ComputerIn den Nachrichten
Bildschirme verbieten für’s Urheberrecht!

Als bekennender Freund von Recht und Ordnung begrüße ich den Vorstoß eines ehrenhaften Medienkonzerns, der Entwicklerfirma eines Medienspielers mit der Begründung, dass dieser Medienspieler keinen Unterschied zwischen legal und weniger legal bezogenen Medien mache, juristisch zu zeigen, wo der Hammer hängt.

Ich finde sogar, er geht noch nicht weit genug: Es ist an der Zeit, Unternehmen wie Acer, LG und BenQ die gleiche Behandlung zuteil werden zu lassen, denn auch die von diesen vertriebenen Bildschirme unterscheiden nicht zwischen Pixeln aus legal und weniger legal bezogenen Medien. Es ist ein Unding, dass diese Machenschaften bislang ungesühnt blieben. Und von Lautsprechern will ich gar nicht erst anfangen!

Fiat iustitia et pereat mundus.

(via Schwerdtfegr)

In den NachrichtenMontagsmusik
Pree Tone – Choqueen

Kaffeekaffeekaffee!Es ist Montag. Ich brauche Wochenende! War aber gerade erst. Kann man nichts machen. Ist jetzt blöd. Man reiche mir einen Urlaub!

Zu spät, die Nachrichtenseiten sind schon geöffnet: Rick Osterloh (Google) weist darauf hin, dass es geboten sei, als Besitzer einer Heimwanze („smarter Lautsprecher“) Gäste deutlich darauf hinzuweisen, dass sie gerade überwacht werden. Ich habe da mal was vorbereitet.

Hier wache ich!

Ein bisschen Gesellschaft zum Runterkommen: Letzte Woche berichteten Medien, die Zahl bekannter islamistischer Gefährder sei auf 688 gesunken. Hält man dem entgegen, dass die Zahl bekannter rechtsextremer Gefährder zurzeit 43 beträgt, so hat das vielleicht irgendeine Moral, vielleicht aber auch nicht.

Abschließend ein Blick in die Ukraine: Erwischt man dort jemanden bei einer Vergewaltigung und hackt ihm sicherheitshalber den Penis ab, so wird man härter bestraft als der Erwischte. Auch das hat sicherlich irgendeine Moral. Ich selbst ziehe für mich daraus die Konsequenz, niemals in der Ukraine jemandem den Penis abzuhacken und überdies nicht zu vergessen, dass es dort auch schöne Dinge gibt.

Etwa Musik.

Pree Tone – Сhoqueen

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Aardvark

AardvarkLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Aardvark ist Afrikaans und bedeutet „Erdferkel“, es war aber außerdem eine britische Orgelrockband, die – wie man am Coverbild ungefähr bereits erkennen kann – 1970 ihr einziges Album (Amazon.de, TIDAL) veröffentlichte und danach weitgehend spurlos verschwand.

Dieses Album zeichnet sich bereits beim ersten Hören dadurch aus, dass es, nicht anders als viele Alben seiner Zeit, keine Gitarren aufweist, ihre Aufgaben übernehmen unter anderem Keyboards. Obwohl besonders ungewöhnliche Musik zu der Zeit eher non anderen Gruppen veröffentlicht wurde, ist auch bei Aardvark der Spaß am Spiel zu hören, wie etwa „The Outing / Yes“, ein angenehm verquirltes Lärmstück mit ein wenig Spacerockdreingabe, das zeigt, was Aardvark möglicherweise noch alles zustande gebracht hätten, wenn es sie nur noch ein wenig länger versucht hätten.

Ein Sinn für schöne Melodien bewiesen sie jedenfalls durchgängig und allein das hebt sie bereits von anderen Musikgruppen ihrer Zeit an. Beispiel gefällig? Hier:

Aardvark ― Very Nice Of You To Call

Nicht völlig schlecht.

Politik
Niemals vergessen.

Das Jahr 2019 markiert im Übrigen auch ein unrühmliches Jubiläum.

Die Deutschen, bis dahin sehr lange Zeit scheinbar demokratisiert und befriedet, schafften es binnen weniger Stunden, ein Land zu überfallen, das ihnen militärisch wenig entgegenzusetzen hatte. Der Herrscher im Reichstag beschrieb diesen Überfall, dem schnell Hunderte Zivilisten zum Opfer gefallen waren, als friedenssichernde Maßnahme – und das Volk, blind für das Weltgeschehen, weigerte sich zu verstehen, was gerade geschehen war. Wenige zogen in Erwägung, das Ausland um Hilfe zu bitten. Was hätte das Ausland auch auf friedlichem Weg ausrichten können?

Der Herrscher im Reichstag wurde nicht verstoßen, das Volk stand hinter ihm. Hätte es am nächsten Tag eine Wahl gegeben, er hätte sie noch einmal gewonnen.

Und er wusste das.

Das war der Anfang vom Ende für die friedliche Republik – nein: Das war das Ende.

Damals.

Als Deutschland ein Land überfiel, bombardierte, mordete.

Damals, im März 1999 im Kosovo.

In den NachrichtenPiratenpartei
Piraten: Mit dem „Neuen Deutschland“ gegen das Grundgesetz.

Nachdem an der Universität Hamburg ein Pöbel aus Universitätsfernen – darunter die „Omas gegen Rechts“ – Bernd Lucke daran gehindert hat, seiner Pflicht zur Wiederaufnahme der Lehrtätigkeit nach Abschluss seines Abgeordnetendaseins nachzukommen, ertönte in sozialen Netzen ein großes Geschrei. Diejenigen, die am lautesten schrien, waren, wie absehbar, die Unterstützer des Protests. Es sei ein Unding, jemanden, der die AfD verlassen habe, als sie anfing, das Thema Einwanderung von einer sehr rustikalen Seite zu betrachten, so zu behandeln, als sei er ein ganz normaler Mensch mit allen einem Menschen zustehenden Rechten und kein Schwein. Die ehemalige SED-Parteizeitung „Neues Deutschland“ berichtete. Die Entmenschlichung von Menschen mit der falschen politischen Ausrichtung hat ja durchaus Tradition.

Dagegen stellte sich jedoch auch leiser Protest, dessen Ausübende vor allem bemängelten, dass die Methoden des Pöbels sich kaum bis gar nicht vom Umgang des NSDStB mit jüdischen Dozenten unterscheiden, wenn auch mit dem Unterschied, dass Bernd Lucke als Nazischwein und nicht etwa als Judensau beschimpft wurde. Einer der leise Protestierenden hat es ebenfalls ins „Neue Deutschland“ geschafft, er ist Mitglied der Brandenburger Piratenpartei.

Ein kurzer Exkurs: Dort, wo sich heute die Humanisten tummeln, stand, das wissen viele jüngere Wähler vielleicht gar nicht mehr, vor gar nicht allzu vielen Jahren noch die inzwischen mit einem erschreckenden Gesellschaftsbild ausgestattete Piratenpartei. Die allzu oft Einfältiges schreibende Betreuung des Twitteraccounts gab in der Sache, dem Vernehmen nach in Absprache mit dem Bundesvorstand der Partei, zu Protokoll:

Der Versuch, rechte Politiker als Opfer darzustellen ist durchschaubar und wird unserer historischen Verantwortung nicht gerecht.

Denn die historische Verantwortung der Deutschen zeigt eindeutig: Ein rechter Politiker hat sich alles, was ihm widerfährt – im vorliegenden Fall das Beworfen-, Angerempelt- und Anderberufsausübunggehindertwerden -, selbst zuzuschreiben. Wieso ist er auch rechts?

Um nicht selbst ins Visier der Antifaschisten zu geraten und mich als guter Demokrat zu beweisen, werde ich gleich morgen einem Mitglied der rechtspopulistischen SPD für jeden einzelnen Toten im Kosovo jeweils einen Eiswürfel in den Kragen stecken. Vorwärts immer!

In den NachrichtenPolitik
Nordisches Modell für Olaf Scholz!

Unter einer Prostituierten, vulgo Nutte, versteht der Volksmund zumeist eine Person, deren ganzes wenigstens berufliches Streben darauf ausgerichtet ist, auf Kosten ihrer Freier zugunsten des Zuhälters, der sie mitunter an der sprichwörtlichen kurzen Leine hält, im Wortsinne die Beine breit zu machen. Klerikalen und sonstigen rückständigen Kreisen missfällt dieses Tun so sehr, dass sie, wo immer es ihnen möglich ist, das Freiertum bestrafen, die Prostituierten aber unbehelligt lassen wollen.

Ich weiß aber nicht so genau, wieso ich beim Schreiben des obigen Absatzes „Wähler“ statt „Freier“, „Seniorpartner“ statt „Zuhälter“ und „Partei“ statt „Person“ schreiben wollte – und wieso mir gerade ausgerechnet die SPD in den Sinn kommt.

In den NachrichtenNerdkrams
Hackbare Hände öffnen Tür und Tor.

Ankündigung:
Der Hersteller des Mechanismus, der die Haustür öffnet, meldet Insolvenz an.

Folge (jahrhundertelang):
Die Tür geht trotzdem noch auf und zu.

Neulich:
Um keinen Funktionsverlust zu erleiden, muss die Türklingel umgebaut werden.

Demnächst:
Um keinen Funktionsverlust zu erleiden, muss die Hand ausgetauscht werden.

Sogar die Zukunft war früher interessanter.

In den NachrichtenMontagsmusik
Her Name is Calla – Swan

#montagslächeln (traurig)Es ist Montag. Kann man sich das eigentlich als höhere Gewalt anrechnen lassen? Hoffentlich ist bald wieder Wochenende. Die Zeit bis dahin könnte man sich zum Beispiel mit einer Pandaliveübertragung vertreiben.

SpongeBob sei ein rassistischer Kolonialist, schäumte ein an der University of Washington Lehrbefugter. Ich bin schon sehr gespannt, wann das in deutschen Hochschulen drankommt; andererseits ist es dasselbe Land, in dem Schüler nach Hilfe rufen, weil eine Dreizehnjährige eine Fingerpistolengeste vorführt. Home of the brave. In Sheffield dürfen Weiße nicht mehr an antirassistischen Veranstaltungen teilnehmen. Das Geräusch eben gerade? Das war mein Kopf auf einer Tischplatte. Geht gleich wieder.

Gucken wir lieber mal nach Deutschland: Am vergangenen Sonnabend hielten die, nun, Junggebliebenen von „Extinction Rebellion“ eine Kinderversammlung ab. Sie trafen sich an einem Truck – zu wenige wollten daraufhin wissen, ob der Truck wohl mit Diesel fahre. Der Zweck und die Mittel bilden nicht immer ein kluges Gespann. – Apropos „nicht klug“: Während es auf Allerheiligen zugeht, entdeckt Olaf Scholz den Jecken in sich: Die größere der beiden Parteien mit der Agenda 2010 und dem Angriffskrieg im Kosovo sei „immer die Kraft, die für sozialen Aufstieg, die Würde der Arbeit und die Demokratie gekämpft hat“, gewesen. Das Wahrste an diesem Scherz ist vermutlich die gewählte Zeitform.

Eine nicht mehr so neue Meldung aus der Musik: 2019 haben sich die bis dahin bemerkenswert guten Her Name is Calla getrennt, wie ich zu spät erfahren habe. Ich finde das schade und läute die Woche mit ihnen ein, und sei’s nur als Dank.

Her Name is Calla – Swan

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Das halbe Prozent aus Neoweimar

Hinab mit dem Geschmeiß!Auf Twitter ist dieser Tage wieder Radau, denn auf Twitter ist der Wunsch nach Gewalt nicht gern gesehen. Folgerichtig unternimmt Twitter Anstrengungen, Blödsinn wie „Faschos aufs Maul“ aus dem eigenen Netzwerk fernzuhalten. Trotzig geben die Sanktionierten bekannt, sich von so etwas nicht aufhalten zu lassen, obwohl Twitter ein „nazifreundlicher Scheißhaufen“ (ebd.) sei. Warum man unbedingt weiterhin einem „nazifreundlichen Scheißhaufen“ ein Kunde sein will, bleibt freilich unerklärt. Denjenigen, denen jede weiße Wand nur Recht ist, um ihre Schnappatmung draufzusprühen, sind solche Details vermutlich aber auch egal. Dort hört ihnen wenigstens mal jemand zu.

Dass die Sperren zumindest bedeuten, dass Twitter das Recht des Einzelnen darauf, nicht von einem aufgebrachten Pöbel vermöbelt zu werden, in Ehren hält, kommt in der Welt der Guten nicht als Bewertungskriterium vor. Auge um Auge. Der Verrückte mit den meisten Fähnchen entscheidet über Gut und Böse, fleißig befeuert von grundsätzlich an „Haltung“ interessierten Medienschaffern. Nun ist ein gebeugter Rücken nun mal auch eine Haltung, was zu Ausfällen wie dem führt, was die „Braunschweiger Zeitung“ gestern verzapfte: Anlässlich einer Demonstration gegen Rechtspopulismus, an der trotzdem die rechtspopulistische SPD teilnehmen durfte, hatten sich in Braunschweig „über tausend Menschen“ versammelt. Die Stadt Braunschweig, Umland nicht eingerechnet, hat zurzeit etwa eine Viertelmillion Einwohner, aber das steht da nicht.

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In den NachrichtenPolitik
Das Internet ist an allem schuld: Nachtrag.

Da nun auf beiden Seiten des politisch rechten Spektrums, bei den Grünen und der CSU nämlich, wieder einmal die Killerspiele – mithin also: die Gamingszene – als Ursache aller Übel von Weltkrieg über die Architektur Hannovers bis hin zu Fußpilz und Zahnbelag ausgemacht worden sind, der Attentäter von Halle das Schießen aber bei der Bundeswehr und nicht etwa in Transport Tycoon gelernt hat: Wäre es dann nicht an der Zeit, nochmals darüber nachzudenken, ob der vermeintliche Mehrwert der Bundeswehr ihre Nachteile wirklich übersteigt?

Das ganze Leben ist ein Spiel

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört.


Vor Wahlen, las ich, gelte in Polen ein Verbot der politischen Meinungsäußerung. Ich würde mir so was auch für deutsche Politiker wünschen.