Archiv für die Kategorie ‘Netzfundstücke’.

Das, was andere als eigenes Blog betreiben, ist bei mir nur eine Kategorie wert. :)

NetzfundstückePolitik
Präsidenten wegschwulen mit Ulf Poschardt

Ulf Poschardt, seines Zeichens überführter Publizist von Fakenews und folgerichtig seitdem für die Axel Springer AG als (unter anderem) für die „Welt“ Verantwortlicher tätig, ließ heute via Twitter das gewohnt unvorbereitete Volk die Lösung für das Problem des sicherlich nicht normkonformen Umgangs mit dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten verkünden: Wir müssen dringend schwuler werden.

Wir müssen uns gegen Donald Trump wehren und (...) offener, schwuler, multikultureller werden.

Da wird er ganz schön blöde gucken, der Donald Trump! :ja:

ComputerNetzfundstücke
Kurz verlinkt: Bluetooth? Mahlzeit!

Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein? Richtig: In euer Besteck. Euch ist eher nach Sushi zumute? Kein Problem: Natürlich gibt es auch smarte Essstäbchen. :ja:

NerdkramsNetzfundstücke
Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein? (CES-2017-Edition)

In den NachrichtenMir wird geschlechtNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 28. Dezember 2016

Überraschenderweise wurde mindestens eines der zahlreichen Spionageprogramme Großbritanniens dazu verwendet, Hundehalter und ähnliche verdächtige Subjekte zu überwachen. Wirklich schade, dass die nicht mehr in der EU sein wollen.


Es gibt keinen Rechtsruck, es gibt eine Linksflucht.


Wovon Kanadier völlig verstört werden: Graffiti, die die Existenz eines dritten Geschlechts verneinen. Ich hab‘ den Beruf verfehlt, Psychotherapeut in Vancouver hätte ich werden sollen.


Felix Schwenzel fasst das Geschäftsgebaren von 1&1 (u.a.) treffend zusammen:

wer länger als zwei jahre unser kunde bleibt ist ein vollidiot.


Ausnahmsweise kommentiert der Postillon die Weltlage mal besser als ich es könnte:

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist nach eigenen Angaben froh, dass nach dem Terror-Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin niemand den Sinn und Zweck der deutschen Kriegsbeteiligungen im Nahen Osten hinterfragt.

Schon merkwürdig, wieso die da alle weg wollen. Ist doch schön warm da.


Mangelernährung des Tages: Geht es nach dem Willen des Bundesagrarministers, so sollen Veganer, Vegetarier und andere eigenartige Mitmenschen, die ihren stets stolz vorgetragenen freiwilligen Verzicht auf ein schönes saftiges Stück Fleisch mit Kompost pflanzlichen Ersatzstoffen zu kompensieren versuchen, selbige künftig nicht mehr als Fleisch und Wurst bezeichnen dürfen. Make Fleisch Tier again!

In den NachrichtenNetzfundstücke
Kurz notiert zu den aktuellen Vorgängen in der deutschsprachigen Wikipedia

Wenn das Schiedsgericht in einem großen Projekt zur gemeinsamen Erstellung und Pflege einer Enzyklopädie unter lautem Getöse implodiert, weil plötzlich jemand, der von den aktiven Enzyklopädisten mehrmals in Folge als herausragendes Mitglied der Gemeinschaft erkannt und daher in ein Richteramt gewählt wurde, seine Mitgliedschaft in der AfD bekanntgab, woraufhin mehrere andere Schiedsrichter, denen die Gemeinschaft ebenfalls ihr Vertrauen ausgesprochen hatte und die bis dahin vollkommen zufrieden miteinander waren, von ihrer Aufgabe zurücktraten, was letztlich dazu führte, dass über Klarnamenszwang in der Wikipedia nachgedacht wird und sich die hauptsächliche Diskussion um die Frage dreht, welche Gesinnung man als Freiwilliger in der Wikipedia denn haben dürfe, um konstruktiv und produktiv mithelfen zu dürfen, dann heißt das Problem, das hier zweifelsohne existiert, vermutlich eher nicht Rechtspopulismus.

NerdkramsNetzfundstückePersönliches
Chaos Orchid Club (Nachtrag): Der #33c3 und die Feigen_blätter.

Stefan Krempl („heise online“) findet, ich hätte ein Szeneblog, weil ich zufällig meinen Unmut über die politische Entwicklung des „Congresses“ zu einem passenden Zeitpunkt verschriftlichte. Das ist eigentlich ein bisschen unfair, weil ich es eigentlich zu vermeiden versuche, diese Webpräsenz zu einem dieser elenden Nerdblogs verkommen zu lassen; aber gut, „heise online“ („Das Erwachen der Macht: Star Wars ist endlich erwachsen“, 16. Dezember 2015 u.v.m.) hält sich ja auch für eine Fachpublikation.

Seit meinem Aufreger ist manche Zeit ins Land gegangen und seitdem nicht wieder aufgetaucht, währenddessen geschahen im Wesentlichen zwei Dinge: Zum Ersten wurde der vorläufige „Fahrplan“, also die Vortragsliste, veröffentlicht. Einer meiner Kommentatoren, Thomas Wallutis, zählte auf dieser Liste die Themenblöcke zusammen und stellte fest, dass der mit Abstand größte der Blöcke „Ethics, Society & Politics“ ist, mit 42 Vorträgen liegt dieser Sonderblock für Tagungstouristen, für die das Hackertum allenfalls noch lustige Folklore im Rahmenprogramm ist, sogar noch vor „Security“ (37) und sowieso weit vor „Science“ (17); Politik und Wohlfühlflauschiwatti sind eben wichtig, da sollen die Altnerds sich mal nicht so anstellen. Können ja auf Wahlpartys gehen, wenn sie was mit Computern machen wollen. In „Ethics, Society & Politics“ komme sogar am Rande mal was Technisches vor, stellte er fest, also mal Ruhe bewahren hier. Es werden ja immer noch ein paar EDV-relevante Vorträge reingelassen, so schlimm wird’s dann wohl nicht sein. Das Feigenblatt – Entschuldigung, Sie haben da noch etwas Hacken zwischen den Zähnen – ist von wohlfeiler Art.

Zum Zweiten hat der CCC (da kann man noch so wortreich die Unterschiede zwischen dem Chaos Computer Club und der „Congress“-Veranstaltungs-GmbH zu erklären versuchen) das „Awarenessteam“ für den kommenden „Congress“ noch einmal erklärt; zusammenfassend sind das ein paar Freiwillige, die Hilfe bei Seelenwehwehchen anbieten:

Sexismus, Rassismus, Homo- und Transfeindlichkeit, Ableismus und andere Diskriminierungsformen sind auch dann nicht okay, wenn sie unbeabsichtigt geschehen. (…) Das Awarenessteam steht euch insbesondere zur Seite, wenn:
– ihr euch belästigt oder diskriminiert fühlt
– eure persönlichen Grenzen missachtet wurden
– ihr (akute oder strukturelle) Diskriminierung von anderen Teilnehmenden wahrnehmt
– ihr euch unwohl fühlt und eine Person zum Reden braucht

„Ableismus“, wie Fefe 2014 einmal anschaulich erläutert hat, ist die vermeintliche Diskriminierung von Menschen, die nicht alles können, was man selbst kann; insofern heiße es (siehe ebd.) selbstverständlich „Stand_Sitz_Liegepunkt“ statt „Standpunkt“, denn nicht jeder Mensch ist des Stehens mächtig. Es sei übertrieben, davon zu reden, dass der „Congress“ von Leuten mit einer eher merkwürdigen Agenda in eine bestimmte Richtung gelenkt werde, gaben Leser meines vorherigen Beitrags zum Thema zu bedenken, aber so sicher bin ich mir da keinesfalls.

Wenn sich eines dieser zarten Pflänzchen, die unbedingt auf einem vermeintlichen „Hackerkongress“ sein zu wollen meinen, von einer vermeintlich rüden Zurückweisung, wie sie in introvertiert-technophilen Hackerkreisen durchaus nicht unüblich ist, derart verstört fühlt, dass ein ganzes Team nötig ist, um sein ansonsten irreparabel zerrüttetes Seelenheil wieder auf ein lebensfähiges Niveau zu hieven, dann hat etwas in seiner Entwicklung zu einem gesellschaftstauglichen Menschen dermaßen wenig funktioniert, dass der „Congress“ sich höchstwahrscheinlich eher nicht als geeigneter Therapieplatz anböte. Der da war nicht nett zu mir. Gehaltsverhandlungen mit den Betroffenen stelle ich mir ziemlich anstrengend vor.

Vor ein paar Jahren gab es mit den „Creepercards“ schon einmal eine Aktion, die das „Awarenessteam“ ins öffentliche Bewusstsein brachte, indem ebensolche Orchideen ihr ständiges Beleidigtsein in Kartenform mitbrachten, was zu geradezu bizarren Anschuldigungen führte, allerdings in den folgenden Jahren nicht mehr wiederholt wurde. Nein, die neuen Mittel sind subtiler.

Und sie wirken viel zu gut.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 8. Dezember 2016

Warum sollte man die CDU wählen? Na, damit Verbotenes endlich illegal werden kann! Damit reiht sie sich immerhin nahtlos ein in die Riege der aufrechten Demokraten, deren Politik vor Postfakten kaum noch zu sehen ist, allen voran Frankreich, das am liebsten Terrorismus verbieten würde, wenn es nur wüsste, welches Gesetz es dafür ändern muss.


Apropos postfaktische Verbote: In Sankt Andreasberg soll Adolf Hitler die vor schlappen 71 Jahren gesetzlich ausgelaufene Ehrenbürgerwürde nachträglich aberkannt werden; es gehe nicht um Fakten, sondern um Emotionen, bekundete sichtlich schäumend der Initiator und fasste damit das Problem an der Sache ganz gut zusammen. Hatter jetz davon, der Hitler. Kein Bergbreit!


Iwan des Tages: USA beliefern al-Kaida mit Waffen, damit Putin nicht gewinnt. Was kann da schon schiefgehen?


Das kann es doch nicht sein. Das sind sie? Die mit der Macht? Dem Geld? Solche Leute sind das? Mehr steckt da nicht hinter? So einfach? Ganz normale Bratzen? Nur reich?


Bratzen, apropos: Es scheint eine selfie-challenge zu geben, die darin besteht, dass man sich selbst nackt fotografiert und Wesentliches (oder vermutlich gänzlich Unwesentliches) einzig mit einem Finger verdeckt. Rente? Wir? Ha!

Netzfundstücke
Was hat Sascha Lobo eigentlich gegen eine liberale Gesellschaft?

Erinnert sich noch jemand an Sascha Lobo?

Sascha Lobo („Blogger, Buchautor, Journalist und Werbetexter“, Wikipedia) wurde vor einigen Jahren, wenn er sich nicht gerade im Fernsehen blamierte, dafür bekannt, dass er eine Frisur und vor allem eine Meinung hatte; irgendwo beim Aufbau der „Blogosphäre“ (ein Wort wie ein Elefant mit Blähungen) bog er falsch ab und machte Werbung für Vodafone und die SPD, woraus sich zumindest folgern lässt, dass er durchaus auch ein Herz für Gescheiterte hat. Konsequent arbeitete er in der Vergangenheit gelegentlich mit Christoph „Spinner“ Kappes zusammen, zeigte bislang also erschreckend wenig Berührungsängste mit dem Gripsprekariat. (Andererseits: Sascha Lobo kolumniert derzeit regelmäßig für „SPIEGEL ONLINE“ – das Niveau muss man sich erst mal antrainieren.)

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NetzfundstückePolitik
Kurz verlinkt: Rinks.

Wenn ich jetzt hier wieder „apropos“ dranschreibe, hört die etwas irritierende Resonanz auf meinen vorherigen Beitrag ja nie auf, deswegen ganz ohne Apropos für Freunde des Kontexts:

SPD und Grüne sind dann etwa „linke“ Parteien, ganz gleich ob ihre Promis, Programme und Entscheidungen den Klassenkampf von oben besorgen, kapitalistische Kriege führen, Rassentheorien verbreiten oder die Ehrfurcht vor Gott predigen. Das ist dann halt alles „links“. Genauso ist es „links“, wenn sich an ein paar Universitäten esoterische Spinner eine Nische für ihre Pseudowissenschaft erobern und von dort die Welt mit einer Opfermythologie und krudem Sexgeschwafel überziehen. Das ist auch „links“, weil?

Das Private ist politisch. Das, im Zweifel, haben sie jetzt davon.

NerdkramsNetzfundstückePersönliches
Chaos Orchid Club: Der #33c3, ein teures Missverständnis?

Vorbemerkung: Ich bin mit voller Absicht weiterhin Mitglied des Chaos Computer Clubs, neige jedoch bei Dingen, die mir persönlich wichtig sind, mitunter zur Polemik. Folgender Text ist insofern keineswegs als Verkündung der einzig wahren Meinung zu verstehen und soll als Einladung zur Diskussion begriffen werden.


Nicht unbeeindruckt vom 32. Chaos Communication Congress schrieb ich im Januar d.J.:

Den wohl leider nur vorläufigen Höhepunkt der Umwandlung des Hackertums in ein Flauschnetz für Hobbyverletzte sehe ich mit der keynote des letztjährigen 32C3 erreicht (…): Es sprach eine Afrikanerin, als deren Qualifikation angegeben wurde, dass sie zweimal in ihrem Leben flüchten musste, darüber, dass Menschen netter zueinander sein sollten.

In einer Zeit, in der das Netz dringend einen erfahrenen Fürsprecher als Gegengewicht zu den quasi sträflich unbelesenen Laien von SPD und Digitalcourage braucht, befassen sich diejenigen, deren Profession ab Gründung die kreative Nutzung von Computertechnik – die drei „C“ in „CCC“ hatten irgendwann mal eine Bedeutung, die nichts mit Flüchtlingen und Geschlechterkampf zu tun hatte – zum Gebot erhob, lieber mit Raumfahrt und sozialer Gerechtigkeit. Jedes Jahr werden Platz und freie Eintrittskarten knapper, weil die Veranstalter es für eine gute Idee halten, Quantität der Qualität vorzuziehen: Natürlich ist man auch als Berufslabertasche mit seiner ganzen Familie willkommen, Fachkenntnis ist optional. Denen, die was können, wird schon was einfallen, aber Priorität hat der ganzheitliche Ansatz, denn die Nische, die die seit Jahren vor sich hinsterbende CeBIT hinterlässt, will gefüllt sein.

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ComputerMir wird geschlechtNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 19. November 2016

Deutschland in einem Satz: Ein Todesfall ist keine plötzliche Erkrankung.


Das Problem mit „Emojis“ ist ja, dass es einfach nicht aufhört; wer Emojis als einheitliche Emoticons begreift, der möge das vielleicht einfach einmal kritisch hinterfragen:

Zu den neuen Emojis gehören unter anderem Vampire, Meerjungrauen (sic! A.d.V.), fliegende Untertassen, stillende Frauen und eine Frau im Hijab.

„Wie fühlst du dich?“
„Wie ’n UFO.“
„???“


Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein? Richtig: In den Kuhstall!


Alter Schwede: Nördlich von Deutschland gibt es jetzt ein Notfalltelefon, wo man anrufen kann, wenn man als Frau etwas von einem Mann erklärt bekommt. Damit ihnen jemand beisteht oder so.


Na, auch Linux statt Windows zu Hause, weil es so sicher ist? Dann besucht besser keine Websites.


Rauchen kann tödlich sein, ist jetzt aber noch billiger und mit unverändert hoher Qualität versehen. Wer könnte da widerstehen? :)

NetzfundstückeSonstiges
Schokoladenfuror

Politik ist eine ärgerliche Sache, ja, aber ein Unternehmen, das limitierte Schokolade anbietet und deswegen irgendwann keine mehr hat, das ist das wahre Übel auf dieser Welt! :aufsmaul:

Da bekommt es zu Recht den Volkszorn zu spüren:

Wie viele Nutzer kommentierte auch ich die Entschuldigung von Ritter Sport auf Facebook mit einem Smiley: einem wütenden.

So wütend!

Das haben sie jetzt davon.

(via Schwerdtfegr)

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 27. Oktober 2016

Dieser Absturz da auf dem Mars, der hat doch fast funktioniert:

Since we obtained at least 80% of the data during the descent, the overall success rate can be calculated as follows: 80+20*0.8 = 96%. All in all, a very positive result.

Wenn ich mal was programmiere, was zu 96 Prozent funktioniert und zu 4 Prozent in einem Totalschaden endet, dann schimpfen immer alle. Vielleicht sollte ich stattdessen was mit Raumfahrttechnik machen.


Apple definiert Innovation: Das kommende MacBook hat voraussichtlich nicht einmal mehr eine Esc-Taste. Wenn sie das Tempo, in dem sie innovativ Funktionen aus ihrem Plastikspielzeug entfernen, einigermaßen beibehalten, sehe ich schon bald die ersten Urheberrechtsklagen auf die Macher des NoPhones zukommen. Das hat nämlich auch keine störenden Anschlüsse, Tasten oder Funktionen.


Es gibt seit kurzem ein lesenswertes Gespräch mit dem bemerkenswert bloggenden „Kiezneurotiker“, das auszugsweise zu zitieren der vollen Pracht hier Unrecht täte.


Deutsch des Tages: Die vom IS explodierte Giftwolke.


Scheißfrisur? Scheißfrisur.

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 10. August 2016

Und das alles von meinen Steuern!!1!: Chinesischer Tourist wird aus Versehen in ein Flüchtlingsheim gesteckt.


Vor wenigen Tagen, am 6. August, wurde das World Wide Web als einer der jüngeren Internetdienste 25 Jahre alt. Die ehemalige Netzkompetenzpartei würdigte das mit einem angemessenen Tweet:

25 Jahre #Internet. Für die einen immer noch #Neuland, für uns #Piraten ein natürlicher Lebensraum. :)

Da war wohl jemand lange nicht vor der Tür.


Apropos Twitter: Eine geistig 108-jährige genderfluide Eule hat herausgefunden, dass der Feminismus der Welt innerhalb der letzten zehn Jahre das Frauenwahlrecht beschert hat. Früher hätte man solchen Leuten, äh, Eulen noch versucht zu helfen, statt sich lustige Worte für sie auszudenken.


Wisst ihr, wer dringend in Sexualtherapie gehört? Britische Fünfjährige!


Bei BMW fängt Fahren auf dem Smartphone an. An gleicher Stelle hört allerdings auch die Sicherheit auf, aber das verkauft sich nicht so gut.


Da wir gerade bei Internet sind: Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein? Richtig: In den Toaster!

NetzfundstückePersönliches
Anzüglichkeiten

(Vorbemerkung: Ich sehe im Anzug scheiße aus und trage trotzdem gern mal einen, und zwar aus freien Stücken.)

Im Unterblog kommentierte Dr. Horst Lüning, hauptberuflich Whiskytrinker und -verkäufer, vor einer Weile sein Verhältnis zu Herrenanzügen sinngemäß dergestalt, dass er nichts von ihnen halte, weil ihm ein Smoking für die meisten Anlässe zu förmlich erscheine; weil’s zwischen Polohemd und Smoking oder Frack anscheinend keine nennenswerten Abstufungen gibt.

Es dauerte selbstredend nicht lange, bis die ersten zustimmenden Kommentare zu lesen waren:

wer anzug trägt hat die kontrolle über sein leben verloren

Dabei hat, wer sich nicht nur einen Anzug leisten kann, sondern auch noch eine Gelegenheit findet, ihn zu angemessenem Anlass zu tragen, keineswegs die Kontrolle verloren; im Gegenteil: es bedarf einiger Lebenskontrolle, um an diesen Punkt zu gelangen und dort zu bleiben. Ein Anzug ist oft Resultat, nicht Auslöser, und längst nicht immer Ausdruck ausdrücklicher Bekleidungsvorschriften. Kleider machen Leute ist eben auch nur so halbrichtig, das Gegenteil ist das entscheidende Aber.

Aber so ganz ernst zu nehmen sind derlei Flapsigkeiten ja nur bedingt, springen wir also amüsiert zum nächsten bemerkenswerten und geringfügig durchdachteren Kommentar:

Krawatten tragen heute doch nur noch Vertreter (Vertreterschal) und verfilzte Politiker. Kenne kaum noch gestandene GF die sich diese Folter antun.

Nun, der Vorwurf der Verfilztheit ist ein beliebter, impliziert er doch, dass das, was die der Verfilztheit beschuldigte Person repräsentiert, regressiv und nicht mehr zeitgemäß sei, in diesem Fall also, dass jemand, der vom Volk gewählt wurde, damit gefälligst aufzuhören habe, weil das sooo letztes Jahrhundert sei; aber Mode allein nach Trends zu bewerten (dazu gleich noch mehr) ist doch etwas kurzsichtig. Wer sieht schon gern wie eine Vagina aus? – Es gilt, die zeitlose Mode zu finden, und dazu gehören zweifellos auch Anzüge, zumindest die normal und nicht trendig geschnittenen, gefärbten und sonstwie gefertigten.

Weiter: „Gestandene GF“ (Geschäftsführer, nicht Girlfriends, nehme ich an) tun sich also die „Folter“ einer Krawatte nicht mehr an. Leider verschweigt der Kommentator, woran man einen „gestandenen“ Geschäftsführer erkennt (vielleicht an der löchrigen Jeans?) und wie eng man seine Krawatte wohl binden muss, um sie als Folter auszumachen. Es gibt tatsächlich auch Mode, die ich als Folter empfinde, versehentlich bauchfreie Oberteile und Phil-Collins-Fanshirts gehören dazu. Ansonsten bin ich davon überzeugt, dass es eine Menge Dinge gibt, die auch körperlich mehr foltern als eine Krawatte: Nasenringe; Tätowierungen; Ohrentunnel, durch die man durchgucken kann; …

Eine Krawatte ist da doch deutlich ästhetischer. Vor allem eine mit Entchen drauf.

Was haben wir noch? Ach ja, einen Kommentator namens „AsgaiaMetal“, offenbar eine ganze Band voller mitteljunger Herren in schwarzen Shirts, was die Individualität der Bandmitglieder vermutlich gerade auf der Bühne auch optisch unterstreichen soll:

Im Anzug ist man ein grauschwarzes nichts. Unifomiert, der Individualiät, der Persönlichkeit beraubt.

Monty Python das Leben des Brian Individualität

Beziehungsweise (gleicher Autor):

Anzug sieht allgemein nicht gut aus. Es ist letztendlich Altherrenkleidung, die häßliche alte fette Körper kaschieren sollen.

Unabhängig von der Frage, ob ein Mädchen in einem dieser Länder, das als Schuluniform so was Ähnliches wie einen Anzug zu tragen hat, dadurch nun zu einem hässlichen alten fetten Altherrn wird: Das nehme ich als zumindest nicht übermäßig dicker Mann jetzt doch ein bisschen persönlich.

Dabei ist man in einem Anzug, wenn schon kein Nichts, nicht mal unbedingt grauschwarz. Dass man schwarze Anzüge nur als Kellner, Trauergast oder Zyniker tragen sollte, vermögen wenige Minuten Webrecherche einleuchtend zu erläutern; aber wie einfallslos muss man sein, um sich beim Anzugkauf ausgerechnet einen grauen auszusuchen? Natürlich gibt es Vorkommnisse wie die furchtbare PARTEI, deren gemeinsame Uniform nun mal ein billiger grauer Anzug ist, aber an Farb- und Stilauswahl mangelt es in der Anzugwelt wahrlich nicht.

Seine individuelle Persönlichkeit zeigt man durch den Einkauf von Massenware allerdings nur unzureichend, das gilt für Anzüge ebenso wie für schwarze Shirts, hoodies, bunte Haarfarbe vom Rossmann oder DM an der nächsten Straßenecke und für das iPhone in einer von vier Farben. Wer sich nur durch Dinge, die er kaufen muss, von seinen Mitmenschen abzuheben weiß, der hat vielleicht auch einfach einen entscheidenden Punkt nicht so richtig verstanden; den nämlich, dass Kleider zwar Leute machen, dass aber, wer überhaupt gemacht werden muss, in jedem Kleid nur ein graues, schwitzendes Nichts bleibt.

Es sind die Details.

(In T-Shirt und dreckiger Hose von der Stange geschrieben.)