NetzfundstückePolitik
Plakat: non placat.

Man möcht‘ ja fast nicht raus­ge­hen in Niedersachsen, die Wahlen im September flie­gen tief.

Andreas CDU

Das Plakat zeigt dreierlei:

  • Das Gesicht eines Herrn von der CDU.
  • Den Namen eines Herrn von der CDU.
  • Die Aufforderung, den Herrn von der CDU mit dem Namen und dem Gesicht zu wählen.

Es erfährt der Betrachtenmüssende nicht:

  • Qualifikation des Herrn von der CDU.
  • Politische Ziele des Herrn von der CDU.
  • Überhaupt irgend­was über die CDU.

Hier, mein Name.
Hier, mei­ne Fresse.
Wählen Sie’s.

Das reicht - mit Stand von letz­tem Freitag - für einen Wahlsieg und die CDU weiß das. Es ist 2021 und die Namen irgend­wel­cher Kommunalkasper sind aus­rei­chend viel Wahlprogramm.

Bzw.:

Politik ist böse,
aber ding ding
ding ding ding ding
ding ding ding ding
ding ding ding ding
ding ding ding ding

Neulich sah ich auf Twitter ein Mem (für CDU-Wähler: das sind so Witzbildchen, deren Produktion unbe­dingt ver­bo­ten wer­den muss), über das ich unge­fähr vier­ein­halb Stunden lang schal­lend gelacht habe und das unge­fähr so aussieht:

Ich Kranich Meer meine Kraft ist am Ente Tröte mich Quitte

Ich wünsch­te, es gäbe kei­ne gute Überleitung zwi­schen dem Plakat und dem Mem.

In den Nachrichten
Ægir eska­liert, JHWH räumt auf.

Die „FAZ“ - will nicht ver­linkt wer­den (LSR) - ließ „Korrespondent/in“ (ebd.) Jonas Jansen mit einem Baggerfahrer spre­chen, der anläss­lich der Wassersache neu­lich dazu bei­getra­gen habe, dass nicht noch mehr Schaden ent­stan­den sei als ohne­hin. Dieser aber wies jede Verantwortung von sich:

Wissen Sie, ich bin ein gläu­bi­ger Mensch. Ich habe mich zwei Mal geseg­net als ich run­ter gefah­ren bin. ‚Du Herr, musst wis­sen, was pas­siert‚, habe ich gesagt. Und ich hat­te kei­ne Sekunde Angst.

(Kreative Zeichensetzung aus dem Original.)

Wenn er, der Herr, jetzt aber (und immer­hin erwie­se­ner­ma­ßen) beschlos­sen hat­te, dass eine grö­ße­re Überschwemmung mit Todesfolge genau das sei, was die­ser Planet gera­de brau­chen kön­ne: wes­sen Werk tut dann eigent­lich der, der sie mildert?

In den NachrichtenMontagsmusik
Weston Super Maim - 180-Degree Murder // Bürgerlos in den Wahlkampf schwimmen

Nachrichten lesen vor dem ersten Kaffee. Großer Fehler.

Es ist Montag. Irgendwo ist irgend­wer ertrun­ken und nie­mand trägt dar­an die Schuld. An den Straßen hän­gen die ersten dum­men Gesichter von dum­men Kandidaten für dum­me Ämter, sel­ten flan­kiert von irgend­ei­nem Anhaltspunkt, was die pro­gram­ma­ti­sche Ausrichtung angeht, als wähl­te der Wähler Menschen wegen ihrer tol­len Photoshopkünste und nicht wegen ihrer über­zeu­gen­den Argumente. Von mir hängt die­ses Jahr auch eins. Da ist weder Gesicht noch Name drauf. Nimm dies, Erwartungshaltung! Dennoch gilt auch dies­mal: Einen Politiker, der mir einen Pandabären ver­spricht, wür­de ich viel­leicht bei­na­he wäh­len wollen.

Armin Laschet (CDU) und Frank-Walter Steineimer Steinmeier (SPD), der den unschul­di­gen Murat Kurnaz in einen US-ame­ri­ka­ni­schen Folterknast hat ent­füh­ren las­sen - bei­de, Laschet und Steineimer Steinmeier, wür­den gern dem­nächst mal wie­der wohin gewählt wer­den -, hiel­ten in Nordrhein-Westfalen einen Bürgerdialog ohne Bürger ab. Niemand soll hin­ter­her sagen, er habe von nichts gewusst. Olaf Scholz (eben­falls SPD), der am wenig­sten uner­träg­li­che der drei schreck­li­chen Kandidaten für das lächer­li­che Kanzleramt, hat „mehr als 300 Millionen Euro“ an Hilfsgeld ver­spro­chen, aber nicht dran­ge­schrie­ben, an wel­che Faxnummer man sich mit drei­fa­chem Antrag wen­den muss, um die abge­lehn­te Zahlung auch ord­nungs­ge­mäß bestä­tigt zu krie­gen. Die SPD freut sich, dass er so spen­da­bel ist (ist ja nicht sein Geld und auch kaum das ihre), und auch Fernsehkameras zeig­ten sich begei­stert. Tom Buhrow vom WDR bekommt über 400.000 Euro „Gehalt“. Die „Berliner Zeitung“ fin­det, es gebe kei­nen Grund für Neiddebatten dar­über. Da stim­me ich zu. Ich bin nicht nei­disch, ich bin so wütend, dafür fin­de ich nicht mal einen geeig­ne­ten Buchstabenersatz.

Zum Glück gibt es auch dafür Musik.

Guten Morgen.

Persönliches
Wer soll spä­ter die Pfleger pflegen?

Zu vor­ge­rück­ter und bier­se­li­ger Stunde über­rasch­te mich ein Chatfenster mit der Frage, wer mich denn spä­ter mal pfle­gen sol­le, denn immer­hin habe ich sowohl kei­ne Kinder als auch nicht vor, dar­an etwas zu ändern. Diese Frage hat mich über­rascht, denn der Fragesteller, selbst Elternteil, offen­bar­te damit in aller Deutlichkeit sein eige­nes Verständnis von den gesell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Implikationen der Fortpflanzung. ‘Wer soll spä­ter die Pfleger pfle­gen?’ weiterlesen »

Netzfundstücke
Männlicher fah­ren mit Ford

Der Autohersteller Ford hat mit „Mach-Eau“ ein Parfüm ent­wickelt bzw. ent­wickeln las­sen, das in E-Fahrzeugen einen dezen­ten Benzingeruch ver­strö­men soll. (…) [L]aut Ford habe eine Umfrage des Unternehmens erge­ben, dass 70 % der Fahrer ange­ben, sie wür­den den Benzingeruch ver­mis­sen, soll­ten sie zu einem E-Auto wechseln.

(Quelle)

Brumm-brumm aller­seits!

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 16. Juli 2021

Auf der Macquarieinsel wur­den zeit­wei­se bis zu 3.500 Pinguine pro Tag vom Menschen auf­grund ihres Öls gemeu­chelt. Warum genau soll aus­ge­rech­net die­se Art über­le­ben und nicht zum Beispiel jede andere?


In Nordrhein-Westfalen ereig­net sich gera­de ein Wasserreichtum. In sozia­len Medien wird spe­ku­liert, wor­an das wohl lie­gen möge (zum Beispiel am Klima, wobei vie­le miss­ver­ste­hen, dass „Klima“ gar kein eige­nes Phänomen ist, son­dern ledig­lich das Wetter über einen län­ge­ren Zeitpunkt zusam­men­fasst); nur weni­ge haben dabei aller­dings berück­sich­tigt, dass dabei nicht nur der Mensch eine Rolle spielt, son­dern auch ein über­ir­di­sches Phänomen: Der Mond.


Der aktu­el­le Stand der gesell­schaft­li­chen Betrachtung von Autismus (ob nun des recht bekann­ten Asperger-Syndroms oder ande­rer Autismen) ist kei­ner, der einen Betroffenen beson­ders fröh­lich stim­men soll­te. Aleksander Knauerhase, hin­rei­chend bekann­ter Autor und eben­falls Betroffener, hat in immer noch genutz­tem Lehrmaterial hier­zu die Formulierung „sozi­al gerich­te­ter Gesichtsausdruck“ aus­ge­gra­ben und fragt zu Recht, was das über­haupt sein sol­le und ob die­je­ni­gen, die einen „sozi­al gerich­te­ten Gesichtsausdruck“ (lies u.a.: „den Gegenüber beim Gespräch anstar­ren“) für wesent­lich hal­ten, nicht gut dar­an täten, die­se Erwartungen nicht bloß ver­nünf­tig zu for­mu­lie­ren, son­dern auch sinn­voll zu begrün­den oder andern­falls zu akzep­tie­ren, dass Dinge, die „man“ nun mal „so macht“, einen untaug­li­chen Konsens darstellen.

Als nicht unbe­dingt völ­lig neu­tra­ler, weil sowie­so mensch­lich­keits­kri­ti­scher Beobachter tei­le ich die geäu­ßer­te Ansicht und ins­be­son­de­re den Kernsatz: „Regeln sind künst­li­che Grenzen oder Erwartungen“; wes­sen Problem ist deren Durchsetzung und gehört es wirk­lich zu den Pflichten eines Anderen, die eige­nen künst­li­chen Erwartungen zu erfüllen?


Gute Frage: Warum kann man mit nicht mehr brand­ak­tu­el­len Browsern eigent­lich nicht mehr WordPress ohne grö­ße­re Verrenkungen als Blogsystem benutzen?

NerdkramsNetzfundstücke
Zoom (1995).

Jetzt weiß ich, was ich mit einer Zeitmaschine machen wür­de:

Eventually, there’s a good chan­ce that tele­pho­ne and TV will be digi­tal. Imagine tele-con­fe­ren­cing from your dorm room.

Mit dem­je­ni­gen ein ern­stes Gespräch über die nega­ti­ven Konsequenzen sol­chen Tuns ein Vierteljahrhundert spä­ter füh­ren - bevor es zu spät ist.

(Bzw.: „Dieses Meeting hät­te auch eine E-Mail sein kön­nen.“ - „Aber das wäre doch ohne Bild!“)

In den Nachrichten
„… von MEINEN Gebühren!“ (7)

Woher mag die­ser Satz stammen?

Die Eroberer wol­len, dass die Kolonisierten sie imi­tie­ren, ihre Gebräuche, Glaubenssätze und Gesetze annehmen.

Womöglich aus einer bemer­kens­wer­ten Dokumentation über die jahr­hun­der­te­lan­gen Schwertfechtereien, mit denen die inhalt­lich unter­le­ge­ne Kirche dem Westen schließ­lich den Glauben an einen unsicht­ba­ren Metaphysischen ein­ge­prü­gelt hat, bis der Westen schließ­lich bereit war, ihn als sei­ne „eige­ne Tradition“ zu begrei­fen? (Wie fried­lich die­se Welt wohl wäre, fän­de der Westen zu sei­nem natür­li­chen Glauben an ein Pantheon zurück?)

Mitnichten, es bril­liert statt­des­sen die Grundversorgung:

Mit „Asterix“ wur­de der Kampf um Dekolonisation, der 1961 süd­lich des Mittelmeers tob­te, zu einer rein inner­eu­ro­päi­schen Angelegenheit: Hier kämp­fen „Weiße“ gegen „Weiße“. In die­se eth­no­zen­tri­sche Logik passt, dass die Darstellung afri­ka­ni­scher Menschen sich groß­zü­gig aus dem Fundus ras­si­sti­scher Stereotype bedient.

Lange nichts mehr gecan­celt in der Comicwelt, jetzt geht es Asterix an den Helm. Dass dabei unver­blümt her­umspe­ku­liert wird, passt zum Thema:

Vor allem aber erlaubt es die „Asterix“-Reihe euro­päi­schen Lesern, sich selbst mit den Opfern einer Kolonialgeschichte zu iden­ti­fi­zie­ren, bei der sie eigent­lich auf der Täterseite waren. Über den Appeal die­ses Rollenwechsels lässt sich nur spekulieren.

Was man eben so in einer gesell­schafts­um­la­ge­fi­nan­zier­ten Publikation an jour­na­li­sti­schen Standards erwar­tet: Mitmensch Rechercheur sieht ein ver­meint­li­ches Problem, wüss­te aber nicht, war­um es über­haupt exi­stie­ren soll­te, und ver­liert sich in Floskeln, die in eine bestimm­te Richtung schub­sen sol­len. Dass die Leser - jeden­falls die euro­päi­schen (sind ja alle die­sel­ben, ist alles ein Haufen, Sack zu, Knüppel drauf; divers sind immer nur die ande­ren) - alle­samt, auch mich hier­bei offen­sicht­lich mit­ge­meint, auf „der Täterseite waren“, obwohl die mei­sten von ihnen Afrika bis­her noch nicht mal aus der Nähe gese­hen haben, ist dabei eine eben­so bemer­kens­wer­te Feststellung wie die Implikation, dass nie­mand jemals die Europäer (alles eins, bloß nicht unter­schei­den) zu kolo­nia­li­sie­ren ver­sucht hät­te, denn meh­re­re Weltreiche waren eigent­lich durch­aus wil­lens dazu; nach dem weit­ge­hen­den Zerfall des Römischen Reiches war auch die Zeit der Völkerwanderung bis hin zur oben schon erwähn­ten Zwangsübertragung des histo­risch doch sehr uneu­ro­päi­schen Christentums nicht unbe­dingt davon geprägt, dass man die Kultur der­je­ni­gen, die schon da waren, als beson­ders erhal­tens­wert begrif­fen hat.

Aber gut, ist bloß Kultur. Da braucht man das nicht so genau zu nehmen.

Die spin­nen, die Öffentlich-Rechtlichen.

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz ange­merkt zum „real exi­stie­ren­den“ Sozialismus auf Kuba

Dass der staat­li­che Kommunismus, den die kuba­ni­sche Regierung erst vor weni­gen Jahren aus der Landesverfassung ent­fernt hat und der inzwi­schen medi­al Realsozialismus genannt wird, als wäre das das­sel­be, ver­meint­lich zu funk­tio­nie­ren auf­hört (haha, kei­ne Lebensmittel, haha­ha), sobald sich ein real­ka­pi­ta­li­sti­scher und anson­sten nicht per­sön­lich betrof­fe­ner Staatenbund - hier: die USA - wirt­schaft­lich auf die Seite der Regierungsgegner schlägt und damit (da kein Staat schon aus Ressourcengründen, pro­duk­ti­ons­mä­ßig wie mensch­lich, alles selbst pro­du­zie­ren [las­sen] kann) nicht nur die Güterversorgung, son­dern auch die Staatsfinanzen nahe­zu zum Erliegen kom­men, gibt ganz unab­hän­gig von der Frage, was der geneig­te Leser - den Autor die­ser Zeilen ein­ge­schlos­sen - vom Kommunismus hält, in der Tat einen Anlass dazu, über Wirtschaftssysteme und ihre Praktikabilität in einer sich zwangs­glo­ba­li­sie­ren­den (lies: staa­ten­lo­sen) Gesellschaft noch ein­mal ergeb­nis­of­fen nach­zu­den­ken; wenn auch ver­mut­lich mit einer ande­ren Prämisse als es die Berichterstatter gele­gent­lich anzu­neh­men scheinen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Hooveriii - Gone // Religion ist heilbar

Eule halt.Es ist Montag. Ist ein Tempolimit jetzt gut oder schlecht für die Todesfallrate auf deut­schen Autobahnen? Wie man das auch sehen mag: Hauptsache, die Zahl der Pandabären bleibt unbeschränkt.

Gute Neuigkeiten aus der Welt der Wahlanalyse: Die Zielgruppe der Grünen soll­te die FDP wäh­len. Das erschie­ne mir tat­säch­lich nicht als die dümmst­mög­li­che Entscheidung. In Island hin­ge­gen wur­de bereits gewählt: Die rot­haa­rig­ste Person Islands wur­de gekürt. Meinen irri­tier­ten Glückwunsch an die­ser Stelle. - Eine gute Neuigkeit auch aus der Hirnforschung: Religion ist heil­bar. Nur zu!

Gruselig: Ein ver­las­se­nes Haus von 1968. Niemals gru­se­lig hin­ge­gen: Musik.

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Erschießt den Boten!: Carsten Schneider (SPD) hat Angst.

Es bedrückt sich der par­la­men­ta­ri­sche Geschäftsführer der SPD:

Für Aufsehen sorg­te die Zulassung der rechts­ex­tre­men Partei „Der Dritte Weg“. Der „Dritte Weg“ sei eine Partei, die „para­mi­li­tä­risch orga­ni­siert ist und noch wei­ter rechts steht als die NPD“, sag­te SPD-Parlamentsgeschäftsführer Carsten Schneider in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“. (…) Ihr gehe es wahr­schein­lich dar­um, sich durch das Parteifinanzierungssystem fest­zu­set­zen und so im poli­ti­schen Spektrum erkenn­bar zu machen.

So geht’s - jen­seits der kon­kre­ten poli­ti­schen Ausrichtung - den mei­sten Parteien, wür­de ich anneh­men: Ihre Aufgabe ist es, ihre Wähler par­la­men­ta­risch zu ver­tre­ten, sofern sie die Hürde über­springt (hui!). Die Existenz der jewei­li­gen Hürde für eine Frechheit zu hal­ten ist dabei übri­gens durch­aus gebo­ten, denn von der Menge derer, die ihre Stimme abge­ge­ben haben, über zehn Prozent nicht zu berück­sich­ti­gen, weil das, was die­se gut fan­den, nicht auch vie­le gut fan­den, erfüllt mei­ne per­sön­li­chen Anforderungen an ein funk­tio­nie­ren­des demo­kra­ti­sches System nur bedingt.

Das Problem, das Carsten Schneider mit der schie­ren Möglichkeit, dass ein gerin­ger Prozentsatz der Wähler einer Partei guten Gewissens sei­ne Stimme geben kann, statt gegen das Prinzip des Parlaments an sich zu revol­tie­ren, weil er sich nicht vom Parteienangebot ver­tre­ten fühlt, hat, ist indes das fal­sche; das rich­ti­ge wäre es doch, dass die Gründe, war­um jemand eine Partei, die para­mi­li­tä­risch orga­ni­siert sei und noch wei­ter rechts ste­he als die NPD, über­haupt wäh­len soll­te, weder erforscht noch besei­tigt wer­den. Man lässt die­je­ni­gen, die sich für die poli­ti­schen Ränder begei­stern (las­sen) kön­nen, im Wesentlichen mit ihres­glei­chen allein. Bloß nicht in deren Blase spa­zie­ren und mal höf­lich nach­fra­gen. Man könn­te ja was ändern müssen.

Wer sich dar­an stört, dass Menschen, die sich poli­tisch ver­lo­ren füh­len, sich zusam­men­schlie­ßen und ihre Vorstellungen von einer bes­se­ren Gesellschaft - die wie­der­um wohl alle Parteien für sich bean­spru­chen - zur Wahl stel­len, der ist Teil der Ursache die­ser Zusammenschlüsse. Natürlich kann man es nie­mals allen recht machen, sonst gäbe es ja nur eine Partei; aber ein Wahlrecht ohne Wahlopti­on erfüllt eben­falls nicht den vor­ge­se­he­nen Zweck. Aus gutem Grund gibt es unge­zähl­te Kleinparteien, da ist für fast jeden was dabei. Nur eine kon­se­quent kom­mu­ni­sti­sche Partei ist im September nicht im Angebot: Die DKP darf nicht mitmachen.

Versöhnlich stimmt mich aller­dings die­se Einsicht:

Dass die Partei am 26. September auf den Wahlzetteln zu fin­den sein wird, besorgt den SPD-Politiker sehr. (…) „Jede Stimme für die­se Partei bedeu­tet eine Stimme gegen unse­re Bundesrepublik.“

Ach so - er meint gar nicht die SPD? Dann neh­me ich das zurück.

Politik
Wahlrecht ab „hab da Lust drauf“!

Gregor Kreuzer, Grüne Göttingen:

Es gibt kei­nen Grund, war­um 16 Jährige (sic!) in die­ser Bundestagswahl nicht wäh­len dür­fen. Außer, dass die Union nicht will, dass 16-Jährige wäh­len dürfen.

Ich, par­tei­agno­stisch:

Es gibt kei­nen Grund, war­um Neunjährige in die­ser Bundestagswahl nicht wäh­len dür­fen. Außer, dass die Grünen nicht wol­len, dass Neunjährige wäh­len dürfen.

Meinjanur.