Archiv für die Kategorie ‘In den Nachrichten’.

Wenn ich Nachrichten sehe, höre oder lese, muss ich darüber schreiben, sonst werde ich sauer.

In den NachrichtenMontagsmusik
Collapse Under The Empire – Dark Water

Huiiiiiiiiiiiii!Es ist Montag. Überraschenderweise fällt im Dezember Schnee; damit hat niemand gerechnet, auch die Deutsche Bahn zeigte sich überrascht, indem sie erst mal ein paar Züge anhielt. Auf ungewöhnlich normales Wetter vorbereitet zu sein ist im temperaturbezogen wankelmütigen Deutschland eine völlig überzogene Erwartung. Ein gepolsterter Po würde vieles erleichtern, aber man ist nun mal als Mensch geboren. Das ist nicht immer schön.

Man hat ja auch nur völlig absurde Vorbilder zur Verfügung: Ein „Influencer“ musste vor kurzem von der Feuerwehr gerettet werden, weil er zugunsten von irgendwelchen Werbeeinnahmen seinen Kopf in ein zementgefülltes Mikrowellengerät gesteckt hatte und sich nicht mehr befreien konnte. Zu meiner Zeit haben Vorbilder wenigstens noch Drogen genommen und hatten deswegen eine erträgliche Ausrede für etwaigen Schwachsinn, aber Drogen nimmt man ja heute auch nicht mehr, weil die eigene Gesundheit von falschen Idealen gelenkt wird.

Die Ersatzdrogen sind natürlich keine besseren, was den Killcount, wie wir zu meiner Zeit sagten, betrifft: Erst neulich hat der Feminismus wieder umgebracht, indem eine junge Frau, die selbst über ihre Sexualität bestimmen wollte, für dieses Vergehen in den Tod getrieben wurde. Soziale Gerechtigkeit bedeutet eben auch, dass jemand, der sein Geld mit Bumsen verdient, diese Arbeit gefälligst jedem Menschen unabhängig von seiner sexuellen Orientierung zugutekommen zu lassen hat, sonst Nazi. Ist das „links“ oder kann das aus anderen Gründen weg?

Ein CDU-Vertreter findet, die SPD solle weniger Forderungen stellen, wenn sie mitregieren wolle. Possenspieler am närrischen Hofe zu sein will wohl verdient werden.

Was stattdessen viel mehr gespielt werden sollte: Musik.

Collapse Under The Empire – Dark Water (official music video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Berlin bleibt so bunt, dass es weh tut.

Kulturelle Bereicherung des Tages:

Am Wochenende hatte es in mehreren europäischen Städten, unter anderem in Paris, Wien und Berlin, Proteste gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump gegeben, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Bei den Demonstrationen wurden Israelfahnen verbrannt und antisemitische Parolen skandiert. In Berlin und Wien sollen pro-palästinensische Demonstranten »Kindermörder Israel« und »Tod Israel« gerufen haben.

Ganz unabhängig von der leidigen Diskussion darüber, ob der paranoide Verbrecherstaat Israel nun vom Westen für gut oder eher nicht so gut gehalten werden sollte: Das Verbrennen zweier Fahnen in Berlin scheint für größeren Wirbel zu sorgen als das Morden von Zivilisten im Gazastreifen. Aber keine Sorge, der Schuldige ist gefunden: Nicht etwa radikale Muslime schüren den aufbrandenden Antisemitismus, sondern Donald Trump.

Bloß nicht reflektieren, es könnte ja zu etwas führen.

In den NachrichtenWirtschaft
Spielgeld erreicht Rekordwerte, geldkritische Kapitalisten sind entzückt.

Es besteht kein Anlass, sich von den jüngsten Schreckensmeldungen, der Straßenpreis für ein Stück Bitcoin könnte möglicherweise bald wieder weniger mondige Preise erreichen, davon abhalten zu lassen, sein Erspartes in solche Stücke zu stecken. Es ist ja auch nicht verboten, sein Geld in großen Scheinen vom Bankkonto abzuheben und anschließend anzuzünden.

Einer „Währung“, die nicht nur das Geldproblem nicht löst, sondern überdies für jede Zahlung im echten Leben aufgrund immer weiter steigender Transaktionsdauer ganz unabhängig von der Akzeptanz dieser Währung beim Wurstpeter völlig untauglich ist, hilft jedwelches neue Paradigma – hier Jedihandgeste einfügen – auch nicht mehr weiter. Das Geldsystem verändern zu wollen, indem man sich ihm andient, genügt euch schon als Revolution? Springt!

So viel Geld lässt sich, weiß Gott, nicht mit etwas Gutem verdienen.
Friedrich von Schiller: Kabale und Liebe

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Gegen Vaginalkompetenz: Mehr Jans für Deutschland!

Die vorzeigefeministische „Partei“ der „Grünen“ hatte, weiß „Statista“, mit dem letzten Jahreswechsel einen Frauenanteil von etwa 39 Prozent. Daraus könnte man folgern, dass Frauen auf Politik selbst (oder auch: gerade) dort, wo man sie für die herausragende Leistung, manchmal Brüste anstatt eines Penisses zu tragen, bereits für eine moralisch willkommenere Gruppe hält, weniger Bock haben als andere Menschen; wie eben auch in Kindergärten, Reinigungen oder Pflegeheimen der Anteil an Männern geringer ist, weil diese sich eben auch lieber für Dinge mit weniger sozialem Tralala bezahlen lassen. Mit Frauen in der Politik haben wir zuletzt auch mal durch den Sozialabbau einer Andrea Nahles, mal durch unbedachtes Getröte einer Beatrix von Storch eher überschaubar gute Erfahrungen gemacht. Man könnte fast meinen, das richtige Geschlecht allein mache noch keinen guten Politiker.

Nichtsdestotrotz wird berichtet, dass sowohl Peter Altmaier als auch die bayrische SPD eine übereinstimmende Lösung für das dringende Problem, dass man momentan wenigstens noch durch Scheinkompetenz überzeugen muss, um irgendwo hingewählt zu werden, gefunden haben. Bei „T-Online“ ist etwa zu lesen:

Die SPD will den Anteil von Frauen im bayerischen Landtag auf 50 Prozent anheben. Aktuell sind im Parlament nur 29 Prozent der Abgeordneten Frauen. Angesichts ihres Bevölkerungsanteils sind sie damit deutlich unterrepräsentiert.

Wie die SPD die bayrischen Wähler dazu zwingen will, Politiker ihres Geschlechts wegen zu wählen, steht leider nicht dran, aber spannend ist diese Begründung schon: Sollte, wenn es gilt, jeden potenziellen Wähler anteilig zu repräsentieren, es der bayrischen SPD (und Peter Altmaier) nicht zunächst einmal daran gelegen sein, sich für die Abschaffung der Sperrklausel einzusetzen, damit auch Minderheiten angemessen an der politischen Gestaltung ihres Alltags mitwirken können? Und: Warum sollte ausgerechnet das Geschlecht eine wichtigere Rolle spielen als zum Beispiel eine Behinderung? Etwa zehn Prozent der hiesigen Bürger sind schwerbehindert – könnte man nicht damit anfangen: Ein Zehntel der Parlamentarier muss schwerbehindert sein?

Wenn aber die Auswahlkriterien schon dermaßen selektiv getroffen werden, dass ein Zusammenhang mit wirklichen Problemen des Lebens weniger Rolle spielt als das, was zwischen den Beinen hängt oder eben auch nicht hängt, habe ich noch einen vergleichbaren Vorschlag: Statistisch gesehen heißen derzeit die meisten Menschen Jan oder Anna. Wäre es dann nicht nur fair, man führte eine Jan-und-Anna-Quote ein?

Wie – ein Name allein garantiert noch keine Befähigung zu kluger Politik? Das hatte ich jetzt nicht bedacht. Das liegt bestimmt an meinem Geschlecht.

In den NachrichtenMontagsmusik
Atlanter – Light

Hm, Bambus.Es ist Montag. Die Jugend ist pervers und lieblos geworden, aber das wussten schon unsere Großeltern und haben trotzdem immer wieder neue Jugend gemacht. Ein Gutes hat die Kawaiisierung der künftigen Flaschensammler allerdings: Im kommenden Jahr kommen wieder Pandabären in die Kinos. Pandabären sind klasse.

Nicht ganz so klasse ist wie gewohnt die Politik. Am vergangenen Wochenende etwa hielt die AfD ihren Bundesparteitag in der langweiligsten Stadt Deutschlands ab. Zur Auflockerung wurden die Delegierten von irgendwelchen Knalltüten, die nie im Leben auf die Idee kämen, zwecks Verbesserung der Gesellschaft stattdessen die rechtspopulistische SPD zu bestreiken, angeblich körperlich angegriffen, während auf „SPIEGEL ONLINE“ der offensichtlich völlig schamlose Severin Weiland postulierte, zu den Anträgen vom sonstwie gefährlichen „rechten Flügel“ (ebd.) der AfD zähle auch einer, der die Genitalverstümmelung von Jungen ablehnt, denn das richte sich ganz klar gegen jüdische und muslimische Jungen. Es ist nicht leicht, die AfD angemessen blöd zu finden, wenn ihre Gegner einander noch immer zu unterbieten vermögen.

Schauen wir zwecks Entspannung mal in die Techniknachrichten: Bitcoinbörsen sind, für kaum jemanden überraschend, mitunter betrügerisch. Dass Venezuela nun eine eigene „Kryptowährung“ bekommen soll, passt bislang ganz gut in mein Bild von diesem Kryptokram. Aber der Fortschritt ist nicht aufzuhalten: Demnächst gibt es ein Blockchaintelefon. Anrufe werden dort bei regelmäßiger Nutzung etwa eine Stunde später eingehen als bisher.

Eminem ist traurig, Eminem will auf den Arm: Donald Trump höre ihm gar nicht zu, klagt er. Rap ist allerdings vielleicht auch nicht Donald Trumps bevorzugter Singstil – wer kann es ihm verübeln? Der musikalisch und politisch etwas andere Altrocker – sagt man das noch: „Altrocker“? – Neil Young hat währenddessen, von der Öffentlichkeit trotz andersartiger musikalischer Vorlieben (siehe auch: Hitparaden) für ganz gut befunden, hinter leider zu viel JavaScript sein Gesamtwerk ins Web gekippt. Da hat man als Sammler was zu tun.

Aber es ist Montag, montags wird nicht gesammelt, montags wird gejagt, nämlich Kaffee zum Einen, Zerstreuung zum Anderen. Es empfiehlt sich, hierfür zu guter Musik zu greifen. Dies ist mein Vorschlag:

Atlanter – Light (live in studio)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Von Einbruchs- und Polizeischutz

Das Innenministerium warnt: Einbruchsschutz erschwert die Arbeit der Polizei.

Jetzt ist mir doch glatt ein wenig Kotze hochgekommen.

ComputerIn den Nachrichten
#34c3: Endlich wieder Studenten-CeBIT!

Hurra:

Bis zum nächsten Chaos Communication Congress ist es nicht mehr weit und die geplanten Vorträge stehen soweit fest. (…) Der #34C3 ist restlos ausverkauft.

Das Prinzip von Masse statt Klasse, das veranstalterseits seit Jahren fortwährend penetranter die hackerübliche und begründet bewährte Meritokratie ersetzt, damit auch diejenigen, die nichts können außer sich blöde T-Shirts anzuziehen und sich die Haare zu färben, in inklusiver Manier nicht dazu angehalten werden müssen, auch mal was Vernünftiges zu lernen, damit sie sich mal nützlich machen können und nicht bloß vier Tage lang in der Fummelecke („Lounge“) abhängen, ist auch 2017 noch Antrieb und mäßig gut verborgenes Erfolgsgeheimnis des ehemaligen Hackervereins. Irgendwie linke Kongresstouristen aus der Peripherie fragwürdiger Vereine machen den Laden voll und sorgen für prima Presse, da ist ein weniger einladendes Umfeld für den traditionell eher introvertierten Nerd mit massenfremden Spezialinteressen allenfalls Kollateralschaden. Wer Informatik schon mangels Themenkenntnis nur aus Soziologensicht sieht, der wird scheitern. Christian Kahle jammerte heute auf „WinFuture“, dass es „nicht gerade erfreulich“ (ebd.) sei, dass viele Frauen – als sei das das wichtigste Kriterium – trotz all der teuren Förderung immer noch gar keinen Bock auf ein Informatikstudium hätten. Ich fürchte, beim „Congress“ würde diese Wortwahl nicht einmal mehr semantisch hinterfragt.

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In den NachrichtenPolitik
Tabak wird für weitere fünf Jahre zugelassen

Was nicht in den Nachrichten zu lesen ist und darum keinen überzogenen Wirbel auslöst:

Tabak ist umstritten, weil es nachweislich ziemlich zuverlässig Krebs erregt. Doch auch Deutschland stimmte der Zulassungsverlängerung zu – sehr zum Ärger des Koalitionspartners SPD.

Vielleicht sollte man auf Glyphosat auch einfach so Text und Sammelbildchen draufdrucken. Danach wird sich keiner mehr beschweren.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Buffy Sainte-Marie – Starwalker // Lebenszeitminister

Was fehltEs ist Montag. In antiken Gesellschaften wäre man für die Überbringung einer derart schlechten Nachricht längst auf mehr oder weniger kreative Weise entleibt worden, aber schier zu erfrieren ist ja auch eine angemessene Bestrafung. Verdammte Erderwärmung immer, die lässt sich echt Zeit.

Palim-palim, die Nachrichten: „Der französische Präsident Emmanuel Macron will Frauen besser vor Gewalt schützen. Sein Land soll außerdem mehr Geld für Gleichberechtigung ausgeben“ („ZEIT ONLINE“), da wächst zusammen, was zusammen gehört, nämlich Feminismus und politische Dummheit. – Französische Politiker andererseits wollen immerhin noch Politik machen, Anke Domscheit-Berg – aus irgendeinem Grund als Parteilose für die „Linke“, anscheinend die einzige Partei, die gar keine Aufnahmebeschränkungen hat, in Berlin meine Steuern wegsesselfurzend – hingegen will im Bundestag etwas ablegen können. Ich habe die nicht gewählt.

Bei anderen will es aber auch keiner gewesen sein: Unter der Überschrift „SPD stellt Union Bedingungen“, die Pointe also immerhin richtig erkannt habend, zitiert „SPIEGEL ONLINE“ Angela Merkel, die gesagt habe, die „Politiker hätten von den Wählern das Mandat zu einer Regierungsbildung erhalten“ und die „geschäftsführende Bundesregierung unter ihrer Führung sei handlungsfähig.“ Wahlen sind ja auch immer blöd, die nehmen Menschen ihre gut bezahlten Posten weg. Warum also überhaupt noch wählen? Es sind doch alle Posten besetzt und die Amtsinhaber können sie auch allesamt noch mit ausreichendem Eifer ausüben. Das hat in Angela Merkels Jugend ja auch schon funktioniert, Genosse Honecker konnte es ja auch noch, da spart man sich doch den Trubel mit der Wählerei gleich ganz.

In etwa einem Monat findet der schon jetzt unsägliche 34. „Chaos Communication Congress“ statt. Ich werde dazu beizeiten meine gewohnt nüchtern formulierte Kritik anbringen, stelle aber schon jetzt fest, dass die Gerüchte bezüglich des Congresses nicht gerade das Bild einer liberalen Veranstaltung zeichnen. Schwer gezeichnet sind auch Cloud-Rapper, Vertreter eines mir bisher unbekannten Subgenres des Hip-Hops, das offenbar eine Menge mit Drogen zu tun hat. Ich finde die Genrebezeichnung einerseits treffend, das Tun andererseits befremdlich. Nüchterne Tonaufnahmen können doch auch ganz gut sein.

Zum Beispiel von Buffy Sainte-Marie.

Buffy Sainte-Marie live performance of Starwalker

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kein Wahlrecht für Schmetterlinge!

Auf ihrem heutigen kunststoffreichen Parteitag in Berlin blickten, berichten die Medien, die Grünen optimistisch in die Zukunft, denn nicht nur habe das vorläufige Scheitern der Koalition mit „Union“ und F.D.P. die Nähe zur offenbar natürlichen politischen Partnerin, der CDU, gestärkt, sondern auch und vor allem seien sie, die Grünen, nicht schuldig am Ablauf, denn sie, die Grünen, haben nach Kräften „zuerst ans Land“ („ZEIT ONLINE“) gedacht.

Einer der beiden nun ehemaligen Verhandlungsführer, der alte Mann Cem Özdemir, mutmaßte:

Wer weiß, wie die Verhandlungen ausgegangen wären, wenn die FDP nicht so ein Männerclub gewesen wäre.

Seine politische Partnerin, die qua 100-Prozent-Quote zur Zwangskandidatin gekürte Katrin Göring-Eckardt, ergänzte, dass Pessimismus nun unangebracht sei, denn die nächsten vier Jahre – unabhängig davon, was nun regierungsmäßig noch geschieht – seien schon jetzt die vier Jahre, in denen es gelte, neue Wählerschaften zu erschließen, an die noch niemand sonst gedacht hat:

Wir wollen dass in diesen vier Jahren, dass jede Biene, jeder Vogel und jeder Schmetterling weiß, wir werden uns für sie einsetzen!

Wenn es schon für die Menschen nicht reicht.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Pluralistisch wie der Vatikan.

Von einer Partei, deren Vorsitzende politische Forderungen mit dem Alten Testament begründet, etwas Restvernunft zu erwarten ist vermutlich ein reicher Quell der Enttäuschung, aber diesen Antrag der Leipziger „Linken“ möchte ich dann doch nicht unerwähnt lassen:

Compact und andere Verlage (…) von der Buchmesse ausschließen, um (…) Pluralismus zu ermöglichen!

Und wenn wir dann noch alle Parteien außer der „Linken“ verbieten und eine großzügig dimensionierte Mauer hochziehen, haben wir endlich wieder vernünftige Verhältnisse in Ostdeutschland. Braucht Russland noch ein bisschen Fläche?


Prima Feststellung zum lästigen Texteditor Atom: „Ein Githubnutzer taucht auf, um damit zu prahlen, dass man ‚fast ohne Verzögerung‘ tippen kann.“

In den NachrichtenPolitik
Kurz angemerkt zum „grünen“ Koalitionsverständnis

Wenn nun, da „Jamaika“ (ehedem: „Schwampel“), wie bereits heute früh bemerkt, bis auf Weiteres keine Koalitionsoption mehr darstellt, die Grünen, die sich seit spätestens ihrem fehlenden Prinzipien zu verdankenden Aufstieg 1998 vor allem dadurch hervortun, dass sie sich einem Chamäleon gleich ihrer politischen Umgebung, sei sie nun kriegerisch oder sei sie nun automobilfreundlich, anpassen und sich dabei aufgrund ausbleibender Stärke des Willens, eigene politische Inhalte außerhalb Twitters und Talkshows durchzusetzen, sowohl in Koalitionen mit der CDU, für deren Gunst sie auch schon mal Handgranaten für Polizisten für eine gute Idee halten, als auch mit den „Linken“ und sogar mit der rechtspopulistischen SPD wohl genug fühlen, sich auf vielerlei Kanälen darüber beschweren, dass die F.D.P., deren Wahlversprechen mit den ihren nicht zu vereinbaren waren, im Gegensatz zu ihnen ab einer gewissen Menge an Kompromissen (lies: Streichungen von politischen Zielen [lies: Prinzipien]) nicht mehr bereit war, die Inhalte, für die sie gewählt wurde, irgendeiner Beteiligung am Futtertrog mit gut bezahlten Pöstchen unterzuordnen, denn das sei, faselte Reinhard Bütikofer, eine Verweigerung „staatspolitischer Verantwortung“, als lautete die einzig relevante staatspolitische Verantwortung in einer parlamentarischen Demokratie – sofern das Wort „Demokratie“ sich für Vertretersysteme überhaupt eignet – nicht, den Willen der Mehrheiten, die sich durchaus manchmal etwas dabei denken, dass sie sich beim Kreuzemachen für eine bestimmte Partei entscheiden, und ihre politischen Wünsche mittels Wahl überhaupt erst zu irgendwelchen „Sondierungen“ führen ließen, bestmöglich umzusetzen, sondern diese Mehrheiten wie bereits in den letzten Jahren dank überragender prozentualer Überlegenheit durchzuregieren, auf dass jede Opposition mangels Stimmanteils politisch egal sein möge, dann diskreditiert das tatsächlich eine bestimmte Partei; und die trägt kein Grün in ihren Farben.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Kamchatka – Tango Decadence // Ausgeschwampelt.

Guck mal, wie der guckt!Es ist so was von Montag, da brauchen wir gar nicht drüber zu diskutieren; machen wir auch nicht, ist ja kein Chat hier. Gibt es noch was zu Pandabären in den Nachrichten? Natürlich, denn Pandabären sind immer gefragt: Melania Trump hat sich Pandas angeguckt. Drollige Wesen scheinen in ihrem Leben eine große Rolle zu spielen.

Apropos Politiker: Während in Dänemark Hipsterverbote zur Diskussion stehen, verlief die hiesige politische Diskussion in den letzten Tagen etwas zäh. Die Koalitionsbildung der dreieinhalb angeblich mit einem Regierungsauftrag ausgestatteten Parteien anlässlich der Neubildung des kommenden Bundestags gestaltete sich Medienberichten zufolge ungefähr so schwierig wie angenommen, was schließlich und endlich in einen Verzicht seitens der F.D.P. mündete. Wäre es nicht für jeden Wähler eine weitaus angenehmere Entscheidung, man verzichtete auf irgendwelche Klüngeleien und setzte die Parteien stattdessen in dem Wahlergebnis entsprechenden Anteilen nebeneinander in diesen Bundestag? – Ach, das wäre dann Volkswille. Mein Fehler!

Manchmal steht Nutzen eben vor coolness. Bei „heise online“ versteht man das nicht, dort preist man den ollen Chromefox 57 dafür, dass er „wieder cool“ sei, und plötzlich meldet sich schmerzhaft das Alter und weist darauf hin, dass man solchen Kriterien beim Installieren von Krams nichts mehr abgewinnen kann. Gute Nachrichten währenddessen: Betteln ist auch ein Beruf. Da möchte man fast gewalttätig werden, zum Glück fällt einem noch rechtzeitig ein, dass Gewalt gerade nicht so gefragt ist, nicht einmal in einem Heer aus Menschen, deren Beruf es ist, mit Geräten, die allein zu Gewaltzwecken erfunden und gebaut wurden, in irgendwelchen Ländern herumzurennen. Was, Meucheln ist jetzt verpönt? Nein, natürlich nicht – nur sexuelle Gewalt wird nicht gern gesehen, findet man im Feuilleton („Nachrichten“).

Was man im Feuilleton nicht so findet, ist gute Musik gut. Aber dafür bin ich ja da.

Kamchatka – Tango Decadence ( OFFICIAL VIDEO )

Guten Morgen.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Liegengebliebenes vom 17. November 2017

Feminismus sei Sexualkommunismus, resümiert Hadmut Danisch.


Die seit einem Vierteljahrhundert obsolete NATO kann – hier muss ich erneut dem türkischen Präsidenten zustimmen – auch weg.


Nachdem sich ausreichend viele Menschen darüber beschwert haben, dass es auf Twitter auch dann möglich war, nachzuweisen, dass man wirklich der ist, der man zu sein vorgibt, wenn man ziemlich konservative politische Ansichten hat, hat Twitter jetzt Konsequenzen gezogen und nimmt „den Rechten“ die Verifikation weg. Ein blaues Häkchen bedeutet jetzt nicht mehr nur, dass man wirklich man selbst ist, sondern auch, dass man politisch auf der Seite der Guten steht. Wer mir mindestens acht Nachteile dieses Vorgehens nennen kann, bekommt ein Fleißbienchen, wird danach allerdings wahrscheinlich von Twitter gesperrt.


Apropos Sperren: Während sich in Deutschland alle Medien an der AfD abarbeiten, beschließt die CDU im Europäischen Parlament wieder mal widerliches Zeug, diesmal schon wieder Netzsperren.


Läuft bei Fußfesseln, nämlich davon.


Kommen wir von alten zu neuen Jugendwörtern: Das „Jugendwort des Jahres“ ist auch diesjährig weder ein Wort noch wird es von Jugendlichen verwendet.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Endlich: Grüne bluten für ihr Land!

Es soll ja niemand annehmen, nur in der Piratenpartei hätte es ein Sonderling leicht, zum Fachmann für irgendwas gekürt zu werden. Die sich selbst als „Finanzexpertin“ bezeichnende Lisa Paus, aus unklarem Grund für die „Grünen“ im Bundestag unser Geld wegsitzend, fragte nämlich am vergangenen Montag doof auf Twitter:

Was haben Schnittblumen, Skiliftfahrten und Rennpferde gemeinsam.

Was Lisa Paus mit Rennpferden gemeinsam hat, ist an dieser Stelle offensichtlich, nämlich das miserable Verständnis für Zeichensetzung, aber darum geht es natürlich nicht, sondern um eine kreischerische Petition einer anderen Frau, über die nur wenig bekannt ist:

Sie ist 25, lebt in Berlin und beschäftigt sich mit feministischen Themen. „Während des Studiums wurde am Ende des Monats oft das Geld knapp. Wenn ich dann noch meine Tage bekam, bin ich schon mal zu meiner Mutter gegangen und habe um Geld gebeten“, sagt sie.

Dass es zum Lebenserhalt nicht reicht, sich mit feministischen Themen zu beschäftigen und in Berlin zu wohnen, stellt außerhalb Berlins keine nennenswerte Überraschung dar, aber statt den richtigen Schluss zu ziehen und sich einer anständig bezahlten Profession, für die man etwas Vernünftiges lernen müsste, hinzugeben, stellt Petitionistin Helena Serbent blöde „Kampagnen“ (das ist Werberisch für „bunte Webseiten“) ins sowieso schon nur noch schwer erträgliche Web, die unter einem bescheuerten „Hashtag“ in Koexistenz mit geradezu preiswürdig debilen Plakatmotiven wie „Ich blute für mein Land“ (da freut sich das Land aber) folgenden Stuss propagieren:

Die Kampagne #BloodyLuxuryTax zeigt eine für Frauen, Non-Binary- und Transmenschen ungerechte Situation auf – ganz einfach, weil CIS Männer nicht ihre Tage haben.

Worum geht es? Nun, vor allem darum, dass Helena Serbert von Steuerrecht keine Ahnung hat. Ihre gesamte „Kampagne“ dreht sich um die Feststellung, dass „Damenhygieneprodukte“ (also Tampons, Binden u.a.) mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belegt sind, was nach ihrem nicht ausreichenden Verständnis allein daran liegt, dass der Staat selbige Produkte zu Unrecht nicht als lebensnotwendig betrachtet. Das erklärt dumme Fragen wie diese:

Währenddessen unterliegen tatsächliche Luxusartikel wie Kaviar, 5-Sterne-Zimmer oder Kinokarten dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7%, welcher für lebensnotwendige Produkte vorgesehen ist. (…) st Kaviar wirklich lebensnotwendiger als Tampons oder Binden?

(Fehlendes „i“ aus dem Original übernommen.)

Natürlich ist er das nicht, deswegen wird Kaviar ja wie zum Beispiel auch Hummer und Austern gemäß Anlage 2 UStG ebenfalls mit 19 Prozent besteuert, aber wer außer Feminismus und Ausberlinsein nichts kann, der wird niemals in die finanzielle Lage kommen, überhaupt über den Erwerb von Kaviar zwecks Überprüfung nachzudenken. Ich ahne allerdings, woher die falsche Zahl kommt: Auf (mal wieder) taz.de log sich Pseudonyma „Morgane Llanque“ bereits im März 2016 irgendwas über Sieben-Prozent-Kaviar zusammen. Dass es sicherlich Raum für Diskussionen lässt, ob die mobile Blutungsverhinderung „lebensnotwendig“ ist oder nicht, möchte ich an dieser Stelle gar nicht anzweifeln, aber die Behauptung, es handle sich um eine „für Frauen“ (und so weiter) ungerechte Situation, ist selbstverständlich ein geradezu schmerzhafter Beleg für die geballte Inkompetenz, mit der hier versucht wird, Massen von Menschen, die genau so wenig Ahnung vom Steuerrecht haben, dazu zu bewegen, eine Ungerechtigkeit wegzupetitionieren, die es gar nicht gibt.

Der Regelsatz von 19 Prozent Mehrwertsteuer („Luxussteuer“, H. Serbert, anscheinend ca. 17. Jhd.) gilt nämlich auch für Kondome und Herrenrasierer, und während Kondome mitunter – je nach körperlicher Verfassung – im Gegensatz zu irgendwelchen Blutungsfängern tatsächlich Leben retten können, wobei meist einer dieser angeblich bevorzugten „Cis-Männer“ (zu meiner Zeit hieß das ja einfach nur „Männer“, aber damals wurde jemand mit Non-Binary-Verirrung auch noch als geistig verwirrt betrachtet und bekam nicht stattdessen einen halbwegs seriös wirkenden Preis dafür) derjenige ist, der diese Kondome eben benutzen muss, und nicht bloß dafür da sind, dass man weniger widerlich aussieht, haben Herrenrasierer eine ebensowenig lebensnotwendige Eigenschaft wie Tampons oder Damenbinden; nur, dass hierauf nicht einmal von bärtigen Berliner Startupknechten ein künstlicher Geschlechterkampf gefußt wird. Klar: Berliner. Was ist da schon zu erwarten?

Lisa Paus – die mit den Rennpferden – wird zur Petition von der „taz“ wie folgt zitiert:

„Wir wollen darüber reden, wie man Ausnahmen abbaut. Solange das aber nicht in Sicht ist, geht die Welt nicht unter, wenn wir auch Damenhygieneprodukte begünstigen“, sagt Grünen-Steuerexpertin Lisa Paus. Die Initiative sei deshalb richtig, weil sie ein sehr gutes Symbol sei, um auf geschlechterungerechte Besteuerung hinzuweisen, die auch in anderen Bereichen vorherrsche.

Wenn jemand, der so wenig von Steuern versteht, bereits „Grünen-Steuerexpertin“ sein darf, sollten wir hoffen, dass es auch in Zukunft niemals einen „grünen“ Verteidigungsminister geben wird.


In weiteren Nachrichten: ProSieben-Chef nennt Zuschauer „fettleibig und ein bisschen arm“; und besonders schlau, wie sich aus den einschlägigen Fernsehzeitschriften folgern lässt, sind sie, das füge ich hinzu, augenscheinlich auch nicht unbedingt.