In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Paolo Conte – Via con me // Total versifft!

kaffeeEs ist Montag, das ist selten ein gutes Zeichen. This is penis. In Niedersachsen wurde gewählt, die CDU hat gewonnen. Bringt ja eh‘ nix. Die da oben. Was sie wollen. Immer.

In den letzten Wochen kochte zum wiederholten Male ein Thema hoch, das ich für zum wiederholten Male begraben hielt: Auf Twitter gibt es Trolle. Doch, wirklich! Wie gewohnt werden pseudonyme Prangerseiten erstellt, auf denen sich irgendwelche Würstchen darüber aufregen, dass Selbstdarsteller und gewaltbegeisterte Feministinnen, die sich auf Twitter, auf YouTube und/oder in ihren Blogs fortwährend im Glanz ihrer eigenen Großartigkeit zu sonnen versuchen, für ihre oft dümmlichen Aussagen auch mal ausgelacht und nicht nur ausgiebig verehrt werden. Da habe sich, erzählt die Gegenseite, eine homogene Gruppe von Leuten zusammengeschlossen, um sich auf Einzelne einzuschießen, ohne dass diese ihnen etwas getan haben; leider kam ich bei meinen eigenen Recherchen nicht besonders weit, denn viele der beteiligten Accounts haben mich blockiert, ohne dass ich ihnen etwas getan habe, denn bei den Guten gibt es eigene Prangerlisten, erstellt von sehr merkwürdigen Feministinnen wie Randi Harper und Jasna Strick, auf denen ich mitunter selbst draufstehe, weil ich mit den falschen Leuten nicht jede Kommunikation unterlasse oder so ähnlich. Und diese Guten, die unkritisch fremde Hasslisten abonnieren, beschweren sich dann, dass ihnen nicht jeder für ihr selbstgerechtes Geschwalle den Arsch pudert, unterstützt von den Medien, die sich ja immer wieder freuen, auf der Seite der Gerechtigkeit mal mit ihrem Holzschwert fuchteln zu dürfen; um dann, wenn sie entlarvt wurden, natürlich von nichts mehr zu wissen zu meinen. Ist ja alles bloß Internet.

Wenn dieses Internet und Linux aufeinander treffen, fallen Späne: Eine Linux-Malware greift aktuell IoT-Geräte wie IP-Kameras mit veralteter Firmware an. Ist ja Linux, ist ja sicher.

Chips, Chips; sie und ein Seufzen.

Guten Morgen.

In den NachrichtenPiratenpartei
Marina Weisbands Links-Rechts-Schema in den Grenzen von 1990

Wie wenig der Piratenpartei übrigens der mittlerweile ziemlich vollständig der „Linken“ angehörende „progressive Flügel“ fehlt, macht Marina „wer?“ Weisband, ehemals „die schöne Piratin“ (Quatschmedien) beziehungsweise vor einigen Jahren durch Informationen wie „Unser Ziel ist es, uns selbst überflüssig zu machen“ aufgefallene politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, in ausgerechnet dem „SPIEGEL“ deutlich:

Laut Weisband ist der progressive Flügel aus der Partei vertrieben worden, nun seien dort nur noch viele konservative Menschen, „die das Internet in den Grenzen von 1990 wollen“.

Denn genau das, „das Internet“ in „Grenzen“, ist es nicht, was diejenigen Mitglieder der Piratenpartei, die sich nicht gerade durch halbnackte Selbstdarstellung in Boulevardmedien hervortun, eigentlich politisch wollen; stattdessen eines ohne jegliche Grenzen, nur eben auch ohne ideologisch motivierte Kompromisse und ohne den Kampf gegen Rechts mit allen Mitteln als politische Maxime, aber warum sollte der „SPIEGEL“ auch jemanden fragen, der immer noch dabei ist? Das wäre ja Journalismus und dafür werden die ja eher nicht bezahlt. Beim Grundgesetz sind wir konservativ.

Obwohl ich das Internet in den Grenzen von 1990 (keine Durchkommerzialisierung, keine penetranten Werbeflächen, keine gewaltigen Sicherheitsprobleme, keine Essensfotoportale und vor allem kein „SPIEGEL ONLINE“) durchaus befürworten würde.

In den NachrichtenMusik
Apple klinkt sich aus.

Als ich noch jung und ein bisschen blöder war als heute, war die Welt der Steckverbindungen für Tontechnik eine einfache: Kopfhörer und Lautsprecher hatten einen DIN-Stecker, der auf exakt eine Weise in die dafür vorgesehene Buchse gepasst hat, und wenn man es mit „sanftem“ Druck auf eine andere Weise versucht hat, war der Stecker und damit das Gerät in der Regel hinüber. Zudem war der DIN-Stecker ein rein deutsches Phänomen, Audiozubehör zu importieren war also nur bedingt sinnvoll. Etwas später hatten sich neben den Cinch- die heute noch immer üblichen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker durchgesetzt, die eine willkommene Verbesserung, auch und gerade bedientechnisch, darstellten: Sie passen in jedem Drehwinkel in die dafür vorgesehene Buchse, haben auch im Ausland (sofern man mal dort sein muss) eine ausreichende Verbreitung, nehmen deutlich weniger Platz weg und sind prinzipiell, notfalls in der 2,5-Millimeter-Ausführung, auch bei geringem freien Platz meist noch problemlos einzuplanen. Das ging jetzt jahrzehntelang gut; kaufte man einen neuen Kopfhörer, so passte sein Stecker in der Regel überall hinein, und war der Widerstand niedrig genug, klang er höchstwahrscheinlich auch überall gleichermaßen prima.

Ein Sprung ins Jahr 2016. Auf dem Appleblog SPIEGEL ONLINE (jetzt noch hässlicher) freut sich Matthias Kremp derzeit darüber, dass Apple bei seinem heute mit gewohnt großem Getöse, als habe man versehentlich Krebs geheilt, vorgestellten „neuen“ iPhone – jetzt auch in Diamantschwarz, wie man sich Diamanten eben so vorstellt – die Kopfhörerbuchse weglässt und stattdessen voll auf den hauseigenen, proprietären Lightningport sowie Bluetooth setzt. Als Musikfreund und Appleskeptiker finde ich das wenig überraschend, aber zumindest dieses Kommentars wert.

Wer brauche schon noch Audiokabel?, fragte mich hinsichtlich meiner Irritation über die Aufgabe des Quasistandards ein von Musik und Apple gleichermaßen überzeugter Arbeitskollege. Und rein theoretisch implizierte er das Richtige: Apples ersatzweise herausgebrachte Funkohrstöpsel, Batterielaufzeit fünf Stunden und somit nur was für Leute, denen die Berieselung eigentlich auch scheißegal ist, kosten nur lächerliche 160 US-Dollar, Apple legt seinen Lebensstil-gadgets einen Adapter für die Lightning-Schnittstelle bei, die nur für Applegeräte sinnvoll ist, und Bluetooth wird, den Datenverlust bei kabelloser Übertragung betreffend, auch immer besser; man muss nur beide Geräte in Sichtweite bringen, miteinander koppeln und schon, mit etwas Glück, funktioniert es. Das ist viel besser als einfach „Stecker rein und los“.

Spätestens 2017 wird es, den Medien zufolge, keine Kopfhörer mit Klinkenstecker mehr geben, proprietäre und komplizierte, verlustbehaftete Datenübertragung ist die Zukunft, Kinder. Merkt ja eh‘ keiner, den Unterschied.

Oder eben ein Schritt um Jahre zurück.

In den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Liegengebliebenes vom 7. September 2016

Was macht eigentlich der Verkehrsminister?

Dobrindt plädierte daher für einen „kreativen Datenreichtum statt Datensparsamkeit“.

Kreativen Datenreichtum finde ich wunderschön. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und lege nahe, die reichhaltigen Daten um ein paar derbe Worte, gewisse Minister betreffend, zu ergänzen.


Feminismist des Tages: Kohlenstofffasern sind unterdrückende Elemente des Patriarchats.


Das OpenBSD-Team erklärt, wofür „GNU“ eigentlich steht: Giant and Nasty but Unavoidable.


Deutschland wird laut einer Prognose des Ifo-Instituts in diesem Jahr China als Land mit dem weltweit größten Importdefizit ablösen.


Ein Bonbon aus der Welt der humanistischen Diplomatie: Meucheln heißt jetzt „Neutralisieren“.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Blues Pills – Lady in Gold // Populismus vor Pommern

Montag (heute mal so)Es ist Montag. Kaum hat man sich, sich noch schlaftrunken in ihrer Nähe wähnend und von diesem Montag daher zumindest vorübergehend positiv beeindruckt, aus dem Bett geschält, treffen schon die ersten Schreckensnachrichten über einen herein: Die rechtspopulistische SPD hat in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag mehr Stimmen erzielt als es zu wünschen gewesen wäre, während die dortigen Grünen für fortwährende Beleidigung der Intelligenz ihrer Wähler mit dem Rauswurf bestraft wurden. Das Volk ist ein schlichtes, wie es scheint, folgerichtig hat auch die AfD an Bedeutung gewonnen. Die Kinder üben schon die ersten Anschläge. Alles Nazis? Mitnichten; und eine Lösung gibt es auch: Statt sich als eine der Parteien hervorzutun, die sich zusammentun, um einander die Finger in die Ohren zu stecken, wäre es zuweilen vermutlich nicht völlig verkehrt, den Ursachen für eine Radikalisierung des Wählers eine bürgernahe Politik entgegenzusetzen, statt die Vorbringer etwaiger Bedenken pauschal zu beschimpfen und sich ihrer Wünsche an die Politik in der Folge nicht weiter anzunehmen. Die AfD verdankt ihre Wahlergebnisse vor allem den anderen Parteien und am wenigsten sich selbst. Zur Beruhigung eine angenehme Meldung aus der Tierwelt: Pandabären sind keine gefährdete Tierart mehr. – So, jetzt geht’s wieder.

Aus der Welt der Technik: Aufgrund diverser Leaks ist Tor gerade mal wieder in aller Munde, aber Tor ist völlig uninteressant geworden, seit dort offenbar übersexualisierte SJWs das Ruder übernommen haben und die engagierten Technik-nerds das nicht mehr ertragen. Ein Opferstuhlkreis schafft wohl kaum ein angemessenes Klima zur sinnvollen Weiterentwicklung und Pflege eines derart komplexen Netzes. Wenn doch heutzutage schon überall so ein Netz drinsteckt: Probleme mit dem Auto? Einfach aus- und wieder einschalten!

Jetzt aber erst einmal abschalten.

BLUES PILLS – Lady In Gold (OFFICIAL VIDEO)

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: MaidaVale – Tales of the Wicked West

MaidaVale - Tales of the Wicked WestMaida Vale ist eine Haltestelle der Londoner U-Bahn sowie der Name eines Studiokomplexes der BBC, in dem unter anderem John Peel regelmäßig aufnahm. Eine Band danach zu benennen ist, je nachdem, entweder zumindest ungewöhnlich oder entsetzlich banal. Das schwedische Frauenquartett MaidaVale, gegründet 2012, hat es trotzdem gewagt und legte erst im kürzlich vergangenen August mit seinem Debütalbum „Tales of the Wicked West“ eines dieser Alben vor, deren Grandiosität eine Würdigung mehr als nur verdient hat.

Der häufig im Internet zu findende Vergleich mit den Blues Pills, ebenfalls eine schwedische Retro-Band mit Sängerin, ist ein bisschen unfair, ABBA haben mit MaidaVale ja auch nicht viel gemeinsam. Wo Blues Pills es mit Retro-Rock versuchen, gibt es von MaidaVale sozusagen die volle Breitseite: Psychedelischer Bluesrock (Led Zeppelin, Jimi Hendrix) trifft auf drogenschweren 70-er Krautrock; die Gitarre singt aus vollem Hals, das Schlagzeug treibt sie voran, dazu spielt Linn Johannesson einen knackigen Bass mit ordentlich groove, während Matilda Roth mit einer unglaublich passenden, in den letzten Jahrzehnten leider viel zu selten gewordenen Stimme von „Rassismus, Kriegswahn und zwischenmenschlichen Minenfeldern“ (Jochen König) singt.

MaidaVale – (If You Want The Smoke) Be The Fire

Den musikalischen trip halten also nur die Texte vom Entstehen ab, so dass man immerhin die Wahl hat, ob man verreisen oder sich über die Welt aufregen möchte. Zwei Alben in einem also – wo sonst gibt es das? Kleine Experimente wie das einminütige „Truth/Lies“, ein verzerrtes Experimentalstück in irgendwie Talk-Talk-Tradition, ergänzen das Album ganz gut, aber hauptsächlich bleibt keine Zeit zum Ausruhen. Das ist gut, denn so kann man „Tales of the Wicked West“ – die subtile Spitze im Titel wird erst im Zusammenspiel mit den Themen offensichtlich – vorbehaltlos in sich aufnehmen und wirken lassen.

MAIDAVALE – DIRTY WAR (Live in Studio Underjord)

Das abschließende „Heaven and Earth“, das es angeblich nicht auf alle Versionen des Albums geschafft hat, lässt auf elf Minuten Länge erstmals und schließlich Raum zum Durchatmen. Etwaige Erinnerungen an das Yes-Album gleichen Namens sind kurzzeitig auszublenden. Gesungen wird hier nicht mehr, stattdessen versuchen MaidaVale sich an einer Art „Post-Bluesrock“: Eine einfache Gitarrenmelodie in acht Takten beginnt und zieht sich bis zum Ausklang des Stücks und damit des Albums durch, es setzt die spacige Gitarre ein und soliert in einer Weise, dass dem geneigten Hörer die Sinne ejakulieren. Ein musikalischer Wochenendausflug ans Wildwasser mit einer Pfeife in der Hand. Eine sehr angenehme Reise.

Auf Bandcamp gibt es das komplette Album zum Anhören und Kaufen, Vinylfreunde werden momentan allerdings nur auf Amazon.de fündig.

In den Nachrichten
Kurz verlinkt: Sei einfach reich und berühmt.

Victoria Beckham (ehemals Adams) macht jungen Mädchen Mut:

Victoria Beckham [hat] für Victoria Adams – und mit ihr Millionen junger Frauen – weitere gute Ratschläge parat. „Du bist nicht die Hübscheste oder die Dünnste oder die Beste im Tanzen am Laine-Theatre-Arts-College“, und „Du hast schlimme Akne.“ All das sei aber kein Grund zu verzweifeln.

Man muss als junges Mädchen nicht gut aussehen oder talentiert sein – es reicht, gut bezahltes Mitglied einer zu Unrecht weltberühmten Popgruppe zu sein und schon kann man alles erreichen, zum Beispiel einen Fußballspieler heiraten. Ein wertvoller Tipp für Millionen junger Frauen.

Wenn’s weiter nichts ist!

Fotografie
Deutschland, deine Allegorien! (10)

Glücksgefühle

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Liegengebliebenes vom 1. September 2016

Schon jetzt mein Wort des Monats:

Wer im Sicherheitsbereich arbeitet, braucht eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, ausgestellt vom Land Hessen.

„Unbedenklichkeitsbescheinigung“. :irre:


So eine Überraschung: Es gibt inzwischen wissenschaftliche Veröffentlichungen, die belegen, dass das Geschlecht nicht etwa durch soziokulturellen Konsens, sondern allein durch „hat Penis“ oder „hat keinen Penis“ festgelegt wird. Als hätten Gender Studies gar nichts mit Wissenschaft zu tun. Verrückt.


„Mit Linux wär‘ das nicht passiert“ des Tages: Es kursiert eine Schadsoftware, die euren Linuxwebserver löscht.


Und gleich noch was aus der Welt der supersicheren, weil freien Software: Na, auch OpenOffice installiert?


Die offensichtlich nicht immer völlig nüchternen Organisatoren der „TTIP-Demos“ teilen mit, dass am 17. September Christen gegen eine „Wirtschaftsweise, die tötet“ demonstrieren. Flatter erklärt quasi hierzu den Zusammenhang zwischen Bock und Gärtnern.

In den NachrichtenNerdkrams
Über Technikverhinderungsprozessoren

Früher bedeutete eine neue Prozessorgeneration oft einen spürbaren Anstieg der gefühlten Leistung, ein quasi exponentielles Wachstum der Nennleistung bei gleichzeitig sinkenden Emissionen. Das ist lange her, Einzelkerngeschwindigkeiten von deutlich über drei Gigahertz sind physikalisch derzeit nicht mit vertretbarem Aufwand zu erreichen (wenn nicht gerade Stickstoffkühlung zum Standardmodell in einem PC oder gar Laptop wird). Werbekampagnen für neue Prozessoren müssen also irgendwie anders auffallen, um einen Neukauf zu rechtfertigen; der Wettbewerb um immer niedrigere Nanometerweiten verliert allmählich seinen Reiz.

Worauf also freut sich denn heute der geneigte Computerkäufer? Richtig: Bald schon gibt es viele neue Hardware mit Intels neuesten Prozessoren mit dem beknackten Codenamen „Kaby Lake“. Sie sollen aus gleichem Strom mehr von allem herausholen: Mehr Rechengeschwindigkeit, mehr Möglichkeiten, mehr Technikverhinderung:

Schließlich gibt es noch eine Erweiterung für Kaby Lake: einen neuen Medienverarbeitungskern. (…) Dieser Videokern erzwingt auch Anti-Piraterie-DRM-Schutz, wie er von den großen Studios vorausgesetzt wird. Hollywoodchefs wollten keine ultrahochauflösenden 4K-Filme aus der „Cloud“ streamen, ohne dass sicher gestellt ist, dass der gewöhnliche Mitschneider es schwer haben wird, und daher gab Intel den Unterhaltungsriesen, was sie wollten.

(Freie Übersetzung von mir.)

Wer sich in ein paar Monaten einen neuen Rechner kauft und nicht gerade auf AMD-Prozessoren zurückgreifen möchte, die in gehobenen Preisklassen durchaus recht selten geworden sind, der tauscht ein paar Cent Stromkosten im Wesentlichen gegen seine Freiheit ein, weil das Gerät, das vordergründig mit grandiosen Multimedialeistungen prahlt, tatsächlich nicht für ihn, sondern für Rechteverwerter gestaltet wurde, deren maßgebliches Interesse an neuer Hardware sich auf die Frage beschränkt, wie man deren Käufern möglichst viele Möglichkeiten nehmen kann, über die ihm zur Verfügung stehenden digitalen Medien frei zu verfügen.

Ohne diese Leute war das Internet irgendwie schöner.

In den NachrichtenWirtschaft
In der Steuer geirt

„ZEIT ONLINE“, 8. Juli 2016:

Die US-Behörden gehen juristisch gegen die Steuerpraktiken von Facebook vor. Die Steuerbehörde IRS reichte eine Klage gegen den Konzern ein, in der es um die finanzielle Verbindung zur europäischen Facebook-Zentrale in Dublin geht.

„ZEIT ONLINE“, 30. August 2016:

Der US-Konzern Apple muss in Irland die Rekordsumme von bis zu 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen. (…) Das US-Finanzministerium hatte der [EU-Wettbewerbs-]Kommission Ende August vorgeworfen, sie untergrabe das internationale Steuersystem und nehme dabei „überproportional“ US-Konzerne ins Visier.

Bei Steuern wollen die USA von globalisierter Wirtschaft dann doch lieber nichts wissen.

MontagsmusikPiratenparteiPolitik
Red Bazar – Paragon // Von Linken und Schiffern

Warm hier heute, finden Sie nicht?Es ist Montag, Tag 1 nach der friedlichen Explosion inmitten sonnigsten Wetters, das selbst den Mond blendete. Die Piratenpartei hat vieles komplizierter gemacht. Patrick wer? Na, Schiffer! Wie in Claudia Schiffer! Welch treffender Name für einen Piratenkapitän, welch bedeutsame Verwandtschaft. Kann ja nur gut werden mit so einer Cousine, sonst wäre das medial gar kein Thema, nicht wahr? Nichts könnte mich dazu bringen, einem einzigen, erst recht nicht so vielen seriösen Journalisten vorzuwerfen, er wäre mehr an solchem Firlefanz als an Politik interessiert. Das wäre doch auch wirklich unangebracht von mir. – Gab es denn auch Politik? Immerhin: Forschungsanstrengungen zur friedlichen Nutzung der Kernfusion sind sinnvoll. Zur Hölle mit den Hippies.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag lässt wissen, dass die CDU/CSU keinesfalls eine linke Partei zu sein beabsichtigt. Das ist nun sicherlich sehr überraschend und auch ein wenig enttäuschend für ihr linksautonomes Wählerklientel. Mindestens genau so überrascht ist mal wieder die Onlineredaktion des heise-Verlags, die panisch vermeldete, dass Passwörter, die ihr auf den Computern fremder Leute (in der so genannten „Cloud“) ablegt, möglicherweise gar nicht so gut versteckt sind, dass da niemand reingucken kann. Aber ist ja so praktisch, das alles.

Man kann sich das Leben aber, statt einfacher, auch deutlich schwerer machen, zum Beispiel, indem man seine sexuellen Vorlieben zum Politikum macht: „Derzeit werden die LGBT-Rechte von einer Kopfgeburt aus der Rechtsabteilung von Anti-LGBT-Gruppen attackiert“, gut, andere Menschen finden ja auch Lokomotiven interessant. So lange die offensichtlich bedeutsamen gesellschaftlichen Probleme in den USA so aussehen, hat die Welt zumindest nicht zu befürchten, dass es noch schlimmer wird.

Machen wir sie doch so lange ein bisschen besser, zum Beispiel mit Musik.

Guten Morgen.

PersönlichesPiratenpartei
#bpt162

Was macht eigentlich die Piratenpartei?

AG Single Malt

ComputerIn den Nachrichten
Apples iDrone: Bald noch interaktiver!

Prima Technikidee, übrigens:

Apple erwägt ein Sicherheitssystem, das biometrische Daten von Gerätedieben sammelt und an den Besitzer übermittelt. (…) Zu den gesammelten Daten zählen laut Apple zum Beispiel Fingerabdrücke, Fotos und Videos des nicht autorisierten Nutzers, Audioaufnahmen der Umgebungsgeräusche sowie Informationen über die Aktionen, die auf dem Gerät ausgeführt werden.

Die so gesammelten Daten soll das gestohlene Gerät dann an einen Server sowie andere Geräte des Nutzers übermitteln, um die Identifizierung des Diebes zu ermöglichen.

(Hervorhebungen von mir.)

Selbstverständlich sind Softwarefehler sowie Missbrauch des erwogenen Sicherheitssystems von vornherein ausgeschlossen. Sicherheit kennt kein Pardon.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Kurz und abschließend notiert zum Fall #GinaLisa

Dass eine – das harte Los der Berufsblondinen – in der Öffentlichkeit stehende Frau dadurch, dass sie einvernehmlichen Sex hinterher blöd fand, das Sexualstrafrecht in Deutschland dahingehend beeinflusst hat, dass ein Nein jetzt auch als ein Nein und nicht etwa, wie bisher, als ein Nein aufgefasst wird, sei mal geschenkt, die Einflüsse auf unser zivilisiertes Miteinander sind doch absehbar gering und die Frau hat unter Gezeter ihrer Sympathisantinnenschnipp schnapp, Gerechtigkeit, wissenschon – und gegen den Willen der auf rechtsstaatliche Prinzipien nicht viel Wert legenden Familienministerin (SPD, versteht sich) ihre gerechte Strafe erhalten; entschiedener Widerspruch sei an dieser Stelle allerdings gegen ihre ausgerechnet RTL gegenüber geäußerte und medial vielfach zitierte Vermutung eingelegt, all das geschehe ihr nicht etwa wegen ihrer Freude daran, mal wieder vor einer Kamera zu stehen (was andererseits ihr Dasein als wiederkehrender Gast in ausgerechnet dem „Frühstücksfernsehen“, das sich für die Befassung mit gesellschaftlich bedeutsamen Diskussionen nicht deutlich besser eignet als ein durchschnittlicher Werbeblock auf Pro Sieben, erklären könnte), sondern nur, „weil sie aussehe, wie sie aussehe“, denn richtig wäre allenfalls, dass es geschieht, obwohl sie, legt man leidlich normale oder wenigstens feministische (i.e. chirurgiekritische) Maßstäbe an, aussieht wie jemand, der mit seinem Aussehen (vgl. u.a. Plastikenten bei Schmelztemperatur) eigentlich schon genug gestraft wäre, das jedoch zum Leidwesen der Ästhetik unverändert straffrei bleibt.