In den NachrichtenPolitik
Wasser! Aber Wein.

Dichotomie des Tages:

Nazis blockie­ren! Und nicht die Versammlungsfreiheit

Einige Unterzeichner beun­ru­hi­gen mich; und aber: Eigentlich wun­dert mich die umstrit­te­ne Formulierung, man kön­ne Einzelnen „Grundrechte zurück­ge­ben“, jetzt auch nicht mehr.

In den NachrichtenNerdkrams
Lösung: Auslandspornofilter

Amüsante Idee von den Puritanern in den Länderregierungen:

Die Länder arbei­ten an einer Reform des Jugendmedienschutz-Vertrags. Es droht die Pflicht zur Vorinstallation von Porno- und Jugendschutzfiltern auf Endgeräten. (…) In dem umstrit­te­nen „ersten Arbeitsentwurf“ für die JMStV-Reform heißt es in Paragraf 12: „Betriebssysteme, die auch für den deut­schen Markt bestimmt sind, müs­sen tech­ni­sche Programme vorsehen.“

Kein Problem für Microsoft: Windows 10 ist ja nicht für den deut­schen Markt bestimmt.

Wäre ich Betriebssystemhersteller (inner­halb der EU gibt es davon begründ­bar weni­ge und ich wür­de mir wirk­lich wün­schen, die EU frag­te sich mal, wor­an das liegt), ich schrie­be jeden­falls jetzt ein­fach dran, dass der Einsatz in Deutschland nicht vor­ge­se­hen ist. Problem gelöst.

(Wer wählt sol­che Menschen und warum?)

In den NachrichtenNerdkrams
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Kurze Durchsage von der „tages­schau“ (bekannt für den „Faktenfinder“):

Es ist qua­si das Gründungsdokument des World Wide Web: 9550 Zeilen Programmiercode, die den Start des Internets ermöglichten.

Ach so, des Internets - da hat das Internet also zwölf Jahre nach der Standardisierung von fin­ger, acht Jahre nach FTP und SMTP, sechs Jahre nach der Umstellung des ARPANETs auf TCP/IP, drei Jahre nach dem heu­ti­gen Usenet (NNTP) und ein Jahr nach POP3 und dem IRC end­lich zu exi­stie­ren begon­nen. Na, vie­len Dank.

Bemerkenswert an der Meldung ist aber nicht die Verwechslung von „Web“ mit „Internet“, auch die im URL noch zu sehen­de Schreibweise „Southebys“ für das Auktionshaus Sotheby’s ist noch nicht all­zu furcht­bar. Ist ja bloß gebüh­ren­fi­nan­ziert, ein Lektorat ist immer­hin teuer.

Vollendet wird der „Artikel“ aller­dings mit dem Screenshot des „Quellcodes“:

Sotheby's-Internetquellcode

&&. >. <. Soso. Das Web wur­de also in HTML pro­gram­miert.

Einen um 86 Cent erhöh­ten Rundfunkbeitrag hät­te die ARD ger­ne. Kann ich die als zweck­ge­bun­de­ne Spende zah­len, damit sie mal jeman­den über ihre Texte drü­ber­gucken las­sen, der sich aus­kennt?

Sonstiges
Loki®

Ragnarök, das „Schicksal der Götter“, ist eine - gemes­sen an ver­gleich­ba­ren zeit­ge­nös­si­schen Versuchen - wenig­stens mäßig gelun­ge­ne Serie, die die nor­di­sche Mythologie ins 21. Jahrhundert zu tra­gen ver­sucht. Diese Serie, deren größ­tes Ärgernis es ist, dass jöt­nar kon­se­quent als „Riesen“ (es gibt kei­ne Riesen im ger­ma­ni­schen Pantheon) fehl­über­setzt wer­den, the­ma­ti­siert die gleich­na­mi­ge letz­te Schlacht der mythi­schen Wesen, an deren Ende der Neubeginn der Welt steht. Da der Ablauf die­ser Schlacht im Wesentlichen aus der Völuspá, einer Art Zukunftsvision, anstel­le von Erlebnisberichten über­mit­telt ist, ist sie als nor­di­sche Apokalypse zu verstehen.

Die real­welt­li­che Deutung des Ragnaröks vari­iert, gele­gent­lich wird etwa ein Zusammenhang mit den wäh­rend der Christianisierung (man soll­te mei­nen, gute Ideen bräuch­ten kein Schwert) Islands erfolg­ten Eldgjá-Eruptionen ver­mu­tet. Gläubige und Forscher waren sich jedoch bis vor weni­gen Tagen nicht voll­ends sicher, ob Ragnarök ein ver­gan­ge­nes oder ein zukünf­ti­ges Ereignis ist; man­che ver­stan­den die Christianisierung Nordeuropas, wohl auch beein­flusst von christ­li­chen Überlieferungen der ger­ma­ni­schen Mythologie, als des­sen fak­ti­schen Beginn, ande­re ver­wie­sen dar­auf, dass bei­spiels­wei­se das Erlöschen der Sonne bis­lang nicht pas­siert sein kann.

Einen mög­li­chen Beweis dafür, dass Ragnarök bereits gesche­hen sein muss, hat nun aus­ge­rech­net die Walt Disney Company zu erbrin­gen ver­sucht. In ihrem Bestreben, mit dem Raubbau an Jahrhunderte alten Traditionen und Sprachen mög­lichst viel Geld zu erwirt­schaf­ten, hat ihr Tochterunternehmen Marvel Studios seit 2011 auch die nor­di­sche Mythologie für sich ent­deckt und stellt etwa die Asen Thor und Loki als Superhelden dar. Ich bin schon gespannt, die Geschichte wel­cher reli­giö­sen Figur die Marvelisten wohl danach falsch nach­er­zäh­len wer­den; war­um nicht mal die des lie­bens­wer­ten Antihelden Mohammed?

Begründet mit ihrer eige­nen Figur „Loki“, die mit dem nor­di­schen Loki kaum Übereinstimmungen auf­weist, scheint die Walt Disney Company jeden­falls der­zeit Privatpersonen, die irgend­was mit Loki machen, aus urhe­ber­recht­li­chen Gründen dar­an hin­dern zu wol­len, aller­dings wird anders­wo ver­mu­tet, die ent­spre­chen­den Hinweise sei­en auto­ma­ti­siert von den jewei­li­gen Plattformen erstellt wor­den, die (wahr­schein­lich wegen Disneys Rufs der Klagefreudigkeit) per over­blocking - zum Glück ist so etwas bei Uploadfiltern, wie CDU/CSU und SPD sie beschlos­sen haben, undenk­bar - grö­ße­re juri­sti­sche Probleme ihrer­seits von vorn­her­ein ver­mei­den wollen.

Nun hat die­sel­be Walt Disney Company viel Geld dafür aus­ge­ge­ben, dass das Urheberrecht eines Werkes zumin­dest in den Vereinigten Staaten von Amerika bis zu 95 Jahre lang bestehen kann. Loki aller­dings, zwei­fel­los eine nord­eu­ro­päi­sche Figur, die von Siedlern auch im heu­ti­gen Deutschland ver­ehrt wor­den ist, dürf­te unter ande­rem unter § 64 UrhG fallen:

Das Urheberrecht erlischt sieb­zig Jahre nach dem Tode des Urhebers.

Da die Urheber von Loki sei­ne Eltern Fárbauti (ver­mut­lich ein Heiti von Borr) und Laufey sind und unter der Annahme, dass Götter urhe­ber­recht­lich als Werke statt als Personen zu begrei­fen sind, was die Existenz der Marvelprodukte zumin­dest juri­stisch dees­ka­lie­ren wür­de, Marvel aber der Ansicht zu sein scheint, dass die ihrer­seits urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Comics auf Public-Domain-Werken basie­ren, gibt es zwei offen­sicht­lich mög­li­che Deutungen der zeit­li­chen Abfolge:

1. Marvel hat Recht.

Somit müss­ten Lokis Eltern seit min­de­stens sieb­zig Jahren tot sein. Da der Sage nach kei­ner der bei­den die Schlacht, sofern nicht schon vor­her ver­stor­ben, über­lebt hat, muss Ragnarök spä­te­stens im frü­hen 20. Jahrhundert pas­siert sein. Das aber wür­de bedeu­ten, dass seit­dem auch der auf­er­stan­de­ne Baldr anstel­le der vom Fenriswolf ver­schlun­ge­nen Sonne blö­de vor sich hin­leuch­tet, was wie­der­um vor über vier Milliarden Jahren gesche­hen sein muss. Gut - das ist ja auch min­de­stens sieb­zig Jahre her.

2. Marvel irrt.

In die­sem Fall ist es Marvel zu wün­schen, dass die sich neu­er cinea­sti­scher Beliebtheit erfreu­en­den Götter der­zeit nicht aus­ge­rech­net als US-Amerikaner unter den Menschen leben. Ich sah in Medienberichten bereits wirk­lich gro­ße Geldsummen, die US-ame­ri­ka­ni­sche Gerichte Klägern zuge­spro­chen haben - und wer weiß schon so genau, wie teu­er das Leben als Gott gera­de ist?

In den NachrichtenPolitik
Freie Wahl, aber als Affront.

Das ZDF teilt mit:

Bei dem Landesparteitag in Saarbrücken am Sonntag war die Kandidatin für den ersten Platz der Liste, die bis dato Landeschefin Tina Schöpfer, in drei Wahlgängen durch­ge­fal­len. Gewählt wur­de statt­des­sen Ex-Landeschef Hubert Ulrich, nach­dem der Parteitag beschlos­sen hat­te, dass auch ein Mann für den Posten kan­die­ren könne.

Ulrich hat­te sich dabei in einer Kampfabstimmung gegen die Landeschefin der Grünen Jugend, Jeanne Dillschneider, durch­ge­setzt. Dies sei „ein Affront gegen­über dem gesam­ten Bundesvorstand und brüs­kiert die­sen zutiefst“, teil­te das Bündnis wei­ter mit.

Das ist aber auch eine Frechheit von die­sem Landesverband: Nicht nur will sei­ne Parteibasis die Frau ganz aus­drück­lich nicht haben (die war wohl nicht so gut in ihrem Amt), son­dern er ent­schei­det sich sogar mehr­heit­lich für einen Mann nicht etwa als Chauffeur, son­dern sogar an hoher Position. Das ist ja ekel­haft, das muss gefäl­ligst rück­gän­gig gemacht werden.

Zum Jahresende 2019 hat­ten die Grünen unge­fähr 57.000 männ­li­che Mitglieder, die dafür „in der Regel“ ein Prozent ihres Nettoeinkommens aus­zu­ge­ben haben, was unge­fähr den Kosten für eine pro­fes­sio­nel­le Versklavung in einer deut­schen Großstadt ent­spricht. Es ist ja nun nicht so, dass ich nicht ver­su­chen wür­de, Verständnis für jed­wel­che sexu­el­le Neigung zu haben, aber die Entscheidung die­ser 57.000 Herren erschließt sich mir noch nicht ganz.

In den Nachrichten
Gratismut

Was für ein Zeichen soll es eigent­lich set­zen, wenn man in einem Land, in dem man kei­ne staat­li­che Gewalt zu befürch­ten hat, wenn man lie­ber mit Gleich- als mit Andersgeschlechtlichen den Beischlaf voll­zieht und das auch öffent­lich zugibt, die Flagge, unter der sich (unter ande­rem) Homosexuelle zusam­men­fin­den, an Fußballstadien pro­ji­ziert (und nicht etwa an die unga­ri­sche Botschaft oder, sagen wir, an eine Moschee) und sie vor­über­ge­hend für die Senderlogos ega­ler Privatsender nutzt; und ist Ungarn davon beein­druckt?

Musik
Ich mag die Beatles nicht.

Im November 2021 soll - wer­be­freund­lich von einem auf drei Filme gestreckt, was die Absicht dahin­ter bereits vor­weg­nimmt - eine „neue“ Dokumentation von Peter Jackson („Braindead“) erschei­nen, die sich mit den Beatles beschäf­tigt. Vertreiben soll’s Disney, was eine pas­sen­de Kombination ist, denn mit Vertreiben kennt Disney sich eben­so aus wie damit, dass dau­ernd irgend­wer singt und dem Publikum das ganz fürch­ter­lich auf den Wecker fällt.

Als wei­te­re Gemeinsamkeit hat­te ich aus­ge­macht, dass Disneyproduktionen wie auch die Beatles eigent­lich vor allem für gefäl­li­ge Bespaßung einer genüg­sa­men Masse geeig­net sind. Ich habe aller­dings den ver­meint­li­chen Fehler began­gen, die­se Beobachtung öffent­lich kund­zu­tun. ‘Ich mag die Beatles nicht.’ weiterlesen »

In den NachrichtenMontagsmusikWirtschaft
Van der Graaf Generator - La Rossa // Endlich fast superreich!

Gelbe Eule auf gelbem GrundEs ist Montag. Die Kirche tut end­lich was für die Frauenförderung: Komisch spre­chen. Muss ja auch rei­chen. Wohl dem, der die Götzen- und/oder Heiligenbilder schon längst durch Pandabärenbilder ersetzt hat.

Frage des Tages: Wenn Häuser - das for­dern „Aktivisten“ - denen gehö­ren sol­len, „die drin woh­nen“, gehö­ren dann auch Autos, Fahrräder und Brieftaschen denen, die sie benutzen?

Apropos Besitz: Lars Klingbeil, Generalsekretär der auto­ag­gres­si­ven Kleinpartei SPD, hat wahl­kämp­fe­risch von sich gege­ben, dass das CDU-Wahlprogramm „die Handschrift von Linnemann, Amthor und Merz“ tra­ge, denn in ihm wer­de „bei­spiels­wei­se“ gefor­dert, den Solidaritätszuschlag „auch für die Superreichen“ abzu­schaf­fen. Betrachtet man nun, wie eini­ge Frechdachse es auf Twitter wag­ten, den Umstand, dass der Solidaritätszuschlag ab einem Nettoeinkommen von 61.717 € p.a. gezahlt wer­den muss, so wird die Feststellung, dass jeden­falls ich mir „Superreichtum“ immer irgend­wie anders vor­ge­stellt habe, lei­der kaum ver­meid­bar. Gut, schon ver­stan­den: Wer Geld hat für die Altersvorsorge, der ist für eine Partei, die sich für eine Armenpartei hält, vor allem eine Gefahr.

Keinesfalls gefähr­lich: Musik.

Van Der Graaf Generator - La Rossa

Guten Morgen.

In den NachrichtenNerdkrams
Sony ent­eig­nen! (2)

„hei­se online“:

Sony will per einst­wei­li­ger Verfügung die DNS-Auflösung von Domains verbieten.

Es scheint mir im Sinne der Menschheit zu sein, das skru­pel­lo­se Unternehmen Sony, den bekann­ten Hersteller und Verteiler von Schadsoftware, mit­tels bewuss­ter Nutzung der eige­nen Kaufkraft immer und immer wie­der dar­an zu erin­nern, dass ihm ein biss­chen Demut gut zu Gesicht stünde.

(Teil 1.)

In den NachrichtenNerdkrams
Schei�-Variablennamen immer

Was für eine Verschwendung: Rust 1.53 unter­stüt­ze es, dass man Variablen, Konstanten, Strukturen und so wei­ter mit einem Großteil des Unicodezeichensatzes anstel­le - wie bis­her - nur der 26 Zeichen des west­li­chen Alphabets und ein paar Sonderzeichen beschrif­ten kann, lässt mich „hei­se online“ wis­sen, und dann gehen nicht mal Emojis. Ich erwar­te sekünd­lich einen Aufkreisch, immer­hin geht das mal wie­der zula­sten einer Frau, die sich sehr viel Mühe mit Emojis gibt. :motz:

Aber immer­hin:

Nennenswert ist zudem, dass die Paket-Registry Cargo neu­er­dings als Standard-HEAD für Git-Repositories nicht mehr master als Standard erwar­tet. Damit ent­fällt für die Repositories, die bereits im Zuge der Umstellung auf nicht­ras­si­sti­sche Sprache main statt master für den Hauptzweig ver­wen­den, die expli­zi­te Angabe von branch = "main".

(Hervorhebung von mir, im Original ist’s ein Verweis auf eine „Nachricht“ aus dem März 2021.)

Man sieht mich sel­ten hef­tig nicken, wenn ich was bei „hei­se online“ gele­sen habe, aber hier passt’s: Das ist tat­säch­lich nen­nens­wert; es erklärt den der­zei­ti­gen Zustand der Profession des Softwareentwicklers bes­ser als es jede sozio­lo­gi­sche Studie vermag.

Hauptsache, kein Server wird mehr unter­drückt. (Huch: „Server“ - ist das nicht auch wie­der kolo­nia­li­stisch? Zu Hülf‘!)

In den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 17. Juni 2021

In einem Berliner „Kiez“ - das Wort ent­stammt der dor­ti­gen Umgangssprache und heißt wohl so viel wie „häss­li­ches Wohngebiet“ - soll der Brandschutz geprüft wer­den. Die Bewohner des häss­li­chen Wohngebiets kom­men die­sem Wunsch ent­ge­gen und zün­den Sperrmüll an, um zu bele­gen, dass der Brandschutz ganz gut funk­tio­niert. Aber was soll das mit den Steinen?


Naziveranstaltung der Woche: Die Documenta.


Boris Pistorius (SPD) fin­det, eine anony­me Beteiligung am Internet sol­le zwar wei­ter­hin mög­lich sein, aber wenn man da auch was rein­schrei­ben wol­le, habe man gefäl­ligst sei­nen Realnamen anzu­ge­ben. Das wir­ke sich posi­tiv auf die Möglichkeit aus, „Hass, Hetze und Gewaltaufrufe im Internet bes­ser ver­fol­gen zu kön­nen“. Ich fin­de die­sen Vorstoß befremd­lich, denn auch bis­her stell­te es für Behörden eigent­lich kein bemer­kens­wert gro­ßes Problem dar, die Verantwortlichen für Verlautbarungen im vir­tu­el­len Raum aus­fin­dig zu machen.

Auch unter mei­nem ein­ge­tra­ge­nen Namen jeden­falls emp­fin­de ich außer­or­dent­lich gro­ßes Missfallen gegen­über Herrn Pistorius, käme aber nie­mals auf die Idee, ihm Übles zu wün­schen. Der Mann ist bei der SPD, da wer­fen Flaschensammler ab und zu mal aus Mitleid einen Bon in den Hut. Einen Verdächtigen für Hass und Hetze gegen das freie Internet könn­te ich an die­ser Stelle - guter Bürger, der ich bin - zwar auch nen­nen, aber ich mag nicht.


Schöner Satz von aus­ge­rech­net Jan Fleischhauer („FOCUS“, will aber nicht ver­linkt wer­den; LSR): „Das Problem der Linken ist, dass sie Wählerstimmen mit Likes verwechseln.“


In einem grö­ße­ren deut­schen Forum zum Thema Heidentum wur­de anläss­lich die­ses Videos die Frage gestellt, wie die Götter rie­chen. Offensichtlich gibt es zumin­dest bei der Herrscherin von Helheim einen dies­be­züg­li­chen Konsens. Ein Teil davon irri­tiert mich.


Korrekte Beobachtung:

Mit Ausnahme irgend­wel­cher Kleinstaaten-Mannschaften viel­leicht ist an den Kicker-Kollektiven die­ses Turniers irgend­wo in Europa (ich weiß ehr­lich erst­mals nicht, wo) tat­säch­lich gar nichts „natio­nal“: die Einstellung nicht, die Herkunft und Historie nicht, ihre unter­jäh­ri­gen Arbeitgeber nicht, oft auch die Sprachen nicht, nicht ein­mal mehr der Mythos, der sich dann auch irgend­wann abge­nutzt hat.

Narr, wer Fähnchen schwingt.


Beunruhigende Beobachtung andererseits:

Die Geschäfte sind wie­der auf. Für vie­le Menschen war der Lockdown wie Entzug, denn Shoppen kann Glücksgefühle aus­lö­sen wie Drogen.

Erst mal eine Line Unterhosen zie­hen. Dann geht’s wieder.

Netzfundstücke
Lustige Berufe (6)

Heute: Leiterin des Emoji-Subkomitees des Unicode-Konsortiums.

Das Seil ist ein gutes Beispiel. Es wur­de bei man­chen zu einem Lynch-Emoji. (…) Wir haben daher schließ­lich ein Knoten-Emoji gemacht. Es hat die glei­che Bedeutung, aber das Design ist anders. Solche Dinge sind mei­ne Hauptpriorität.

:confused:

ComputerIn den NachrichtenMontagsmusik
Lotus Titan - Héroïne // Ablassbriefe: 6,99 Euro.

#montagslaechelnEs ist Montag. Da guckt ihr, ne? Man rei­che mir ein Frühstück und einen Pandabären, ich möch­te die Woche beginnen!

Die ver­gan­ge­ne Woche ver­lief eher mäßig gut, sowohl beruf­lich als auch pri­vat (man ist ja doch öfter einem nor­ma­len Menschen nicht ganz unähn­lich als man’s erhofft); aber genug von mir, gucken wir in die Nachrichten rein: In Hamburg kann man neu­er­dings beim Biertrinken aus der Kneipe her­aus zugucken, wie drau­ßen trin­ken­de Jugendliche weg­ge­räumt wer­den. Hätte Hamburg eine Protestkultur, wäre das jetzt inter­es­sant, aber es ist ja Pandemie, da pas­siert nicht viel. Hamburg ist in sehr vie­ler Hinsicht das Antiberlin, auch ästhe­tisch, ver­steht sich. - Nicht weit von Hamburg, an der Nordsee, neh­men Windräder jetzt ein­an­der den Wind weg. Ich möch­te ja wirk­lich nicht stän­dig wie­der mit dem lei­di­gen Thema Kernenergie anfan­gen, aber Kernenergie macht so was nicht.

Gute Frage vom „Postillon“: Ist der Staatstrojaner eigent­lich DSGVO-kon­form? Die cloud ist es jeden­falls meist nicht, aller­dings hat sich auch völ­lig über­ra­schend her­aus­ge­stellt, dass man, ver­zich­tet man völ­lig auf Lastverteilungsesoterik, mit­un­ter deut­lich zuver­läs­si­ge­re Internetdienste erhält. Was war noch mal die Aufgabe von CDNs - die Nichtverfügbarkeit sicher­zu­stel­len? - Apropos tech­ni­sche Lösungen für nicht auf­ge­tre­te­ne Probleme: Eine Komponente von systemd, die unter „moder­nen“ (lies: unbrauch­ba­ren) Linuxdistributionen dafür sor­gen soll, dass nicht jeder ein­fach alles mit dem System anstel­len kann, hat­te sie­ben Jahre lang einen Fehler, der zur Folge hat­te, dass jeder ein­fach alles mit dem System anstel­len konn­te. Als Vorteil von open source wird mir gele­gent­lich genannt, dass Sicherheitslücken schnell gefun­den und beho­ben wer­den kön­nen. Ich hege lei­se Zweifel.

Wir blei­ben beim Thema Religion: Ein frü­he­rer Präsident des Zentralkomitees der deut­schen Katholiken (der Zentralrat der Fliesentischbesitzer ist empört!) hat fest­ge­stellt, dass für Kinder schän­den­de Amtsträger in der katho­li­schen Kirche zwei­fel­los alle Mitglieder der Kirche ver­ant­wort­lich sei­en. Ich begrü­ße die­sen Vorstoß, er eröff­net ganz neue Möglichkeiten für die tak­ti­sche Kritik an Menschen, die auch 2021 immer noch frei­wil­lig Kirchensteuern zah­len. 2021 zah­len Bundesbürger - Mitglied oder nicht - übri­gens im Schnitt als Strafe dafür, Bundesbürger zu sein, 6,99 Euro pro Kopf an die „christ­li­chen“ Kirchen, weil § 140 GG von kei­ner hin­rei­chend star­ken Partei für umset­zungs­wert befun­den wird. (Falls hier eine hin­rei­chend star­ke Partei mit­le­sen soll­te, bit­te ich um Befassung mit die­sem Problem, ver­ste­he aber nicht, war­um hier über­haupt noch jemand mit­liest. So unter­halt­sam ist das Thema doch nun wirk­lich nicht.) - Andere Religionen, ande­re Sitten: Am kom­men­den Wochenende ist Sommersonnenwende, und wäh­rend reli­giö­ses Schächten in Deutschland tole­riert wird, so lan­ge man das Tier hin­ter­her auf­isst, sind Tier- und Menschenopfer ohne anschlie­ßen­des Verspeisen der­zeit nicht gern gese­hen. Das Verständnis von Religionsfreiheit sei­tens des Gesetzgebers fin­det in erschreckend engem Rahmen statt. Ich pran­ge­re das an.

Erfreulich: Laut dem „Ruhr-Nachrichten“-Verleger ist Gedrucktes im Zeitungswesen bald Geschichte. Erst noch in der Zukunft hin­ge­gen ist das Album „Odyssées“ von Lotus Titan (Franzosen, natür­lich) zu fin­den, das zwar auf Bandcamp.com bereits her­um­liegt, in phy­si­ka­li­scher Form aber erst im Dezember 2021 erschei­nen soll.

Lotus Titan - Héroïne

Ich freue mich schon darauf.

Guten Morgen.

In den NachrichtenNerdkrams
#OpTinfoil: Das Gegenteil von Hacken

Was „t-online“ behaup­tet, was Hacker sind:

Die Hacker suchen nach Schwachstellen in der Struktur von Internetauftritten, um Rechte und Zugriffe zu bekom­men. (…) Anonymous berei­tet die Entdeckungen dabei in eige­nen Texten auf.

Was Hacker aller­dings auch sind:

Hacker spü­ren Sicherheitslücken auf, ohne die­se für ihren Vorteil zu nut­zen oder Schaden anzurichten.

Was „AnonLeaks“ - den Behauptungen von „t-online“ zum Trotz - ange­stellt hat:

Das schrie förm­lich nach Defacement – natür­lich nach­dem man die Daten gesi­chert hat­te. Denn im Falle KenFM muss­te es ein Wipe & Fulldeface sein. Es blieb nur noch das, was Anonymous hinterließ.

Was die Verantwortlichen für den Blödsinn also nicht sind:

Hacker

Kreative Beschimpfungsvorschläge, die man für das amü­san­te Häuflein statt­des­sen künf­tig ver­wen­den soll­te, neh­me ich gern ent­ge­gen. Es ist Sonntag, da bin ich selbst tra­di­tio­nell faul unkrea­tiv. Derzeit ten­die­re ich noch zu „kri­mi­nel­le Spinner“, was mir selbst etwas lang­wei­lig erscheint.

In den NachrichtenNerdkrams
Nichtnachrichten über Apple

Genug von der Berichterstattung dar­über, was Apple anläss­lich der WWDC vor­ge­stellt hat? „9to5mac“ nennt sechs Dinge, die Apple anläss­lich der WWDC nicht vor­ge­stellt hat und die des­halb kei­ne Neuigkeiten sind, flan­kiert von Qualitätsmedien wie „Mac Life“ und dem gewohnt beknack­ten „t3n“, das sie­ben Absätze, drei Überschriften und zu vie­le Bilder dafür nutzt, bekannt­zu­ge­ben, dass es der­zeit nichts bekannt­zu­ge­ben gibt.

Welche Stufe des Endzeitkapitalismus ist das nun eigent­lich wieder?