Archiv für die Kategorie ‘Politik’.

Politik regt mich auf, und wenn ich mich aufrege, muss ich schreiben, sonst gibt’s Tote.

In den NachrichtenPolitik
Sperrklauselfantasie

Wäre es im Schein der Pläne, abermals bestimmten Parteien aufgrund einer willkürlich gezogenen Grenze die Wahrnehmung ihres Wählerauftrags zu verwehren, nicht eigentlich ratsam, diese willkürlich gezogene Grenze nicht etwa auf zwei bis fünf, sondern auf fünfzig Prozent der erhaltenen Stimmen festzusetzen, woraufhin wenigstens eine einzige Partei sich darum bemühen müsste, die meisten Bürger inhaltlich zu überzeugen?

In den NachrichtenPolitik
Gefasel lesen gegen Rechts!

Was haben die SPD und der Axel-Springer-Verlag eigentlich außer einer Vergangenheit mit Christopher „Knaller“ Lauer noch gemeinsam? Darüber geben die heutigen Nachrichten Aufschluss.

Die eyeo GmbH nämlich, die auf ihrer Website gegenwärtig einen Graffiti sprühenden Ninja zeigt und damit offensichtlich zum Ausdruck bringen möchte, dass sie die coole Firma ist, die ungefragt bunte Bildchen auf fremde Wände schmiert, hat vom Bundesgerichtshof bestätigt bekommen, dass es im Ermessen der Nutzer liegt, ob sie Werbung sehen möchten oder nicht. Der Dadaverlag Axel Springer hat daraufhin eine Verfassungsbeschwerde angekündigt, da „Programme wie Adblock Plus die freiheitliche Medienordnung gefährdeten“, als zwinge eine „freiheitliche Medienordnung“ den Konsumenten zu bestimmtem Konsum und nicht etwa den Anbieter zu einem bestimmten Angebot.

Geht es nach Katarina Barley, Nachfolgerin Heiko Maas‘ im Justizministerium und zugleich eines meiner lebenden Lieblingsargumente gegen die Frauenquote, dann ist eine solche „Medienordnung“, wenn ich sie gerade nicht völlig falsch verstehe, schon bald Gesetz: Um die Bildung von „Filterblasen“, in denen Menschen nur noch mit Nachrichten umgeben sind, die sie auch interessieren, zu erschweren, sollen „soziale Netzwerke“ wie Facebook dazu angehalten werden, pluralistisch zu agieren, indem es seine „Programme“ (hier wohl: Algorithmen) anpasst, denn diese sollten „nicht allein darauf ausgerichtet sein, was einem gefällt“. Als führte es unvermeidlich zu einer Radikalisierung des Volkes, wenn es keine Wahl mehr hat, ob es mit Nachrichten über Sport, Phil Collins oder zum Beispiel die SPD beschallt werden möchte! Dabei hat mich politisch bisher kaum etwas so nachdrücklich bewegt wie die Ergüsse von Ministern aus dem Analogland.

In jüngeren Umfragen gewinnt die SPD im Übrigen wieder neuen Zuspruch. Wäre ich AfD-Mitglied, auch ich würde in diesen Umfragen angeben, dass ich natürlich die SPD wähle. Eine bessere Werbung als deren Personalentscheidungen könnte ich selbst für die Oppositionsführerin niemals machen.

Immer noch tönten die frei erfundenen Statistiken aus dem Televisor. Im Vergleich zum vergangenen Jahr gab es mehr zu essen, mehr Kleidung, mehr Hauser, mehr Möbel, mehr Kochtöpfe, mehr Heizmaterial, mehr Schiffe, mehr Flugzeuge, mehr Bücher, mehr Neugeborene – mehr von allem außer Krankheit, Verbrechen und Wahnsinn.
George Orwell: 1984

In den NachrichtenPolitik
Maschinen-Mensch

Da die zusehends seniler werdende EU bis auf Weiteres ein nicht von allein erledigtes Problem bleibt, gilt es von ihr verursachte Fragen noch zu kläre: Dürfen elektronische Personen eigentlich wählen gehen?


Politisch interessantes Persönlichkeitsrecht auch: Strafe wegen versuchten Betruges zum Nachteil des Islamischen Staates.

In den NachrichtenPolitik
Guter Krebs, schlechter Krebs

Medien 2014: Jedes Jahr sterben 110.000 Deutsche an den Folgen des Rauchens.
Politik 2014: Machen wir halt Aufkleber drauf.

Medien 2018: Acrylamid könnte gesundheitsschädlich sein.
Politik 2018: Heißes Frittieren ist verboten!

Und dann wundern die sich über EU-Skeptiker. :irre:

Siehe auch.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Maus mit Speck bedroht (2): Brüste gegen Castingcouch

Wohlüberlegte Protestform des Tages: Um dagegen zu protestieren, dass indische Schauspielerinnen zusehends nach ihrer sexuellen Offenheit bewertet zu werden scheinen, zog sich Sri Reddy in Hyderabad öffentlich aus. Das haben die Verantwortlichen jetzt davon.

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz angemerkt zur lästigen „ver.di“-Gewerkschaft

Unter dem Eindruck des zweifellos gegebenen Umstands, dass unsereins von der Gewerkschaft „ver.di“ medial nur dann etwas mitbekommt, wenn diese wieder einmal Menschen, die eine anständige Ausbildung bekommen haben und sich daher bei Gehaltsknappheit nicht etwa aus Protest ganze Städte einen Tag lang zu entwirtschaften erblöden, auf dass diese entwirtschafteten Städte plötzlich mehr Geld aus dem Hut zaubern, sondern einfach den Arbeitgeber wechseln, mittels Blockade öffentlicher Einrichtungen wie etwa des Nahverkehrs daran hindert, einer geregelten Arbeit nachzugehen, mit der letztendlich auch die anscheinend immer noch überhöhten Gehälter der pfeifenden Pfeifen bezahlt würden, kann ich mich der Vermutung nur noch schwer erwehren, dass die baldige Überflüssigmachung von Gewerkschaften mithilfe von die bisherigen Arbeitsplätze der Streikhammel besetzenden Robotern, die einfach ihre Arbeit verrichten und die Fresse halten, statt ihre Stellung zu missbrauchen, um vernünftig Gebildeten finanziell zu schaden, eine Aussicht ist, die mir erstaunlich große Freude bereiten wird.

Mir wird geschlechtMontagsmusikNetzfundstücke
Birth of Joy – You Got Me Howling

Der Osterhase hat eine Eule versteckt.Es ist Montag. Daran hat gestern mal wieder niemand gedacht und auch heute tun es nur wenige, denn es ist Feiertag. Irgendwo in Südeuropa standen zu viele Menschen und ließen einen alten Mann einen Zauberspruch aufsagen. Ab morgen gilt aber wieder, begleitet von täglichem Geläute, dass wir in einer aufgeklärten Zeit leben und Sekten im Wortsinne brandgefährlich sind und unbedingt gemieden werden sollen, denn nur Dumme lassen sich so leicht verführen, wenn’s nicht gerade der Papst versucht. Es irrt der Mensch, solang er strebt.

Gestern war im Übrigen der 1. April, sicherheitshalber habe ich also alle Qualitätsmedien ungelesen belassen und mir lediglich Blogs angesehen, denen jeder Humor völlig abgeht. Hierbei habe ich unter anderem ein Interview mit „Don Alphonso“ gelesen, dessen Lektüre zumindest erhellend ist. Es ist die Botschaft zu beurteilen und nicht der Bote, was in einer schnelllebigen Medienwelt oft die Schlagzeilerei erschwert. Ein bisschen blöder fühle ich mich hingegen nach dem Lesen dieser überraschenden Meldung: Ein Gericht hat herausgefunden, dass Google mit Android Geld verdient und es sich daher um ein kommerzielles Betriebssystem handelt.

Ebenso blöd: Franziska Giffey (natürlich SPD) habe in ihrer Eigenschaft als „junge Frau“ (F. Giffey, Jahrgang 1978, über F. Giffey), las ich anderntags und -orts („FAZ.net“), beklagt, dass eine Zwangsheirat, bei der Frauen allenfalls die Wahl zwischen verschiedenen Cousins haben, diese Frauen unterdrückte, wogegen man etwas tun müsse, als wäre es undenkbar, dass sich diese Cousins nicht freiwillig für ihre Zwangsfrauen entschieden hätten. Schlau ist allenfalls Brad Pitt, denn warum sollte eine moderne, aufgeklärte Feministin, die sich jede Beurteilung von Körperlichem verbittet, ihn sonst verehren?

Ohne Zweifel und ohne ein Aber verehrenswert bleibt ganz körperlos: Musik.

Birth of Joy – «You Got Me Howling»

Guten Morgen.

Mir wird geschlechtNetzfundstücke
„ZEIT“ verleiht den Blockchainpreis.

Die „ZEIT“ könne man, befand ich erst gestern, auch nicht mehr ruhigen Gewissens lesen. Wohl dem, der – anders als ich selbst – diesem Rat Folge leistete, denn ihm blieb diese Eigenwerbung erspart:

Sie (…) setzen sich für eine weiblichere Raumfahrt ein oder beraten Regierungen in Sachen Gleichstellung: Frauen, die unsere Wirtschaft revolutionieren, so heißt der diesjährige Edition F Award, den das Onlinemagazin in Kooperation mit ZEIT ONLINE und dem Handelsblatt zum fünften Mal verleiht.

Eine „weiblichere Raumfahrt“ ist jetzt zunächst einmal nichts, worüber ich persönlich mich so sehr freuen würde, dass ich es für preiswürdig hielte, aber ich bin ja auch weder eine Frau noch ausreichend geistig entkernt, um einen Preis namens „Frauen, die unsere Wirtschaft revolutionieren (Edition F Award)“ o.vglb. als Belohnung und nicht als Verhöhnung zu betrachten. Und er hat noch einen zweiten Namen:

Die Jury des 25 Frauen Awards hat aus 500 Nominierungen eine Vorauswahl von 50 Frauen getroffen, die (…) unsere Wirtschaft verändern und mitgestalten.

Bindestriche sind anscheinend kein Frauending. – Nicht uninteressant ist diese Ersatzbenennung des Preises aber auch aus inhaltlicher Sicht, sagt sie doch nur aus, dass man eine von 25 Frauen war, die irgendwas gemacht haben. Da kann man den Enkeln später sicherlich eine total interessante Geschichte erzählen.

Wer also sind die 50 Delinquentinnen? Nun, zum Beispiel sie:

We are Kal heißt das von Catherine Allié gegründete Label, das handgesponnene und handgewobene Textilien aus Seide und Wolle herstellt.

Schon klar: Mit einem Innovationspreis kann die Frau nicht rechnen, eine Veränderung der Wirtschaft ist hier nicht auszumachen. (Darf man Frau Allié aufgrund ihrer Tätigkeit eigentlich „Spinnerin“ nennen oder bekommt man dann wieder Ärger?) Wenn aber jemand, der einen klassischen Handwerksberuf ausübt beziehungsweise ausüben lässt, bereits allein hierfür die Vorauswahl übersteht, dann wirft das auf die anderen 450 Nominierten ein eher ungutes Bild. Und dann behaupten Feministen jedwelchen Geschlechts, Frauen würden unterschätzt!

Weiterhin diese Dame:

Charlotte Bartels studierte Volkswirtschaftslehre (…). In ihrer Promotion, die mehrfach ausgezeichnet wurde, zeigte sie, dass der deutsche Sozialstaat immer weniger umverteilt.

„Die Armen werden immer ärmer.“
„Dafür bekommen Sie einen Preis!“

:bravo:

Auch sie ist dabei:

Ise Bosch ist eine Enkelin und Erbin des Unternehmers Robert Bosch. Mit ihrem Vermögen will sie anderen Menschen helfen und die Gesellschaft verändern. (…) Als Gründerin und Geschäftsführerin der Dreilinden gGmbH setzt sich Bosch gegen Diskriminierung und Gewalt aufgrund von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung ein.

Ich würde ja unterstellen wollen, dass das Aufbauen einer Gesellschaft, die vor allem Geld verteilt, mit den Mitteln, die von einem erfolgreichen und produktiven männlichen Unternehmer geerbt (also ohne große Gegenleistung geschenkt worden) sind, sich für eine positive Veränderung der Wirtschaft und einen Frauenpreis nicht eignet, aber ich bin auch nicht in der Jury und ich vermute, ich kenne sogar den Grund dafür.

Zeichnet sich denn niemand der zu Ernennenden durch etwas anderes als Unsinn aus? Doch, natürlich, aber andere eben auch nicht:

Als Chief Financial Officer des US-Kreditkartenunternehmens Mastercard gilt Martina Hund-Mejean weltweit als eine der einflussreichsten Personen der Finanzbranche.

Dass sowohl die Gründer als auch die momentanen Vorsitzenden des Unternehmens MasterCard Männer sind und Frau Hund-Mejean in der englischsprachigen Wikipedia nicht erwähnt wird, lässt mich an ihrem Einfluss in der Wirtschaft zweifeln. Andererseits hat vermutlich jedes größere Unternehmen mindestens eine Frau, die dann seine einflussreichste ist. Die einzige gefundene Quelle für die Behauptung, sie sei „eine der einflussreichsten Personen der Finanzbranche“, ist jedenfalls „Treasury & Risk“, ein fragwürdiges Magazin, das besagte Wikipedia in keiner Sprache zu kennen scheint.

Vielleicht wird man in typischen „Frauendomänen“ eher fündig? Aber klar:

#Forward Beauty heißt das Strategieprogramm, mit dem Tina Müller, CEO und Vorsitzende der Geschäftsführung der Douglas GmbH, die Kosmetikindustrie verändern will. Um die Marke langfristig voranzutreiben, braucht es ihrer Meinung nach eine digitale und weibliche Neuausrichtung des Unternehmens.

Denn bekanntlich haftet Douglas der Ruf an, sich als Unternehmen vor allem an die Bedürfnisse von Männern zu richten – von Männern, die gern nach Blumenwiese duften. :ja:

Das soll natürlich nicht heißen, dass in der vorgefilterten Liste nicht auch Frauen zu finden sind, die sich auch von Männerthemen reizen lassen, zum Beispiel Bullshit:

Shermin Voshmgir ist Gründerin des Blockchain-Hubs, ein Informations-Hub und Thinktank in Berlin, der die weltweite Entwicklung der Blockchain-Technologie vorantreibt, kommuniziert und diskutiert. (…) Außerdem unterstützt sie Start-ups mit dem Schwerpunkt Blockchain.

Frau Voshmgir wird sich in der Abstimmung allein im Grad des Bullshits, der sie qualifiziert, allerdings geschlagen geben müssen, denn die Frau, die ich gerade übersprungen habe, übertrifft sie um Längen:

Henrike von Platen ist überzeugt, dass Frauen und Geld zusammengehören

Stimmt, denn welcher Mann hätte nicht gern beides gleichzeitig und nicht nur eines davon? – Ach, der Satz geht noch weiter:

Henrike von Platen ist überzeugt, dass Frauen und Geld zusammengehören und Lohngerechtigkeit schon morgen möglich wäre. Mit der Gründung von Fair Play Innovation Lab (…) möchte sie das Ziel der Lohngerechtigkeit für alle umsetzen.

Wenn Frau von Platen also dafür sorgen möchte, dass mehr Frauen sich künftig aktiv für technische Berufe interessieren, einen besseren Schulabschluss machen, länger im selben und größeren Unternehmen bleiben, Überstunden machen, nicht vor Schmutz zurückschrecken und Schichtarbeit leisten, dann wäre das sicherlich lobenswert.

Möchte sie aber gar nicht:

Deswegen setzt sie sich seit vielen Jahren für gerechte Bezahlung und die Vernetzung von berufstätigen Frauen weltweit ein und gründete einen Fraueninvestmentclub.

Na dann.

Die tags des „ZEIT“-Artikels sind „Digitalisierung“, „Award“, „Blockchain“, „Frauen“, „Auszeichnung“ und „Startups“. Hätte ich sie zuerst gelesen, hätten sie also am Anfang und nicht am Ende des Artikels Platz gefunden, so wäre mir die Lektüre und meinen Lesern dieser Artikel vermutlich erspart geblieben.

Selber schuld.

In den NachrichtenPolitik
Kalter Krieg, reloaded. (3)

Um zu signalisieren, dass er seinem Amtsvorgänger im Säen von Zwietracht zwischen den Völkern nicht nachsteht, beschloss Außenminister Heiko Maas, die letzte Geheimwaffe der SPD, sich mit so etwas wie einem Bürgerkrieg in fernen Ländern gar nicht erst abzugeben – nein, der Kalte Krieg muss das Mindeste sein und die Solidarität ist ein willkommenes Vehikel:

Wir haben heute vier russische Diplomaten aus Deutschland ausgewiesen. Denn nach dem Giftanschlag von #Salisbury trägt Russland noch immer nicht zur Aufklärung bei.

Dasselbe Russland freilich, dem es nach wie vor verwehrt bleibt, zwecks Hilfe bei der Aufklärung Proben des verwendeten Giftes zu erhalten, kommt einzig als Täter in Betracht. Er habe, lügt Heiko Maas, sich die Entscheidung „nicht einfach gemacht“, wie es guter „Linker“ Art eben ist; die Grünen haben sich ihre Entscheidung für TTIP gleichfalls sicherlich nicht einfach gemacht. Von „Solidarität“ ist also die Rede, denn in einem Land, in dem die Partei des Außenministers dieselbe unter Bürgern in einem langen, schmerzhaften Prozess weitgehend liquidiert hat, ist nicht mehr anzunehmen, dass sie es wagen würden zu widersprechen, wenn man ihnen sagt, was gut für sie ist. Der Russe, er muss es gewesen sein, daran kann und darf es keinen Zweifel geben. Warum sonst sollten führende Politiker selbst der F.D.P. fordern, sein Land müsse aufhören, dem Westen zu drohen?

Wer hat jemals behauptet, Großbritannien, unser historischer Verbündeter in Handelsdingen, stehe vor der Tür? Schon darum ist es offensichtlich, wo der Feind sitzt. Da ist dann auch TTIP egal – Traditionen müssen gewahrt bleiben.

Koste es, was es wolle.

FotografiePolitik
Deutschland, deine Allegorien! (13)

Free Deniz / Puigdemont

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Frauen: Jetzt auch genderneutral.

Den peak feminism würde ich mit dieser Meldung einfach mal als erreicht betrachten wollen:

Eine Anleitung, die kürzlich vom Mount Holyoke College, einer Schule nur für Frauen, herausgegeben wurde, weist Professoren an, es zu vermeiden, Schülerinnen „Frauen“ zu nennen, um eine „genderneutrale“ Umgebung im Klassenzimmer zu schaffen.

(Übersetzung von mir.)

Die Zukunft, ließ die ehemalige US-amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ihr begeistertes Publikum einmal wissen, sei weiblich. Ganz schön rückständig von ihr.

ComputerIn den NachrichtenPolitik
Liegengebliebenes vom 20. März 2018: Foltern mit Word.

Derzeit in den Stellenanzeigen: Ein Land, das vernünftige Kryptografie verbieten möchte, braucht Hilfe bei der Spionageabwehr gegen ein Land, das vernünftige Kryptografie auch verbieten möchte.


Dazu auch „heise online“: „Industrie und öffentliche Institutionen liefern sich heute ein Wettrüsten mit Angreifern, die versuchen, kryptografische Sperren zu entriegeln“, gefordert wird daher ein „EU-Expertenrat für Kryptografie“. Wenn man ein Rudel sich mit dem Internet nicht befassen wollender Politiker, die funktionierende Verschlüsselung für ein Werkzeug des Terrors halten, damit beauftragt, sich Regeln für eine vernünftige Verschlüsselung auszudenken, dann wird das sehr bald sehr ärgerlich werden, fürchte ich.


Schade: Keinen Computer zu haben schützt in Ghana nicht vor Microsoft Word.


Lustig: Eine Menschenrechtsorganisation in dem Land, das die Schurkenstaaten Israel und Türkei partnerschaftlich mit Waffen beliefert und dessen Presse den US-amerikanischen Präsidenten, der, um eine Wahl zu gewinnen, gelogen hat, er würde ein Foltergefängnis auf Kuba schließen lassen, dann aber ein paar neue Kriege entfachen ließ, auch nach dessen Amtsabtritt noch als jemanden feiert, der den Friedensnobelpreis irgendwie verdient habe, fordert die Festnahme der designierten CIA-Direktorin aufgrund ihrer Teilnahme an solchen Foltereien. Vor der eigenen Tür ist niemals ein Staubkorn zu sehen.


Bizarr: „Eine Auswahl ohne echten Wettbewerb“ sei „leider keine echte Auswahl“, klagen nach dem Sieg Putins in der russischen Präsidentschaftswahl Experten aus demselben Land, in dem die bloße Existenz von Gegenkandidaten zu eigentlich bereits als gewählt geltenden Politikern bereits eine „Kampfkandidatur“ genannt wird.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Yes – Machine Messiah // Die Freiheit der Anderen

Deutsche Bahn (Symboleule)Es ist Montag. Die Deutsche Bahn AG („schon im Sommer an den Winter denken“, schreibt sie in einem Medienpaket; klar: wenn ich im August aus dem Fenster gucke, ist da auch kein Schnee) zeigt sich überrascht von Märztemperaturen im März und beugte sich dem „Wintereinbruch“ (bahn.de), indem sie den Betrieb einstellte. Andererseits: Wer will schon nach Leipzig? In Leipzig ist es immerhin ziemlich kalt und Pandabären gibt es dort auch nicht.

An einem anderen kalten Ort wurde gestern gewählt. Der neue russische Präsident ist der alte russische Präsident. Genau mein Humor: Diejenigen deutschen Medien, in deren Vorständen Funktionäre von CDU/CSU und/oder SPD sitzen, beklagen sich über eine große Einflussnahme des Staates auf die russischen Medien. Überraschungsarmut ist ihr Mittel. Was läuft im deutschen Fernsehen falsch, wenn mir schon zehn Minuten ohne Ton reichen, um eine Wette auf den Fortgang der Handlung abzuschließen? – Etwas überraschender sind dann doch die Finanznachrichten: Nicht mal die Lufthansa will den Berliner Flughafen noch haben. Und auch die SPD ist in Feierlaune, wie den einschlägigen Nachrichten zu entnehmen ist: Kurden fliehen vor deutschen Panzern – da sage noch mal jemand, die Sozialdemokratie habe nichts erreicht!

Am Speaker’s Corner gilt seit einiger Zeit anscheinend die Regel, dass nicht mehr alles, was nichts mit dem Königshaus zu tun hat, gesagt werden darf: Nachdem erst Martin Sellner mitsamt seiner Entourage ausgewiesen, dann Lutz Bachmann, von dessen Leben und Wirken man sicherlich manches halten kann, aber nicht muss, daran gehindert wurde, nach Großbritannien zu reisen, um dessen Rede zu übernehmen, wurde sie nun unter vielfachem Gekreische – denn so laufen „Debatten“ in der entpolitisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zumeist ab – von Tommy Robinson gehalten, der den Vorteil hat, selbst Engländer zu sein. Eine Gesellschaft, die es zulässt, dass ihre Regierung eine sonstwie offensichtlich bescheuerte Meinung als gesellschaftsfeindlich abtut und ihren Inhaber mit dieser Begründung des Landes verweist, wird sehr bald eine sehr unerträgliche Gesellschaft sein. Wem nützt eine Welt, in der jede Reibefläche hinter Mauern in den Köpfen verschwindet?

Auf „ZEIT Campus“ habe ich gestern gelernt, dass mit Kacke jeder etwas anfangen könne. Da ich das, was jeder tut, meist zu überbieten beabsichtige, beginne ich diese Woche mit Musik, die ganz besonders unkacke ist.

Yes – Machine Messiah – Live in Lyon 2009

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Thüringer Demokratiepreis

Denselben scheint vom Friedensnobelpreis nur noch das Ausmaß der Gewaltbereitschaft zu trennen:

Am vergangenen Dienstag hatte die Polizei in Rudolstadt bei Hausdurchsuchungen große Mengen Chemikalien und Sprengstoff sichergestellt. Pikant: Einer der Verdächtigen ist Träger des Thüringer Demokratiepreises und gehörte zur linken Antifa-Szene des Freistaats.

In Thüringen haben sie die Demokratie noch nicht so lange, daran müssen sie noch arbeiten.

In den NachrichtenWirtschaft
Bleistiftlizenzen (ca.)

Der millennialige Teil derer, von denen ich mich gelegentlich mit Informationen berieseln lasse, zeigte sich hinsichtlich der Pressemitteilung, dass man es nun endlich geschafft habe, sich auf Urheberrechtsabgaben für CD- und DVD-Rohlinge zu einigen, belustigt: Ob diese Abgaben denn auch auf Lochkarten oder, haha, Disketten erhoben würden, weil 2018 niemand mehr CDs oder DVDs brennen wolle. In ihrer Vorstellung nämlich scheint es undenkbar zu sein, dass Spotify, Steam und iTunes selbst unter der zwingenden Voraussetzung, dass hierzulande überhaupt von einer Bandbreitenversorgung gesprochen werden kann, ohne sich schämen zu müssen, nicht der Universalersatz für optische Laufwerke sein können und werden.

Dabei ist das eigentlich Ärgerliche an diesem Beschluss nicht etwa, dass er abermals belegt, dass Verwertungsgesellschaften und Macbookhippies an entgegengesetzten Enden des Zeitstrahls ziehen und dieser Dissens zwischen Modernität und Dickschädeligkeit die Netzpolitik in Deutschland seit ihrer ersten Erwähnung merklich behindert, sondern die Anmaßung, jeder Käufer von Leer-CDs würde diese für den bescheuerten Popquatsch nutzen wollen, den man uns als „Musik“ zu verkaufen versucht. Als würde auf Bierflaschen auch eine zusätzliche Abgabe fällig, weil man auf ihnen die meisten dieser lästigen Gassenhauer blasen kann! Für Stifte könnte man gar eine Staffelung vorsehen: Bleistifte sollten das Doppelte von der präventiven Strafzahlung für Kugelschreiber als Zusatzkosten aufgebrummt bekommen, denn man kann mit ihnen ein Papier mehrfach beschreiben, zum Beispiel mit irgendwelchen verquasten Liedtexten. – Die Gefahr, dass ich jetzt jemandem eine dumme Idee eingeredet habe, ist allerdings sehr klein: Die Verantwortlichen werden diesen Text nicht vor Ablauf von zehn Jahren lesen, so belegt es jedenfalls die Erfahrung.

Wie viel kostet eigentlich eine Plattenpresse?