Persönliches
Das mit den Fähnchen.

Da ich jüngst einen Super­markt von innen sah, habe selbst ich, des­sen Fähig­keit zum Aus­blen­den lang­wei­li­ger Ereig­nis­se ich für geschärft gehal­ten hat­te, mit­be­kom­men, dass dem­nächst wie­der – über­wie­gend vor Fern­se­hern – kisten­wei­se unge­sun­der Kram („bewuss­te Ernäh­rung”, schlägt der aktu­el­le ALDI-Pro­spekt direkt nach einer Dop­pel­sei­te Dosen­bier vor) kon­su­miert wer­den wird, wäh­rend auf der ande­ren Sei­te des Fern­se­hers Frem­de für zu viel Geld einem lang­wei­li­gen Sport nach­ge­hen; Darts oder Golf oder so. Wer wohl die­ses Jahr Leber­scha­den­welt­mei­ster wird? ‘Das mit den Fähn­chen.’ weiterlesen »

In den NachrichtenPolitik
Kurz ange­merkt zur Land­tags­wahl in Sach­sen-Anhalt 2021

Eine Zivil­ge­sell­schaft, die noch bis vor weni­gen Tagen in sozia­len Medi­en mehr­heit­lich die For­de­rung ver­tre­ten hat, #nie­mehr die CDU/CSU, bekannt für Jahr­zehn­te der Kor­rup­ti­ons­skan­da­le, schlei­chen­de Abschaf­fung ele­men­ta­rer Bür­ger­rech­te „wegen der Sicher­heit”, Flücht­lings­de­zi­mie­rung per Fron­tex, Inter­net­ver­un­mög­li­chung sowie wit­zi­ger For­de­run­gen wie des Run­ter­schie­ßens von Pas­sa­gier­flug­zeu­gen, zu wäh­len, die es jedoch am Tag nach der jüng­sten Land­tags­wahl im seit der offen­bar fehl­ge­schla­ge­nen „deut­schen Ein­heit” – inter­es­sier­te Zwi­schen­fra­ge: wie lan­ge muss die DDR eigent­lich nicht mehr exi­stie­ren, bevor sie end­lich nicht mehr „die neu­en Bun­des­län­der” hei­ßen muss? – von der CDU so rich­tig anal durch­re­gier­ten Sach­sen-Anhalt erleich­tert, wenn Men­schen gegen ihre Über­zeu­gung die­se CDU wäh­len, auf dass bloß nicht die AfD, das enfant ter­ri­ble du jour, stärk­ste Par­tei sein möge (hof­fent­lich bringt bald mal jemand eine drit­te Par­tei raus!), ist nicht mal unter Berück­sich­ti­gung des Umstands, dass Susan­ne Hen­nig-Well­sow, bekannt als fürch­ter­lich schlech­te Ver­lie­re­rin aus einer ande­ren Wahl und mit dem Pro­gramm ihrer eige­nen Par­tei wenig ver­trau­te Bun­des­vor­sitz­hälf­te der „Lin­ken”, wie­der gro­tes­ke Wort­mel­dun­gen bei­gesteu­ert hat, auch nur annä­hernd als magen­scho­nend zu begreifen.

MontagsmusikIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Sto­len Babies – Sto­len Babies // Onkentenfütterung

Merz, bist du's?Es ist Mon­tag. Mehr kuscheln, Kin­der! Die übli­che Über­lei­tung zu Pan­da­bä­ren traue ich euch im Übri­gen auch ohne Hil­fe zu – Pan­da­bä­ren sind schließ­lich sehr flau­schi­ge Tie­re. (Sagt man das noch, „flau­schig”?)

Gute Nach­rich­ten von Anna­le­na Baer­bock: Anschei­nend gibt es Men­schen, die CO2 ver­brau­chen. Ich wür­de das als Hum­bug abtun, aber das wäre natür­lich völ­lig unan­ge­mes­sen und über­grif­fig. Ist ja Umwelt­par­tei. Was weiß ich schon? – Apro­pos Par­al­lel­welt: Hete­ro­nor­ma­ti­ver Narr, wer kei­nel Nif­fe hat!

Die Sto­len Babies haben letz­tes Jahr – das noch aktu­el­le Album ist von 2012 – völ­lig über­ra­schend mal wie­der ein neu­es Lied­lein raus­ge­hau­en und es ver­setzt in eine ange­mes­se­ne Stim­mung für so einen Mon­tag. Freut euch mit mir:

Guten Mor­gen.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Vol­vopen­ta – Simulacrum

Volvopenta - SimulacrumLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

„Simu­la­crum”, das 2020 raus­ge­kom­me­ne, aber wei­ter­hin aktu­el­le Stu­dio­al­bum von Vol­vopen­ta (Amazon.de, TIDAL und so wei­ter) aus aus­ge­rech­net Mül­heim an der Ruhr, ent­hält zu mei­ner Freu­de genau das: Musik – und die ist auch noch gut. Mül­heim an der Ruhr kennt man ja sonst nur vom Mal­durch­fah­ren und wegen Hel­ge Schnei­der, der wie­der­um ganz ande­re Musik macht. (Nach­trag: In der Senf­ecke teil­te man mir mit, ich hät­te die­se Her­ren nicht ver­ges­sen dür­fen. Die Senf­ecke hat Recht.)

Vol­vo Pen­ta sei ein mir bis­her unbe­kann­tes „Unter­neh­men inner­halb der Vol­vo-Grup­pe”, ein Simu­la­crum hin­ge­gen „ein lee­rer Signi­fi­kant, der auf nichts als sich selbst ver­weist”, erzählt mir das Inter­net. Ich weiß nicht, ob das was mit­ein­an­der zu tun hat. Auf der Suche nach „unklas­si­schen Klän­gen” sei das Quar­tett, schreibt es jeden­falls über sich selbst oder lässt es jeman­den schrei­ben, das weiß man ja nie so genau heut­zu­ta­ge. Wer jetzt das Gegen­teil von Beet­ho­ven erwar­tet, der liegt ent­we­der rich­tig oder falsch. (Was genau ist das Gegen­teil von Beet­ho­ven?) Vol­vopen­ta spie­len Post­punk oder Post­rock oder Noi­se­rock oder so, umschif­fen aber dabei nicht bloß gewollt, son­dern sogar gekonnt die Gen­re­kli­schees. Wer kann oder will oder wird es ihnen ver­übeln und warum?

Vol­vopen­ta – One To Five [Offi­cial Music Video]

Gesang erfolgt kaum und fehlt auch kaum; den Feh­ler von Mog­wai, die unbe­dingt (ich reg­te mich an ande­rer Stel­le ja bereits dar­über auf) ihre wüten­den Gitar­ren­breit­wän­de durch Radio­ge­säu­sel erset­zen und mich damit nach­drück­lich ent­täu­schen muss­ten, erspa­ren sich und mir die vier Her­ren. Man muss soll­te ja auch mal das weni­ge Gute, das sich der­zeit ereig­net, nickend aner­ken­nen, gern auch im Takt.

Haupt­sa­che, es wird nicht auch noch dazu geklatscht. Das kön­nen Deut­sche ja nicht so gut.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Selbstfalschdenker

Kur­ze Durch­sa­ge von „eXX­press”, einem öster­rei­chi­schen Quatsch­blatt „für Selberdenker”:

Ein Feh­ler im eige­nen Cur­ri­cu­lum kann schon mal pas­sie­ren. Im Fal­le von Anna­le­na Baer­bock sind es aber bereits sie­ben, wie Öster­reichs Pla­gi­ats­jä­ger Ste­fan Weber her­aus­ge­fun­den hat – zu vie­le für das höch­ste Amt, wie Weber findet.

Da hat Anna­le­na Baer­bock noch mal Glück gehabt: Sie bewirbt sich ja nur um das dritt­höch­ste Amt.


Gute Fra­ge aus dem Inter­net (Quel­len: diver­se): Wo sind eigent­lich all die­je­ni­gen gera­de abge­blie­ben, die noch vor weni­gen Wochen mit roten Punk­ten im Twit­ter­pro­fil und Mei­nungs­ar­ti­keln in so Medi­en die sofor­ti­ge Schlie­ßung sämt­li­cher Geschäf­te zwecks Pan­de­mie­ein­däm­mung gefor­dert haben – im Bier­gar­ten etwa?

In den NachrichtenPersönliches
Das Rich­ti­ge.

Als Goog­le im Zuge der Grün­dung sei­nes eige­nen Mut­ter­kon­zerns das Fir­men­mot­to „Sei nicht teuf­lisch” („Don’t be evil”) zugun­sten von „Tu das Rich­ti­ge” („Do the right thing”) ver­warf, war bereits abseh­bar, dass es mal so kom­men würde:

Als Goog­le Ver­sio­nen des Betriebs­sy­stems Android gete­stet hat, die das Auf­fin­den der Ein­stel­lun­gen zur Pri­vat­sphä­re ein­fa­cher gemacht hat­ten, mach­ten Nut­zer davon Gebrauch, was Goog­le als „Pro­blem” ange­se­hen hat.

(„Über­set­zung” von mir.)

Gera­de in Wahl­jah­ren (ja, klar: irgend­wo is’ immer Wahl) erreicht die Defi­ni­ti­on des Rich­ti­gen aller­dings regel­mä­ßig ihr Höchst­maß an Ambi­va­lenz, begün­stigt durch die Hete­ro­ge­ni­tät der Men­schen. Kaum jemand wird für eine Par­tei stim­men, von der er nicht annimmt, sie wür­de, hät­te sie poli­ti­schen Ein­fluss, das Rich­ti­ge tun; den­noch ist kei­ne Par­tei wirk­lich klar als die all­ge­mein füh­ren­de erkenn­bar. In Sach­sen könn­te eine „Volks­par­tei” aus der „gro­ßen” Koali­ti­on, die SPD, näch­stes Mal end­lich aus dem Land­tag ent­fernt wer­den, im bald wäh­len­den Sach­sen-Anhalt wird sie suk­zes­si­ve nach unten durchgereicht.

Das könn­te dar­an lie­gen, dass sie sich für die Belan­ge ihrer Stamm­wäh­ler­schaft kaum mehr inter­es­siert, die Rol­le der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Arbei­ter­par­tei füllt längst die „Lin­ke” aus. Dar­über beküm­mert sucht die SPD nach einer neu­en Kli­en­tel und fin­det nur eine lau­war­me: Der heu­te begon­ne­ne Juni sei der „Pri­de Mon­th”, berich­tet mir Twit­ter gegen mei­nen Wil­len; gefei­ert wird, dass es Men­schen gibt, die nicht mono­a­mor hete­ro­se­xu­ell und stolz dar­auf sind, was mich – zuge­ge­ben – amü­siert, denn die Akteu­re sind zugleich meist der Ansicht, es sei selt­sam, auf sei­ne Hei­mat stolz zu sein, denn die habe man sich ja nicht aus­ge­sucht. Was davon ist das Rich­ti­ge?

In mei­ner wil­den Jugend – ich hat­te sogar Spie­le auf dem Com­pu­ter instal­liert! – nahm ich an man­cher Stu­diVZ-Grup­pe teil, wenig­stens als wit­zi­ges Wort­spiel für mein Pro­fil; eine davon hieß unge­fähr „klug war’s nicht – aber geil”. Ein wenig Hedo­nis­mus ruht (man merkt es mir hof­fent­lich kaum an) auch in mir, wes­halb ich die­sen Grup­pen­na­men für ein eigent­lich auch ganz gutes Ziel im Leben hal­te. Fast immer, wenn ich absicht­lich etwas getan habe, von dem ich vor­her wuss­te, dass es nicht klug sein wür­de, hat­te ich aber hin­ter­her nicht das gro­be Gefühl, ich hät­te „das Fal­sche” getan, denn dann hät­te ich es ja nicht getan.

Wenn „das Rich­ti­ge” aber immer allein auf der per­sön­li­chen Wahr­neh­mung des­sen fußt, der es tut: kann man dann – rein objek­tiv betrach­tet – nicht eigent­lich immer nur das tun, was für vie­le (wenn nicht die mei­sten) Zeit­ge­nos­sen das Fal­sche ist?


Nach­trag, weil’s mir gera­de rein­ge­spült wird: „Die Bun­des­re­gie­rung unter­stützt die Pla­nun­gen für eine Erhö­hung der Nato-Bud­gets” – in wes­sen feuch­ten Träu­men ist noch mehr Geld für Kriegs­spiel­chen eigent­lich das Richtige?

MontagsmusikIn den NachrichtenNetzfundstücke
Sam­s­a­ra Blues Expe­ri­ment – Into the Black // Drei Reli­gio­nen mit einem Problem

Wach genug für Montag frühEs ist Mon­tag. „Wir” hät­ten schon grö­ße­re Pro­ble­me als den Kli­ma­wan­del bewäl­tigt, postu­lier­te ein umstrit­te­ner Rechts­po­pu­list von der CDU, gefolgt von lau­tem Pro­test von so Leu­ten, dass das gar nicht stim­me, weil es gar kei­ne grö­ße­ren Pro­ble­me geben kön­ne. Ich per­sön­lich wür­de den Holo­caust und das ein­zig von der mensch­li­chen Aus­brei­tung ver­ur­sach­te Arten­ster­ben – fast hät­te es sogar die Pan­da­bä­ren erwischt! – schon für wenig­stens ähn­lich schlimm hal­ten, aber ich bin auch kei­ner von so Leu­ten.

Schö­ner Satz aus dem Inter­net: „Beim Ver­such, dum­me Men­schen zu beein­drucken, schreckt man meist die klu­gen Men­schen ab.” Mehr muss man über zeit­ge­nös­si­sche Par­tei­po­li­tik eigent­lich nicht mehr schrei­ben. Lei­der sind die Dum­men oft auch die Lau­ten: Neu­es Feld im Unter­drückungs­bin­go sind die gemei­nen patri­ar­cha­li­schen Video­kon­fe­renz­sy­ste­me, die weib­li­che Stim­men nicht so durch­set­zungs­stark klin­gen las­sen wie männ­li­che Stim­men, schreibt die „taz”; das­sel­be Maga­zin frei­lich, das es sich sel­ten neh­men lässt, die Unsin­nig­keit der Ein­tei­lung in Männ­lein und Weib­lein zu beto­nen. Kampf­erfah­re­ne Alt­pi­ra­ten schmun­zeln lei­se und fül­len ihren Pop­corn­vor­rat noch mal auf.

In Tei­len der USA – das sind die, deren Volk uniro­nisch den Begriff „böse Wör­ter” („bad words”) ver­wen­det – schei­nen Erst­kläss­ler für viel Geld unter ande­rem Wich­sen zu ler­nen. Als Bür­ger eines Lan­des, das ein­deu­tig zu vie­le Prie­ster hat (immer­hin ste­hen über­all die­se Bim­mel­tür­me her­um), hät­te ich einen preis­wer­te­ren Vor­schlag für die Erst­kläss­ler im Kopf, aber die Prie­ster­dich­te in den USA ist mir lei­der nicht geläu­fig. Ich war nie da, ich will auch nicht dahin. Die reden alle so komisch. – Apro­pos Reli­gi­on und apro­pos Irre: In Ber­lin baut man gera­de ein Gebets­haus für Chri­sten, Mus­li­me und Juden und geht tat­säch­lich davon aus, dass das zur Ver­stän­di­gung bei­tra­gen wird. Ich möch­te nicht unbe­dingt unken, aber ein ähn­li­ches Kon­zept ist in Jeru­sa­lem schon nicht sehr erfolgreich.

Gute Nach­rich­ten aus dem Bun­des­tag: Das Par­la­ment ist sich zur Abwechs­lung mal wie­der mehr­heit­lich einig; die­je­ni­gen, die (zum Bei­spiel aus finan­zi­el­len Grün­den) kei­ne Kin­der haben, wes­halb sie ohne­hin schon zu denen mit der höch­sten Abga­ben­last gehö­ren, müs­sen ab 2022 0,35 statt 0,25 Pro­zent­punk­te Stra­fe zah­len. Das haben die­se ver­damm­ten Kin­der­lo­sen jetzt von ihren gespar­ten Mil­li­ar­den, nämlich!

Auch ohne Mil­li­ar­den, dafür wenig­stens wohl­klin­gend: Sam­s­a­ra Blues Experiment.

Sam­s­a­ra Blues Expe­ri­ment – Into the Black (OFFI­CIAL)

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (16)

Dass deut­sche Sol­da­ten, die im Namen des mir, wenn­gleich sowie­so eher mis­an­throp, noch weni­ger sym­pa­thi­schen Teils des deut­schen Vol­kes – NATO-Ver­ste­her, Koso­vo­a­po­lo­ge­ten und son­sti­ge Wunsch­wäh­ler der Grü­nen (All­er­gi­ker­war­nung: „ZEIT Online”) – blö­de im Aus­land auf ande­re Men­schen schie­ßen wol­len, denn sonst wären sie ja beim THW und nicht bei der Bun­des­wehr, mit hoher Prio­ri­tät gegen Coro­na geimpft wer­den müs­sen, amü­siert mich: Mei­ne größ­te Sor­ge, wäre ich aus frei­en Stücken (die Pflicht­ar­mee ist abge­schafft) bewaff­net in ein Kriegs­ge­biet gezo­gen, wäre ja nicht, dass mich ein Infi­zier­ter anhu­sten könnte.

Gleich­wohl ent­nahm ich der „NOK­ZEIT” die Mel­dung, die Sol­da­ten „des Logi­stik­ba­tail­lons 461 aus Wall­dürn” – ich müss­te (will aber nicht) nach­gucken, wo das schon wie­der ist – haben ihren Dienst im Gesund­heits­amt zu jeder­manns Erbau­ung abge­schlos­sen, indem sie näm­lich „Men­schen­le­ben geret­tet” haben. Ich möch­te dem inhalt­lich ja auch gar nicht wider­spre­chen, aber mir sei zumin­dest die Fra­ge unbe­nom­men: Hat schon mal jemand aus­ge­rech­net, wie vie­le Sol­da­ten in Gesund­heits­äm­tern ein­ge­setzt wer­den müss­ten, um die Zahl der von deut­schen Sol­da­ten umge­brach­ten Men­schen wenig­stens annä­hernd auszugleichen?

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

NetzfundstückeIn den NachrichtenPolitik
Stein­mei­ers zwei­te Chan­ce // Der tech­nisch not­wen­di­ge Umfang

Die „tages­schau” berich­tet heute:

Der Sie­ger der syri­schen Prä­si­den­ten­wahl stand schon vor­ab fest. Das Ergeb­nis fällt noch kla­rer aus als bei der vor­he­ri­gen Abstimmung.

Es han­de­le sich hier­bei um eine „insze­nier­te Komö­die” (Björn Blasch­ke, aber­mals „tages­schau”) – „die Oppo­si­ti­on” spre­che „von einer ‚Far­ce’, der Westen von Betrug” – anstel­le einer Wahl, denn:

Die Wahl­be­tei­li­gung lag den Anga­ben zufol­ge bei fast 79 Pro­zent. Die bei­den Gegen­kan­di­da­ten blie­ben bei der Abstim­mung am ver­gan­ge­nen Mitt­woch chan­cen­los. Sie gal­ten nur als Zählkandidaten.

Gleich­zei­tig berich­tet die­sel­be „tages­schau” heute:

Bun­des­prä­si­dent Stein­mei­er hat ange­kün­digt, für eine wei­te­re Amts­zeit zu kan­di­die­ren. Mit Unter­stüt­zung auch aus der Oppo­si­ti­on kann er rechnen.

Schon zu Beginn der Amts­zeit des­je­ni­gen ehe­ma­li­gen Kanz­ler­amts­chefs, der die Ent­füh­rung eines Deut­schen in ein Fol­ter­ge­fäng­nis für eigent­lich ganz gut hielt, konn­ten die Bür­ger die demo­kra­ti­sche Exzel­lenz des Westens mit­samt sei­ner Oppo­si­ti­on genießen:

Die Bun­des­ver­samm­lung hat­te Stein­mei­er am 12. Febru­ar 2017 mit einer Zustim­mung von rund 75 Pro­zent zum 12. Bun­des­prä­si­den­ten gewählt. Gegen­kan­di­da­ten von Links­par­tei, AfD, Frei­en Wäh­lern und Pira­ten hat­ten kei­ne Chance.

Der tak­ti­sche Feh­ler des syri­schen Prä­si­den­ten scheint dar­in zu bestehen, über­haupt dem Volk die direk­te Wahl anzu­bie­ten. Über­lie­ße er die Wahl des Prä­si­den­ten einer hand­ver­le­se­nen Aus­wahl an Unter­stüt­zern, hät­te ver­mut­lich nicht ein­mal die „tages­schau” noch etwas am Ablauf auszusetzen.

War­um wer­de ich eigent­lich nicht gefragt, wel­chen Prä­si­den­ten ich ger­ne hätte?


Ein Mag­de­bur­ger „Lin­ker” hat, wie Twit­ter mir gestern mit­teil­te, eine hand­werk­lich schlecht gemach­te Web­site namens „Nehmt den Wes­sis das Kom­man­do” ins lei­der noch nicht vol­le Web gekippt, die momen­tan den Sei­ten­ti­tel „Home­page” trägt und auf deren Daten­schutz­sei­te steht, der Betrei­ber „neh­me den Schutz Ihrer per­sön­li­chen Daten sehr ernst” und hal­te sich „strikt an die Regeln der Daten­schutz­ge­set­ze”, die erho­be­nen Daten, ohne­hin nur im „tech­nisch not­wen­di­gen Umfang”, wür­den auch kei­nes­falls an Drit­te weitergegeben”.

Da die Web­site mit­hil­fe der per­so­nen­be­zo­ge­nen IP-Adres­se des Auf­ru­fers mehr­fach Anfra­gen an von Ado­be betrie­be­ne Ser­ver sen­det, auf dass die­se irgend­wel­che Schrift­ar­ten in den Brow­ser des­sel­ben Auf­ru­fers kübeln mögen, erscheint mir das aller­dings unauf­rich­tig. Hät­ten die mal wen gefragt, der sich auskennt!

Was macht die BAG Netz­po­li­tik eigent­lich beruflich?

Spaß mit Spam
Hal­lo, das ist Barbora

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Ich wünsch­te, da wär’ ein Link. Aber zumin­dest muss ich „Bar­bo­ra” zugu­te­hal­ten: Sie hat einen Punkt!

Mir wird geschlechtIn den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Schrö­din­gers Mehr­heits­prin­zip in der „taz”

Micha­el Rutsch­ky, „taz”, 27. Novem­ber 2002:

Wer heu­te Zwei­fel am Mehr­heits­prin­zip äußert, das sind aber weder Lin­ke noch Rech­te; in der Regel sind es ver­spreng­te Gei­stesa­ri­sto­kra­ten und gekränk­te Feuil­le­to­ni­sten, die sich Sor­gen um die Hoch­kul­tur machen, weil der Rang Fischer von Erlachs oder Guil­laume Postels kei­nes­wegs durch Mehr­heits­ent­schei­dun­gen fest­ge­legt wer­den kön­ne. Son­dern ein­zig durch Gei­stesa­ri­sto­kra­ten und Feuil­le­to­ni­sten (denen auch die mas­sen­tou­ri­sti­sche Bewun­de­rung für Fischer von Erlachs Bau­ten in Wien und Salz­burg Ver­ach­tung einflößt).

Das Mehr­heits­prin­zip näm­lich errin­ge den Sieg der Wei­sen über die Dumm­heit (Male­ne Gür­gen, „taz”, 3. Sep­tem­ber 2018):

Mehr als 50.000 Men­schen sind am Mon­tag­abend für das Kon­zert von Kraft­klub & Co in Chem­nitz. Gegen­über rech­ten Het­zern sind sie defi­ni­tiv in der Mehrheit.

Es ist inso­fern zumin­dest bemer­kens­wert, dass Simo­ne Schmol­l­ack, „ver­spreng­te Gei­stesa­ri­sto­kra­tin”, „gekränk­te Feuil­le­to­ni­stin” und/oder „Res­sort­lei­te­rin taz.de”, in der­sel­ben „taz” gestern schrei­ben durfte:

Noch tun sich zwei Drit­tel der Deut­schen schwer mit dem Gen­dern. Frü­her oder spä­ter wer­den sie sich aber doch damit arran­gie­ren müssen.

Müs­sen, nämlich!

Ein Femi­nis­mus, des­sen Über­zeu­gungs­ar­beit inzwi­schen mehr­heit­lich (hu!) auf wüten­des Auf­stamp­fen beschränkt ist, ist ande­rer­seits immer­hin ein Femi­nis­mus, den zu belä­cheln kei­ner Erklä­rung bedarf.