NerdkramsPersönlichesProjekte
In eigener Sache: Mein Upgrade von Mercurial auf SVN und Darcs

(Vorbemerkung: Schon wieder Computerkram. Einmal geht noch!)

Wer meine Programmierprojekte aufmerksam zur Kenntnis genommen hat, der hat sicherlich bereits bemerkt, dass ich mit Git, dem derzeitigen De-facto-Standardprogramm zum Onlineverwalten von Dateiversionen (gemäß POSIX ist das jedoch SCCS), nicht viel anfangen kann.

Ich bin recht spät in die Welt der Versionskontrollsysteme – im Folgenden zwecks Lesbarkeit VCS genannt – vorgestoßen. Meine ersten so verwalteten Projekte veröffentlichte ich auf SourceForge, es kam Subversion (SVN) als VCS zum Einsatz. Das war sehr lange ausreichend, SourceForge zeigte jedoch irgendwann seine Schwächen in Bezug auf die Stabilität der Server und die Bedienbarkeit der Benutzeroberfläche, überdies ging es nicht immer achtsam mit ihm anvertrauten Projekten um.

Leider fiel mit SourceForge auch einer der beiden einzigen vernünftigen SVN-Hostinganbieter weg. Der andere – Savannah – schien und scheint sehr restriktive Regeln zu haben, welche Lizenzen man dort nutzen kann. Das finde ich nicht gut. Ich war also wieder offen für ein neues System und sondierte den Markt. Ich testete verschiedene Programme auf ihre Zuverlässigkeit und Bedienbarkeit, darunter Git, Mercurial und Darcs. Während ich Darcs inzwischen gern und überzeugt für private Projekte einsetze und Mercurial die Rolle als Alltags-VCS übernahm, fiel Git mir vor allem dadurch auf, dass andauernd irgendwelche Konflikte gelöst werden wollten und ich dafür öfter git reset --hard HEAD nutzen musste als ich es gern gehabt hätte. Dass ich mitunter trotzdem diejenigen Projekte, deren Zukunft mir völlig egal ist, zur Belustigung möglichst vieler Menschen in das open-source-feindliche, sexistische und rassistische GitHub kippe, sei dem nicht als Widerspruch entgegengestellt.

Bitbucket, diejenige Plattform, die GitHub bereits vor Jahren den großen, inzwischen immerhin eingeholten Vorteil voraus hatte, dass private Repositorys, also solche, die nicht öffentlich sichtbar sind, dort kein Geld kosteten, gefiel mir als Mercurialserveranbieter seitdem ganz gut. Bis heute.

Heute erhielt ich einen Hinweis, dass Atlassian, das skrupellose Unternehmen hinter Produkten wie Jira und eben auch Bitbucket, im kommenden Jahr die Unterstützung für Mercurial einstellen wird. Es werde nur von wenigen Menschen benutzt, so wird im Wesentlichen argumentiert, und sei daher nicht mehr wichtig genug. Dass diejenigen, die absichtlich Mercurial einsetzen, sich dabei wahrscheinlich etwas gedacht haben, scheint irrelevant zu sein. Man möge doch bitte auf Git migrieren, wird dort verlautbart. Meinen herzlichen Dank auch.

Damit bleiben als Alternativen für einen Weiterbetrieb meiner Mercurialprojekte eigentlich nur SourceForge und Savannah übrig. Beide sind, das habe ich eben noch mal überprüft, aufgrund der völlig unübersichtlichen Projektseiten leider noch unbrauchbar. Ein Wechsel zu Darcshub ist nicht für jedes meiner Projekte sinnvoll und überdies potenziell gefährlich: Meines Wissens steht wie auch hinter Sourcehut, das ich aber im Auge behalten werde, nur eine Person hinter dem Projekt, die Vorgängerseiten wurden längst abgeschaltet – die Zukunft des Portals ist also keineswegs gesichert. Was werde ich also mit den größeren Projekten machen?

Die Antwort überrascht mich selbst. Zufällig las ich bei der hastigen Recherche, dass GitHub trotz seines Namens auch eine SVN-Brücke anbietet. Diese hatte ich vorhin ausprobiert und sie scheint zu funktionieren. Zurück zu den Wurzeln also: Sobald Bitbucket keine Lust mehr hat, von mir benutzt zu werden, werden all meine bestehenden Projekte auf Darcs (kleinere Projekte) und SVN (größere Projekte) migriert. Sollen die doch in ihrer Mehrheit schwimmen!

Mal gucken, wer den längeren Atem haben wird.


Nachtrag vom 22. August 2019: Einen Teil meiner Projekte – erst mal nur eines – habe ich, wie angekündigt, bereits auf Darcshub umgezogen und bin erwartungsgemäß zufrieden. In den Kommentaren hierunter hat sich währenddessen herausgestellt, dass es durchaus noch vernünftige Alternativen zu SVN über GitHub gibt, darunter Fossil, das ich völlig vergessen hatte. Ich versuche es vielleicht noch mal damit.

In den Nachrichten
Jesus und die Esel

Sacharja 9,9:

Aber du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin.

„kath.net“:

So bekamen Bischof Georg Bätzing als auch Weihbischof Thomas Löhr jeweils einen Audi A 8 mit einem Hybrid-Diesel mit stolzen 286 PS, der Grundpreis der Autos ist dabei 90.600 Euro.

Matthäus 5,20:

Es sei denn eure Gerechtigkeit besser als der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

(via Schwerdtfegr)


Apropos Pharisäer: McDonald’s hat in Großbritannien ein großes Umweltproblem – weil es jetzt weniger Plastik benutzt.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Strokes – Is This It?

Herbstkauz' Stunde schlägtEs ist Montag. In den gestrigen Nachrichten war zu lesen, Diane „Krüger“ Kruger gehe kaum noch ins Kino. Diane „Krüger“ Kruger ist auch mir nicht aus dem Kino bekannt, insofern ist es schön, wie bodenständig sie ist: Belanglose Gemeinsamkeiten mit Prominenten zu haben ist bei mancherlei Volk ja positiv besetzt. Ich hätte lieber Gemeinsamkeiten mit einem Pandabären oder – noch besser – einen Pandabären. Man kann nicht alles haben.

Klingeling, Politik: Volker Beck, für für meinen Geschmack deutlich zu viele Merkwürdigkeiten in der Geschichte der Grünen verantwortlich, hat auf Twitter mitgeteilt, dass die AfD sich für ein Schächtverbot einsetze, sei eine historische Parallele zur NSDAP und Demokraten sollen daher „populistischen Versuchungen widerstehen“. Ob Schächten jetzt unbedingt eine gute Waffe im Kampf gegen Rechts ist, scheint mir weniger eindeutig ein besonders guter Einfall zu sein als ihm. Zur Person passt: In einem an Teenager gerichteten Buch über Transsexualität darf ein Sechsjähriger erzählen, wie schön er es findet, Oralverkehr mit anderen Jungs zu vollziehen. Ich halte davon vermutlich das Richtige.

Apropos: Die Faschisten kommen! Was ist moralisch gut und was ist falsch? Die über Karl Poppers Schriften bekannt gewordene Feststellung, es sei grundsätzlich gut, davon auszugehen, der Gegner könnte Recht haben, ist im universitären Diskurs einem Absolutheitsanspruch gewichen, der vielen liberal denkenden Menschen noch große Probleme bereiten wird, sobald sie in falschen Kreisen nicht falsche Überlegungen zum Besten geben. Konservativismus scheint die weniger intolerante Daseinsform geworden zu sein. Wer hat noch Fragen zur Linksflucht, die als „Rechtsruck“ verbrämt wird? Ich sehe mich inzwischen reichlich gewappnet, sie zu beantworten.

Mit einem Artikel, dessen Infokasten „VPN“ völlig falsch erklärt, berichtet Patrick Beuth („SPIEGEL ONLINE“) von seinen Erfahrungen im „feindseligsten WLAN der Welt“. Ich berichte lieber von meinen Erfahrungen mit der unblödesten Musik der Welt. Wie wäre es mit dieser hier?

The Strokes – Is This It?

Guten Morgen.

ComputerIn den Nachrichten
Google erklärt dem freien Web den Krieg

Apropos „Mistmachweb“:

Google benutzt einen Algorithmus namens Twiddler, der Inhalte, von denen sie nicht wollen, dass man sie über ihre Dienste sieht, schlechter bewertet.

Das bedeutet, dass – so weit nichts Neues – Suchanfragen über die Google-Suche und YouTube nicht vor allem nach ihrer Relevanz, sondern nach ihrer Moral sortiert werden. Zu den Begriffen, die zu einer schlechteren Bewertung führen, gehören gemäß der kolportierten Filterliste neben politischen Phrasen auch „depressed“ und „depression“. Man kann Nutzer des Webs ja nicht einfach so dem echten Leben aussetzen!

Noch amüsanter freilich:

Laut vorherigen Project-Veritas-Leaks sollte diese Informationskontrolle verwendet werden, um die Wahlen im Jahr 2020 zu beeinflussen, damit sie „keine weitere Trumpsituation“ haben werden.

(Unzureichende Übersetzungen von mir.)

Verdammter Putin mit seinen Wahlbeeinflussungen immer! :aufsmaul:

In den Nachrichten
Bahnstrafe für Soldaten

Ich habe lange ergebnislos überlegt, welche Strafe jemand verdient, der sich freiwillig zum Diener für die wirtschaftlichen Interessen von Ölindustriellen macht und für dieselben in Angriffskriege zwecks Wahrung des Friedens zieht.

Ausgerechnet die rechtspopulistische CDU/CSU hat nun einen Vorschlag gemacht, dem ich mich in seiner Perfidität nur anschließen kann: Zersetzen wir ihre Wehrkraft doch mit Bahnfahren!

„Das sind Menschen, die tagtäglich einen Dienst für uns alle leisten, und mit der kostenlosen Bahnfahrt gibt es eine Möglichkeit (…), Anerkennung und Dankbarkeit dafür zu zeigen“, sagte Seibert.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.

NerdkramsProjekte
In eigener Sache: Tweets weniger schlimm anzeigen mit birdcries.

Als datenschutzbewusster Teilnehmer des Mistmachwebs hat man es oft nicht leicht, wenn es darum geht, auf akzeptable Weise öffentliche Mitteilungen seinen Mitmenschen zugänglich zu machen. Verweist man etwa auf ein YouTube-Video, so findet vielfach Datenaustausch mit Google statt. Zusätzlich zu Video- und Reklameinhalten werden etliche Kilobyte an JavaScript geladen und ausgewertet. Eher textlastige Medien wie Twitter haben es auch nicht viel leichter: Ein einzelner Tweet passt nur noch mit Mühe auf eine Diskette.

Immerhin: Für YouTube gibt es mit invidio.us eine akzeptable Alternative; man ersetze in YouTube-Links youtube.com durch invidio.us und veröffentliche stattdessen diese. Schwieriger scheint es bei Twitter zu sein, denn eine datenschutzfreundliche Möglichkeit, einzelne Tweets als etwas anderes als einen Screenshot mit anderen Menschen zu teilen, ist mir nicht geläufig.

Also habe ich selbst eine programmiert.

birdcries – engl. „Vogelschreie“ – ist für Twitter, was invidio.us für YouTube ist. Ich gehe noch einen Schritt weiter und verzichte absichtlich darauf, eingebettete Medien wie Videos oder Bilder anzuzeigen. Wer die unbedingt sehen möchte, der möge zum Originaltweet (selbstverständlich jeweils verlinkt) greifen. Um diejenigen Menschen ein wenig zu ärgern, die trotz allem der Meinung sind, Open Source bedeute immer auch hohe Qualität, habe ich birdcries im Quellcode veröffentlicht. Wer sich bemüßigt fühlt, selbst eine Instanz zu installieren und/oder mein Original zu ändern, der möge das somit tun.

Als nächstes größeres Feature erwäge ich oEmbed-Unterstützung, so dass die Vogelschreie wie auch Tweets einfach per URL-Nennung eingebunden werden können. Ich weiß aber noch nicht, ob sich der Aufwand lohnt.

NerdkramsNetzfundstücke
Komfortabel, sicher und gefährlich: Linux als Werbemittel für Closed Source

„heise online“, 16. Mai 2019:

Linux komfortabel und sicher entsperren

Man kann recht einfach eine Passwortabfrage durch eine Gesichtserkennung ersetzen.

„heise online“, heute:

Sicherheitsgau bei der Biometriedatenbank „Biostar 2“ der südkoreanischen IT-Firma Suprema: (…) Die Experten konnten sich nach eigenen Angaben ohne große Mühen Zugang zu 27,8 Millionen Einträgen verschaffen, die 23 Gigabyte an Daten ausmachten. Darunter waren neben unverschlüsselten Profilinformationen wie Nutzernamen und Passwörtern über eine Million Fingerabdrücke sowie eine ungenannte Zahl an Gesichtsbildern.

Jemand sollte mal eine Möglichkeit erfinden, sich in irgendeinem elektronischen System anzumelden, ohne seine Biometrie preisgeben zu müssen. Dass darauf noch niemand gekommen ist!


Zu meiner besonders ausbleibenden Überraschung ist die „Open Source Summit“ der Linux Foundation, eine Art Selbstapplaus von Firmen, die ihr Geld damit verdienen, Benutzer schlechter Betriebssysteme zu verklapsen, gar keine Open-Source-Veranstaltung, sondern eine Werbeveranstaltung für proprietäre Software. Das passt hervorragend ins Bild. Wohl dem, der seine genutzte Software nach ihrer Nützlichkeit und nicht nach ihrer Ethik bewertet!

Netzfundstücke
Medienkritik CXVI: Wasser predigen, Fleischwurst kauen

„Die Presse ist ein Erziehungsinstrument, um ein Siebzig-Millionen-Volk in eine einheitliche Weltanschauung zu bringen.“
— Adolf Hitler, 1934


Während in den USA die langweilige alte Diskussion darüber, ob man nicht fiese Mörderspiele verbieten solle, auf dass das Spielen mit den dort überall erhältlichen Waffen keine größeren Schäden anrichten möge, schon wieder ermüdend ausführlich geführt wird, sprechen Deutsche über das, womit sie sich auskennen: Schweine.

In diesem Fall die Verteuerung ihres Leibes zwecks – Moment, ich muss kurz im Ausredenkalender blättern – Klimaschutzes:

Wer Fleisch isst, belastet das Klima. So viel steht fest.

Dass bereits das Klima belastet, wer nicht augenblicklich das Atmen einstellt, und dass die Zukunft der Erde als für Menschen bewohnbarer Planet mittelfristig nur zu schützen wäre, hörten Menschen endlich mit dieser von erbärmlichem Drang danach, die eigene als die siegreiche Rasse erkennen zu dürfen, getriebenen Vermehrung auf, wird medial unverändert wenig betrachtet. Den Menschen zu verstehen zu geben, dass sie das Problem und nicht die Lösung sind, ist außerhalb feministischer Medien offenbar kein beliebtes Mittel. Vorher greifen sie lieber nach jedem Plastikstrohhalm.

Einzig der „Deutschlandfunk“ fällt aus der Reihe und klauskinskit das Publikum: Ihr seid bloß zu doof!

Angesichts der Möglichkeiten, die der Markt bietet und die Werbung nutzt, sind die Bürger als Konsumenten erkennbar überfordert – intellektuell wie moralisch.

Und natürlich müssen deshalb Verbote her[.]

Denn zwar sind diejenigen, die am lautesten den Verzicht auf vermeintlichen Luxus von ihren Mitmenschen herbeizukrakeelen versuchen, selbst diejenigen, von denen man erwarten sollte, ein Vorbild zu sein zu versuchen, aber das lässt Ulrike Winkelmann, privat gerne mal am Flughafen, nicht gelten:

Die Ökoprediger nehmen doch selbst das Flugzeug und essen Fleisch. (…) Greta Thunberg hätte auch recht, wenn sie statt im Segelschiff mit dem Flugzeug zum Klimagipfel anreisen würde. (…) Wer fordert, den Fleischkonsum einzudämmen, hat recht, auch wenn er unlängst mit einem Schnitzel in der Kantine gesehen wurde.

Ich bin davon überzeugt, dass das Klima am Ende seiner Kräfte voller Ehrfurcht auf die Prediger des Wahren zurückblicken und sagen wird: Ja, gut, die haben mir jetzt mehr geschadet als die meisten anderen Menschen, aber wenigstens haben sie unterdessen nicht die grundfalschen Dinge gesagt.

Aber schränkt ein mögliches Verbot von bestimmtem Fleisch nicht meine Freiheit ein? Ulrike Winkelmann ist für diese Frage gerüstet:

Dadurch werden Freiheiten eingeschränkt – oh ja: zum Wohle anderer. Kommt immer mal wieder vor: Es ist nicht lange her, da war es erlaubt, anderen im Restaurant Zigarrenqualm ins Essen zu pusten. Ist jetzt verboten.

Zweimal täglich Fleisch essen, anderen Gift übers Essen pusten: Alles dasselbe im Hause Winkelmann.

Wie viel Klima es wohl retten würde, schaltete man den Webserver vom „Deutschlandfunk“ – diese Geräte sind keineswegs dafür bekannt, dass sie zwischen zwei Aufrufen einen Wald aufforsten – einfach mal ab?


Schade: In Berlin war ein Autoteilehändler zu schnell, als es um das sponsoring für Warnwesten für Kinder (zum Schutz vor besagten Autos) gehen sollte. Ein Zigarettenhändler hätte es doch viel nötiger gehabt!

In den NachrichtenMontagsmusik
Lunar Grave – Altar of Smoke

Muss diese Eule schmelzen?Es ist Montag. Ein Schuldiger für das Versagen der Menschen beim Bekämpfen des Klimawandels ist gefunden: Es sind die Grünen. Wer sie wählt und ihnen so zu Geld für Flugreisen verhilft, der gefährdet somit Pinguine, Eis- und sicherlich auch Pandabären. Nur ein herzloser Tierfeind ließe es also zu, dass sein Umfeld die Grünen unterstützt!

Apropos Populismus: Simone de Beauvoir, „Vordenkerin“ („Deutschlandfunk“) des jüngeren Feminismus, ist unter anderem dafür bekannt, dass sie einvernehmlichen Beischlaf mit Kindern entkriminalisieren wollte. Ich empfehle diesen Umstand keineswegs zu vergessen, wenn – wie jüngst aufgrund eines unappetitlichen „Zufalls“ – wieder einmal skandiert wird, dass alte weiße Männer immer nur das Böse wollen.

Woher kommt eigentlich die deutlich gestiegene Zahl an rechtsextremen Straftaten? Sollten wir diesen nicht eine noch offenere Gesellschaft entgegensetzen? Anscheinend besser nicht: „Betroffene Juden geben an, dass 81 Prozent der körperlichen Angriffe auf Muslime zurück gehen“ (sic! A.d.V.), vielleicht reicht es ja, einfach ein paar Gratiskonzerte gegen Übergriffe zu veranstalten. Das hat immer gut funktioniert. Gute Nachrichten ertönten währenddessen von Leni Breymaier, MdB: Sie habe nichts gegen Prostitution, nur dagegen, dass es dort Kunden gibt. Ich für meinen Teil habe auch nichts gegen die SPD, nur dagegen, dass sie jemand wählt.

Instagram macht dumm. Bleiben wir klug und hören wir etwas Musik!

Lunar Grave – Altar of Smoke

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: „ZEIT ONLINE“ rät von „ZEIT ONLINE“ ab.

Auf „ZEIT ONLINE“ darf Anna Miller unter dem Sujet des digital detox, der „digitalen Entgiftung“ also, ungestraft konstatieren:

Das digitale Leben macht uns krank und wir wissen das. Wir müssen es beenden!

Der Artikel wird, wenn man nicht über die „Komplettansicht“ reingeht, ohne technischen Anlass auf drei „Seiten“ aufgeteilt. So was macht mich ja krank und ich weiß das. Er besteht im Wesentlichen daraus, dass die Schreiberin ihr Leben verpasst, weil sie stattdessen Zeit im Internet vergeudet, indem sie zum Beispiel belanglosen Quatsch auf „ZEIT ONLINE“ veröffentlicht. Man kann den Artikel per Klick auf Facebook und Twitter teilen, denn der durchschnittliche Leser wird für zu doof gehalten, einen Link zu kopieren.

Vielleicht ist bereits eine „ZEIT-ONLINE“-Entziehungskur ein richtiger Schritt.

Netzfundstücke
Dach überm Kopf for Future

„Blick“:

Schon am dritten Tag liegen bei den Klima-Teenies die Nerven blank. Die Unzufriedenheit unter den Teilnehmern des «Smile for Future»-Klimagipfels in Lausanne ist förmlich zu spüren. (…) «Es ist schon schön, dass jeder immer über seine Gefühle reden kann», kommentiert ein Schweizer Teilnehmer. «Ich verstehe aber auch, dass andere mehr arbeiten wollen.» Die Krux: Die Graswurzelbewegung will, dass jeder gleichermassen zu Wort kommt. Nicht immer klappt das – auch hier gibt es Teilnehmer, die nach vorne drängen. Das führt bei sensibleren Teilnehmern zu Unmut. Und: Sobald jemand mit den Händen ein Dach über dem Kopf formt, bedeutet das «Ich fühle mich unwohl». Dann darf er sofort darüber sprechen – selbst im Plenum mit rund 450 Teilnehmern.

Ist es wirklich klug, uns bei der Planung unserer Zukunft von Sozialarbeitern und Waldorfpädagogen beraten zu lassen?

In den Nachrichten
Säkularismus wann anders. (4)

Am 26. Juli, so wird berichtet, wurde in Berlin, der Stadt, die Verrückte macht, ein Rabbiner auf Arabisch beschimpft und bespuckt. Was von einer Gesellschaft („Kultur“) zu halten ist, in der das Bespucken als akzeptable Form der Kritik gilt, soll hier und heute nicht mein Thema sein. Den Konsens der Zivilisierten abzubilden ist uninteressant.

Lesenswerter ist, was die Souveränsassistenz dazu mitzuteilen hat:

Nach dem antisemitischen Angriff auf einen Rabbiner wird Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD [Kleinstpartei im Parlament, A.d.V.]) am Freitag zu einem Solidaritätsgebet in Berlin erwartet. (…) Bei dem Solidaritätsgebet würden Gebete für Frieden und Toleranz für alle Menschen aller Religionen auf Hebräisch und Deutsch gelesen.

Gedanken und Gebete. Das wird dabei helfen, religiösen Zwist zu überwinden: Mehr Religion!

Bonuspunkte bekommt der evangelische Pressedienst im Übrigen für die Formulierung, es habe „eine Davidstern-Schmiererei“ gegeben. Als „Schmiererei“ wurden religiöse Symbole jenseits des Buddhismus in der hiesigen Presse bislang eher selten bezeichnet.

In den NachrichtenWirtschaft
Fachkräftebezahlungsmangel (2)

Ich, 2016:

Der hiesige Arbeitsmarkt leidet nicht unter einem „Fachkräftemangel“, der sich nur mit oft schlecht ausgebildeten, aber dafür günstigen ausländischen Arbeitern mildern ließe. Er leidet an wirtschaftlichen Erwägungen (lies: am Geiz) derer, die ihn beklagen.

„Golem.de“, heute:

Angeblich fehlten der Industrie noch nie so viele IT-Experten wie zurzeit. Doch die Firmen reißen sich um die vorhandenen Softwareentwickler offenbar nicht mit entsprechend höheren Gehältern.

Ach, hm, tja.

Ist ja kein Problem, die Zugezogenen lassen sich ja noch verschaukeln, wie die SPD am 7. Juni dieses Jahres feststellte:

Deutschland hat ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz. (…) Zusätzliche Fachkräfte sind ein Fundament für unseren künftigen wirtschaftlichen Erfolg und garantieren so soziale Sicherheit für alle in Deutschland.

Wo bleibt eigentlich die Revolution?

In den NachrichtenMontagsmusikWirtschaft
Senogul – Pijamas // Schwule Playboys

Arschbombe!Es ist Montag. Millennials sollen den Playboy retten, an Bord sind Feministinnen und Schwule. Das wird dem Magazin, das davon lebt, dass Männer gern schöne Frauen angucken, sicherlich ganz neue Erfolge einfahren, nur vielleicht nicht die erwünschten.

Erwünscht scheinen zurzeit „E-Scooter“ zu sein, eine Art Tretroller mit Motor, zu meiner Enttäuschung aber ohne Stützräder. Die Besitzer derselben verhalten sich jedenfalls offenbar wie die Besitzer jedes unmotorisierten Tretrollers auch, nämlich wie Vierjährige: „Viele E-Rollerfahrer fahren illegal auf dem Fußweg und gefährden Passanten, ärgern sich Behinderten-Vertreter“, da muss man erst mal nachgucken, auf welcher Seite die stehen.

Werfen wir zur Beibehaltung der Montagsstimmung einen Blick in die Politik. Robert Habeck, designierter Kanzlerkandidaturanwärter in spe, erklärt schon mal, was von einer weiteren Regierungsbeteiligung der Grünen zu erwarten wäre: Lange keinen Angriffskrieg mehr geführt. Wir sind wieder wer! Auch bei anderen Kurzdenkern kommt es gelegetlich zu Ausfällen: „Die Deutschen besitzen (…) im Durchschnitt weniger Vermögen als Italiener, Franzosen und Spanier, die im Rahmen der europäischen ‚Solidarität‘ eine größere Anstrengung von uns verlangen.“ Manchmal ist Armut vor allem menschlich anstrengend.

Apropos Geld: Facebook investiert Geld ins Gedankenlesen. Dabei sind meine Gedanken oft sehr schlicht: Sie drehen sich um die Musik.

Guten Morgen.