In den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (15)

Ich habe an die­ser Stelle ja in der Vergangenheit immer mal wie­der - ver­meint­lich rhe­to­risch - gefragt, gegen wen und/oder was „uns“ die Bundeswehr nach dem Zerfall der Sowjetunion eigent­lich mit dem immer höhe­ren Budget für Geräte, die gebaut wer­den, um damit Menschen zu meu­cheln, genau ver­tei­di­gen soll.

Jetzt weiß ich’s: Gegen chi­ne­si­sche Fischkutter!

Nach 19 Jahren ohne Seepräsenz in der Region soll eine Fregatte der Marine spä­te­stens im Sommer in Richtung Fernost aus­lau­fen und auch im Südchinesischen Meer kreu­zen. (…) [Carlo Masala] hält die Chancen dafür, dass die Marine der Volksbefreiungsarmee ihre Zielradare auf ein deut­sches Schiff rich­tet, für gering: «Viel wahr­schein­li­cher sind Zusammenstösse mit der (…) mari­ti­men Miliz aus Fischkuttern in dem Seegebiet.»

Na, fühlt ihr euch auch so gut vor der mari­ti­men Miliz beschützt wie ich?

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abge­schafft gehört.

NetzfundstückePolitik
Beim c-netz friert die Hölle zu.

Wie schlimm ist die Lage? So schlimm: Der c-netz e.V., der Digitalverein der CDU/CSU (das klingt fast so wit­zig wie „kirch­li­cher Kinderschutzbund“), in dem Axel Voss viel­leicht Mitglied ist, beklagt, dass aus­ge­rech­net das Wahlprogramm der SPD - ich berich­te­te gestern an die­ser Stelle - „Vertrauen und Netzkultur“ zer­stö­re; und er hat völ­lig Recht damit.

(Nach Diktat den Mund ausgespült.)

In den NachrichtenPolitik
Pseudonymfreiheitskampf mit der SPD

Zu Recht beklagt Fefe in unge­wöhn­lich deut­li­chem Tonfall, dass das Bundesinnenministerium (CSU) sich gern noch tie­fer in das Privatleben aller Einwohner Deutschlands ein­gra­ben wür­de. Dass die SPD es immer wie­der schafft, allen Unmut über die Unterhöhlung des Freiheits- und Rechtsstaats auf den Koalitionspartner zu kana­li­sie­ren, so dass sich die mei­sten Teilnehmer sozia­ler Medien an „Horrorhorst“ (Internet) abzu­re­gen ver­su­chen, ver­wun­dert mich aller­dings ein wenig - denn es ist Wahljahr und die Splitterpartei fliegt tief:

Die anony­me und pseud­ony­me Online-Nutzung schüt­ze vie­le Journalisten und Freiheitskämpfer in aller Welt vor Verfolgung und Bedrohung. Sie sei eine „wich­ti­ge Voraussetzung für eine freie Meinungsäußerung und der beste Schutz vor Diskriminierungen“. Nutzer sol­len aber ihren rich­ti­gen Namen bei der Registrierung bei Online-Diensten ange­ben müs­sen, damit Ermittler die­se gege­be­nen­falls rasch mit der umstrit­te­nen Bestandsdatenauskunft abfra­gen können.

Natürlich ist die SPD - neben­bei noch ener­gi­scher als bis­her sich für das Installieren staat­li­cher Schadsoftware auf mei­nem und eurem Computer ein­set­zend - auch wei­ter­hin dafür, dass „Journalisten und Freiheitskämpfer“ anonym und pseud­onym „online“ agie­ren kön­nen, aber doch bit­te nur mit ihrem rich­ti­gen Namen. Oder kann man sich irgend­wo als Aktivist und/oder Freiheitskämpfer anmel­den und wird dann davon befreit?

Kanzlerkandidat Olaf Scholz und die bei­den Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sehen die Sozialdemokraten mit der Vorlage indes bereits gut gerü­stet, um Deutschland füh­ren zu können.

In aktu­el­len Sonntagsfragen liegt die SPD immer noch bestän­dig bei über 5 Prozent der Stimmen. Warum eigent­lich - um der CDU etwas entgegenzusetzen?

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 2. März 2021

Hat schon mal jemand aus­ge­rech­net, wie teu­er und ver­wir­rend es eigent­lich ist, jedes Jahr ande­re Wochentage auf Kalender zu drucken? Hier ein Vorschlag: Schaltsonntage lösen das Problem.


Betriebssystem der Woche: Windows for Workgroups 3.11.


Mein Wortschatz ist nun nicht der klein­ste, aber das Wort „Rache-Reise“, das die (lei­stungs­schutz­recht­be­har­ren­de und dar­um hier nicht ver­link­te) „WELT“ für eine reven­ge tra­vel ver­wen­det, gefällt mir so gut, dass ich es unbe­dingt häu­fi­ger sinn­voll ver­wen­den kön­nen möchte. 


Die offen ver­fas­sungs­feind­li­chen Parteien SPD und CDU/CSU wür­den im Wahljahr gern über den Rechtsstaat reden. Kann ich die­se Parteiverbote noch mal sehen? 

ComputerIn den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Daft Punk (scha­de drum) - One More Time // Gelbsucht gegen Rassismus

Hurra! Montag!Es ist Montag. Der „mehr­fa­che Olympiasieger Michael Groß“ bit­tet um per­kus­si­ve Rückmeldung, indem er vor­schlägt, man sol­le doch wegen der Chancengleichheit Sportlern beim Impfen den Vortritt las­sen. Bei „Tritt“ geh ich mit. Ich emp­feh­le im Übrigen, Michael Groß zeit­nah durch einen Pandabären zu ersetzen.

Ansonsten gibt die Medienwelt gera­de nicht viel her, denn der Wahlkampf beginnt so medi­al auf­ge­bauscht, dass auch das Bombardement von People of Color sei­tens des Westens in Afghanistan und Syrien kaum mehr Beachtung fin­det: Die Frau, die einem gewähl­ten Ministerpräsidenten den obli­ga­to­ri­schen Blumenstrauß vor die Füße gepfef­fert hat­te, weil ihr sei­ne Wähler ein Graus waren, sei jetzt eine der bei­den Vorsitzenden der „Linken“, berich­tet etwa die „NZZ“, um zu bele­gen, dass man auch, wenn man mal hin­schmeißt, noch immer auf­stei­gen kann; als wäre die Ernennung von Parteigranden über­haupt eine Meldung wert. In die­sem neu­en Parteivorstand scheint auch Julia Schramm sich zu befin­den, was lustig zu fin­den mir aber nicht gelin­gen will. Das haus­ei­ge­ne Mitteilungsblatt „Neues Deutschland“ sehe sich immer­hin in Finanznot, obwohl es sei­ne Mitarbeiter - eben­so wie die „taz“, in der es zu mei­ner Überraschung neu­er­dings aller­dings einen grü­nen­kri­ti­schen Artikel zu lesen gibt - deut­lich unter Tarif bezah­le, weiß man beim „NDR“. Verdammter Turbokapitalismus!

Zu tur­boschnell, d.h. vor­ei­lig, ist auch die künst­li­che Intelligenz von YouTube, die angeb­lich vor einer Weile einen Schachspieler raus­ge­wor­fen hat, weil sie die schwar­zen und wei­ßen Figuren für ras­si­stisch benannt befand. Ähnlich beknackt ist die Meldung, dass die Macher der „Simpsons“ künf­tig ihre Figuren nur noch von Angehörigen der­sel­ben Hautfarbe spre­chen las­sen möch­ten. Ich wün­sche viel Glück dabei, so vie­le gelb­häu­ti­ge Synchronsprecher zu fin­den. Zwei beru­hi­gen­de Meldungen aus der Welt der EDV tra­ten die­ser Tage aber doch noch auf: Vor nun­mehr 50 Jahren wur­de der neben Ganzzahlen und Zeichenketten wich­ti­ge Datentyp der bri­ti­schen Shillings end­lich über­flüs­sig und auch bei Apple stellt sich zu mei­ner völ­lig aus­blei­ben­den Überraschung her­aus, dass die Nutzung von JavaScript auf Systemebene eine außer­or­dent­lich schlech­te Idee ist.

Musik, zwo, drei, vier: Auf Zypern gibt es der­zeit musi­ka­li­schen Zwist, weil ein Beitrag zum dies­jäh­ri­gen Englische-Popliedlein-Wettstreit das spa­ni­sche Wort für den Teufel im Titel tra­ge oder so. Wohl dem, der weder Christentum noch Massenberieselung schätzt, denn dann hört man statt­des­sen - viel­leicht zum letz­ten Mal - lie­ber gar nicht Satanisches.

Daft Punk - One More Time (Official Video)

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Wider Stand

Der mich als einen „freund­li­chen Nachbarn“ miss­ver­ste­hen­de freund­li­che Nachbar mit dem meist guten Musik-, aber bis­wei­len öden, weil ledig­lich Müdigkeit und Verdauung anre­gen­den Drogengeschmack gab zu ver­ste­hen, die merk­wür­di­gen Coronaregeln in der iro­nisch­sten Hauptstadt des trau­rig­sten Deutschlands sei­en skur­ril, weil bei­spiels­wei­se bei zwei Passagieren im Auto nur einer mas­kiert sein müs­se und das nicht immer der­sel­be sein müsse.

Man möch­te ihm aus siche­rer Entfernung (i.e. Niedersachsen) raten, mal in Düsseldorf vorbeizuschauen:

Bis zum 14. März ist län­ger ste­hen blei­ben oder sich hin­set­zen an den Wochenenden nicht erlaubt.

Den unver­meid­li­chen post­pan­de­mi­schen Sammelband über ulki­ge Anordnungen gegen Corona - zum Glück kann es nicht lau­fen! - möch­te ich hier­mit schon mal als vor­be­stellt ankündigen.

Sonstiges
Medienkritik in Kürze: Suppe gegen das Kapital

„Dr.“ rer. grünk. Franziska Giffey, berich­tet unter ande­rem der Norddeutsche Rundfunk, blei­be ein wei­te­res Jahr lang Grünkohlkönigin der Stadt Oldenburg - ein Amt, in dem sie bis­her zumin­dest aner­ken­nens­wert wenig schlech­te Arbeit gelei­stet hat; schon, weil sie seit ihrem Amtsantritt kein ein­zi­ges Mal in Oldenburg gewe­sen sei.

Doch ach, Ungemach droht Ihro Majestät, denn die Gommunisdn bil­den bereits Usurpatoren aus, wie ich dem mir gestern in die Hand gedrück­ten „Hannoverschen VolksBlatt“, der wohl ein­zi­gen neu­zeit­li­chen Zeitung mit einer eige­nen Top-Level-Domain …

…, ent­neh­men konn­te, denn wie sich das für die Winterausgabe eines Periodikums nie­der­säch­si­scher Arbeiter gehört, gibt es direkt neben einem zwei­drit­tel­sei­ti­gen Artikel mit der völ­lig berech­tig­ten Forderung, die NATO end­lich zu ver­las­sen, auch eine Rezeptspalte mit einem Rezept von einer Raffinesse, die außer­halb Niedersachsens nur auf Banausen sto­ßen kann und wird:

Der näch­ste Grünkohlkönig wird ein Kommunist!

In den NachrichtenNerdkrams
Der Pudding an der Computerwand

Man kön­ne Pudding, sagt der mit­un­ter gar nicht so lebens­un­er­fah­re­ne Volksmund, nicht an eine Wand nageln; was natür­lich nie­man­den, so lan­ge er nur genug Pudding hat, dar­an hin­dert, es trotz­dem zu versuchen.

Ich weiß nicht, war­um mir plötz­lich die­se Volksweisheit in den Sinn kam, als ich das hier gele­sen habe:

Der Einsatz von Staatstrojanern soll mas­siv aus­ge­wei­tet wer­den. Das BKA kann kei­nen ein­zi­gen erfolg­rei­chen Einsatz in drei Jahren vorweisen.

Aber haben sie es schon mal mit mehr Pudding und mehr Nägeln versucht?

In den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (14)

Was halt so rum­liegt (Archivversion):

KSK-Soldaten durf­ten im ver­gan­ge­nen Jahr unter­schla­ge­ne Munition zurück­ge­ben - ohne nega­ti­ve Konsequenzen. (…) Die Sammelaktion ende­te aller­dings mit einem Problem: Es kam wohl wesent­lich mehr zusam­men, als zuvor über­haupt ver­misst wor­den war. Neben Zehntausenden Schuss Munition sol­len sich unter ande­rem auch Hand- und Nebelgranaten in den „Amnestie-Boxen“ befun­den haben.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abge­schafft gehört.

In den NachrichtenMontagsmusikWirtschaft
Mogwai - Ritchie Sacramento // Ambientica

Die Eule macht’s richtig: Obenauf bleiben und abwarten. (CC-BY highsider10; https://www.flickr.com/photos/highsider/5559675012/)Es ist Montag. Der US-ame­ri­ka­ni­sche Präsident hät­te neu­lich bei­na­he was gegen die Chinesen gesagt, weil deren Regierung Uiguren zwangs­ka­striert und in Lager pfercht, aber zum Glück ist ihm ein­ge­fal­len, dass das eben eine ande­re Kultur sei. Ich fin­de auch, der Westen soll­te viel mehr von asia­ti­schen Kulturen ler­nen - den deut­schen Bundespräsidenten könn­te man etwa durch eine Winkekatze erset­zen, Joe Biden durch einen Pandabären. Ich mag Pandabären. Die essen den hal­ben Tag Bambus und reden nicht so viel Unsinn.

Dass der­sel­be US-ame­ri­ka­ni­sche Präsident den Irak mit Konsequenzen bedroht, weil US-ame­ri­ka­ni­sche Soldaten, die im Irak über­haupt nichts zu suchen haben, im Irak Beschuss aus­ge­setzt waren, passt da durch­aus ins Bild. Für den Frieden ging die Wahl jeden­falls nicht gut aus. Die DKP Hannover ist der Sache auf den Grund gegan­gen und meint den wah­ren Gegner des gesell­schaft­li­chen Friedens aus­ge­macht zu haben: Es sind die Demonstranten gegen „Querdenken“. Ich mag es ja, wenn sich Parteipolitiker mit­ein­an­der über Wortdefinitionen aus Weimarer Zeiten strei­ten. Dann sind sie eine Weile beschäf­tigt und stel­len in der Zeit kei­nen Unsinn an. - Auf dem Mars gibt es jetzt mehr Autos als Menschen., die Gesellschaft plagt sich aber lie­ber mit Diskussionen dar­über her­um, ob die Pandemie jetzt aus einem Labor kom­me, ob die­je­ni­gen, die behaup­ten, dass die Pandemie aus einem Labor kom­me, alle­samt rechts sei­en oder ob die Medien auch ein­fach nur drin­gend mehr Verlagssterben brau­chen. Manchmal ist die Welt sich selbst zu viel.

Fürchterliche EDV-Entdeckung der letz­ten Woche: Startbares Electron. Wer das Problem nicht ver­steht, der kauft wahr­schein­lich auch smar­tes Klopapier. Wesentlich bes­ser gefällt mir, dass die Rechtsabteilung von Metallica - der­je­ni­gen schreck­li­chen Schund ver­öf­fent­li­chen­den Musikercombo, deren Klage gegen Napster in den jun­gen Jahren des MP3-Formats man­ches dazu bei­getra­gen haben dürf­te, dass der freie Kulturaustausch immer noch vor gro­ßen juri­sti­schen Hürden steht - end­lich das Problem hin­ter ihrem Ansinnen ver­stan­den haben könn­te: Einer ihrer Auftritte wur­de bei Twitch prä­ven­tiv weg­zen­siert, damit da kei­ner kla­gen kann. Ob das statt­des­sen zu hören­de Glockengebimmel wirk­lich schlech­ter war, über­las­se ich im Übrigen der Bewertung des Lesers.

Ich selbst höre heu­te weder Metallica noch Metallicaersatz, son­dern das neue Album von Mogwai. Es ist schön.

Mogwai - Ritchie Sacramento (Official Video)

Guten Morgen.

Sonstiges
Kurz ange­merkt zum Parkplatzmangel

Dass die Besitzer immer grö­ße­rer und oft mit zu vie­len Sitzen und zu wenig Stauraum aus­ge­stat­te­ter Autos, die den deut­li­chen Großteil des Tages blö­de im Weg (gern auf Bürgersteigen und Radwegen) her­um­ste­hen, neu­er­dings medi­en­wirk­sam for­dern, man sol­le nicht etwa die Autos, son­dern die Wohnungen klei­ner machen, um dem Platzmangel für eine sich noch immer für ver­meh­rungs­wür­dig hal­ten­de Menschheit Herr zu wer­den, zeugt auch von einer zumin­dest inter­es­san­ten Priorisierung von Fahren und Wohnen.

In den NachrichtenWirtschaft
Agorapotophobie

„Mittelbayerische Zeitung“ (gestern):

Spielt der Inzidenzwert mit, dann wer­den am Montag Tausende Schüler im Landkreis [Neumarkt] wie­der in Klassenzimmern sitzen.

„Mittelbayerische Zeitung“ (heu­te):

Die Maskenpflicht soll auf­ge­ho­ben wer­den, doch das Regensburger Alkohol-Verbot bleibt. Gastwirte war­nen vor Zusammenkünften. 

Mir ist wirk­lich unklar, war­um zuse­hends mehr Menschen gegen die durch­dach­te und kon­se­quen­te Pandemiepolitik von Bund und Ländern pro­te­stie­ren; aber viel­leicht soll­te man die Eröffnung von Bars in Schulaulen erlauben.

Netzfundstücke
Heilige Scheiße.

Soso, aha:

Holy Shit. - das bedeu­tet, den Wert der Materialien anzu­er­ken­nen und somit Konsum, Biodiversität und das Leben aller Arten zu feiern.

Natürlich. Aber eine Frage hät­te ich doch: Gibt es irgend­wo einen Generator für die­se Firmennamen („Holy Shit. - Studentische Cradle to Cradle Beratung gGmbH“) oder ist das eher so ein Drogending? Grüße an die­ser Stelle von Hirnfick Zweinull.