Archiv für die Kategorie ‘Montagsmusik’.

Vorübergehend veröffentliche ich hier jeden Montag mehr oder weniger neue mehr oder weniger gute mehr oder weniger Musik. Sie ist hier zu finden.

In den NachrichtenMontagsmusik
Shob – Except I’m 65 // Eine Partei wie ein Unfall.

Heute mal nur eine kurze.Es ist Montag. Dem Internet sei es gedankt, dass der Weg hierher gesäumt war von Musik, die miteinander zu teilen letztlich alles ist, was bleibt. Klang gewordenes Glück ist die zweitbeste Art von Glück, die beste jedoch trägt zweifarbiges Fell.

Völlig internet- wie glücksfern hingegen sind ganz andere Gestalten: Den gestrigen SPD-Parteitag, in dessen Verlauf zwecks „Erneuerung“ der Partei eine alte Funktionärin an die Spitze gewählt wurde, was allein deshalb bereits als ein gutes Zeichen gilt, weil sie keinen Penis, sondern eine Vagina trägt, haben zu viele Menschen in meinem Umfeld aktiv verfolgt; die gleichen Leute regen sich über Gaffer bei einem Autounfall auf, obwohl ein Autounfall doch noch weniger Schaden anrichtet.

Am vergangenen Dienstag sabbelte Hannes Stein für das Medium „WELT ONLINE“ ins Web hinein, dass „die Medien“ sich mit den Pulitzer-Preisen selbst „feiern“, und zwar „zu Recht“. So reflektiert muss man ja auch erst mal sein. Noch weniger reflektiert allerdings der Betreiber eines anderen großen Webportals, der Facebook heißt und auf den öffentlichkeitswirksamen „Datenskandal“ folgendermaßen reagiert: Das soziale Netzwerk hat jetzt eine automatische Gesichtserkennung. – In einem wiederum anderen Medium empfahl der als „Erfinder des iPods“ (laut „heise online“ aber auch einfach nur des iPod) gescholtene Tony Fadell der Firma Apple, künftig etwas mehr dagegen zu tun, dass iPhones so viel benutzt würden. Eine Reaktion von Apple ist nicht überliefert, vermutlich lachen sie immer noch. Auch etwas zu lachen hatte ein unbekannter Bankkunde – die Deutsche Bank hatte ihm aus Versehen 28 Milliarden Euro irgendwohin überwiesen. Das sind Fehler, die unsereins gar nicht machen kann. Ich weiß aber noch nicht, ob mich das freuen sollte.

Beim Osterhasen und/oder beim Meucheln von Predigern handelt es sich, glaubt man dem „Christlichen Medienverbund KEP“, um einen Glaubensinhalt, über den man sich nicht lustig machen dürfe. Es bleibt unklar, warum sich ein vermeintlich aufgeklärtes Land noch immer eine Steuer zugunsten dieser fröhlichen Gesellen leistet. Man könnte das Geld doch viel sinnvoller anlegen, zum Beispiel in gute Musik.

Wie wäre es mit dieser hier?

SHOB – Except i'm 65 (feat Laurène P Magnani)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Sammal – Ylistys ja kumarrus

Die Detonation steht unmittelbar bevor.Es ist Montag. Das ist ziemlich schade, denn montags gilt es aufzustehen und etwas für die Wirtschaft zu tun, denn sie muss brummen wie sonst nur ein Pandabär und/oder der Schädel nach einer durchzechten Nacht, die man brauchte, um sich mental auf den Montag vorzubereiten. Der Mensch ist sein Laster.

Apropos Laster: Der Iwan wird auch medial in Syrien bekämpft. Dem Schurkenstaat Israel sowie der deutschen Kanzlerin gefällt das. Die Welt, teilte Boris Johnson mit, sei „vereint in ihrer Empörung über den Gebrauch von chemischen Waffen“, jedoch verschwieg er, dass die Welt Angriffskrieg auch gegen die Bösen oft nicht so gut findet. Bomben gegen Tode! Da weiß man, was man an den Medien hat; woher sonst sollte man seine ausreichend aufgeheizte Stimmung noch beziehen?

Wir bleiben bei Volltrotteln: Bernd Riexinger von den Berliner „Linken“ möchte, wie „Linke“ das eben so machen, Vermieter enteignen lassen. Alles wie früher in Berlin. Es war ja nicht alles schlecht. Passend dazu komme, jubelt schwer leitartikelnd der „musikexpress“, die Audiokassette zurück. Ob es wohl im Sommer auch wieder Prilblumen geben wird?

Alles Schlechte kommt von oben, zum Beispiel Viren. Die Woche aber beginnen wir lieber, indem wir mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und stattdessen erdige Musik hören, etwa solche aus Finnland.

Sammal: Ylistys ja kumarrus (Official Music Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Field Music – Count It Up // Auszuhaltende Fakes.

Endlich wieder zu hell!Es ist Montag. Die Sonne scheint, die Innenstädte riechen endlich wieder nach Menschen. Aus unklarem Grund sind andere Menschen darüber nicht unerfreut und begeben sich, bizarr gekleidet, in die Eisdielen, denn die ersten Sonnenstrahlen leiten nicht nur zu warmer, sondern auch zu kalter Speise ein. Eigentlich ist also alles wie noch im Winter, nur die Pandabären finden keinen Schnee mehr zum Spielen. Das ist ein bisschen bedauerlich.

Für Schnee ist aber auch ein anderes Land bekannter als das unsere, passenderweise tobte um es in der vergangenen Woche abermals eine Medienschlacht von angemessen fehlender Tiefe. Russland nämlich ist, glaubt man den Medien, das einzige Land, dessen Spione einen Mord mithilfe des allertödlichsten Gifts überleben. Rasputin war ein Witz dagegen. Liegt es am Wodka oder sind einfach nur die Medien nicht mehr ganz nüchtern? – Der grundsätzlich lesenswerte Hal Faber behauptete auf „heise online“ in seiner wöchentlichen Rückschau, die von „Russia Today“ getroffene Annahme, Carles Puigdemont sei politischer Gefangener gewesen, sei ein „auszuhaltender Fake“, ohne das freilich zu begründen. Die Nennung von „Russia Today“ als Quelle muss Qualitätsmedien als Argument genügen.

Ein letzter Blick ins Inland: Fefe stellt fest, dass München sich vor allem darin von Berlin unterscheide, dass dort auch mal Dinge repariert und nicht nur kaputtgemacht werden, was über Berlin alles mitteilt, was man wissen sollte, wenn man noch nie dort war.

Wir brauchen, las ich gestern, mehr Menschenschutzvereine – und immer und auf jeden Fall auch: mehr Musik.

Field Music – Count It Up (Official Music Video)

Guten Morgen.

Mir wird geschlechtMontagsmusikNetzfundstücke
Birth of Joy – You Got Me Howling

Der Osterhase hat eine Eule versteckt.Es ist Montag. Daran hat gestern mal wieder niemand gedacht und auch heute tun es nur wenige, denn es ist Feiertag. Irgendwo in Südeuropa standen zu viele Menschen und ließen einen alten Mann einen Zauberspruch aufsagen. Ab morgen gilt aber wieder, begleitet von täglichem Geläute, dass wir in einer aufgeklärten Zeit leben und Sekten im Wortsinne brandgefährlich sind und unbedingt gemieden werden sollen, denn nur Dumme lassen sich so leicht verführen, wenn’s nicht gerade der Papst versucht. Es irrt der Mensch, solang er strebt.

Gestern war im Übrigen der 1. April, sicherheitshalber habe ich also alle Qualitätsmedien ungelesen belassen und mir lediglich Blogs angesehen, denen jeder Humor völlig abgeht. Hierbei habe ich unter anderem ein Interview mit „Don Alphonso“ gelesen, dessen Lektüre zumindest erhellend ist. Es ist die Botschaft zu beurteilen und nicht der Bote, was in einer schnelllebigen Medienwelt oft die Schlagzeilerei erschwert. Ein bisschen blöder fühle ich mich hingegen nach dem Lesen dieser überraschenden Meldung: Ein Gericht hat herausgefunden, dass Google mit Android Geld verdient und es sich daher um ein kommerzielles Betriebssystem handelt.

Ebenso blöd: Franziska Giffey (natürlich SPD) habe in ihrer Eigenschaft als „junge Frau“ (F. Giffey, Jahrgang 1978, über F. Giffey), las ich anderntags und -orts („FAZ.net“), beklagt, dass eine Zwangsheirat, bei der Frauen allenfalls die Wahl zwischen verschiedenen Cousins haben, diese Frauen unterdrückte, wogegen man etwas tun müsse, als wäre es undenkbar, dass sich diese Cousins nicht freiwillig für ihre Zwangsfrauen entschieden hätten. Schlau ist allenfalls Brad Pitt, denn warum sollte eine moderne, aufgeklärte Feministin, die sich jede Beurteilung von Körperlichem verbittet, ihn sonst verehren?

Ohne Zweifel und ohne ein Aber verehrenswert bleibt ganz körperlos: Musik.

Birth of Joy – «You Got Me Howling»

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Dungen – Häxan // Das Geschwätz und wir

Ich weiß doch auch nicht

Es ist Montag. In Deutschland werden Exilpräsidenten zur Abwechslung mal festgenommen, bei den ehemaligen Präsidenten von Irak und Libyen war man nicht so zimperlich. Vielleicht kann der Bundespräsident, der in einem früheren politischen Amt Murat Kurnaz in einem Folterknast gefangen halten ließ, intervenieren. Aber wer wären wir, der spanischen Regierung in ihre Politik reinzureden?

Anfällig für Geschwätz sind wir. „Ausgerechnet“ Donald Trump, quatschte am Donnerstag ausgerechnet „WELT ONLINE“, habe die „weltweit beste Klimabilanz“. Ausgerechnet! Beinahe wäre man ein bisschen wütend, aber dann bemerkt man noch rechtzeitig, dass dann auch Menschen im persönlichen Umfeld merken könnten, dass man manchmal „WELT ONLINE“ liest, und das gilt es unbedingt zu vermeiden. Grummeln wir also heimlich weiter! Andere Medien haben auch dumme Meldungen: Offensichtlich handelt es sich bei Liedern, die inzwischen seit Jahrhunderten zum volkstümlichen Liedgut gehören, um „SS-Lieder“, weil sie auch in SS-Liedbüchern auftauchten. Es möge „Backe, backe Kuchen“ niemals auf seinen politischen Hintergrund untersucht werden.

Neues hingegen wissen die Medien vom Spielgeld: Bitcoins sind in Deutschland unter Umständen illegal. Es ist ja nicht alles schlecht in der Blockchainforschung.

Es ist Montag und kein Pandabär ist zugegen. Stets zugegen wie rettend aber ist Musik.

Dungen – Häxan | The Furious Sessions en Sol de Sants Studios (Barcelona)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Yes – Machine Messiah // Die Freiheit der Anderen

Deutsche Bahn (Symboleule)Es ist Montag. Die Deutsche Bahn AG („schon im Sommer an den Winter denken“, schreibt sie in einem Medienpaket; klar: wenn ich im August aus dem Fenster gucke, ist da auch kein Schnee) zeigt sich überrascht von Märztemperaturen im März und beugte sich dem „Wintereinbruch“ (bahn.de), indem sie den Betrieb einstellte. Andererseits: Wer will schon nach Leipzig? In Leipzig ist es immerhin ziemlich kalt und Pandabären gibt es dort auch nicht.

An einem anderen kalten Ort wurde gestern gewählt. Der neue russische Präsident ist der alte russische Präsident. Genau mein Humor: Diejenigen deutschen Medien, in deren Vorständen Funktionäre von CDU/CSU und/oder SPD sitzen, beklagen sich über eine große Einflussnahme des Staates auf die russischen Medien. Überraschungsarmut ist ihr Mittel. Was läuft im deutschen Fernsehen falsch, wenn mir schon zehn Minuten ohne Ton reichen, um eine Wette auf den Fortgang der Handlung abzuschließen? – Etwas überraschender sind dann doch die Finanznachrichten: Nicht mal die Lufthansa will den Berliner Flughafen noch haben. Und auch die SPD ist in Feierlaune, wie den einschlägigen Nachrichten zu entnehmen ist: Kurden fliehen vor deutschen Panzern – da sage noch mal jemand, die Sozialdemokratie habe nichts erreicht!

Am Speaker’s Corner gilt seit einiger Zeit anscheinend die Regel, dass nicht mehr alles, was nichts mit dem Königshaus zu tun hat, gesagt werden darf: Nachdem erst Martin Sellner mitsamt seiner Entourage ausgewiesen, dann Lutz Bachmann, von dessen Leben und Wirken man sicherlich manches halten kann, aber nicht muss, daran gehindert wurde, nach Großbritannien zu reisen, um dessen Rede zu übernehmen, wurde sie nun unter vielfachem Gekreische – denn so laufen „Debatten“ in der entpolitisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zumeist ab – von Tommy Robinson gehalten, der den Vorteil hat, selbst Engländer zu sein. Eine Gesellschaft, die es zulässt, dass ihre Regierung eine sonstwie offensichtlich bescheuerte Meinung als gesellschaftsfeindlich abtut und ihren Inhaber mit dieser Begründung des Landes verweist, wird sehr bald eine sehr unerträgliche Gesellschaft sein. Wem nützt eine Welt, in der jede Reibefläche hinter Mauern in den Köpfen verschwindet?

Auf „ZEIT Campus“ habe ich gestern gelernt, dass mit Kacke jeder etwas anfangen könne. Da ich das, was jeder tut, meist zu überbieten beabsichtige, beginne ich diese Woche mit Musik, die ganz besonders unkacke ist.

Yes – Machine Messiah – Live in Lyon 2009

Guten Morgen.

MontagsmusikPolitik
Turbine Stollprona – Rosa Teil

Kann man schon Frühling?Es ist Montag. Wenn man diesen Satz oft genug liest, bekommt man spontan Lust auf Wochenende, also empfehle ich einfach weiterzulesen, statt nochmals zum Anfang zu springen. Je weiter man sich von einem geschriebenen Montag entfernt, desto balder ist er vorüber, wenngleich sein Ende zur Stunde noch auf sich warten lässt, als wäre es der noch immer zu seltene Nachwuchs eines Pandabären. Eine Woche sollte sowieso mit der Vorstellung von Pandabären beginnen. Ich erwäge das zu wiederholen.

Auf sich warten lässt auch die oft beschworene Onlinedemokratie, aber diejenigen, die behaupten, sie erfunden zu haben, die Grünen nämlich, wollen sie nicht mehr haben. Und warum wollen sie das nicht? Na, wegen der nicht quotierten Rednerlisten natürlich! – Einzig ihren natürlichen Partner ist es zu verdanken, dass es jemanden gibt, für den man sich noch mehr schämt: Abgeordnete der SPD haben ein Problem mit gezeigtem Rückgrat. An Überraschungen ist dieses noch junge Jahr kaum arm.

Der Unrechtsstaat Türkei präsentiert der kommenden Bundesregierung eine der zahlreichen Möglichkeiten, ihre Überwachungssoftware („Bundestrojaner“) unauffällig im Volk zu verteilen. Wenigstens wird das künftig nicht mehr so schnell gehen. Apropos Unrechtsstaat: In Großbritannien wird man neuerdings vorübergehend eingesperrt, weil man bekannt rechtsflügelig ist. Die politische Verschiebung Europas ist sicherlich nur ein bedauerlicher Zufall und nicht etwa bedingt durch einen totalitären Umgang mit Sokratikern.

Wir leben in einer Zeit, in der das von mir noch zu Beginn der nunmehr vergangenen Woche gescholtene Berlin beinahe wie ein Hort der Vernunft wirkt. Wenn dort auch sonst alles in Trümmern liegt: Die Musik trotzt der Brandung.

Turbine Stollprona – Rosa Teil

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Mogwai – Don’t Believe the Fife

Frühling (Symboleule)Es ist Montag. Es wird Frühling, die Russen kommen raus. Der beliebteste Pandabär sitzt in Berlin, was über Pandabären, die bekanntlich über jeden Zweifel erhaben sind, wie gewohnt mehr aussagt als über die schäbigste Stadt östlich von Hannover.

Andere Städte tun ihr Bestes, den Wettbewerb um die berlinigste Stadt wenigstens als Zweitplatzierte abzuschließen: Wer in Mannheim künftig hinfällt, der wird überwacht, berichteten schon im Februar verschiedene Medien. Endlich tut der Staat mal was! Der allerdings hat gerade ganz andere Sorgen: Geht es nach der SPD, dann ist bald Schluss mit der lästigen Männlichkeit in der Nationalhymne. Deutschland, einig Muttererde. Mondgefülltes Ohmwasser für alle!

Der S.-Fischer-Verlag („S. Fischer Verlag“, Deutsch war aus) hat ein ähnliches Problem mit dem verflixten Urheberrecht wie die so genannten „Raubkopierer“, nur andersrum. Da freut sich Heinrich Mann bestimmt, dass seine Rechte in Deutschland noch lange genug gewahrt bleiben, um über ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod noch jemandem ohne geistige Gegenleistung das Konto vollzumachen.

Fast bin ich versucht, zivilen Ungehorsam mittels Musikhörens auf YouTube gutzuheißen. Die Musik macht es mir leichter, denn sie ist viel zu gut, um ungehört zu bleiben.

Mogwai – Don't Believe the Fife live at the BBC Glasgow Quay 2017

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
People of the North – Over Me // Was kostet Fahrtgeld?

Vielleicht findet mich der Montag ja nicht.Es ist Montag. Freu wie blöd! Es ist kalt, das Selbst ist beschwerlich und die Menschen sind zumeist sehr unerfreulich. Man könnte Bus fahren vor Vergnügen.

Busfahren, apropos, ist ja inzwischen, gerade mal sechs Jahre, nachdem der Autor dieser Zeilen selbst in eine Werbekampagne für den fahrscheinfreien Nahverkehr hineingezogen wurde, auch zu einer Forderung geworden, die die oft gescholtenen Mainstreammedien befürworten. Und sie machen es – Trommelwirbel! – erwartungsgemäß falsch: Auf dem ehemaligen EDV-Fachportal „heise online“ fragt etwa Dusan Zivadinovic, wer denn bei „Gratis-Nahverkehr“ zahle, und bemerkt selbst nicht, dass es eben nicht um Kosten-, sondern um Fahrscheinfreiheit geht. Zu zahlen hätten es alle; die Forderung nach einem fahrscheinfreien (also kollektiv finanzierten) Nahverkehr stammt eben aus derselben Hirnschmiede wie die nach kollektiv finanziertem Geld für alle („BGE“), denn wenn man allen gleichviel wegnimmt und jedem etwas von der Beute abgibt, ist Fairness endlich hergestellt. Fast wie früher. Ochs und Esel ahnen, wie das ausgeht.

In den USA tobt derweil immer noch der Bürgerkrieg der Guten: Mal lassen sie schwarze Köche entfernen, weil diese es wagten, im „Black History Month“ – als wäre dessen bloße Existenz noch nicht bekloppt genug – Dinge auf die Speisekarte zu schreiben, die ihnen auch schmecken, aber leider Klischeeschwarzen eben auch, mal sind sie zu blöd für Mathematik: Schüler findet, Wurzelzeichen sehe aus wie Handfeuerwaffe, Polizei tritt auf den Plan. Ich möchte vorsichtig anregen, die Zivilgesellschaft in den USA bis auf Weiteres allein zu lassen und zu warten, bis sich das Problem von selbst löst.

Dann bleibt auch mehr Zeit für Musik.

People of the North – Over Me

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Blueneck – Sirens

Montag (Symboleule)Es ist Montag und genau so fühlt es sich auch an. Man fühlt sich wie gerädert, dabei ist das Rädern völlig aus der Mode gekommen. Das hat man mit ihm gemein, nur abgeschafft ist man noch nicht. In den USA wird gegenwärtig ergebnisoffen über die Abschaffung von Waffen diskutiert, man selbst hat nur die Anschaffung von Waffeln im Sinn. Mit denen könnte man sich, wenn man gut zielen kann, sicherlich auch angemessen verteidigen.

Andere verteidigen gar nicht erst: In Berlin haben linke Aktivistin, von der Polizei nicht weiter daran gehindert, die Grundrechte demonstrierender Frauen massiv verletzt, als hießen Grundrechte nur so, weil man sie nicht grundlos ausüben darf. Ein Plakat zur Ankündigung dieser „Gegendemonstration“ hatte eine Frau in religiös erzwungenem und somit nicht gerade als Sinnbild für Freiheit geeignetem Kostüm, jedoch überdies bewaffnet mit einem Brandsatz, als Motiv, als wollte der Grafiker ausdrücken, dass man Frauen auch unterdrücken kann, ohne rechts sein zu müssen. Wenn es leicht wäre, könnte es ja auch ein Mann machen. Mir fehlt vielleicht einfach nur der Zugang zu diesem modernen „Progressivismus“, aber immer, wenn ich über solche Nachrichten stolpere, fühle ich mich gleich ein bisschen weniger links.

Die Freilassung des allseits geschätzten Boulevardkolumnisten („taz“, „WELT“) Deniz Yücel aus türkischer Haft befeuert, wie erwartet, vor allem die Wirtschaft: Die Türkei will jetzt mehr Panzer haben, um damit voraussichtlich Kurden zu meucheln. Kurden sind (wie auch Palästinenser) eher schlechte Kunden für die deutsche Rüstungsindustrie, da guckt man auch mal weg, wenn ihnen ein wichtiger Handelspartner mit deutscher Wertarbeit das Land kaputtschießt. Mir drängt sich der Eindruck auf, das sei es vielleicht doch nicht unbedingt wert gewesen.

Aus der Welt der Technik dringt folgender Wahnwitz: In einem der zahllosen Applegebäude rennen dauernd Leute gegen die Glastüren, weil diese (die Türen, nicht die Leute) so unauffällig gestaltet wurden. Function follows form.

Wo die Form allein aber auch weiterhin das einzig wichtige Kriterium bleiben soll und wird: Musik.

Guten Morgen.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Aquaserge – Tintin on est bien mon Loulou

Flauschigkeit als Lösung für die Probleme unserer ZeitEs ist Karneval Fasching Montag. Helau! Auf Twitter trendete gestern Puddinghaut (das Lebensmittel, nicht das Schönheitsproblem), und das nur kurz, nachdem bekannt geworden war, dass die NSA über Twitter verschlüsselte Kommunikation betreibt. Verdächtig, verdächtig. Über jeden Verdacht erhaben bleiben Pandabären: Die sitzen einfach nur herum und essen. Dürfen Pandabären eigentlich Minister werden?

Verdient hätten sie es, zumal die vorhandenen Minister nicht zu klugen Entscheidungen neigen: Die bisherige und mit nur noch wenig Pech auch zukünftige Verteidigungsministerin erwägt noch ein paar Soldaten in den Angriffskrieg gegen „den Terror“ zu schicken. Dass dort außer „dem Terror“ auch zwei andere Parteien einander erbittert bekriegen, sei nicht so schlimm, sülzt „SPIEGEL ONLINE“, denn Deutschland sei „mit beiden Seiten verbündet“. Dann ist ja alles in Ordnung. – Anderswo brechen Welten zusammen: MeToo-Wortführerin der sexuellen Übergriffigkeit beschuldigt, das ist ja ungeheuerlich; man könnte meinen, Frauen seien gar nicht qua Geschlecht bessere Menschen. Wenn sich das herumspräche!

Ein Blick in die Softwarewelt: Nach OpenBSD verzichtet nun auch das illumos-Projekt dankend auf die Patenttrolle vom Pale-Moon-Browser. Freie Software mit Sternchen dran, aber moralisch hält man sich auch weiterhin für überlegen. Urheberrecht schlägt Freiheit. Zum Glück kann man heutzutage vieles per Kauf in seinen Besitz übergehen lassen und es damit zumindest weitgehend fremdem Zugriff entziehen

Zum Beispiel auch Musik.

Aquaserge – Tintin on est bien mon Loulou

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Constantines – Shine A Light // Friendly Auto-Fire!

Nur noch fünf Minuten!Es ist Montag. Neue Woche, neues Achduschreck. Es scheint geschneit zu haben, die paar Sonnenstrahlen waren aber auch wirklich genug Sommer für dieses Jahr. Wohl dem, der ein dickes, schwarzweißes Fell hat.

Klingeling, die Nachrichten. Schlappe neun Jahre, nachdem im Rahmen einer Veranstaltung der „taz“ das Anzünden von teuren Autos unter lautem Beifall als angemessen bezeichnet wurde, worauf allerlei Brandanschläge gegen „die da oben“ wie auch gegen „rechte“ Politiker folgten, wird in Berlin dieser Tage um Solidarität gebeten: Sobald Autos von „Linken“ brennen, hält sich ihr Jubel doch sehr in Grenzen. Zu jubeln gibt es auf anderen Ebenen schon etwas: Christopher Lauer hat sich aus der „Politik“ verabschiedet, lässt aber eine Rückkehr offen – leider auch, bei welcher Partei. Fest steht inzwischen wenigstens: Pflanzen haben mehr Bewusstsein als die SPD.

In den USA verschwinden gerade Musik-CDs aus den Läden. Das ist, obwohl auf einschlägigen Kanälen von einer „Bedrohung“ gesprochen wird, gut, denn dann ist mehr Platz für Schallplatten.

Zum Beispiel für solche von den Constantines.

Constantines – Shine A Light (Live)

Guten Morgen.

MontagsmusikSonstiges
Bent Knee – Terror Bird // Lügenhumanismus

Montag (Symboleule)Es ist Montag. Kein Panda, stattdessen Präsidenten: Donald Trump hat in Davos von „Lügenpresse“ gesprochen und die öffentlich-rechtliche ARD hat diesen Vorwurf für sich selbst sogleich bestätigt. Das ist angesichts der horrenden Gebühren für diesen Fernsehstuss immerhin angemessen ehrlich.

Spannender ist allerdings das Inland: In Berlin haben ein paar geschichtsvergessene Schwachköpfe beschlossen, dass eine Auflistung von Personen und Dingen sexistisch sei und daher getilgt gehöre. Eine Zeitlang habe ich mich gefragt, wieso ausgerechnet in Berlin offenbar so viel Idiotie auf so engem Raum zu finden ist, auf „WELT ONLINE“ fand ich jedoch vorgestern einen eher berlinzentrischen Artikel, in dem der wahre Satz steht, für „Mainstream“ bekomme man „keine Retweets, keine Hashtags, keine Demonstrationen“ und müsse schon deswegen die Welt mit Dingen nerven, die an irgendeinem soziokulturellen Rand liegen, um aufzufallen. Lästigkeit als Antwort auf nicht gestellte Fragen unserer Zeit – prima Stadtmotto eigentlich.

Eine Lösung für das Langeweileproblem könnte man unbedarft in der Politik suchen, aber die Politik redet sich mit Humanismus heraus. Es gibt mittlerweile tatsächlich mehrere miteinander konkurrierende Parteien, die den Humanismus als Leitlinie übernommen zu haben behaupten. Das ist selbstverständlich Unsinn: Parteipolitik widerspricht Humanismus schon aufgrund ihres taktisch fraglos sinnvollen Anspruchs auf Allgemeingültigkeit, denn zu gelebtem Humanismus gehört immer auch die Frage, ob nicht vielleicht der Gegner weniger Unrecht hat als man selbst. Eine politische Partei, die sich in einem Wahlkampf, in dem sie ihre eigenen Ideen als die einzig sinnvollen herauszustellen versucht, humanistisch nennt, belügt diejenigen, die sie wählen sollen, von vornherein entweder aus Dummheit oder mit Absicht und sollte sich schämen.

Dummheit erklärt in der Politik aber manches: Seitens der EU sollen demnächst Uploadfilter vorgeschrieben werden, auf dass das Hochladen von vermeintlich urheberrechtlich geschütztem Zeug automatisiert abgewiesen werden kann. Ich halte das für eine gewohnt seltsame Idee und empfehle eine Unterstützung gegnerischer Aktionen. Während man dies tut, kann man ja Musik hören.

Zum Beispiel diese:

BENT KNEE – Terror Bird (Live at The Record Co.)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Hammock – Clarity // 44 Prozent rational.

EulmeldungEs ist Montag. Durch Deutschland sollte etwas gehen, am besten ein Pandabär, denn Pandabären sind eine wertvolle Ergänzung für jede Gesellschaft; zumal eine Gesellschaft, der der kritische Rationalismus völlig fehlt, den Menschen kein Gewinn sein kann. Mehr Karl Popper (und mehr Pandabären) wagen!

Kein Wochenende ohne Politikschmerzen: Die SPD hat „gewählt“ und zu 56 Prozent kein Interesse mehr an ihrem eigenen Geschwätz von gestern. Wenn die 44 Prozent Restbehirnten in der SPD zur nächsten Bundestagswahl eine eigene Partei gründeten, könnten sie, wie ich vermute, anschließend ohne Zweifel die Regierung führen. Tun sie das nicht, dann sind auch sie schuld an dem, was kommt. Dass Martin Schulz zwecks Anregung von Zugehörigkeitsgefühl irgendwas über ein „sozialdemokratisches Europa“ delirierte und dabei ignorierte, dass „Sozialdemokratie“ in ganz Europa niemand mehr so wirklich irgendwo hinwählen will, ist ziemlich sprechend. – Es ist erwiesen: Berlin macht doof. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Ein Blick ins Ausland: In Großbritannien ist die beim Bumsen meistgenannte Person angeblich Donald Trump. Die Menschen haben Geschmack. Im anderen Ausland, in Thüringen, sind sich Medien derweil unsicher, ob man bei einem Verhältnis von 76 zu 75 nun von einer Mehrheit oder einer Gleichheit reden sollte; entschieden hat man sich überwiegend für zweitere Formulierung, was journalistisch bestimmt irgendwie begründbar ist.

Es ist Montag und damit ist es Zeit für Musik. Döpdapdöpdöppieps! Ansonsten hören wir doch einfach ein wenig Hammock.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Black Bombaim & La La La Ressonance – Kin

Ich seh schwarzEs ist Montag. Bim bim bim! Für ein paar Lacher eignet sich jeder Philosoph, tiefer muss man ja nicht bohren. Gott ist tot und man selbst kommt heute auch nicht so recht aus dem Bett.

In anderer Hinsicht sollte man wachen Auges sein: Antivirusfirmen haben Microsoft verklagt, weil die Sicherheitsmaßnahmen von Windows Vista sie nicht mehr in den Kernel gelassen haben. Das Problem mit der Computersicherheit, das sei ergebnisoffen festgestellt, ist offensichtlich nicht, dass die Leute keinen Virenscanner einsetzen, sondern, dass sie diesen Firmen immer noch Geld (oder wenigstens Reklameeinnahmen) bezahlen wollen.

Zu jedermanns Lieblingsthema, der Innenpolitik, gibt es leider Neuigkeiten zu vermelden: „CSU-Landesgruppenchef Dobrindt“, heißt es beim Deutschlandfunk, habe den SPD-Vorsitzenden aufgefordert, „die Kritik an den Sondierungsergebnissen zu beenden“ – die sollen froh sein, überhaupt mitregieren zu dürfen! Gute Nachrichten derweil aus Großbritannien: Die Insel wird Europa geografisch nicht verlassen, versprach Minister David Jones.

Gibt’s doch nicht? Doch, es gibt anscheinend alles schon: Um ein Problem zu lösen, habe ich am Wochenende ein Programm geschrieben. In einem Forum wurde ich sodann darauf hingewiesen, dass dieses Problem schon vor Jahren viel besser gelöst wurde. Bestimmt gibt es dafür auch eine Moral oder dergleichen.

Was es aber niemals zu geben aufhören sollte: Musik.

Black Bombaim & La La La Ressonance – "Kin" (B1)

Guten Morgen.