Archiv für die Kategorie ‘Netzfundstücke’.

Das, was andere als eigenes Blog betreiben, ist bei mir nur eine Kategorie wert. :)

NerdkramsNetzfundstücke
„SPIEGEL ONLINE“ weiß: Audiodateien haben häufig keine Bildsequenz.

Am Anfang, so steht es geschrieben, war das Netz kalt und grau.

Neben Mailboxen, BBSen, Gopher und dem Usenet etablierten sich allmählich erste noch recht chatlastige Vorläufer des heutigen Webs, darunter CompuServe, das heute zum damaligen Konkurrenten AOL gehört. Die Computer zur damaligen Zeit konnten wie auch die Leitungen nur vergleichsweise wenig zu einem „Multimedia-Erlebnis“, wie das Angucken von Unsinn in heutiger Werbesprache heißt, beitragen, jedes Byte war wertvoll – ein Grundsatz, der heutzutage leider ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Um trotzdem das eigene Netz ein wenig bunter machen zu können, entwarf man bei CompuServe Mitte der 1980-er Jahre das Grafikformat GIF (Graphics Interchange Format, also „Grafikaustauschformat“), das mit der erst 1984 veröffentlichten LZW-Kompression eine damals innovative Möglichkeit bot, auch über behäbige Leitungen recht ansehnliche Bilder zu verteilen; diese, freilich, waren zwar auf 256 Farben beschränkt, was sowohl 1987 (GIF87a) als auch 1989 (GIF89a) eine Verbesserung gegenüber den vorherigen Graustufenbildern darstellte und noch problemlos ausreichte, um auf gängigen Bildschirmen nicht blöd auszusehen, besaßen jedoch Funktionen, die erst fast zehn Jahre später mit dem PNG-Format wieder ähnlich populär werden sollten, nämlich das Festlegen von Farben als „transparent“ sowie insbesondere das Zusammenfügen mehrerer Einzelbilder zu einer Animation; eine GIF-Datei kann praktisch beliebig viele Teilbilder, mindestens aber 0, enthalten.

Obwohl das LZW-Verfahren (und damit GIF) bis ins derzeitige Jahrtausend hinein patentbehaftet war und wohl auch wegen der Dateigröße setzte sich das ansonsten funktionsreichere APNG (animiertes PNG) niemals durch, auch dann noch nicht, als die Leitungen immer schneller und die Computer immer leistungsfähiger wurden. Während die begrenzte Farbenzahl GIF für einfache Grafiken mit der Zeit gegenüber den fortgeschrittenen, mitunter sogar zu kleineren Dateien führenden Formaten JFIF („JPEG“) und PNG an Boden verlieren ließ, blieb es für einfache Animationen doch die erste Wahl, woran selbst das Aufkommen und Abebben von Flash sowie die Entwicklung von HTML5 und Webvideoformaten nicht viel änderte. Das tanzende Kleinkind symbolisiert das junge World Wide Web bis heute recht treffend.

Diese neuen Webvideoformate kamen GIF sogar entgegen: Der beliebte Bilderhoster Imgur bietet mit GIFV ein eigenes „Format“ an, das hochgeladene animierte GIF-Dateien als MPEG-Video darstellt, wobei mitunter tatsächlich Speicherplatz gespart werden kann. Im Jahr 2013 wurde mit Giphy gar eine eigene Datenbank für animierte GIF-Dateien ins Leben gerufen, die in „sozialen Netzwerken“ auch auf Smartphones einen neuen Ansturm auf witzige Animationen (leider nur noch selten das gute alte Baustellen-GIF), inzwischen von störenden Dateigrößenhemmungen befreit, aus.

Wenn man all das nicht verstanden hat, aber trotzdem im Fachmagazin „SPIEGEL ONLINE“ mit halbgarem Technikwissen reüssieren möchte, klingt obige Erklärung stattdessen ungefähr so:

Ein Gif, die Abkürzung steht für Graphics Interchange Format, ist ein meist extrem kurzes Video. Es zeigt in Dauerschleife nur einige wenige Bilder, häufig ohne Ton.

Zumindest der letzte Teil des Satzes ist ziemlich präzise. :-?

MontagsmusikNetzfundstücke
Jimi Hendrix – Hey Joe // Freiheit ist auch das Recht, Unrecht zu haben.

Es ist Montag?!Es ist Montag. Der Sommer scheint vorüber, zumindest herbstet es sehr. Die Betrübnis, die sich einstellt, auf das Wetter zu schieben wäre nicht angemessen, denn ein Blick auf den Kalender offenbart mehr. Menschlichkeit ist eine Schwäche der Evolution und sehr ärgerlich. Käuzchenwort des Tages: Ungemach.

Gegen eine etwas andere Art von Ungemach will die staatlich finanzierte Aktion „DoppelEinhorn“ (natürlich unter Missachtung geltender Schreibweisen) etwas tun, die, bebildert mit einer nicht mal ironisch interessanten und respektlos duzenden Comicfigur, zum Beispiel suggeriert, es gebe kein „Grundrecht auf Scheißelabern“, als sei nur von der Meinungsfreiheit gedeckt, was erstens wahr ist und zweitens von niemandem kritisiert wird, denn so ein Grundrecht wäre keines. Nun ist es im besten Sinne fraglich, ab welchem Beklopptheitsgrad Meinungsfreiheit aus staatlicher Sicht zum „Scheißelabern“ wird und ob es letztendlich überhaupt zielführend ist, das Reden von Stuss unter Strafe stellen zu wollen, so lange nicht klar ist, wo die Grenze zwischen erlaubter Meinung und illegalem Stuss liegt: Bei positiven Rezensionen von Musik von Phil Collins oder erst bei der Leugnung des Holocausts – und warum?

Gute Nachrichten derweil: Wissenschaftsleugnung ist jetzt ein Freiburger Studienfach. Sobald ausgependelt werden konnte, welche Sternenkonstellation daran schuld ist, wird es sicherlich eine entsprechende Onlinedemonstration geben.

Bis dahin: Musik.

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Warum Informatik kein Programmierunterricht ist (Nachtrag)

Das größte ungelöste Problem bei der von Kurzsichtigen angetrebten Verpflichtung zum Programmierenlernen (denn das ist das, worauf der vielstimmige Ruf, „Informatik“ möge doch bitte Grundschulfach und nicht bloß langjährige Ausbildung oder gar Studium sein müssen, im Wesentlichen hinausläuft; als würde auch nur ein einziges EDV-Netz, das nur von Programmierern betreut wird, dauerhaft halbwegs funktionieren!) ist im Übrigen auch, dass es mehr Programmierer als Aufgaben gibt. Sam Kriss schrieb zu der Utopie der Weltfremden:

Ihr Alter oder Ihre Ethnie oder Ihr Geschlecht sind egal, sie gehören in das Zeitalter der Objekte. Lernen Sie einfach zu programmieren und alles wird gut. Aber etwas fehlt: Was programmieren? Um was zu tun? Und warum? (…) Kein Startup leistet etwas neues oder interessantes. Was nicht verwundern sollte: wie oft hat irgendjemand eine wirklich gute Idee? Was Sie bekommen, ist nur Code, der herumschwappt und schließlich in der Form von Apps und Firmen erstarrt, die nur existieren, um zu existieren. (…) Es gibt Startups, die Zehntausende für Namen und Logo ausgeben, bevor sie überhaupt ein Produkt haben oder wissen, ob es irgendwer haben wollen würde. Das nennt man Innovation, aber was es eigentlich repräsentiert, ist eine Kultur, die das verstümmelte Geröll des Alten aufhäuft, um irgendetwas neues zu schaffen, und eine morbide Wirtschaftsordnung, die in ihrer eigenen überflüssigen Liquidität ertrinkt und willens ist, in jede Blase zu investieren, die ihr begegnet.

(Übersetzung wie üblich von mir.)

Die lächerliche Katja Kipping von den lächerlichen „Linken“ hat sich beschwert, dass dieses Internet einem den ganzen ruhigen Feierabend versaut. Vielleicht sollte man bei solchem grobem Unfug ansetzen, wenn es um die Definition dessen geht, was jeder Mensch als EDV-Grundbildung besitzen sollte – wenn es bei denen, die Gesetze machen wollen, schon an der Kenntnis vom Ausknopf scheitert, wie soll dann ein staatlich geregelter Informatikunterricht jemals mehr als perspektivlose Programmieraffen, überbezahlte sprichwörtliche Inder quasi, hervorbringen?

(via jwz)

ComputerNetzfundstücke
Telekom: Die Industrie von morgen mit dem Internetzugang von gestern.

Auf Twitter machte vor ein paar Tagen die begeisternde Frage der Mobilsparte der Telekom die Runde, was man mit un-fass-baren vier Gigabyte Übertragungsvolumen per Monat denn so alles anfangen würde. Eine beliebte Antwort lautete, dass man mit vier Gigabyte gerade so die Strecke bis nach Dänemark schaffen könnte, eines unserer Nachbarländer, in denen das mobile Internet (allein der Begriff schon!) eher weniger von Drosselungen und Volumentarifen betroffen ist, glaubt man den einschlägigen Statistiken und Berichten.

Im Festnetz allerdings macht sie kaum eine bessere Figur. Als dominanter Anbieter in Deutschland, einem Land mit einem eigentlich nur von zwei Konzernen dominierten Markt für festnetzbasierte Internetanschlüsse, sieht die derzeitige nicht rein wirtschaftliche Erfolgsstatistik der Telekom so mau aus wie ihre Aktienkurse: Laut einem Akamai-Bericht (wer es tabellarisch mag und Fließtext doof findet, der möge direkt ab Seite 34 nach dieser Ausdrucksform Ausschau halten) aus dem Vorjahr – seitdem hat sich daran vermutlich eher wenig getan – liegt Deutschland hinsichtlich der durchschnittlichen Übertragungsgeschwindigkeit über IPv4 auf dem 26. Platz, hinsichtlich der Maximalgeschwindigkeit sogar nur auf Platz 43 – jeweils immerhin noch vor Österreich. Auf dem globalisierten Weltmarkt spielt Deutschland, „Industrie 4.0“ und sonstige Bonusfelder für’s Bullshitbingo (was genau war denn dann die „Industrie 1.0“?) hin oder her, auch deshalb kaum eine Rolle, denn:

Ein Maschinenbauer ohne superschnelle Datenleitung wird halt die Maschinen seiner Abnehmer nicht online warten können. (…) [D]ie Telekom versteht unter dem „Anschluss der Zukunft“ keine erhöhte Geschwindigkeit – sondern eine signifikant NIEDRIGERE. (…) Stück für Stück zeigt sich, dass die Deutsche Telekom in ihrem aktuellen Vorgehen ein Krebsgeschwür im Hirn des Wirtschaftsstandortes Deutschland darstellt.

Und die sind die technisch Verantwortlichen für die deutsche cloud (weil: ist ja alles sicherer, wenn BND statt NSA am Knoten hängt). Nicht, dass ich es nicht guthieße, würde die totale Vernetzung sich deshalb noch etwas langsamer fortbewegen als in anderen Ländern, und nicht, dass ich irgendeinen Viernullblödsinn für einen immanenten Bestandteil modernen Zusammenlebens hielte, aber eine gewisse Öffnung des Netzmarktes auch hinsichtlich der Finanzierung kleinerer Unternehmen könnte doch manches deutlich interessanter machen.

Hallo Zukunft!
Telekom, ca. 2006

MontagsmusikNetzfundstücke
Grusom – The Journey

Wieder nur Eulen im SPIEGEL.Es ist Montag. Zwar zu nass, aber wenigstens auch zu warm. Dem Ziel, endlich anzukommen, wurde abermals nicht näher gekommen, überraschenderweise löst Untätigkeit Probleme eher selten. Die Forschung indes findet immer wieder einen neuen Sinn im Leben. Dieser Tage wurden Forschungsergebnisse publik, die das Laden einer Batterie mit Lebensenergie für wahrscheinlich erachten. Eine wandelnde Ladestation zu sein ist ja auch irgendwie ein Sinn, auch, wenn es bei vielen potenziellen Anwendern eben an der Lebensenergie fehlen wird. Die Zukunft wird wunderbar.

Kurz die Kotze abwischen und weiter im Text. – Der olle „SPIEGEL“, der den Unterschied zwischen einer Debatte und einem Duell nicht mal im Ansatz verstanden hat, titelt diese Woche falsch: „Wie Hacker die Welt attackieren. Wie wir uns schützen können.“ Die Antwort darauf lautet zum Beispiel nicht: indem man Hacker, die längst den letzten Schutzwall zwischen übergriffigen Geheimdiensten und Regierung auf der einen sowie uns auf der anderen Seite bilden, zum Problem erklärt; aber Ahnung von dem, worüber man da gerade zu schreiben versucht, ist beim „SPIEGEL“ selten ein Anlass zur Beförderung.

Völlig furchtbar auch: Die schlimmsten Dinge, die man im Web kaufen kann, als täglich aktualisierter Blog.

Ziemlich gut hingegen: Musik.

GRUSOM – The Journey (Official Video)

Guten Morgen.

ComputerNetzfundstücke
comcrypto: Mit Scriptzwang und Googlewanzen gegen Überwachung?

Die Startupszene in Deutschland ist eine florierende. Die Geschäftsmodelle sind oft vollkommen absurd und scheitern erfreulich schnell, andere fußen auf realen Bedürfnissen und füllen ihre jeweilige Nische oft auf herausragende Weise.

Und dann wäre da noch comcrypto.

comcrypto – laut Eigenbeschreibung im Seitentitel zuständig für „Authentizität und Verschlüsselung im Informationsaustausch“ – ist eine seit 2016 in irgendwelchen Registern stehende Chemnitzer GmbH, die unter anderem auf der diesjährigen CeBIT in Hannover zu Gast war, um ihre Dienste anzupreisen. Das tut sie zum Beispiel wie folgt:

Beispiele wie das Spionageprogramm PRISM oder zunehmende Schadensfälle durch E-Mail-Fälschungen sind Beleg für die zunehmende Verletzlichkeit unseres privaten und geschäftlichen Nachrichtenaustausches.

Und:

Von comcrypto entwickelte Lösungen entsprechen höchsten Anforderungen.

Und:

Kommunikation benötigt Vertrauen. Wir ermöglichen es.

Dass die eigene Website ohne einen technischen Anlass mit deaktiviertem JavaScript praktisch unbedienbar (schlimmer noch: unlesbar) ist, dass man den Herren von comcrypto also erst einmal ohne erkennbaren Grund das Ausführen von beliebigem Code auf dem eigenen Rechner erlauben muss, um überhaupt in den Genuss der Heilsversprechen zu kommen, könnte allerdings ein Zeichen dafür sein, dass das junge Unternehmen seine Zielgruppe maßlos unterschätzt.

comcrypto - Kein JS, keine Infos!

Und wenn man comcrypto dann mal vertraut und nicht weiter nachfragt und am besten auch nicht ans Ende der sehr, sehr langen Seite scrollt, wird man auch niemals den Datenschutzhinweis – blassblau auf hellblau – ausklappen und folgende Information nicht einmal zur Kenntnis nehmen:

Diese Website benutzt Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. (“Google“).

Eine Website, so heißt es, sei heutzutage das Aushängeschild eines Unternehmens, das etwas auf sich hält. Was der Umstand, dass sicherheitsbewusste Interessenten dieses Schild in den meisten Fällen nicht einmal lesen können, ohne gleich bei Google vorstellig werden zu müssen, über das Unternehmen aussagt, möge die Entscheidung der Einzelnen bleiben.

Ich würde unter diesem Schild jedenfalls ohne Helm nicht einmal entlanggehen wollen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMusikNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 17. Mai 2017

Ich bin mir nicht sicher, ab welcher Schwere der Vergehen einer Regierung gemäß Art. 20 Abs. 4 GG ein Widerstand geleistet werden darf, aber ich bin durchaus gewillt, diese Option gegen die schlimme SPD zumindest in Erwägung zu ziehen: Hassminister Heiko Maas würde gern das offensichtlich verfassungswidrige Netzwerkdurchsetzungsgesetz noch diese Woche beschließen lassen. Der Rechtsstaat, das sind die anderen.


„Linux ist sicher“ des Tages: Über eine der unzähligen Sicherheitslücken in Ubuntu – mein Mitleid mit seinen oft verächtlich auf Windows hinabblickenden Nutzern hält sich in sehr engen Grenzen – war es möglich, den störenden Anmeldezwang, um auf die Dateien eines anderen Benutzers zuzugreifen, einfach zu umgehen.

(via Schwerdtfegr)


Eine erschreckende Vermutung, die alles, was wir bisher über Musik zu wissen meinten, in Frage stellt: Werden Texte in der Popmusik immer repetitiver?


Wenn Blinde über Farben reden, werden sie irgendwann Computerjournalist bei der Tagesschau:

IP-Adressen sind aus dem Internet nicht mehr wegzudenken.

Siehe auch:

Ja wahrlich, telefonieren ohne Telefonnummern, das gibt es praktisch nicht mehr. Selbst die Postzustellung ohne Anschrift gehört der Vergangenheit an.

Wir leben in erstaunlichen Zeiten.


Hihi:

Auf dem Fußboden bleibt die ominöse Buchstabenfolge “FCK ARN” zurück. Nach einigem Gerätsel lässt sich das wohl nur als hastiger Beginn der Worte “FICKT ARNE HOFFMANN” interpretieren, was immerhin mal eine feministische Forderung wäre, der ich zustimmen kann, auch wenn ich bisher nicht auf den Gedanken kam, sie auf Trottoirs zu sprühen. War der ganze Pick-up-Kram also doch zu etwas gut …

:lachtot:

NetzfundstückePolitik
Wahlverlierer nach Afghanistan!

Ich finde das als Strafe jetzt etwas übertrieben, aber die Kanzlerin hat sich dabei sicherlich etwas gedacht:

(via @silvereisen)

Netzfundstücke
Lustige Berufe (1)

Heute:

Digital-Theologin Johanna Haberer

:irre:

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
Rassische Plugkontrolle

Am kommenden Sonnabend findet, natürlich in Berlin, das „Queer Zinefest“ statt. „Queer“ ist ein Adjektiv, das Geschlechtsschizophrene für sich selbst mitunter bevorzugen, und was ein „Zinefest“ ist, erklärt die Website zum Fest:

Zines sind selbst verlegte, unkommerzielle, autonome Medien, die in allen denkbaren Formaten erscheinen können. (…) Zinefeste gelten als eine kreative, politische und soziale Platform die durch Workshops, Stände und einlandenden (sic!) Raum den Austausch von Ideen, Selbstausdruck und die Entstehen einer Community ermöglichen und fördern.

Wir lernen: Man kürze einfach das englische „magazine“ als „Zine“ ab, und schon hat man ein rebellisches neues Wort erschaffen. Diese Herangehensweise an die englische Sprache stammt wie das Wort selbst allerdings aus der australischen Umgangssprache, es handelt sich also um einen durchaus geeigneten Fall von kultureller Aneignung: Die sich selbst als weiß identifizierenden Organisatoren des „Zinefestes“ übernehmen Sprachmarotten aus anderen Kulturen zur Benennung ihrer Feiern. Sie sollten sich selbst somit auf ihrer eigenen Veranstaltung Geländeverbot erteilen:

Schwarze Menschen und People of Color erfahren Rassismus/Diskriminierung was unter anderem über ‚Kulturelle Aneignung‘ ausgedrückt wird.
Daher möchten wir Freund*innen – , Interessierte-, und andere Schwarze und of Color-Teilnehmende am Queer Zine Fest unterstüzten (sic!) und keine Dreadlocks und Plugs von weißen Besucher*innen auf unserem Fest haben.

Was ein „Plug“ ist und wie dessen Vorhandensein überprüft werden soll, möchte ich dann jetzt auch gar nicht mehr so genau wissen.

ComputerNetzfundstücke
Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein?: Smartes für’n Arsch.

Aus dem Hause Monit stammt ein smartes Gerät, das automatisch den Windelstatus des Nachwuchses erriecht und so den Überwachern Eltern mitteilt, dass es Zeit für die vermutlich unangenehmste Tätigkeit junger Eltern wird.

Wenn das Kind dann ein wenig älter ist, sollte es aufpassen, dass die Eltern nicht auch Amazons neue smarte Kamera „Echo Look“ gekauft haben, die wohl als Ersatz für richtige Freunde konzipiert wurde, indem sie versucht zu ermitteln, in welcher Kleidung man besser aussieht als in der anderen; selbstverständlich mit Liveanbindung an US-amerikanische Server, die sozusagen in direkter Nachbarschaft neben Servern der CIA existieren.

Auch in Deutschland liefen die Werbekampagnen für Amazons digitale Haushaltshilfen, die eher so nebenbei das intimste Privatleben seiner Besitzer anderen Leuten zur Verfügung stellen, bislang recht erfolgreich an.

Was kann schon schiefgehen?

:wallbash:

Netzfundstücke
Genüsse im Erlebnisfahrstuhl

In einem dieser „Lustigen Taschenbücher“ gab es einmal eine Geschichte, in der Klaas Klever und Dagobert Duck darum wetteiferten, wessen Flughafen den Gästen einen angenehmeren Aufenthalt beschere, was natürlich damit endete, dass niemand mehr eines ihrer Flugzeuge benutzen wollte, weil der Flughafen mehr zu bieten hatte als jeder Urlaub.

Keine Ahnung, wie ich gerade darauf komme.

Ein besseres „Fahrstuhl-Erlebnis“ sollen den Fahrgästen auch interaktive und personalisierte News- und Entertainment-Angebote verschaffen.

„Und – wo waren Sie im Urlaub?“
„Im Erlebnisfahrstuhl, Chef. Da gab es sogar Reklame umsonst!“

:wallbash:

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstücke
Renaissance – Song of Scheherazade // Absurdes für die Wissenschaft

Montagsgefühl (ca.)Es ist Montag. Die Krise hält uns fest in ihrem gierigen Griff. Das gelobte Land der Pasta Bologna, deren Akademiker sich glücklich schätzen können, wenigstens noch irgendwo eine freie Stelle als Taxifahrer zu finden, weil immer mehr schlecht ausgebildete Leute mit immer weniger wertvollen Abschlüssen sich vor ehrlicher Arbeit verstecken (Fachkräftemangel am Arsch), marschierte für die Wissenschaft, angeführt von Gendersprallos, Windkraftlobbyisten und sonstigen Nieten, die es bis heute nicht zu Wissen schafften. Man hätte kochen können vor Scham und Gram, aber zu zweit wäre das doch deutlich interessanter gewesen; Montagsmelancholie, wie üblich wenig überraschend.

Was für eine Überraschung aber: Lädt man sich ein Programm mit einem verdächtig klingenden Namen („System Update“) herunter, dann ist da vielleicht Schadsoftware drin. Als wäre es ein Grafiktreiber oder eine „sichere“ Schnittstelle in einer Googleanwendung – völlig absurd!

Ein absurdes, aber den Schadenfrohen durchaus befriedigendes Geschäftsmodell auch: Nespresso für Saft. Als sei es irgendwie erstrebenswert, Filterkaffee oder Fruchtsaft durch irgendwelchen Kapsel- oder Tütenquatsch zu ersetzen.

Sehr wohl erstrebenswert hingegen: Musik.

RENAISSANCE – Song Of Scheherazade (Live 2011)

Guten Morgen.

ComputerIn den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 21. April 2017

Es steht nur Quatsch zur Wahl? Warum Nichtwählen kein „Zeichen setzt“, sondern ausschließlich die Falschen stärkt, erklärt Fefe zitierenderweise.


Wie gut oder wie schade, dass Krieg entweder ziemlich schwierig oder ziemlich einfach ist: Die Bundeswehr könne nur 30 bis 70 Prozent, also wahlweise fast alles oder fast nichts, nutzen, behaupten Kai Biermann und Julian Stahnke auf „ZEIT ONLINE“.


Nach dem absehbaren Tod von Firefox ist ausgerechnet Googles Chrome-Browser das Gute? Weit gefehlt:

Der beliebteste Browser soll jetzt mit einem Werbeblocker ausgestattet werden. (…) Die eigene Werbung wird erlaubt, die von konkurrierenden Werbenetzwerken blockiert. (…) Damit ist Google nicht besser als das, was mit AdBlock Plus seinen Anfang gemacht hat.


„Vorratsdatenspeicherung und Ausnahmezustand wie in der Türkei machen das Land sicherer“ des Tages: Schießerei in Frankreich. Auf Twitter beten schon wieder alle. Das löst sicherlich auch irgendein Problem.


Ein Problem mit den Medien ist ihr gegenseitiges Absprechen des Wahrheitsanspruchs: Da wird in diesen grassierenden „Faktenchecks“ in steuerfinanzierten Nachrichtensendungen schon mal ganz unauffällig ein Buch eines umstrittenen Autors auf „Mein Kampf“ gelegt, um das ganze Ausmaß der Bösartigkeit dieses Autors schlagkräftig zusammenzufassen. Nicht lesen, ist mindestens Hitler drin.


Wenn die Pressefreiheit auch Jetzt.de ermöglicht, war sie wahrscheinlich doch keine gute Idee.

ComputerNetzfundstücke
JUSOS Schleswig-Holstein: Planlos durch’s Neuland

In gewisser Hinsicht bezaubernd ist jedenfalls auch dieses Werbeplakat der „jungen“ SPD („JUSOS“) in Schleswig-Holstein, dem einzigen Bundesland, in dem die Piratenpartei noch was taugt:

Highspeed ist alle

Denn es wirft mindestens drei Fragen auf:

  1. Warum benötigt Torstens Kommunikationspartner unbedingt Highspeed, um auf Textnachrichten zu antworten (was ja auch zu funktionieren scheint, zumal das Empfangen ebenso kein Problem ist)?
  2. Wie soll Torstens Kommunikationspartner die empfohlene SPD-Website sinnvoll aufrufen können, wenn die Bandbreite nicht einmal zur Textkommunikation genügt?
  3. Wieso hat es die schleswig-holsteinische SPD in den fünf Jahren ihrer derzeit andauernden Landesregierung trotz gegenteiliger Forderungen (an wen?) nicht geschafft, die Breitbandversorgung im Heimatgebiet von Torstens Kommunikationspartner zu verbessern, und wie möchte sie das in der kommenden Legislaturperiode ändern?

(via @Ziegelei)