In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Die Ausgestoßenen

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten schlägt wieder zu:

Eine weiße Frau, die Klage eingereicht hatte, nachdem sie versehentlich mit dem Sperma eines Afroamerikaners befruchtet worden war, muss ihre Klage nun erneut stellen, nachdem ein Richter aus Illinois ihre Forderungen an die Samenbank abgelehnt hatte. (…) [Jennifer] Crambletts Anwalt erläuterte, dass der Fehler ihr und ihrer Familie Stress, Schmerz, Leid und medizinische Kosten verursacht habe; außerdem führte er aus, dass sie fürchten musste, dass ihre Tochter Payton, inzwischen drei Jahre alt, in ihrem, Frau Crambletts, vorrangig weißen Freundes- und Bekanntenkreis mit dem Gefühl aufwachsen würde, eine „Ausgestoßene“ zu sein.

(Übersetzung von mir.)

Nein, mein Kind, ich habe zwar vor Gericht versucht, dich als Schaden geltend zu machen, weil du schwarz bist, aber weißt du, meine Freunde sind alle so rassistisch.

:irre:

In den NachrichtenMontagsmusikMusik
Bee Gees – Stayin‘ Alive

Party!Es ist Montag. Nach einer mir vorliegenden Mitteilung sind Sie verstorben, ganz allgemein ist das ja noch nichts Schlechtes, wenn das nicht gleichzeitig eben auch ein Drücken vor der Verantwortung wäre. Das Bett ist noch warm. Auch der weltbeste Sommer changiert einmal. Plüsch gefällig?

Einmal nicht den Pimmel zeigen. Was bewegt die Welt stattdessen? Laut „SPIEGEL ONLINE“ ist die Frage, ob Fernsehkrimis wirklich so passiert sind, mehrere Bildschirmseiten wert, obwohl die Antwort in einem Wort gegeben werden könnte.

Wahrscheinlich ist das alles egal und wahrscheinlich gehen die kids in der Schule ab heute wieder voll ab, weil Dr. Luke ein weiteres Gleichform-Liedchen hervorbringen musste. Um manche „Musiker“ ist es schade, weil sie noch nicht aufgehört haben.

Was soll’s, das Leben geht sozusagen weiter. Der Zweck ist unklar.

Bee Gees – Stayin' Alive (1977)

Mrgn.

In den NachrichtenMusikSonstiges
Aktion Doof

Was für eine großartige Idee doch ein Musiklehrer aus Niedersachsen da hatte:

Ein Musiklehrer aus Niedersachsen will ein altes Lied der Band Die Ärzte zurück in die Charts bringen – als Reaktion auf den zunehmenden Hass gegen Flüchtlinge und die Anschläge auf Heime, wie zuletzt beispielsweise in Heidenau, Meißen oder Freital. Seit Sonntag existiert die Initiative „Aktion Arschloch“ mit eigener Webpage und Facebook- sowie Twitter-Präsenz.

Denn nichts, aber auch gar nichts auf der Welt könnte effizienter das zusehends ärger werdende Kulturproblem zwischen Einwanderern und Einheimischen bekämpfen als ein Poprockliedchen, dessen Kernaussage es ist, dass Rechtsradikale allesamt verweichlichte Memmen und, daher der Name der „Aktion“, „Arschlöcher“ seien. Brüllen gegen Rechts, Eierlaufen gegen das Böse.

Nun trägt es zu mehr Sachlichkeit keineswegs bei, dass diejenigen, die diese „Aktion Arschloch“ unterstützen, gleichzeitig ernsthaft darüber debattieren, unter welchen Umständen die mediale Zurschaustellung von aufgrund behördlicher Vernachlässigung verstorbenen Flüchtlingen einen wertvollen Beitrag zur Besserung der Situation darstelle, so dass man über althergebrachte Werte wie Menschenwürde, Privatsphäre und Wahrung der Totenruhe großzügig hinwegsehen könne. Irgendwo habe ich in diesem Zusammenhang erst heute gelesen, dass eine Fotografin nach eigenen Angaben beim Sichten der herumliegenden Leichen erst dann nennenswert erschüttert war, als sie sie als Kinder identifiziert hatte. Den Wert einer Leiche am Alter ihres Körpers zu messen ist vielleicht das, was irgendwer von geringer geistiger Leistung als Menschlichkeit und Mitgefühl versteht.

Professionelle Distanz endet an Wasserleichen; zahlreiche tote Flüchtlinge, die irgendwo ertrinken, sind eben nur eine Zahl, bis sie wehrlose Kinder sind und man einen werbefinanzierten Artikel mit ihnen bebildern kann. Als wäre der Bilderwahn nicht schon dadurch auf eine ausreichend irre Art belegt, dass bei der Berichterstattung über Gerichtsverfahren allzu häufig Fotos aus dem Gerichtssaal, die Angeklagte mit Aktenordnern anstelle ihres Gesichts zeigen, eine Rolle spielen. Seht her, liebe Leser, hinter diesem Aktenordner sitzt ein möglicher Täter und unser Fotograf hat keine Mühen gescheut, euch diesen Aktenordner in Farbe präsentieren zu können.

Mir fällt zu all dem auch nicht viel mehr als ein Lied einer Musikgruppe ein, die vielen Unterstützern der „Aktion Arschloch“ vermutlich auch nicht völlig unbekannt ist.

Slime (Schweineherbst 1993) [22]. Besserwisserei Stinkt

Sag‘ deine Meinung, übe Kritik,
doch behaupte nicht, dass du die Wahrheit kennst. (…)
Verschon‘ mich mit deiner beschiss’nen Moral;
sie ist nicht mal das Band wert, auf dem du sie besingst!

Aber vielleicht ist das zu reflektiert für die, die stets das Richtige tun.

In den NachrichtenNerdkrams
Google: Nepper, Schlepper, Apper (die Abkürzung ist Zufall)

Heißa, was ist das wieder für ein Rummel: Zuerst hat der US-amerikanische Technologiekonzern Google einen Herrn Sundar Pichai, der wohl seit Jahren darauf gewartet hat, zum Firmenchef gemacht, die Firma Google allerdings etwa zur gleichen Zeit einem noch größeren Konzern untergeordnet (wäre ich Herr Pichai, ich hätte ja den Eindruck, man wolle mich verarschen), der mit „Alphabet“ einen keineswegs tiefsinnigeren Namen trägt, sich dann ein grauenvolles neues Logo (das allerdings zumindest konsequent ist) zugelegt und den stets um unaufgeregte Sachlichkeit bemühten Journalisten dieser Welt dann keineswegs eine Atempause gelassen, denn auch die Seitenrangliste wird mal wieder überarbeitet:

Starting November 1, sites that show app install ads that hide “a significant amount of content on the transition from the search result page” will be penalized by losing their “mobile-friendly” status.

Websites, die also Besuchern auf dem Smartphone oder Tablet statt des gewünschten Inhalts erst mal einen ganzseitigen Werbebanner für die app zur Website einblenden, werden künftig schlechter bewertet und somit von Google-Nutzern nicht mehr so schnell gefunden.

Websites wie, ähm …

Google Interstitials

Google Plus Interstitial

:aufsmaul:

In den NachrichtenMontagsmusik
Qarpa – Sex

boreal-owlMontag. Nicht mal in aller Ruhe durchdrehen kann man hier, ohne dass die Welt das nachmacht. Googles Appsuche zeigt jetzt Apps. Hui! Schnell zurück zu den alten Werten. Das Internet ist die DDR von heute. Einen Eimer Sperma dazu?

Eimer Sperma

Nerv‘ nicht mit deinem Mond. Ich weiß doch auch nicht.

Guten Morgen, glaube ich.

In den NachrichtenPolitik
Würdevielleichtvoll

Bei den Linken hat sich ja seit Langem die Bezeichnung „Kaltland“ für „Deutschland“ durchgesetzt, wenngleich wohl kein Land so kalt sein kann, dass sie freiwillig auswandern. Wieso man ein Land als so herzlos und abstoßend empfindet und sich trotzdem dafür engagiert, dass die eigenen politischen Überzeugungen hier mehr Gehör finden, ist mir noch nicht klar; „Deutschland, verrecke!“ ist noch nicht so lange her, dass es plötzlich ein „Deutschland, diskutier‘ mit uns über unsere Zukunft!“ geworden sein könnte.

Die Gegenseite, die das Überleben Deutschlands in einer möglichst reinen Form über das eigene stellt, die doofen Nazis also (denn Graustufen kennen die Verfechter des einzig wahren Miteinanders schon gar nicht mehr), deren Demonstrationen immer und grundsätzlich „Aufmärsche“ genannt werden müssen, weil es sonst wohl gar zu bescheuert wirkte, gegen diese Demonstrationen statt für Sinnvolles zu demonstrieren, denkt ihrerseits auch nicht daran, irgendwo anders hinzureisen, und agiert aktiv für ihre Version eines besseren Landes, wie’s dieser Tage durch die Medien geistert:

In Heidenau haben Dutzende Teilnehmer einer NPD-Demo die Zufahrt zu einem ehemaligen Baumarkt blockiert, in dem etwa 250 Flüchtlinge untergebracht werden sollten.

Die Blockade von genehmigten Transporten und/oder Versammlungen heißt eben nur manchmal „ziviler Ungehorsam“; wenn es die Falschen tun, ist es eine Ungeheuerlichkeit. Jedenfalls kämpft da, wenn ich das richtig mitbekommen habe, gerade die Gruppe derer, die gern möglichst viele neue Ghettos für Flüchtlinge errichten möchte, gegen die Gruppe derer, die es nicht einsehen möchte, dass die Einwanderung in Europa so ungleich verteilt werden soll, und mit Fackeln und Mistgabeln die Initiative ergreift; der Mob aber, das sind immer die Anderen.

Da hilft auch Sigmar Gabriel, der jüngst gekürte Mr. Zack der SPD, nicht mehr:

Sigmar Gabriel wettert in Heidenau gegen den braunen Mob. Doch eigentlich warten sie in Sachsen auf jemand anderen: die Kanzlerin.

Schön, dass du da warst, Siggi, und jetzt geh‘ aus dem Weg, wir warten auf interessantere Leute. So einfach geht Protest gegen die SPD, werte Scherzfreunde, und ich empfehle euch bei anderen Gelegenheiten ähnlich zu reagieren. – Merkel also kam irgendwann und sagte was:

„Deutschland ist ein Land, das die Würde jedes einzelnen Menschen respektiert“, so Merkel. Das gelte für jeden, der sich in Deutschland aufhalte.

  • Bis man eben, wie Murat Kurnaz, ins Ausland reist, dann hat sich das mit der Würde auch seitens deutscher Soldaten und Beamter erledigt.
  • Bis man eben selbst verschuldet oder unverschuldet seine Arbeit verliert, dann ist man bis auf Weiteres ein unerwünschter Kostenfaktor.
  • Bis man versucht, Polizeigewalt zu deeskalieren, dann ist der Zwang zur Nacktheit eine angemessene Strafe.
  • Bis man mit nicht ausreichend großen Menge Marihuana erwischt wird, dann ist dieser nackte Körper ein regelmäßiges Anschauungsobjekt.
  • Bis man, womöglich aus Versehen, Opfer des zurzeit von Angela Merkels CDU maßgeblich geförderten Staatstrojaners wird, dann ist nicht einmal mehr die private Kommunikation tabu.

Würde ist eben vor allem ein Konjunktiv.

In den NachrichtenMontagsmusik
Eloiteron – Once

Facepalm ((c) Joel McNeal)Kreisch, schluchz:

„Dagi Bee“ und „LionT“ sitzen auf ’nem Baum haben sich getrennt;
zum Glück gibt’s N Vierundzwanzig, sonst hätt‘ ich das verpennt! *reim*

:-?

All good things. End. Flames. Montag. Wie eigentlich immer. Das Paradies ist verloren.

Apropos: 1981 veröffentlichte das Schweizer Sextett Eloiteron sein offenbar einziges Album namens „Lost Paradise“, was in mehrfacher Hinsicht Programm war. Das dunkle Jahrzehnt der Musik war gerade angebrochen, vieles ging in Flammen auf, ganze musikalische Kulturen starben qualvoll. Zum Glück interessierte sich die Schweiz noch nie für den Rest der Welt, und so zeugen Titel wie „Yapituttiperslikkenbers“ noch vom alten Prog oder bereits vom Retro-Prog. Jazziges steht hier neben Yessigem, und wahrscheinlich sollte ich aufhören, montags Neologismen zu erfinden. Was ich eigentlich sagen wollte: Eloiteron haben recht gute Arbeit geleistet. Ihr solltet es mögen.

Guten Morgen.

Sonstiges
iNetzpolitik (fortg.)

Es ist wahrscheinlich, andererseits, auch nicht in Ordnung von mir, mich über das schräge personalityPropaganda-Blog Netzpolitik.org (aus ethischen Gründen nicht verlinkt) immer wieder so zu ereifern, immerhin arbeiten seine Betreiber unermüdlich auf höchstem journalistischen Niveau im Dienste der Wahrh-

BILD sprach mit Markus Beckedahl, Chefredakteur des Blogs, über die jüngsten Entwicklungen.

:nein:

Sonstiges
Medienkritik XCIII: „Closer“ to Hassattacke

„Closer“. So ein schönes altes Lied der Nine Inch Nails.

Nine Inch Nails – Closer | Live in Portland | Moshcam

„Closer“. So ein schreckliches neues Magazin der Bauer Media Group, bekannt von den Erfolgsformaten „JOY“, „InTouch“ und „COSMOPOLITAN“.

closer 35-2015

„Naddel“, so titelt das dieswöchige Heft („Stars, die wirklich interessieren“), das auch wie zur Warnung eine ganzseitige Werbung für RTL enthält, habe einen „schockierenden Absturz“ hinter sich, irgendeine „Sabia“ wolle irgendeinen „Rafael“ erpressen, weil sie „doch krank“ sei, außerdem habe eine „Lena“ mit „schlimmen HASS-ATTACKEN“ (sic!) zu kämpfen. Endlich mal ein bisschen Spannung! Gucken wir mal rein:

„Schlimme HASS-ATTACKE“ steht über dem Artikel, der damit gleich zu Beginn den Plural relativiert, aber eigentlich geht es doch um mehrere. Die mir bis dato weitgehend unbekannte Lena Gercke („Topmodel“, ebd.) wurde für ein in der „Closer“ abgedrucktes Urlaubsfoto, auf dem sie von hinten mit – vielleicht, um ihr modeltypisches image als Dummchen zu festigen – verkehrt herum aufgesetzter Schirmmütze mit dem Aufdruck „BONNIE“ sowie in einem nicht besonders straff sitzenden Bikini zu sehen ist, auf Facebook „übel beschimpft“ („Closer“). Viele ihrer „Fans“ (ebd.) ziehen, so „Closer“, „über die Kehrseite des Models her“, indem sie schreiben:

Wo ist dein Po? :|

Oder:

Sorry Viel (sic!) zu dünn, sieht nur extrem krank aus.

Es ist schwer vorstellbar, wie das Frollein Gercke diese „fiesen Beschimpfungen“ (ebd.), sie habe keinen dicken Po, nur erträgt.

Auch schwer zu ertragen, wie man wenige Seiten später in der „Closer“ liest, sei das Dasein als Teilnehmer der offenbar irrelevanten Fernsehschau „Promi Big Brother“, in der es augenscheinlich darum geht, dass Leute, die jemanden kennen, der mal mit jemandem den Geschlechtsverkehr vollzogen hat, der mal als Statist durch eine Vorabendserie getorkelt ist, vor einer Kamera ein möglichst normales Leben simulieren. „Closer“ hat hierzu Ela Tas (wollte mal eine Liaison mit einem der ehem. „Bachelor“-Protagonisten eingehen) und Janina Youssefian (hatte mal Sex mit Dieter Bohlen), zwei durch und durch geschmacklose Personen, die in einer früheren Staffel der Sendung also gut aufgehoben waren, zu ihren Erfahrungen befragt.

„Wir wurden jeden Tag eine knappe Stunde mit extrem lauter Musik eingeschlossen, weil die Batterien der Kameras ausgewechselt werden mussten (…)“, erinnert sich Janina, die sich „wie ein Soldat im Krieg“ fühlte.

Wenigstens musste sie dabei kein Prekariatsfernsehen sehen; andererseits, so weiß es der Volksmund, bilde Fernsehen, und vielleicht hätte sie ein weniger komisches Bild vom Krieg, wenn sie mehr ferngesehen hätte, aber wer sein Geld damit verdient, vor Jahren mal einem reichen Schwerenöter unters Gemächt gerutscht zu sein, der braucht augenscheinlich nichts im Kopf zu haben. Ich habe meinen Beruf verfehlt.

Ihre zehn Jahre jüngere Leidensgenossin Ela ist noch immer sichtlich traumatisiert davon, dass man sie in einer Sendung, in der sie beim Leben gefilmt wird, auch beim Leben sehen kann:

Ich wachte nachts schweißgebadet auf, wenn meine Bettdecke verrutscht war, aus Angst, man würde zu viel sehen. (…) Das war Psycho-Terror und wirklich eine der schlimmsten Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben.

Ach, Mädels. Ihr müsst es euch wenigstens nicht hinterher ansehen. Dass so eine Schlafkleidung deutlich mehr Haut zeigt als so ein Badebikini, bezweifle ich allerdings.

Viele „Promi-Ehen“, so informiert mich „Closer“ im Weiteren, stehen derzeit vielleicht möglicherweise vor dem Aus, was mich fast so sehr schockiert wie der Umstand, dass ein deutlicher Großteil aller Texte in der „Closer“ mit drei Punkten („…“) endet. Seite 49 berichtet über die Tochter von Ophylia Adé, die kleine Angela Merkel, und wenn ich Redakteur der „Closer“ wäre, hätte ich die Steilvorlage „Angela Merkel Adé“ ja treffsicher verwandelt, aber ich habe wohl doch noch zu viel Anstand für solche Schundliteratur.

„Qualitätsjournalismus“ hat seinen Preis (1,90 Euro) …

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Elton John – I’m Still Standing

Traurige Eule ist traurigGestern war mehr Montag. In der Braunschweiger Zeitung stand heute, dass in der belebten Innenstadt, also vor Publikum, zwei südländische Männer es geschafft haben, zwei Mädchen per Schwitzkasten das jeweilige Mobiltelefon zu entreißen und damit zu entkommen, und wahrscheinlich sagt das irgendwas aus. Man kann sich andererseits auch als Passant nicht um alles kümmern, wo’s doch so viel mehr Schlechtes auf der Welt gibt: Es ist eine Vergewaltigung, wenn der Sex doof war, während ich ja der Meinung bin, es sei Zeitverschwendung, wenn die Frau so doof ist, aber was weiß ich schon?

Nein, die Cleveren sitzen in den Regierungen. Markus Söder hält Soldatenfotos von sich für zeigenswert, mia san mia (also die da unten), wir hier oben sind empört, empört!!1!. Ich glaub‘, ich spinne: Per Fingertipp auf dem Touchscreen oder per Mausklick am Rechner zeigt man der Spinne, wohin sie krabbeln, springen und wie sie das Netz aufspannen soll, per Fingertipp an die Stirn zeigt man derweil dem Mitmenschen von der Journaille, zu welchem Gewürz er reisen soll. Die Zukunft zeigt indessen, dass Sicherheit sooo 90er ist: Den Bootloader per Web laden, was über das Wort „Hypertext“ auch schon alles Nötige aussagt. Was kann schon schiefgehen? Es ist zum Eulen.

Widrigkeiten. Kann das weg?

Elton John – I'm Still Standing (Live)

Looking like a true survivor, feeling like a little kid.

Angenehme Nachtruhe.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Abfakeln

Es ist, nehme ich an, ein großes Glück für ARD und ZDF, dass die Lautesten derjenigen, die mit der Rundfunkabgabe nicht einverstanden sind, so unbedarft sind.

hoffedasihrabfakelt

(Quelle)


Ihr kennt das Problem: Ihr habt euch einen schäbigen, schon drei Jahre alten Ferrari für 300.000 CHF gekauft und nur wenig später kommt das Nachfolgemodell auf den Markt, für euer Uraltmodell bekommt ihr aber nicht genug Geld erstattet, um es euch leisten zu können. Da gibt’s nur eins: Anzünden, die alte Karre. Man hat’s nicht leicht ohne Liquidität.

In den NachrichtenSonstiges
Mondkalb des Tages: Martin Holland (heise online)

Ich erfuhr jüngst davon, dass es einen „Vertrauensverlust“ in die so genannten „Qualitätsmedien“ gebe. Da gucke ich doch erst mal in meine Leseliste; es kann doch nicht sein, dass man Verlagserzeugnissen nicht mehr trauen kann! – Oh, ein von einem Herrn Martin Holland verfasster Astronomieartikel auf „heise online“, und ich erstarre in Panik:

Das Universum gibt heute nur noch halb so viel Energie ab wie vor zwei Milliarden Jahren.

Das Universum behält heute mehr Energie für sich! Wir werden sterben! Also zumindest irgendwann, spätestens aber in vielen Jahren:

Mit insgesamt sieben Teleskopen – vier der leistungsstärksten der Welt und drei Weltraumsonden – haben die Astronomen aus aller Welt mehr als 200.000 Galaxien untersucht. Genauer als zuvor und in insgesamt 21 Wellenlängenbereichen haben sie dabei vermessen, wieviel Energie dort erzeugt wird. Zwar sei bereits seit den 1990er-Jahren bekannt, dass diese Energiemenge immer weiter nachlässt. (…) „Das Universum hat es sich im Prinzip schon auf dem Sofa gemütlich gemacht, eine Decke übergezogen und ist dabei für immer und ewig einzunicken“. Das werde aber noch lange dauern, beruhigt mit Aaron Robotham einer der beteiligten Forscher in einem Artikel auf The Conversation. In einigen Billionen Jahren würden wir von der Erde nur noch die Milchstraße sehen, weil alle anderen Galaxien zu weit weg sind und in einigen Hundert Billionen Jahren werden dann nirgendwo mehr Sterne entstehen.

Gucken wir doch mal in den Artikel:

GAMA has been able to measure this huge span of radiation over the past 5 billion years for almost 200,000 galaxies, categorically establishing that the energy output of stars in the universe is winding down.

Ach so, das Universum gibt gar keine Energie ab (an wen oder was denn auch?), sondern die kosmische Strahlung lässt nach. Egal – Strahlung im Universum, Energieabgabe, ist alles nicht sichtbar, ist also irgendwie das Gleiche. Wo kommt diese Energie eigentlich her? Nun:

Die meiste Energie im Universum sei direkt nach dem Urknall entstanden, fasst Forschungsleiter Simon Driver die Grundsätze zusammen. Aber seitdem werde immer weiter zusätzliche Energie geschaffen, wenn in Sterne Wasserstoff und Helium fusionieren.

Wieder was gelernt: Eine Kernfusion, durch die vorhandene Energie in andere Energie umgewandelt wird (in der Regel mit Energieverlust im Kern), erzeugt Energie aus dem Nichts. Einstein hatte Unrecht und erst Martin Holland hat das bemerkt – oder ist das doch nur eine Übersetzungsfehlleistung? Nein, auch in der Pressemeldung steht, es werde Energie erzeugt; allerdings aus der Masse der Sterne, nicht etwa aus dem Nichts. Sterne leuchten, indem sie ihre Masse sozusagen verheizen, und die so umgewandelte (nicht etwa „erzeugte“) Energie könnte sich irgendwann wieder zu neuer Masse zusammenfinden.

Es ist übrigens zwar eine bedrückende Vorstellung, dass in einigen hundert Billionen Jahren keine Sternschnuppen mehr von der Erde aus sichtbar sein werden; allerdings wird es in spätestens siebeneinhalb Milliarden Jahren für eine ziemlich lange Zeit auch niemanden mehr geben, der überhaupt noch etwas von der Erde aus sehen könnte.

Aber wen interessieren in der Astronomie schon solche unwesentlichen Kinkerlitzchen?


Sehr lesenswerter Rant übrigens: Friss deine Medizin, Post!

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Meshuggah – Demiurge

Huhu!Montach. Journalisten machen Nachrichten. Ich möchte eigentlich gar nichts dazu schreiben, es ist ja doch müßig. Die Welt vereifelt.

Dafür traf immerhin ein klasse Musikalbum ein: Dr. Thomas „t“ Thielen, ehemals bei den inzwischen offenbar bedauerlicherweise inaktiven Scythe, bringt mit „fragmentropy“ demnächst ein neues ziemlich gutes Album heraus. Ich verstehe das Coverbild nicht.

Und während ihr im Urlaub den Leuten da draußen mal so richtig zeigt, wozu ein deutscher Tourist fähig ist, wird unsereins geweckt von den Schreien der Käuzchen; vielleicht rufen sie wie man selbst mal wieder die Zeit mit der Partnerin zurück. Warum auch nicht? Emacs kann jetzt Fenster, ich guck‘ mal raus. Zwei südkoreanische Soldaten wurden an der Grenze zu Nordkorea entbeint und ich finde, ein überlebender freiwilliger Soldat einer beliebigen Nation ist einer zu viel. Andererseits: Die Bundeswehr war auf der Gamescom und hatte einen Panzer dabei, um den dortigen Spielfreaks mal zu zeigen, was sie unter einem anständigen Ballerspiel verstehen. Computerspieler seien potenzielle Amokläufer, heißt es seitens der Politik, und ich ahne spätestens jetzt, woran das liegt. Arschlöcher.

Erst mal abreagieren.

MESHUGGAH – Demiurge (OFFICIAL MUSIC VIDEO)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurzer Nachtrag zu Kalter Krieg, reloaded

2011:

Das US-Verteidigungsministerium will im kommenden Monat eine neue Cyberstrategie einführen. Darin ist vorgesehen, Angriffe über das Internet mit konventionellen Militärschlägen zu beantworten.

2015:

Das Pentagon wurde amerikanischen Medien zufolge Opfer eines Hackerangriffs. (…) US-Behörden vermuten Russland hinter der Attacke.

Ihr ahnt, was folgt.

ComputerIn den NachrichtenPolitik
Nachrichtenüberblick, 5. August 2015

Das von alten, mächtigen Männern ehedem ersonnene wie errichtete world wide web hat, traut man Johnny Häusler ausnahmsweise einmal, einen großen, verständnislosen Fressfeind, nämlich „alte, mächtige Männer“ (ebd.), und manchmal frage ich mich, was Herren gesetzten Alters auf solche steilen („polemischen“, J. Häusler über J. Häusler) Thesen bringt und warum sie komplexe Themen immer so übermäßig einfach in direkte Korrelation zueinander setzen. Die einfachste Erklärung ist nicht selten die falsche.


Krankenkassen übernehmen immer weniger Gebühren? Gute Nachrichten für alle mit Sehschwäche Gebeutelten: Zwar reicht’s nicht für Augengläser, aber eine Apple Watch wird bezuschusst. Blindlings ins Verderben mit der AOK. Ob es da auch jährlich eine Spende gibt?


Kreisch: Kermit der Frosch und Miss Piggy haben sich offiziell voneinander getrennt. Über 8.250 Leser haben das allein auf Twitter geteilt. Sommerloch? Wieso Sommerloch?