Es ist Montag. Tausende Deutsche, las ich, haben bereits den Kriegsdienst verweigert. Frage dazu: hat das Venndiagramm derer, die es noch nicht getan haben, derer, die wegen Alter und/oder Geschlecht sowieso fein raus sind (ein Hoch auf die Gleichstellung, aber wo bleibt sie?), und derer mit leiser Hoffnung darauf, dass Stalingrad gerächt werden könne, wirklich drei Kreise?
Neulich erfuhr ich, dass Menschen, die statt an der Front für ihr angebliches Vaterland etwas weniger ehrlos im Hospiz zu sterben gedenken, „Gäste“ heißen. Was schreibt man da eigentlich in die Bewertung? „5/5 Sterne, hier stirbt man gerne“? – Bewertung in einem anderen Sinne: Bitcoin, das „Geld der Zukunft“, „sicher“ vor „den Märkten“, ist pünktlich zum Wochenende mal wieder abgestürzt. Jump you fuckers.
Apropos „fuckers“: Natürlich in Berlin haben schwule Lehrer im Umgang mit manchen muslimischen Schülern ein Problem, ihre Autorität durchzusetzen (die Diskussion über die Notwendigkeit einer Autorität mal beiseitegelassen), erfahre ich beim Humanistischen Pressedienst. Man kann nach Begutachtung der dort geschilderten Situation dem fanatischen Ableger des Islams zumindest attestieren (wenn auch keineswegs zugutehalten, was schon der versprühte Eifer mitsamt der aus ihm folgenden Gewalt nachdrücklich verbieten sollte), dass er das Betragen der christlichen Missionare, die in weiten Teilen der Welt, Kontinentaleuropa eingeschlossen, zulasten der Nichtchristen gewütet haben wie sonst nur wenig vor und nach ihnen, sozialpsychologisch wertvoll spiegelt; die Implikation, dass das, was in Zukunft zu erwarten sein solle, noch mehr Religion sein soll, halte ich aber für kaum wünschenswert. Religion und Glaube, zwei zwar weitgehend disjunkte Dinge, die jedoch zu meiner ungeminderten Verblüffung nur von wenigen, die sich als mit wenigstens einem davon ausgestattet begreifen, als solche verstanden werden, sind kaum brauchbare Triebfedern eines funktionierenden Sozialgefüges, sobald sie sich über andere zu erheben beabsichtigen. Eine Weltanschauung, die dieser Form von Reklame bedarf, ist eine Weltanschauung, die gescheitert ist.
Immer noch zum gleichen Thema, also Fuckers: Vor fast einem Jahr schrieb ich, der Staat bestrafe die Staatsbürgerschaft mit regelmäßiger Zahlungsaufforderung über 37 Euro. Mich freut, dass meiner Kritik jetzt endlich Taten folgen: Der Personalausweis, den man bezahlen muss, weil man einen solchen (oder wenigstens einen Reisepass, der freilich noch mehr kostet) haben muss, soll künftig teurer werden (Archivversion). Nachweisbar deutsch zu sein muss man sich ja auch erst mal leisten können.
Es gibt, wie ich letzte Woche herausfand, mit JustDeleteMe wenigstens einen Webdienst, der tatsächlich die Eigenschaft „Dienst“ erfüllt, indem er eine Liste diverser Websites und sonstiger „Angebote“ vorhält, bei denen man mithilfe ebendieses Dienstes sein etwaiges Nutzerkonto entfernen kann. Ich finde wenigstens dieses Angebot gut und empfehle es weiter.
Alles Nötige zu „künstlicher Intelligenz“ in der „Kunst“ hat derweil Matthew Inman zusammengefasst. Ehrliche Kunst hingegen: Musik.
Guten Morgen.




Stalingrad wurde doch längst, vor allem in Nürnberg, gerächt.
Zur Chronologie.
Im Juli 1936 starb Walter Wever, maßgeblicher Lobbyist einer deutschen strategischen Bomberflotte, bei einem Flugzeugabsturz wegen eines vergessenen Leitwerk-Sicherungsbolzens. Sein, dann ehemaliger, sesselfurzender Chef wählte einen Speichellecker als Nachfolger, betrieb Masse statt Klasse und beerdigte Wevers „Uralbomber“. Statt also ein paar Bomber ans Wolgaknie und hinter den Kaukasus schicken zu können, die Operation „Pike“ zu vollenden, wurden hunderttausende Soldaten dorthin und in den Tod geschickt, die sonst woanders hätten sterben können, womöglich sogar in ihren Betten.
Sesselpuper und Speichellecker wurden in Nürnberg gehenkt.
Dann war da noch ein größenwahnsinniger Volltrottel, der sich schlauer wähnte als alle, aber doch bloß ein cholerischer Abklatsch des Herrn Palmström war. Der wiederum konnte gar nicht abwarten, bis er endlich aufgehängt würde und machte sich selber ein viel zu spätes Ende.
Et voilà, Stalingrad ist vollständig gerächt.
PS: Idee für einen Friedenspreis – „Der goldene Sicherungsbolzen“.
Ich kann froh sein, damals gar nicht erst den Kriegsdienst verweigert haben zu brauchen, sonst würde ich dort immer noch im Bunker hausen.
Immerhin ist es heutzutage einfacher, irgendwohin abzuhauen, wo die Feldjäger einen nicht mehr suchen, sollte es problematisch werden.
Das man ausgerechnet in Deutschland in einer besonders offenen und freien Gesellschaft lebe, ist ein Gerücht, was immer Nahrung in psycho- und soziologischen Anleitungen findet, die aus Boston, NY und LA stammen und vor Ort als schon längst gegeben interpretiert werden.
Gerade arabische und Türkvölker haben immer an Deutschland geschätzt, dass es eben keine offene Gesellschaft ist.
Das vermittelte dubioser Weise ein Stück „Heimat“.
Ich empfehle dazu mal ein halbwegs vernünftiges, amerikanisches Machwerk:
Die Welle.
Das Buch.
Von: Morton Rhue.
Man muss das nicht mal bis zum Ende lesen und im Faschokontext begreifen, um zu abstrahieren, wie bürgerliche Gesellschaften in der Welt aufgestellt sind. Das sind nicht besonders viele Seiten und es ist leicht verständlich geschrieben, eignet sich also auch für die Nachzucht.
Man wähnt sich durch Erziehung, Drill, Strafe und Ritualen über den Dingen zu stehen, ärgert sich aber jeden Freitag um 14 h aufs Neue, dass die Autowaschanlage bereits überfüllt ist.
Als schwuler Lehrer und Jude hätte man schon in einer westfälischen Kleinstadt der 80er ziemlich alt ausgesehen, wenn man das als Plakat vor sich her getragen hätte. Der Hattric beim Würfeln trug anno dazumal die Bezeichnung: Schwuler Jude.
Nein! Damit habe ich nicht gesagt: Selbst schuld!
Es wäre viel schöner, in einer offenen und freien Gesellschaft zu leben, wo sowas möglich wäre. Bis es soweit ist, ist es jedoch ratsam, sich eher bedeckt zu halten. Da könnte es dann schon lohnen, sich die anderen Tippgeber mal anzuschauen und anzuhören, vor allem zu „heiklen“ Dingen.
Eine weitere, literarische Illustration zum Thema wäre „Der Baron von Münchhausen“. Der spiegelt gut die nötige Mentalität.
Die Japaner praktizieren dazu seit Urzeiten die Politik der drei Herzen. Das finde ich aus Gründen schlimm, ist aber pragmatisch und jedem von Regeln besessenem Bürgerlichen anzuraten, sofern er denn auch Japaner ist, wie ich übrigens keiner bin.
Zu Webzeiten etablierte sich dann noch die Regel: „Never feed the troll.“
Man kann sich auch diverse Texte zum Thema vom Betonflüsterer zu Gemüte führen. Aufgrund der Erlebnisse lassen sich ja auch Schlüsse ziehen.
Das betrifft im Übrigen nicht nur die Homosexualität, sondern alle „heiklen“ Themen im Sinne der gerade vorherrschenden Mehrheit. Die Briten haben deswegen den Small Talk erfunden. Auch, weil selten genug schlechtes Bier vorhanden war, dass als Rechtfertigung, dem Anderen eins auf die Mappe zu kloppen, herhalten konnte.
Soweit so schlecht, aber evtl. der einzige pragmatische Ansatz, allerdings auch ohne pädagogische Wirkung.
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Zu den Ausweiskarten sollte man noch die Geburtsurkunde erwähnen. Deren Wiederbeschaffung kann auch Geld und Zeit kosten. Es hängt aber offensichtlich vom Sympathiebonus ab, ob diese überhaupt in Erwähnung gezogen wird.
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Vielen Dank für Justdeleteme. Hast Du dafür schon so etwas wie ein Script, wie 1 click kills all? Das wäre doch mal ein Ding!
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Jetzt wollte ich doch mal schauen, ob das im Cartoon erwähnte rectaldata.com schon vergeben ist und lande direkt wieder auf dem Cartoon.
Stark.
Ich habe jede Menge Scripts, ein Teil dieser könnte jedoch die Bevölkerung verunsichern.
Huch!