Archiv für die Kategorie ‘In den Nachrichten’.

Wenn ich Nachrichten sehe, höre oder lese, muss ich darüber schreiben, sonst werde ich sauer.

In den NachrichtenNerdkrams
Bitkom: 11 Prozent der Jugendlichen computern irgendwie.

(Vorbemerkung: Ich empfehle vorab die Lektüre meiner Auffassung von Informatikunterricht.)

Der viel zu gesprächige Verein Bitkom, laut eigenen Angaben „der Digitalverband Deutschlands“, ist in der Vergangenheit nicht gerade dadurch aufgefallen, kluge Überlegungen bloßem Werberduktus vorzuziehen (cf. Kuhstall 4.0). Das leistet der Freude bei Kenntnisnahme einer neuen Pressemitteilung des Verbandes einigen Vorschub, denn man weiß schon vor dem Lesen: Ah, endlich wieder Gratisblödsinn.

Das war auch heute wieder richtig. Heute nämlich erschien unter der geradezu apokalyptischen Überschrift „Nur jeder zehnte Jugendliche kann programmieren“ eine Pressemitteilung („Presseinformation“), mit der Pressesprecher Bastian Pauly offensichtlich versucht hat, die Wette zu gewinnen, wer wohl unwidersprochen den größtmöglichen Quatsch auf der Verbandsseite veröffentlichen darf. Der Dateiname der Pressemitteilung – httpswwwhubberlinen.html, offensichtlich ein Bezug zu dieser zwielichtigen Website – ist dabei noch vergleichsweise harmlos, denn nach der Überschrift wird es nicht mehr besser.

Der größte Teil des Texts ist eine Werbung für die „Verdienste“ und Veranstaltungen des Bitkom e.V. selbst, in deren Rahmen der Verein Schülern „das Coden“ beibringen will; spannend ist jedoch dieser Absatz:

Programmierkenntnisse werden in der digitalen Welt immer wichtiger, aber nur wenige können schon im Jugendalter selbst coden: Gerade einmal jeder zehnte Jugendliche (11 Prozent) kann eigene Programme schreiben oder Webseiten erstellen, wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 10- bis 18-Jährigen ergab. „Smartphones und Tablets gehören für viele Kinder und Jugendliche wie selbstverständlich zum Alltag. Aber nur die wenigsten wissen, wie die Geräte eigentlich funktionieren“, sagt Bitkom-Geschäftsleiter Christian Kulick.

Klar: Ist die Prämisse (nämlich: dass Programmieren – im Bitkomvokabular: „Coden“ – eine immer wichtigere Fähigkeit sei, als gäbe es immer noch nicht viel zu viele Programmierer im Land und als sei die Aufgabe von Computern einzig diejenige, programmiert zu werden) erst einmal falsch, ist ihre Folgerung eigentlich auch völlig egal, insofern wäre ich beinahe willens, das so stehen zu lassen, aber eben auch nur beinahe.

Dass „gerade einmal jeder zehnte Jugendliche“ und „11 Prozent der Jugendlichen“ eine unterschiedliche Bedeutung haben, weil 11 Prozent eben nicht „gerade einmal“, sondern „deutlich mehr als“ einer von zehn sind, sei verziehen. Mathematik lässt man als „Digitalverband“ vermutlich lieber den Computer machen und der rundet manchmal nicht so offensichtlich. Schwerer wiegt die ausbleibende Differenzierung zwischen Programmieren, Codeschreiben („Coden“), Webseitenerstellen und Smartphonesverstehen, denn nichts davon bedingt einander. Programmieren kann man einen Videorekorder ebenso wie einen gewöhnlichen Computer, ohne eine einzige Zeile Code zu schreiben; Code kann man bequem irgendwo rauskopieren oder abschreiben, ohne selbst etwas zu programmieren; eine Website kommt (gesetzt den Fall, dass man HTML wie auch zum Beispiel RTF, PDF oder Office XML, das Format von neueren Word-Dokumenten, nicht als Programmiersprache, sondern als Beschreibungssprache versteht, wessen ich mir bei Deutschlands nicht parteilichen Digitalexperten freilich nicht sicher sein kann) selbstredend ohne Programmieren aus; was schließlich das Verständnis der Funktionsweise von Smartphones und Tablets mit Programmieren zu tun hat, kann mir vermutlich nicht einmal Bitkom-Geschäftsleiter Christian Kulick sinnvoll beantworten.

Klar: Sind alles Computer, alles ein Brei. Nach dem Feierabend erst mal Strom in den Computer coden, die Anmeldedaten einprogrammieren und online ein paar virtuelle Monster ins Nichts hacken. Wird schon irgendwie passen. Du machst doch was mit Computern, kannst du nicht…? Ist ja alles Computer heute.

Hat eigentlich schon mal jemand eine solche repräsentative Umfrage unter der Bitkom-Belegschaft durchgeführt?

In den NachrichtenPolitik
Tortenpolitiker (3): Sahra Wagenknechts Verdienst

Sahra Wagenknecht, schrieb Max Goldt vor einigen Jahren, sei „der einzige regelmäßige Teilnehmer politischer Diskussionen, auf den sich das überreichlich gebrauchte Wort ‚Faszination‘ ausnahmsweise korrekt anwenden ließe“. Seitdem hat sich daran nur wenig geändert, nur die Unstrittigkeit ihrer Person hat im „Kleinklein“ (Martin Schulz in der heutigen „ZEIT“, allerdings über die SPD) der Parteiströmungen gelitten.

Mittlerweile nämlich ist die „Talkshow-Ikone“ („SPIEGEL ONLINE“) als eine der wenigen öffentlich agierenden Linken-Politikerinnen, denen Vernunft noch mehr bedeutet als kopfloser Klassenkampf, zum Sinnbild des diesen ersetzenden „Grabenkampfs“ (Quelle: Internet) zwischen Partei und Fraktion geworden, was zumindest lustig aussieht; aber trotz aller Bemühungen seitens irgendwelcher Kapuzenschlümpfe, sie aus dem Amt zu backen, bleiben ihre Gegner in der Unterzahl, woraus am gestrigen Abend schließlich eine Wiederwahl Frau Wagenknechts als Fraktionsvorsitzende erwuchs.

Empört über die fehlende „Solidarität“ (Adolf Hitler, Juni 1920, ganz anderer Zusammenhang) der blöden Mehrheit entschlossen sich antideutsche Kräfte aus Partei und Umfeld, ihr – der Partei – endlich mal von Nutzen zu sein und sich künftig von ihr fernzuhalten, denn dieser Kurs, dem zufolge stures Linkssein nicht vor Ratio gehen darf, ist mit emanzipatorischen Bestrebungen nur schwer in Einklang zu bringen. Vorwärts nimmer! Die gedankliche Evaluation des angeblichen Gastrechts, das selbst auf der designierten linken Paradiesinsel Kuba einigermaßen scharf geregelt ist, ist deutsch und damit mindestens 0,8 Gauland wert. Wie viel das in Lindner ist, weiß ich nicht.

Es ist sicherlich nur Zufall, dass diejenigen, die jetzt wütend ihre antisozialen Medien vollschreiben, weil sie nicht kriegen, was sie wollen, und dabei auch einen Schaden bei denjenigen Parteigliederungen und parteinahen Organisationen, die ihre Sache zu vertreten versuchten, in Kauf nehmen (denn wenn ein „Linker“ erst einmal etwas kaputtmacht, dann eben gerade auch das eigene Zuhause; Besitz ist Diebstahl, wissenschon), dem geneigten Popcornkonsumenten vor dem Bildschirm noch aus einer anderen Zeit bekannt sind, als sie noch bei der Piratenpartei völlig fehl am Platz waren und beim mittlerweile legendären Bundesparteitag letzterer Partei in Halle, als deren „linker“ Vorsitzender, in dessen näherem Umfeld seinerzeit auch die Julia Schramm fremde Luft wegatmete, mitsamt seinen Unterstützern, deren Versuch, das weniger radikale Führungspersonal zugunsten einer unter der „Antifa“-Flagge segelnden Partei durch eigene Funktionäre zu ersetzen, erfreulich nachhaltig fehlschlug, abgewählt und bald vergessen wurde, beim Versuch scheiterten, auf dem Flur vor dem Versammlungssaal böse guckend eine Parteispaltung in „die Guten“ und „die Nazis“ zu erzielen.

Sahra Wagenknecht jedenfalls ist zu verdanken, dass die karrieristische „Emanzipatorische Linke“ abermals krachend gescheitert ist; womit ihre Protagonisten freilich schon manche Erfahrungen gesammelt haben. Das Scheitern selbst ist Antrieb und Motiv der linken Sektierer, wie sich in ihren politischen Lebensläufen ebenso erkennen lässt wie in der Tatsache, dass ihr ständiges Dagegen mit keinem messbaren Dafür gewürzt wird. Kalt und dunkel ist das Feuer in ihnen und verwandelt ihren Holzweg in Glatteis. Verdammte Mehrheit immer, die sich von Beliebtheit statt von Parolen und geworfenem Backwerk ködern lässt.

Man könnte fast meinen, repressivem Gebrüll sei politisch kein Erfolg beschieden.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: McCain gegen munitionsunwürdige Völker

Soll ja keiner sagen, die US-amerikanischen Politiker seien aufgrund der ausufernden Waffengewalt nicht besorgt:

US-Senator John McCain, der auch dem Committee on Armed Services vorsteht, hat eine Erklärung herausgegeben, in der er sich darüber besorgt zeigt, dass irakische Streitkräfte US-amerikanische Waffen benutzen, um einen „wertvollen“ Partner der USA anzugreifen.

Meucheln ist ja nicht so schlimm, aber doch nur bitte nur in den wertlosen Ländern!

(übersetzt von mir, gefunden via @schreibrephorm)

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
The Dream Syndicate – 80 West

Oktober (Symboleule)Es ist Montag. Das Ausbleiben von Pelztieren verblüfft offensichtlich selbst die Natur, versehentlich bekäme man wetterbedingt beinahe Lust auf Strand und Getränke mit so einem albernen Schirmchen darin, besinnt sich aber schnell darauf, dass man Strände nur in homöopathischer Dosierung mag, denn oft sind dort rüpelhafte Touristen zugegen. Kauz müsste man sein.

Stattdessen wurde schon wieder gewählt, und zwar gleich mehrfach. Ganz schön langweilig auf Dauer, aber zum Glück ist jetzt erst einmal Ruhe. Christian Lindner, der einzige zeitgenössische deutsche Politiker ohne Vollmeise, begrüßte ungewohnt unbeholfen das österreichische Wahlergebnis, bei dem sich abermals herausstellte, dass junge Menschen nicht unbedingt mehr progressive Politik ins Land tragen; als wäre das per se wünschenswert. Auch die Landtagswahl in Niedersachsen, bei der diejenige Partei zweitstärkste Kraft wurde, die vorschlug, man solle WLAN-Access-Points auf Feuer testen, blieb ohne Befund, wie renommierte Experten sich reimender Namen ausführlich erklärten. Die Piratenpartei – nullkommazwei Prozent – kommt derweil vielleicht allmählich zu der Einsicht, dass Netzpolitik vielleicht doch irgendwie mehr Menschen begeistern kann als Geldverschenken fürs Nichtstun. Von anderen Politikern wünschte man sich indessen mehr Nichtstun: Offensichtlich hat Deutschland Israel zwecks Kriegs nicht nur U-Boote, sondern auch noch Geld verkauft. Jaja, diese Lage da in der Gegend, die ist wirklich beunruhigend. Champagner?

Herausgestellt hat sich auch, dass es offensichtlich eine lautstarke Teilmenge in der Pöblerszene gibt, die es für eine grandiose Idee hält, als Austragungsort für Scheingefechte zwischen linker und rechter Idiotie ausgerechnet die Frankfurter Buchmesse zu wählen, als wäre es nicht offensichtlich genug, dass sie beidseitig kein Buch der letzten fünfzig Jahre mehr gelesen haben. Der intellektuelle Marxismus ist eine ebensolche Farce (cf. Julia Schramm) wie sein literarischer Kontrahent, als Leitmotiv in toto jedenfalls denkbar ungeeignet.

Denkbar geeignet hingegen zu jeder Gelegenheit: Musik.

The Dream Syndicate – "80 West" (Full Album Stream)

Guten Morgen.

ComputerIn den Nachrichten
Kurz angemerkt zum Iwan des Tages: Ertappt!

Es wurde viel ertappt in den letzten Wochen, und die Zeit, in der noch unklar ist, wer der Allerertappteste von allen ist (aus Tradition: der Russe) und wer ihm heldenmutig das Handwerk gelegt hat (hier: nicht so leicht, denn USA und Israel sind moralisch gerade keine besonders überragenden Vorbilder, wie sich überraschend herausgestellt hat), würde ich einfach mal unverbindlich empfehlen wollen, einen größeren Vorrat an Lizenzen von Software von Kaspersky zu kaufen, und zwar nicht zwecks Installation, denn „Antivirensoftware“ ist den Ärger, den sie macht, unter keiner halbwegs rational vertretbaren Prämisse wert, sondern einfach, um den Amerikanern einen papiernen Schrecken einzujagen, denn wohl nur weniges hielte ihren Hochmut derzeit so sehr zurück wie ein Erstarken der russischen Binnen-, lies: EDV-Wirtschaft; weil: dem Iwan, dem elenden, ist der Patriot Act mitsamt seiner Legitimierung staatlicher Einbrüche in intimste virtuelle Lebensbereiche aus verdammt guten Gründen dermaßen egal, dass es eigentlich merkwürdig ist, dass überhaupt noch irgendjemand sich anstelle dieses zweitkleinsten Übels – wobei das kleinste nach wie vor „Finger weg von dem Blödsinn“ heißt – „Sicherheitssoftware“ aus anderen Ländern andrehen lässt.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Dreimal kurz verlinkt: Gotteskrieger, Hollywood und Tod durch den Wetterbericht

Der Herr gibt es den Seinen im Schlaf (Psalm 127,2): US-amerikanische Kirche verlost Sturmgewehre.


Schlimmer, freilich, wären Filme aus Hollywood und/oder Videospiele, denn die, verkündete der oberste Waffenprediger desselben Landes, seien schuld an Massenmorden, nicht etwa Waffen und ihre lautstarken Befürworter.


Es ist ja nicht alles schlecht; was wenigstens im Inland noch tödlicher ist als Hollywoodfilme, ist der Wetterbericht.

ComputerIn den NachrichtenMontagsmusikPolitik
King Gizzard & The Lizard Wizard – Rattlesnake

Was fehltEs ist Montag. Kaum herbstet es zwei Wochen, ist die Schwermut schon am Siedepunkt. Bei welcher Temperatur Schwermut genau siedet, möchte man da lieber auch nicht mehr herausfinden; gefühlt jedenfalls: Eiskalt, gerade auch drinnen. Natürlich kann es schlimmer kommen und das wird es dann eben auch. Ich weiß, was zu tun ist, ich hab ein Buch gelesen („SpongeBob Schwammkopf“). Jeder nur ein Argh.

Nachrichten, Naaachrichten, als wäre die Welt dann eine bessere, aber Abtauchen in etwas, was eben auch nicht besser ist, befreit vielleicht und eventuell den Geist, also mal auf „heise online“ nachgesehen: Firefox kommt jetzt mit einer Überraschung in jedem siebten Ei beziehungsweise hundertsten Download, denn wenn eins noch dringend reinmusste in den „Browser“, dann ja wohl Aktivitätsauswertung durch deutsche Verlage. Mozilla kann gar nicht noch tiefer fallen? Ha – Herausforderung angenommen! Selbstbild als Mozilla. Die meisten Menschen möchten gar nicht verdatet und ausgewertet werden, fand eine Umfrage heraus, aber wenn Umfragen eine Rolle spielten, lebten wir nicht in einem Rechtsstaat, sondern im Einhornwunderland. Wen interessiert schon das Geschwätz des Käuferpöbels?

Andere sind über diesen Punkt längst hinweg: Die hessischen „Grünen“ sind jetzt auch Trojanerpartei. Ist die Partei erst etabliert, regiert’s sich gänzlich ungeniert. Arschlöcher, mit Verlaub.

Hat all das einen Sinn? Vermutlich nicht, Enttrübung jedenfalls fand nicht statt. Was aber, der Technik sei’s gedankt, noch immer über sonstwie herbstige Tage half: Musik.

King Gizzard & The Lizard Wizard – Rattlesnake (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenWirtschaft
Abrüstung wäre supi, aber ein Glückwunsch ist auch schön.

„ZEIT ONLINE“, 6. Oktober 2017:

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) zur Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis gratuliert.

„ZEIT ONLINE“, auch 6. Oktober 2017:

Der größte Erfolg der Kampagne mit Sitz in Genf ist der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (…). Er verbietet Herstellung, Besitz, Einsatz und Lagerung von Atomwaffen. Allerdings hatten die neun Atommächte sowie fast alle Nato-Staaten – darunter Deutschland – die Verhandlungen boykottiert.

Der gute Wille zählt, nicht wahr?

In den Nachrichten
Kurz verlinkt: Dreckige Liebe zum Frühstück

Neues aus dem Land des Verklagens wegen zu heißen Kaffees:

Was gehört zu einem guten Müsli? Haferflocken, Nüsse, vielleicht Rosinen – aber keine Gefühle. (…) „Ihre Marke Nashoba Granola führt die Zutat ‚Liebe'“, heißt es in einem „Warning Letter“ der FDA an das Unternehmen. Liebe sei aber „kein gewöhnlicher oder üblicher Name für eine Zutat“. (…) Die FDA bemängelt auch „unhygienische Umstände“ bei Herstellung, Verpackung und Lagerung. So hatte eine Überprüfung ergeben, dass Backformen und Backofen nicht gereinigt worden waren.

Die gescholtene Bäckerei hat allerdings Grund, sich über die Vorgaben zu freuen, denn so kann sicherlich eine Sammelklage wütender (denn in den USA ist man als Kunde laut Medienberichten selten enttäuscht, oft hingegen wütend) Müslikäufer wegen nicht nachgewiesener Liebe im Frühstück abgewandt werden.

In den NachrichtenPolitik
Medienkritik in Kürze: Tak, tak, tak, tak, tak.

Man kann natürlich, wie es Rieke Havertz im Qualitätsmagazin „ZEIT ONLINE“ tat, nach blumiger Beschreibung des Geschehenen („Tak, tak, tak, tak, tak.“, ebd.) die gewohnte Agenda fortführen, indem man darauf hinweist, dass Donald Trump, Lieblingsantagonist des Föjetongs, als Befürworter der National Rifle Association nichts gegen die längst nicht mehr zu bändigende Waffengewalt tut, statt wie sein medial wertgeschätzter Vorgänger beim Nichtsverbessern wenigstens noch ein bisschen traurig auszusehen.

Man kann, wie es im Jahr 2017 noch allzu viele Anhänger der Lehre des unsichtbaren Freundes im Himmel tun, natürlich für die Stadt der Spieler und der Prostitution beten, denn Gebete machen die Welt zu einem besseren Ort, wie schon der allseits beliebte Friedensfürst Bush d.J. wusste und die frohe Kunde in fernen Ländern verbreitete, ob sie wollten oder nicht.

Man kann auch einfach allmählich darüber nachdenken, ob es nicht vielleicht eine gute Idee wäre, die Vereinigten Staaten von Amerika einfach sich selbst zu überlassen und zu warten, wie lange es wohl dauern mag, bis das Recht auf Waffenbesitz das Problem nachhaltig gelöst hat.

Ich für meinen Teil möchte an dieser Stelle ausdrücklich die dritte Möglichkeit empfohlen haben.

In den NachrichtenMontagsmusik
Needlepoint – Aimless Mary // Asterix bei den Franzosen

Sehe ich aus, als hätte ich Brückentag?Es ist Montag. Der Aufschwung ist da, Krieg wird jetzt moderner. Schade: Keine Weltraumschlachten. Noch schader: Kein Pandabär. Ist doch Käse mit Käse obendrauf. Vielleicht hilft ein kurzer Winterschlaf.

Was Mode ist, vermodert: Die „Washington Post“ findet, die Modeindustrie sollte wirklich mal was dagegen unternehmen, dass politisch eher rechts stehende Demonstranten sich wie auch die hiesigen Knalltüten von der „PARTEI“ um einen attraktiven Kleidungsstil bemühen. Vielleicht wird bald die Losung ausgerufen, dass echte Demokraten sich künftig dadurch von den Bösewichten abzugrenzen haben, dass sie sich absichtlich scheiße anziehen. Geschmack ist Nazi!

Von anderen unliebsamen Demonstranten berichtete gestern das nicht seriös arbeitende Käseblatt „SPIEGEL ONLINE“, dem zufolge in Katalonien als Strafe dafür, dass die dort lebenden Menschen überwiegend ungern Spanier sind, selbige Menschen beim Versuch, dieser Meinung per Wahl Ausdruck zu verleihen, von der spanischen Polizei „angemessen und professionell“ (ebd.) verdroschen wurden. Ein Land weiter war gestern allerdings ebenfalls wieder Stimmung: Ein Attentäter verübte ein Attentat und der „Islamische Staat“ teilte hinterher mit, es habe sich um einen der Seinen gehandelt, wie er das eben des Öfteren so macht. Im Jahr 1979 erschien der „Asterix“-Band „Asterix bei den Belgiern“, dessen Handlung darin besteht, dass die Belgier mit den heftüblichen Galliern darum wetteifern, welcher denn der Tapferere von beiden Stämmen sei, indem sie Römerlager verwüsten und den Verprügelten jeweils nach erfolgter Verprügelung mitteilen, welchem der beiden Stämme sie denn angehörten, damit sich das auch zuverlässig herumsprechen möge. Ich weiß auch nicht, wie ich jetzt gerade auf Asterix komme.

Apropos „kommen“: Es gibt einen neuen Hackersport namens „Screwdriving“, bei dem man im Wesentlichen irgendwelches Sexspielzeug aus relativer Ferne zum Vibrieren bringt. Diese Digitalisierung ist schon drollig.

Musik!

Needlepoint – Aimless Mary

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Richtig gepflegt eine schallern und dann ist Achterbahn hier, Junge!

Schlägerpartei Deutschlands:

Nachdem sie am Vormittag ein letztes Mal am Regierungstisch Platz genommen habe, fühle sie sich ein bisschen wehmütig, erzählte Nahles den Journalisten: „Aber ab morgen kriegen sie in die Fresse.“ „Sie“, das ist die neue Bundesregierung.

Et klatscht gleich, vaschtehste? Vor dem Frühstück erst mal schön dem Lindner links, rechts eine kleben, damit der nicht immer so scheiße guckt, den Schäuble aus dem Rolli kippen und dem Hofreiter seine dämlichen Haare in den Mixer stecken, damit die Chabos wissen, wer hier die Baboine ist. Hate-Speech war gestern, heute gibt’s auf’s Maul! Ist sie zu stark, bist du zu schwach. Das kennt Andrea Nahles noch aus ihrer Zeit als Hartz-IV-Ministerin. Schwester, meine Pillen, aber die mit dem Smiley drauf, und zwar ein bisschen zackig, wenn ich bitten darf!

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Rhys Chatham – Pythagorean Dream (Part Two) // Bundestagsqual

"... und dann haben sie DAS gewählt!"Es ist Montag, der Tag danach; ein Tag, den allenfalls ein Pandabär noch retten könnte, denn das langweilige Deutschland hat gewählt.

Gewonnen, so viel sei gesagt, haben ganz unabhängig vom Wahlergebnis der Sozialabbau, die Rentenstreichungen, die immerhin (spät) sanktionierte Altersarmut, die Bundeswehr – verloren aber hat, Medienberichten zum Trotz, keineswegs der Rechtspopulismus, denn der stellt auch 2017 noch hochrangige Minister, sondern der Wähler, den das Schreckgespenst AfD abermals erfolgreich davon abgehalten hat, die Zukunft sinnvoll mitzugestalten. Etwa 87 Prozent der Wähler haben nicht die AfD gewählt, etwa 90 Prozent nicht die Grünen und immer noch fast 70 Prozent nicht die Kanzlerin, dennoch bestimmt das Geschehen eine mögliche Koalition, die im Median von einer deutlichen Mehrheit nicht gewählt wurde. Koalitionen sind aus demokratischer Sicht tout compte fait allerdings grundsätzlich eine Katastrophe, eine richtige im Falschen ist nicht auszumachen. Der moralische Sieger bekommt beim Wettrennen ja auch nur noch einen Trostpreis. – Man stelle sich vor, das Volk träfe nicht nur alle vier Jahre, sondern pausenlos dumme Entscheidungen. Man sehe sogleich: Nur Volksabstimmungen könnten das alles noch schlimmer machen.

Bringt alles nichts. Ich habe jedenfalls beschlossen, über die Beschlüsse der kommenden Bundesregierung in dieser Publikation bis zur nächsten Bundestagswahl kein Wort mehr zu verlieren. Das schont die Nerven insbesondere zum Wochenbeginn und lässt mehr Zeit für Schönes, nämlich für Musik. Und danach kommen wir noch mal auf den Pandabären zurück.

Rhys Chatham – Pythagorean Dream (Part Two)

Guten Morgen und viel Glück.

In den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 24. September 2017

Genau mein Humor: Ein hochrangiger Kirchenvertreter findet, man solle die Wirklichkeit nicht verzerren.


Jungs sind besser in Physik, weil sie häufiger einen Penis anfassen. Das klingt, als könnte man das soziale Gefälle hier ziemlich einfach begradigen.


Eilmeldung des Tages: Konkurrenz macht den Penis länger. Allerdings bei Enten.


„Corey Doctorow slowly beings to realize that the internet, like everything else, exists at the convenience of people with money.“


Formel 1 zu leise? Hilfe ist unterwegs!

In den NachrichtenPolitik
Endlich: Clownverbot in Österreich!