Archiv für die Kategorie ‘Montagsmusik’.

Vorübergehend veröffentliche ich hier jeden Montag mehr oder weniger neue mehr oder weniger gute mehr oder weniger Musik. Sie ist hier zu finden.

In den NachrichtenMontagsmusik
Blueneck – Sirens

Montag (Symboleule)Es ist Montag und genau so fühlt es sich auch an. Man fühlt sich wie gerädert, dabei ist das Rädern völlig aus der Mode gekommen. Das hat man mit ihm gemein, nur abgeschafft ist man noch nicht. In den USA wird gegenwärtig ergebnisoffen über die Abschaffung von Waffen diskutiert, man selbst hat nur die Anschaffung von Waffeln im Sinn. Mit denen könnte man sich, wenn man gut zielen kann, sicherlich auch angemessen verteidigen.

Andere verteidigen gar nicht erst: In Berlin haben linke Aktivistin, von der Polizei nicht weiter daran gehindert, die Grundrechte demonstrierender Frauen massiv verletzt, als hießen Grundrechte nur so, weil man sie nicht grundlos ausüben darf. Ein Plakat zur Ankündigung dieser „Gegendemonstration“ hatte eine Frau in religiös erzwungenem und somit nicht gerade als Sinnbild für Freiheit geeignetem Kostüm, jedoch überdies bewaffnet mit einem Brandsatz, als Motiv, als wollte der Grafiker ausdrücken, dass man Frauen auch unterdrücken kann, ohne rechts sein zu müssen. Wenn es leicht wäre, könnte es ja auch ein Mann machen. Mir fehlt vielleicht einfach nur der Zugang zu diesem modernen „Progressivismus“, aber immer, wenn ich über solche Nachrichten stolpere, fühle ich mich gleich ein bisschen weniger links.

Die Freilassung des allseits geschätzten Boulevardkolumnisten („taz“, „WELT“) Deniz Yücel aus türkischer Haft befeuert, wie erwartet, vor allem die Wirtschaft: Die Türkei will jetzt mehr Panzer haben, um damit voraussichtlich Kurden zu meucheln. Kurden sind (wie auch Palästinenser) eher schlechte Kunden für die deutsche Rüstungsindustrie, da guckt man auch mal weg, wenn ihnen ein wichtiger Handelspartner mit deutscher Wertarbeit das Land kaputtschießt. Mir drängt sich der Eindruck auf, das sei es vielleicht doch nicht unbedingt wert gewesen.

Aus der Welt der Technik dringt folgender Wahnwitz: In einem der zahllosen Applegebäude rennen dauernd Leute gegen die Glastüren, weil diese (die Türen, nicht die Leute) so unauffällig gestaltet wurden. Function follows form.

Wo die Form allein aber auch weiterhin das einzig wichtige Kriterium bleiben soll und wird: Musik.

Guten Morgen.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Aquaserge – Tintin on est bien mon Loulou

Flauschigkeit als Lösung für die Probleme unserer ZeitEs ist Karneval Fasching Montag. Helau! Auf Twitter trendete gestern Puddinghaut (das Lebensmittel, nicht das Schönheitsproblem), und das nur kurz, nachdem bekannt geworden war, dass die NSA über Twitter verschlüsselte Kommunikation betreibt. Verdächtig, verdächtig. Über jeden Verdacht erhaben bleiben Pandabären: Die sitzen einfach nur herum und essen. Dürfen Pandabären eigentlich Minister werden?

Verdient hätten sie es, zumal die vorhandenen Minister nicht zu klugen Entscheidungen neigen: Die bisherige und mit nur noch wenig Pech auch zukünftige Verteidigungsministerin erwägt noch ein paar Soldaten in den Angriffskrieg gegen „den Terror“ zu schicken. Dass dort außer „dem Terror“ auch zwei andere Parteien einander erbittert bekriegen, sei nicht so schlimm, sülzt „SPIEGEL ONLINE“, denn Deutschland sei „mit beiden Seiten verbündet“. Dann ist ja alles in Ordnung. – Anderswo brechen Welten zusammen: MeToo-Wortführerin der sexuellen Übergriffigkeit beschuldigt, das ist ja ungeheuerlich; man könnte meinen, Frauen seien gar nicht qua Geschlecht bessere Menschen. Wenn sich das herumspräche!

Ein Blick in die Softwarewelt: Nach OpenBSD verzichtet nun auch das illumos-Projekt dankend auf die Patenttrolle vom Pale-Moon-Browser. Freie Software mit Sternchen dran, aber moralisch hält man sich auch weiterhin für überlegen. Urheberrecht schlägt Freiheit. Zum Glück kann man heutzutage vieles per Kauf in seinen Besitz übergehen lassen und es damit zumindest weitgehend fremdem Zugriff entziehen

Zum Beispiel auch Musik.

Aquaserge – Tintin on est bien mon Loulou

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Constantines – Shine A Light // Friendly Auto-Fire!

Nur noch fünf Minuten!Es ist Montag. Neue Woche, neues Achduschreck. Es scheint geschneit zu haben, die paar Sonnenstrahlen waren aber auch wirklich genug Sommer für dieses Jahr. Wohl dem, der ein dickes, schwarzweißes Fell hat.

Klingeling, die Nachrichten. Schlappe neun Jahre, nachdem im Rahmen einer Veranstaltung der „taz“ das Anzünden von teuren Autos unter lautem Beifall als angemessen bezeichnet wurde, worauf allerlei Brandanschläge gegen „die da oben“ wie auch gegen „rechte“ Politiker folgten, wird in Berlin dieser Tage um Solidarität gebeten: Sobald Autos von „Linken“ brennen, hält sich ihr Jubel doch sehr in Grenzen. Zu jubeln gibt es auf anderen Ebenen schon etwas: Christopher Lauer hat sich aus der „Politik“ verabschiedet, lässt aber eine Rückkehr offen – leider auch, bei welcher Partei. Fest steht inzwischen wenigstens: Pflanzen haben mehr Bewusstsein als die SPD.

In den USA verschwinden gerade Musik-CDs aus den Läden. Das ist, obwohl auf einschlägigen Kanälen von einer „Bedrohung“ gesprochen wird, gut, denn dann ist mehr Platz für Schallplatten.

Zum Beispiel für solche von den Constantines.

Constantines – Shine A Light (Live)

Guten Morgen.

MontagsmusikSonstiges
Bent Knee – Terror Bird // Lügenhumanismus

Montag (Symboleule)Es ist Montag. Kein Panda, stattdessen Präsidenten: Donald Trump hat in Davos von „Lügenpresse“ gesprochen und die öffentlich-rechtliche ARD hat diesen Vorwurf für sich selbst sogleich bestätigt. Das ist angesichts der horrenden Gebühren für diesen Fernsehstuss immerhin angemessen ehrlich.

Spannender ist allerdings das Inland: In Berlin haben ein paar geschichtsvergessene Schwachköpfe beschlossen, dass eine Auflistung von Personen und Dingen sexistisch sei und daher getilgt gehöre. Eine Zeitlang habe ich mich gefragt, wieso ausgerechnet in Berlin offenbar so viel Idiotie auf so engem Raum zu finden ist, auf „WELT ONLINE“ fand ich jedoch vorgestern einen eher berlinzentrischen Artikel, in dem der wahre Satz steht, für „Mainstream“ bekomme man „keine Retweets, keine Hashtags, keine Demonstrationen“ und müsse schon deswegen die Welt mit Dingen nerven, die an irgendeinem soziokulturellen Rand liegen, um aufzufallen. Lästigkeit als Antwort auf nicht gestellte Fragen unserer Zeit – prima Stadtmotto eigentlich.

Eine Lösung für das Langeweileproblem könnte man unbedarft in der Politik suchen, aber die Politik redet sich mit Humanismus heraus. Es gibt mittlerweile tatsächlich mehrere miteinander konkurrierende Parteien, die den Humanismus als Leitlinie übernommen zu haben behaupten. Das ist selbstverständlich Unsinn: Parteipolitik widerspricht Humanismus schon aufgrund ihres taktisch fraglos sinnvollen Anspruchs auf Allgemeingültigkeit, denn zu gelebtem Humanismus gehört immer auch die Frage, ob nicht vielleicht der Gegner weniger Unrecht hat als man selbst. Eine politische Partei, die sich in einem Wahlkampf, in dem sie ihre eigenen Ideen als die einzig sinnvollen herauszustellen versucht, humanistisch nennt, belügt diejenigen, die sie wählen sollen, von vornherein entweder aus Dummheit oder mit Absicht und sollte sich schämen.

Dummheit erklärt in der Politik aber manches: Seitens der EU sollen demnächst Uploadfilter vorgeschrieben werden, auf dass das Hochladen von vermeintlich urheberrechtlich geschütztem Zeug automatisiert abgewiesen werden kann. Ich halte das für eine gewohnt seltsame Idee und empfehle eine Unterstützung gegnerischer Aktionen. Während man dies tut, kann man ja Musik hören.

Zum Beispiel diese:

BENT KNEE – Terror Bird (Live at The Record Co.)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Hammock – Clarity // 44 Prozent rational.

EulmeldungEs ist Montag. Durch Deutschland sollte etwas gehen, am besten ein Pandabär, denn Pandabären sind eine wertvolle Ergänzung für jede Gesellschaft; zumal eine Gesellschaft, der der kritische Rationalismus völlig fehlt, den Menschen kein Gewinn sein kann. Mehr Karl Popper (und mehr Pandabären) wagen!

Kein Wochenende ohne Politikschmerzen: Die SPD hat „gewählt“ und zu 56 Prozent kein Interesse mehr an ihrem eigenen Geschwätz von gestern. Wenn die 44 Prozent Restbehirnten in der SPD zur nächsten Bundestagswahl eine eigene Partei gründeten, könnten sie, wie ich vermute, anschließend ohne Zweifel die Regierung führen. Tun sie das nicht, dann sind auch sie schuld an dem, was kommt. Dass Martin Schulz zwecks Anregung von Zugehörigkeitsgefühl irgendwas über ein „sozialdemokratisches Europa“ delirierte und dabei ignorierte, dass „Sozialdemokratie“ in ganz Europa niemand mehr so wirklich irgendwo hinwählen will, ist ziemlich sprechend. – Es ist erwiesen: Berlin macht doof. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Ein Blick ins Ausland: In Großbritannien ist die beim Bumsen meistgenannte Person angeblich Donald Trump. Die Menschen haben Geschmack. Im anderen Ausland, in Thüringen, sind sich Medien derweil unsicher, ob man bei einem Verhältnis von 76 zu 75 nun von einer Mehrheit oder einer Gleichheit reden sollte; entschieden hat man sich überwiegend für zweitere Formulierung, was journalistisch bestimmt irgendwie begründbar ist.

Es ist Montag und damit ist es Zeit für Musik. Döpdapdöpdöppieps! Ansonsten hören wir doch einfach ein wenig Hammock.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Black Bombaim & La La La Ressonance – Kin

Ich seh schwarzEs ist Montag. Bim bim bim! Für ein paar Lacher eignet sich jeder Philosoph, tiefer muss man ja nicht bohren. Gott ist tot und man selbst kommt heute auch nicht so recht aus dem Bett.

In anderer Hinsicht sollte man wachen Auges sein: Antivirusfirmen haben Microsoft verklagt, weil die Sicherheitsmaßnahmen von Windows Vista sie nicht mehr in den Kernel gelassen haben. Das Problem mit der Computersicherheit, das sei ergebnisoffen festgestellt, ist offensichtlich nicht, dass die Leute keinen Virenscanner einsetzen, sondern, dass sie diesen Firmen immer noch Geld (oder wenigstens Reklameeinnahmen) bezahlen wollen.

Zu jedermanns Lieblingsthema, der Innenpolitik, gibt es leider Neuigkeiten zu vermelden: „CSU-Landesgruppenchef Dobrindt“, heißt es beim Deutschlandfunk, habe den SPD-Vorsitzenden aufgefordert, „die Kritik an den Sondierungsergebnissen zu beenden“ – die sollen froh sein, überhaupt mitregieren zu dürfen! Gute Nachrichten derweil aus Großbritannien: Die Insel wird Europa geografisch nicht verlassen, versprach Minister David Jones.

Gibt’s doch nicht? Doch, es gibt anscheinend alles schon: Um ein Problem zu lösen, habe ich am Wochenende ein Programm geschrieben. In einem Forum wurde ich sodann darauf hingewiesen, dass dieses Problem schon vor Jahren viel besser gelöst wurde. Bestimmt gibt es dafür auch eine Moral oder dergleichen.

Was es aber niemals zu geben aufhören sollte: Musik.

Black Bombaim & La La La Ressonance – "Kin" (B1)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Alpha Male Tea Party – You Eat Houmous, Of Course You Listen To Genesis

Nach dem Kaffee - vor dem KaffeeEs ist Montag, Montag ist – in einer besseren Welt – Pandatag. Eine Partei, die einen solchen verspräche, hätte mich als Wähler gewonnen.

Stattdessen trafen sich am Wochenende Parteigranden vielerlei Hintergrunds zwecks Eigenlobs und um noch einmal zu versichern, dass man selbst immer die besten Ideen von allen habe. Dass dabei manches weggelassen wird, mag der Zeit zuschulden kommen; der Vorsitzende und Außenhändler der F.D.P. etwa verliert über Steuersenkungen kein Wort mehr. Der Grund für das gesammelte Auftreten von Parteitreffen zu dieser Jahreszeit liegt kalendarisch im Tag der „drei Könige“ Caspar, Melchior und Balthasar begründet, es ist von „Dreikönigstreffen“ die Rede. Von Parteien, die ein „Dreikönigstreffen“ abhalten und so weltliche Entscheidungen wenigstens terminlich an religiösen Spinnereien ausrichten, möchte ich im Übrigen auch nie wieder etwas zum Thema Säkularisierung lesen müssen.

Das andere große politische Thema dieser Tage, die lästige Digitalisierung, leidet nicht nur am miserablen Technikverständnis heutiger Computernutzer, sondern auch an dem wohl auch mit diesem begründbaren Irrglauben, es sei empfehlenswert, so viele Dinge miteinander zu vernetzen wie möglich. Die Strafe folgt schneller als erhofft: Wer des „Raubkopierens“ bezichtigt wird, dem macht der eigene Zugangsanbieter dann halt die Wohnung kalt. Da muss mehr Internet rein. Wir haben 2018, da macht man das eben so.

Was mit einem Mindestmaß an Verständnis auch vermeidbar wäre: Angebliche „Sicherheitssoftware“ verhindert, dass Sicherheitsupdates eingespielt werden können. Der fehlende Nutzen von Virenscannern wird nur noch von ihrer Gefährlichkeit übertroffen.

Ganz und gar nicht gefährlich: Musik.

Alpha Male Tea Party – You Eat Houmous, Of Course You Listen To Genesis

Guten Morgen.

MontagsmusikPersönliches
201∞ // Atrorum – Menschsein

Es ist Montag, aber. In ungezählten Fernsehern laufen die immer gleichen drei Sketch- und Oldiesendungen, um Frustrierte zu beruhigen. Es ist ja alles gut, es ist ja alles wie 2017 und das ist auch schon das Problem.

Die weniger Bedachten lassen seit Tagen Sprengstoff detonieren, erstmals merklich, aber unwesentlich medial gestört, denn es könnte ja Feinstaub entstehen. Die Empörung über das Richtige aus den falschen Gründen hat Methode. Nichts erreicht, nichts gewonnen. Bleigießen, verkündete neulich „bento“, sei ein Spiel, das überraschend viel Blei enthalte. Unnütze Sorgen sind menschlich.

Mit jeder Rakete verpufft ein neuer Traum. Es ist keine Glanzleistung des entwickelten Menschen, dass er in seinen einsamsten Momenten am wenigsten vergessen kann. Wohin, glaubst du, verrinnen deine Tage? Mit einem „leichten Schwips“, schlug der „bento“-Autor vor, solle man einen Blick „in die Zukunft“ werfen. So viel, dass sie rosig aussieht, kann man allerdings kaum trinken. Der erste Gedanke des neuen Jahres ist der letzte des alten: ob es nämlich nicht besser gewesen wäre, wäre es nicht schon vor Jahren irgendwie anders gelaufen. Zeit heilt nicht mal einen Schnupfen. Irgendwo ergreift gerade jemand jemandes Hand. Wer könnte es ihnen verübeln?

Es ist Montag, aber man hat gar keine Lust auf Musik, auf die man morgen noch stolz sein kann.

Atrorum "Menschsein" (Official Audio – 2015, Apathia Records)

Prost Neujahr.

In den NachrichtenMontagsmusik
Cosmic Triggers – Quant Um

Schlaf in himmlischer SchuhuEs ist Montag. Fast wäre er unbemerkt geblieben, aber merkwürdig schmeckender Kaffee ist normalerweise ein sicheres Zeichen dafür, dass man lieber auf den Kalender gucken sollte, um sich sogleich daran zu erinnern, wie es war, als man noch glücklich war. Oh, du fröhliche. Kein Pandabär unter dem Baum.

Was ist Frosch? Mindestens: ein Erkennungszeichen „der Rechten“, denn Pauschalisierung erleichtert das angenehm entspannende Unverständnis. Die Gegenseite stolzierte am vergangenen Mittwoch durch ausgerechnet Deggendorf und beschwerte sich dort darüber, wie man hier in Deutschland behandelt würde. Was, Arbeitslose? Nein, es waren natürlich Flüchtlinge. Arbeitslose haben vor lauter Sanktionen gar keine Zeit zum Demonstrieren und kein Geld zur Anreise, aber es heißt natürlich auch nicht „Arbeitslose welcome“, denn dann wäre der Schritt nicht weit, die rechtspopulistische „große Koalition“ statt des willkommenen Prügelknaben AfD als Unheil auszumachen, und das würde ja bedeuten, dass „die Rechten“ nicht allzu falsch liegen. Darf nicht sein, weil es nicht sein darf. Der Deutsche an sich symbolprotestiert eben gerne gegen die Wirkung der Ursache.

Selbst die christlichen Kirchen lassen verlauten, sie teilten nicht die Weltanschauungen der AfD. Verständlich: In der AfD sind vermutlich zu viele Frauen in hohen Ämtern. Die Kunstfigur Jan Fleischhauer fragt inzwischen in einer ausnahmsweise lesenswerten Kolumne auf „SPIEGEL ONLINE“, ob die „Sozialdemokraten“ an Angstneurosen litten, die sie dazu verleiteten, an Regierungsbildungen in beide Richtungen nur kriechend teilzunehmen. – Andere Störungen machen reich, nicht arm: Ein Eisteeproduzent hatte plötzlich den dreifachen Börsenwert, nachdem er „Blockchain“ als Namensbestandteil adaptiert hatte. Lecker Geldgier.

In eigener Sache: Am vergangenen Wochenende habe ich aus Versehen eine neue Version meiner furchtbaren Blogsoftware einer nichts ahnenden Weltöffentlichkeit um die Ohren gehauen. Masochisten wird ein Ausprobieren empfohlen. Freunde der schönen Künste hingegen sollten die Woche stattdessen mit Musik beginnen.

Cosmic Triggers – Quant Um

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Grumbling Fur (abermals) – The Ballad of Roy Batty // Spendensammler außer Atem

Kalt, ne?Es ist Montag. Vor der Tür hausieren abermals etliche Spendensammler, die ihr eigenes Wohlergehen für den größten Zweck der aus menschlich rationaler Sicht ekligen „Weihnachtszeit“ halten, obwohl doch längst jeder weiß, dass, wer das dringende Bedürfnis verspürt, Geld zu verschenken, dieses viel lieber in die Rettung von Pandabären, Vögeln mit ulkigem Namen und so Computerkrams investieren sollte; obwohl es mir eher merkwürdig erscheint, anzunehmen, gerade in einer Zeit des besinnungslosen Geschenkekaufs sitze das Geld bei Passanten lockerer als sonst.

Trotz des Wochentags (Montag!) gibt es gute Nachrichten: Die NSA saugt gar nicht grund- und ziellos Daten ab, heißt es, denn die längst legendäre Spioniererei habe sowohl Grund als auch Ziel. Dann ist ja alles in bester Ordnung. Keineswegs in Ordnung ist die Gesundheit von Radsportlern: Anscheinend ist Asthma keine ausreichende Beeinträchtigung, um sich von doch recht fordernder körperlicher Betätigung zurückzuziehen. Wenn ich Atemprobleme habe, gehe ich ja auch immer erst zum Ausdauersport.

Immer mal was Neues von Firefox: Mit etwas Pech zeigt es Websites auch mal absichtlich falsch an, weil es Reklame für die – zugegebenermaßen – recht sehenswerte Serie „Mr. Robot“ herunterlädt, ohne vorher nachzufragen. Es soll ja niemand behaupten, dass es Mozilla an Kreativität mangele. Wer auf dem Laufenden bleiben will, der filtert das Web sowieso via RSS vor, das erspart Enttäuschungen.

Apropos Enttäuschungen: Im Fernsehen und in Zeitungen wird schon wieder das Jahr gerückblickt, als sei ab sofort nichts mehr los. Dabei ist es nicht unwahrscheinlich, dass noch in diesem Monat manch gute Musik erscheint oder ein guter Mensch stirbt. Ersteres wäre allerdings wünschenswerter. Vielleicht kommt sie schneller, wenn man sie anlockt? Versuchen wir es doch mal!

Grumbling Fur – The Ballad of Roy Batty (Official Music Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Collapse Under The Empire – Dark Water

Huiiiiiiiiiiiii!Es ist Montag. Überraschenderweise fällt im Dezember Schnee; damit hat niemand gerechnet, auch die Deutsche Bahn zeigte sich überrascht, indem sie erst mal ein paar Züge anhielt. Auf ungewöhnlich normales Wetter vorbereitet zu sein ist im temperaturbezogen wankelmütigen Deutschland eine völlig überzogene Erwartung. Ein gepolsterter Po würde vieles erleichtern, aber man ist nun mal als Mensch geboren. Das ist nicht immer schön.

Man hat ja auch nur völlig absurde Vorbilder zur Verfügung: Ein „Influencer“ musste vor kurzem von der Feuerwehr gerettet werden, weil er zugunsten von irgendwelchen Werbeeinnahmen seinen Kopf in ein zementgefülltes Mikrowellengerät gesteckt hatte und sich nicht mehr befreien konnte. Zu meiner Zeit haben Vorbilder wenigstens noch Drogen genommen und hatten deswegen eine erträgliche Ausrede für etwaigen Schwachsinn, aber Drogen nimmt man ja heute auch nicht mehr, weil die eigene Gesundheit von falschen Idealen gelenkt wird.

Die Ersatzdrogen sind natürlich keine besseren, was den Killcount, wie wir zu meiner Zeit sagten, betrifft: Erst neulich hat der Feminismus wieder umgebracht, indem eine junge Frau, die selbst über ihre Sexualität bestimmen wollte, für dieses Vergehen in den Tod getrieben wurde. Soziale Gerechtigkeit bedeutet eben auch, dass jemand, der sein Geld mit Bumsen verdient, diese Arbeit gefälligst jedem Menschen unabhängig von seiner sexuellen Orientierung zugutekommen zu lassen hat, sonst Nazi. Ist das „links“ oder kann das aus anderen Gründen weg?

Ein CDU-Vertreter findet, die SPD solle weniger Forderungen stellen, wenn sie mitregieren wolle. Possenspieler am närrischen Hofe zu sein will wohl verdient werden.

Was stattdessen viel mehr gespielt werden sollte: Musik.

Collapse Under The Empire – Dark Water (official music video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Atlanter – Light

Hm, Bambus.Es ist Montag. Die Jugend ist pervers und lieblos geworden, aber das wussten schon unsere Großeltern und haben trotzdem immer wieder neue Jugend gemacht. Ein Gutes hat die Kawaiisierung der künftigen Flaschensammler allerdings: Im kommenden Jahr kommen wieder Pandabären in die Kinos. Pandabären sind klasse.

Nicht ganz so klasse ist wie gewohnt die Politik. Am vergangenen Wochenende etwa hielt die AfD ihren Bundesparteitag in der langweiligsten Stadt Deutschlands ab. Zur Auflockerung wurden die Delegierten von irgendwelchen Knalltüten, die nie im Leben auf die Idee kämen, zwecks Verbesserung der Gesellschaft stattdessen die rechtspopulistische SPD zu bestreiken, angeblich körperlich angegriffen, während auf „SPIEGEL ONLINE“ der offensichtlich völlig schamlose Severin Weiland postulierte, zu den Anträgen vom sonstwie gefährlichen „rechten Flügel“ (ebd.) der AfD zähle auch einer, der die Genitalverstümmelung von Jungen ablehnt, denn das richte sich ganz klar gegen jüdische und muslimische Jungen. Es ist nicht leicht, die AfD angemessen blöd zu finden, wenn ihre Gegner einander noch immer zu unterbieten vermögen.

Schauen wir zwecks Entspannung mal in die Techniknachrichten: Bitcoinbörsen sind, für kaum jemanden überraschend, mitunter betrügerisch. Dass Venezuela nun eine eigene „Kryptowährung“ bekommen soll, passt bislang ganz gut in mein Bild von diesem Kryptokram. Aber der Fortschritt ist nicht aufzuhalten: Demnächst gibt es ein Blockchaintelefon. Anrufe werden dort bei regelmäßiger Nutzung etwa eine Stunde später eingehen als bisher.

Eminem ist traurig, Eminem will auf den Arm: Donald Trump höre ihm gar nicht zu, klagt er. Rap ist allerdings vielleicht auch nicht Donald Trumps bevorzugter Singstil – wer kann es ihm verübeln? Der musikalisch und politisch etwas andere Altrocker – sagt man das noch: „Altrocker“? – Neil Young hat währenddessen, von der Öffentlichkeit trotz andersartiger musikalischer Vorlieben (siehe auch: Hitparaden) für ganz gut befunden, hinter leider zu viel JavaScript sein Gesamtwerk ins Web gekippt. Da hat man als Sammler was zu tun.

Aber es ist Montag, montags wird nicht gesammelt, montags wird gejagt, nämlich Kaffee zum Einen, Zerstreuung zum Anderen. Es empfiehlt sich, hierfür zu guter Musik zu greifen. Dies ist mein Vorschlag:

Atlanter – Light (live in studio)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Buffy Sainte-Marie – Starwalker // Lebenszeitminister

Was fehltEs ist Montag. In antiken Gesellschaften wäre man für die Überbringung einer derart schlechten Nachricht längst auf mehr oder weniger kreative Weise entleibt worden, aber schier zu erfrieren ist ja auch eine angemessene Bestrafung. Verdammte Erderwärmung immer, die lässt sich echt Zeit.

Palim-palim, die Nachrichten: „Der französische Präsident Emmanuel Macron will Frauen besser vor Gewalt schützen. Sein Land soll außerdem mehr Geld für Gleichberechtigung ausgeben“ („ZEIT ONLINE“), da wächst zusammen, was zusammen gehört, nämlich Feminismus und politische Dummheit. – Französische Politiker andererseits wollen immerhin noch Politik machen, Anke Domscheit-Berg – aus irgendeinem Grund als Parteilose für die „Linke“, anscheinend die einzige Partei, die gar keine Aufnahmebeschränkungen hat, in Berlin meine Steuern wegsesselfurzend – hingegen will im Bundestag etwas ablegen können. Ich habe die nicht gewählt.

Bei anderen will es aber auch keiner gewesen sein: Unter der Überschrift „SPD stellt Union Bedingungen“, die Pointe also immerhin richtig erkannt habend, zitiert „SPIEGEL ONLINE“ Angela Merkel, die gesagt habe, die „Politiker hätten von den Wählern das Mandat zu einer Regierungsbildung erhalten“ und die „geschäftsführende Bundesregierung unter ihrer Führung sei handlungsfähig.“ Wahlen sind ja auch immer blöd, die nehmen Menschen ihre gut bezahlten Posten weg. Warum also überhaupt noch wählen? Es sind doch alle Posten besetzt und die Amtsinhaber können sie auch allesamt noch mit ausreichendem Eifer ausüben. Das hat in Angela Merkels Jugend ja auch schon funktioniert, Genosse Honecker konnte es ja auch noch, da spart man sich doch den Trubel mit der Wählerei gleich ganz.

In etwa einem Monat findet der schon jetzt unsägliche 34. „Chaos Communication Congress“ statt. Ich werde dazu beizeiten meine gewohnt nüchtern formulierte Kritik anbringen, stelle aber schon jetzt fest, dass die Gerüchte bezüglich des Congresses nicht gerade das Bild einer liberalen Veranstaltung zeichnen. Schwer gezeichnet sind auch Cloud-Rapper, Vertreter eines mir bisher unbekannten Subgenres des Hip-Hops, das offenbar eine Menge mit Drogen zu tun hat. Ich finde die Genrebezeichnung einerseits treffend, das Tun andererseits befremdlich. Nüchterne Tonaufnahmen können doch auch ganz gut sein.

Zum Beispiel von Buffy Sainte-Marie.

Buffy Sainte-Marie live performance of Starwalker

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Kamchatka – Tango Decadence // Ausgeschwampelt.

Guck mal, wie der guckt!Es ist so was von Montag, da brauchen wir gar nicht drüber zu diskutieren; machen wir auch nicht, ist ja kein Chat hier. Gibt es noch was zu Pandabären in den Nachrichten? Natürlich, denn Pandabären sind immer gefragt: Melania Trump hat sich Pandas angeguckt. Drollige Wesen scheinen in ihrem Leben eine große Rolle zu spielen.

Apropos Politiker: Während in Dänemark Hipsterverbote zur Diskussion stehen, verlief die hiesige politische Diskussion in den letzten Tagen etwas zäh. Die Koalitionsbildung der dreieinhalb angeblich mit einem Regierungsauftrag ausgestatteten Parteien anlässlich der Neubildung des kommenden Bundestags gestaltete sich Medienberichten zufolge ungefähr so schwierig wie angenommen, was schließlich und endlich in einen Verzicht seitens der F.D.P. mündete. Wäre es nicht für jeden Wähler eine weitaus angenehmere Entscheidung, man verzichtete auf irgendwelche Klüngeleien und setzte die Parteien stattdessen in dem Wahlergebnis entsprechenden Anteilen nebeneinander in diesen Bundestag? – Ach, das wäre dann Volkswille. Mein Fehler!

Manchmal steht Nutzen eben vor coolness. Bei „heise online“ versteht man das nicht, dort preist man den ollen Chromefox 57 dafür, dass er „wieder cool“ sei, und plötzlich meldet sich schmerzhaft das Alter und weist darauf hin, dass man solchen Kriterien beim Installieren von Krams nichts mehr abgewinnen kann. Gute Nachrichten währenddessen: Betteln ist auch ein Beruf. Da möchte man fast gewalttätig werden, zum Glück fällt einem noch rechtzeitig ein, dass Gewalt gerade nicht so gefragt ist, nicht einmal in einem Heer aus Menschen, deren Beruf es ist, mit Geräten, die allein zu Gewaltzwecken erfunden und gebaut wurden, in irgendwelchen Ländern herumzurennen. Was, Meucheln ist jetzt verpönt? Nein, natürlich nicht – nur sexuelle Gewalt wird nicht gern gesehen, findet man im Feuilleton („Nachrichten“).

Was man im Feuilleton nicht so findet, ist gute Musik gut. Aber dafür bin ich ja da.

Kamchatka – Tango Decadence ( OFFICIAL VIDEO )

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Elephant9 & Reine Fiske (live) // Kleine dicke Männer ziehen sich was an.

Hinter dieser Eule hat sich ein Panda versteckt.Es ist Montag. Die ausbleibende Erderwärmung lässt zweifeln, ob das Begehen dieses Tages außerhalb des schützenden Inneren eine besonders gute Idee wäre, aber Pelzigkeit ist nur den Guten gegeben. Vielleicht zählt es ja schon als krisenerprobt, wenn man ständig eine Krise hat.

Wenn auch nur persönliche, denn diplomatische Krisen überlässt man lieber den Könnern: Der kleine Fettsack hat mich alt genannt! Früher hätte es das nicht gegeben, früher hätte man da direkt das Militär vorbeigeschickt. Man wird sich noch nach der Zeit zurücksehnen, als der US-amerikanische Präsident noch schrieb statt focht. Auch andere fechten mit Schrift statt Schwert: Auf „SPIEGEL ONLINE“ stellt Jan Fleischhauer fest, dass man in Deutschland schneller drin ist als draußen; das mag es von seinem östlichen Vorgängerstaat übernommen haben.

Die Welt der Technik ist auch nicht mehr die Welt der Schlauen: Die Bildschirme der 2017 erschienenen Android-Flaggschiffe der einschlägigen Smartphonehersteller weisen allesamt, wie Medien berichten, aus irgendwelchen unklaren Gründen quasi als Nachfolgeformat von „16:9“ ein Größenverhältnis von 2:1 auf, das jedoch als „18:9“ vermarktet wird. Eine in verschiedenen Foren und Blogs zu findende Erklärung für diesen mathematischen Unsinn ist, dass die Menschen auf diese Weise die Änderung zu vorher besser verstehen, weil sie den Unterschied zwischen „16:9“ und „2:1“ nicht so offensichtlich erkennen können; was die Vermutung, dass Smartphones ihre Benutzer oft dümmer machen, fraglos unterstreicht. Dazu passt die Meldung, dass einer Firma, die vernetztes Fickspielzeug herstellt, ein kleiner Fehler unterlaufen ist, so dass es ständig Daten durch die Gegend schickte. Ist halt smart, ist halt modern.

Auf „ZEIT ONLINE“ faselt die merklich weniger smarte Barbara Kuchler davon, dass Frauen aufhören sollten, schön sein zu wollen, indem sie sich zum Beispiel endlich mal was anziehen, und behauptet, Männer hätten so etwas ja auch nicht nötig, übersieht dabei aber, dass nicht alle Männer oder solche, die es gern wären, sich zum Beispiel in Anzüge oder Muskelshirts immer nur deshalb zwängen, weil diese so ein angenehmes Tragegefühl bieten, sondern manche, von denen ich mich schon aus Niveaugründen lieber distanziert sehen möchte, mitunter auch, weil es eine ganz bestimmte Art Frau gibt, die darauf jeweils „steht“. Ich für meinen Teil habe zwar einen angeblich fragwürdigen Sinn für Mode, fände es allerdings durchaus ästhetisch und optisch bereichernd, würde der Markt für groteske Gesichtsbemalung ausgetrocknet, und sei es nur aus falsch verstandenem Kampf gegen „den Sexismus“.

Akustisch bereichernd ist derweil auch heute der gute alte (bzw. neue) Jazzrock.

Elephant9 with Reine Fiske – I Cover the Mountain Top (Live)

Guten Morgen.