In den NachrichtenMontagsmusik
Hint - 100% White Puzzle // Leisure-Suit-Larry-Terroristen

^_^Es ist Montag. Aserbaidschan ent­behrt, ent­neh­me ich der inter­na­tio­na­len Berichterstattung, zwar eines hin­rei­chend gro­ßen Geheges für Pandabären, nicht aber eines zumin­dest schlag­fer­ti­gen Präsidenten. Schade, dass es dort so unru­hig ist.

Der „Anti“-Terrorbeauftragte der besten Europäischen Union, die man für Geld kau­fen kann, gräbt das unto­te Videospieleverbot wie­der aus, denn Terroristen könn­ten sie zur „Vorbereitung von Anschlägen“ nut­zen. Jedes Mal, wenn ich so etwas lese, fra­ge ich mich ver­wun­dert, wel­che exi­stie­ren­den Spiele eigent­lich auf wel­che Art halb­wegs lebens­nah „auf Anschläge vor­zu­be­rei­ten“ imstan­de wären; alle Spiele mit Waffen dürf­ten schon mal raus sein, denn in kei­nem mir bekann­ten Spiel ver­hält sich eine Waffe wie im ech­ten Leben. Flappy Bird? Transport Tycoon? - Ich glau­be ja, dass die Bundeswehr viel bes­ser auf Anschläge vor­be­rei­tet als ein Computerspiel. Die Bundeswehr wird - anders als Computerspiele - näch­stes Jahr übri­gens teu­rer als erwar­tet. Könnte die EU mal ange­hen, das Problem.

Im Ausland küm­mert man sich der­weil um grö­ße­re Probleme: Es wird davon abge­ra­ten, sein Haus mit poten­zi­ell unsi­che­rer smar­ter Gerätschaft voll­zu­stel­len. Nun geht es um die Vereinigten Staaten, der Zyniker in mir ver­kneift sich aber trotz­dem einen nicht sehr freund­li­chen Kommentar zum Thema Todesstrafe. Ausnahmsweise fin­de ich die dor­ti­ge Gesetzgebung aber durch­aus vorbildlich.

Die deut­sche hin­ge­gen ist auch wei­ter­hin selt­sam: In Berlin darf man der­zeit nur in grö­ße­rem Rahmen trau­ern, wenn man einen unsicht­ba­ren Freund hat. Das trifft sich gut: Mein unsicht­ba­rer Freund ist die Musik.

Hint 100% White Puzzle - 08 - 100% White puz­zle (french elec­tro indu­stri­al rock noi­se band)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Si vis pacem, para bel­lum. (13)

Während einer­seits mona­te-, gar jah­re­lang dar­auf gepocht wur­de, dass man der Polizei mög­li­cher­wei­se ein paar Befugnisse ent­zie­hen soll­te, weil in ihr poli­tisch radi­ka­le Umtriebe sich besorg­nis­er­re­gend häuf­ten, wur­de mei­ner Ablehnung der Bundeswehr, eines ana­chro­ni­sti­schen Relikts aus dem Kalten Krieg, stets mit Missachtung begeg­net. Die Bundeswehr sei immer­hin wich­tig, sie schüt­ze vor Corona, fische Flüchtlinge aus dem Meer, küm­me­re sich um Kranke und so weiter.

Dagegen hät­te ich auch nichts ein­zu­wen­den, näh­me man den Knallköpfen wenig­stens die Waffen weg, denn die sind das wesent­li­che Problem, das ich mit der Bundeswehr habe. Aber das kön­ne man ja nicht machen. Das sei was völ­lig ande­res als die Polizei. Die Polizei sei vol­ler rech­ter Chatgruppen und die Bundeswehr sei gera­de sehr wich­tig. Wegen Putin. Und Corona. Und Putin. Da darf die doch auch ger­ne mal gra­tis im Zug mitfahren.

Schade aber:

Die Bundeswehr hat Ermittlungen wegen einer Chatgruppe von Soldaten ein­ge­lei­tet. (…) Zuletzt hat­ten immer wie­der rechts­ex­tre­me Umtriebe von Bundeswehrsoldaten für Schlagzeilen gesorgt.

Ja, ich weiß es ja: Schwer (mit, zuge­ge­ben, schlecht funk­tio­nie­ren­den Waffen) bewaff­ne­te Rechtsradikale sind unse­re ein­zi­ge Chance gegen Putin. Und Corona. Und Putin. Bloß nicht auf­lö­sen. Ist ganz wich­tig, die Bundeswehr. Wer soll das denn sonst machen - das THW etwa? Pah, die haben doch nicht mal Panzer!

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abge­schafft gehört.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
… oder soll man es lassen?

2019:

Denn die zum Teil höchst emo­tio­nal geführ­te Auseinandersetzung dar­über, ob es medi­en­ethisch legi­tim ist, die Probleme der Flüchtlingsaufnahme von Schlepperbooten nahe der afri­ka­ni­schen Küste im Rahmen eines Pro & Contras abzu­han­deln, reich­te bis in die Zeit-Redaktion und wur­de intern kon­tro­vers dis­ku­tiert. Aufbereitung und Artikel-Überschrift hat­te die Chefredaktion als „kla­re Fehlentscheidung“ bezeich­net und sich hier­für öffent­lich bei den Lesern entschuldigt.

2020:

Die Feministin Pauline Harmange plä­diert für Männerhass. Denn: Männer sei­en gewalt­tä­ti­ge, ego­isti­sche, fau­le und fei­ge Wesen. Hat sie recht? Ein Pro und Contra.

Ich hal­te Pauline Harmange ja für ein emo­tio­nal gewalt­tä­ti­ges, ego­isti­sches, fau­les und fei­ges Wesen. Angebote für einen Buchvertrag bit­te ich direkt in den Kommentaren zu hinterlassen.

In den Nachrichten
Einbruchsschutz dank Lockdown

Wann immer ich die­ser Tage einen deut­schen Journalisten das Wort „Lockdown“ ver­wen­den höre oder lese, obwohl er doch allen­falls „Shutdown“, höchst­wahr­schein­lich aber „Kontaktbeschränkungen“ mei­nen kann, emp­feh­le ich wärm­stens einen Blick nach Österreich, wo Einbrecher und Diebe sich zur­zeit eines drit­ten Vergehens schul­dig machen, da Einbruch - selbst, wenn er haupt­be­ruf­lich statt­fin­det - kei­ne hin­rei­chen­de Ausnahme für das Verlassen der eige­nen Wohnung darstelle.

In den Nachrichten
Sterbeverbot post mortem

An der Universitätsklinik Essen min­der­te ein Arzt unlängst das Leid Sterbender. Der Universitätsklinik Essen und dem Gesetzgeber gefällt das nicht:

Am ver­gan­ge­nen Freitag, den 20. November 2020, infor­mier­ten die Universitätsmedizin Essen und die Staatsanwaltschaft mit der Polizei Essen dar­über, dass sich ein am Universitätsklinikum Essen seit Februar 2020 beschäf­tig­ter Arzt in Untersuchungshaft befin­det. (…) Es besteht der Verdacht, dass der Mediziner zwei schwerst­kran­ken Menschen vor­sätz­lich und rechts­wid­rig Medikamente in deren letz­ter Sterbephase ver­ab­reicht hat, die zu deren Tod führten.

Auch Hinterbliebene und Angehörige sei­en empört, dass die Sterbenden völ­lig über­ra­schend tot sei­en und nicht noch unnö­tig lan­ge vor sich hin­ve­ge­tie­ren mussten:

Unsere Gedanken und unse­re Anteilnahme gel­ten den Hinterbliebenen der Verstorbenen. Der Verlust ihres gelieb­ten Angehörigen allei­ne ist schon extrem schmerz­haft. Darüber dann aber auch noch in den Medien lesen zu müs­sen, ver­bun­den mit den ein­lei­tend genann­ten Vorwürfen, das ist sicher­lich nur sehr schwer zu ertragen.

Kann man ja ver­ste­hen: Da berei­tet man sich men­tal dar­auf vor, dass das Ableben eines ande­ren Menschen noch quä­lend lan­ge dau­ern wird, und dann beschleu­nigt ein Unmensch die­sen Vorgang. Da hat man sich ja ganz umsonst gefreut, noch lan­ge zugucken zu dür­fen. Hoffentlich wird der Spaßverderber bis an sein Lebensende weggesperrt.

Was genau unter­schei­det den Menschen eigent­lich vom Tier?

In den Nachrichten
Was ficht euch an?

Deutschland:

Mit dra­ma­ti­schen Auswirkungen des Klimawandels auf unse­re Wälder rech­net der Tierökologe Peter Biedermann: In Flachlagen könn­te es bald kei­ne Fichten mehr geben.

Auch Deutschland:

Der Weihnachtsbaum im XXL-Format für den Platz vor dem Berliner Reichstag ist am Montag im Harz gefällt wor­den. (…) Es han­de­le sich um einen schön gleich­mä­ßig gewach­se­nen Baum mit präch­ti­ger Krone.

Kommen sich christ­lich Sozialisierte ange­sichts sol­chen Brauchtums eigent­lich manch­mal auch sack­däm­lich vor?

NerdkramsNetzfundstücke
Vinyl <3 (11): Nicht fest, nur Platte

Falls mei­ne bis­he­ri­gen Beiträge betreffs der Vorteile eines Plattenspielers noch nicht über­zeu­gen konn­ten, ist hier noch einer:

Die mei­sten PCs wer­den nor­ma­ler­wei­se von ihrem pri­mä­ren Speichermedium gestar­tet, sei es eine Festplatte oder eine SSD, viel­leicht aus dem Netzwerk, oder der USB-Stick oder die Boot-DVD kommt - wenn alles ande­re fehl­schlägt - zum Einsatz… spa­ßig, oder? Langweilig! Warum ver­su­chen wir zur Abwechslung nicht mal von einem Plattenspieler zu booten?

(Übelsetzung von mir.)

In den NachrichtenMontagsmusik
END - Alaska // Kein Wahlrecht für Kindsköpfe

In Ermangelung von Eulen: Darf es eine Ente sein?Es ist Montag. Die Online-„FAZ“ titel­te gestern auf­grund der der­zei­ti­gen Coronasituation, der November daue­re län­ger. Na gut, also wenig­stens kein Nikolaus die­ses Jahr; als Christentumsskeptiker nimmt man ja jede gute Nachricht, die man krie­gen kann. Auch gut: In einem Frankfurter Lokal wer­den die der­zeit aus­blei­ben­den Gäste durch Pandabären ver­tre­ten. Wie viel Geld kann man eigent­lich für ein paar Stangen Bambus verlangen?

Man möch­te, ent­neh­me ich den Nachrichten, sowohl die AfD ver­bie­ten als auch das Wahlrecht für Unter-18-Jährige ein­füh­ren, was mich amü­siert, denn man­cher­orts wäre die AfD bei Unter-18-Jährigen stärk­ste Kraft. Vielleicht doch nicht so klug, die Idee? - Was anson­sten pas­siert, wenn man Kindsköpfen das Wahlrecht gibt, hat man gestern in Berlin gese­hen: Manche demon­strier­ten gegen die als zu scharf emp­fun­de­nen Coronamaßnahmen, ande­re reck­ten ihre Mittelfinger und tril­ler­pfif­fen, denn eine inhalt­li­che Auseinandersetzung ist nicht jeder­manns Sache. Es ist schon selt­sam, dass Coronaleugner so viel Zulauf fin­den, obwohl die Gegenseite sie doch so über­zeu­gend niveau­arm belei­digt. Man könn­te fast mei­nen, ein aus­ge­streck­ter Mittelfinger eig­ne sich gar nicht zur Meinungsänderung. Seltsam. Was genau war noch mal das Problem mit Donald Trump: dass er zu plump war?

Apropos: Daniela Dahn beant­wor­tet unge­fragt, ob wir die USA noch brau­chen, und bejaht, weil ein schlech­tes Vorbild immer­hin auch ein Vorbild sei, ver­wech­selt dabei aber die USA mit Amerika. Ist nur Journalismus, da muss man das nicht unterscheiden.

Bei „ZEIT Campus“ schließ­lich wird man gewarnt: Menschen wer­den zu Massenmördern oder Musikgenies, wenn sie sich lang­wei­len, weil das Gehirn um eine ande­re Beschäftigung bit­te. Da ent­ge­he ich ja regel­mä­ßig haar­scharf einem inter­es­san­ten Hobby, wie mir scheint. Gegen Langeweile hilft mir trotz­dem: Musik.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
#WirSindDie70Prozent

Endlich hat die lästi­ge Notwendigkeit des Hocharbeitens und der Erlangung von Beliebtheit bei den Kollegen in Unternehmen ein Ende:

Die Große Koalition hat sich grund­sätz­lich auf eine ver­bind­li­che Frauenquote in Vorständen geei­nigt. (…) Für die Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes wur­de eine Aufsichtsratsquote von min­de­stens 30 Prozent (…) vereinbart.

Ich erwar­te noch heu­te einen scharf for­mu­lier­ten offe­nen Brief der Intersexuellengemeinschaft, denn im Vergleich zu ihnen wer­den Frauen in Vorständen bereits jetzt deut­lich bevor­zugt. Im Übrigen bin ich jetzt schon sehr gespannt auf die wei­te­re Entwicklung der Deutschen Bahn, bekannt­lich ein Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes: Jetzt wird sicher alles gut.

Noch vor kur­zem skan­dier­ten Demonstranten Plakate und Banner hashtag­gend, sie sei­en mehr. Was sagt das eigent­lich über die 70 Prozent aus?

NerdkramsPersönliches
Team Ruheraum

Fefe hat Recht:

Inzwischen ist die­ses „mehr Kommunikation“ zu einem der­ar­ti­gen Selbstläufer gewor­den, dass das nie­mand mehr in Frage stellt, ob wir nicht viel mehr einen Ruheraum brau­chen, in dem unse­re Entwickler auch mal zehn Minuten am Stück Zeit haben, um unge­stört Code schrei­ben zu können.

Sicher: In einem Ruheraum, in dem (wie Fefe vor­schlägt) ich auch kei­ne Musik („Berieselung“) hören soll­te, weil das nur ablen­ke, fän­de ich per­sön­lich kei­ne Ausgeglichenheit. Das Wesentliche aber stimmt: Ständig über irgend­wel­che Ereignisse infor­miert zu wer­den, die wenig­stens kurz­zei­tig audio­vi­su­ell die Aufmerksamkeit auf sich zu zie­hen ver­su­chen, trägt eher nicht dazu bei, dass die fokus­sier­te Beschäftigung mit einem kon­kre­ten Problem sinn­voll mög­lich ist.

Zu der auch hier gele­gent­lich bemän­gel­ten Dauerbeschallung mit für unser Leben völ­lig uner­heb­li­chen innen­po­li­ti­schen Nachrichten aus dem fer­nen Ausland kommt inso­fern erschwe­rend der fak­ti­sche Überfluss an für Teams hilf­reich gemein­ten Programmierwerkzeugen hin­zu. Ich habe schon Gründe, war­um ich ein­fa­che Texteditoren weit lie­ber ein­set­ze als moder­nen IDE-Schnickschnack.

Um beim Programmierthema zu blei­ben, obwohl das zwei­fels­oh­ne auch für ande­re Professionen gilt: Ich mag es, wenn alles, was in den von mir zur Programmierung ein­ge­setz­ten Programmen auf­blinkt und vom Tippen ablenkt, der Hinweis ist, dass ich gera­de Unsinn pro­gram­mie­re. Mir geht selbst farb­li­che Syntaxkennzeichnung vor allem auf den Sack.

Keine Chats, kei­ne Popups, kein um Aufmerksamkeit bet­teln­des Ticketsystem, kein hek­ti­sches Geblinke. Der Code, Musik und ich.

Ich bin stol­zes Mitglied im Team Ruheraum. Jeder nur einen!

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Convulsif - Extinct

Convulsif - ExtinctLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Bock auf Jazz? Natürlich habt ihr Bock auf Jazz! Dass ich dem Schweizer Quartett Convulsif, das sich unter ande­rem auf Merzbow beruft und behaup­tet, es wür­de Doom-Metal spie­len, die­ses Etikett anhef­te, ist viel­leicht zum Teil der Instrumentierung (Geige, Klarinette, Schlagzeug, Bass) geschul­det, teil­wei­se aber sicher­lich auch dem, was die vier Herren musi­ka­lisch her­vor­brin­gen. Ihr fünf­tes Album „Extinct“ (Amazon.de, nur unphy­sisch auch Bandcamp) eröff­nen sie jeden­falls mit „Buried Between one“, einem zwei­fel­los tief im Free Jazz ver­wur­zel­ten Instrumentalstück. Das gan­ze Album kommt ohne Gesang aus. Genau so muss es bei die­ser Art von Musik auch sein.

Schon das näch­ste Stück, das fast zwölf­ein­halb­mi­nü­ti­ge „Five Days of Open Bones“, spricht aber eine etwas ande­re Sprache, indem es eben doch gemüt­lich ein aus­gie­bi­ges Instrumentenbrummen ertö­nen lässt, bevor es, wie ein schie­fes Sprachbild es nennt, ans Eingemachte geht. Blackjazzmetal? Doompostjazz? Ich neh­me mei­ne erste Einschätzung wenig­stens teil­wei­se zurück; gar nicht übel, die­se Mischung. In ande­ren Stücken (etwa „Surround the arms of revo­lu­ti­on“) kom­men auch unbe­nann­te Elektronika zum Einsatz, deren Klang mich an Atari Teenage Riot den­ken lässt, was ande­rer­seits hane­bü­chen scheint und wäre. Ein biss­chen Morphine ist aber frag­los dabei.

Convulsif - Five days of open bones (offi­cial audio)

Das läng­ste und letz­te Stück auf der regu­lä­ren Version von „Extinct“, „The Axe Will Break“, hier bereits gestern die Woche ein­ge­läu­tet habend, baut sich um ein sich wie­der­ho­len­des rol­len­des Bassmotiv her­um auf und über­rascht schon wie­der musi­ka­lisch, denn obwohl die Musiker es sich nicht neh­men las­sen, in der zwei­ten Hälfte wie­der die Freiform über die­sem Bassmotiv erklin­gen zu las­sen, höre ich hier vor allem Postrock (den guten mit den vie­len Gitarren), aber auch ein wenig Psychedelisches (zudem nicht ganz so zäh wabernd wie Pink Floyd) her­aus. Hat was!

Ich war mir schon vor Monaten ziem­lich sicher, dass 2020 ein sehr gutes Jahr für die Musik sei. Inzwischen kann ich das „ziem­lich“ guten Gewissens streichen.

NerdkramsNetzfundstücke
Tore zum Mistmachweb (8): Mit ille­gi­ti­mem Interesse zum Profil

Eine ganz tol­le Idee hat das Interactive Advertising Bureau, schon vom Namen her ein Unternehmen, mit des­sen Mitarbeitern man sich nicht mal eine Welt tei­len müs­sen soll­te, da gehabt, um den jün­ge­ren Änderungen der EU-Cookierichtlinien zu ent­spre­chen: Es wur­de eine Software geschrie­ben und ver­öf­fent­licht, deren Zweck es sei, „die not­wen­di­gen Benutzerabfragen zu ver­ein­heit­li­chen“, was bedeu­tet, dass Werber, deren gesell­schaft­li­ches Ansehen zu mei­nem Bedauern noch immer gering­fü­gig höher ist als das von Darmkrebs, mir und ande­ren Teilnehmern des Webs auch künf­tig trotz der Notwendigkeit der Einhaltung grund­le­gen­der Datenschutzregeln ekli­ge Trackingscheiße („Drittanbieter“) rein­drücken dür­fen, ohne dafür jemals ein Gefängnis von innen zu sehen.

Aber immer­hin:

Hat sich ein Vendor bezie­hungs­wei­se Drittanbieter dem Framework ange­schlos­sen (…), kann er Daten nur ver­ar­bei­ten, wenn der Publisher hier­für über eine Consent-Management-Platform (CMP) eine rechts­gül­ti­ge Einwilligung ein­ge­holt hat.

Bei „hei­se online“ sieht das zum Beispiel so aus:

Ich wünsch­te, das hät­te ich mir aus­ge­dacht: Es gibt tat­säch­lich einen stan­dard­mä­ßig akti­vier­ten Schalter, der bewirkt, dass jemand mit „legi­ti­mem Interesse“ mir per­so­na­li­sier­te (also zwangs­läu­fig tracken­de) Reklame in den Browser schie­ben darf.

Der „Duden“, das Standardwörterbuch all jener Menschen, die nie etwas von Prof. Gerhard Wahrig gehört haben, meint dazu, dass das ent­we­der ein „gesetz­lich aner­kann­tes“ oder ein „vertretbar[es], vernünftig[es]“, gar „mora­lisch einwandfrei[es]“ Interesse bedeu­te. Beides bezweif­le ich, denn, wie ich heu­te schon an ande­rer Stelle wit­zel­te, andern­falls setz­ten auch Einbrecher per Diebstahl ledig­lich ihr legi­ti­mes Interesse an Juwelen um.

Formulierungen wie die­se tra­gen jeden­falls nicht dazu bei, dass das Web - vor allem bunt statt inter­es­sant - sich end­lich zu einem Dienst ent­wickeln kann, den zu nut­zen lang­fri­stig Freude berei­tet. Es ist eine Tortur.

In den NachrichtenWirtschaft
Fridays For Zu Spät (2)

Unser Nachwuchs ist ’ne alte Umweltsau…

Alte Umweltsau gegen jun­gen Klimaschützer? Von wegen: In einer Studie des Wuppertal Instituts zei­gen sich die Älteren durch die Bank umwelt­be­wuss­ter als die jun­ge Generation. (…) So gibt jeder fünf­te jun­ge Mensch offen zu, für Umwelt und Klima kei­ner­lei Abstriche an sei­nem Konsum zu machen.

(Quelle: FAZ.net - will nicht direkt ver­linkt wer­den [LSR])