Es ist – zum letzten Mal in diesem Jahr – Montag. Die Böllernachfrage explodiert. Ja nun, was soll sie denn auch sonst machen, die Nachfrage?
In der aktuellen Ausgabe der „F.A.S.“ beklagt die Historikerin Ute Frevert, der „passive Opferstatus“ sei „heute mit ganz hohen Sympathiewerten belegt“. Wo bleibt eigentlich dieser „radikale“ Umbruch der Zivilgesellschaft, vor dem immer alle „warnen“? (Andererseits: Die „Zivilgesellschaft“ sei definiert als das Gegenteil von „rechten Parteien“, quatscht Johannes Drosdowski. Die Annahme, dass Sprache vor allem auf Konsens beruhte, scheint antiquiert.) – In den dort gescholtenen sozialen Medien nehmen Emojis, wie ich oft beklage, überhand. Kein Wunder, dass mich das so stört: Wer – wie ich – im Umgang mit Fremden eher mehr als nur vorsichtige Zurückhaltung übt als die extrovertierte Rampensau zu geben, der meide Emojis häufiger, informiert die Wissenschaft. Ich mag die Wissenschaft.
(Es kann und sollte übrigens den wohl allermeisten Menschen völlig egal sein, wen der „STERN“, der „SPIEGEL“ oder zum Beispiel ein gelangweilter Milliardär jeweils im Ausland zu wählen empfiehlt und wen nicht. Bei einigen dauert diese Erkenntnis länger als bei anderen.)
Zum Thema Erkenntnisse und/oder Milliarden auch: Der Entwickler von MailMate, einem der am wenigsten scheißen Mailprogramme für macOS, hat die Nase voll von seinem vor über zehn Jahren eingeführten Einmalkaufmodell mit Gratisupdates und stellt das Programm mit Version 2.0 auf eine Art freiwilliges Abonnement um. Auch gut. So hatte ich wenigstens mal eine Ausrede, mich etwas ausführlicher mit der Konfiguration von mu4e mit mehreren Mailkonten zu beschäftigen. Zu meiner eigenen Überraschung bin ich nach ein bisschen Konfiguration gar nicht mal unbeeindruckt. Ich bin schon sehr gespannt, wie konsequent ich diesmal bin.
„Jimmy“ Carter ist tot. Der Umstand, dass er aus friedenspolitischer Sicht einer der weniger schrecklichen US-Präsidenten seit Ende des Zweiten Weltkriegs war, spricht wahlweise für ihn oder gegen die übrigen US-Präsidenten. Ich persönlich habe mich für eines davon entschieden.
Und natürlich für: Musik.
Guten Morgen.