Sonstiges
Miniaturen (15.10.26)

Iro­nie: Wenn der Zug zur Arbeit sich ver­spä­tet, weil er erst einen Güter­zug vol­ler Autos durch­las­sen muss.


Die unab­läs­si­ge Begei­ste­rung des Men­schen für das, was in der Depres­si­ons­ma­schi­ne in sei­ner Hosen­ta­sche vor sich geht, lie­ße sich viel­leicht ver­mei­den, ver­öde­te er nicht zuvor sein Inter­es­se an jed­we­der Natur.


Die Deut­sche Bahn hat ein Alko­hol­ver­bot für sämt­li­che Bahn­hö­fe erlas­sen, damit Fahr­gä­ste und Mit­ar­bei­ter weni­ger oft unan­ge­mes­sen belä­stigt wer­den. Kon­se­quen­zen hin­sicht­lich des Umgangs mit Eltern mit per­ma­nent brül­len­den Klein­kin­dern sind hier­aus jedoch lei­der nicht abzu­lei­ten.


Die Funk­ti­ons­wei­se von Wer­bung: Wenn sog. Men­schen („Wer­ber“) viel Geld dafür bekom­men, einem Frem­den den Nerv zu rau­ben, damit die­ser damit begin­nen möge, sich für das­je­ni­ge Pro­dukt zu inter­es­sie­ren, das gera­de sei­nen bis dahin ent­spann­ten Fei­er­abend stört.


Wenn man sich ein­mal dar­über im Kla­ren ist, dass die aller­mei­sten Men­schen zu jeder Zeit nicht in der Lage dazu waren, Nen­nens­wer­tes zu Kunst, Kul­tur oder wenig­stens Stil ihrer Zeit bei­zu­tra­gen, fällt eine Last ab, die man bis dahin gar nicht als sol­che begrif­fen hat­te.

In den Nachrichten⁠Mir wird geschlecht
Und die Autistenquote fehlt auch noch.

Es pur­zel­te lei­der aber­mals ein Gedan­ke aus der SPD, die auch wei­ter­hin nicht begreift, dass sie geräusch­los viel belieb­ter sein könn­te, her­aus:

„Wir erwar­ten, dass die Nach­be­set­zung des Mini­ste­ri­ums mit einer Frau erfolgt“, sag­ten die Vor­sit­zen­den der SPD Frau­en (sic! A.d.V.), Car­men Weg­ge und Ulri­ke Häf­ner, der „Rhei­ni­schen Post“ (…).

Als tux0r, Vor­sit­zen­der der Hirnfick‑2.0‑Männer, unter­stüt­ze ich den Vor­schlag der gerech­ten Quo­tie­rung, erken­ne zugleich das bestehen­de Ungleich­ge­wicht an: Kein einer Regie­rung bedür­fen­des Volk (sind die Deut­schen das über­haupt?), und sei es auch das übel­ste, braucht gar so vie­le Juri­sten im sel­ben Raum, um als Gesell­schaft zu funk­tio­nie­ren. Es ist ver­nünf­tig, wenn die, die über die Zukunft die­ser Gesell­schaft ent­schei­den, sie mög­lichst gerecht abbil­den. Vier Bei­spie­le habe ich umge­hend parat:

  1. Etwa 13,7 % der deut­schen Arbeit­neh­mer sind Hand­wer­ker. Um die Inter­es­sen der Hand­wer­ker zu ver­tre­ten, soll­ten also min­de­stens 13,7 % der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten zuvor als Hand­wer­ker gear­bei­tet haben oder die­sen Beruf noch aus­üben. Ein Jurist ver­steht die indi­vi­du­el­len Nöte eines Hand­wer­kers – vom Gesel­len bis zum Mei­ster – kaum und bedarf daher Unter­stüt­zung in die­ser Ange­le­gen­heit.

  2. Etwa 1,2 % der Deut­schen – übri­gens seit jeher mehr Män­ner als Frau­en – sind obdach­los oder leben in Not­un­ter­künf­ten. Um die Inter­es­sen von Men­schen ohne siche­ren Wohn­raum zu ver­tre­ten, soll­ten also min­de­stens 1,2 % der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten zuvor woh­nungs­los gewe­sen sein oder immer noch auf der Stra­ße leben. Wer ein eige­nes Haus bewohnt, der ver­steht die indi­vi­du­el­len Nöte eines Woh­nungs­lo­sen kaum und bedarf daher Unter­stüt­zung in die­ser Ange­le­gen­heit.

  3. Zwi­schen 8 und 8,5 % der Deut­schen sind Mus­li­me. Um die Inter­es­sen von Mus­li­men zu ver­tre­ten, soll­ten also min­de­stens 8,5 % der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten mus­li­mi­schen Glau­bens gewe­sen sein oder immer noch sein. Ein gläu­bi­ger oder wenig­stens getauf­ter Christ ver­steht die indi­vi­du­el­len Nöte eines Mos­lems kaum und bedarf daher Unter­stüt­zung in die­ser Ange­le­gen­heit.

  4. Etwa 9 % der Deut­schen sind homo- oder bise­xu­ell. Um die Inter­es­sen von Homo- und Bise­xu­el­len zu ver­tre­ten, soll­ten also min­de­stens 9 % der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten schwul, les­bisch oder bise­xu­ell sein. Ein Hete­ro­se­xu­el­ler ver­steht die indi­vi­du­el­len Nöte von Homo- und Bise­xu­el­len kaum und bedarf daher Unter­stüt­zung in die­ser Ange­le­gen­heit.

Zu kom­pli­ziert? Da quo­tie­ren wir lie­ber nach dem Hosen­in­halt? Ja, das ist natür­lich auch eine Opti­on. Denn jeder weiß: Nur, wer einen Penis hat, der kann einen Mann anstän­dig ver­tre­ten. Das war zu allen Zei­ten so, nennt sich mitt­ler­wei­le aber „Femi­nis­mus“.

Auch mal inter­es­sant.

Kaufbefehle⁠Musikkritik
Kurzkritik: Kristin Hersh – Clear Pond Road

Kristin Hersh - Clear Pond Road

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Manch­mal – sel­ten, aber es kommt vor – höre ich bei mei­ner Rei­se durch die Musik­wel­ten Stim­men, die sich sofort in mei­nem Kopf fest­set­zen. Court­ney Swain ist ein Bei­spiel dafür, Mike Pat­ton (gut, der hat ja nun unge­fähr vier­hun­dert Stim­men) ist ein wei­te­res. Neu in der Fest­setz­li­ste ist Kri­stin Hersh, die wahr­schein­lich auch mal wie­der jeder außer mir schon kann­te.

Haupt­säch­lich ist sel­bi­ge wohl Mit­grün­de­rin der Rock­grup­pe Thro­wing Muses und Stief­schwe­ster von Tanya Donel­ly, die mir wie­der­um ein Begriff war und ist, jedoch ist sie seit 1994 (Solo­de­büt: „Hips and Makers“) auch ohne Band­kon­text auf Büh­nen und in Plat­ten­re­ga­len zu fin­den. Unter ihrem eige­nen Namen ver­öf­fent­licht sie im Wesent­li­chen aku­sti­sche Musik mit Gitar­re und Gesang.

Und was für Musik und was für Gesang!

Kri­stin Hersh – Ms Haha (Offi­ci­al Video)

2023 erschien „Clear Pond Road“ (Amazon.de, Band­camp, TIDAL), ihr auch schon wie­der vor­letz­tes Album (auf dem neue­sten ist „Moths“ drauf), von dem ihr oben einen Aus­zug hören konn­tet und noch könnt und das ich jetzt nach hin­rei­chen­der Beschäf­ti­gung mit der Dame ein­fach mal emp­feh­len möch­te.

Es muss ja nicht immer infer­na­li­scher Krach sein.

Sonstiges⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Add N to (X) – Oh yeah, oh no // Lachkonserven für den Bus

Man gebe ihm Fünf!

Es ist Mon­tag. Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de war ich wie­der ein­mal in der Repu­blik unter­wegs (Spät­som­mer und Herbst sind Whis­ky­m­es­sen­zeit) und stell­te hier­bei wie­der ein­mal fest, dass die Deut­schen zu rot­zedäm­lich dafür sind, öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel zu benut­zen. Als käme man schnel­ler rein, wenn man nicht war­tet, bis alle ande­ren raus sind! (Wie die wohl Sex haben?) Als ver­lö­re man direkt drei­tau­send Aura Dig­ga, wenn man, statt sich in der Trau­be hin­ten vor dem Bus anzu­stel­len, vorn beim Fah­rer ein­steigt, wo nie jemand im Wege wäre! – Wor­auf ich jeden­falls hin­aus­woll­te: Es ist selbst­re­dend zwar schlech­ter Stil, aber durch­aus noch legal (wählt mich!), im öffent­li­chen Raum – dar­un­ter eben auch in Bus und Zug – per Laut­spre­cher öde­ste Tele­fo­na­te zu füh­ren. Was sich jedoch immer noch viel zu wenig durch­ge­setzt hat, ist es, dass Ohren­zeu­gen die­ses uner­freu­li­chen Trei­bens ab und zu Lacher vom Band abspie­len oder auch mal Zwi­schen­fra­gen stel­len. Wer möch­te, dass sei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on Gegen­stand der öffent­li­chen Unter­hal­tung ist, dem soll­te die­ser Wunsch nicht stur ver­wei­gert wer­den.

Nehmt also am näch­sten die­ser­art geführ­ten Gespräch so inter­es­siert wie mög­lich teil. Alles ande­re wäre ja auch irgend­wie unhöf­lich.

(Falls ihr übri­gens glaub­tet, es gäbe kei­nen Spaß mehr im Inter­net: Momen­tan wird eines der weni­gen RFC1149-Pake­te ver­stei­gert. )

Unter­des­sen in Lett­land (der Link geht zur über­mä­ßi­gen Rus­sen­tums ver­mut­lich unver­däch­ti­gen „ZEIT“:)

“Okay, unse­re Geld­au­to­ma­ten kann man nicht mehr auf Rus­sisch bedie­nen”, sagt Boriss Cile­vičs. “Inwie­fern hin­dert es Putin dar­an, Krieg zu füh­ren?”

Von der jetzt aus­blei­ben­den Unter­stüt­zung der rus­si­schen Min­der­heit in Lett­land und der hier­aus unwei­ger­lich fol­gen­den wei­te­ren Bin­dung der ihr ange­hö­ren­den Let­ten an rus­si­sche Medi­en und Gemein­schaf­ten wird sich Putin hof­fent­lich nie wie­der erho­len. Sonst wäre das ja jetzt gar nicht so eine vor­teil­haf­te Ent­wick­lung für alle und das steht selbst­ver­ständ­lich außer Fra­ge.

Frag­los, näm­lich gut: Musik.

Oh Yeah, Oh No

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten⁠Mir wird geschlecht
Gleichere Brüste

„tages­schau“ (Archiv­ver­si­on):

Digi­ta­le Gewalt kön­ne genau­so schlim­me Fol­gen haben wie kör­per­li­che Gewalt. Weil sie sich beson­ders häu­fig gegen Frau­en rich­te, sei ein „ent­schlos­se­ner Kampf“ dage­gen auch eine Fra­ge der Gleich­be­rech­ti­gung.

Des­halb das BMJV:

Mit Frei­heits­stra­fe bis zu zwei Jah­ren oder mit Geld­stra­fe wird bestraft, wer unbe­fugt eine Bild­auf­nah­me her­stellt oder einer drit­ten Per­son zugäng­lich macht, die (…) die unbe­klei­de­ten Geni­ta­li­en, das unbe­klei­de­te Gesäß oder die unbe­klei­de­te weib­li­che Brust einer ande­ren Per­son abbil­det, (…) in sexu­ell bestimm­ter Wei­se die beklei­de­ten Geni­ta­li­en, das beklei­de­te Gesäß oder die beklei­de­te weib­li­che Brust einer ande­ren Per­son abbil­det (…).

Ach so.

(Wei­te­res bit­te den ein­schlä­gi­gen Damen­zeit­schrif­ten, ins­be­son­de­re den Strand­bil­dern pro­mi­nen­ter Schau­spie­ler, ent­neh­men.)

Politik
Medienkritik in Kürze: Schrödingers Autoritarismus

Fol­gen­de Fra­ge an die „taz“:

Was der Frak­ti­ons­chef sagt, bedeu­tet aber offen­bar nichts mehr. (…) Bis dahin muss die Uni­on klä­ren, wo sie steht: auf der Sei­te der libe­ra­len Demo­kra­tie oder auf der Sei­te der Auto­ri­tä­ren? Bei­des wird nicht funk­tio­nie­ren. (…) Soll­te der Kanz­ler und Par­tei­vor­sit­zen­de dafür kei­ne Auto­ri­tät mehr haben, braucht die CDU einen neu­en.

Ist es jetzt eigent­lich gut oder schlecht, wenn ein­zel­ne Poli­ti­ker wenig zu mel­den haben?

In den Nachrichten⁠Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 6. Oktober 2026

Cory Doc­to­row schreibt über die Über­wa­chungs­fan­ta­sien des Ora­cle-Grün­ders, Meuch­lers der Fir­ma Sun und ihrer Pro­duk­te sowie auch sonst recht unan­ge­neh­men Men­schen Lar­ry Elli­son (eigent­lich eng­lisch­spra­chig):

Wir wei­gern uns, uns so zu ver­hal­ten, dass die Welt für Elli­son opti­mal wird. Des­halb wird er eine Welt stän­di­ger Über­wa­chung, Beur­tei­lung und Bestra­fung schaf­fen. In die­ser Welt wer­den wir uns so sehr davor fürch­ten, beschämt zu wer­den, dass wir alle unser wah­res Ich unter­drücken und Mas­ken auf­set­zen, die nach Elli­sons Vor­stel­lun­gen gestal­tet sind.

Ist es nicht erstaun­lich, dass die­je­ni­gen, die das mei­ste Geld dafür anhäu­fen, die Pri­vat­sphä­re ande­rer Leu­te zu miss­ach­ten, ihre eige­ne für bedin­gungs­los schüt­zens­wert hal­ten?


Gute Fra­ge aus dem Inter­net: War­um ist es so schwie­rig, heu­ti­ge Kom­man­do­zei­len­pro­gram­me dazu zu bewe­gen, dunk­len Text auf hel­lem Hin­ter­grund abzu­bil­den, so dass man als jemand, der wie jeder ande­re nor­ma­le Mensch auch den „hel­len“ anstel­le des „dunk­len“ Modus sei­nes Betriebs­sy­stems bevor­zugt, statt­des­sen erbärm­li­chen Kon­trast erdul­den muss, wenn man nicht bei jeder neu­en Soft­ware erst mal im Hand­buch nach den Farb­op­tio­nen suchen will?

(Die Umge­bungs­va­ria­ble NO_COLOR funk­tio­niert manch­mal, aber sehr oft auch nicht.)


Putin, den Knopf bit­te:

In einer der hit­zig­sten Dis­kus­sio­nen, die der­zeit auf X geführt wer­den, geht es um die Ethik eines Git­Hub-Pro­jekts, in dem jemand an einer Rei­he lokal geho­ste­ter gro­ßer Sprach­mo­del­le Saw-ähn­li­che „Fol­ter“- und „Schmerz“-Experimente durch­führt. Das ver­an­lasst eine Rei­he von Altru­isten und Men­schen, die glau­ben, dass LLMs emp­fin­dungs­fä­hig sei­en, Git­Hub anzu­fle­hen, das Pro­jekt zu löschen, weil die „KI“ lei­de und die­ses lamett­abe­han­ge­ne Text­aben­teu­er­spiel auf irgend­ei­ne Wei­se grau­sam sei.

(Erneut übel­setzt aus dem Eng­li­schen.)

Ich lei­de ja auch, zum Bei­spiel unter sol­chen Nach­rich­ten. Aber ich bin natür­lich auch kei­ne „KI“.


Die „WELT“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) berich­tet über den neue­sten Ulk, den mei­ne Steu­ern so trei­ben:

Seit Mon­tag hal­ten meh­re­re ICE-Lini­en der Deut­schen Bahn (DB) von Binz/Greifswald Rich­tung Nord­rhein-West­fa­len und Han­no­ver nicht mehr am Ham­bur­ger Haupt­bahn­hof, wie ein Bahn­spre­cher auf Nach­fra­ge mit­teil­te. (…) Um die Pünkt­lich­keit bun­des­weit zu sta­bi­li­sie­ren, pas­se die Infra­struk­tur­ge­sell­schaft DB Infra­GO das Fahr­plan­kon­zept bei weni­gen, beson­ders stör­an­fäl­li­gen Lini­en hin­sicht­lich des Ver­lau­fes und der Hal­te an.

Ein Zug, der nicht hält, hält auch nicht zu spät: Ein wah­rer Genie­streich. Wolfs­bur­ger Bahn­kun­den ken­nen das.

Persönliches⁠Musik⁠Netzfundstücke⁠Musikkritik
Arthur Brown – Open Hearts // Performatives Klotanzen

Nicht immer haben meine Bildbeschriftungen einen tieferen Sinn. Meine Dateinamen auch nicht.

Es ist Mon­tag. Drei­er­lei Nach­trag zu mei­nem jüng­sten Aus­flug nach Lon­don sei mir zuge­stan­den: Flie­gen ist mit sei­nen unschö­nen Aus­wir­kun­gen auf mein kör­per­li­ches Wohl­be­fin­den – ich wer­de das mit dem Druck­aus­gleich wohl mein Leben lang nicht so recht anzu­wen­den ver­ste­hen – und der mit ihm längst untrenn­bar ver­bun­de­nen „Sicherheits“-Paranoia auch ein Vier­tel­jahr­hun­dert nach dem Ver­schwin­den zwei­er gräss­lich gestal­te­ter Tür­me eine noch unbe­frie­di­gen­de­re Art des Rei­sens als Bahn­fah­ren (ich wer­de die­ses Flug­zeug unter Zuhil­fe­nah­me einer klei­nen Fla­sche vol­ler Mine­ral­was­ser in mei­ne Gewalt brin­gen, har har), ich habe unab­hän­gig davon, wie lan­ge ich dort bin, immer genau einen Tag zu wenig Zeit, um alles zu erle­ben, was es zu erle­ben gilt, und Deutsch­land wirkt jedes Mal, wenn ich zurück­keh­re, noch ein biss­chen drö­ger, wenn nicht gar: ver­schla­fe­ner.

Bel­gi­en und Däne­mark machen jeden­falls das nicht mit mir.

(Der­weil in der Schweiz: Poli­zei? Ach was! Wir küm­mern uns selbst um Ver­ge­wal­ti­ger!)

Medi­en­kri­tik aus Russ­land (All­er­gi­ker­war­nung: .ru): Ukrai­ni­sche Droh­nen hin­dern ukrai­ni­sche Ein­woh­ner an der Flucht aus einer von sel­bi­gen Droh­nen ein­ge­schlos­se­nen Stadt, Schuld an den huma­ni­tä­ren Fol­gen sei aus­weis­lich des „SPIE­GELs“ der Rus­se. Mach­ste nix.

Kur­ze Durch­sa­ge aus der Tanz­mu­sik­sze­ne: Der Tanz­bo­den im Tech­no-Club, das ist nicht der main flo­or, denn die­ser ist das Klo.

Die Toi­let­te hat sich vom exi­sten­zi­el­len Abort zur per­for­ma­ti­ven Dar­bie­tung trans­for­miert.

Tech­no­skep­ti­ker, wie ich es nun mal bin, könn­ten dar­aus jetzt despek­tier­li­che Kom­men­ta­re zu Tech­no­schup­pen ablei­ten. Ich über­las­se das dem Kom­men­ta­ri­at. – Zum qua­si glei­chen The­ma auch bzw. hihi: Anschei­nend kann man den Leu­ten iro­nisch mit Lie­dern von Tay­lor Swift dro­hen und sie glau­ben das dann. Ich kann das ver­ste­hen. Pop­mu­sik rich­tet bis­wei­len grö­ße­re Schmer­zen an als ein durch­schnitt­li­cher Zahn­arzt­be­such.

Schmerz­frei: Musik (gut).

Guten Mor­gen.

Persönliches
Herz und Heimat / Der Habeck in mir

Eigent­lich bin ich wie Robert Habeck, sieht man vom Cha­ris­ma ab.

Nicht nur habe auch ich ein gesun­des Ver­ständ­nis vom Völ­ker­recht (Hüh­ner, Schwei­ne, Kühe mel­ken), son­dern ich emp­fin­de auch, je älter ich wer­de, zuse­hends bzw. ‑füh­lens nach, was er zum all­ge­mei­nen Miss­fal­len bzw. Ver­gnü­gen in ein Buch schrieb:

Patrio­tis­mus, Vater­lands­lie­be also, fand ich stets zum Kot­zen.

Als der Text, den ihr gera­de lest, erscheint, bin ich auf dem Weg zu einem Flug­ha­fen (ist jetzt eh egal), um es den Bri­ten gleich­zu­tun und end­lich mal wie­der die EU zu ver­las­sen, und fra­ge mich, was Hei­mat ist.

‘Herz und Hei­mat / Der Habeck in mir’ wei­ter­le­sen »

Mir wird geschlecht
Gewaltpflicht

Eigent­lich wür­de es mir ja schon rei­chen, könn­ten Regie­rung und Gesell­schaft sich eini­gen, ob Män­ner jetzt auf­grund ihres Geschlechts bereit zum Töten sein sol­len (Wehr­pflicht) oder lie­ber nicht (Fer­nan­des).

Politik⁠In den Nachrichten⁠Montagsmusik
Harald Grosskopf & Eberhard Kranemann – Be Cool // Bundesverdienstkreuzinflation

Jetzt 'ne Stunde schlummern und dann ins Bett

Es ist Mon­tag. Gute Fra­ge aus dem Inter­net: war­um wird eigent­lich alles immer ein­far­bi­ger? Die 80er waren in allen Lebens­be­rei­chen, Tech­nik und Klei­dung ein­ge­schlos­sen, zu bunt, aber war­um ist in den 2020ern alles nur noch schwarz und grau? Ist das so ein mind­set-Ding? (Getippt auf einem schwar­zen Schreib­tisch vor einem schwar­zen Bild­schirm. Auf einem schwar­zen Stuhl. Aber mei­ne Tasta­tur ist eher creme­far­ben. Hihi (?).)

Isso:

Aus­ge­rech­net die Links­par­tei stän­dig des Anti­se­mi­tis­mus zu beschul­di­gen sei „eine zyni­sche poli­ti­sche Instru­men­ta­li­sie­rung“, mit der „bei­na­he jede Kri­tik an der israe­li­schen Poli­tik mit Anti­se­mi­tis­mus“ gleich­ge­setzt wer­de.

Zumal Völ­ker­mord ja neu­er­dings Aus­le­gungs­sa­che zu sein scheint. – (Habt ihr eigent­lich schon alle ein Bun­des­ver­dienst­kreuz? Nein? War­um nicht? – Mitt­ler­wei­le hal­te ich die­je­ni­gen Men­schen auto­ma­tisch für ehren­vol­ler, die kei­nes bekom­men haben und wahr­schein­lich auch nie­mals eines bekom­men wer­den. Das ist offen­sicht­lich eine höhe­re Hür­de. Ein Bun­des­ver­dienst­kreuz hat heu­te den Wert eines Sani­fair­cou­pons. Und man kann damit auch unge­fähr so über­zeu­gend prah­len. [Will man das eigent­lich, mit Orden prah­len?])

Apro­pos Ver­schwen­dung: Der Vor­stands­vor­sit­zen­de des skru­pel­lo­sen Umwelt­schmutz­kon­zerns Nvi­dia ließ jüngst die Welt­öf­fent­lich­keit wis­sen, wel­chen Nut­zen es haben soll­te, dass die Kin­der künf­tig nicht mehr so viel kön­nen müs­sen; er kön­ne sich näm­lich nicht mal sei­ne Adres­se mer­ken. Wofür auch? Es gibt ja Com­pu­ter. Vor­wärts immer.

Rück­wärts immer aber gern auch: Musik.

Be Cool

Guten Mor­gen.