In den NachrichtenPolitik
Si vis pacem, para bel­lum. (6)

Wie es sich für einen deut­schen Mini­ster der „Ver­tei­di­gung” gehört, berei­tet die desi­gnier­te Bun­des­kanz­le­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er laut Medi­en­be­rich­ten einen dau­er­haf­ten Ein­marsch der Bun­des­wehr in Syri­en vor, um dort für das zu sor­gen, was die CDU als Frie­den bezeich­net. Unse­re sta­bi­len Ver­bün­de­ten sind schon da und berei­ten schon mal alles vor:

Gera­de haben die USA Trup­pen aus Syri­en abge­zo­gen, die kur­di­sche Ver­bün­de­te schüt­zen soll­ten. Jetzt will das Pen­ta­gon doch wie­der Sol­da­ten schicken – zum Schutz des Öls.

Mit Men­schen kann man halt nicht dau­er­haft Moto­ren antreiben.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

In den NachrichtenMusik
Kurz ange­merkt zu Psychoaktivgeschäften

Obwohl ich dem „Sucht­for­scher Hei­no Stö­ver” („Tages­spie­gel”), der sich in den „Tages­spie­gel” rein­mi­kro­fo­nen ließ, man sol­le dem Pro­blem des Han­dels mit außer­ge­wöhn­lich unge­sun­den psy­cho­ak­ti­ven Waren nach dem aus­führ­lich doku­men­tier­ten Schei­tern der orts­an­säs­si­gen Ver­kaufsprä­ven­ti­on („Poli­zei”) der­ge­stalt begeg­nen, dass man ein­fach selbst psy­cho­ak­ti­ve Laden­ge­schäf­te eröff­net, in denen die Waren viel bes­ser sind, denn so was regelt ja bekannt­lich der Markt, eine beein­drucken­de Krea­ti­vi­tät nicht abspre­chen möch­te, denn eine schei­tern­de Poli­zei dadurch zu kom­pen­sie­ren, dass man das bis­lang Ver­bo­te­ne ein­fach selbst tut, ist ein Ansatz, den ich mir auch für ande­re Ver­ge­hen durch­aus wün­schen wür­de, ver­ste­he ich auch nach mehr­ma­li­gem Lesen der erst­be­sten zum The­ma erstell­ten Pres­se­tex­te die eigent­li­che Absicht dahin­ter nicht, „Fach­ge­schäf­te”, in denen „sich Men­schen” bewusst­seins­er­wei­tern­de Din­ge „nach stren­gen Regeln kau­fen kön­nen”, über­haupt erst kom­pli­ziert erlau­ben zu müs­sen – ist das Betrei­ben von Plat­ten­lä­den etwa neu­er­dings ungesetzlich?

In den NachrichtenPolitik
Iwan des Tages: Böses Darknet!

Hil­la­ry Clin­ton, unprä­si­dia­ler Trep­pen­witz der US-ame­ri­ka­ni­schen Poli­tik, hat nach ihrem mehr­ma­li­gen Schei­tern end­lich aus­ge­macht, wer die Schuld dar­an trägt, dass sie bei den Wäh­lern nicht so recht beliebt ist: Der Rus­se natürlich!

Was hat der Rus­se denn dies­mal wie­der ange­stellt? Nun, anschei­nend hat er im Darknet – huuu! – Vide­os hochgeladen:

Die ehe­ma­li­ge Außen­mi­ni­ste­rin schrieb ihre Nie­der­la­ge zum Teil den Wäh­lern zu, die „fun­keln­de Vide­os” von ihr im „Dark Web” sahen, in denen sie „schreck­li­che Din­ge” tat.

Ganz offen­bar wirkt das sogar schrift­lich: Kaum habe ich den oben ver­link­ten Text gele­sen, schon emp­fin­de ich Unbe­ha­gen bei der Vor­stel­lung, Hil­la­ry Clin­ton könn­te poli­ti­schen Ein­fluss zurückerhalten.

Ver­damm­ter Iwan.

In den NachrichtenMusik
Vinyl 3 (8), aber als Disney-Ausgabe.

„hei­se online” berich­tet: Der Dis­ney­kon­zern, skru­pel­lo­ser Mas­sen­pro­du­zent uner­träg­li­cher Schnul­zen und bekannt für das Her­bei­lob­by­ie­ren der sehr nütz­li­chen Geset­zes­än­de­rung, der zufol­ge das Werk eines Künst­lers erst 70 Jah­re – das ist unge­fähr ein hal­ber BER – nach des­sen Tod gemein­frei wird, eröff­net dem­nächst einen eige­nen Strea­ming­dienst. Strea­ming, so wird es mir immer wie­der erzählt, sei die viel bes­se­re Alter­na­ti­ve zum Besitz phy­si­scher Ton- und Daten­trä­ger, denn jedem ste­he immer alles ohne Platz­auf­wand zur Verfügung.

Jedem immer alles? Nein; alle welt­weit unge­fähr drei Men­schen, die es für eine gute Idee hal­ten, Linux auf dem Desk­top zu nut­zen, gucken dies­mal nicht in die Röhre:

Wenn Dis­ney sei­nen Strea­ming­dienst Dis­ney+ öff­net, müs­sen Linux-Nut­zer drau­ßen blei­ben: Wie Net­flix und Prime Video setzt auch Dis­ney+ auf das von Goog­le ent­wickel­te DRM-Plug-in Wide­vi­ne als Kopier­schutz, um sei­ne Inhal­te zu schüt­zen. Wide­vi­ne kennt drei Sicher­heits­stu­fen und im Gegen­satz zur Kon­kur­renz nutzt Dis­ney+ der­zeit die höch­ste Sicher­heits­stu­fe, Desk­top-Linux-Syste­me unter­stüt­zen jedoch nur die erste Sicherheitsstufe.

Jemand soll­te mal eine Mög­lich­keit erfin­den, Film- und/oder Ton­auf­nah­men phy­sisch zu kopie­ren und die­se Kopien zu ver­kau­fen. Das klingt nach einer ech­ten Marktlücke.

NerdkramsNetzfundstücke
Git­Hub (3): Beep!

Git­Hub:

  • Auto­ma­tis­men checken Code ein.
  • Auto­ma­tis­men schlie­ßen Tickets.
  • Auto­ma­tis­men beglück­wün­schen ande­re Automatismen.
  • Auto­ma­tis­men machen Feh­ler. Feh­ler sind nicht vorgesehen.
  • Auto­ma­tis­men schaf­fen Beruf des Pro­gram­mie­rers ab.
  • Auto­ma­tis­men schaf­fen alle Beru­fe ab.
  • Auto­ma­tis­men assi­mi­lie­ren Menschen.
  • Auto­ma­tis­men assi­mi­lie­ren Automatismen.
  • Auto­ma­tis­men schrei­ben ins Inter­net rein.
  • Sky­net muss -
  • Piep.

In den NachrichtenComputer
Bild­schir­me ver­bie­ten für’s Urheberrecht!

Als beken­nen­der Freund von Recht und Ord­nung begrü­ße ich den Vor­stoß eines ehren­haf­ten Medi­en­kon­zerns, der Ent­wick­ler­fir­ma eines Medi­en­spie­lers mit der Begrün­dung, dass die­ser Medi­en­spie­ler kei­nen Unter­schied zwi­schen legal und weni­ger legal bezo­ge­nen Medi­en mache, juri­stisch zu zei­gen, wo der Ham­mer hängt.

Ich fin­de sogar, er geht noch nicht weit genug: Es ist an der Zeit, Unter­neh­men wie Acer, LG und BenQ die glei­che Behand­lung zuteil wer­den zu las­sen, denn auch die von die­sen ver­trie­be­nen Bild­schir­me unter­schei­den nicht zwi­schen Pixeln aus legal und weni­ger legal bezo­ge­nen Medi­en. Es ist ein Unding, dass die­se Machen­schaf­ten bis­lang unge­sühnt blie­ben. Und von Laut­spre­chern will ich gar nicht erst anfangen!

Fiat ius­ti­tia et pere­at mundus.

(via Schwer­dt­fe­gr)

MontagsmusikIn den Nachrichten
Pree Tone – Choqueen

Kaffeekaffeekaffee!Es ist Mon­tag. Ich brau­che Wochen­en­de! War aber gera­de erst. Kann man nichts machen. Ist jetzt blöd. Man rei­che mir einen Urlaub!

Zu spät, die Nach­rich­ten­sei­ten sind schon geöff­net: Rick Oster­loh (Goog­le) weist dar­auf hin, dass es gebo­ten sei, als Besit­zer einer Heim­wan­ze („smar­ter Laut­spre­cher”) Gäste deut­lich dar­auf hin­zu­wei­sen, dass sie gera­de über­wacht wer­den. Ich habe da mal was vorbereitet.

Hier wache ich!

Ein biss­chen Gesell­schaft zum Run­ter­kom­men: Letz­te Woche berich­te­ten Medi­en, die Zahl bekann­ter isla­mi­sti­scher Gefähr­der sei auf 688 gesun­ken. Hält man dem ent­ge­gen, dass die Zahl bekann­ter rechts­ex­tre­mer Gefähr­der zur­zeit 43 beträgt, so hat das viel­leicht irgend­ei­ne Moral, viel­leicht aber auch nicht.

Abschlie­ßend ein Blick in die Ukrai­ne: Erwischt man dort jeman­den bei einer Ver­ge­wal­ti­gung und hackt ihm sicher­heits­hal­ber den Penis ab, so wird man här­ter bestraft als der Erwisch­te. Auch das hat sicher­lich irgend­ei­ne Moral. Ich selbst zie­he für mich dar­aus die Kon­se­quenz, nie­mals in der Ukrai­ne jeman­dem den Penis abzu­hacken und über­dies nicht zu ver­ges­sen, dass es dort auch schö­ne Din­ge gibt.

Etwa Musik.

Guten Mor­gen.

MusikkritikKaufbefehle
Kurz­kri­tik: Aardvark

AardvarkLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Aar­d­vark ist Afri­kaans und bedeu­tet „Erd­fer­kel”, es war aber außer­dem eine bri­ti­sche Orgel­rock­band, die – wie man am Cover­bild unge­fähr bereits erken­nen kann – 1970 ihr ein­zi­ges Album (Amazon.de, TIDAL) ver­öf­fent­lich­te und danach weit­ge­hend spur­los verschwand.

Die­ses Album zeich­net sich bereits beim ersten Hören dadurch aus, dass es, nicht anders als vie­le Alben sei­ner Zeit, kei­ne Gitar­ren auf­weist, ihre Auf­ga­ben über­neh­men unter ande­rem Key­boards. Obwohl beson­ders unge­wöhn­li­che Musik zu der Zeit eher non ande­ren Grup­pen ver­öf­fent­licht wur­de, ist auch bei Aar­d­vark der Spaß am Spiel zu hören, wie etwa „The Outing / Yes”, ein ange­nehm ver­quirl­tes Lärm­stück mit ein wenig Spa­ce­rock­drein­ga­be, das zeigt, was Aar­d­vark mög­li­cher­wei­se noch alles zustan­de gebracht hät­ten, wenn es sie nur noch ein wenig län­ger ver­sucht hätten.

Ein Sinn für schö­ne Melo­dien bewie­sen sie jeden­falls durch­gän­gig und allein das hebt sie bereits von ande­ren Musik­grup­pen ihrer Zeit an. Bei­spiel gefäl­lig? Hier:

Aar­d­vark ― Very Nice Of You To Call

Nicht völ­lig schlecht.

Politik
Nie­mals vergessen.

Das Jahr 2019 mar­kiert im Übri­gen auch ein unrühm­li­ches Jubiläum.

Die Deut­schen, bis dahin sehr lan­ge Zeit schein­bar demo­kra­ti­siert und befrie­det, schaff­ten es bin­nen weni­ger Stun­den, ein Land zu über­fal­len, das ihnen mili­tä­risch wenig ent­ge­gen­zu­set­zen hat­te. Der Herr­scher im Reichs­tag beschrieb die­sen Über­fall, dem schnell Hun­der­te Zivi­li­sten zum Opfer gefal­len waren, als frie­dens­si­chern­de Maß­nah­me – und das Volk, blind für das Welt­ge­sche­hen, wei­ger­te sich zu ver­ste­hen, was gera­de gesche­hen war. Weni­ge zogen in Erwä­gung, das Aus­land um Hil­fe zu bit­ten. Was hät­te das Aus­land auch auf fried­li­chem Weg aus­rich­ten können?

Der Herr­scher im Reichs­tag wur­de nicht ver­sto­ßen, das Volk stand hin­ter ihm. Hät­te es am näch­sten Tag eine Wahl gege­ben, er hät­te sie noch ein­mal gewonnen.

Und er wuss­te das.

Das war der Anfang vom Ende für die fried­li­che Repu­blik – nein: Das war das Ende.

Damals.

Als Deutsch­land ein Land über­fiel, bom­bar­dier­te, mordete.

Damals, im März 1999 im Kosovo.

PiratenparteiIn den Nachrichten
Pira­ten: Mit dem „Neu­en Deutsch­land” gegen das Grundgesetz.

Nach­dem an der Uni­ver­si­tät Ham­burg ein Pöbel aus Uni­ver­si­täts­fer­nen – dar­un­ter die „Omas gegen Rechts” – Bernd Lucke dar­an gehin­dert hat, sei­ner Pflicht zur Wie­der­auf­nah­me der Lehr­tä­tig­keit nach Abschluss sei­nes Abge­ord­ne­ten­da­seins nach­zu­kom­men, ertön­te in sozia­len Net­zen ein gro­ßes Geschrei. Die­je­ni­gen, die am lau­te­sten schrien, waren, wie abseh­bar, die Unter­stüt­zer des Pro­tests. Es sei ein Unding, jeman­den, der die AfD ver­las­sen habe, als sie anfing, das The­ma Ein­wan­de­rung von einer sehr rusti­ka­len Sei­te zu betrach­ten, so zu behan­deln, als sei er ein ganz nor­ma­ler Mensch mit allen einem Men­schen zuste­hen­den Rech­ten und kein Schwein. Die ehe­ma­li­ge SED-Par­tei­zei­tung „Neu­es Deutsch­land” berich­te­te. Die Ent­mensch­li­chung von Men­schen mit der fal­schen poli­ti­schen Aus­rich­tung hat ja durch­aus Tradition.

Dage­gen stell­te sich jedoch auch lei­ser Pro­test, des­sen Aus­üben­de vor allem bemän­gel­ten, dass die Metho­den des Pöbels sich kaum bis gar nicht vom Umgang des NSDStB mit jüdi­schen Dozen­ten unter­schei­den, wenn auch mit dem Unter­schied, dass Bernd Lucke als Nazi­schwein und nicht etwa als Juden­sau beschimpft wur­de. Einer der lei­se Pro­te­stie­ren­den hat es eben­falls ins „Neue Deutsch­land” geschafft, er ist Mit­glied der Bran­den­bur­ger Piratenpartei.

Ein kur­zer Exkurs: Dort, wo sich heu­te die Huma­ni­sten tum­meln, stand, das wis­sen vie­le jün­ge­re Wäh­ler viel­leicht gar nicht mehr, vor gar nicht all­zu vie­len Jah­ren noch die inzwi­schen mit einem erschrecken­den Gesell­schafts­bild aus­ge­stat­te­te Pira­ten­par­tei. Die all­zu oft Ein­fäl­ti­ges schrei­ben­de Betreu­ung des Twit­ter­ac­counts gab in der Sache, dem Ver­neh­men nach in Abspra­che mit dem Bun­des­vor­stand der Par­tei, zu Pro­to­koll:

Der Ver­such, rech­te Poli­ti­ker als Opfer dar­zu­stel­len ist durch­schau­bar und wird unse­rer histo­ri­schen Ver­ant­wor­tung nicht gerecht.

Denn die histo­ri­sche Ver­ant­wor­tung der Deut­schen zeigt ein­deu­tig: Ein rech­ter Poli­ti­ker hat sich alles, was ihm wider­fährt – im vor­lie­gen­den Fall das Beworfen‑, Ange­rem­pelt- und Ander­be­rufs­aus­übung­ge­hin­der­t­wer­den -, selbst zuzu­schrei­ben. Wie­so ist er auch rechts?

Um nicht selbst ins Visier der Anti­fa­schi­sten zu gera­ten und mich als guter Demo­krat zu bewei­sen, wer­de ich gleich mor­gen einem Mit­glied der rechts­po­pu­li­sti­schen SPD für jeden ein­zel­nen Toten im Koso­vo jeweils einen Eis­wür­fel in den Kra­gen stecken. Vor­wärts immer!