Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Annahmen zum Linkssein (3): Demokratie ist Hass.

Gerade hatte ich mich noch gewundert, wie man gleichzeitig voller Hass sein und gleichzeitig gegen Hass demonstrieren kann, ohne zu platzen, da empfiehlt mir auch schon die Vorsitzende der „Linken“, Katja Kipping, in meinen schönen Arbeitstag hinein, dass im Retromagazin „Neues Deutschland“ unter der dadaistisch interessanten Überschrift „Einstiegsdroge Frauenhass“ ein „toller Kommentar“ stehe. Der Inhalt dieses Kommentars?

wie Frauenhass und Hetze gegen Frauenrechte zur Einstiegsdroge werden für andere Formen von Hass, wie Rassismus, Antikommunismus …

Man kennt das ja: Frauenhass als Einstiegsdroge übertrifft an Gefährlichkeit fast noch Cannabis. Kaum ist man auf den Geschmack gekommen, will man mehr von dem geilen Zeug, und ehe man sich’s versieht, steht man hinter dem Hauptbahnhof und findet Kommunismus blöd und die real existierende Demokratie viel geiler. Hoffentlich regiert bald die „Linke“ nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland, auf dass das Blödfinden von Kommunismus endlich als Hassverbrechen geahndet wird.

Vorwärts immer.

Netzfundstücke
Ultra-Sparpreis: Künftig auch ohne Zug.

Reisende, die auf Bindestriche verzichten können, können bei der Bahn künftig Geld sparen:

Künftig will das Unternehmen im Fernverkehr dauerhaft Fahrkarten ab 19,90 Euro verkaufen. Das bisherige Aktionsangebot wird im August als „Super Sparpreis“ zur dritten Preiskategorie, heißt es aus Bahnkreisen.

Die Konkurrenz hat schnell geschaltet: Nur kurz nach Bekanntwerden hat der Billigkonkurrent FlixTrain angekündigt, schon „sehr bald“ ein preisvergünstigtes „Zug Ticket“ für preisbewusste, sprachlich aber unbedarfte Kunden zur Verfügung zu stellen. Unklar ist inzwischen die Zukunft des Legasthenikertarifs der Lufthansa: Wer dort einen „Fluhk“ bucht, dem sollte der Betreiber sämtliche Kosten erstatten. Ob dieser Tarif aber jemals umgesetzt werden wird, steht in den Sternen: Anscheinend bestand, heißt es aus gut informierten Kreisen, erhebliche Misbrauchsgefar.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Kalamahara – Electric Messed Up Whore

Noch drei Kaffee, dann geht'sEs ist Montag, diese Woche wieder mit einem Pandabären oder derer drei, denn die vergangene Woche begann ohne einen solchen und war überhaupt nicht schön. Das kann kein Zufall sein. Es gilt also innezuhalten, wenn einmal ein Pandabär die eigenen Wege kreuzt, und dessen Aura wirken zu lassen. Heißhunger auf Bambus ist allerdings ein möglicher Nebeneffekt. – Apropos „obskure Hobbys“: Schlafdefizit lasse sich ausgleichen, indem man einfach mehr schlafe, weiß „SPIEGEL ONLINE“, und ich war selten so dankbar für investigativen Journalismus.

Dasselbe „SPIEGEL ONLINE“ zitierte vorgestern die bedauerliche SPD-Vorsitzende, die gesagt habe, Deutschland müsse die allzu offene Willkommenskultur in Relation zur Sicherheit setzen. Ob sie wohl beim Bäcker Christian Lindner begegnet ist? Die gestrige Demonstration, während derer Mitglieder und Sympathisanten der AfD „weggebasst“ (Quelle: Internet) werden sollten, nahm jedenfalls genau den erwarteten Verlauf: Unter dem Mantel des Hasses auf „die AfD“ vereinten sich allerlei zwielichtige Gestalten, um Versammlungsfreiheit und Demokratie mal so richtig gründlich misszuverstehen. Wie man überzeugend gegen „den Hass“ demonstrieren will, wenn man gleichzeitig skandiert, man hasse sein Gegenüber, ist mir unklar. „Nazi! Selber Nazi!“

Dass in dem ganzen Tohuwabohu wirklich wichtige Themen wie die leidige DSGVO endlich mal untergehen, ist einerseits schade, andererseits aber beruhigend, denn diese hat auch positive Folgen: Besitzer „smarter“ Kühlschränke werden daran erinnert, dass ein großes Unternehmen ihnen auf die Wurst gucken kann, und US-amerikanische Websites laden endlich schneller, weil ihre Administratoren sich nicht mehr trauen, grundlos etliche JavaScripts nachzuladen. Ich mag das.

Gestern war es noch ein Witz über die SPD, heute ist es schon die Realität in Großbritannien: Mann ist mittwochs eine Frau, was für seine Partei – die Labour Party, also die britische SPD – eine ausreichende Qualifikation ist, um eine nur für Frauen ausgeschriebene Position zu besetzen. Das wird noch amüsante Folgen haben.

Nicht immer amüsant, nicht mal immer voller Tiefgang, aber selten in Gänze im Weg: Musik.

KALAMAHARA – "Electric Messed Up Whore" (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusik
Mehr AfD dank weniger Jazz

Wenn am morgigen Sonntag die AfD, ob nun mit oder ohne Hühnerkostüme, in Berlin für ihr Wahlprogramm demonstriert, wird diese gebeutelte Stadt es noch schwerer haben als sowieso schon, denn über sie wird eine Horde bizarr gekleideter Krawalltouristen mit erkennbar niedrigem Bildungsstand und erschreckend rückständigem Musikgeschmack herfallen.

Unter dem bemerkenswert behämmerten Motto „AfD wegbassen“ nämlich rufen zahlreiche Berliner Tanzschuppen mit Ausnahme des „Berghains“ („außer das Berghain“, radebrechte Julia Kopatzki in den Online-„Tagesspiegel“ hinein) dazu auf, unter Zuhilfenahme von Geräuschen, die schon vor Jahrzehnten aus der Mode gekommen sind, Ausgrenzung und Intoleranz gegenüber politischen Minderheiten weiter voranzutreiben.

Der Protest soll laut, aber friedlich sein. „(…) Wir sind progressiv, queer, feministisch, antirassistisch, inklusiv, bunt und haben Einhörner“, schreiben die Veranstalter[.] (…) Statt in dunklen Clubs sollen alle Tanzwütigen und -wütenden ihre Afterhour nach Mitte verlegen, los geht es um 12 Uhr am Potsdamer Platz, und dann wird lautstark durch die Innenstadt getanzt.

„Die Demo-Veranstalter“, steht ferner im Text, „rechnen mit mehr als 10.000 Musikfans am Sonntag“, lassen jedoch offen, wieso sie das für eine gute Idee halten: Ein „Musikfan“, der sich zwischen einer dumpfen Bumsmusik- und einer AfD-Demonstration entscheiden müsste, wählte fraglos letztere. Wenn Einhörner und Gewackel zu dumpfer Bumsmusik jedoch schon alles sind, was die Berliner Queerenszene (als sei die sexuelle Ausrichtung jemals als positive Eigenschaft zu gebrauchen!) dem ängstlichen Zorn einer sich politisierenden Menge entgegenzusetzen weiß, dann sollte es mich nicht im Mindesten wundern, wenn bis dahin politisch agnostische Anwohner noch am gleichen Tag gleichfalls tanzwütend, nämlich wütend über die Tänzer, in die AfD eintreten, denn anscheinend ist eine Mitgliedschaft in der AfD ein sichtbares Zeichen des Protests gegen schlechte Musik, was ein ehrenwertes und unbedingt zu unterstützendes Anliegen ist.

Mit Jazz wäre das nicht passiert.

NerdkramsNetzfundstücke
Smart an, Licht aus.

Zur lästigen EU-Datenschutzgrundverordnung, die offensichtlich jeder, der was mit Internet macht, zwei Jahre lang völlig verschlafen hat, empfehle ich sämtliche Blogartikel, die nach 2016 von aufgescheuchten Hühnern (sog. „Alphabloggern“) eilig unter großem Einsatz von Werbebannern und Influencerlinks ins Web geschmiert wurden, bis auf Weiteres zu ignorieren, denn das jeweilige Gegenteil des Geschriebenen ist nach aktueller Rechtsauffassung immer genau so falsch.

Stattdessen empfehle ich mit einem angenehmen Getränk in der Hand und guter Musik im Ohr vom Beckenrand zuzusehen, wie der nukleare Niederschlag dumme Geschäftsideen ertränkt:

Ich wollte Sie nur wissen lassen, dass Sie Ihre Lampen nicht mehr benutzen können, weil wir Ihre Daten verscherbeln und die DSGVO jetzt da ist.

(Freie Übersetzung von mir.)

Natürlich spricht nichts dagegen, auch weiterhin Kraftwerke und Herzschrittmacher an das Internet anzuschließen. Es ist nur zu hoffen, dass die jeweiligen Administratoren rechtzeitig in die angepasste Datenschutzerklärung einwilligen. :ja:


Was macht eigentlich die ehemalige Datenschutzaktivistin Katharina Nocun heute so? Richtig: Sie verschenkt in Zusammenarbeit mit dem Reklamevermarkter Mozilla ihre Bücher auf Twitter. Mit der Netzpolitik in Deutschland steht es anscheinend nicht zum Besten.

Netzfundstücke
Summa pfui laude

Was ich in Bezug auf die US-amerikanische Einkaufsgesellschaft im Übrigen auch nicht einmal in Ansätzen so recht zu verstehen vermag:

  • Was hat es mit der dortigen Rabattmarkenkultur wie nach dem Krieg sowie der Beschäftigung von bezahlten Begrüßern und Tütenpackern auf sich und wäre das nicht auch ein interessantes Modell zur Senkung der hiesigen Arbeitslosenzahlen?
  • Warum gibt es dort anscheinend in jedem beliebigen Supermarkt Abschlusskuchen, also besonders beschriftete Kuchen als Standardglückwunsch zum Bestehen von irgendwas?
  • Warum greift die Selbstzensur, das Überpiepen oder Wegsternen von vermeintlichen Igittwörtern, ausgerechnet in dem Land mit den Bier- und Waffennarren so weit um sich, dass selbst „Summa cum laude“ den Filter nicht durchquert?

Darüber hinaus aber meine summam laudem der The-Root-Redakteurin: Ich weiß miserable Wortspiele sehr zu schätzen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: David Cross & David Jackson – Another Day

David Cross & David Jackson - Another DayWas macht eigentlich David Jackson?

Nachdem seine einstige Stammband Van der Graaf Generator sich, wie man hört, einigermaßen unfriedlich von ihrem überragenden Saxophonisten trennen musste, hatte er meine Aufmerksamkeit nur noch selten bekommen, etwa 2013 mit dem fürchterlichen „Gridlock“. 2018 ist ein gutes Jahr, daran etwas zu ändern, denn im Frühjahr dieses Jahres erschien „Another Day“ (Amazon.de, TIDAL), ein Album, auf dem er nicht etwa als weitgehend egaler Gastmusiker zu hören ist, sondern sogar auf dem Titelbild zu lesen ist. Neben ihm ist dort auch ein anderer David namentlich abgedruckt, nämlich David Cross, in den 1970er Jahren Violinist für die damals schon bemerkenswerten King Crimson.

Ihnen zur Seite stehen Craig Blundell, der unter anderem für Frost* am Schlagzeug sitzt, und Mick Paul, ansonsten Bassist der David Cross Band. Gesang gibt es nicht, aber das stört kaum; stattdessen höre ich instrumentalen, ärgernisfreien und mitunter recht freiförmigen Progressive Rock mit einem nicht zu leugnenden Jazzeinschlag. Ich mag Jazz.

David Cross & David Jackson – Going Nowhere (2018) "Another Day" FLAC

Das Stück „Bushido“ ist entsprechend selbstverständlich kein dummer Rap, sondern passt voll ins Konzept. Man möge nun nicht annehmen, dass auf „Another Day“ nicht auch mal eskaliert würde: Etwa in „Breaking Bad“ erlaubt sich die Band einen für dieses Album ungewöhnlichen Ausbruch. Insgesamt betrachtet haben wir es hier aber mit fast einer Stunde Wohlklang zu tun. Wer wäre ich, dies zu bemängeln?

Gefällt.

MontagsmusikNetzfundstücke
Hällas – Astral Seer

Huhu!Es ist Montag. Doch, wirklich! Damit dieser angemessen beginnen möge, habe ich in der vergangenen Nacht abermals ein wenig die Interna von WordPress beansprucht, um nicht mehr ständig hinter WPtouch aufräumen zu müssen. Beabsichtigter Nebeneffekt: Auf Smartphones sieht diese Website jetzt genau so schäbig aus wie auf einem richtigen Computer. Ich bitte vielmals um Nachsicht.

Auch auf anderen Kontinenten wird um Nachsicht gebeten: In Japan haben Züge nicht etwa mehrere Stunden Verspätung, sondern fahren mitunter auch zu früh los. Die dortigen Lokführer sind untröstlich, Seppuku ist allerdings aus der Mode gekommen. – Apropos „aus der Mode gekommen“: Beim ZDF wird jetzt fehlgegendert. Beim FreeBSD-Projekt können die nichts mehr werden.

Was auch nichts mehr wird, ist die hiesige Netzpolitik. Verschlüsselung von E-Mails wird kritisiert, weil es mit Aufwand verbunden sei. Autos und Wohnungstüren abzuschließen sei, stellt Fefe fest, jedoch auch Aufwand, dessen Notwendigkeit den meisten Menschen klar ist. Es wäre viel gewonnen, ließe man computerferne Menschen, die diese Analogie nicht verstehen, künftig nur noch in Berufen arbeiten, in denen sie an einem Computer keinen Schaden mehr anrichten können. Für russische Hacker wären sie aber immerhin ein viel zu langweiliges Ziel.

Keineswegs zu langweilig ist und bleibt Musik.

HÄLLAS – ASTRAL SEER (Official Video)

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Mondkalb royal.

Anscheinend haben die Macher von „heise online“ („News und Foren zu Computer, IT, Wissenschaft, Medien und Politik“, ebd.) beschlossen, Martin Holland bevorzugt in Themenbereichen einzusetzen, mit denen er sich grob auskennt, und nicht mehr in physikalischen oder anderen „Nerd“-Themen.

Stattdessen durfte er gestern den Monarchisten unter den Lesern von „heise online“ eine Freude machen:

Wenn sich der britische Prinz Harry und die US-Schauspielerin Meghan Markle am Samstag das Ja-Wort geben, können Interessierte hierzulande nicht nur im Fernsehen zuschauen, sondern auch auf Youtube.

Ist auf YouTube, ist also „IT-News“. Nur noch wenige Monate bis zu den ersten Schminktipps, nehme ich an.

Müde, so müde.

In den NachrichtenPolitik
Annahmen zum Linkssein (2): Sechzehn Prozent.

Die „Splitter- und Randgruppenpartei“ (H. Danisch) SPD, eine der beiden „großen Volksparteien“ also, erreicht, wie man heute in diversen Medien, die wegen des Leistungsschutzrechts oder aus anderen Gründen nicht verlinkt werden möchten, lesen kann, zurzeit bundesweit noch 16 Prozent der Stimmen in leider nicht ergebnisrelevanten Umfragen. In Berlin, wo sie zudem einen Teil der Landesregierung stellt, ist sie nur mehr die viertstärkste Kraft. Zu meinem Bedauern reichte es noch für einen eigenen Balken auf ARD und ZDF.

Im März 2018 schrieb ich:

Parteipolitik an sich ist nicht die Politik der Zukunft.

Es steht also außer Frage, dass der Niedergang der „Volksparteien“ diejenigen Parteien am stärksten trifft, die sich durch aktive Politik hervortun. Je weniger Politik und je mehr Beliebigkeit verübt wird (wenngleich sich ausgerechnet die Bundes-SPD, wie gleichfalls heute in nicht verlinkt werden wollenden Medien zu lesen ist, von der Bundes-SPD-Forderung nach Familiennachzug für Gefährder momentan distanziert), desto weniger bemerken das Wähler. CDU und AfD sind nicht deswegen vergleichsweise stark, weil sie so schöne „Ideen“ haben, sondern, weil von ihnen kaum jemand etwas mitbekommt; und das Umfragehoch der F.D.P. fand ein eher plötzliches Ende, als klar wurde, dass die Partei außer dem Herumzeigen ihres Vorsitzenden auch politisch irgendwas mitteilen möchte.

Vielleicht ist das der wesentliche Fehler des politischen Systems: Das verbissene Festhalten an der Vorstellung, als Partei könne man eine homogene Gruppe aus von anderen Gruppen sozial weitgehend abgeschotteten Menschen zielgerichtet vertreten. Die perfekte Partei hätte alle Flügel.


Nachtrag vom 12. Oktober 2018: „Die Epoche der Partei (und der Politik überhaupt) ist zuende, aber aus alter Gewohnheit und weil die betreffenden Institutionen noch vorhanden sind, gestikuliert man noch weiter in der bekannten Art.“

In den NachrichtenPolitik
Schlimmer Verdacht: Sind bayrische Politiker politisch motiviert?

Wie schlimm steht es eigentlich um Sachsen? So schlimm:

Die Anti-Terror-Fahrzeuge verfügen bereits jetzt über modernste Videotechnik und können Reiz- sowie Nebelgas verschießen. (…) Sie sollen mit Maschinengewehren ausgestattet werden. (…) „Sind zur Erfüllung der gesetzlich definierten Aufgaben der Polizei Maschinengewehre erforderlich“, sehe der Gesetzentwurf diese Möglichkeit vor.

In Sachsen regiert seit 2014 eine Koalition aus CDU und SPD. Sofern die Bundespolitik beider Parteien etwas über ihre Landespolitik in Sachsen aussagt, möchte ich an dieser Stelle aufs Schärfste kritisieren, dass mit solchen Mitteln gegen Arbeitslose vorgegangen wird.

Dass diese Nachricht während bundesweiter Proteste gegen das bayrische Polizeiaufgabengesetz veröffentlicht wurde, ist auch Kai Kollenberg von der „Freien Presse“ nicht entgangen, und bis zum Bersten gefüllt mit Journalistik fragt er im selben Text:

Ist das bayerische Polizeigesetz politisch motiviert?

Aufmerksame Beobachter wissen, dass diese Frage nur rhetorisch gemeint sein kann: Als wäre jemals ein zu erlassendes Gesetz politisch motiviert gewesen! So ein Schlingel, der Kai Kollenberg.

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 15. Mai 2018

Der Anbieter von reCAPTCHA, einem Dienst, mit dessen Hilfe man verhindern können soll, dass Maschinen sich als Menschen ausgeben, prahlt mit einer Maschine, die sich als Mensch ausgeben kann. (via webshit weekly)


Baut mehr hässliche Websites!


Die australische Armee hat 1932 einen Krieg gegen Emus verloren.


Deutsche Hochschulen, Hort der Erziehung zu selbstständigem Denken: Die Universität Köln schreibt nun dort tätigen Bauarbeitern vor, was sie anziehen dürfen.


„warum zum hackenden henker muss ein kraftwerk oder ein wasserwerk übers internetz fernadministrierbar gemacht werden?!“


GnuPG ist kaputt – Signal nutzen? Signal ist kaputt – GnuPG nutzen!

In den NachrichtenNerdkrams
Medienkritik in Kürze: E-Mails missverstehen dank „heise online“.

Irgendwelche „Forscher“ haben zu niemandes bleibender Überraschung herausgefunden, dass der bis heute nicht vernünftig standardisierte Denkunfall „HTML-Mails“ sich mit den etablierten Sicherheitskonzepten S/MIME und GnuPG nur wenig gut verträgt, und auf einer fragwürdig gestalteten Website mit einem von ganzen zwei Personen „gestalteten“ Logo dieses „Problem“ unter dem Namen „EFAIL“ beschrieben. (Vaschtehnse, „E-Mail“, „E-Fail“, tihihi.)

In den dortigen FUCK FAQ ist zu lesen, dass ein Schutz gegen die mögliche Entschlüsselung vorrangig dadurch gegeben sei, dass man in seinem Mailclient die Anzeige von HTML-Mails unterbindet, was in den meisten mir bekannten Exemplaren dieser Art Software ohne großen Aufwand möglich ist.

Oder man hält sich an die Empfehlungen vom ehemaligen Fachmagazin „heise security“:

Als grundsätzliche Alternative bietet sich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Messengers Signal an. Diese setzt – anders als OpenPGP und S/MIME – Kryptografie nach aktuellen Stand der Technik um und ist vor den bei E-Mail jetzt diagnostizierten Problemen gefeit.

Messenger – vor allem Signal – sind die Zukunft, denn sie sind sicher vor Angriffen auf HTML-Mails; schon, weil sie gar keine freie Textformatierung unterstützen. Ein bisschen wie vernünftig eingestellte E-Mail-Programme also.

Aber wer benutzt schon noch E-Mail-Programme, wenn es doch Messenger gibt? :ja:

In den NachrichtenMontagsmusik
Dot Legacy – Grey Cardinal

Kann man schon Kaffee?Es ist Montag. Beleidigen will gelernt sein. Schade, dass man den Montag nicht anrufen kann. Was man, andererseits, auch nicht anrufen kann: Pandabären. So toll kann dieses Anrufen also gar nicht sein.

Auch nicht so toll ist, was über das geistige Moorhuhn „Bibi“ – sie hat ihr Studium in Firlefanz „aufgrund ihrer erfolgreichen Internetaktivitäten“, wie es in der Wikipedia zurzeit formuliert ist, abgebrochen – in den einschlägigen Medien zu lesen ist: Sie erwarte Nachwuchs, womöglich mit Absicht, und bekommt von anderen verzichtbaren „Influencern“ hierfür manchen Zuspruch. Sie wird wohl allmählich zu endezwanzig für Schminkvideos. Welche Auswirkungen diese Neuigkeit auf ihre vielen Anhängerinnen haben wird, bleibt abzuwarten. Wer, das sollte nicht ungeschrieben bleiben, seine Zukunft vorzeitig auf die Voraussetzung stellt, dass ein finanzorientierter Anbieter von Bewegtbildern noch für lange Zeit bereit ist, Reklame für abwaschbare Ersatzgesichter zu belohnen, der ist trotz allen schnellen Reichtums und sonstwie augenscheinlich glamourösen Lebens zu bedauern.

Apropos Kanaillen: Laut der CSU gibt es ein „Bayern-Gen“, das unter anderem das CSU-Wählen bedinge. Offenbar gibt es in Teilen Deutschlands tatsächlich ein Problem mit fremden Kulturen. Eine Obergrenze für Träger des „Bayern-Gens“ würde sicherlich sowohl Rassisten als auch ihre politischen Gegenspieler in Zustimmung vereinen. – Dazu passt: Die besten Teams für den Cyber-Krieg bestehen aus sozial Gestörten. Die, die nicht am Krieg teilnehmen möchten, finden sich stattdessen auf irgendwelchen Mailinglisten ein und lassen sich dort von Richard M. Stallman die Hackerkultur erklären. Soziale Gerechtigkeit macht anscheinend humorlos.

Am vergangenen Wochenende „gewann“ irgendein Land den Wettstreit der belanglosen Liebesschnulzen. Sollte unter meinen Lesern einer sein, der sich für dessen Kenntnisnahme nicht zu schade war, so möge er sich an dieser Stelle mit Spott bedacht fühlen und sein Wissen bitte keineswegs weitergeben. Uns Übrigen eröffnet sich eine weitere Woche voller großartiger Musik.

Zum Beispiel dieser:

Dot Legacy – Grey Cardinal (To The Others album 2016) – heavy progressive Stoner Rock from France

Guten Morgen.