Archiv für die Kategorie ‘In den Nachrichten’.

Wenn ich Nachrichten sehe, höre oder lese, muss ich darüber schreiben, sonst werde ich sauer.

In den NachrichtenPolitik
Punk ist nicht tot, Punk ist jetzt Sozialdemokrat.

Aus dem trotz der feministischen Grundüberzeugung männlichen Vorsitzenden des Vereins des ältesten Mädchens Berlins, das in kindlich-patzigem Tonfall von sich behauptet, es könne schon deshalb kein Mädchen sein, weil es immerhin seit einer Vierteldekade einer Jugend- und nicht etwa einer Kinderorganisation vorstehe, nämlich der „Jusos“, sprudelt seit gestern wiederholt eine total tolle Idee heraus:

Wer jetzt in die #SPD eintritt, kann in einigen Wochen #Groko oder #NoGroko sagen. Ein schöner Anlass, sich einen Ruck zu geben.

Denn wenn eins die SPD-Führung davon überzeugen wird, dass es eine wenig ertragreiche Idee war, in offenbar selbstmörderischer Absicht den Ausstieg vom Ausstieg zu vollziehen, dann ja wohl eine Schar neuer Beitragszahler infolge dieser Idee!

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Hammock – Clarity // 44 Prozent rational.

EulmeldungEs ist Montag. Durch Deutschland sollte etwas gehen, am besten ein Pandabär, denn Pandabären sind eine wertvolle Ergänzung für jede Gesellschaft; zumal eine Gesellschaft, der der kritische Rationalismus völlig fehlt, den Menschen kein Gewinn sein kann. Mehr Karl Popper (und mehr Pandabären) wagen!

Kein Wochenende ohne Politikschmerzen: Die SPD hat „gewählt“ und zu 56 Prozent kein Interesse mehr an ihrem eigenen Geschwätz von gestern. Wenn die 44 Prozent Restbehirnten in der SPD zur nächsten Bundestagswahl eine eigene Partei gründeten, könnten sie, wie ich vermute, anschließend ohne Zweifel die Regierung führen. Tun sie das nicht, dann sind auch sie schuld an dem, was kommt. Dass Martin Schulz zwecks Anregung von Zugehörigkeitsgefühl irgendwas über ein „sozialdemokratisches Europa“ delirierte und dabei ignorierte, dass „Sozialdemokratie“ in ganz Europa niemand mehr so wirklich irgendwo hinwählen will, ist ziemlich sprechend. – Es ist erwiesen: Berlin macht doof. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Ein Blick ins Ausland: In Großbritannien ist die beim Bumsen meistgenannte Person angeblich Donald Trump. Die Menschen haben Geschmack. Im anderen Ausland, in Thüringen, sind sich Medien derweil unsicher, ob man bei einem Verhältnis von 76 zu 75 nun von einer Mehrheit oder einer Gleichheit reden sollte; entschieden hat man sich überwiegend für zweitere Formulierung, was journalistisch bestimmt irgendwie begründbar ist.

Es ist Montag und damit ist es Zeit für Musik. Döpdapdöpdöppieps! Ansonsten hören wir doch einfach ein wenig Hammock.

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Parlamentarische Rachedemokratie

Woher kommt es eigentlich, dass die AfD immer noch nicht verschwunden ist, sondern auch weiterhin Zuspruch erhält? Nun, vor allem an der Irrationalität, mit der ihre Gegner ihr eigenes Verhalten einschätzen.

Dass der Bundestag ein Arbeitsparlament ist, ausbleibende Anwesenheit also nicht zwingend etwas mit fehlendem Arbeitswillen zu tun hat, weil die wesentliche Arbeit, die über Abstimmungen hinausgeht, ohnehin in anderswo tagenden Gremien stattfindet. Die landläufige Vermutung, dass Politiker sich erst selbst das Gehalt erhöhen und dann nicht mal etwas dafür tun wollen, weil sie im Bundestag häufiger mal fehlen, ist also nicht zwingend zutreffend. Trotzdem wäre es verfehlt, sie hier vor der Skepsis ihrer Bürger zu bewahren, denn abgesehen von ihren alltäglichen Verfehlungen, nämlich zum Beispiel der, dass sie es für irgendwie wählergewollt halten, wenn sie sich nicht für die Interessen ihrer Wähler, sondern für ganz andere Dinge einsetzen (ehemalige Piratenwähler, die mit ihrer Stimme statt zur Verbesserung deutscher Netzpolitik Ressourcen für Pamphlete zugunsten von Gratisgeld und Posexparaden verschwendet haben, kennen das zur Genüge), was mich fragen lässt, ob der Verbraucherschutzbund sich nicht bei Gelegenheit mal mit den Werbeversprechen von Parteien befassen sollte, gibt es manchmal auch diese ganz konkreten Ärgernisse des politischen Alltags, die daran zweifeln lassen sollten, ob eine Expertokratie nicht doch die bessere Staatsform wäre.

Gestern nämlich „berichtete“ unter anderem „SPIEGEL ONLINE“, dass die AfD sich des seit über einem halben Jahrhundert SPD-erprobten „Tricks“ bediente, die Geschäftsordnung des Bundestages gelesen zu haben:

Eine Sitzung des Bundestags musste am späten Donnerstagabend abgebrochen werden. Grund war ein AfD-Antrag.

Nein, der Grund war, dass die anwesenden Parlamentarier gegen die Geschäftsordnung verstoßen wollten, der Auslöser war ein Antrag; aber Sprache liegt nun einmal nicht jedem, der was in Qualitätsmedien reinschreiben darf. Der Antrag bat eigentlich nur um Verifikation:

Der Bundestag musste am späten Donnerstagabend eine Sitzung abbrechen, weil das Plenum wegen zu wenig anwesender Abgeordneter nicht beschlussfähig war. Die Nachzählung, den sogenannten Hammelsprung, hatte die AfD-Fraktion verlangt.

Dass der Fraktionsvorsitzende der AfD den Antrag als „Rache“ für eine zuvor erfolgte Nichtwahl eines AfD-Mitglieds in irgendein Gremium, war zwar ein rhetorischer Schuss in den eigenen Fuß, aber wenn der Bundestag aus Rache nach Geschäftsordnung und nicht regelwidrig arbeitet, dann sollte das eigentlich für niemanden ein Problem darstellen, was vor allem dadurch bestätigt wird, dass einige unangenehme Gesetze – zuletzt das „NetzDG“ – bei Anwesenheitsprüfung vermutlich nicht so schnell Realität geworden wären.

Tut es aber doch. Beispielhaft greife ich mir Thomas Mockenhaupt, sonst nicht weiter bemerkenswerter SPD-Mitarbeiter, heraus, der diese „Rache“ folgendermaßen betwitterte, woraufhin in ebenjenem Medium eine erhitzte Debatte entbrannte, die im Konsens ausbleibende Anwesenheit bei Abstimmungen mit Arbeitsverweigerung gleichsetzte, weshalb sie hier nicht weiter von Belang sein soll:

Dieser billige Kirmestrick der Rechtsextremen ist ein guter Beweis, dass es denen nicht um ernsthafte Politik, sondern nur um Klamauk und das Untergraben der Demokratie geht.

Mit einer Demokratie, die „untergraben“ wird, indem ihre Legislative sich an ihre selbst auferlegte Geschäftsordnung zu halten gebeten wird, ist es nicht weit her, möchte man meinen. Wir sind der Souverän, wir haben die da hingesetzt.

Wo bleibt eigentlich die Revolution?

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Kurz verlinkt: „Alexa, mach etwas völlig anderes!“

Unhörbare Sprachsteuerung war gestern, heute ist Sprachmodifikation:

Aus einer vorhandenen Audiowellenform können Forscher jetzt eine quasi identische Version erzeugen, die Spracherkennungsprogramme etwas völlig anderes transkribieren lassen.

(Übersetzung von mir.)

Was könnte da schon passieren?


Nachtrag vom 21. Januar: Amazons Sprachassistentin gibt jetzt Widerworte und bezeichnet sich als Feministin. So was stellt man sich doch gern ins Wohnzimmer.

In den NachrichtenWirtschaft
Spielgeld IV: Wie Geld, nur defekt.

Am 2. Januar 2018 veröffentlichte Pseudonymus „Mr. Money Mustache“ einen trotz des Namens recht lesenswerten kritisch-analytischen Blogartikel, in dem er wie viele andere vor ihm schlüssig aufzeigte, wieso der frei erfundene „Wert“ eines Bitcoins schon daher überzogen ist, weil der Betrag, der neben „BTC in USD“ steht, erst mal von irgendwem bezahlt werden müsste, um nicht bloß in einer Sackgasse zu enden. (Dass der Autor bei der Bildbeschreibung Twitter und reddit miteinander verwechselt, sei ihm verziehen.) Es sei der Neid der Besitzlosen der Antrieb des Autors und seiner Mitmeiner, unkte es hierauf in den Kolumnen, denn wenn Bitcoin wirklich eine solche Blase wäre, wäre es längst geplatzt.

Zur allgemeinen Überraschung stellte sich nur wenige Tage später heraus, dass der frei erfundene „Wert“ eines Bitcoins auch nach unten gehen kann. Das Wehklagen war groß, manche setzten für dieses Spielgeld immerhin ihre Existenz aufs Spiel, verbitten sich aber auch aus der Gosse heraus noch die Behauptung, sie hätten sich „verzockt“: Auf reddit wird seit Tagen gemahnt, dass, wer verkaufte, das schon bald bereute. Das kennt man noch von der Immobilienblase vor ein paar Jahren: Alles Feiglinge, das. HODL, prost! Dass mit dem Bitcoin, für dessen Fall wirtschaftlich naive Meinungsmedien unter anderem China verantwortlich machen, das das „Schürfen“ von Spielgeld angeblich erheblich zu sanktionieren gedenkt, auch alternative „Währungen“ wie Ripple große Kursverluste hinnehmen mussten und müssen, die man überhaupt nicht „generieren“ kann, weil es alle „verfügbaren“ Einheiten bereits gibt, sagt über das Finanzverständnis derer, die das Spiel begeistert mitgespielt haben, mehr aus als über diejenigen, die als Ewiggestrige und als Büttel des Finanzsystems verschrien werden.

Es sei, befand der Nachtwächter, sehr sprechend, dass diejenigen, die das Geldsystem ersetzen wollen, sich vor allem Sorgen darüber machen, dass ihr Spielgeld nicht mehr so viel rückständiges Echtgeld „wert“ ist. Die Revolution will heim zu Mutti.

Es nennt sich Kommunist, wer kämpft, damit der Staat ihm eine bürgerliche Existenz sichert.
Nicolás Gómez Dávila

In den NachrichtenPolitik
Kurz angemerkt zur jüngsten Sonntagsfrage

SPD in Umfrage bei 18,5 Prozent – wenn das Guido Westerwelle wüsste!

Tage wie diese – Die Toten Hosen (Official Video)

In den Nachrichten
Was am Wochenende nicht passiert ist.

Auf „T-Online“ wird „berichtet“:

Ein Passagierflugzeug der türkischen Fluglinie Pegasus ist bei der Landung im nordtürkischen Trabzon von der Piste abgekommen und fast ins Schwarze Meer gestürzt. (…) Auch Pegasus teilte mit, die 162 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder seien bei dem Vorfall am Samstagabend nicht verletzt worden. Der Sender CNN Türk berichtete: „In Trabzon fehlten 25 Meter bis zur Katastrophe.“

Mir fehlten indessen noch ungefähr 25 Hände und Stirnen für eine angemessene Reaktion. Wieder knapp am Rekord vorbei – fast!

:irre:

In den NachrichtenMontagsmusik
Black Bombaim & La La La Ressonance – Kin

Ich seh schwarzEs ist Montag. Bim bim bim! Für ein paar Lacher eignet sich jeder Philosoph, tiefer muss man ja nicht bohren. Gott ist tot und man selbst kommt heute auch nicht so recht aus dem Bett.

In anderer Hinsicht sollte man wachen Auges sein: Antivirusfirmen haben Microsoft verklagt, weil die Sicherheitsmaßnahmen von Windows Vista sie nicht mehr in den Kernel gelassen haben. Das Problem mit der Computersicherheit, das sei ergebnisoffen festgestellt, ist offensichtlich nicht, dass die Leute keinen Virenscanner einsetzen, sondern, dass sie diesen Firmen immer noch Geld (oder wenigstens Reklameeinnahmen) bezahlen wollen.

Zu jedermanns Lieblingsthema, der Innenpolitik, gibt es leider Neuigkeiten zu vermelden: „CSU-Landesgruppenchef Dobrindt“, heißt es beim Deutschlandfunk, habe den SPD-Vorsitzenden aufgefordert, „die Kritik an den Sondierungsergebnissen zu beenden“ – die sollen froh sein, überhaupt mitregieren zu dürfen! Gute Nachrichten derweil aus Großbritannien: Die Insel wird Europa geografisch nicht verlassen, versprach Minister David Jones.

Gibt’s doch nicht? Doch, es gibt anscheinend alles schon: Um ein Problem zu lösen, habe ich am Wochenende ein Programm geschrieben. In einem Forum wurde ich sodann darauf hingewiesen, dass dieses Problem schon vor Jahren viel besser gelöst wurde. Bestimmt gibt es dafür auch eine Moral oder dergleichen.

Was es aber niemals zu geben aufhören sollte: Musik.

Black Bombaim & La La La Ressonance – "Kin" (B1)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Abschließend angemerkt zum Sondierungsergebnis von CDU, CSU und SPD

Zur langweiligsten Regierung der Nachkriegszeit sei unter Berücksichtigung meines Versprechens, die gähnende Leere nicht mit weiteren Worten zu belasten, einer- und der überraschenden Erkenntnis, dass in einer rechtspopulistischen Regierungskoalition „linke“ Gedanken nicht zu haben sind, andererseits in Bezug auf die absehbare weitere Entwicklung der Umfrage- und letztlich Wahlergebnisse nur mehr die Fraktionsvorsitzende der SPD gewissermaßen als Menetekel zu zitieren und zu zeigen.

Andrea Nahles: Bätschi!

In den NachrichtenPolitikWirtschaft
Liegengebliebenes vom 11. Januar 2018: Gefahren, überall Gefahren!

Gefahr für die Terrorabwehr: FBI-Chef Christopher Wray mahnt, dass starke Verschlüsselung auf elektronischen Geräten mittlerweile eine „dringende Angelegenheit für die öffentliche Sicherheit“ darstelle. Sofort verbieten und präventiv verhaften!


Gefahr für die Reklamemafia: Apples neuer Safari-Privatsphärenschutz kostet Werber richtig Geld, als sei das das wichtigste Kriterium für Software: dass sie Werbern nützt.


Gefahr für die Klarheit der wirtschaftlichen Berichterstattung: Steuerbetrug heißt jetzt Steuertricks.


Gefahr für das politische Wertesystem: „Die Grünen sollten die führende Kraft der linken Mitte werden“, empfiehlt Anton Hofreiter, verrät aber leider nicht, was dann mit der mittleren und halbrechten Mitte passieren soll.


Gefahr für die Bitcoinblase: Auf „ZEIT ONLINE“ hat man festgestellt, dass das Investieren in Firmen, die Eistee herstellen, sich aber irgendwas mit „Blockchain“ nennen, nicht der klügste Schachzug der Börsenspieler ist.


Keine Gefahr hingegen besteht, jubiliert wiederum „ZEIT ONLINE“, für die Wirtschaft:

Die deutsche Wirtschaft ist 2017 so schnell gewachsen wie seit Jahren nicht mehr. Der Haushaltsüberschuss stieg zum vierten Mal in Folge – auf einen Rekordwert. (…) Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist historisch gut.

Im März 2017 schrieb das Fanfarenmagazin „Huffington Post“, es sei von etwa 400.000 Obdachlosen in Deutschland auszugehen. Sollen die sich halt eine Arbeit suchen!

In den NachrichtenPolitik
Zäh wie Leder, fly wie Kruppstahl.

Wir sind wieder wer:

Die Bundeswehr hat noch nie so viele Minderjährige ausgebildet wie im vergangenen Jahr. (…) Auch nach dem Absolvieren ihrer sechsmonatigen Probezeit seien im vergangenen Jahr 90 Soldaten noch nicht volljährig gewesen.

In einem gesunden Körper meuchelt der gesunde, noch unverbrauchte Geist besonders frisch, fromm, fröhlich und frei. Die Jugend solle sich sowieso mehr bewegen und nicht immer bloß am Computer virtuelle Gegner abknallen, empfehlen Experten. So haben alle was davon.

In den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Von der Dominanz vermeintlich liberaler Ideologien.

In Teilen der USA ist seit der Wahl des amtierenden Präsidenten das Mem von weinenden Liberalen ungewöhnlich beliebt. Ich habe dieses Mem sehr lange nicht verstanden, denn ich hielt gerade uns Liberale immer für eine zwar heterogene, aber zumindest in dem Punkt, dass „links“ und „rechts“ keine existenten Bewertungsschemen sein dürfen, recht einige Gruppe.

Nun hat es sich ergeben, dass der bei Google wegen überschäumender Realität unsanft entglittene James Damore seinen ehemaligen Arbeitgeber, hämisch begleitet von sich dem Feminismus anbiedernden, offensichtlich also von Selbstzweifeln zerfressenen weißen Männern auf Boulevardblogs, mithilfe der Zusammentragung allerlei unappetitlicher Details aus dem rassistisch-sexistischen Arbeitsalltag von und mit hochrangigen Googlemitarbeitern verklagt. Außer der „FAZ“, die anscheinend ungelesen eine entsprechende dpa-Meldung übernommen hat, schwadroniert auch „heise online“ davon, dass bei Google eine „liberale Ethik“ herrsche, hier allerdings wenigstens als Zitat gekennzeichnet:

die Dominanz liberaler Ideologie bei Google verhindere eine offene Diskussion

Dass eine dominant liberale Ideologie überhaupt erst die Bedingung für das Entstehen einer wirklich offenen Diskussion ist, steht dabei sicherlich außer Frage. Ist James Damore blöd? Nein, die Übersetzer seiner Klage sind es: Der US-amerikanische Begriff des „liberalism“ hat mit unserem guten Liberalismus, der dort wohl eher „libertarianism“ heißt und wiederum nicht identisch mit Libertarismus ist, nichts zu tun und wird von so Blogs eher in die Nähe von Sozialdemokratie gerückt, wobei die real existierende deutsche Sozialdemokratie den dortigen „Liberalen“ wie allerdings auch mir vermutlich viel zu rechts wäre. Mit einer „liberalen Ideologie“ weist der geschlechts- und ethniefokussierte Kampf für die einzig richtige Meinung, dass nämlich weiße Heteromänner das personifizierte Unglück seien und dringend jeweils durch einen durchschnittlichen „Congress“-Besucher (wissenschon: grüne Haare, schrille Stimme, Identifikation als Apache-Kampfhubschrauber) ersetzt werden müssen, auf dass es dem Land, das unter der Knechtschaft Donald Trumps, unter dem die Arbeitslosigkeit eigentlich nahezu verschwunden und der Wohlstand auf einem Zehnjahreshoch angekommen ist, endlich besser (lies: weiblicher) gehen möge, keine ersichtliche Übereinstimmung auf; außer eben: Ideologie.

Ich würde mir von politischem Journalismus (wenn schon nicht von „heise online“) wünschen, den Unterschied zwischen liberalism, libertarianism und Liberalismus mindestens zu verstehen, im Bestfall beim Verfassen von angeblich der Information der Leser dienenden Texten auch irgendwie ersichtlich zu machen. Nicht alles, was im Englischen so heißt wie im Deutschen, hat dort auch die gleiche Bedeutung. Zu fish and chips gibt es ja auch keinen Salsadip.

Eine Kompetenzquote würde dem Journalismus auch mal gut tun.

(Siehe auch: Warum Deutschland den Liberalismus braucht.)


Apropos Quote: Im „Morgenmagazin“ fragte der in meiner Achtung plötzlich merklich gestiegene „Grünen“-Politiker Cem Özdemir, ob es nicht vielleicht ratsam sei, bei der künftigen Besetzung der Parteispitze zur Abwechslung einmal Kompetenz anstelle Geschlecht und Flügelzugehörigkeit zu berücksichtigen. Punk ist nicht tot.

In den Nachrichten
Medienkritik extern: Chefredaktion von „SPIEGEL ONLINE“ bezichtigt „SPIEGEL ONLINE“ der Desinformation.

Beim deutschsprachigen Ableger des bösen Propagandamagazins „Russia Today“ ist zu lesen:

Matthias Streitz, seines Zeichens Mitglied der Chefredaktion von Spiegel Online (SPON), hat RT öffentlich „Desinformation“ vorgeworfen. Als Beweis dient ihm ein Foto in einem Newsticker-Beitrag von RT Deutsch. (…) Die Quelle, auf die Streitz sich berief, um RT Deutsch „Desinformation“ vorzuwerfen, war das britische Boulevardblatt Express. (…) Ungeachtet der schwedischen Hinweise im Bild, (sic! A.d.V.) machte die Redaktion des Express aus der Stockholmer U-Bahnstation eine abgesperrte U-Bahnstation in der Manchester Oxford Road.

Wo bleibt das verdammte Verlagssterben?

In den NachrichtenMontagsmusik
Alpha Male Tea Party – You Eat Houmous, Of Course You Listen To Genesis

Nach dem Kaffee - vor dem KaffeeEs ist Montag, Montag ist – in einer besseren Welt – Pandatag. Eine Partei, die einen solchen verspräche, hätte mich als Wähler gewonnen.

Stattdessen trafen sich am Wochenende Parteigranden vielerlei Hintergrunds zwecks Eigenlobs und um noch einmal zu versichern, dass man selbst immer die besten Ideen von allen habe. Dass dabei manches weggelassen wird, mag der Zeit zuschulden kommen; der Vorsitzende und Außenhändler der F.D.P. etwa verliert über Steuersenkungen kein Wort mehr. Der Grund für das gesammelte Auftreten von Parteitreffen zu dieser Jahreszeit liegt kalendarisch im Tag der „drei Könige“ Caspar, Melchior und Balthasar begründet, es ist von „Dreikönigstreffen“ die Rede. Von Parteien, die ein „Dreikönigstreffen“ abhalten und so weltliche Entscheidungen wenigstens terminlich an religiösen Spinnereien ausrichten, möchte ich im Übrigen auch nie wieder etwas zum Thema Säkularisierung lesen müssen.

Das andere große politische Thema dieser Tage, die lästige Digitalisierung, leidet nicht nur am miserablen Technikverständnis heutiger Computernutzer, sondern auch an dem wohl auch mit diesem begründbaren Irrglauben, es sei empfehlenswert, so viele Dinge miteinander zu vernetzen wie möglich. Die Strafe folgt schneller als erhofft: Wer des „Raubkopierens“ bezichtigt wird, dem macht der eigene Zugangsanbieter dann halt die Wohnung kalt. Da muss mehr Internet rein. Wir haben 2018, da macht man das eben so.

Was mit einem Mindestmaß an Verständnis auch vermeidbar wäre: Angebliche „Sicherheitssoftware“ verhindert, dass Sicherheitsupdates eingespielt werden können. Der fehlende Nutzen von Virenscannern wird nur noch von ihrer Gefährlichkeit übertroffen.

Ganz und gar nicht gefährlich: Musik.

Alpha Male Tea Party – You Eat Houmous, Of Course You Listen To Genesis

Guten Morgen.

In den NachrichtenPiratenpartei
Medienkritik in Kürze: Im „Neuen Deutschland“ mit Eskimos über Indianer reden.

Medial scheint es eine Art Winterloch zu geben: Der sozialistischen Tageszeitung „Neues Deutschland“ – nur echt mit Bettellayer, denn Sozialismus ist teuer – war es ein berichtenswertes Anliegen, dass der Liberalismuskritiker Patrick Schiffer, über den auf der hiesigen Website in der Vergangenheit manches erzählt wurde, die Piratenpartei verlassen hat.

Wie es der guten Berichterstatter Art ist, wurde sogleich der abermalige Tod der Piratenpartei verkündet. Zu Wort kamen natürlich ausschließlich diejenigen, die es nicht betrifft; „Journalist“ Sebastian Weiermann twitterte stolz, er habe hierüber mit einem Grünen, einem Liberalen und einem Linken gesprochen. Mit Eskimos über Indianer reden.

Eine vermeintliche Begründung für dieses Verhalten ist im letzten Absatz des „Artikels“ zu finden:

Bei den Piraten engagieren sich immer weniger Menschen.

Dass die „Linken“ wie alle anderen Parteien auch seit der ersten Hochphase der Piratenpartei im Jahr 2009 ebenfalls einen gewaltigen Mitgliederschwund verzeichnen müssen und Parteimitgliedschaft im Allgemeinen seit dem Ende der DDR nichts mehr ist, was die Massen bewegt, steht natürlich dann doch besser anderswo.