Archiv für die Kategorie ‘Netzfundstücke’.

Das, was andere als eigenes Blog betreiben, ist bei mir nur eine Kategorie wert. :)

Netzfundstücke
Amazon: Kunden fragen, Leser fasst es nicht.

Dass Amazon.de seit einigen Jahren seine Kunden nicht nur Tand kaufen, sondern auch noch kostenlos Produktunterstützung für diesen Tand leisten lässt, indem sie gelegentlich darum gebeten werden, Fragen anderer Kunden zu bestimmten Produkten zu beantworten, hat sich mittlerweile sicherlich schon ebenso herumgesprochen wie der Umstand, dass diese Herangehensweise des Unternehmens offensichtlich besser erklärt werden müsste.

Nicht mehr auszuschließen ist jedoch, dass Amazon.de für die oft ziemlich blöden Kundenfragen und -antworten nicht viel kann. Die Leute sind einfach doof.

Nehmen wir als einfaches Beispiel einmal das prägnant betitelte Produkt „Handy Halterung, Lamicall iPhone Dock : Handyhalterung, Handy Halter, Phone Ständer, Handy Ständer für“, einatmen, ausatmen!, „iPhone 7, 7 Plus, 6s 6 / Plus, SE, 5 5s 5c, Samsung A3 A5 J3 J5 J7 S6 S7 S8, Huawei P8 P9 P10 / Lite, Honor 6X, 8, Tisch Zubehör, Schreibtisch, E-Reader, andere Smartphone – Schwarz“, offensichtlich eingestellt von irgendeiner mentalen Knackwurst, die im SEO-Grundkurs gelernt hat, dass mehr Wörter unabhängig von ihrer Schreibweise grundsätzlich mehr Geld einbringen. Schon aus dem Titel – wenn man in der gesellschaftsüblichen Lesefaulheit schon darauf verzichtet, die eigentliche Beschreibung näher zu betrachten – sollte schnell hervorgehen, dass hier – im Gegensatz zu vielen anderen ähnlichen Vorrichtungen, die eine bestimmte Produktreihe voraussetzen – eine Halterung für irgendwie smartphoneförmige Geräte beinahe beliebiger Größe zum Verkauf steht.

Momentan gibt es 18 Fragen zu diesem Produkt, die ungefähr so lauten:

Für Blackberry geeignet?

Oder:

Geht die Halterung auch für samsung Galaxy s5mini und funktioniert es mit Schutzhülle

Oder:

ich kann den ständer ja auch für ein htc one m9 benutzen oder?

Oder:

Funktioniert die halterung auch für ein iphone se ?

Oder:

Geht Iphone 6s auch?

Oder:

Ist der Halter für das iPhone 5s kompatibel?

Oder:

Geht sie auch für das Huwai P8 ???

Oder:

Passt das iPhone 7 Plus auch in diese Halterung?

Oder:

Kann Mann die halte rung auch für eine Samsung galaxy s7 edge nutzen

Denn – hier absichtlich ungeachtet der mitunter nicht merklich klügeren Antworten – ein „Tisch Zubehör“ (sic!) mit ausdrücklicher Eignung für anscheinend jedes Smartphone, das dem Verkäufer beim Tippen gerade eingefallen ist, ist höchstwahrscheinlich für kein anderes Smartphone geeignet. Keines. Nie. Passt nicht. Kann gar nicht, steht nämlich nicht drauf.

keine Ursache

(Mit Dank an K.)

In den NachrichtenNerdkramsNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 25. Juli 2017: Der Webcomics Rettung und anderes.

Gute Neuigkeiten: Zwar wird Microsoft Paint aus Windows 10 demnächst entfernt, jedoch war der Aufruhr so groß, dass es weiterhin zumindest angeboten werden wird. Die Szene der absichtlich laienhaft gestalteten Webcomics (man verstehe dies keineswegs ausnahmslos als Qualitätskritik) und ihrer Abonnenten ist eine durchsetzungskräftige, wie es scheint. Politische Parteien wären gut beraten, ließen sie in Wahlkampfdingen häufiger einmal langjährige Paintnutzer ihre Vorschläge einbringen.


Als stolzer Linux-Desktop-Nutzer – natürlich mit einer dieser Klickibunti-systemd-Distributionen ausgerüstet – hat man sein Portemonnaie gezückt, um ein Netflix-Abonnement abzuschließen, weil man sonst nichts mit seiner Freizeit anzufangen weiß? Dann wünsche ich viel Glück beim Streamen.


Endlich nie wieder in der eigenen Wohnung verlaufen! Der „Roomba“-Staubsauger verscherbelt künftig Raumpläne seiner „Besitzer“.


Ganz ohne Politik würde hier doch etwas fehlen: Was ist eigentlich ein Populist? Wer sich an das Grundgesetz halten möchte, sei ein Populist, behaupten die Fragesteller einer populären Bertelsmannstudie.

NerdkramsNetzfundstücke
Kurz verlinkt: „Programmierer“ / Chromefox‘ Googleanalyse

Was über Python-„Programmierer“ und GitHub-Nutzer im Übrigen noch zu verlinken bleibt:

Ein Python-Modul, das automatisch den erstbesten leidlich relevanten Code von StackOverflow.com herunterlädt und einbindet – besternt von über 1.400 GitHub-Konten.

:wallbash:


Die zivilisatorische Decke unter Datenschützern wird dünner: Firefox bindet Google Analytics ein.

"Genießen Sie den Browser mit den meisten integrierten Datenschutzfunktionen" (Quelle: https://www.mozilla.org/de/firefox/new/)

Da wächst zusammen, was zusammen gehört.

Netzfundstücke
Kurz verlinkt: Penis!

Da hatte jemand Spaß:

Zerstörter Fels „Trollpenis“: Er steht wieder (…) Er wollte – ja, es ist wirklich nicht einfach, diese ganze Sache ohne Zoten zu erzählen – er wollte also den „Trollpenis“ wieder stehen sehen. (…) Nun muss die ganze Sache – sorry auch hier für die Wortwahl – noch ein paar Tage aushärten. (…) Die Touristen können also – und das ist jetzt wirklich die letzte zweideutige Formulierung dieses Textes – kommen.

„SPON“-Redakteure. Da steckt man auch nicht drin.

ComputerMontagsmusikNetzfundstücke
Cosmic Fall – Haumea

Euli krank, Euli Bettchen.Es ist Montag. Juchhei! Es pocht der Kopfschmerz genüsslich im Takt, so musikalisch war man seit Jahren nicht gelaunt. Das Regenwetter als Symbol für das Wohlbefinden zu betrachten ist eines Zynikers würdig, also tun wir das und drehen geringfügig durch. Früher war mehr Dingens.

Eine Studie belegt, dass Solarenergie der Umwelt größeren Schaden zufügt als Kernenergie. Das hätte ja ruhig mal wer vorher sagen können! Aber die Mär von der „sauberen“ Energie der „Zukunft“ – als stürbe der Planet später, transportierte man die erplünderten Ressourcen nur noch mit Solarautos fort – hält ganze Industriezweige am Leben und Industriezweige sind für irgendetwas „wichtig“.

Mancher Menschen Idiotie betrifft wenigstens nur andere Leute: Linuxnutzer mit einer Null vorn in ihrem Anmeldenamen kriegen vom neuen großen Ding systemd volle Systemrechte geschenkt. Das sei kein Fehler, sagen die Entwickler, weil eine Null vorn gar nicht sein könne, und wenn doch, mache man was falsch, denn das sei so nicht gedacht. Mit dem Erfolg von Linux auf irgendwelchen Quatschsystemen hat technisch orientiertes Denken wohl leider nicht gerechnet.

Machen wir es zu unserem eigenen Schutz so wie die Entwickler von systemd und schalten erst einmal das Hirn ab – nur lieber mit ein wenig guter Musik.

Guten Morgen.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 23. Juni 2017

Moderner Feminismus scheint seine Protagonistinnen so einsam zu machen, dass sie um eine neue Errungenschaft nicht herumkamen: Sie heiraten sich jetzt selbst. :roll:


Geheimdienstüberraschung zum Ersten: Der deutsche Geheimdienst BND hat angeblich auch in den USA spioniert. Das konnte, impliziert man beim „SPIEGEL“, ja wohl niemand ahnen!


Geheimdienstüberraschung zum Zweiten: Es könnte sich zum allgemeinen Erstaunen herausgestellt haben, dass die Bundesregierung bei der Beschreibung der Zusammenarbeit mit der NSA gelogen haben könnte. Zum Glück haben wir einen Ausschuss, der das herausgefunden hat, sonst wäre das sicherlich niemandem auch nur eingefallen!


Für einen festen Monatsbetrag kann man bei Amazon jetzt eine kleine Auswahl an E-Books herunterladen, jubelt Daniel Berger auf „heise online“. Dieses laut Pressedarstellung aufregend neue Konzept sollte sich unbedingt einmal durchsetzen, um diese schmerzliche Marktlücke einer Art Videothek für Bücher zu füllen. Vielleicht sogar mit papiernen Büchern?


Das Schlimmste am neuen SPD-Spionagegesetz? Nein, nicht der Staatstrojaner, der wird aller Voraussicht nach ohnehin erstens abwehrbar (nein, „schab eh Linux“ wird nicht genügen) sein und dürfte zweitens vom BVerfG gekippt werden. Viel schlimmer: Zeugen einer vermuteten Straftat verlieren einen Großteil ihrer Bürgerrechte. Wer wählt so was?


Apropos Verbrecherparteien: Verfassungsfeindlichen Parteien soll künftig die Staatsfinanzierung entzogen werden; dass dieses Gesetz aller Voraussicht nach nur für programmatisch, nicht aber für tatsächlich verfassungsfeindliche Parteien wie die SPD gelten wird, ist beinahe das einzig Traurige daran.

Netzfundstücke
Kurz verlinkt: „Danke für unsere Überwachung, hier ist Ihr Gutschein.“

Da kommt einem direkt der Kaffee wieder hoch:

Zum 1. August 2017 startet ein sechsmonatiges Projekt zur Erprobung von intelligenter Videotechnik. (…) Wer am häufigsten durch die markierten Kamerabereiche läuft, hat die Chance, neben einem Einkaufsgutschein im Wert von 25 Euro einen von drei attraktiven Hauptpreisen zu gewinnen.

Zuckerbrot jetzt, Peitsche später.

NerdkramsNetzfundstücke
„SPIEGEL ONLINE“ weiß: Audiodateien haben häufig keine Bildsequenz.

Am Anfang, so steht es geschrieben, war das Netz kalt und grau.

Neben Mailboxen, BBSen, Gopher und dem Usenet etablierten sich allmählich erste noch recht chatlastige Vorläufer des heutigen Webs, darunter CompuServe, das heute zum damaligen Konkurrenten AOL gehört. Die Computer zur damaligen Zeit konnten wie auch die Leitungen nur vergleichsweise wenig zu einem „Multimedia-Erlebnis“, wie das Angucken von Unsinn in heutiger Werbesprache heißt, beitragen, jedes Byte war wertvoll – ein Grundsatz, der heutzutage leider ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Um trotzdem das eigene Netz ein wenig bunter machen zu können, entwarf man bei CompuServe Mitte der 1980-er Jahre das Grafikformat GIF (Graphics Interchange Format, also „Grafikaustauschformat“), das mit der erst 1984 veröffentlichten LZW-Kompression eine damals innovative Möglichkeit bot, auch über behäbige Leitungen recht ansehnliche Bilder zu verteilen; diese, freilich, waren zwar auf 256 Farben beschränkt, was sowohl 1987 (GIF87a) als auch 1989 (GIF89a) eine Verbesserung gegenüber den vorherigen Graustufenbildern darstellte und noch problemlos ausreichte, um auf gängigen Bildschirmen nicht blöd auszusehen, besaßen jedoch Funktionen, die erst fast zehn Jahre später mit dem PNG-Format wieder ähnlich populär werden sollten, nämlich das Festlegen von Farben als „transparent“ sowie insbesondere das Zusammenfügen mehrerer Einzelbilder zu einer Animation; eine GIF-Datei kann praktisch beliebig viele Teilbilder, mindestens aber 0, enthalten.

Obwohl das LZW-Verfahren (und damit GIF) bis ins derzeitige Jahrtausend hinein patentbehaftet war und wohl auch wegen der Dateigröße setzte sich das ansonsten funktionsreichere APNG (animiertes PNG) niemals durch, auch dann noch nicht, als die Leitungen immer schneller und die Computer immer leistungsfähiger wurden. Während die begrenzte Farbenzahl GIF für einfache Grafiken mit der Zeit gegenüber den fortgeschrittenen, mitunter sogar zu kleineren Dateien führenden Formaten JFIF („JPEG“) und PNG an Boden verlieren ließ, blieb es für einfache Animationen doch die erste Wahl, woran selbst das Aufkommen und Abebben von Flash sowie die Entwicklung von HTML5 und Webvideoformaten nicht viel änderte. Das tanzende Kleinkind symbolisiert das junge World Wide Web bis heute recht treffend.

Diese neuen Webvideoformate kamen GIF sogar entgegen: Der beliebte Bilderhoster Imgur bietet mit GIFV ein eigenes „Format“ an, das hochgeladene animierte GIF-Dateien als MPEG-Video darstellt, wobei mitunter tatsächlich Speicherplatz gespart werden kann. Im Jahr 2013 wurde mit Giphy gar eine eigene Datenbank für animierte GIF-Dateien ins Leben gerufen, die in „sozialen Netzwerken“ auch auf Smartphones einen neuen Ansturm auf witzige Animationen (leider nur noch selten das gute alte Baustellen-GIF), inzwischen von störenden Dateigrößenhemmungen befreit, aus.

Wenn man all das nicht verstanden hat, aber trotzdem im Fachmagazin „SPIEGEL ONLINE“ mit halbgarem Technikwissen reüssieren möchte, klingt obige Erklärung stattdessen ungefähr so:

Ein Gif, die Abkürzung steht für Graphics Interchange Format, ist ein meist extrem kurzes Video. Es zeigt in Dauerschleife nur einige wenige Bilder, häufig ohne Ton.

Zumindest der letzte Teil des Satzes ist ziemlich präzise. :-?

MontagsmusikNetzfundstücke
Jimi Hendrix – Hey Joe // Freiheit ist auch das Recht, Unrecht zu haben.

Es ist Montag?!Es ist Montag. Der Sommer scheint vorüber, zumindest herbstet es sehr. Die Betrübnis, die sich einstellt, auf das Wetter zu schieben wäre nicht angemessen, denn ein Blick auf den Kalender offenbart mehr. Menschlichkeit ist eine Schwäche der Evolution und sehr ärgerlich. Käuzchenwort des Tages: Ungemach.

Gegen eine etwas andere Art von Ungemach will die staatlich finanzierte Aktion „DoppelEinhorn“ (natürlich unter Missachtung geltender Schreibweisen) etwas tun, die, bebildert mit einer nicht mal ironisch interessanten und respektlos duzenden Comicfigur, zum Beispiel suggeriert, es gebe kein „Grundrecht auf Scheißelabern“, als sei nur von der Meinungsfreiheit gedeckt, was erstens wahr ist und zweitens von niemandem kritisiert wird, denn so ein Grundrecht wäre keines. Nun ist es im besten Sinne fraglich, ab welchem Beklopptheitsgrad Meinungsfreiheit aus staatlicher Sicht zum „Scheißelabern“ wird und ob es letztendlich überhaupt zielführend ist, das Reden von Stuss unter Strafe stellen zu wollen, so lange nicht klar ist, wo die Grenze zwischen erlaubter Meinung und illegalem Stuss liegt: Bei positiven Rezensionen von Musik von Phil Collins oder erst bei der Leugnung des Holocausts – und warum?

Gute Nachrichten derweil: Wissenschaftsleugnung ist jetzt ein Freiburger Studienfach. Sobald ausgependelt werden konnte, welche Sternenkonstellation daran schuld ist, wird es sicherlich eine entsprechende Onlinedemonstration geben.

Bis dahin: Musik.

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Warum Informatik kein Programmierunterricht ist (Nachtrag)

Das größte ungelöste Problem bei der von Kurzsichtigen angetrebten Verpflichtung zum Programmierenlernen (denn das ist das, worauf der vielstimmige Ruf, „Informatik“ möge doch bitte Grundschulfach und nicht bloß langjährige Ausbildung oder gar Studium sein müssen, im Wesentlichen hinausläuft; als würde auch nur ein einziges EDV-Netz, das nur von Programmierern betreut wird, dauerhaft halbwegs funktionieren!) ist im Übrigen auch, dass es mehr Programmierer als Aufgaben gibt. Sam Kriss schrieb zu der Utopie der Weltfremden:

Ihr Alter oder Ihre Ethnie oder Ihr Geschlecht sind egal, sie gehören in das Zeitalter der Objekte. Lernen Sie einfach zu programmieren und alles wird gut. Aber etwas fehlt: Was programmieren? Um was zu tun? Und warum? (…) Kein Startup leistet etwas neues oder interessantes. Was nicht verwundern sollte: wie oft hat irgendjemand eine wirklich gute Idee? Was Sie bekommen, ist nur Code, der herumschwappt und schließlich in der Form von Apps und Firmen erstarrt, die nur existieren, um zu existieren. (…) Es gibt Startups, die Zehntausende für Namen und Logo ausgeben, bevor sie überhaupt ein Produkt haben oder wissen, ob es irgendwer haben wollen würde. Das nennt man Innovation, aber was es eigentlich repräsentiert, ist eine Kultur, die das verstümmelte Geröll des Alten aufhäuft, um irgendetwas neues zu schaffen, und eine morbide Wirtschaftsordnung, die in ihrer eigenen überflüssigen Liquidität ertrinkt und willens ist, in jede Blase zu investieren, die ihr begegnet.

(Übersetzung wie üblich von mir.)

Die lächerliche Katja Kipping von den lächerlichen „Linken“ hat sich beschwert, dass dieses Internet einem den ganzen ruhigen Feierabend versaut. Vielleicht sollte man bei solchem grobem Unfug ansetzen, wenn es um die Definition dessen geht, was jeder Mensch als EDV-Grundbildung besitzen sollte – wenn es bei denen, die Gesetze machen wollen, schon an der Kenntnis vom Ausknopf scheitert, wie soll dann ein staatlich geregelter Informatikunterricht jemals mehr als perspektivlose Programmieraffen, überbezahlte sprichwörtliche Inder quasi, hervorbringen?

(via jwz)

ComputerNetzfundstücke
Telekom: Die Industrie von morgen mit dem Internetzugang von gestern.

Auf Twitter machte vor ein paar Tagen die begeisternde Frage der Mobilsparte der Telekom die Runde, was man mit un-fass-baren vier Gigabyte Übertragungsvolumen per Monat denn so alles anfangen würde. Eine beliebte Antwort lautete, dass man mit vier Gigabyte gerade so die Strecke bis nach Dänemark schaffen könnte, eines unserer Nachbarländer, in denen das mobile Internet (allein der Begriff schon!) eher weniger von Drosselungen und Volumentarifen betroffen ist, glaubt man den einschlägigen Statistiken und Berichten.

Im Festnetz allerdings macht sie kaum eine bessere Figur. Als dominanter Anbieter in Deutschland, einem Land mit einem eigentlich nur von zwei Konzernen dominierten Markt für festnetzbasierte Internetanschlüsse, sieht die derzeitige nicht rein wirtschaftliche Erfolgsstatistik der Telekom so mau aus wie ihre Aktienkurse: Laut einem Akamai-Bericht (wer es tabellarisch mag und Fließtext doof findet, der möge direkt ab Seite 34 nach dieser Ausdrucksform Ausschau halten) aus dem Vorjahr – seitdem hat sich daran vermutlich eher wenig getan – liegt Deutschland hinsichtlich der durchschnittlichen Übertragungsgeschwindigkeit über IPv4 auf dem 26. Platz, hinsichtlich der Maximalgeschwindigkeit sogar nur auf Platz 43 – jeweils immerhin noch vor Österreich. Auf dem globalisierten Weltmarkt spielt Deutschland, „Industrie 4.0“ und sonstige Bonusfelder für’s Bullshitbingo (was genau war denn dann die „Industrie 1.0“?) hin oder her, auch deshalb kaum eine Rolle, denn:

Ein Maschinenbauer ohne superschnelle Datenleitung wird halt die Maschinen seiner Abnehmer nicht online warten können. (…) [D]ie Telekom versteht unter dem „Anschluss der Zukunft“ keine erhöhte Geschwindigkeit – sondern eine signifikant NIEDRIGERE. (…) Stück für Stück zeigt sich, dass die Deutsche Telekom in ihrem aktuellen Vorgehen ein Krebsgeschwür im Hirn des Wirtschaftsstandortes Deutschland darstellt.

Und die sind die technisch Verantwortlichen für die deutsche cloud (weil: ist ja alles sicherer, wenn BND statt NSA am Knoten hängt). Nicht, dass ich es nicht guthieße, würde die totale Vernetzung sich deshalb noch etwas langsamer fortbewegen als in anderen Ländern, und nicht, dass ich irgendeinen Viernullblödsinn für einen immanenten Bestandteil modernen Zusammenlebens hielte, aber eine gewisse Öffnung des Netzmarktes auch hinsichtlich der Finanzierung kleinerer Unternehmen könnte doch manches deutlich interessanter machen.

Hallo Zukunft!
Telekom, ca. 2006

MontagsmusikNetzfundstücke
Grusom – The Journey

Wieder nur Eulen im SPIEGEL.Es ist Montag. Zwar zu nass, aber wenigstens auch zu warm. Dem Ziel, endlich anzukommen, wurde abermals nicht näher gekommen, überraschenderweise löst Untätigkeit Probleme eher selten. Die Forschung indes findet immer wieder einen neuen Sinn im Leben. Dieser Tage wurden Forschungsergebnisse publik, die das Laden einer Batterie mit Lebensenergie für wahrscheinlich erachten. Eine wandelnde Ladestation zu sein ist ja auch irgendwie ein Sinn, auch, wenn es bei vielen potenziellen Anwendern eben an der Lebensenergie fehlen wird. Die Zukunft wird wunderbar.

Kurz die Kotze abwischen und weiter im Text. – Der olle „SPIEGEL“, der den Unterschied zwischen einer Debatte und einem Duell nicht mal im Ansatz verstanden hat, titelt diese Woche falsch: „Wie Hacker die Welt attackieren. Wie wir uns schützen können.“ Die Antwort darauf lautet zum Beispiel nicht: indem man Hacker, die längst den letzten Schutzwall zwischen übergriffigen Geheimdiensten und Regierung auf der einen sowie uns auf der anderen Seite bilden, zum Problem erklärt; aber Ahnung von dem, worüber man da gerade zu schreiben versucht, ist beim „SPIEGEL“ selten ein Anlass zur Beförderung.

Völlig furchtbar auch: Die schlimmsten Dinge, die man im Web kaufen kann, als täglich aktualisierter Blog.

Ziemlich gut hingegen: Musik.

GRUSOM – The Journey (Official Video)

Guten Morgen.

ComputerNetzfundstücke
comcrypto: Mit Scriptzwang und Googlewanzen gegen Überwachung?

Die Startupszene in Deutschland ist eine florierende. Die Geschäftsmodelle sind oft vollkommen absurd und scheitern erfreulich schnell, andere fußen auf realen Bedürfnissen und füllen ihre jeweilige Nische oft auf herausragende Weise.

Und dann wäre da noch comcrypto.

comcrypto – laut Eigenbeschreibung im Seitentitel zuständig für „Authentizität und Verschlüsselung im Informationsaustausch“ – ist eine seit 2016 in irgendwelchen Registern stehende Chemnitzer GmbH, die unter anderem auf der diesjährigen CeBIT in Hannover zu Gast war, um ihre Dienste anzupreisen. Das tut sie zum Beispiel wie folgt:

Beispiele wie das Spionageprogramm PRISM oder zunehmende Schadensfälle durch E-Mail-Fälschungen sind Beleg für die zunehmende Verletzlichkeit unseres privaten und geschäftlichen Nachrichtenaustausches.

Und:

Von comcrypto entwickelte Lösungen entsprechen höchsten Anforderungen.

Und:

Kommunikation benötigt Vertrauen. Wir ermöglichen es.

Dass die eigene Website ohne einen technischen Anlass mit deaktiviertem JavaScript praktisch unbedienbar (schlimmer noch: unlesbar) ist, dass man den Herren von comcrypto also erst einmal ohne erkennbaren Grund das Ausführen von beliebigem Code auf dem eigenen Rechner erlauben muss, um überhaupt in den Genuss der Heilsversprechen zu kommen, könnte allerdings ein Zeichen dafür sein, dass das junge Unternehmen seine Zielgruppe maßlos unterschätzt.

comcrypto - Kein JS, keine Infos!

Und wenn man comcrypto dann mal vertraut und nicht weiter nachfragt und am besten auch nicht ans Ende der sehr, sehr langen Seite scrollt, wird man auch niemals den Datenschutzhinweis – blassblau auf hellblau – ausklappen und folgende Information nicht einmal zur Kenntnis nehmen:

Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. (“Google“).

Eine Website, so heißt es, sei heutzutage das Aushängeschild eines Unternehmens, das etwas auf sich hält. Was der Umstand, dass sicherheitsbewusste Interessenten dieses Schild in den meisten Fällen nicht einmal lesen können, ohne gleich bei Google vorstellig werden zu müssen, über das Unternehmen aussagt, möge die Entscheidung der Einzelnen bleiben.

Ich würde unter diesem Schild jedenfalls ohne Helm nicht einmal entlanggehen wollen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMusikNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 17. Mai 2017

Ich bin mir nicht sicher, ab welcher Schwere der Vergehen einer Regierung gemäß Art. 20 Abs. 4 GG ein Widerstand geleistet werden darf, aber ich bin durchaus gewillt, diese Option gegen die schlimme SPD zumindest in Erwägung zu ziehen: Hassminister Heiko Maas würde gern das offensichtlich verfassungswidrige Netzwerkdurchsetzungsgesetz noch diese Woche beschließen lassen. Der Rechtsstaat, das sind die anderen.


„Linux ist sicher“ des Tages: Über eine der unzähligen Sicherheitslücken in Ubuntu – mein Mitleid mit seinen oft verächtlich auf Windows hinabblickenden Nutzern hält sich in sehr engen Grenzen – war es möglich, den störenden Anmeldezwang, um auf die Dateien eines anderen Benutzers zuzugreifen, einfach zu umgehen.

(via Schwerdtfegr)


Eine erschreckende Vermutung, die alles, was wir bisher über Musik zu wissen meinten, in Frage stellt: Werden Texte in der Popmusik immer repetitiver?


Wenn Blinde über Farben reden, werden sie irgendwann Computerjournalist bei der Tagesschau:

IP-Adressen sind aus dem Internet nicht mehr wegzudenken.

Siehe auch:

Ja wahrlich, telefonieren ohne Telefonnummern, das gibt es praktisch nicht mehr. Selbst die Postzustellung ohne Anschrift gehört der Vergangenheit an.

Wir leben in erstaunlichen Zeiten.


Hihi:

Auf dem Fußboden bleibt die ominöse Buchstabenfolge “FCK ARN” zurück. Nach einigem Gerätsel lässt sich das wohl nur als hastiger Beginn der Worte “FICKT ARNE HOFFMANN” interpretieren, was immerhin mal eine feministische Forderung wäre, der ich zustimmen kann, auch wenn ich bisher nicht auf den Gedanken kam, sie auf Trottoirs zu sprühen. War der ganze Pick-up-Kram also doch zu etwas gut …

:lachtot:

NetzfundstückePolitik
Wahlverlierer nach Afghanistan!

Ich finde das als Strafe jetzt etwas übertrieben, aber die Kanzlerin hat sich dabei sicherlich etwas gedacht:

(via @silvereisen)