In den Nachrichten
Kein Ponyhof

Luisa Neubauer, „Klimaaktivistin“ und Mitglied der Grünen, 4. Juni 2019:

Revolution ist halt kein Ponyhof.

„Ende Gelände“, Organisation hin­ter den gleich­na­mi­gen Demonstrationen, in deren Verlauf „Aktivisten“ Gemüsefelder plattt­tre­ten, um gegen „das Kapital“ zu demon­strie­ren, FAQ:

Über unser Ziel, den Tagebau zu blockie­ren und die Kohleförderung und -ver­stro­mung zu ver­hin­dern, spre­chen wir im Vorfeld öffent­lich – auch weil wir unser Anliegen ange­sichts der Dringlichkeit des Klimawandels für abso­lut legi­tim hal­ten. (…) Verpflegung wird es teil­wei­se auf dem Camp geben, wich­tig ist, dass ihr euch vor der Aktion ein Lunchpaket rich­tet und Wasserflaschen dabei habt.

Lisa Badum, Abgeordnete der Grünen, 23. Juni 2019:

Prognose: Noch 4 Stunden und es soll kein Essen geben. Wie ist sowas möglich?? 😠

Erik Marquardt, „Parteirat“ bei den Grünen, 23. Juni 2019:

Auf Essen muss­ten die Menschen im Tagebau über 13 Stunden warten.

Servicewüste Deutschland! :twisted:

In den NachrichtenWirtschaft
Marktschutzgrundverordnung

Offensichtlich endet der Wirkungsbereich der Datenschutzgrundverordnung („DSGVO“) dort, wo der Markt beginnt:

„Das Ausmaß, in dem per­sön­li­che Profile ange­legt und wei­ter­ge­ge­ben wer­den, erscheint aus­ufernd, auf­dring­lich und unfair“. Insbesondere wer­de den Nutzern bei der jet­zi­gen Praxis nicht klar, in wel­chem Ausmaß und zu wel­chem Zweck Daten frei­ge­ge­ben wer­den, wenn sie auf die über­all ver­brei­te­ten Zustimmungs-Popups klicken.

Die DSGVO sehe für gro­be Verstöße hohe Strafen vor, ver­spra­chen Unken noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung. Tatsächlich aber lässt die Datenschutzbehörde natür­lich Augenmaß walten:

Die Datenschutzbehörde befürch­tet enor­me Auswirkungen, soll­te sie schnell und grund­sätz­lich in das kom­ple­xe Marktgeschehen eingreifen.

Man will ja nicht die Wirtschaft belästigen.

Netzfundstücke
Heroin gegen Drogentote (2): Über Süchte

Im September 2018 emp­fahl ich, dro­gen­po­li­tisch einer wei­te­ren Eskalation ent­ge­gen­zu­wir­ken, indem Genussmittel, die nie­man­den voll­stin­ken, lega­li­siert wür­den. Auch mir selbst sind Süchte nach Genussmitteln, die nie­man­den voll­stin­ken, nicht voll­kom­men fremd: Diejenige, der abzu­schwö­ren ich mich selbst wei­ger­te, hät­te ihr immer inten­si­ve­rer Genuss schwer­wie­gen­de und nicht bloß finan­zi­el­le Folgen für mich, ist die Musik. Man mag ihr zugu­te­hal­ten, dass sie trotz all ihrer Langzeitfolgen für die Psyche wenig­stens Lunge, Nieren und Leber unbe­ein­träch­tigt lässt.

Gesundheit und lan­ges Leben sind Ideale, die in den ver­gan­ge­nen Jahrzehnten die öde Qualmerei aus frü­he­ren Jahren als gesell­schaft­lich akzep­tier­te Droge abge­löst haben. Eine ver­schwin­den­de Zahl an Zigarettenrauchern frönt weit­ge­hend stumm ihrer Abnutzung, auch Zigarre und vor allem Pfeife sieht man in geer­de­ten Kreisen nur noch sel­ten. Unterstützt wird der Tabakausstieg von Unternehmen und staat­li­chen Entscheidungsträgern glei­cher­ma­ßen, was unter ande­rem wit­zi­ge Auswüchse wie die Einführung von „Schockbildern“ hat­te. Als bekehr­ten die­se einen Nikotinsüchtigen jemals zu einem völ­lig ande­ren Leben!

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In den Nachrichten
Kurz ange­merkt zu Michel Platini

Es ist kein heh­res Ansinnen, gegen die wie­der­hol­te Erhöhung der Rundfunkgebühren zu pro­te­stie­ren, denn, wie kein Deutscher jemals anzwei­feln soll­te, es gibt kein edle­res Bestreben für einen Steuerzahler als die stu­fen­wei­se erhöh­te kor­rup­ter Idioten zu dem ein­zi­gen Zweck, über­mä­ßig gut bezahl­ten Herren dabei zuse­hen zu dür­fen, sich an der fri­schen Luft sport­lich zu betä­ti­gen; den Kauf eines smar­ten Fernsehers, des­sen Tonaufnahme die Ausgabe noch über­trifft, für wenig­stens ein Monatsgehalt vor­aus­ge­setzt, ver­steht sich.

Netzfundstücke
Ketzer statt Vulven

In Dortmund fin­det vom 19. bis zum 23. Juni 2019 der Evangelische Kirchentag statt, von dem unge­fähr das zu hal­ten ist, was auch von der Kirche selbst zu hal­ten ist. Wer des Malens von Vulven über­drüs­sig ist, dem steht bis zum 22. Juni 2019 das Alternativangebot des Ketzertags offen:

Der Ketzertag Dortmund 2019 rich­tet sich pri­mär gegen die Privilegierung der Kirchen durch den Staat, die umfang­rei­che Finanzierung sowie die pri­vi­le­gier­te Behandlung im Arbeits- und Steuerrecht, er kri­ti­siert jedoch auch Religion und Kirche selbst.

Wahrscheinlich ist das alles eine wit­zig gemein­te Idee und sicher­lich ist es nicht unwich­tig, bis­wei­len dar­auf hin­zu­wei­sen, dass 2019 nicht unbe­dingt im rich­ti­gen Jahrhundert liegt, um sich mit Kirchentralala abzu­ge­ben; aber ein biss­chen ermü­dend ist der Aufbau der Vernunft zur Ersatzreligion dann doch.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Drahla - Silk Spirit // Was man noch nicht weiß

Es ist Montag. Dabei war doch erst letz­te Woche einer! Was nicht ist, ist Zufriedenheit, aber dafür kann der Wochentag nichts. Sacra fames und so wei­ter und so fort.

Die Politik sei „ein ver­läss­li­cher Lieferant von glo­rio­sem Unsinn“, schrieb Jan Fleischhauer in sei­ner letz­ten Kolumne auf „SPIEGEL ONLINE“. Das erklärt womög­lich auch die Meldung, dass „SPD-Frauen“, was immer das nun wie­der ist, Prostitution ver­bie­ten las­sen möch­ten. Gefickt wer­den sol­len Prostituierte also wei­ter­hin, nur künf­tig eben von der SPD.

Apropos Bestechung: Auf „ZEIT ONLINE“ ist ein „Artikel“ über das Verschenken von Eintrittskarten zu Konzerten erschie­nen, des­sen Überschrift lau­tet: „Stones-Tickets: Was man weiß, und was man noch nicht weiß“. Das krea­tiv gesetz­te Komma ist bei Weitem nicht das ein­zi­ge stö­ren­de Element in die­ser Überschrift. Warum zum Beispiel hat Nachrichtenwert, was man noch nicht weiß, und war­um ist es von einem Leistungsschutzrecht bedeckt, wenn man es aufschreibt?

Es ist Montag und viel­leicht macht Musik das alles etwas leichter.

Drahla - Silk Spirit (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Endlich eine Atemsteuer!

Apropos „Fridays for Future“: Je nach Körpergewicht, Körpermasse und Aktivität der Person, behaup­tet das Internet, atme ein Mensch jähr­lich zwi­schen 168 und 2.040 Kilogramm CO2 aus. Weil das Klima das aber zwar nicht gut­hei­ßen kann, Umbringen aber gera­de nicht en vogue ist, haben SPD und Grüne, die man bis­her von Hartz IV und dem ersten deut­schen Angriffskrieg nach 1944 kann­te, sich etwas ande­res ausgedacht:

Auch des­we­gen hat Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) vor Kurzem gefor­dert, eine CO2-Steuer ein­zu­füh­ren. Konkret wür­de das bedeu­ten, dass der Staat einen Preis für eine Tonne CO2 festlegt.

Selbst schuld, wer sich bewegt! - Weiter geht natu­rel­lement die medi­al deko­rier­te Partnerpartei:

„Nach dem Vorbild der Schuldenbremse braucht es eine CO2-Bremse in der Verfassung“, sag­te Grünen-Chefin Annalena Baerbock im Interview mit dem Tagesspiegel.

Unklar bleibt, was mit denen geschieht, die sie über­tre­ten. Ob sie wohl künf­tig nur noch gesieb­te Luft atmen dürfen?

In den NachrichtenMusik
Tanzverbot für Phil Collins! (2)

Ich neh­me mei­ne grund­sätz­li­che Ablehnung der Fridays-for-Future-Demonstrationen aus aktu­el­lem Anlass ein wenig zurück. Die „HAZ“ näm­lich kün­dig­te gestern an:

Achtung: #FridaysForFuture-Raddemo könn­te Anreise zu Phil-Collins-Konzert lahmlegen.

Das Klima zu schüt­zen und vie­len Menschen sowohl den Zugang zu Hannover als auch zu Phil Collins zu erschwe­ren: Das ist doch mal ein Doppelziel, für das es sich zu kämp­fen lohnt! :ja:

In den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 15. Juni 2019

Pressedienste fra­gen mit der DPA: Was sind die Alternativen zum Kükentöten? Küken leben zu las­sen scheint kein Teil der Antwort zu sein.


Wofür wur­de bis­her noch zu wenig Geld aus­ge­ge­ben? Richtig: Für Serien mit beson­ders kur­zen Folgen, die man zum Beispiel auf dem Klo gucken kann, ange­passt an win­zi­ge Bildschirme und kur­ze Aufmerksamkeitsspannen. Man fühlt sich schlei­chend abgehängt.


Hunger? Menschen essen eine Kreditkarte pro Woche.


Tim Wolff erklärt, war­um die Hitlerwitzpartei „Die PARTEI“ kei­nes­falls unter­stützt wer­den soll­te: „Der Witz ist durch – schon lange.“


Huawei darf wegen ver­meint­li­cher Spionage kei­ne Android-Smartphones mehr bau­en? Bauen sie halt „smar­te“ Autos!

In den Nachrichten
Medienkritik extern: Als letz­tes stirbt immer der Humor.

In einem trotz­dem guten Text, in dem zwi­schen­durch die Behauptung auf­ge­stellt wird, poli­ti­sche Karikaturen sei­en mit der Demokratie gebo­ren wor­den, obwohl sie doch erst, wenn die­se aus­bleibt, am wirk­sam­sten sind, infor­miert Patrick Chappatte den geneig­ten Leser zur­zeit über eine merk­wür­di­ge Entscheidung der „New York Times“: Diese wer­de, nach­dem eine anschei­nend als anti­se­mi­tisch miss­ver­stan­de­ne Karikatur zu inter­na­tio­na­ler Kritik führ­te, noch 2019 die Veröffentlichung eige­ner poli­ti­scher car­toons einstellen.

Karikaturen, die nur gedul­det sind, wenn sie kei­ne Stereotype bedie­nen, sind aber kei­ne Karikaturen, die poli­tisch einen Wert mit sich brin­gen. Das Wesen der Satire ist oft auch die Überzeichnung - auf Benjamin Netanjahus poli­ti­sches Wirken mit einer sol­chen Überzeichnung zu reagie­ren scheint mir durch­aus ange­mes­sen zu sein, wenn die Waffe, für die man sich ent­schie­den hat, der Stift ist.

Wer war noch mal Charlie?

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: indignu [lat.] - Odyssea

indignu [lat.] - OdysseaLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Trotz ihres Namens stammt die Postrockband indignu [lat.] - das „[lat.]“ ist anschei­nend Teil des Namens - aus Portugal. Das latei­ni­sche Wort „indignu“ bedeu­tet „unwür­dig“ und passt über­haupt nicht zu der hier gehör­ten Musik. Auf ihrem anschei­nend zwei­ten Studioalbum „Odyssea“ (Amazon.de, Bandcamp.com) näm­lich bie­tet sie Musik dar, die vor Würde gera­de­zu strahlt.

Genrefanatiker mögen hier „Postrock“ anhef­ten, aber mit Klavier und Streichern bekommt der­je­ni­ge „Postrock“, der auf „Odyssea“ zu hören ist, eine ganz ande­re Wirkung als die bra­chia­len Gitarrenwände von Stilkollegen. Im Internet liest man von einem „sanf­ten Brodeln“ unter den Melodien, aber es herr­schen klar die lei­sen Töne und die son­ni­gen Wiesenflächen. Das Album ist weit­ge­hend instru­men­tal gehal­ten, was nicht schlimm ist. Man rede nicht hin­ein, man genie­ße und sei dabei still.

Indignu - Odyssea (ALBUM STREAM)

Man neh­me nicht an, der Postrock sei aus­er­zählt. Vergäbe ich Punkte, „Odyssea“ bekä­me man­che. Empfehlen tu‘ ich’s sicher­lich trotz­dem - und zwar hiermit.

Netzfundstücke
💩 (6)

Puh, na „end­lich“:

Nach dem Willen der ortho­do­xen Organisation soll es künf­tig Emojis geben, die eine Torah-Rolle dar­stel­len sowie Männer und Frauen mit jüdi­schen Kopfbedeckungen.

Angesichts der unüber­schau­ba­ren Anzahl an Religionen und pas­sen­der Darstellung kommt da eini­ge Arbeit auf Emojidesigner zu. Begründet wird das mit einem „klei­nen Zeichen“ gegen Antisemitismus, was ich gut fin­de. Tatsächlich fin­de ich, man soll­te noch wei­ter gehen: Erst, wenn Emojis ein Nudelsieb tra­gen, ist Gleichberechtigung erreicht. :ja: