht all­zu schlecht machen könn­te.

    Irgend­wo im Inter­net las ich, die­ses Album höre sich an wie der Moment, an dem man das Bewusst­sein nach einem Auto­un­fall ver­liert und/oder zurück­er­langt. Kann schon sein. Es ist ganz groß­ar­ti­ger Radau für Men­schen wie mich, die Musik mögen, die jede Tanz­flä­che augen­blick­lich lee­ren. War­um tan­zen, wenn man sich auch anders abre­gen kann?

    Gefällt mir.

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  20. Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um – of the Last Human Being

    Und da wir gera­de beim Krach waren: Nach einer län­ge­ren Pau­se mit vie­ler­lei son­sti­gen Pro­jek­ten haben Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um, die von 2001 bis 2007 mit Zir­kus­me­tal (den Begriff habe ich mir gera­de aus­ge­dacht) die Pro­gres­si­ve-Rock-Sze­ne zumin­dest nicht kalt gelas­sen haben, in glei­cher Beset­zung das seit 2011 ange­kün­dig­te Album „of the Last Human Being“ mitt­ler­wei­le fer­tig­ge­stellt und raus­ge­bracht.

    Der frü­he­re Per­kus­sio­nist Moe! Staia­no – das Aus­ru­fe­zei­chen scheint Teil des Namens zu sein – lässt hier als Gast im tat­säch­lich trei­ben­den This-Heat-Cover „S. P. Q. R.“ noch ein­mal von sich hören. Ob er fehlt, wie das Inter­net es for­mu­liert, ver­mag ich nicht abschlie­ßend zu beur­tei­len, jeden­falls aber bekom­men die übri­gen fünf Musi­ker auch ohne ihn einen ordent­li­chen Rhyth­mus zustan­de. Gro­ße Ver­än­de­run­gen im Stil sind ohne­hin aus­ge­blie­ben. Mich freut, dass Musi­ker auch nach über zehn Jah­ren mit sol­cher Musik nicht die Lust dar­an ver­lie­ren.

    Modern sind immer­hin die Tex­te: „The Gift“ etwa kri­ti­siert die All­ge­gen­wart von Com­pu­ter­tech­nik, die Sän­ger (nach wie vor Männ­lein und Weib­lein) schla­gen statt­des­sen vor: Geh doch mal wie­der raus! (Wis­sen die eigent­lich, wie kalt es ist?) In „Save It!“ mei­ne ich gar Anlei­hen an Pri­mus zu erken­nen, aber Slee­py­ti­me Goril­la Muse­um blei­ben trotz­dem auch 2024 noch ganz sie selbst, reich­li­chen Gei­gen­ein­satz ein­ge­schlos­sen. Mit dem „Rose-Colo­red Song“ klingt das Album eben­so ruhig und unauf­ge­regt aus wie die­se Liste.

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Reicht? Reicht. Wie 2025 das über­bie­ten will, weiß ich nicht, aber ich hof­fe, die Musi­ker und Pro­du­zen­ten betrach­ten das als Ansporn und nicht als aus­weg­lo­se Situa­ti­on. Der Musik­freund dankt’s. Alles Übri­ge in einem Jahr an die­ser Stel­le.

Jah­res­rück­blick

Musik 12/2023 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se Musik 12/2025 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se
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Senfecke:

  1. Bei Num­mer 19 passt der Titel nicht zum Text, Ves­sel ist bereits als Num­mer 16 rezen­siert wor­den.
    Man merkt halt, dass dir das Album gefal­len hat https://tuxproject.de/blog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/smiley_emoticons_wink2.gif

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