NetzfundstückeIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Män­ner ster­ben, Frau­en am mei­sten betrof­fen

In der Ukrai­ne dür­fen wehr­pflich­ti­ge erwach­se­ne Män­ner das Land nicht ver­las­sen, denn ihr Land ver­pflich­tet sie dazu, am Krieg teil­zu­neh­men; oder, wie Anna­le­na Baer­bock bekloppter­wei­se schwa­feln zu müs­sen glaub­te:

Schät­zungs­wei­se 80.000 Frau­en wer­den in den kom­men­den Mona­ten in der Ukrai­ne ent­bin­den und vie­le von ihnen wer­den kein schüt­zen­des Obdach und kei­nen Zugang zu ange­mes­se­ner Pfle­ge haben. (…) Dies zeigt in aller Deut­lich­keit, dass Kri­sen und Kon­flik­te kei­nes­wegs „geschlech­terblind“ zuschla­gen. Sie betref­fen Frau­en über­pro­por­tio­nal.

Kann ich die­ses Patri­ar­chat, in dem Män­ner nicht dazu ver­pflich­tet sind, sich abknal­len zu las­sen, noch mal sehen?


Mode­trend des Jah­res: Les­bi­sche Kla­mot­ten.

ComputerIn den Nachrichten
Mir kei­ne Mil­li­on Euro zu schen­ken hilft nur dem Rus­sen!

Jahr­zehn­te­lang haben EDV-Fach­leu­te jen­seits irgend­wel­cher Behör­den und Quatsch­me­di­en auf die Gefah­ren von „Viren­scan­nern“, also Soft­ware, die mit vol­len System­rech­ten läuft und immer mal wie­der durch Schwach­stel­len und Fehl­funk­tio­nen auf­fällt, gewarnt; ver­ge­bens, denn noch immer wer­den „Viren­scan­ner“ als Not­wen­dig­keit emp­fun­den.

Zum Glück ist Krieg:

Anti­vi­ren­soft­ware, ein­schließ­lich der damit ver­bun­de­nen echt­zeit­fä­hi­gen Cloud­dien­ste, ver­fügt über weit­rei­chen­de System­be­rech­ti­gun­gen und muss system­be­dingt (zumin­dest für Aktua­li­sie­run­gen) eine dau­er­haf­te, ver­schlüs­sel­te und nicht prüf­ba­re Ver­bin­dung zu Ser­vern des Her­stel­lers unter­hal­ten. Daher ist Ver­trau­en in die Zuver­läs­sig­keit und den Eigen­schutz eines Her­stel­lers sowie sei­ner authen­ti­schen Hand­lungs­fä­hig­keit ent­schei­dend für den siche­ren Ein­satz sol­cher Syste­me. Wenn Zwei­fel an der Zuver­läs­sig­keit des Her­stel­lers bestehen, birgt Viren­schutz­soft­ware ein beson­de­res Risi­ko für eine zu schüt­zen­de IT-Infra­struk­tur.

Das BSI impli­ziert, das sei nur bei rus­si­schen Pro­duk­ten ein Pro­blem, erläu­tert die­se Impli­ka­ti­on aber nicht. Es scheint zu genü­gen, vor „dem Rus­sen!“ zu war­nen.

Nun, in die­sem Fall: Dass Bahn­fah­ren teu­rer ist als Flie­gen, nützt vor allem Wla­di­mir Putin, und dass ich die Bun­des­wehr bezah­len muss, ist ganz klar ein pro­rus­si­sches Manö­ver!

(Klappt es?)


Obacht, Alarm, bimm­bimm­bimm auch im Netz: Ab Ende die­ses Monats schreibt die defek­te­ste EU aller Zei­ten mög­li­cher­wei­se vor, dass mei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on total­über­wacht wer­den muss. Selbst­re­dend dient das nur dem Schutz „der Kin­der“, deren Nach­rich­ten ande­rer­seits eben­so durch­leuch­tet wer­den dür­fen wie die von Anwäl­ten, Jour­na­li­sten und son­sti­gen Mit­men­schen, die das Pech haben, in der EU woh­nen zu müs­sen. Immer­hin ist also für Gleich­be­rech­ti­gung gesorgt.

Wo bleibt eigent­lich die Revo­lu­ti­on?

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Esben and the Witch – No Dog // Ben­zin­li­be­ra­le

Naja, erst mal ein Schläfchen.Es ist Mon­tag. Schü­ler in Ham­burg dür­fen künf­tig wie­der gemein­sam musi­zie­ren, sind aber gehal­ten, das in die­sel­be Rich­tung (Archiv­ver­si­on) zu tun. Jeman­dem den Marsch zu bla­sen und die Flö­ten­tö­ne bei­zu­brin­gen bleibt somit unter­sagt. Aber in wel­che Rich­tung zeigt eigent­lich eine Pau­ke?

Mit­tel­al­ter­dar­stel­ler bekla­gen sich auf Twit­ter dar­über, dass typisch mit­tel­al­ter­li­che Trans­port­mit­tel wie zum Bei­spiel Die­sel­trans­por­ter momen­tan etwas teu­rer zu betrei­ben sind. Als wär’s noch nicht fürch­ter­lich genug, dass mei­ne Steu­ern künf­tig noch mehr bewaff­ne­te Neo­na­zis („Bun­des­wehr“) durch­füt­tern müs­sen, kei­nes­wegs aber mein eige­nes Leben irgend­wie ver­bes­sert wird, löst Chri­sti­an Lind­ner wenig­stens die­ses „Pro­blem“ und möch­te „staat­lich“ (also steu­er­fi­nan­ziert) Auto­fah­rer ent­la­sten. Unter­des­sen wird Bahn­fah­ren immer teu­rer und Rad­fah­ren ist oft schlicht nicht prak­ti­ka­bel. Ist das die­se Ver­kehrs­wen­de, von der alle reden?

Die fürch­ter­li­che EU wür­de gern zwar fest ver­bau­te Akkus ver­bie­ten („Golem“ bekommt auch wei­ter­hin kei­ne Direkt­links von mir), ande­rer­seits aber auch das Euro­päi­sche Par­la­ment von die­sen lästi­gen Kleinst­par­tei­en befrei­en. Das kann ich zwar zum Teil ver­ste­hen, fin­de es aus Wäh­ler­sicht aber trotz­dem etwas bedenk­lich. Ich wünsch­te, die ange­droh­te Revo­lu­ti­on wür­de sich ein wenig beei­len. Aller­dings, „mit die­se Pach­tei kommt se nich“ (Tuchol­sky), die Gie­ße­ner DKP macht nicht mehr mit:

Zu den Grün­den für die beab­sich­tig­te Tren­nung gehö­re unter ande­rem das unzu­ver­läs­si­ge Abstim­mungs­ver­hal­ten der Kom­mu­ni­stin, heißt es in der schrift­li­chen Erklä­rung.

Das ist eine sehr fre­che Kom­mu­ni­stin, die sich der Par­tei­rai­son wider­setzt. Frü­her hätt’s das nicht gege­ben. Das lenkt ja auch nur vom wesent­li­chen Pro­blem ab: „Lin­ke“, erbrach sich Jeja Klein ins „ND“ (ehe­mals „Neu­es Deutsch­land“) hin­ein, müss­ten sich mit dem Mili­tär befas­sen, statt es schlicht abzu­leh­nen. Ich fin­de ja, Ableh­nung ist Befas­sung genug.

Viel lie­ber befas­se ich mich mit: Musik.

Esben and the Witch – No Dog

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Bell Witch – Mir­ror Rea­per

Bell Witch - Mirror ReaperLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

In uner­war­te­tem Kon­text emp­fahl man mir als Begleit­mu­sik zum Whis­ky­kon­sum Musik von Bell Witch. Bell Witch ist ein Duo aus Seat­tle, das 2017 mit „Mir­ror Rea­per“ (Amazon.de, Band­camp, TIDAL) ein Album mit der, wie ich fin­de, opti­ma­len Anzahl an Stücken her­aus­ge­bracht hat: Das Titel­stück, „Mir­ror Rea­per“, ist 83 Minu­ten und 15 Sekun­den lang und mehr gibt’s nicht.

Die eige­ne Musik beschrei­ben die Musi­ker als Doom Metal. Mei­net­we­gen. Sol­len sie. Der von Anfang an domi­nan­te Bass spricht in Ver­bin­dung mit der Behä­big­keit des Auf­baus zumin­dest für die­se Behaup­tung. Angeb­lich han­delt es sich um ein Kon­zept­stück („Kon­zept­al­bum“), das sei­ne eige­ne Spie­ge­lung dar­stellt, was für die Dicho­to­mie von Leben und Tod ste­hen soll oder so. Ver­ste­he ich nicht, aber das macht nichts. Ab etwa sie­ben Minu­ten set­zen tiefst into­nier­te lyrics ein, die ich auch nicht ver­ste­he. Mich begei­stert ja vie­les manch­mal.

Mir­ror Rea­per

Dass die bei­den Her­ren schon auf­grund der Lauf­zeit jede Men­ge Zeit zum Auf­bau einer inti­men Stim­mung las­sen kön­nen und das auch tun, trägt zur emo­tio­na­len Kart­ha­sis bei. Ich bin beein­druckt.

Dazu passt ein trocke­ner Rot­wein – oder eben ein guter Sin­gle Malt.

In den Nachrichten
Hoff­nung Dexit (11): Eine Zen­sur fin­det statt.

Haha, die­se Bri­ten. Haha­ha. Die wis­sen ja gar nicht, was ihnen ent­geht:

Euro­pas Bestre­ben, den Zugang zu rus­si­schen Staats­me­di­en zu sper­ren, erstreckt sich auf Such­ma­schi­nen und Social-Media-Posts, nicht nur auf deren Fern­seh­ka­nä­le und Online-Video-Feeds, wie aus einer Kopie einer E‑Mail der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on her­vor­geht.

(„Über­set­zung“ teil­wei­se von mir, teil­wei­se nicht.)

Die Gleich­set­zung von „Euro­pa“ und „EU“ mal außer Acht gelas­sen (das geht in der Poli­tik ja lei­der vie­len so): Zu den Ersten, die die­se Anord­nung mit gro­ßem Twit­ter­ge­tö­se umge­setzt haben, gehört Duck­Duck­Go, das sich irgend­wann mal dadurch her­vor­tat, dass es Such­ergeb­nis­se nicht fil­ter­te, vor­sor­tier­te oder son­sti­gen Unsinn damit anstell­te.

Man kann von Staats­me­di­en hal­ten, was man will (im Ernst­fall unter­schei­det sie oft nur wenig von „BILD“ und „BUNTE“), und es sicher­lich auch für begrü­ßens­wert hal­ten, wenn man auf nicht ideo­lo­gisch gefärb­te Pres­se Wert legt; aber war­um fängt man dann eigent­lich aus­ge­rech­net im Krieg mit den Medi­en eines der Kriegs­be­tei­lig­ten und nicht schon vor­her mit der „BILD“ und der „BUN­TEn“ an?

Es ist nicht alles schlecht in Groß­bri­tan­ni­en.

NerdkramsIn den Nachrichten
Boo­mer sind wenig­stens noch online.

In den sozia­len Medi­en rei­chen die Kla­gen bis hin zur Fest­stel­lung, das Leben habe kei­nen Sinn mehr: Spo­ti­fy, ein fürch­ter­lich unge­eig­ne­ter Ersatz für die eige­ne Plat­ten­samm­lung, und Dis­cord, ein zen­tra­li­sier­ter und dar­um untaug­li­cher Ver­such, dem IRC einen zeit­ge­nös­si­schen Kon­kur­ren­ten zur Sei­te zu stel­len, sind nicht erreich­bar.

Man beschimpf­te mich in einem sozia­len Medi­um als „Boo­mer“, als ich dar­auf hin­wies, dass es mög­li­cher­wei­se gar kei­ne so bezau­bern­de Idee ist, zen­tra­li­sier­te Fremd­dien­ste ver­teil­ten Ange­bo­ten (IRC) und Eigen­be­sitz (Schall­plat­ten) vor­zu­zie­hen, aber ich sag’s mal so: „Boo­mer“ sind gera­de wenig­stens noch online.

In den NachrichtenMontagsmusik
Oh Hiro­shi­ma – Huma­ne // Putin ein­fach weg­tit­ten.

Brumm?Es ist Mon­tag. Bud­dha bei die Fische: In Deutsch­land heißt man gefäl­ligst nicht Sve­ta. Adolf geht aber noch.

„ZEIT ONLINE“ sülzt in einem „Slow­blog“ – das wird also schon bald nicht mehr pro­mi­nent in der Über­schrift ste­hen – von Ukrai­ne­rin­nen, deren Medi­ka­men­te „nur noch für zwei Wochen“ rei­chen. Dass in Russ­land eben­so kriegs­un­be­tei­lig­te Pfle­ge­be­dürf­ti­ge auf­grund irgend­wel­cher „Sank­tio­nen“ zurück­ge­las­sen wer­den müs­sen, steht frei­lich nicht im Arti­kel – der Rus­se ist eben end­lich wie­der nichts mehr wert. Wie frü­her. Ande­rer­seits habe ich letz­ten Frei­tag in einer deut­schen Groß­stadt spa­ßes­hal­ber so getan, als wäre ich Rus­se, und wur­de stan­te pede des Ona­nie­rens bezich­tigt („Wich­ser!“). Ich könn­te mir Schlim­me­res vor­stel­len.

In Frank­reich zie­hen sie sich schon wie­der aus und brül­len mit schlim­men Stim­men all­zu Schlich­tes, um es dem Rus­sen mal so rich­tig zu zei­gen. Zit­tert Putin schon? Anna­le­na Baer­bock geht das Pro­blem prag­ma­tisch an und ver­bün­det Deutsch­land mit den Grau­en Wöl­fen. Ich fin­de, man könn­te die Grü­nen bei­zei­ten mal ent­na­zi­fi­zie­ren. Muss ja nicht gleich mit der rus­si­schen Armee sein. Der­weil geht dem­nächst das däm­li­che sehr kom­for­ta­ble „Home Office“, das oft keins ist, weil die recht­li­chen Rege­lun­gen für tat­säch­li­che Heim­ar­beit strik­ter sind als das Urhe­ber­rechts­ver­ständ­nis der skru­pel­lo­sen Walt Dis­ney Com­pa­ny und „mit’m Mac­Book im Hip­ster­ca­fé sit­zen“ eben kein „Home Office“, son­dern mobi­les Arbei­ten ist, für vie­le Ange­stell­te vor­über, weil es noch kei­ne klar defi­nier­te Anschluss­re­ge­lung für nach der Pan­de­mie gibt. Pla­nungs­si­cher­heit wäre lang­wei­lig. (Nost­al­gi­scher Gedan­ke: Der größ­te Auf­re­ger des Neu­jahrs 2020 – neben den bren­nen­den Affen im Westen der Repu­blik – war die Bon­pflicht. Das war schön.)

Apro­pos Adolf, es gibt gute Nach­rich­ten aus Öster­reich: Der dort ansäs­si­ge Ver­ein noyb setzt sei­nen Kampf gegen bescheu­er­te (und irre­füh­ren­de) Coo­kie­ban­ner naht­los fort. Ich bin gewillt, die­ses Enga­ge­ment als lobens­wert anzu­er­ken­nen.

Gleich­falls lobens­wert: Musik.

OH HIROSHIMA – Huma­ne (Offi­ci­al Video) | Napalm Records

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenComputer
Gute Sper­ren, schlech­te Sper­ren

„Der Stan­dard“, Don­ners­tag:

Nach dem Ver­bot von RT und Sput­nik durch die EU hat der Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter die Kon­ten der bei­den rus­si­schen Staats­me­di­en gesperrt. Die Accounts der Medi­en kön­nen seit Don­ners­tag in der EU nicht mehr auf­ge­ru­fen wer­den.

„NZZ“, gestern:

Der Krieg in der Ukrai­ne führt zu mehr Zen­sur im rus­si­schen Inter­net. (…) You­tube wur­de (…) von der Behör­de auf­ge­for­dert, gegen «Falsch­in­for­ma­tio­nen» vor­zu­ge­hen. Von der Video-Platt­form wur­de ver­langt, Inhal­te für rus­si­sche Zuschau­er unzu­gäng­lich zu machen.

Ach, hm, ja, doof.

In den NachrichtenNerdkrams
Frei­heit für die Wich­ser

Nicht nur rus­si­sche Medi­en wer­den von EU-Staa­ten gera­de bekämpft (die will ich noch mal kri­ti­sche Kom­men­ta­re zum chi­ne­si­schen Inter­net machen hören!), son­dern auch hat die deut­sche Büro­kra­tie nach wie vor ein Pro­blem damit, dass in einem frei­en Inter­net auch Kör­per manch­mal frei sind:

Die Kom­mis­si­on für Jugend­me­di­en­schutz (KJM) hat im Ver­fah­ren gegen das Por­tal xHam­ster ein­stim­mig ent­schie­den, dass Inter­net­an­bie­ter das Ange­bot für den Abruf aus Deutsch­land sper­ren müs­sen.

Weil das Inter­net aber dafür kon­zi­piert wor­den ist, dass nicht jede wild gewor­de­ne Akti­vi­sten­pflau­me ein­fach irgend­was weg­ma­chen las­sen kann, ist davon aus­zu­ge­hen, dass es sich ledig­lich um DNS-Sper­ren han­deln dürf­te. Wer trotz allem noch immer kei­nen alter­na­ti­ven DNS-Ser­ver ein­ge­stellt hat, dem bie­tet sich inso­fern jetzt ein wei­te­rer Anlass, das zu ändern.

Ave­nue Q – The Inter­net is For Porn

Grund­sätz­lich gefällt mir die Idee, dem Inter­net eine Fil­ter­struk­tur über­zu­stül­pen, aller­dings zuse­hends bes­ser. Ein biss­chen Ruhe und Abstand von der Kom­mis­si­on für Jugend­me­di­en­schutz sowie irgend­wel­chen Par­tei­po­li­ti­kern wür­de uns allen gut tun.

In den NachrichtenNerdkramsPolitik
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 3. März 2022

Gre­gor Barth schrob, es gebe – anders als für TeX/LaTeX – noch kei­nen gra­fi­schen Edi­tor für groff-Doku­men­te. Dar­um habe ich einen sol­chen pro­gram­miert.

Sicher­lich ist er noch ver­bes­se­rungs­fä­hig, aber dafür ist der Quell­code ja offen­ge­legt – Bei­trä­ge sind gern gese­hen.


Das schrä­ge Per­so­na­li­ty­b­log netzpolitik.org wech­selt die Chef­re­dak­ti­on; der par­tei­po­li­tisch vor­ein­ge­nom­me­ne Mar­kus Becke­dahl, mit­hin eine Pro­blem­per­so­na­lie im „Jour­na­lis­mus“, bleibt aber als Laut­spre­cher erhal­ten. Neben­bei erfährt man von einer Mil­li­on Euro Spen­den­auf­kom­men, die sie sich mitt­ler­wei­le zusam­men­ge­bet­telt haben. Da macht Spen­den doch gleich noch viel mehr Spaß!


Seit den Dis­kus­sio­nen über Upload­fil­ter, Staats­tro­ja­ner und der­glei­chen ist viel Zeit ver­stri­chen; genug Zeit jeden­falls, damit die umstrit­te­ne Ukrai­ne for­dern kann, Russ­land im Wesent­li­chen vom Inter­net abzu­schnei­den. Die zustän­di­gen Instan­zen erach­ten den Vor­schlag zum Glück noch als gewal­ti­gen Blöd­sinn, was ange­sichts der der­zei­ti­gen Rus­so­pho­bie nicht selbst­ver­ständ­lich ist.

Ich sah im Inter­net Auf­nah­men eines phy­sisch ange­grif­fe­nen rus­si­schen Super­markts in Deutsch­land. Alle 84 Jah­re kann man so was ja mal machen.


Ah, jetzt sind wir schon wie­der irgend­wie ins Poli­tik­the­ma gerutscht. Na gut, blei­ben wir drin.

Die bescheu­er­te CDU hät­te gern die Wehr­pflicht („Gesell­schafts­jahr“) zurück. Zu wenig gestell­te Fra­ge: „Was ver­dient man in die­sem „Gesell­schafts­jahr“? Das ist ein­fach nur der Nied­rig­lohn­sek­tor unter neu­em Namen.“


Ich fin­de es ja gut und rich­tig, wenn man Ver­stö­ße gegen das Völ­ker­recht kon­se­quent ahn­det, aber war­um kriegt die Ukrai­ne dann noch Waf­fen?

(Schö­ner Dienst auch: 12ft.io scheint Bezahl­schran­ken von man­cher­lei Jour­na­lis­mus weg­ma­chen zu kön­nen. Emp­feh­le ich gern wei­ter.)


Abschlie­ßend inter­es­siert gefragt: Wel­cher Rea­li­tät ent­springt eigent­lich die­ses bemer­kens­wer­te Zitat?

Der Ukrai­ne­krieg sorgt für einen Ansturm auf Bit­co­in, Ether und Co., die Bran­che erlaubt rus­si­schen Kun­den wei­ter den Han­del damit. Finanz­po­li­ti­ker sind alar­miert.

(„SPIEGEL ONLINE“.)

MusikIn den Nachrichten
„Sag, wie hältst du’s mit dem Rus­sen?“

Die alt­rö­misch inspi­rier­te Til­gung alles Rus­si­schen wäre einen eige­nen Arti­kel wert, aber das ist sogar mir zu blöd; die Ver­mu­tung, dass es vor allem denen scha­det, die nicht Wla­di­mir Putin sind, wenn ein staat­li­ches Opern­haus eine rus­sisch-öster­rei­chi­sche Sopra­ni­stin raus­wirft, weil die­se sich trotz nach­weis­li­cher Befä­hi­gung zu Geheul („Opern­ge­sang“) wei­gert, in das Kriegs­ge­heul ein­zu­stim­men, aller­dings zu tref­fen las­se ich mir doch abrin­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: empath – Visi­tor

empath - VisitorLan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Drü­ben bei gutes­hö­renist­wich­tig (des­sen „in english“-Teil ande­rer­seits auch nicht das yel­low from the egg ist) fand ich einen Hin­weis auf ein Album, das manch­mal klin­ge, „als lie­fen zwei Musik­spu­len neben­ein­an­der“. Das ist bekannt­lich genau mei­ne Musik. Die Rede ist von „Visi­tor“, dem im Febru­ar die­ses Jah­res ver­öf­fent­lich­ten Zweit­ling des US-ame­ri­ka­ni­schen Quar­tetts empath (Amazon.de, TIDAL; bei erste­rem Anbie­ter scheint man laut Bewer­tun­gen CD und Vinyl mit­ein­an­der ver­wech­selt zu haben, was auch die Prei­se erklärt).

Zu Beginn gibt es aber erst mal Geräu­sche von Schrit­ten und ein wenig Gebrumm, bevor „Geni­us of Evil“ nach ein paar Sekun­den beginnt – und tat­säch­lich klingt, als wür­den zwei Bands gleich­zei­tig ver­schie­de­ne Lie­der spie­len. Das legt sich ab dem zwei­ten Lied „Born 100 Times“ ein wenig, so dass ich in dem Durch­ein­an­der erst­mals hin­rei­chend Kon­zen­tra­ti­on auf­brin­gen kann, um Ver­glei­che zu fin­den: Babysham­bles, The Fall, viel­leicht The Raveo­net­tes; alles recht Lo-Fi mit weib­li­chem (mal auf­ge­dreh­tem, mal – inzwi­schen sind wir bei „Dia­mond Eyelids“ ange­kom­men – eher bei­läu­fi­gem) Gesang. Die mei­sten Lie­der sind zwi­schen zwei und drei Minu­ten lang, das gan­ze Album schafft es nur knapp über eine hal­be Stun­de. Dafür hört man in der Zeit zeit­wei­se qua­si meh­re­re Alben gleich­zei­tig. Auch mal schön.

Empath – Elvis Come­back Spe­cial (Offi­ci­al Video)

Kammann hör’n.