2025 wäre erreicht und der Angriff der Riesengiraffe blieb auch aus. Es ist schon merkwürdig: Da freue ich mich an dieser Stelle vor genau einem Jahr, dass die Pluseins noch die Pluseins ist, und dann ist sie es kaum zwei Wochen später schon gar nicht mehr. Den Neujahrsvorsatz für 2024, nur noch höchstens viermal melancholisch an früher zu denken, hatte ich daher im Januar schon gebrochen. (Wie hoch ist eigentlich gerade der diesbezügliche Rekord?) Ich habe erst letzte Woche in ausgerechnet YouTube-Kommentaren von der Existenz des Wortes „anemoia“ erfahren, das ungefähr „Sehnsucht nach einer Zeit, die man nie erlebt hat“ bedeutet. Perfekt.
(Natalie Portman sei neuerdings wieder zu romantischen Treffen bereit, erfahre ich auf einer Nonsenswebsite. Jeder Mensch braucht ein Ziel im Leben, nicht wahr?)
Politisch war 2024 für mich und andere ein Jahr der Einkehr und letztlich Einsicht: Ich bin menschlich für öffentliche Auftritte einfach nicht hinterfotzig genug. Insofern ist es gar nicht so schade, dass es mit der Musikkarriere trotz zweier Anläufe (Gitarre in der Schulzeit, „Gesang“ ein bisschen später) nicht geklappt hat: Beim Einweihen von Möbelhäusern gucken einem einfach zu viele Leute zu. Plan C und D sind noch resp. schon in der Tasche. Irgendwann gehen mir die Buchstaben aus. Nur nicht den Humor verlieren. Konsequent habe ich mindestens dreieinhalb Leute damit sichtlich aus der Routine gebracht, dass ich statt „frohe Weihnachten“ lieber ein „angenehmes Jahresende“ wünsche. Das war schön, das mache ich dieses Jahr wieder.
Musikalisch habe ich 2024 zum ersten Mal The Notwist mit jemandem zusammen live gesehen, der sich hinterher genau wie ich darüber gewundert hat, dass das erst unser erster gemeinsamer Konzertbesuch war, obwohl wir uns seit hinreichend vielen Jahren über gemeinsame musikalische Interessen freuen. Als Moral daraus würde ich gern empfehlen, so oft wie möglich schöne Dinge mit guten Menschen zu unternehmen, aber ich mache es ja auch nicht besser. Es kann ja auch sehr anstrengend sein.
Kein Kuss an Silvester. Wenigstens eine Tradition bleibt mir gewiss. Prost Neujahr.

Glückliches Neues. Habe The Notwist Anfang der Einerjahre (richtig. „Nullerjahre“, behindert) über SPEX (schäm) bzw. „Neon Golden“ kennengelernt, aber die Vorgängerplatte (Name vergessen, aber der Redaktion bekannt) klar präferiert. Ha, eingefallen: „Shrink“ hieß die. Die Stimme von dem Acher („The Schlaffness“) war aber leider geeignet, dem Vergessen Vorschub zu leisten. Zur selben Zeitpunkt aber: International Pony. Besser gealtert.
Neon Golden. Lieblingsplatte. This Room!
Ok, zugegeben, beim nochmaligen Hören seit bestimmt 10 Jahren: Der Song ist was Besonderes. Auch zu der Zeit, eher vergessen: Hidalgo mit „Rhubarb“, warte.
https://m.youtube.com/watch?v=vhOqvX6WqF4&pp=ygUQSGlkYWxnbyByaHViYXJiIA
https://m.youtube.com/watch?v=vhOqvX6WqF4&pp=ygUQSGlkYWxnbyByaHViYXJiIA
Danke.