In den Nachrichten
Armin Lasche­ts blu­ti­ge Nächstenliebe

Im Jahr 782, so will es die Geschichts­schrei­bung, erließ Karl der Gro­ße, der „Vater Euro­pas“ (Quel­le: Inter­net), ein Gesetz, das Capi­tu­la­tio de par­ti­bus Saxo­niae („Ver­ord­nun­gen über Sach­sen“) hieß und dem Zweck die­nen soll­te, die jüngst ins Reich ein­ge­glie­der­ten Sach­sen zwecks Stär­kung des­sen, was offen­sicht­lich der ein­zi­ge Kon­sens zwi­schen den schon damals unei­ni­gen Völ­kern sein soll­te, zu chri­stia­ni­sie­ren:

1. Alle stim­men dem Prin­zip der höhe­ren Fäl­le zu, daß die Kir­chen Chri­sti in Sach­sen nicht gerin­ge­re, son­dern erheb­lich höhe­re Gel­tung haben sol­len als die Götzenstätten. (…)
4. Ster­ben soll, wer die vier­zig­tä­gi­gen Fasten vor Ostern in Ver­ach­tung des christ­li­chen Glau­bens bricht und Fleisch ißt. (…)
8. Ster­ben soll, wer Hei­de blei­ben will und unter den Sach­sen sich ver­birgt, um nicht getauft zu wer­den oder es ver­schmäht, zur Tau­fe zu gehen. (…)
10. Ster­ben soll, wer mit den Hei­den Rän­ke gegen die Chri­sten schmie­det oder bei ihnen als Feind der Chri­sten aus­har­ren will. Und wer ihn dabei gegen König und Chri­sten­heit unter­stützt, soll eben­falls sterben.

Obwohl es mir gebo­ten scheint, die­se Anek­do­te anläss­lich wie­der­keh­ren­der Dis­kus­sio­nen über die histo­ri­sche Bedeu­tung eines „geein­ten Euro­pas“, wie es gern (und falsch) genannt wird, gele­gent­lich zu berück­sich­ti­gen, hat­te ich eigent­lich gehofft, Got­tes­staa­te­rei sei wenig­stens in der deut­schen Tages­po­li­tik aus der Mode gekommen.

Dann jedoch las ich ein vor einer Woche ver­öf­fent­lich­tes Gespräch auf „WELT ONLINE“ (will nicht ver­linkt wer­den). In die­sem Gespräch wur­de Armin Laschet, Mit­glied der eben­falls aus der Mode gekom­me­nen CDU und Mini­ster­prä­si­dent Nord­rhein-West­fa­lens, nach sei­nem Ver­hält­nis zu dem Quatsch­be­griff der „euro­päi­schen Kul­tur“ gefragt:

WELT: Euro­päi­sche Kul­tur, was ver­bin­den Sie damit?

Laschet: Histo­risch betrach­tet sind es für mich zwei wesent­li­che Säu­len, die bis heu­te unse­re Gesell­schaft for­men: Chri­sten­tum und Bil­dung. Das Chri­sten­tum mit sei­nem über­ge­ord­ne­ten Wert der Näch­sten­lie­be. Und auf Bil­dung hat schon Karl der Gro­ße in sei­ner Aache­ner Pfalz gro­ßen Wert gelegt. (…) Karl der Gro­ße dach­te nie natio­na­li­stisch, son­dern euro­pä­isch. Viel­leicht soll­te man bes­ser sagen: transnational.

Im Kon­text ging es wohl um eine Abgren­zung zur AfD, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob es unbe­dingt emp­feh­lens­wert ist, als histo­ri­sches Vor­bild im Kampf gegen Natio­na­lis­mus und Abgren­zung unbe­dingt jeman­den zu wäh­len, der die Meh­rung der Macht der frän­ki­schen Nati­on auf Kreuz­zü­ge gegen Anders­gläu­bi­ge gestützt hat. So oder so: Man soll­te sich das ein­mal anschauen.

Inso­fern soll­ten die Men­schen, die sich jetzt ger­ne aufs „christ­li­che Abend­land“ beru­fen als Argu­ment für Abgren­zung und Natio­na­lis­mus, ein­mal einen Blick in den Aache­ner Dom werfen.

Dort kön­nen sie näm­lich ler­nen, wie weit sie damit kom­men: Zu einem eige­nen Dom. :ja:

Aber es soll ja nie­mand sagen, Armin Laschet – hat „eine gro­ße Skulp­tur von Karl dem Gro­ßen in sei­nem Büro“ – sei revi­sio­ni­stisch und/​oder ein biss­chen dumm – viel­mehr ist ihm Bil­dung, wie er spä­ter noch­mals betont, sehr wichtig:

Laschet: Ins­ge­samt wol­len wir das Geschichts­be­wusst­sein stärken.

Wird wohl Zeit in Nordrhein-Westfalen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Maïak – A Very Plea­sant Way to Die

Maïak - A Very Pleasant Way to DieLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Aus­ge­rech­net in der Schweiz wur­de 2010 das Quar­tett Maïak gegrün­det, über das ich zu mei­nem Bedau­ern wenig Neu­es fin­den kann, wes­halb ich bis auf Wei­te­res davon aus­ge­he, dass es schon wie­der nicht mehr exi­stiert. Zwi­schen­drin, 2015 näm­lich, ver­öf­fent­lich­te es jedoch das Album „A Very Plea­sant Way to Die“ (Amazon.de, Bandcamp.com), das ich als gelun­gen zu bezeich­nen wage.

Maïak selbst hei­ßen wie die kern­tech­ni­sche Anla­ge, auf deren Gelän­de sich 1957 der Kyschtym-Unfall zuge­tra­gen hat­te, was den Titel des Albums zu einem nicht unwit­zi­gen macht. Fol­ge­rich­tig spie­len – oder spiel­ten – sie die­jei­ge Art von Musik, die ich am ehe­sten mit einem Kern­kraft­un­fall ver­bin­den wür­de, näm­lich Postrock.

Das alt­be­kann­te Laut-lei­se-Spiel, im Post­rock ein wesent­li­cher Grund, war­um er es schwer hat, lang­fri­stig zu fes­seln, schaf­fen die vier Musi­ker auf­zu­bre­chen, indem sie ent­we­der kon­stant bro­deln („Nutri­but­ter Green Is Peop­le“) oder schlicht häu­fi­ger mal die Rich­tung („I’m Not a Man, I’m a Free Num­ber“) oder gar das Gen­re (etwa im Uff­ta­ta-Schluss­teil von „We All Live in a Yel­low Kursk“) wechseln.

Maïak – Nutri­but­ter Green Is People

Vor­wer­fen könn­te man Maïak, sofern man das unbe­dingt möch­te, die gele­gent­lich etwas ver­wa­sche­ne Pro­duk­ti­on. Aber wer wäre ich, eine Band allein nach ihren tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten statt nach ihren Fähig­kei­ten zu bewer­ten? Ein Unmensch, sage ich.

Inso­fern: Gutes Album.

Netzfundstücke
Fri­days for Insta­gram (Sym­bol­bild)

Apro­pos „apro­pos Insta­gram“. In der „Neu­en Zür­cher Zei­tung“ war – jeden­falls online – schon im April zu lesen:

Die Umwelt­ko­sten der Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie (ICT) wer­den zumeist unter­schätzt. (…) So wird der An­teil der ICT-Bran­che an den welt­wei­ten Treib­haus­gas­emis­sio­nen auf 3,7% geschätzt; das ist fast dop­pelt so viel wie der Bei­trag der zivi­len Luft­fahrt (2%) und knapp die Hälf­te des Schad­stoff­aus­sto­sses aller Per­so­nen­fahr­zeu­ge und Motor­rä­der (8%).

Pas­sen­der­wei­se ist heu­te Frei­tag, da gehen „Schü­ler“, vie­le von ihnen längst jen­seits der Schul­zeit, bekannt­lich all­wö­chent­lich auf die Stra­ße und demon­strie­ren dort dafür, dass die Poli­tik ihnen end­lich was ver­bie­tet. Heu­te war es beson­ders schön, denn heu­te war Gre­ta Thun­berg in Ber­lin und hat­te dort jun­ge Fürsprecher:

„Ich möch­te unbe­dingt ein Foto von Gre­ta“, sagt der 10-Jäh­ri­ge Milan aus Ber­lin im Vor­feld der Kund­ge­bung. (…) Er for­dert: „Es muss end­lich auf­hö­ren, dass Koh­le in Kraft­wer­ken ver­brannt und so viel CO2 aus­ge­sto­ßen wird.“

Johan­nes Ponader, bekannt auf­grund sei­ner Schu­he, war eben­falls dort und hat sich das mal angeguckt:

Greta Smartberg

Die Kame­ras heut­zu­ta­ge sind so gut – man könn­te fast mei­nen, man sei beim Kli­ma­wan­del selbst dabei gewesen.


In wei­te­ren Nach­rich­ten: In Ber­lin wol­len Stadt­pla­ner aus Sicher­heits­grün­den einen Gra­ben vor dem Reichs­tag aus­he­ben las­sen. Ich wer­de die Ent­wick­lung erst dann auf­merk­sam zur Kennt­nis neh­men, wenn die Gerüch­te, es wer­den auch Was­ser und Kro­ko­di­le hin­ein­ge­las­sen, bestä­tigt wor­den sind.

ComputerIn den Nachrichten
Iwan des Tages: Rus­sen neh­men den Chi­ne­sen die NSA-Metho­den weg!

Apro­pos Instagram.

„SPIEGEL ONLINE“, 12. März 2019:

Teen­ager schla­gen Sal­tos, tan­zen, imi­tie­ren Musik­stars und for­dern sich in soge­nann­ten Chal­len­ges gegen­sei­tig her­aus: Die Video-App Tik­Tok ist welt­weit ein Hit – und macht US-Platt­for­men wie Insta­gram und Snap­chat Kon­kur­renz. (…) Sie wol­len die Trend-App aus Chi­na mal aus­zu­pro­bie­ren (sic! A.d.V.)? Hier erklä­ren wir Ihnen Schritt für Schritt, wie sie funktioniert[.]

„SPIEGEL ONLINE“, 17. Juli 2019:

Die Mit­glie­der der Jonas Bro­thers, einer ame­ri­ka­ni­schen Pop-Rock-Band, sind alle um die 30 Jah­re alt. Ein Foto auf ihrem Twit­ter­ac­count zeigt die drei nun aber im Ren­ten­al­ter. Mög­lich macht dies Face­App – eine Smart­pho­ne-Anwen­dung, die mit­hil­fe künst­li­cher Intel­li­genz Gesich­ter auf Fotos mani­pu­liert. (…) Im Gespräch mit der austra­li­schen Rund­funk­ge­sell­schaft „ABC“ äußer­te sich der Daten­schutz­ex­per­te David Vai­le kri­tisch zu Face­App. Der Dienst wür­de sich weit mehr Rech­te ein­räu­men, als er für die bereit­ge­stell­ten Funk­tio­nen benö­tigt, urteil­te er. (…) Der Top­de­mo­krat im US-Senat, Chuck Schu­mer, hat sich nach Infor­ma­tio­nen der Nach­rich­ten­agen­tur AP an die Bun­des­po­li­zei gewandt. In einem Brief äußert er dem­nach die Sor­ge, dass Face­App „ein Risi­ko für die natio­na­le Sicher­heit und die Pri­vat­sphä­re von Mil­lio­nen US-Bür­gern“ dar­stel­len könn­te. Eine Über­prü­fung sei drin­gend nötig. Schu­mer nann­te es „zutiefst beun­ru­hi­gend“, dass „einer geg­ne­ri­schen Macht, die Cyber-Ver­ge­hen gegen die USA ver­übt“ per­sön­li­che Daten zukom­men könnten.

Hof­fent­lich kau­fen die Rus­sen bald „SPIEGEL ONLINE“.

(sie­he auch Fefe)

In den NachrichtenMusikWirtschaft
Sony ent­eig­nen!

Das skru­pel­lo­se Unter­neh­men Sony, bekann­ter Her­stel­ler und Ver­tei­ler von Schad­soft­ware, hat eine ganz tol­le neue Idee, wie es abtrün­ni­ge Musi­ker ins eige­ne label zurück­ge­win­nen kann.

Die von mir vor zehn Jah­ren geprie­se­ne Postrock­band 65daysofstatic wür­de gern ihr erstes wirk­lich eige­nes Album bewer­ben. Sony miss­fällt das:

Das ver­damm­te Sony blockiert unse­re ernst­haf­ten Ver­su­che, unser eige­nes Album zu bewer­ben, das Album, das wir drei Jah­re lang geschrie­ben haben, die Musik, auf die wir unglaub­lich stolz sind. Aber wir kön­nen es anschei­nend nicht mit euch auf Insta­gram teilen.

(Mit­tel­mä­ßi­ge Über­set­zung von mir.)

Es scheint mir im Sin­ne der Mensch­heit zu sein, das skru­pel­lo­se Unter­neh­men Sony, den bekann­ten Her­stel­ler und Ver­tei­ler von Schad­soft­ware, mit­tels bewuss­ter Nut­zung der eige­nen Kauf­kraft immer und immer wie­der dar­an zu erin­nern, dass ihm ein biss­chen Demut gut zu Gesicht stünde.

In den NachrichtenPolitik
Kurz ange­merkt zu Ursu­la von der Leyen

Die Poli­ti­ke­rin – nicht unbe­dingt auch die Per­son – Ursu­la von der Ley­en, die wohl jetzt doch mit den mit sanf­tem Druck sei­tens des deut­schen Wesens, an dem die Welt gene­sen möge, her­bei­ar­ran­gier­ten Stim­men von „Rech­ten“, also von denen, die, glaubt man den Medi­en, das bestehen­de Kon­zept einer Euro­päi­schen Uni­on, das dem volks­münd­li­chen Elfen­bein­turm nicht unähn­lich scheint, für im besten demo­kra­ti­schen Sin­ne able­hens­wert hal­ten und daher „EU-Skep­ti­ker“ geschol­ten wer­den, als sei Skep­sis nicht mehr als bloß eine Vor­stu­fe zum Bür­ger­krieg, unter dem merk­wür­di­gen Bei­fall der­sel­ben, die das Zer­bre­chen der Euro­päi­schen Uni­on um jeden Preis ver­hin­dern wol­len, aber doch andau­ernd neue Argu­men­te dafür lie­fern, dass Groß­bri­tan­ni­en zwar sicher­lich vie­le Feh­ler began­gen hat, zur­zeit begeht und noch bege­hen wird, aber hin­sicht­lich sei­nes Ver­hält­nis­ses zur Euro­päi­schen Uni­on Weit­sicht und Anstand bewie­sen hat, was man von ande­ren Staa­ten, etwa Deutsch­land, sicher­lich nicht rei­nen Gewis­sens behaup­ten kön­nen soll­te, ein hohes Amt in die­ser Euro­päi­schen Uni­on mit dem Ver­spre­chen, sie wer­de sich für gen­der­pa­ri­tä­ti­sche Gre­mi­en ein­set­zen, als sei nicht erstens sie selbst, Ursu­la von der Ley­en, ein her­vor­ra­gend geeig­ne­ter Beleg dafür, dass eine Frau­en­quo­te der Poli­ti­ker- und Poli­tik­ver­dros­sen­heit einen Auf­schwung geben, der Fach­kom­pe­tenz des­je­ni­gen Par­la­ments, von des­sen Weis­heit zu vie­le Lebens­qua­li­tä­ten in zu vie­len Län­dern aber direkt oder indi­rekt abhän­gen, jedoch einen wei­te­ren Dolch ins schrum­pe­lig-ver­trock­ne­te Herz ram­men wür­de, und als sei zwei­tens ein Wahl­ver­spre­chen einer Poli­ti­ke­rin aus den Krei­sen der Atom­kraft-nein-doch-und-Maut-nein-doch-Par­tei mehr wert als bloß das Holz, das für es sein Leben las­sen muss­te, ohne die gering­ste Anstren­gung ihrer­seits, was ihren von mir hier weit­ge­hend in Abre­de gestell­ten Fähig­kei­ten immer­hin ent­ge­gen­kommt, ange­dient bekom­men hat, ist und bleibt ein Sym­ptom der Krank­heit, die die Euro­päi­sche Uni­on schon vor Jahr­zehn­ten schlei­chend infi­ziert hat und all­mäh­lich von innen auf­frisst, auch wenn sie die Nekro­se noch mehr oder weni­ger geschickt mit scharf for­mu­lier­ten Brie­fen zu kaschie­ren meint.

In den NachrichtenNerdkrams
Wahl­com­pu­ter des Tages

„wat­son“:

Die Mit­glie­der des Fuß­ball-Zweit­li­gi­sten konn­ten sich nicht in das WLAN des Sta­di­ons ein­log­gen und daher nicht an den vor­ge­se­he­nen Abstim­mun­gen teilnehmen.

SPD-Par­tei­zei­tung „vor­wärts“:

Die Zukunft der Demo­kra­tie liegt im Inter­net, sagt Ralf Mül­ler von „Poly­as“. (…) Die Vor­tei­le: Sei­ne Stim­me per Maus­klick abzu­ge­ben spa­re Zeit, Geld und scho­ne die Umwelt – sogar die Wahl­be­tei­li­gung kön­ne dadurch steigen.

Rück­wärts nimmer!

In den NachrichtenMontagsmusik
Igorrr – Opus Brain /​/​ Feu­er­werk fürs Klima!

Ironisch wach werdenEs ist Mon­tag. Ein Mit­er­fin­der des Pass­worts ist ver­stor­ben. Ob sei­ne Nach­kom­men wohl wis­sen, wie sie an sei­ne hin­ter­las­se­nen Daten her­an­kom­men? Pass­wort­pan­da­bä­ren sind eine Markt­lücke: Man hät­te mehr Pan­da­bä­ren und müss­te sich weni­ger Pass­wör­ter mer­ken. Jetzt ist die Wis­sen­schaft gefragt.

Anders­wo wird sie ver­ges­sen: Irgend­wo im Westen der Repu­blik spie­len sie wie­der Kli­ma­schutz, indem Paris und Köln den Kli­ma­not­stand erklä­ren, als hör­te das Kli­ma dann umge­hend auf, sich so rück­sichts­los zu ver­hal­ten. Zur Unter­stüt­zung der poli­ti­schen Posi­tio­nen zün­de­te Köln noch am glei­chen Tag ein Feu­er­werk an: „Am 13. Juli zischen die Rake­ten zu Ehren vor 200 Jah­ren in Köln gebo­re­nen Kom­po­ni­sten Jaques (sic!) Offen­bach in den Him­mel“, zum Aus­gleich den Bür­gern was zu ver­bie­ten muss ja auch rei­chen. Es ist Pro­pa­gan­da, Heu­che­lei und Doppelmoral.

Apro­pos Pro­pa­gan­da: Die Bun­des­re­gie­rung will anony­me Gold­käu­fe für über 2.000 Euro ver­bie­ten. End­lich tut mal einer was gegen die wirk­lich gro­ßen Pro­ble­me im Land. Bei der „taz“ wird wäh­rend­des­sen fest­ge­stellt, dass das Frei­bad „so wich­tig“ sei „wie das Par­la­ment“. Das ver­spro­che­ne Ver­lags­ster­ben lässt sich echt ver­dammt viel Zeit.

Erst mal ein biss­chen Musik zur Beruhigung.

Igorrr – Opus Brain [OFFICIAL VIDEO]

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPolitik
Rech­te wür­den „Rech­te“ wählen

Zum Poli­tik­ver­ständ­nis der rechts­po­pu­li­sti­schen „Sozi­al­de­mo­kra­ten“ sei aus­zugs­wei­se ihr gut gemein­ter Hin­weis an die EU-Kom­mis­si­ons­kan­di­da­tin der rechts­po­pu­li­sti­schen CDU zitiert:

Achim Post, Gene­ral­se­kre­tär der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Par­tei Euro­pas (SPE), hat Ursu­la von der Ley­en (CDU) dazu auf­ge­for­dert, auf die Stim­men rechts­na­tio­na­ler und rechts­po­pu­li­sti­scher Par­tei­en im Euro­pa­par­la­ment zu ver­zich­ten. (…) „Eine Wahl mit Stim­men von Rechts­au­ßen wäre mehr als ein Makel für die neue Kom­mis­si­on, es wäre eine schwe­re Hypo­thek für die euro­päi­sche Demokratie.“

Ange­sichts des aktu­el­len Zins­sat­zes scheint die Aus­sicht auf eine schwe­re Hypo­thek kei­ne all­zu dunk­le zu sein. Nichts­de­sto­trotz gefällt mir der sub­ti­le Humor in der Auf­for­de­rung, die­sel­be Kan­di­da­tin der AfD-Rechts­über­ho­ler CDU/​CSU, deren Aggres­si­on gegen ein frei­es Inter­net vor zehn Jah­ren sehr vie­le Men­schen – mich ein­ge­schlos­sen – aus Pro­test in die Poli­tik getrie­ben hat, möge bit­te nur von anstän­di­gen Men­schen gewählt wer­den. Unklar bleibt lei­der, wel­che Kon­se­quen­zen dro­hen wer­den, falls doch noch ein Rech­ter Ursu­la von der Ley­en sei­ne Stim­me zu geben wagen sollte.

Hof­fent­lich kein Ende der Koalition!

Spaß mit Spam
Ihr Engel­ho­ro­skop ent­hüllt Ihre Zukunft!

Die Ster­ne waren gnä­dig und haben mir einen Müll geschickt:

Wenn Sie die­se Email nicht lesen kön­nen, klicken Sie bit­te hier

Das kann ich doch gar nicht, wenn ich den Text nicht lesen kann! :motz:

Ihr Engelhoroskop kann Sie reich machen! Fordern Sie es jetzt an. Es ist kostenlos.

Äh.

Wenn Sie immer schon wis­sen woll­ten, was die Zukunft für Sie und nie­mand ande­ren bereit­hält… dann ist es an der Zeit her­aus­zu­fin­den, wie Ihr Stern­zei­chen den Lauf Ihres Schick­sals und Ihrer finan­zi­el­len Zukunft dank der Macht der Engel beeinflusst!

Die Stern­deu­te­rin, die sich als Autorin ange­ben lässt, behaup­tet, Ange­la zu hei­ßen, aber Wit­ze über Namen sind natür­lich sel­ten akzeptabel.

Das Erstaun­lich­ste an die­ser Mail aber:

GELD, GLÜCK, FREUDE: Nichts kann Ihrem Gespür entgehen!

Ver­rückt: Kaum hat­te ich die E‑Mail unsanft ent­fernt, war ich sowohl glück­lich als auch freu­dig. Ich wer­de sofort mein Kon­to über­prü­fen! :ja:

In den NachrichtenMir wird geschlechtNetzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 11. Juli 2019

Was für Ger­rit Wust­mann von „Tele­po­lis“ – ein Ange­bot von „hei­se online“ – und min­de­stens eine sei­ner befreun­de­ten „Kol­le­gin­nen“ dun­kel­ster Natio­nal­so­zia­lis­mus ist: Wenn jemand dar­auf hin­weist, dass Alli­ier­te im Zwei­ten Welt­krieg Zivi­li­sten bom­bar­diert haben. Das zu erwäh­nen ist eine „Nazi-Durch­sa­ge“, der Hin­weis­ge­ber ein „Rechts­ra­di­ka­ler“ und damit „nicht ‚das Volk‘, son­dern des­sen Boden­satz“ (ebd.); die Befreun­de­te war dar­ob „ver­ständ­li­cher­wei­se ent­setzt“. Ich bin es auch: Man ver­sprach mir Verlagssterben!

Bonu­s­poin­ten für Men­schen mit star­kem Magen lie­fert im Übri­gen wie immer das Forum zum Artikel.


Die Deut­sche Bank hat neu­lich ein paar tau­send Mit­ar­bei­ter ent­las­sen. Als Zei­chen ihres Bedau­erns hat sich die Chef­eta­ge erst mal neu ein­ge­klei­det.


Apro­pos Religion:

Pfar­rer Ulrich Zur­kuh­len habe dem­nach in sei­ner Pre­digt am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de dafür gewor­ben, ein­an­der ver­ge­ben zu kön­nen und die­se Äuße­rung aus­drück­lich auch auf Prie­ster bezo­gen, die als Täter Min­der­jäh­ri­ge sexu­ell miss­braucht haben. (…) Nie­mand sei nur abgrün­dig böse: „Oft ver­bin­den sich Güte und Schuld mit­ein­an­der oder ste­hen ohne Berüh­rung nebeneinander.“

Dar­auf ange­mes­sen zu reagie­ren schie­ne mir kei­ne Tat eines guten Men­schen zu sein.


Heu­te ist Gen­der Empa­thy Gap Day!

KaufbefehleMusikkritik
Musik 06/​2019 – Favo­ri­ten und Analyse

Die­ser Arti­kel ist Teil 22 von 25 der Serie Jah­res­rück­blick

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Das erste hal­be Jahr 2019 ist vor­bei – schon jetzt bie­tet sich daher eine Gele­gen­heit, ein paar Wor­te über die pas­sa­bel­sten Musik­al­ben des Jah­res zu ver­lie­ren. Wie üblich erhe­be ich kei­nen Anspruch dar­auf, eine voll­stän­di­ge Liste vor­zu­le­gen, zumal noch – zum Zeit­punkt des Ver­fas­sens die­ses Absat­zes – ein hal­bes Jahr vor uns liegt. Natür­lich war ich wie meist unge­dul­dig und habe bereits die dies­jäh­ri­gen Stu­dio­al­ben von Mono, The Clay­po­ol Len­non Deli­ri­um und Sunn O))) kurz bewer­tet, wes­halb sie hier nicht mehr auftauchen.

Die ande­ren Musik­wer­ke die­ses ersten hal­ben Jah­res sind aber auch nicht unbe­dingt schlecht. ‘Musik 06/​​2019 – Favo­ri­ten und Ana­ly­se’ weiterlesen »

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Barst (live)

Noch fünf Minuten, Mutter!Es ist Mon­tag. Fast wäre ich ver­se­hent­lich wach gewe­sen, aber gera­de recht­zei­tig ist mir ein­ge­fal­len, dass das mon­tags eine schlech­te Idee ist, denn dann bekommt man mehr vom Mon­tag mit. Üäh!

Plötz­lich schrecke ich doch noch hoch: Egon Krenz lobt Ange­la Mer­kel. Das kann man so ste­hen las­sen und sich dann über die Reak­tio­nen aus dem Publi­kum wun­dern. Immer­hin: Das­je­ni­ge Publi­kum, das Egon Krenz über­haupt nament­lich kennt, ist sicher­lich ein ausgewähltes.

Nicht, dass sich der Osten seit sei­ner Regie­rungs­zeit maß­geb­lich wei­ter­ent­wickelt hät­te: Wer in Ber­lin Straf­ta­ten bege­he, berich­tet der „Tages­spie­gel“, der habe nicht viel zu befürch­ten. Der rot-rot-grü­ne Staat wäre kei­ner, der die Prio­ri­tä­ten ver­nünf­tig setzt. Je län­ger ich Ber­lin von außen betrach­te, desto sinn­vol­ler erscheint es mir wei­ter­hin, die Stadt ein­fach den Chi­ne­sen zu schen­ken. Der mora­li­sche Popu­lis­mus steht hoch im Kurs.

Apro­pos Bil­dung: Im anschei­nend wirt­schafts­li­be­ra­len, aller­dings (All­er­gi­ker­war­nung) per­so­nell mit der „Ach­se des Guten“ ver­bun­de­nen Blog „Apol­lo News“ echauf­fiert sich eine Fer­tig­ge­schul­te über das Schul­sy­stem und sein unter­qua­li­fi­zier­tes, dafür über­for­der­tes Per­so­nal. War­um demon­strie­ren eigent­lich so vie­le Kin­der und Jugend­li­che für das Kli­ma, jedoch nur so weni­ge für ihre Bil­dung? – Es gibt ein beein­drucken­des sozia­les Expe­ri­ment namens „User Inyer­face“, bei dem man sich die Zeit mit schreck­li­cher Benut­zer­füh­rung ver­trei­ben kann. Ich fin­de, viel mehr Web­de­si­gner soll­ten zu einer Teil­nah­me hier­an ver­pflich­tet werden.

Wei­ter­hin frei­wil­lig blei­ben aber darf gern der Genuss von Musik.

BARST – St Baafs Abbey – 20.10.17

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Deutsch­land den Londonern!

Wiki­pe­dia:

Anfang 1998 zog [Her­bert Grö­ne­mey­er] gemein­sam mit sei­ner Fami­lie nach Lon­don, wo er seit­dem den Groß­teil des Jah­res verbringt.

Her­bert Grö­ne­mey­er, 4. Juli 2019, laut „ZDF heu­te“:

Das Land ist unser Land. Wir hal­ten es fest und stabil[.]

Über die eben­dort geäu­ßer­te Ver­mu­tung, eine Demon­stra­ti­on namens „Wir sind mehr“, die also Grup­pen­bil­dung und Abgren­zung hoch­hält, sei geeig­net, um „Welt­of­fen­heit“ und „Tole­ranz“ ein­zu­for­dern, mal hin­weg­ge­se­hen: All­mäh­lich bekom­me ich jetzt doch ein wenig Angst vor dem Brexit.