Archiv für die Kategorie ‘Montagsmusik’.

Vorübergehend veröffentliche ich hier jeden Montag mehr oder weniger neue mehr oder weniger gute mehr oder weniger Musik. Sie ist hier zu finden.

In den NachrichtenMontagsmusik
North Sea Radio Orchestra – Vishnu Schist

Hellwach (Symbolbild)Es ist Montag, ein Tag voller Ungemach. Pandabären sind fantastisch, jedoch noch nicht ausreichend verbreitet; ein Zustand, den zu ändern es gilt, so lange das Leben noch schwelt. Zunächst jedoch ist Müdigkeit Dominanz. In der Ferne ein Schweif.

Was in der Ferne, nämlich an den USA, dem Staatenbund mit den smarten Haustüren, völlig unverständlich ist, sind ja auch die Nachrichten. Fox News zum Beispiel zeigt auf YouTube ein Video, auf dem zu sehen ist, dass ein Auto in eine Menschenmenge fährt, was also offensichtlich nicht so schlimm ist – der Ausruf „Fuck!“ hingegen, den ein Passant angemessenerweise tätigt, wurde überpiept. Tote sind schade, aber Fluchen ist tabu!

Zur gestrigen Feier des Jahrestags des Mauerbaus gab das Auswärtige Amt auf Twitter bekannt, dass es froh sei, dass wir in der EU heute ohne Mauern auskämen, und hat damit nicht einmal Unrecht, denn die Außengrenzen der EU bestehen vor allem aus Wasser und hohen Zäunen. So fortschrittlich war die DDR nicht.

Die „Frankfurter Allgemeine Woche“ titelte unlängst, keine Droge werde so sehr verharmlost wie Cannabis. Während sich die folgenden Diskutanten weitgehend darüber einig waren, dass die eigentlich furchtbarste verharmloste Droge Alkohol sei, saß ich total high mit der einzigen Droge herum, deren Glücksgefühl schon ab der Geburt legal zu erzielen ist: Musik.

North Sea Radio Orchestra: Vishnu Schist [Official Video]

Guten Morgen.

MontagsmusikNetzfundstücke
Googles eingebildetes Frauenproblem (Nachtrag)

Auf den Aufregertext eines mittlerweile gefeuerten Google-Mitarbeiters über die Probleme der bestehenden Diversitätspolitik innerhalb Googles hat der Feminismus eine prima Antwort gefunden:

Hören Sie auf, „Wissenschaft“ mit Wahrheit gleichzusetzen!

Wir haben immerhin 2017 und irgendwelche Männer glauben immer noch an diesen Wissenschaftsquark!

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Bask – Shake The Soot // Christian Lindners italienische Bewegung

Ob dort draußen wohl ein Panda ist?Es ist Montag. Penis! Was tut man nicht alles zur Stimmungsaufhellung an einem Tag wie diesem (nämlich: Montag)? Das Sommerloch ist da und es langweilt mich. Es geht mit großen Schritten auf diverse Wahlen zu und da redet man nicht mehr so gern über wichtige Themen, obwohl das Reden wahrlich fehlt (auch: synonym). Das Käuzchen verzweifelt leise.

Das ist auch wenig überraschend, die Verdrossenheit hat Gründe; welcher Automobilkonzern auch immer – in Niedersachsen voraussichtlich Volkswagen, wissen die unseriösen Journalisten von „SPIEGEL ONLINE“ – die nächsten paar Wahlen gewinnen wird, seine Partei macht sich sicherheitshalber schon vorher lächerlich. Berliner wissen nicht erst jetzt: SPD, Linke und Grüne sind ein Griff ins Klo.

Andere Parteien, andere Sitten: Nach der CDU, Italien und der EU spricht sich nun auch Christian Lindner dafür aus, dass Deutschland die europäische Flüchtlingspolitik anwendet. Postwendend fanden sich auf Twitter Schreihälse, die diese Forderung mit denen der „Identitären Bewegung“ gleichsetzten, versäumten dabei aber zu erklären, was sie en detail daran störe; klar: wenn die medial auserkorenen Bösewichte etwas gut finden, dann kann das, was sie gut finden, gar nicht gut sein. Niemals nicht.

Was aber unbestreitbar gut ist und bleibt: Musik.

Bask – Shake The Soot

Guten Morgen.

MontagsmusikNetzfundstücke
Flash the Readies – Kris

Ist noch Sonne?Montag. Ich meine: Juhu, Montag! Der verrückte Feiersommer nimmt kein Ende, in den USA wird hierfür eigens Schlamm gekauft, damit man was hat, um sich darin vollzusauen. Wohl dem, der keine Sau ist; wohl dem, der zum Beispiel ein Pandabär ist und unerkannt in Bäumen herumsitzt.

Dann kann einen auch der Feminismus linkster Natur kalt lassen, der ansonsten gerade im Internet herumSPONt, dass der herrische Umgangston, der die Nazis bislang in die Schranken weisen sollte, womöglich überhaupt erst den Erfolg der Nazis befeuert hat; um dann, weil die Denkstrecke wieder einmal unüberwindbar lang war, doch schnell das Gespenst der feministischen Querfront in Gestalt von Alice Schwarzer als Schuldigen auszumachen. Bloß nichts ändern, man könnte ja mal aus Versehen etwas verbessern.

Ein Problem, das die kaputte Linuxwelt zweifellos nicht hat, denn dort verbessert man nichts: Der Pwnie Award für die lahmste Antwort eines Softwarevertriebs ging in diesem Jahr an Lennart Poettering, den verdienten Zerstörer des kümmerlichen Rests von Linux‘ irgendwann einmal leidlich gutem Ruf. Unter Windows ist man wenigstens nur mit Unternehmen wie EaseUS gestraft, mit denen man vermutlich auch lieber nichts zu tun haben möchte.

Mit einem jedoch etwas zu tun zu haben wird hoffentlich niemals enden, nämlich Musik.

Flash the Readies – Kris (live CRO session)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Vespero – The Course of Abagaz

Wir haben dich erwartet.Es ist Montag, was sehr schade ist, denn es kennzeichnet ein weiteres vertanes Wochenende. Zum Glück sollte aufgestanden werden, denn Arbeit lässt vergessen. Arbeit macht frei und Freiheit ist alles, worauf es ankommt, nicht wahr?

Politische Freiheit hat es dieser Tage noch ein wenig schwerer als die persönliche. Vom Erfolg der Spätpiraten zu lernen heißt siegen zu lernen: Es gibt nun einen feministischen Flügel in der F.D.P., womit ein Ende ihrer viel beleuchteten Rückkehr absehbar ist. Das bewährte Auffangbecken für Karrieristen, die auf naivem Weg einen Fuß in die Tür der Politik bekommen haben, hat keinen Boden. Bis dahin sollte aber geklärt sein, was alle bewegt: Wie knuffig ist eigentlich Christian Lindner?

Gute Nachrichten gibt es derweil aus Budapest: Nachdem ein Achtzehnjähriger, der herausgefunden hatte, dass die zuständige Niederlassung des für sicherheitstechnischen Flächenbrand bekannten Unternehmens T-Systems auf der von ihr betreuten Website eines Verkehrsunternehmens einen geradezu peinlichen Programmierfehler übersehen hatte, als Strafe für das Melden dieses Fehlers vom Verkehrsunternehmen stolz angezeigt worden war, prasseln auf die Facebookseite besagten Unternehmens zahlreiche Negativbewertungen nieder, weil sehr wenige Menschen mit diesem Verständnis von Computersicherheit einverstanden sind. Es ist ja nicht alles schlecht in Budapest. Im deutschsprachigen Raum wird währenddessen ein Projekt herumgereicht, mittels dessen Twitternutzer sich selbst auf einer Landkarte eintragen können. Das ist nett, denn diese Daten machen das Erstellen von Personenprofilen viel einfacher.

Eigentlich wäre das zum Kotzen, aber zum Glück gibt es Musik. Musik macht vieles viel besser.

Vespero – The Course of Abagaz (Live 15.05.2015, STD ,Astrakhan, Russia)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Goldray – Rising // Doctress Who // Ramelows Präzision

Bitte zurück ins Nest bringen.Es ist Montag. Pünktlich zum Wochenendende hat sich auch der Kopfschmerz wieder beruhigt, auf dass man frohen Mutes zur immerhin bezahlten Tat schreiten kann. Pandabär in Berlin müsste man sein, dann bekäme man jetzt Eis mit Gemüse, aber stattdessen ist man weit von Berlin entfernt und denkt als bloßer Mensch über Pandas nach. So kann es gehen.

Und die Nachrichten so? Der seit 54 Jahren männliche Titelheld aus „Doctor Who“ ist ab Ende dieses Jahres eine Feministin, was der Serie, die in jüngerer Zeit neben dem erstmals weiblichen Antagonisten mit „Bill“ auch eine Nebendarstellerin („Companion“) bekommen hat, deren wesentliche Eigenschaft es war, eine lesbische Feministin zu sein, zwar eine gewisse Kontinuität verleiht, mich hingegen skeptisch mindestens eine Augenbraue heben lässt, denn, wenngleich die schauspielerische Leistung eines „Doctors“ bislang keineswegs geschlechtsbezogen zu beurteilen war, die Serienmacher scheinen in letzter Zeit das dringende Bedürfnis zu haben, dem verdammten Patriarchat überragend selbstsichere Frauenfiguren entgegenzustellen, die außer dem Frausein nichts wirklich gut können. Haben die „Ghostbusters“ verpasst?

Der aufgebrandete Jubel auf Twitter, endlich dürfe eine Frau mal einen sowieso unsterblichen Helden mit einer langen Vergangenheit und voraussichtlich Zukunft verkörpern, was unabhängig von der charakterlichen Entwicklung schon deshalb gut sei, weil sie kein Mann sei, ist jedenfalls ein schlechtes Zeichen, belegt er doch, dass viele der Zuschauer eine Fernsehserie nicht als Unterhaltung, sondern als politisches Mittel zur Machtverschiebung begreifen, als habe irgendeine Weltanschauung plötzlich gewonnen, nur, weil in einer Serie, in der das allerdings schon mehrfach passiert ist, eine Figur das Geschlecht wechselt. Dem Patriarchat dürfte das jedenfalls einigermaßen egal sein und den verbliebenen nicht rettungslos bescheuerten Zuschauern bleibt zu hoffen, dass es endlich mal wieder eine Neubesetzung in „Doctor Who“ gibt, die der Serie inhaltliche Tiefe zurückgibt. Apropos: In Berlin-Lichtenberg ist der antipatriarchalische Vorstoß der örtlichen „Grünen“, potenziellen Rednern im Bezirksparlament nach Geschlecht statt Inhalt das Wort zu erteilen, nun vorerst gescheitert. Wie viel wäre auf dieser Welt gewonnen, achtete man nur mehr auf die Qualität des Erbrachten statt auf das Geschlecht des Erbringers!

Während die ehemals qualitätsfokussierte Piratenpartei in Konstanz, München und Leipzig anlässlich der jeweiligen Christopher-Street-Day-Parade um netzpolitisch ebenso desinteressierte Unterstützer für die kommende Bundestagswahl warb, gingen unbemerkt zwei Nachrichten von letzter Woche fast verloren: Die CIA hackt völlig überraschend auch Linux, was ich hier nur verlinke, weil das Didi immer so schön herausfordert; schlimmer jedoch: es wurde die Nachfolgerin von Günther Oettinger, also die neue EU-Digitalkommissarin, vereidigt, die gern „schärfere Regeln gegen Hassäußerungen und Falschmeldungen“ („heise online“) durchsetzen lassen würde. In einer gesunden Gesellschaft würde sich zahlreicher Widerstand formieren, aber es ist Wahlkampf, da macht man nichts mit Politik.

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow („Linke“), der auch nichts mit Politik macht, hat gestern vorgeschlagen, man möge, um den Erfolg von landesansässigen „Rechtsrockkonzerten“ (als seien Schlager leichter zu ertragen) einzudämmen, das Versammlungsrecht, für Ostdeutsche bekanntlich keine Selbstverständlichkeit, doch bitte „präzisieren“; mit anderen Worten: Zu viele Dinge gehen derzeit als „Versammlung“ durch. Unklar bleibt, welche Art von Konzerten künftig noch als legitime Versammlung gelten darf. Hoffentlich nichts mit Phil Collins!

Här nix Ton, nix Musik.

Goldray – Rising [Official Video]

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Ulver – So Falls the World

Wach wie ein PandaEs ist Montag. Die Welt findet zur gewohnten Bräsigkeit zurück und dieses eigenartige Gefühl, der bei Weitem Allerbräsigste zu sein, ist vorüber wie eines dieser schwer erträglichen Liebeslieder, die man sich ausdenkt, während man so über sein Leben sinniert. Leben ist Firlefanz, aber ein immerhin notwendiger, seufzt ein Käuzchen.

Zum nunmehr endlich vergangenen Wochenende bliebe noch manches anzumerken, aber da regte man sich dann doch wieder nur unnötig auf, was selbst der staubbedeckteste Bundespräsident der letzten paar Jahre, entsäkularisierter Dodo des Monats Juni und auch sonst stets für Geschwätz zu haben, kaum zu lindern vermag. Schweifen wir also lieber in die Ferne: Die NASA hat in den Weiten des Weltraums Dinge entdeckt, die die bisherigen Vorstellungen von den Anfängen „unseres“ Universums ein wenig korrigieren. Eine realistische Möglichkeit zur schnellen Anreise ist bisher allerdings nicht enthalten.

Apropos Zukunft: In den USA sind mehrfach bluetoothfähige Handkreisel („Fidget Spinner“) explodiert, was die Vermutung, zum langfristigen Überleben müsse man nicht nur stark, sondern auch einigermaßen schlau sein, selbst heute, da der Mensch sich als weitgehend dominante Rasse erwiesen hat, noch als bedeutsam kennzeichnet. Die „Neue Zürcher Zeitung“ fragt in eigentlich nicht ausschließlich diesem Zusammenhang, ob die moderne Gesellschaft zu doof für den Fortschritt geworden ist. Dass sie nicht von den Klügsten angeführt wird, mag als Argument nicht ausreichen, und so lange sie noch wunderbare Musik hervorbringt, ist jedenfalls das Wesentliche gesichert; zum Beispiel eben so:

Ulver – So Falls the World

Guten Morgen.

ComputerMontagsmusikNetzfundstücke
Cosmic Fall – Haumea

Euli krank, Euli Bettchen.Es ist Montag. Juchhei! Es pocht der Kopfschmerz genüsslich im Takt, so musikalisch war man seit Jahren nicht gelaunt. Das Regenwetter als Symbol für das Wohlbefinden zu betrachten ist eines Zynikers würdig, also tun wir das und drehen geringfügig durch. Früher war mehr Dingens.

Eine Studie belegt, dass Solarenergie der Umwelt größeren Schaden zufügt als Kernenergie. Das hätte ja ruhig mal wer vorher sagen können! Aber die Mär von der „sauberen“ Energie der „Zukunft“ – als stürbe der Planet später, transportierte man die erplünderten Ressourcen nur noch mit Solarautos fort – hält ganze Industriezweige am Leben und Industriezweige sind für irgendetwas „wichtig“.

Mancher Menschen Idiotie betrifft wenigstens nur andere Leute: Linuxnutzer mit einer Null vorn in ihrem Anmeldenamen kriegen vom neuen großen Ding systemd volle Systemrechte geschenkt. Das sei kein Fehler, sagen die Entwickler, weil eine Null vorn gar nicht sein könne, und wenn doch, mache man was falsch, denn das sei so nicht gedacht. Mit dem Erfolg von Linux auf irgendwelchen Quatschsystemen hat technisch orientiertes Denken wohl leider nicht gerechnet.

Machen wir es zu unserem eigenen Schutz so wie die Entwickler von systemd und schalten erst einmal das Hirn ab – nur lieber mit ein wenig guter Musik.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Meniscus – Overhang

Selbstbild als...Es ist Montag. Das war keine besonders gute Idee, aber ist jetzt leider auch nicht mehr zu ändern. Wenn mein Leben einmal verfilmt wird, soll der Film bitteschön Montag heißen. Dann geht wenigstens niemand rein. (Auch: Wenn das Wetter eine Stadt wäre, wäre es Berlin.)

Gestern fand ich in der nie enden wollender Liste der eintreffenden Informationen einen Blogeintrag der Filmchenplattform PornHub, dessen Autor in ihm eine Statistik aufbereitete, die besagt, dass gerade Frauen in der ersten Jahreshälfte 2017 auffallend oft nach Pornos mit Fidget-Spinnern (das sind diese albernen Plastikhandkreisel, die gerade wieder einmal eine Renaissance erleben) suchten. Regel 34. Meinen herzlichen Dank dem Informationsgeber, jetzt habe ich vor noch mehr Menschen Angst als bisher. – Apropos Pornografie: Derjenige Teil des illiberalen Netzfeminismus, der einem provokanten Blogger seit Jahren das Leben schwer machte, weil jener sich gegen üble Nachrede zu wehren versuchte, wurde nun anscheinend zu wohltätigen Spenden verdonnert. Die neuen legislativen Bestrebungen zur Verfolgung von „Hassrede“ sind wohl doch nicht die beste Waffe gegen das Patriarchat.

Hübscher Vorschlag zu einem ganz anderen Thema: Die Energieeffizienz von Software deutlich kennzeichnen, damit Entwickler aufhören, schlechte Software zu entwerfen. Ich befürworte diese Idee.

Was ich ebenfalls befürworte: Musik.

Meniscus – Overhang (Music Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
Porcupine Tree – Arriving Somewhere But Not Here

Montagsstimmung (Symboleule)Es ist Montag, doch die schwere Menschlichkeit des Wochenendes sitzt noch tief unter der Haut. Niveauvoller Unsinn in guter Gesellschaft und völlige Verwirrung durch sonst sicherlich Gewöhnliches; davon zehrt ein Menschenskeptiker für Wochen. Bloß nicht nachlassen und dann aber eben doch wieder an der eigenen Unzulänglichkeit fast ersticken. Hoch zu pokern verleidet einem nur das Schachspiel. Leben, du alte Knackwurst. Denken wir ratlos an Antalya und tun wir unbeeindruckt.

Gute Nachrichten: In Wien wird laut österreichischer Presse das erste Wohnhaus des Landes gebaut, in dem Menschen aller sexuellen Orientierungen gleichzeitig wohnen dürfen. Bis jetzt mussten Schwule in Österreich anscheinend außerhalb von Häusern wohnen.

Derweil auf „SPIEGEL ONLINE“: „Trump-Gegner feiern politische Ideen aus dem 19. Jahrhundert“, schreibt Benjamin Moldenhauer, als sei dies ein geradezu revolutionärer Schritt in einem Staatenbund, dessen Verfassung im 19. Jahrhundert schon alt war und der sich in Teilen auf ein politisches System aus dem vorchristlichen Athen beruft. Anderswo fliegen währenddessen Fußballtrainer raus, weil sie zu erfolgreich sind. Gegner muss man auch mal gewinnen lassen, nämlich. Sonst sind sie traurig.

Did you ever imagine the last thing you’d hear as you’re fading out was a song?

Porcupine Tree – Arriving Somewhere But Not Here (Live)

Guten Morgen.

MontagsmusikNetzfundstücke
Jimi Hendrix – Hey Joe // Freiheit ist auch das Recht, Unrecht zu haben.

Es ist Montag?!Es ist Montag. Der Sommer scheint vorüber, zumindest herbstet es sehr. Die Betrübnis, die sich einstellt, auf das Wetter zu schieben wäre nicht angemessen, denn ein Blick auf den Kalender offenbart mehr. Menschlichkeit ist eine Schwäche der Evolution und sehr ärgerlich. Käuzchenwort des Tages: Ungemach.

Gegen eine etwas andere Art von Ungemach will die staatlich finanzierte Aktion „DoppelEinhorn“ (natürlich unter Missachtung geltender Schreibweisen) etwas tun, die, bebildert mit einer nicht mal ironisch interessanten und respektlos duzenden Comicfigur, zum Beispiel suggeriert, es gebe kein „Grundrecht auf Scheißelabern“, als sei nur von der Meinungsfreiheit gedeckt, was erstens wahr ist und zweitens von niemandem kritisiert wird, denn so ein Grundrecht wäre keines. Nun ist es im besten Sinne fraglich, ab welchem Beklopptheitsgrad Meinungsfreiheit aus staatlicher Sicht zum „Scheißelabern“ wird und ob es letztendlich überhaupt zielführend ist, das Reden von Stuss unter Strafe stellen zu wollen, so lange nicht klar ist, wo die Grenze zwischen erlaubter Meinung und illegalem Stuss liegt: Bei positiven Rezensionen von Musik von Phil Collins oder erst bei der Leugnung des Holocausts – und warum?

Gute Nachrichten derweil: Wissenschaftsleugnung ist jetzt ein Freiburger Studienfach. Sobald ausgependelt werden konnte, welche Sternenkonstellation daran schuld ist, wird es sicherlich eine entsprechende Onlinedemonstration geben.

Bis dahin: Musik.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Valerinne – Solastalgia // Bitte nicht mehr muslimisch aussehen!

Es einfach mal wie diese Eule machen und sich schlafen setzen.Es ist Montag. Weil in einer alten Erzählung davon zu hören ist, dass zu Pfingsten vor langer Zeit einige Menschen plötzlich in fremden Sprachen zu reden anfingen, wird heute trotzdem nur wenig gearbeitet. Das ist nur folgerichtig und sicherlich auch sinnvoll, denn sonst würde der Gesetzgeber, dem Arbeit bekanntlich nicht völlig unwichtig ist, ja sicherlich anders entscheiden, nicht wahr? – Wenn doch nur alles so leicht wäre!

Apropos Gesetze: Die Welt ist beruhigt, in London wurden die Bösen, wie es sich für einen Rechtsstaat gehört, zeitnah gemeuchelt beziehungsweise „ausgeschaltet“, wie es bei Lichtschaltern und in der einschlägigen Berichterstattung mit ihren Livetickern und Newsblogs (was nebenbei die Frage aufwirft, was, wenn kein „Newsblog“, die beteiligten Journalisten denn sonst so zu schreiben meinen) heißt. Über die Täter war schnell alles Notwendige bekannt, denn gemäß den Nachrichten (u.a. gestrige „Sat.1-Nachrichten“) handelte es sich um „muslimisch aussehende“ Männer, denn, wie gerade wir als Deutsche ja wissen, ist es zwar völlig unangebracht, die Religion eines Menschen an seinem Aussehen zu erkennen, aber bei den Moslems macht man da in der Terrorhysterie schon mal eine Ausnahme, denn die sehen ja alle gleich aus. Jemand sollte mal etwas gegen diese Bärtigen unternehmen.

Aus der Welt der großen Überraschungen: Wer seine Passwörter auf den Computern anderer Menschen („Cloud“) ablegt, dem gehen sie auch mal verloren. Der unbedachte Umgang der Menschen mit ihren Daten war irgendwann einmal ein treibendes Thema für eine aufstrebende deutsche Partei, diese jedoch sonnte sich am Wochenende lieber auf einer Sexualitätsparade. Ich wünschte, es würden sich auch nur annähernd so viele politisch aktive Menschen für ihre digitale Freiheit wie für Sexpolitik interessieren, aber ich bin natürlich auch ein bisschen merkwürdig.

Ebenfalls merkwürdig, klingt aber wenigstens gut: Musik.

Valerinne Solastalgia Live 2017 in Fabrica

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
sleepmakeswaves – Emergent // Danke, Donald!

Es wird warm. Auch das noch!Es ist Montag. Ab schweifen Gedanken wie Pandabären, vom Brückentag hatte man als anständiger Mensch ja auch nicht viel außer den sicheren Hohn derer, die ihn nutzten. Jede Ausrede ist willkommen, um dem Wirtschaftsgedanken eine Pause zu verordnen, jedoch keine genug, um sich noch zu schätzen zu wissen. Über den Wolken, nur eben: allein.

Keineswegs zu schätzen wissen auch die Leute unverändert den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, obwohl wir ihm vieles zu verdanken haben. Vertreter der rechtspopulistischen SPD etwa erwägen seinetwegen eine Reduktion des „Austauschs“ (ebd.) mit dessen (D. Trumps) Geheimdiensten, womit berechtigt als gesichert angenommen werden kann, dass die Präsidentschaft Donald Trumps die allumfassende globale Überwachung zu unseren Gunsten verändert. Sehen die Leute aber nicht und verstehen sie nicht.

Das könnte natürlich an der Berichterstattung liegen, deren Neutralität (vergleiche hierzu einschlägige Nachrichtenformate), bezogen auf das Staatsoberhaupt fremder Länder, mitunter zu wünschen übrig lässt. Tendenzjournalismus ist eben kein Journalismus, auch wenn die Ansprüche sinken: Das ist wie aus anderer Leute Mülleimer zu fressen. Es ist schwer, noch etwas zu glauben, was man liest. Die mediale Totalversorgung ist getrieben vom Mitteilungsdrang der Lautesten, mich selbst einfach provisorisch einmal eingeschlossen. Wenigstens wollen sie selbst dafür angemessen beschimpft werden.

Über jeden Zweifel erhaben bleibt jedoch: Musik.

sleepmakeswaves – Emergent – Audiotree Live (2 of 4)

Guten Morgen.

MontagsmusikNetzfundstücke
Grusom – The Journey

Wieder nur Eulen im SPIEGEL.Es ist Montag. Zwar zu nass, aber wenigstens auch zu warm. Dem Ziel, endlich anzukommen, wurde abermals nicht näher gekommen, überraschenderweise löst Untätigkeit Probleme eher selten. Die Forschung indes findet immer wieder einen neuen Sinn im Leben. Dieser Tage wurden Forschungsergebnisse publik, die das Laden einer Batterie mit Lebensenergie für wahrscheinlich erachten. Eine wandelnde Ladestation zu sein ist ja auch irgendwie ein Sinn, auch, wenn es bei vielen potenziellen Anwendern eben an der Lebensenergie fehlen wird. Die Zukunft wird wunderbar.

Kurz die Kotze abwischen und weiter im Text. – Der olle „SPIEGEL“, der den Unterschied zwischen einer Debatte und einem Duell nicht mal im Ansatz verstanden hat, titelt diese Woche falsch: „Wie Hacker die Welt attackieren. Wie wir uns schützen können.“ Die Antwort darauf lautet zum Beispiel nicht: indem man Hacker, die längst den letzten Schutzwall zwischen übergriffigen Geheimdiensten und Regierung auf der einen sowie uns auf der anderen Seite bilden, zum Problem erklärt; aber Ahnung von dem, worüber man da gerade zu schreiben versucht, ist beim „SPIEGEL“ selten ein Anlass zur Beförderung.

Völlig furchtbar auch: Die schlimmsten Dinge, die man im Web kaufen kann, als täglich aktualisierter Blog.

Ziemlich gut hingegen: Musik.

GRUSOM – The Journey (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Farflung – Endless Drifting Wreck

In der Ferne leiser Donnerhall.Es ist Montag. Die Wählerschar Nordrhein-Westfalens hat sich wieder einmal Unsinn zusammengewählt, was lustig ist, so lange man dort nicht wohnen muss. Lustig auf jeden Fall: In Brasilien werden Frauen mit zu großem Gesäß nun von der Wahl zur Miss BumBum ausgeschlossen.

Zur Musik, denn Musik ist, was das alles wesentlich erträglicher gestaltet: Aufgrund aktueller Vorkommnisse soll die Bundeswehr ein neues Liederbuch bekommen. Möglicherweise wären hier die eingängigen Weisen von Frau Fischer und Herrn Petry zwecks Abschreckung etwaiger Feinde eine lohnenswerte Ergänzung.

Apropos: Am vergangenen Wochenende fand offenbar das alljährliche Wettsingen der europäischen Interpreten belangloser anglophoner Schlagermusik statt. Auch in diesem Jahr bitte ich davon Abstand zu nehmen, mir irgendetwas über den deutschen Beitrag (es gab doch einen deutschen Beitrag?) mitzuteilen. Das Leben ist zu kurz für einen schlechten Musikgeschmack, auch, weil es ohnehin bereits zu viel Musik gibt, die es sich zu hören lohnte.

Vor allem an einem Montag.

FARFLUNG • Endless Drifting Wreck • Rockhouse, Salzburg, June 13th 2016

Guten Morgen.