Persönliches
Vier’nzwanzig (ff.)

Die­ser Arti­kel ist Teil 13 von 15 der Serie Neu­jahr

Im viel­leicht abge­lau­fe­nen Jahr 2023, weil mich auf­ge­setz­tes kalen­da­ri­sches Fei­ern fürch­ter­lich ermü­det, habe ich mei­nen Geburts­tag kon­se­quent igno­riert und der Rest der Welt hat das auch weit­ge­hend getan. Ich bin zwar trotz­dem weit über mei­nem Min­dest­halt­bar­keits­da­tum (noch ess­bar?), doch rieb man es mir nicht ein­mal iro­nisch unter die Nase. Auch mal schön.

Zwi­schen­stand mei­ner Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung: Ich habe 2023 erst­mals sou­ve­rä­ne Wor­te in ein poli­tisch gemein­tes Mikro­fon mit Publi­kum gespro­chen, ohne schon beim Gedan­ken dar­an Ner­ven­flat­tern zu bekom­men. Freun­de haben mir ver­si­chert, dass das nicht bedeu­te, dass ich nor­mal wer­de. Ich bin beru­higt.

Die Mehr­wert­steu­er wird jetzt wie­der erhöht. Ich weiß nicht, war­um mir das gera­de ein­fällt, wäh­rend die immer lau­te­ren, dafür immer weni­ger sicht­ba­ren Sil­ve­ster­knal­ler den Spa­zier­gang ver­lei­den. Drau­ßen vor dem Fen­ster zei­gen die Men­schen schon wie­der seit Tagen viel zu über­schwäng­lich ihren Stolz dar­auf, dass sie die Uhr (hat ver­mut­lich Zei­ger) nicht lesen kön­nen. Ich hin­ge­gen neh­me auch zu die­sem Jah­res­wech­sel nicht an der seit Tagen statt­fin­den­den Knal­le­rei teil, es ist im letz­ten Jahr genug zer­platzt. Mei­ne Freun­des- und Kul­tur­krei­se blei­ben in ste­ti­gem Wan­del, teil­wei­se mit Absicht. Die tra­di­tio­nel­le Neu­jahrs­zi­gar­re fällt die­ses Jahr aus, das lässt mehr Zeit, mich mit mei­nen Gedan­ken zu beschäf­ti­gen. Schei­ße.

Trau­rig­keit wird durch Intel­li­genz ver­ur­sacht: Je mehr man bestimm­te Din­ge ver­steht, desto mehr wünscht man sich, sie nicht zu ver­ste­hen. Charles Bukow­ski oder so

Gute Sät­ze (ohne Prä­fix, der Dra­ma­tur­gie wegen) für 2024: Mehr Mit­tel­maß wagen und dann die eige­nen Erwar­tun­gen über­erfül­len, so dass es in Sum­me wie­der passt. Immer­hin: Im jüngst abge­lau­fe­nen Jahr habe ich nur unge­fähr fünf­mal melan­cho­lisch an frü­her gedacht. Es geht vor­an. Das Ziel für 2024: Nur noch höch­stens vier­mal melan­cho­lisch an frü­her den­ken. Es ist immer­hin immer noch die­sel­be Plus­eins. Das war ja auch nicht immer so.

Das fürch­ter­lich­ste Getränk des Jah­res 2023 war selt­sa­mer­wei­se nicht das Glas Irish Pick­leback, das mir jemand ange­dreht hat, der mal gucken woll­te, ob ich Whis­ky mit Essig­gur­ke mag (es war jedoch eine ziem­lich gute Gur­ke), son­dern ein Craft­bier mit Kaf­fee­ge­schmack. Mei­ne Neu­gier auf Din­ge, die eklig klin­gen, wird mich mit etwas Glück noch mal umbrin­gen. Dar­auf einen Tabas­coshot und ein biss­chen Musik.

Ver­stär­ker – Jen­seits Des Jen­seits (Offi­ci­al Video)

Prost Neu­jahr.

Neu­jahr

1773 – 2023 – 2273 Ane­moia 2025