In den NachrichtenMontagsmusikNerdkrams
!GeRald! – Fire in a Mad­hou­se /​/​ Die Revo­lu­ti­on öff­net Brie­fe an ihre Kinder.

Huch - zu spät!Es ist Mon­tag. Bei H&M gibt es jetzt Kla­mot­ten, die man mehr­mals tra­gen kann. So habe ich mir den Kapi­ta­lis­mus nicht vorgestellt.

Gute Nach­rich­ten aus der Welt­po­li­tik: Das Land der Pan­da­bä­ren (hier: Chi­na), Russ­land und die USA haben sich beim Cybern auf ein gemein­sa­mes Cyber geei­nigt, schreibt die Cyber-„NZZ“ in einem Arti­kel, in dem 35-mal „cyber“ vor­kommt. Auf Twit­ter habe ich gewit­zelt, ich wür­de über ein neu­es Trink­spiel nach­den­ken, aber mei­ne Leber muss noch ein paar Jah­re durch­hal­ten. Auf dem­sel­ben Twit­ter hat „Argonerd“, einer der weni­gen immer­hin durch­weg emp­feh­lens­wer­ten poli­ti­schen Twit­ter­ac­counts, wäh­rend­des­sen bebil­dernd fest­ge­hal­ten, dass die US-ame­ri­ka­ni­sche Vize­prä­si­den­tin sich nur weni­ge Mona­te nach der erfolg­ten Wahl als eine zyni­sche Aus­län­der­ab­wehr­kraft her­aus­stellt. Ich gebe zu, dass mir die mona­te­lan­ge Beschal­lung mit der Infor­ma­ti­on, dass der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent heim­lich Kin­der fres­se, all­mäh­lich ein biss­chen fehlt. Geht’s euch gut, „SPIEGEL“-Redakteure? Kann ich was tun?

Nichts mehr tun soll inzwi­schen Richard Stall­man, denn Red Hat dreht der Free Soft­ware Foun­da­ti­on auf­grund fal­scher Vor­wür­fe – bei ande­ren nennt man das fake news – den Geld­hahn zu, weil die­se es gewagt hat, anstel­le diver­sen Per­so­nals (also Men­schen, die schon vor dem Früh­stück drei Geschlech­ter hat­ten) aber­mals besag­ten Richard Stall­man in ihre Füh­rungs­rie­ge auf­zu­neh­men; einen Herrn mit offen­bar schlech­ten Manie­ren also, der für die freie Soft­ware aber als Spi­ri­tus Rec­tor (GNU) wie auch als Ent­wick­ler (u.a. Emacs) in den letz­ten vier­zig Jah­ren bis heu­te mehr gelei­stet hat als die Men­ge derer, die sich jetzt in quietsch­blö­den Blog­ar­ti­keln (beknack­tes Nar­ra­tiv des Monats: wer in einem tech­ni­schen Pro­jekt Meri­to­kra­tie gegen­über flau­schi­wat­ti­gen Stuhl­krei­sen ohne tech­ni­schen Mehr­wert bevor­zu­ge und das auch noch offen zuge­be, ste­he damit den „neu­en Rech­ten“ nahe), „offe­nen Brie­fen“ (ich emp­feh­le ja geschlos­se­ne Brie­fe an den Adres­sa­ten anstel­le offe­ner Brie­fe „an“ jeman­den, der das trau­ri­ge Gewim­mer ver­mut­lich nicht mal lesen wird, wenn man wirk­lich etwas mit­zu­tei­len hat und nicht bloß Spen­den sam­meln will) und unzäh­li­gen gegen­sei­ti­gen Belei­di­gun­gen in so Medi­en ergie­ßen. Wenn ich bei einem tech­ni­schen Pro­jekt indes die Wahl habe, ob ich einen erfah­re­nen Ent­wick­ler oder einen erfah­re­nen Gen­der­ak­ti­vi­sten (m/​w/​Fliewatüüt) im Team haben möch­te, dann fällt die Wahl vor­aus­sicht­lich eher nicht auf den Gen­der­ak­ti­vi­sten (m/​w/​Fliewatüüt). Umge­kehrt gehe ich ja auch davon aus, dass ein Gesprächs­kreis zum The­ma Trans­se­xu­el­len­rech­te nur wenig Bedarf an der Mit­wir­kung eines alten wei­ßen Man­nes hät­te. Wenn ich die Free Soft­ware Foun­da­ti­on wäre, wür­de ich ja jetzt vor­schla­gen, Red Hat sol­le gern selbst eine freie Alter­na­ti­ve zu Unix ent­wickeln, wie es das GNU-Pro­jekt getan hat, und dafür eine eige­ne, völ­lig neue Lizenz ent­wer­fen und sich andern­falls viel­leicht etwas dank­ba­rer dafür zei­gen, dass ihnen jemand, den sie gar nicht mögen, die Mög­lich­keit eröff­net hat, mit GNU-Soft­ware unter einer GNU-Lizenz meh­re­re Mil­li­ar­den US-Dol­lar im Jahr an Umsatz zu generieren.

Es ist Mon­tag und ich höre schon wie­der nur sper­ri­ge Musik.

!GeRald! – Fire in a Madhouse

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Drew McDow­all – Agalma

Drew McDowall - AgalmaLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Was machen eigent­lich die ehe­ma­li­gen Mit­glie­der von Coil und Psychic TV heu­te so? Nun, man­che sind tot, ande­re betrei­ben anders­wo Musik. Drew McDow­all zum Bei­spiel hat zuletzt 2020 unter dem Titel „Agal­ma“ (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp.com) mit sie­ben wei­te­ren Musi­kern ein neu­es Album auf­ge­nom­men und ver­öf­fent­licht, das genau so klingt, wie ich mir Musik aus Indu­stri­al­krei­sen vor­stel­le bis­her – zuge­ge­ben – nicht vor­ge­stellt habe.

Fol­ge­rich­tig steht im Rekla­me­text zum Album, es hand­le sich um sein bis­her am wenig­sten Indu­stri­al-nahes Album, dafür jedoch um sein bis­her lit­ur­gisch­stes; mit ihm woll­te er das „was zur Höl­le pas­siert gerade?“-Gefühl ver­to­nen, heißt es dort. Ein agal­ma ist eine Votiv­ga­be, mit­hin ein beschei­de­nes Opfer für eine höhe­re Macht, um sie für die eige­nen Bedürf­nis­se emp­fäng­lich zu machen.

Passt.

Agal­ma V (ft. Kali Malone)

Ich mag es ja, wenn Musik auch mal beklem­mend ist. Die­ses Bedürf­nis wird also auch irdisch gestillt. Für schwa­che Ner­ven ist das frei­lich nichts. Die übli­chen Ver­däch­ti­gen dür­fen sich hier­un­ter auf­rei­hen und sich über den aus­blei­ben­den Gesang beklagen.

Sonstiges
Die letz­te Coronamaßnahme

Ich bin ja jetzt kei­nes­wegs vom Fach, aber könn­te man nicht viel Zeit, Geld und Ner­ven spa­ren, wenn man statt dau­ernd neu­er Schnell- und Nor­mal­ge­schwin­dig­keits­tests, Öff­nungs­zei­ten, Schlie­ßungs­be­schlüs­sen und Aus­nah­me­re­ge­lun­gen ein­fach das so gespar­te Kon­tin­gent in Imp­fun­gen steckte?

Sonstiges
Ent­öde­te Innenstädte

Viel ist der­zeit zu lesen über die Sor­ge um die Ver­ödung von Innen­städ­ten. Damit gemeint ist nicht etwa, dass einst attrak­ti­ve Innen­städ­te seit Jahr­zehn­ten auf­grund des Baus geschmack­lo­ser rund­um­ver­gla­ster Ein­kaufs­zen­tren, als Sah­ne­häub­chen mit­un­ter gar mit­tels der Schän­dung histo­ri­scher Fas­sa­den, ihren opti­schen Reiz ver­lie­ren, son­dern – im Gegen­teil – das Aus­blei­ben gro­ßer Men­schen­men­gen, die sich durch die­se einst attrak­ti­ven Innen­städ­te schie­ben, um in blö­den Geschäf­ten nutz­ar­men Plun­der zu kaufen. 

Dass die­se Men­schen­men­gen ihr Tun selbst nicht für eine bedenk­li­che Aus­wir­kung einer unge­zü­gel­ten Kon­sum­ge­sell­schaft, son­dern für eine schö­ne Frei­zeit­ge­stal­tung hal­ten, ist ins­be­son­de­re in Erwä­gung der spä­te­ren Erzäh­lun­gen im Fami­li­en­kreis wit­zig:

„Wie habt ihr euren Urlaub zu Hau­se ver­bracht?“
„Wir haben eingekauft!“ 

Ich möch­te gar nicht abstrei­ten, dass die Ver­füg­bar­keit von regu­lä­ren Laden­ge­schäf­ten für digi­tal Abge­häng­te – Berg- und Dorf­be­woh­ner, Alte, Kran­ke – sowie Daten­schutz­be­wuss­te wei­ter­hin von ent­schei­den­der Bedeu­tung ist; viel­leicht aber ist die­se Ent­ödung der Innen­städ­te durch die Rück­kehr der Stadt selbst eine gute Gele­gen­heit, den gras­sie­ren­den Ein­zel­han­del sinn­voll zu konsolidieren. 

Am besten da, wo er optisch nicht stört. 

In den NachrichtenPolitik
Säku­la­ris­mus wann anders. (6)

Als die Bun­des­re­gie­rung ihr unter­tä­nig die Bit­te zuge­flü­stert hat­te, viel­leicht dar­über nach­zu­den­ken, an Ostern nicht mit den letz­ten über­le­ben­den Rent­nern Bull­shit­bin­go („Mes­se“) zu spie­len, über­leg­te die katho­li­sche Kir­che nicht lan­ge und befand, das sei zwar eine hüb­sche Idee, aber lei­der sehe man sich außer­stan­de, die Gesund­heit der Ihren nicht zu gefähr­den, und die Bun­des­re­gie­rung sol­le woan­ders spie­len gehen.

Man könn­te dar­über spe­ku­lie­ren, ob das ange­sichts des Umstands, dass die christ­li­chen Kir­chen bis heu­te die ein­zi­gen sind, deren Sym­bol ein anti­kes Fol­ter­in­stru­ment ist, über­haupt beacht­lich ist, oder (was ich für wit­zi­ger hal­te) man bemerkt das schnel­le Ein­schrei­ten des got­tes­staat­li­chen Innenministers:

See­hofer stell­te klar, dass es weder um ein Ver­bot noch um die For­de­rung gehe, Got­tes­dien­ste zu Ostern aus­fal­len zu las­sen. «Ich möch­te aus­drück­lich dar­auf hin­wei­sen, dass es sich hier um eine Bit­te han­delt», beton­te er. «(…) Das Innen­mi­ni­ste­ri­um hat (…) schon sehr früh in der Pan­de­mie gemein­sam mit den Kir­chen Hygie­ne-Kon­zep­te aus­ge­ar­bei­tet, die bis heu­te tadel­los funktionieren.»

Wenn funk­tio­nie­ren­de Hygie­nekon­zep­te in Ver­bin­dung mit erhöh­tem Steu­er­po­ten­zi­al aber schon rei­chen, um die Coro­na­ver­fü­gun­gen der zustän­di­gen Stel­len für nich­tig erklä­ren zu dür­fen: War­um sind in Bay­ern dann eigent­lich die Restau­rants noch zu?

Da darf doch bestimmt auch gebe­tet werden.

In den NachrichtenNerdkrams
Baby­lon digital

Es gibt Hoff­nung für all die­je­ni­gen, die heu­er in Angst ver­fal­len, weil die­sen Monat noch kein neu­es Audio­for­mat in Sicht ist, das – wie zuvor unter ande­rem Shor­ten (1993), MP3 (1993), Real­Au­dio (1995), AAC (1997), Muse­Pack (1997), Wav­Pack (1998), WMA (1999), Vor­bis (2000), Monkey‘s Audio (2000), FLAC (2001), ALAC (2004), TAK (2007), Opus (2012) sowie neu­er­dings, aber auch schon wie­der vor Mona­ten, Lyra – all sei­ne Vor­gän­ger beer­ben kön­nen soll: Das neue Bild­for­mat JXL („JPEG XL“, obwohl doch schon das alte Bild­for­mat eigent­lich JFIF und nicht JPEG hieß und obwohl man im Web eigent­lich nichts haben möch­te, was „XL“ ist, da kön­nen die Rekla­me­wich­ser pro­kla­mie­ren, was sie wol­len) kön­ne GIF (1987), JFIF (1991), PNG (2006) und WebP (2010) dies­mal aber wirk­lich kom­plett und end­gül­tig im Web erset­zen, impli­ziert „t3n“. Da kann ich nur viel Erfolg wünschen.


Kei­ne Hoff­nung gibt es aller­dings mehr für die­je­ni­ge evan­ge­li­sche Kir­che, die 1 Mose 11,7 offen­sicht­lich als Anlei­tung missversteht.

In den NachrichtenPolitik
Erlaubt, weil man’s tut

Gute Nach­rich­ten für Besit­zer von Koks­plan­ta­gen und Haken­kreuz­flag­gen­drucke­rei­en: Wenn man etwas nur hart­näckig genug tut, will die SPD es irgend­wann erlauben.

So steht etwa im aktu­el­len Ent­wurf ihres „Zukunfts­pro­gramms“, des­sen Name bei einer per­spek­ti­v­ar­men Par­tei wie der SPD zumin­dest Gal­gen­hu­mor beweist, in Antrag 3.14 folgendes:

Wie Alko­hol ist auch _​_​ eine gesell­schaft­li­che Rea­li­tät, mit der wir einen adäqua­ten poli­ti­schen Umgang fin­den müs­sen. Ver­bo­te und Kri­mi­na­li­sie­rung haben den Kon­sum nicht gesenkt, sie ste­hen einer effek­ti­ven Sucht­prä­ven­ti­on und Jugend­schutz ent­ge­gen und bin­den enor­me Res­sour­cen bei Justiz und Poli­zei. Eine regu­lier­te Abga­be von _​_​ an Erwach­se­ne soll in Modell­pro­jek­ten von Län­dern und Kom­mu­nen erprobt wer­den kön­nen, beglei­tet durch Maß­nah­men der Prä­ven­ti­on, Bera­tung und Behand­lung im Jugend­be­reich. Zudem wer­den wir bun­des­ein­heit­lich regeln, dass der Besitz klei­ner Men­gen von _​_​ straf­recht­lich nicht mehr ver­folgt wird.

Im Ursprungs­text steht anstel­le der Aus­las­sungs­zei­chen das Wort „Can­na­bis“, aber mei­ne bei­den Vor­schlä­ge sind doch etwas huma­ner, denn wäh­rend jemand, der neben mir steht und kifft, mich mit Gestank und (viel zu oft auch) Tabak­qualm belä­stigt, mit­hin mei­ne Gesund­heit ernst­lich gefähr­det, wir­ken sich Men­schen, die, in eine Haken­kreuz­flag­ge ein­ge­hüllt, neben mir Koka­in kon­su­mie­ren, auf mei­ne Gesund­heit nicht im Gering­sten aus. Viel­leicht wäre die SPD offe­ner für die Frei­ga­be von Koka­in, wenn es auch stin­ken würde?

War­um die SPD das mit der Besit­z­erlaub­nis klei­ner Men­gen – immer­hin ist sie seit lan­ger Zeit Teil der Bun­des­re­gie­rung – trotz wie­der­hol­ter For­de­run­gen nicht ein­fach tut, möge anson­sten ein Klü­ge­rer beurteilen.

NerdkramsProjekte
In eige­ner Sache: Aba­yo, Matomo!

Lang­jäh­ri­ge Leser und sol­che, die gern mal in ande­rer Leu­te Quell­code her­um­for­schen, hat­ten es mög­li­cher­wei­se bereits mit­be­kom­men: Für die­se Web­site sowie eini­ge mei­ner Pro­jek­te kam jah­re­lang das Sta­ti­stik­werk­zeug Matomo – schon unter sei­nem alten Namen – zum Ein­satz. Hier­für band ich statt der Ver­wen­dung als Log­ana­ly­se­pro­gramm ein Zähl­script auf eini­gen Sei­ten ein, das die Besu­cher­da­ten direkt live in eine wach­sen­de Daten­bank schrieb, sofern die Besu­cher Java­Script akti­viert und/​oder das Opt-Out-Coo­kie nicht gesetzt hatten.

Nun ist eine sol­che Soft­ware zwar im Prin­zip sehr prak­tisch für Men­schen einer unfei­nen Pro­fes­si­on, näm­lich Wer­ber und ähn­li­che Hei­nis, aber der Big-Data-Aspekt die­ses Pro­gramms, das wesent­lich mehr Sta­ti­sti­ken raus­blies als ich brau­chen konn­te (letzt­end­lich inter­es­sie­ren mich am mei­sten die Her­kunfts­sei­ten und die unge­fäh­ren Auf­ruf­zah­len), ver­trug sich nur mit­tel­mä­ßig mit mei­nem ander­wei­ti­gen Pochen auf Daten­schutz. Mehr noch: Matomo ist ein her­aus­ra­gen­des Bei­spiel für fast alles, was ich an heu­ti­ger Web­ent­wick­lung in PHP nicht lei­den kann; so blink­te etwa seit dem letz­ten grö­ße­ren Ver­si­ons­up­date ein roter Feh­ler­bal­ken kurz auf, des­sen Ursprung mir unklar geblie­ben ist. Mehr als ein­mal muss­te ich auch die Soft­ware (immer­hin nicht die Daten­bank) neu instal­lie­ren, weil irgend­ein Script bei der Aktua­li­sie­rung zwi­schen zwei Beta­ver­sio­nen – ja, ich bin mir des Pro­blems bewusst – irgend­wel­che Feh­ler gemacht hat­te, die im Bug­tracker des Matomo­pro­jekts zwar fast immer schon bekannt, aber sel­ten ein­fach zu lösen waren.

Da ich seit eini­ger Zeit ver­su­che, die Nut­zung von PHP-Scripts (zusam­men mit in Python geschrie­be­nen Scripts, die Grün­de sind ähn­lich) auf mei­nen Ser­vern und Webs­paces zu redu­zie­ren und lang­fri­stig ganz ein­zu­stel­len, habe ich auch über die Nut­zung von Matomo noch­mals, wie man es wohl heut­zu­ta­ge nennt, ergeb­nis­of­fen nach­ge­dacht. Die­ses Nach­den­ken hat­te Erfolg, denn auf Uberspace.de, auf deren Ser­vern ich nach meh­re­ren Wech­seln in kur­zer Zeit seit neun Jah­ren eini­ger­ma­ßen zufrie­den den Kram hier mache, gibt es bereits anony­mi­sier­te und aus­führ­li­che Log­da­tei­en. War­um wer­te ich nicht ein­fach die aus? ‘In eige­ner Sache: Aba­yo, Matomo!’ weiterlesen »

In den NachrichtenMontagsmusik
Can – Uphill /​/​ Hupen für den Busverkehr

Ich muss noch zur Bank.Es ist Mon­tag. Am Wochen­en­de wur­de in Kas­sel demon­striert, die Teil­neh­mer und Orga­ni­sa­to­ren waren jedoch zu einem erheb­li­chen Teil ein biss­chen blö­de, wes­halb weni­ger über den Inhalt der Demon­stra­ti­on als über die Feh­ler aller Betei­lig­ten (Demon­stran­ten, Gegen­de­mon­stran­ten, Schutz­kräf­te) berich­tet wur­de und wird. Der größ­te Feh­ler ist mei­ner Mei­nung nach, dass nicht zugun­sten put­zi­ger Tie­re (war­um nicht mal Pan­da­bä­ren?), son­dern bloß wegen irgend­so­ei­nes Virus demon­striert wor­den ist, das nun wirk­lich kei­ne Hil­fe braucht. Das ist etwas scha­de. Ich mag put­zi­ge Tiere.

Ein Blick in die Nach­rich­ten offen­bar lei­der trotz­dem vor allem Poli­tik – nützt ja nix: Der Ber­li­ner Stadt­bau­rat Flo­ri­an Schmidt von der Gur­ken­par­tei „Die Grü­nen“ setzt sich zu nie­man­des Über­ra­schung über das Gesetz hin­weg. Ande­re Poli­ti­ker sind schon über viel klei­ne­re Skan­da­le gestol­pert und haben ihre Par­tei mit­ge­ris­sen. Liegt das am Kli­ma? – Die natür­li­chen Part­ner der Bun­des­grü­nen, die SPD (nicht mit den Sozi­al­de­mo­kra­ten zu ver­wech­seln, die hei­ßen inzwi­schen „Lin­ke“), erneu­ern der­weil ihr „Bekennt­nis zur Bedeu­tung des ÖPNV für die Ver­kehrs­wen­de“ (Sep­tem­ber 2020) und wäh­len ihren Direkt­kan­di­da­ten für die Lüne­bur­ger Hei­de mit einem Hup­kon­zert im Auto­ki­no. Brumm, brumm!

Das ist selbst den Dorf­be­woh­nern jetzt zu blöd: In Ueberau wur­de schon wie­der die DKP stärk­ste Kraft, sogar mit Stim­men­zu­wachs. Die­ser Par­la­men­ta­ris­mus amü­siert mich mit­un­ter immer noch. In den ange­schlos­se­nen Leit­me­di­en berich­tet man immer­hin über einen wei­te­ren Erfolg der Bun­des­re­gie­rung: End­lich Droh­nen­macht! Gibt es eigent­lich noch einen ein­zi­gen ver­nünf­ti­gen Grund, nicht in ein Land ohne NATO-Mit­glied­schaft auszuwandern?

Dar­über wird nach­zu­den­ken sein, jedoch gern zu hei­mi­scher Musikbegleitung.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Ampel­röck­chen

Braun­schweig, die mit gro­ßem Abstand schön­ste Groß­stadt zwi­schen Bie­le­feld und Mag­de­burg, hat etwas nicht getan und „Queer.de“ ist trotz­dem dagegen:

Die Braun­schwei­ger Stadt­ver­wal­tung ver­bie­tet die vom Bezirks­rat Innen­stadt beschlos­se­ne Instal­la­ti­on von gleich­ge­schlecht­li­chen Ampel­pär­chen – nach neun Mona­ten „Prü­fung“ und mit einer absur­den Begründung.

Näm­lich:

Es kön­ne nicht zuver­läs­sig der Nach­weis eines glei­chen Sicher­heits­stan­dards wie bei gewöhn­li­chen Ampeln erbracht wer­den, teil­te sie dem Bezirks­rat mit. Inso­fern wäre die Instal­la­ti­on abwei­chen­der Sym­bol­bil­der „mit einem nicht abschätz­ba­ren Risi­ko verbunden“.

Dass die­se Begrün­dung zumin­dest erstaun­lich ist, stel­le ich hier­bei gar nicht in Abre­de. Gele­sen wird das aber nicht als Bei­spiel für selt­sa­me Aus­wir­kun­gen der Büro­kra­tie, son­dern als homo­se­xu­el­len­kri­tisch:

Für ihr vor­ge­scho­be­nes Sicher­heits­ar­gu­ment ver­lei­hen wir der Stadt Braun­schweig unse­re Homo-Gurke!

Ich las­se Wit­ze über das Wort „Gur­ke“ an die­ser Stel­le unge­macht, denn mei­ne Leser haben hier­zu oft noch schö­ne­re Ideen als ich. Ver­meint­lich gelun­ge­ne Wit­ze über das Wort „Gur­ke“ in die­sem Kon­text bit­te ich inso­fern in die Senf­ecke zu senf­en. Erwäh­nens­wer­ter ist aber die Impli­ka­ti­on, es för­de­re die Tole­ranz und/​oder Akzep­tanz für nicht hete­ro­se­xu­el­le Pär­chen­be­zie­hun­gen, wenn man Figu­ren auf beleuch­te­ten Stra­ßen­ver­kehrs­schil­dern anders anbringt.

Dass das klas­si­sche Bezie­hungs­mo­dell „ein Mann und eine Frau“ noch immer nicht auf „drei oder mehr Per­so­nen belie­bi­ger Iden­ti­tät“ erwei­tert wor­den ist, kann ich an die­ser Stel­le noch ver­ste­hen – auf Ampeln sind Sil­hou­et­ten von Per­so­nen ab einer gewis­sen Anzahl nur noch schwer zu erken­nen. Kaum zu über­se­hen ist aber die Impli­ka­ti­on, man kön­ne an einer Sil­hou­et­te das Geschlecht erken­nen: Zwei Men­schen ohne Rock, zwi­schen denen ein Herz­chen prangt – das muss ein Her­ren­pär­chen sein!

Was mich zu der Fra­ge führt: Wie homo­gur­kig ist eigent­lich „Queer.de“?

(Nach­trag vom 11. Janu­ar 2022:) Es gibt die­se Ampel­än­de­rung jetzt doch. Schade.


Und dann war da noch die­se Eil­mel­dung von gestern Abend:

Kurz vor den Bera­tun­gen von Bund und Län­dern wies Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel auf die Anfang März beschlos­se­ne Coro­na-Not­brem­se hin und sag­te: „Wir wer­den lei­der auch von die­ser Not­brem­se Gebrauch machen müssen.“

Ich habe eben einen neu­en Beam­ten­witz erfun­den und der geht so: Wel­ches For­mu­lar muss man eigent­lich mit wel­cher Frist in wie­viel­fa­cher Aus­füh­rung ein­rei­chen, wenn man in der Büro­kra­tie eine Not­brem­sung voll­zie­hen möchte?

In den Nachrichten
Erwach­se­ner wird von Blei erfasst – Corona.

Autos sind sooo 2020, beim „Tages­spie­gel“ ist man weiter:

50 Men­schen sind 2020 im Ber­li­ner Stadt­ver­kehr gestor­ben, dar­un­ter waren allein 17 Rad­fah­rer. Das könn­te auch mit der Coro­na-Pan­de­mie zusammenhängen.

Weil näm­lich:

Ver­kehrs­ex­per­ten hat­ten (…) bereits im Früh­som­mer dar­auf hin­ge­wie­sen, dass durch die Coro­na-Pan­de­mie (…) mehr Men­schen aufs Rad umstei­gen würden.

Muss man ja ver­ste­hen: Steigt man aufs Rad, kommt man halt um. Fahr­rä­der sind gefährlich.

Viel­leicht doch lie­ber Auto fah­ren. Da kommt die­ses Coro­na nicht rein.