Archiv für die Kategorie ‘Politik’.

Politik regt mich auf, und wenn ich mich aufrege, muss ich schreiben, sonst gibt’s Tote.

Piratenpartei
#bpt181 (i. Vorb.)

Hierzu absehbar schon jetzt:

Es ist kurzsichtig anzunehmen, dass man „Lösungen“ für Menschen hat, an deren Leben man nicht teilnimmt und deren Probleme man nicht kennt.
Paul Feyerabend

Hauptsache: „sozial“.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
💩 (2)

Bei Unicode, diesem ursprünglich nützlichen Projekt, das irgendwo falsch abgebogen ist, kriegen sie das Kind jetzt auch nicht mehr aus dem Brunnen, möchte es mir scheinen. Was nämlich ist die einzig logische und darum vom standardisierenden Konsortium unbedingt aufzugreifende Folgerung aus dem Umstieg von generischen auf ethnisch-sexuell korrekte Emojis? Richtig: Man möge doch bitte unbedingt einen schwangeren Herrn als Genderoption einfügen.

Welches Alltagsproblem sollte Unicode doch gleich lösen?

In den NachrichtenPolitik
vice (engl.): Laster, Untugend, Unart.

In der zweiten Januarhälfte des Jahres 2018 berichtete „Techdirt“, dass Vice Media, jener US-amerikanische Medienkonzern, dem unter anderem das Klatschportal „VICE“ („Unbequemer Journalismus“, ebd.) gehört, nach der Band ViceVersa nun auch die Spielgeldfirma „Vice Industry Token“ teuer zu verklagen gedachte. Der Anlass hierfür sei es gewesen, dass „Vice“ eine Wortmarke von Vice Media gerade in digitalen Belangen sei und man eine Verwechslung doch bitteschön gern vermeiden würde. Aus rechtlicher Sicht mag das nicht zu beanstanden sein, aus moralischer Sicht ist es zumindest das Heben einer Augenbraue wert.

In Deutschland, wo die Vice Media LLC als „VICE Deutschland“ ihr Unwesen treibt, nimmt es derjenige Teil der Gesellschaft, der die Haupt- und womöglich einzige Zielgruppe der Vice-Verlautbarungen bildet, mit dem Markenrecht auch nicht immer ganz genau: Nathan Mattes etwa sammelt, wie heute in diversen Blogs aus jener Szene zu lesen ist, unter der offensichtlich namensrechtlich bewusst schwierigen Domain wir-sind-afd.de, unter der derzeit eine Website zu sehen ist, die in typischen AfD-Farben gestaltet wurde und auf der von der AfD als „wir“ die Rede ist, demokratisch und/oder pazifistisch unfeine Zitate von AfD-Abgeordneten. Während das Zitieren öffentlich gefallener Äußerungen von Politikern aber kein Problem darstellt und es vielleicht sogar nachahmenswert ist, ihnen jeweils eine Website zu widmen (tschüssi, SPD!), ist das beim Markenrecht anders – entsprechend hat die AfD anwaltlich darum gebeten, dass der Betreiber ihre Namensrechte doch bitte künftig beachten und sich für seine Recherchen eine andere Domain aussuchen möge.

Dass die Grenze zu einer Adaption einer bekannten Marke, wie sie einst die Piratenpartei ziemlich gut vorgemacht hat, hier bei Weitem überschritten sein dürfte, wäre eine juristische Nörgelei, die mich mangels Sympathie für beide beteiligte Seiten eigentlich gar nicht weiter interessieren würde, hätte sich nicht ausgerechnet Vice Media in den Disput eingemischt. Bei ausgerechnet „VICE Deutschland“ klingt die Berichterstattung über die Auseinandersetzung nämlich so:

Der Betreiber von wir-sind-afd.de soll fast 10.000 Euro zahlen. Jetzt will er sich wehren – und du kannst dabei helfen.

Ist halt eine rechte Partei und kein linker Medienkonzern. Die soll sich mal nicht so anstellen mit ihren albernen Namensrechten. :aufsmaul:

Mir wird geschlechtNerdkramsNetzfundstücke
Open Source schläft ein und der Feminismus trägt die Schuld daran.

Im August 2017 beschrieb ich unter anderem mein ausbleibendes Verständnis für große Technikkonzerne, die sich einen diversity genannten Klotz mitsamt Verwaltungsaufwand und letztendlich auch unnötigen Kosten ans Bein binden. Die Gesellschaft hat sich seitdem weiter um sich selbst gedreht, gebessert hat sie sich jedoch nicht.

In einer vernünftigen Welt (wie auch in meinen eigenen Projekten) gilt im Wesentlichen der Verdienstkodex: Wer was kann, der darf mitmachen, wer nicht, der nicht, und persönliche Wehwehchen mögen bitte irgendwo ausgelassen werden, wo es dem Rest des Projektteams nicht weiter auf die Nerven geht.

Leider ist die Welt der Open-Source-Software nicht vernünftig, sondern stark emotionsgetrieben (das mag den enormen Windowshass in einschlägigen Foren erklären, als wäre das verwendete Werkzeug für irgendeine Aufgabe ein Politikum, dessen ethisch korrekte Auswahl jede Personaldebatte in Parlamenten oder auch nur Parteien in den Schatten stellte). Infolgedessen wurde ich heute mit der Information belästigt, dass selbst das FreeBSD-Projekt, das sich vor Jahren ein besonders anstrengendes Beispiel für den Dunning-Kruger-Effekt eingetreten hatte, sich ja nun positiv durch einen neuen Verhaltenskodex bemerkbar mache.

In diesem Kodex, den das FreeBSD-Team gemäß dem Dokument selbst im Wesentlichen aus dem „Geek Feminism Wiki“ – geek feminists bilden einen Teil des Kerns jener sich gemeinhin als weiße Ritter verstehenden Krawallschachteln, die auch den Chaos Communication Congress (ich berichtete mehrfach) schon totgequatscht haben – abgetippt hat, wird in viel zu vielen Zeilen erläutert, dass es die Projektaufsicht ungern sieht, wenn Teammitglieder sich anderen Menschen gegenüber wie jemand verhalten, dem grundlegende Höflichkeitsformen fremd sind. Man sollte meinen, so etwas sei auch ohne festgeschriebene Regeln vernünftig unterbindbar, aber an der Vernunft scheitert es bei denen, die wertvolle Zeit anderer Leute mit dem Zusammenschreiben und stolzen Herumzeigen von Dingen, von denen sie sich total belästigt fühlen, verschwenden, nun mal von vornherein. Da wundert es auch nur noch wenig, dass sich ein paar der besonders bescheuerten Punkte im Kodex auch in den Verhaltenskodizes von zergenderten Plattformen wie GitHub wiederfinden, die die Idiotie mit der Feststellung, für „Privilegierte“, also für die viel zitierten „weißen Männer“, gelte der Schutz vor Belästigung aus Prinzip nicht, bislang auf die Spitze treiben. Mal gucken, wann das FreeBSD-Projekt sie überbietet.

Als strafbewehrt werden seinerseits nämlich außer Dingen, die ohnehin illegal sein dürften, unter anderem Drohung mit Gewalt, und halbwegs verdienstorientierte Dinge wie die „nachhaltige Störung von Diskussionen“ auszugsweise auch folgende Ärgernisse beschrieben (Wortnutzung wie im Original):

  • Absichtliches Fehlgendern.
  • Die absichtliche Nutzung abgelegter Namen.
  • Simulierter physischer Kontakt, etwa „*knuddel*“.
  • Kommentare, die die systemische Unterdrückung in Bezug auf das Geschlecht, Neurodiversität, Religion und so weiter (gekürzt, A.d.V.) wieder in Kraft setzen.

Vor wenigen Tagen habe ich in einem computerbezogenen Forum gelesen, dass es merkwürdig sei, dass seit Jahrzehnten, abgesehen von (und selbst nur bedingt in) Smartphones, keine nennenswerte Innovation auf dem Betriebssystemmarkt mehr gefunden werden konnte. Ich habe eine Ahnung, woran das liegen könnte: Die Innovativen sind damit beschäftigt, nicht versehentlich an der systemischen Unterdrückung teilzunehmen.

Zu meiner Zeit hätte man denen ja einfach den Computer weggenommen.

Es ist heutzutage recht üblich, Menschen sagen zu hören: „Ich fühle mich davon ein wenig verletzt“, als ob ihnen das irgendwelche Rechte einräumte. Es ist nicht mehr als Flennen. Es hat keine Bedeutung, es hat keinen Zweck, es hat keinen Grund, um als Phrase respektiert zu werden. „Ich fühle mich davon verletzt.“ Na und – was, verdammt?
Stephen Fry

In den NachrichtenMir wird geschlechtNerdkrams
Kurz verlinkt: „Halt! Algorithmenkontrolle!“ (2)

Wie nennt man das eigentlich, wenn es Menschen afroamerikanischer Abstammung und/oder weiblichen Geschlechts entweder wegen fehlender Ahnung oder fehlenden Interesses nicht gebacken bekommen, eine eigene Gesichtserkennungssoftware zu programmieren, und die vorhandene daher am besten bei denen funktioniert, die den Löwenanteil der Arbeit (einschließlich der Tests) geleistet haben?

Richtig: Rassistisch-sexistische Algorithmen!

Zum einen sind Algorithmen nur so klug wie die ihnen zur Verfügung gestellten Daten – und spiegeln deren rassistische oder sexistische Tendenzen wider. (…) Das Ergebnis: die Algorithmic Justice League, ein Projekt, das sich dem Problem widmen soll.

Die Liga der algorithmischen Gerechtigkeit, demnächst auch als Musical. :irre:

Es war im Nachhinein offensichtlich ein Fehler, Computertechnik aus dem universitären Umfeld zu extrahieren.

Mir wird geschlechtNetzfundstückePolitik
Winter abschaffen!

Zu den inzwischen nur mehr als Treppenwitz tauglichen Personalsperenzchen in der SPD mitsamt den rechtlichen und feministischen Implikationen („SPD: 16,5 Prozent“ verkündete neulich das INSA; na also, geht doch) fällt selbst mir heute nur noch ein müdes Achselzucken ein, während mir zu der Nachricht, dass der Feminismus in New York antisemitische Motive zur Demütigung von Männern verwendet, zwar durchaus etwas einfiele, der treffende Kommentar, der Mann werde hier als „Judensau der Postmoderne“ präsentiert, leider aber schon gemacht wurde.

Stattdessen sei mir ein Hinweis auf Antje Kapek gestattet. Antje Kapek sitzt für die Grünen einen Stuhl im Berliner Abgeordnetenhaus durch, retweetet neben MeToo-Fanatismen unter anderem auch Anteilnahme am Ableben von Radfahrern, die rücksichtslos und ohne Helm nah an haltenden Autos vorbeizurasen pflegen, und hat am gestrigen 12. Februar zur Veranschaulichung der Erklärung, warum man die Grünen im Jahr 2018 immer noch unbedingt wählen sollte, ein Foto getwittert, auf dem der Berliner Alexanderplatz mitsamt entlaubten Bäumen zu sehen ist. Sie schrieb dazu (mit mehreren Hashtags, die ich hier zur besseren Übersichtlichkeit weglasse):

Was auch immer für den Alexanderplatz plant, es braucht mehr grün.

Die auffallend entmenschlichende Sprache („was“ und „es“ für den zuständigen Stadtplaner jedwelchen Geschlechts) sollte selbsterklärend sein, so dass das Wesentliche herausgearbeitet werden kann: Kein Grün an den Bäumen! Im Februar! Danke, Merkel!

:wallbash:

Die Grünen sind in der oben erwähnten INSA-Umfrage als Bevorteilte des Scheiterns der SPD zu erkennen. Da wächst zusammen, was zusammen gehört.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Aquaserge – Tintin on est bien mon Loulou

Flauschigkeit als Lösung für die Probleme unserer ZeitEs ist Karneval Fasching Montag. Helau! Auf Twitter trendete gestern Puddinghaut (das Lebensmittel, nicht das Schönheitsproblem), und das nur kurz, nachdem bekannt geworden war, dass die NSA über Twitter verschlüsselte Kommunikation betreibt. Verdächtig, verdächtig. Über jeden Verdacht erhaben bleiben Pandabären: Die sitzen einfach nur herum und essen. Dürfen Pandabären eigentlich Minister werden?

Verdient hätten sie es, zumal die vorhandenen Minister nicht zu klugen Entscheidungen neigen: Die bisherige und mit nur noch wenig Pech auch zukünftige Verteidigungsministerin erwägt noch ein paar Soldaten in den Angriffskrieg gegen „den Terror“ zu schicken. Dass dort außer „dem Terror“ auch zwei andere Parteien einander erbittert bekriegen, sei nicht so schlimm, sülzt „SPIEGEL ONLINE“, denn Deutschland sei „mit beiden Seiten verbündet“. Dann ist ja alles in Ordnung. – Anderswo brechen Welten zusammen: MeToo-Wortführerin der sexuellen Übergriffigkeit beschuldigt, das ist ja ungeheuerlich; man könnte meinen, Frauen seien gar nicht qua Geschlecht bessere Menschen. Wenn sich das herumspräche!

Ein Blick in die Softwarewelt: Nach OpenBSD verzichtet nun auch das illumos-Projekt dankend auf die Patenttrolle vom Pale-Moon-Browser. Freie Software mit Sternchen dran, aber moralisch hält man sich auch weiterhin für überlegen. Urheberrecht schlägt Freiheit. Zum Glück kann man heutzutage vieles per Kauf in seinen Besitz übergehen lassen und es damit zumindest weitgehend fremdem Zugriff entziehen

Zum Beispiel auch Musik.

Aquaserge – Tintin on est bien mon Loulou

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Kurz angemerkt: Der Schulzzug steht sicher im Depot, der SPD zum Trotz.

Das Problem einer anfangs theoretisch sozialdemokratischen, schon wenig später in unfeine Kriegsdinge eingebundenen und somit seit über einhundert Jahren nicht mehr besonders friedfertigen Partei, in deren Vorsitzendem es, wie auf „SPIEGEL ONLINE“ heute zu lesen ist, seit Mitte Januar offenbar pausenlos gärte, was vor allem für schlechte Ernährung und/oder eine nicht ausreichende Hausapotheke spricht, ist auch und gerade dann, wenn sie von einer „Erneuerung“ spricht und damit meint, dass die zweitälteste Führungsebene nach oben geschwemmt wird, und in deren Verlauf wortreich ankündigt (hier: Schulz, Martin, neulich auf Facebook), dass sie – die SPD – „jünger“ und „weiblicher“ werden soll, und schließlich als erstes Ergebnis dieser „Erneuerung“ den personifizierten Sozialabbau Andrea Nahles (Jahrgang 1970) als neuen Parteiavatar präsentiert, als schützten Geschlecht und Erfahrung im Scheißereden plötzlich sowohl vor der auri fames (vulgo: der Gier nach dem Futtertrog) als auch davor, dass mögliche Wähler nur begrenzt leidensfähig sind, was die SPD eigentlich von u.a. der Piratenpartei hätte lernen können, nicht vor allem die Person dieses Vorsitzenden, sondern außer dem Umstand, dass die Notwendigkeit der Existenz einer wie auch immer definierten „klassischen“ Arbeiterpartei im Jahr 2018, in dem selbst die SPD allmählich zu erkennen beginnt, dass die kaiserreichische Definition eines Arbeiters der heutigen nur noch in Grundzügen entspricht, insbesondere die offensiv ausgetragene Gleichgültigkeit, was die Interessen derer angeht, die dieses Kasperletheater – „SPIEGEL ONLINE“ zitiert selbstverständlich ohne Link eine „Juso“-Frau, die getwittert hat, es handle sich um einen „Männerzirkus“, als sei ein Frauen- oder Affenzirkus an dieser Stelle weniger erbärmlich anzusehen – unabhängig von den Rampensäuen im Vorstand (wer kennt schon alle 45 Mitglieder des SPD-Vorstandes auswendig?) auch noch wählen sollen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Oh, Kanada.

Andere Länder, andere Ministerpräsidenten (Allergikerwarnung: „bento“):

Trudeau hat extra eine junge Frau in ihrer Rede unterbrochen – um ihr zu sagen, wie sie ihre Sprache weniger frauenfeindlich gestalten kann.

Dagegen ist der Krieg in Syrien eine Lappalie!

In den NachrichtenWirtschaft
Unverschuldet verprasst

28. Januar 2018: Deutsche Bank zahlt offenbar mehr als eine Milliarde Boni
2. Februar 2018: Deutsche Bank macht halbe Milliarde Euro Verlust

„Hilfe, wir sind unverschuldet in Not geraten!“

:wallbash:

Fast hätte ich mich schon darüber geärgert, absehbar bald abermals eine Bank retten zu dürfen, und das Geschehen entsprechend vorgeblich kapitalismuskritisch kommentiert, aber zum Glück quakte Claudia Roth heute wieder einmal einen der zahlreichen Belege dafür heraus, warum man Linken lieber keine größeren Geldsummen anvertraut, sondern denen mal schön ihre Bitcoins lässt:

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat die Einrichtung eines staatlichen Hilfsfonds für Flüchtlingshelfer gefordert, die wegen ihrer Bürgschaften in Finanznöte geraten sind.

Ach, ja, Mensch, Bürgschaften bedeuten, dass man finanziell in Gänze für den Verbürgten haftet?

„Wir bürgen mit unserem Geld für diesen Herrn.“
„Dann bekommen wir nun Geld von Ihnen.“
„Hilfe, wir sind unverschuldet in Not geraten!“

:wallbash:

Hoffentlich sind das wenigstens zum Teil dieselben Leute, die auch ihr Haus gegen Bitcoins eingetauscht haben. Sonst wäre ich vom Karma ein bisschen enttäuscht.

In den NachrichtenMir wird geschlechtPolitik
Kurz angemerkt: Wie viele Kriege braucht das Nobelpreiskomitee?

Die sich allzu aufreizend anbietende Möglichkeit, den „#MeToo“-Unsinn, dessen einzige spürbare und langfristige Auswirkungen weitere Verleihungen schwachsinniger Medienpreise für das Erfinden von Wörtern mit einer Raute vornedran sind und bleiben werden, lakonisch zu kommentieren, indem ich in gebotener Kürze darauf hinweise, wie sprechend eine der Initiatorinnen dieser beispiellosen Schmutzkampagne darauf reagiert hat, dass sie mittlerweile von nicht ganz so hitzigen Gemütern als Lügnerin entlarvt wurde, hätte ich heute gern zum eigentlichen Thema gemacht, stattdessen beschränke ich mich auf einen nicht weiter kommentierten Verweis auf den Artikel im Online-„Musikexpress“, den soeben getätigten nämlich, und stelle mit ähnlicher Genugtuung fest, dass zum inzwischen dritten Mal der amtierende Nachfolger desjenigen US-amerikanischen Präsidenten, der allein im Jahr 2016 über 26.000 Bomben irgendwo draufwerfen ließ, auch für eine weitere, wenn auch nicht direkte Nachfolge, nämlich die im Tragen des Friedensnobelpreises, vorgeschlagen wurde, und während sich die sozialen Medien und pflaumige „Qualitätszeitungen“ darüber auslassen, dass der Trump doch ein sonstwie gefährlicher Typ sei, fände ich persönlich die Wahl nur angemessen, denn wie auch der vorherige Präsident der Vereinigten Staaten ist er mit versöhnlichen Worten gegenüber dem Feind nicht ungeschickt, während in Somalia, Libyen, Syrien, Pakistan, Afghanistan und im Jemen die Friedenspanzer unter der Flagge seines Landes zum Tanz bitten; mit dem Unterschied allerdings, dass keiner dieser laufenden Friedenseinsätze von ihm befohlen wurde – wenn er es also wieder nicht schafft, dann ist es immerhin offensichtlich, woran es wohl liegt.

Wirtschaft
6 Prozent Profitdenken

Die IG Metall plakatiert derzeit manche Plakatwand plakativ mit ihren Plakaten voll. Das bietet Gelegenheit, sich einmal kurz anzusehen, worum es in ihrer aktuellen „Tarifrunde“ (also: in ihren jährlichen Nötigungsversuchen gegenüber Arbeitgebern) eigentlich geht; die Antwort ist erstaunlich:

Profitdenken

„Die Arbeitgeber denken nur an Profit – wir denken an die Menschen: sechs Prozent mehr Geld“ (Satzzeichen von mir), diese sechs Prozent hätten die Arbeitgeber zwar auch gerne zusätzlich, aber die sind halt nicht in einer zäh verhandelnden Gewerkschaft. Schön blöd!

In den NachrichtenPolitik
Das Wesen einer Wahl (2): Jedes Recht des Kandidaten.

Was dem einen sein Schulz, ist dem anderen sein Puigdemont, weiß „ZEIT ONLINE“:

In Katalonien ist die Wahl eines neuen Regierungschefs im Regionalparlament verschoben worden. Carles Puigdemont soll aber der einzige Kandidat bleiben. (…) Der 55-Jährige habe „jedes Recht“, erneut Regionalpräsident zu werden.

So will es das Gesetz!

Worum genau ging es im vergangenen Jahr bei der Diskussion um die katalanische Unabhängigkeit? Dazu stand doch mal was in der „ZEIT“:

Für Katalonien zu stehen heißt, für die Demokratie zu stehen.

Wenn nicht gar: zur Sozialdemokratie.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitikWirtschaft
Liegengebliebenes vom 27. Januar 2018

Die University of Oxford hat herausgefunden, dass auch längere Prüfungsdauern nichts daran ändern, dass Frauen – statistisch gesehen – schlechter in Mathematik und EDV als Männer und dafür vermutlich besser in Kuschelwuschel und Knuddelwuddel sind. Vielleicht könnte man das mit einer Quote lösen.


Christopher Lauer hat was in Medien reingevloggt und Hadmut Danisch platzt der Kragen: „Bedingungsloses Grundeinkommen, freie Drogen und Pornos von ARD und ZDF? Wozu sollt Ihr noch gut sein?“


Dazu (irgendwie) auch Jan Fleischhauer, der auf „SPIEGEL ONLINE“ feststellt, dass die Linken die Nähe zu denen, für deren Rechte sie zu streiten behaupten, vollends verloren haben.


Was wir von anderen Staaten lernen können: In Indien ist das Internet verstopft, weil dort einander jeder einen guten Morgen wünschen möchte.


Lesenswert: „Wie die FAZ im redaktionellen Gewand die Botschaften ihrer Auftraggeber an den Leser bringt“.

In den NachrichtenPolitikWirtschaft
Annexion bitte nur gegen Bares

Im August vergangenen Jahres nörgelte die damalige Bundesregierung anlässlich der Übereignung der Krim an Russland folgendermaßen herum:

Danach werde die russische Annexion der ukrainischen Krim als ein Bruch des Völkerrechts betrachtet, der die europäische Friedensordnung infrage stelle. (…) Staatliche Grenzen müssten akzeptiert werden.

Warum das von der ekligen NATO sicherheitshalber bedrohte Russland fortan übermäßig sanktioniert wurde, wird klar, wenn man aktuelle Nachrichten liest, zu deren Zustandekommen es seitens der Bundesregierung allenfalls ein entrüstetes Schütteln des Zeigefingers zu lesen gab, nämlich zum Beispiel diese:

Israel erweitert laut mehreren ortsansässigen Quellen seinen Einfluss auf das von der Opposition besetzte südliche Syrien. (…) Die Erweiterung der Sicherheitszone kennzeichnet eine Bewegung hin zu einer tieferen Einmischung Israels in Syriens Bürgerkrieg. (…) Israel macht sich nicht nur Sorgen wegen des Irans und dessen Allierten im Libanon, sondern auch um seine Kontrolle über die Golanhöhen. Israel hat das 1.200 km² große Gebiet 1967 eingenommen und hält es seitdem besetzt. Anders als die anderen von ihm besetzten Gebiete hat Israel die Golanhöhen 1981, von der internationalen Gemeinschaft verurteilt, offiziell annektiert.

(Nicht besonders textnahe Übersetzung von mir.)

Während Fefe noch rhetorisch spekuliert, ob die amtierende Bundesregierung wenigstens diesmal auch das israelische Verschieben fremder staatlicher Grenzen sanktionieren würde, habe ich eine Vermutung, warum bei völkerrechtswidrigen Abscheulichkeiten seitens der Türkei und eben Israels von spürbaren Strafen seitens der internationalen Gemeinschaft abgesehen wird: Anders als Russland sind diese Staaten zwar nur mittelmäßig zuverlässige Verbündete, aber wenigstens leidlich zahlungskräftige Kunden.

Daran, dass Deutschland Israel zwecks effizienter Vorwärtsverteidigung auch noch mit Kriegswaffen beliefert, stört die Politik daher auch nicht, dass damit Kriegsdinge getan werden, sondern, was die Innenpolitik des Empfängers sonst so macht: „Es gibt nach wie vor Korruptionsvorwürfe gegen Benjamin Netanjahu und sein Umfeld. Das ist nicht ausgeräumt.“ Seine eigenen Grenzen auf der Landkarte herumzuschieben wäre unter der Bedingung, dass die deutsche Rüstungswirtschaft davon finanziell profitiert, ja völlig legitim, aber bei Korruption hört das Verständnis auf. Da geht es immerhin um Geld!

Braucht Russland eigentlich noch ein paar Panzer?