Archiv für die Kategorie ‘Montagsmusik’.

Vorübergehend veröffentliche ich hier jeden Montag mehr oder weniger neue mehr oder weniger gute mehr oder weniger Musik. Sie ist hier zu finden.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
David Guetta – Memories

Was war DAS?Es ist Montag. Das Wochenende liegt noch schwer in den Knochen, man ist das Menschliche eben einfach nicht mehr gewohnt oder war es einfach noch nie. Zweifel und Misanthropie im Rausch zu ertränken lässt Wirrnis sich verschieben, während man noch ein Duell führt mit dem, was man für Wahrheit zu halten schien; Konsum, Konsum. Man ist so durch, wie man sich fühlt. Zur Perfektion allein genügt hätte, was selten so fehlte wie diesmal. Ein Königreich für einen Pelz.

Die Welt trägt das Ihre zur vollendeten Fassungslosigkeit bei. Sicherheitslücke im Herzschrittmacher, da hätte bestimmt einfach nur mehr Internet rein gemusst. Die Menschen werden ja auch nicht klüger, mit Bildung ist dem nicht mehr beizukommen: Schüler zu doof? Einfach Punkte schenken. Geben wir ihnen doch gleich einen Doktortitel und einen Vorstandsposten dazu, damit ihnen keine Nachteile entstehen gegenüber so Pack, das für seine Leistungen noch ehrliche Arbeit hätte verrichten müssen.

Wo es für Mathematik nicht reicht, braucht man auf sonstige geistige Tiefe auch nicht mehr zu hoffen: Randalierer behindern Hochschulvortrag eines AfD-Vertreters und freuen sich hinterher darüber, welch erlesenen Dienst sie dadurch der Meinungsvielfalt erwiesen haben. Den Ideen mancher Mitmenschen würde ein wenig Anstand durchaus mehr Gewicht verleihen.

Es ist, jedenfalls, Montag. Hey, hey.

David Guetta Feat. Kid Cudi – Memories (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Can – Little Star of Bethlehem

Es ist Montag, der Schlendrian hat ein Ende; allein schlendert es sich zuweilen auch weniger sanft. Vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung, wenn man nicht so genau hinsah und sich einfach gehen ließ. Die Schwäche eines Menschen für den Anderen heißt nicht nur dramaturgisch so.

Weniger dramaturgisch als dramatisch: Deutschland hat Angriffskriege mit Jahresbeginn für geduldet erklärt, wenn’s nur den Iwan oder sonstige Terroristen trifft. Dem Endsieg der Guten steht also nichts mehr im Wege. Zugestimmt haben mit Bauchschmerzen, leider aber ohne Verstand, natürlich auch die Grünen, deren Aggression im Kosovo die Kriegsunschuld Deutschlands nach fuffzich quälenden Jahren ja endlich beendete. Die sind wieder wer.

Urdemokratisch sind sie noch dazu, denn auch sie lassen ihre Mitglieder abstimmen. Wähle eine Frau oder deine Stimme ist für’n Gulli, aber du darfst dir immerhin aussuchen, ob zusätzlich ein Mann mitmachen darf. So läuft das und sie bemerken nicht einmal, wie sehr sie damit das grundlegende Verständnis von der Gleichheit der Menschen pervertieren. Der Futtertrog will erstritten sein.

Musik, sonst Aufregen.

Can-Little Star Of Bethlehem (Full Length Version-Alternate Mix HQ Audio-Rare)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
King Buffalo – Kerosene

Hallo, es ist Montag. Darf man auch keinem erzählen. Die Zeit vergeht schon zu Jahresbeginn immer langsamer, je tiefer sich der Graben auftut. Niedlich müsste man sein; und aber: der erste volle Tag des Jahres ist der schwerste, sagen sie und irren nicht.

Irre auch: Pünktlich zum Ende des alten, letztlich von niemandem mehr vermissten Jahres gab es offensichtlich einen bewaffneten Zwischenfall in Istanbul. Auf reddit gab es vorübergehend fast 50.000 Zuschauer des Liveevents. Diese neuen Medien dienen der Menschlichkeit offensichtlich nur am Rande. Omma, komma gucken, da is was los! Wie zum Trotz dauerte die Silvesternacht ein wenig länger, der Schaltsekunde wegen. Prompt fiel der Entlastungsdienst Cloudflare aus, weil man dort nicht darauf vorbereitet war, und natürlich wird das niemandem, der entscheiden, aber nicht verstehen muss, die bescheuerte Idee, man solle prinzipiell die cloud als seine virtuelle Heimat begreifen, austreiben. Die cloud ist das neue Tamagotchi.

Notration Musik: Folgt.

King Buffalo – Kerosene

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Kungens Män – Där pepparn växer

Kann man schon wieder rauskommen oder ist noch Weihnachten?Man kommt ja aus dem Feiern gar nicht mehr raus; eben war noch Besinnlichkeit (arm sind jene, die diese nur wenige Tage im Jahr für eine Tugend halten) mit Speisen bis zum Abwinken und heute, freu, freu, ist schon wieder – ihr ahnt es – Montag, ein Montag ohne vorhergehendes Wochenende, das man so nennen könnte, und Stephanstag obendrein, Gedenktag des Schutzpatrons der Kutscher und Maurer also, den man bei Kopfschmerzen anrufen möge und wenn es einem nach einem angenehmen Sterben gelüstet. Gestern starb, dem Vernehmen nach ebenfalls zumindest angenehm, George Michael, dem die Welt viel („Last Christmas“) zu verdanken hat. Frohes Fest. Die Musikersterblichkeit ist im auslaufenden Jahr eine erschreckende.

Apropos Sterben: Wenn mir langweilig ist, programmiere ich Dinge, die fällige Jahresrückschau jedoch wird prokrastiniert. Wer wird wohl gewinnen? Im Zweifel mag Geduld helfen wie sonst eben auch. Aber vielleicht ist das auch gar nicht wahr, Fakenews sozusagen. Zum geplanten Abwehrzentrum gegen missliebige Behauptungen jeglicher Art sei an dieser Stelle vielleicht nur kurz angemerkt, dass ausgerechnet diejenigen Parteien, die diesen Vorstoß maßgeblich vorantreiben zu müssen meinen, sich bisher nicht durch einen besonders konservativen Umgang mit Wahr- und Offenheit bemerkbar zu machen wussten.

Hab‘ ich gerade „Musik“ geschrieben? Ja, ich habe „Musik“ geschrieben; und nicht nur das, ich spiele sogar welche ab:

Kungens Män – Där pepparn växer (Live at Psychedelic Network Festival, Würzburg 2015-11-27)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
King Gizzard and the Lizard Wizard (live)

Viel besser!Montag, Tag des Sich-wie-gerädert-Fühlens; woran es nichts zu ändern vermag, den Vortag zumindest sinnvoll, nämlich: gemeinsam bei allerlei Zerstreuung und nicht zuletzt eben auch mit einander (nicht etwa bloß miteinander) verbracht zu haben, gänzlich ungeachtet der Folgen (i.e. bleierne Bettschwere), wie gewohnt.

Montag, Tag auch des Lieber-nicht-die-Nachrichten-Lesens, obwohl: aus Schadenfreude vielleicht. Linux ist sicher, so lange man es tunlichst zu nutzen vermeidet. Alles beim Alten, alles richtig gemacht. Alles falsch gemacht hingegen: Die Tagesschau-Sozialmedianer. Was ist das für eins Idiotie? Die gleiche Tagesschau, übrigens, die es für bedenklich hält, wenn die Prüfer für die obskuren „PISA“-Tests deutschen Schülern eine schlechte Bewertung für mangelhafte Kenntnisse in Grundfertigkeiten wie zum Beispiel hinsichtlich der Deutschkenntnisse geben. – Nicht, dass Deutschland ansonsten durch vorbildliches Sozialwesen auffiele: Die SPD schönte den Armutsbericht, hält es dann jedoch für angemessen, auf Twitter der CDU die Schuld zu geben. Jemand sollte die SPD dringend mal in die Regierung wählen, damit sie was ändern kann!

Montag, andererseits, auch Tag des Musikteilens.

King Gizzard and the Lizard Wizard – Full Performance (Live on KEXP)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Sigur Rós – Brennisteinn // Linke Fantasten

Guten MorgenEs ist Montag, (und: montags ins Büro zu hüpfen, weil die Laune so großartig ist, hätt‘ man noch vor wenigen Jahren auch für einen Ausdruck von Geistesschwäche gehalten, aber) man fühlt sich fein. Hunger, verfluchter, nach dem, was (bzw. eben: der, die) wirkt. Kaffee?

Weil man ja auch lieber nicht die Politik berücksichtigen mag. Die zweitälteste, aber allerrenitenteste Partei Deutschlands wirbt damit, einst das Kaiserreich zu Fall gebracht zu haben, vergisst aber ein paar geschichtliche Details, die dann doch eher mit den „Linken“ (damals: des der USPD entsprungenen Spartakusbundes, dessen Geschichte mit ein paar SPD-befeuerten Morden weitgehend endete) zu tun haben. Ein Gespenst geht um.

In Berlin darf dieses Gespenst immerhin endlich wieder spuken: Eine knappe Mehrheit in der Berliner „Linken“ (das sind die mit dem Stasiproblem, Andrej Holm war mir allerdings zuvor nur als schlechter Journalist aufgefallen) findet zu Recht, die Berliner „Linke“ sei noch viel zu erfolgreich, und ernannte jüngst Julia Schramm (F.D.P., Piratenpartei, jetzt Linke, bestimmt bald wieder woanders, es sich zu merken lohnt sich also nur bedingt) zu einem ihrer Vorstände. Man muss vielleicht kein Masochist sein, um heute noch Parteilinker zu werden, aber helfen wird’s sicherlich.

Fast wär‘ die schöne Montagslaune dahin. Schlimmer noch: Kürzlich hörte ich Sigur Rós‘ „Brennisteinn“ als Untermalung einer Parfümwerbung. Wenn Musik nur noch Ware ist, die Kunst also zum Mittel zum Zweck wird, dann ist das Ende der Zivilisation keine ferne Zukunft mehr, sondern bittere Realität. Tun wir etwas dagegen. Make Brennisteinn great again!

Sigur Rós – Brennisteinn [Official Video]

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Mike Oldfield – Tubular Bells // Doof genug für’s BKA.

Huu!Es ist Montag und arschkalt; eine Kombination, der zumindest ein warmer Arbeitsplatz mit heißem Kaffee etwas Linderung zu verschaffen vermag, wenn die Bett- und Menschenwärme der letzten Nacht schon abzuklingen beginnt. Wie zum Trotz scheint die Sonne noch dazu, als versuchte sie ihre Autorität zu wahren; die gelbe Sau (PeterLicht, 2001 u.a.).

Wenn es schon um andere Bereiche des Lebens nicht so gut bestellt ist, Chartaschreiber (schönes Schimpfwort eigentlich) selbstredend mitgemeint; die andererseits auch gute Bundespolizisten wären, denn dort ist einfaches Textverständnis optional: Deutsch nich gutt? Einfach die Anforderungen senken. Nachdem ein Polizist schon nicht mehr besonders sportlich sein muss, weil es für eine angemessene Kondition nicht mehr reicht, kann er jetzt auch noch zu blöd für seine eigene Muttersprache sein. Verfolgungsjagden erledigt man ja im Auto und Schreiben tut man mip’m Computer, der macht das schon. Die Welt wird blöd und man selbst ist mittendrin. 

Da ist nicht mal Musik noch heilig: Spotify ist viel besser als Vinyl, sogar die Werbung funktioniert besser als erwartet. Ein typisches Produkt für Applekunden also? Nein, selbst die werden milde: „Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich Apples MacBook Pro eher an Anwender richtet, die ihre Tastatur betrachten, denn an Mac-Nutzer, die diese auch nutzen wollen.“ Eine späte, aber zumindest weise Beobachtung, immerhin.

Auch beobachtet: Montag ist’s. Zeit für etwas Musik.

Mike Oldfield 'Tubular Bells' Live at the BBC 1973 (high quality / remastered)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPiratenpartei
New Order – Crystal // #lmvnds162

Es geht doch nichts über ein belebendes WochenendeEin Blick auf den Kalender schlägt für heute den Montag vor, dabei war doch gerade noch Donnerstag. Urplötzlich bricht die Gewissheit herein, dass reflektiert-reflexartiges Politikspiel, für die Seele wird gesorgt, seinen Reiz schon immer aus der Beschäftigung mit dem Dissens zog, weshalb es den Dissens erneut zur Maxime zu erheben galt. Bis einer heult oder wenigstens trinkt. Die Eulenspiegelei als Chance zu begreifen flößt, sláinte!, den Lebenssaft ein, als wäre es gestern gewesen. Wer liest schon Parteiprogramme? Wertdiskussionen zwischen Wertefreien können etwas Würze gelegentlich gebrauchen.

Wenn schon der Rest der Welt gleichermaßen mitspinnt: Elektroautos sollen Geräusche machen, damit doofe Fußgänger weniger oft überrascht und überfahren werden. Verpflichten wir sie doch auch gleich dazu, Benzin zu verbrauchen, damit ein fehlerhafter Akku weniger Schaden anrichtet! Man könnte es dann normales Auto nennen. Andererseits: Was ist schon noch normal? Eure Kopfhörer können euch belauschen, also redet besser künftig etwas leiser mit ihnen.

(Um nur nicht den „Ausgefidelt“-Witz zum aberdutzendsten Mal zu machen -) Eben noch quietschfidel, jetzt schon verklärt; oder aber auch: „Moralische Reinheit, dieses ewige Thema in diesem Spektrum, die kann man einem freundlicherweise auch nur andichten – denn die Realität erlaubt einem solche Kopfgeburten nicht.“

Beziehungsweise: New Order, weil man vor lauter Politik und Gedöns mal wieder das (meinten Sie: die?) Wichtigste, natürlich, vergessen hat.

New Order – Crystal [OFFICIAL MUSIC VIDEO]

Guten Morgen.

MontagsmusikPolitik
Gong – The Isle of Everywhere // Alternativ: Los.

Wie, es ist Montag?!Jahaha, es ist Montag, der letzte Montag vor’m Advent, was, glaubt man den Geschäften in einer beliebigen Innenstadt, eine ziemlich große Sache zu sein scheint. Vielleicht gehe ich dieses Jahr da auch mal hin. Vorerst allerdings gilt der Kummer, hat sich doch abermals die Lage nur geringfügig verändert; man ist und bleibt eben vorrangig, wie Oma noch wusste, ’nen Happen detsch. Wohl bekomm’s.

Es ist Montag, es ist auch schon wieder Politik. Mir macht das ja selbst keinen Spaß. Vielleicht könnte man Wahlkampf, Wahl und Wahlberichterstattung künftig völlig unterlassen, denn eine Wahl, deren Ergebnis (ich schreibe jetzt nicht: wie noch vor kurzem einen Kontinent weiter) schon vorher so unausweichlich scheint, dass sie nicht einmal mehr Nuancen kennt, ist Ressourcenverschwendung: Oskar Lafontaine (73) sagt, er möchte frischen Wind in die Politik bringen, indem er zum dritten Mal in Folge den Chefkandidaten seiner Partei im Saarland gibt. Mir läuft es noch etliche Kilometer vom Saarland entfernt kalt den Rücken hinunter. Auch in der Bundespolitik ist mit Überraschungen nicht zu rechnen: Angela Merkel bleibt und, schlimmer noch, der für NSA-Skandälchen und Abbau des Sozialstaats maßgeblich mitverantwortliche Frank-Walter Steinmeier lässt sich schon jetzt den künftigen Bundespräsidenten nennen, denn, haha, natürlich könnte man, also der Bürger, 2017 eine Partei mit einem eigenen Gegenkandidaten wählen, aber, hahaha, doch nicht hier. Macht doch keiner. Will doch keiner. Ist doch alles bestens hier.

Ist mir auch ein Rätsel, wieso die AfD so beliebt ist.

Musik? Oh, ja, bitte!

GONG 'The Isle of Everywhere' – Live (1997)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Jethro Tull – Sweet Dream

herbst-symbolbildEs ist Montag und prinzipiell sehr schön; draußen kühlt es und drinnen, jaja!, wärmt man einander an der Gewissheit, heute noch zu leben; warum dann nicht einfach beisammen? Eigentlich ist das alles ja ganz einfach, eigentlich ist man aber auch gelegentlich ein wenig zweckgebunden verstimmt, womöglich auch der trotzdem überraschenden Linderung wegen, die um so besser wird, je mehr man sie als solche wahrnimmt.

Anderswo pocht flatter auf die Solidarität („alles / was uns fehlt / ist die Solidarität“, schrummschrumm!), punktgenau pfeifen die immergleichen „Grünen“ auf alte Zöpfe und heißen den Klassenfeind herzlich willkommen: Dieter Zetsche („Daimler-Chef“, „SPIEGEL ONLINE“) sprach auf deren Parteitag und plötzlich erscheint eine Koalition der Billigen aus „Grünen“ und F.D.P. nicht mehr so abwegig wie noch vor wenigen Jahren. Tempora mutantur.

Andere Koalitionen hinterlassen nicht einmal mehr verstimmte Wähler: Während das bürgerliche Spießertum sich noch über die doofe Demokratie in den USA aufregte, nutzte die doofe Demokratie im Inland die Gelegenheit und beschloss abermals die weitere logistische Unterstützung der Zivilistenmeuchelei im Irak und in Syrien. Es ist wirklich unbegreiflich, wieso so viele Menschen dort entweichen wollen, überdies in das Land, das überhaupt erst manchen Fluchtgrund liefert. Ein gewisser Masochismus mag dem gemeinen Syrer zu eigen sein, andererseits: dann könnt‘ er auch gleich dort bleiben und sich meucheln lassen, wie sich das für einen guten Kollateralschaden gehört. Ganz schön undankbar.

Musik? Aber ja doch.

Jethro Tull – Sweet Dreams / For a Thousand Mothers Live 1969 HD

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Alcest – Je suis d’ailleurs // Jeder und die.

Symbolbild: Busfahren.Es ist, um Himmels Willen!, Montag, aber wie gewohnt hat man es durch schiere Blödheit geschafft, dem Montag als Wendepunkt den Stachel zu nehmen. Memo: Blödheit ab und zu mal als Chance begreifen. Gender müsste man sein: Inklusion sofort! Stattdessen bleibt ein Kauz unter einem schwächer werdenden Mond. Der Winter kommt.

Dies auch im metaphorischen Sinne, versteht sich: Auf „heise online“ wurde investigativ enthüllt, dass Überwachung nicht nur jeden, sondern sogar Politiker treffen kann; eine journalistische Meisterleistung, die ihresgleichen vergeblich sucht und die diverse Preise verdient hätte, wären Preise nicht meist als Kompliment gemeint. Dabei kann man sich doch gegen Überwachung inzwischen vortrefflich schützen: Einfach eine hässliche Sonnenbrille aufsetzen. Vielleicht stellt sich demnächst heraus, dass diese Erfindung nur ein Trollversuch war, mittels dessen die Kreativen möglichst viele Leute dazu zu bringen versuchen, sich so ein Ding aufzusetzen. Ich nehm‘ gleich drei.

Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein? Richtig: in Thermometer. Smarter Krempel für den Allerwertesten, ab Werk für’n Arsch.

Ihr seht, montags sind Stimmung und Niveau im Keller. Zumindest für die Stimmung lässt sich etwas tun, zum Beispiel mittels der wunderbaren Musik von Alcest.

Alcest – Je Suis D'ailleurs [taken from "Kodama", out on September 30th]

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Ahkmed – Last Hour of Light // Friedenskrisen

nur-noch-eine-tasse-kaffeeEs ist später Montag als sonst, nur hat man es kaum bemerkt, weil die eingeschobene Stunde am Sonntag keine produktive war und Brückentage auch immer nur die Anderen betreffen. Moderner Technik wegen beschränkt sich die Umstellung der angezeigten Uhrzeit ohnehin längst meist darauf, dass man noch ein bisschen länger im Bett bleibt. Ob der Unsinn nicht ganz ausbleiben sollte, möge jemand mit legislativer Befugnis entscheiden, bedauerlicherweise ist bislang keine Änderung in Sicht. Russland hat die Zeitumstellerei schon vor Jahren unterbunden, und wer will schon wie der Iwan sein?

Andererseits: Deutschland stimmt gegen ein Verbot von Masssenvernichtungswaffen, vermutlich verkaufen die sich so gut. Wenig vernichtet man als deutscher Friedenspolitiker so ungern wie Exportgewinne. Wenn man nur lange genug wartet, werden aber offenbar auch die krudesten Parteiversuche rational: Auf dem „grünen“ Netzkongress etwa war Veganes unbeliebt. Bestimmt wurden bereits Krisensitzungen einberufen.

Krisen sind ja sowieso so ein Montagsding. Der so genannte „Journalismus“ steckt ebenso tief in derselben wie Politik, Gesellschaft und Kultur – hui, Brüste! – und natürlich man selbst, weil man sich und das alles und den Montag insbesondere nur ungern noch ertragen mochte, wäre da nicht die Musik, die so vieles besser macht.

Machen wir also einen kleinen Umweg, bevor der Montag beginnt.

ahkmed – last hour of light

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Argos – Not in This Picture

kein-montag-ohne-mond-kein-seufzen-ohne-kaeuzchenEs ist Montag; bla, bla und nochmals bla. Wir reden laut und sagen nichts, um wenigstens nicht still zu sein, und nehmen die tatsächliche Stille dabei gern in Kauf. Don’t you / forget about me, nebenbei die musikalische Frühasozialisierung verfluchen und dann weiter, nur weiter, nur weiter so. Er wirkte stets bemüht. Regie, kann ich den Sonntag davor noch mal sehen?

Es könnte schlimmer sein. Man könnte seine Söhne töten, damit sie später keine Frauen belästigen. Apropos: Frauen kaufen lieber Zigaretten mit Fotos von kranken Männern. Vielleicht sollte man für die Abbildungen eine Frauenquote einführen.

Wenigstens anderswo hat der Babo die Chabos voll im Griff: Der Iwan darf in den USA nicht beim Wählen zugucken. Eine anständige Demokratie braucht weder Computer noch Beobachter. Wer was anderes behauptet, ist Putinversteher, gesellschaftlich geächtet und unten durch.

Obenauf hingegen: Musik.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Grobschnitt – Solar Music // Von Baumküssern und anderen Linken

montag-symbolbildEs ist Montag, aber man redet es sich schön, weil unbedingte Voraussetzung für einen Montag ja ist, dass zuvor ein Sonntag stattfand, aber davon kann keine Rede sein. Für den Mondtag mag es reichen, schon wegen des Voll-, Quatsch, Supermondes, ein Wort wie aus einem Welterfolg von Scooter, jedenfalls: Montags hat man auch schon mal bessere Zeiten (zum Beispiel nachmittags an Sonntagen) gesehen. Als wäre es erst gestern gewesen.

Gute Nachrichten allerdings – die Ursache für das Waldsterben ist gefunden: DJ Bobo küsst jeden Tag zwei Bäume. Dass das nicht verboten ist, gehört zu den unverständlichen Eigenheiten der Schweiz. Wobei man als Deutscher, was Eigenheiten angeht, vielleicht besser schweigen sollte; außer einer Bahn mit Beschwerdekultur und verklemmten Großmäulern mit Penisneid leisten wir uns andererseits insbesondere auch vorsätzlich verängstigte Linke, denen es ihre eigene politische Agenda verbietet, ein leidlich zivilisiertes Miteinander auch von Kulturfremden einzufordern. Die wissen das ja nicht besser. Wenn das eigene Weltbild vernagelt ist, hilft ein erhobener Zeigefinger nicht beim Blick auf das Leben, das wirklich passiert. Nicht in jedem Kokon wird man zum Schmetterling.

Zu viel Offenheit, andererseits, ist auch nicht gut, zum Beispiel, wenn sie smarte Elektronik befällt: Zwölf Jahre alter OpenSSH-Bug gefährdet unzählige IoT-Geräte, da weiß man diesen Open-Source-Quatsch doch gleich richtig zu würdigen. Kann ja nix passieren, kann ja jeder reingucken.

Manchmal wäre Verreisen, weit weg von all dem, eine überlegenswerte Alternative.

Oder, noch besser, Musik.

Grobschnitt – Solar Music – Live

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Electric Orange – Organized Suffering // Immer dieser Antikriegsismus!

blumen-jetztEs ist Montag und man hätte es beinahe nicht gemerkt, weil der Sonntag erst nicht wie ein Sonntag schien und irgendwie dann doch. Traditionen haben Charme, wenn man es nur richtig anstellt. Wenn schon der Rest der Welt bekloppt scheint: Ab 2030 soll für Autos nur noch Kohle und kein Benzin mehr verheizt werden dürfen. Da freut sich die Umwelt schon jetzt.

Die Bundeskanzlerin hat vor ein paar Tagen vermutet, Kritik am undemokratischen Zustandekommen der gegenwärtig diskutierten Freihandelsabkommen sei wohl als Antiamerikanismus zu werten, ein Freihandelsabkommen mit Russland würde viel weniger Kritik mit sich bringen. Dabei hat der Antiamerikanismus in der Gesellschaft ganz andere Zusammenhänge, zum Beispiel den, dass die USA nicht gerade dazu neigen, das friedliche Gleichgewicht auf der Erde aufrecht zu erhalten. Ein Freihandelsabkommen mit Russland wäre aus ganz anderen Gründen eine nette Geste. Russland hat es ganz allgemein begründet satt, dass es von feindlichen Truppen (i.e. „uns“) umgeben ist: Russland kündigt Plutonium-Abkommen mit den USA, bis die USA ihre Drohgebärden einstellen. Da helfen nur mehr Panzer. Mehr Panzer haben schon immer gut Probleme gelöst, wenn Russland sich zu wehren versuchte.

In weiteren Nachrichten: Kurdisches Kinderfernsehen gefährdet die nationale Sicherheit der Türkei. Klar: Fernsehen macht blöd und blöde Bürger sind nicht mehr wehrfähig. Ein deutschlandweites Fernsehverbot könnte vermutlich auch dieses Land vorübergehend zur Erholung führen.

Bis dahin lassen wir den Fernseher einfach anlasslos aus und hören stattdessen ein wenig Musik.

Electric Orange- Organized Suffering

Guten Morgen.