Archiv für die Kategorie ‘Mir wird geschlecht’.

Feminismist, Männerrrrrrechtler, verqueere Spinner. Alle zusammen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Maus mit Speck bedroht (2): Brüste gegen Castingcouch

Wohlüberlegte Protestform des Tages: Um dagegen zu protestieren, dass indische Schauspielerinnen zusehends nach ihrer sexuellen Offenheit bewertet zu werden scheinen, zog sich Sri Reddy in Hyderabad öffentlich aus. Das haben die Verantwortlichen jetzt davon.

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Birth of Joy – You Got Me Howling

Der Osterhase hat eine Eule versteckt.Es ist Montag. Daran hat gestern mal wieder niemand gedacht und auch heute tun es nur wenige, denn es ist Feiertag. Irgendwo in Südeuropa standen zu viele Menschen und ließen einen alten Mann einen Zauberspruch aufsagen. Ab morgen gilt aber wieder, begleitet von täglichem Geläute, dass wir in einer aufgeklärten Zeit leben und Sekten im Wortsinne brandgefährlich sind und unbedingt gemieden werden sollen, denn nur Dumme lassen sich so leicht verführen, wenn’s nicht gerade der Papst versucht. Es irrt der Mensch, solang er strebt.

Gestern war im Übrigen der 1. April, sicherheitshalber habe ich also alle Qualitätsmedien ungelesen belassen und mir lediglich Blogs angesehen, denen jeder Humor völlig abgeht. Hierbei habe ich unter anderem ein Interview mit „Don Alphonso“ gelesen, dessen Lektüre zumindest erhellend ist. Es ist die Botschaft zu beurteilen und nicht der Bote, was in einer schnelllebigen Medienwelt oft die Schlagzeilerei erschwert. Ein bisschen blöder fühle ich mich hingegen nach dem Lesen dieser überraschenden Meldung: Ein Gericht hat herausgefunden, dass Google mit Android Geld verdient und es sich daher um ein kommerzielles Betriebssystem handelt.

Ebenso blöd: Franziska Giffey (natürlich SPD) habe in ihrer Eigenschaft als „junge Frau“ (F. Giffey, Jahrgang 1978, über F. Giffey), las ich anderntags und -orts („FAZ.net“), beklagt, dass eine Zwangsheirat, bei der Frauen allenfalls die Wahl zwischen verschiedenen Cousins haben, diese Frauen unterdrückte, wogegen man etwas tun müsse, als wäre es undenkbar, dass sich diese Cousins nicht freiwillig für ihre Zwangsfrauen entschieden hätten. Schlau ist allenfalls Brad Pitt, denn warum sollte eine moderne, aufgeklärte Feministin, die sich jede Beurteilung von Körperlichem verbittet, ihn sonst verehren?

Ohne Zweifel und ohne ein Aber verehrenswert bleibt ganz körperlos: Musik.

Birth of Joy – «You Got Me Howling»

Guten Morgen.

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„ZEIT“ verleiht den Blockchainpreis.

Die „ZEIT“ könne man, befand ich erst gestern, auch nicht mehr ruhigen Gewissens lesen. Wohl dem, der – anders als ich selbst – diesem Rat Folge leistete, denn ihm blieb diese Eigenwerbung erspart:

Sie (…) setzen sich für eine weiblichere Raumfahrt ein oder beraten Regierungen in Sachen Gleichstellung: Frauen, die unsere Wirtschaft revolutionieren, so heißt der diesjährige Edition F Award, den das Onlinemagazin in Kooperation mit ZEIT ONLINE und dem Handelsblatt zum fünften Mal verleiht.

Eine „weiblichere Raumfahrt“ ist jetzt zunächst einmal nichts, worüber ich persönlich mich so sehr freuen würde, dass ich es für preiswürdig hielte, aber ich bin ja auch weder eine Frau noch ausreichend geistig entkernt, um einen Preis namens „Frauen, die unsere Wirtschaft revolutionieren (Edition F Award)“ o.vglb. als Belohnung und nicht als Verhöhnung zu betrachten. Und er hat noch einen zweiten Namen:

Die Jury des 25 Frauen Awards hat aus 500 Nominierungen eine Vorauswahl von 50 Frauen getroffen, die (…) unsere Wirtschaft verändern und mitgestalten.

Bindestriche sind anscheinend kein Frauending. – Nicht uninteressant ist diese Ersatzbenennung des Preises aber auch aus inhaltlicher Sicht, sagt sie doch nur aus, dass man eine von 25 Frauen war, die irgendwas gemacht haben. Da kann man den Enkeln später sicherlich eine total interessante Geschichte erzählen.

Wer also sind die 50 Delinquentinnen? Nun, zum Beispiel sie:

We are Kal heißt das von Catherine Allié gegründete Label, das handgesponnene und handgewobene Textilien aus Seide und Wolle herstellt.

Schon klar: Mit einem Innovationspreis kann die Frau nicht rechnen, eine Veränderung der Wirtschaft ist hier nicht auszumachen. (Darf man Frau Allié aufgrund ihrer Tätigkeit eigentlich „Spinnerin“ nennen oder bekommt man dann wieder Ärger?) Wenn aber jemand, der einen klassischen Handwerksberuf ausübt beziehungsweise ausüben lässt, bereits allein hierfür die Vorauswahl übersteht, dann wirft das auf die anderen 450 Nominierten ein eher ungutes Bild. Und dann behaupten Feministen jedwelchen Geschlechts, Frauen würden unterschätzt!

Weiterhin diese Dame:

Charlotte Bartels studierte Volkswirtschaftslehre (…). In ihrer Promotion, die mehrfach ausgezeichnet wurde, zeigte sie, dass der deutsche Sozialstaat immer weniger umverteilt.

„Die Armen werden immer ärmer.“
„Dafür bekommen Sie einen Preis!“

:bravo:

Auch sie ist dabei:

Ise Bosch ist eine Enkelin und Erbin des Unternehmers Robert Bosch. Mit ihrem Vermögen will sie anderen Menschen helfen und die Gesellschaft verändern. (…) Als Gründerin und Geschäftsführerin der Dreilinden gGmbH setzt sich Bosch gegen Diskriminierung und Gewalt aufgrund von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung ein.

Ich würde ja unterstellen wollen, dass das Aufbauen einer Gesellschaft, die vor allem Geld verteilt, mit den Mitteln, die von einem erfolgreichen und produktiven männlichen Unternehmer geerbt (also ohne große Gegenleistung geschenkt worden) sind, sich für eine positive Veränderung der Wirtschaft und einen Frauenpreis nicht eignet, aber ich bin auch nicht in der Jury und ich vermute, ich kenne sogar den Grund dafür.

Zeichnet sich denn niemand der zu Ernennenden durch etwas anderes als Unsinn aus? Doch, natürlich, aber andere eben auch nicht:

Als Chief Financial Officer des US-Kreditkartenunternehmens Mastercard gilt Martina Hund-Mejean weltweit als eine der einflussreichsten Personen der Finanzbranche.

Dass sowohl die Gründer als auch die momentanen Vorsitzenden des Unternehmens MasterCard Männer sind und Frau Hund-Mejean in der englischsprachigen Wikipedia nicht erwähnt wird, lässt mich an ihrem Einfluss in der Wirtschaft zweifeln. Andererseits hat vermutlich jedes größere Unternehmen mindestens eine Frau, die dann seine einflussreichste ist. Die einzige gefundene Quelle für die Behauptung, sie sei „eine der einflussreichsten Personen der Finanzbranche“, ist jedenfalls „Treasury & Risk“, ein fragwürdiges Magazin, das besagte Wikipedia in keiner Sprache zu kennen scheint.

Vielleicht wird man in typischen „Frauendomänen“ eher fündig? Aber klar:

#Forward Beauty heißt das Strategieprogramm, mit dem Tina Müller, CEO und Vorsitzende der Geschäftsführung der Douglas GmbH, die Kosmetikindustrie verändern will. Um die Marke langfristig voranzutreiben, braucht es ihrer Meinung nach eine digitale und weibliche Neuausrichtung des Unternehmens.

Denn bekanntlich haftet Douglas der Ruf an, sich als Unternehmen vor allem an die Bedürfnisse von Männern zu richten – von Männern, die gern nach Blumenwiese duften. :ja:

Das soll natürlich nicht heißen, dass in der vorgefilterten Liste nicht auch Frauen zu finden sind, die sich auch von Männerthemen reizen lassen, zum Beispiel Bullshit:

Shermin Voshmgir ist Gründerin des Blockchain-Hubs, ein Informations-Hub und Thinktank in Berlin, der die weltweite Entwicklung der Blockchain-Technologie vorantreibt, kommuniziert und diskutiert. (…) Außerdem unterstützt sie Start-ups mit dem Schwerpunkt Blockchain.

Frau Voshmgir wird sich in der Abstimmung allein im Grad des Bullshits, der sie qualifiziert, allerdings geschlagen geben müssen, denn die Frau, die ich gerade übersprungen habe, übertrifft sie um Längen:

Henrike von Platen ist überzeugt, dass Frauen und Geld zusammengehören

Stimmt, denn welcher Mann hätte nicht gern beides gleichzeitig und nicht nur eines davon? – Ach, der Satz geht noch weiter:

Henrike von Platen ist überzeugt, dass Frauen und Geld zusammengehören und Lohngerechtigkeit schon morgen möglich wäre. Mit der Gründung von Fair Play Innovation Lab (…) möchte sie das Ziel der Lohngerechtigkeit für alle umsetzen.

Wenn Frau von Platen also dafür sorgen möchte, dass mehr Frauen sich künftig aktiv für technische Berufe interessieren, einen besseren Schulabschluss machen, länger im selben und größeren Unternehmen bleiben, Überstunden machen, nicht vor Schmutz zurückschrecken und Schichtarbeit leisten, dann wäre das sicherlich lobenswert.

Möchte sie aber gar nicht:

Deswegen setzt sie sich seit vielen Jahren für gerechte Bezahlung und die Vernetzung von berufstätigen Frauen weltweit ein und gründete einen Fraueninvestmentclub.

Na dann.

Die tags des „ZEIT“-Artikels sind „Digitalisierung“, „Award“, „Blockchain“, „Frauen“, „Auszeichnung“ und „Startups“. Hätte ich sie zuerst gelesen, hätten sie also am Anfang und nicht am Ende des Artikels Platz gefunden, so wäre mir die Lektüre und meinen Lesern dieser Artikel vermutlich erspart geblieben.

Selber schuld.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Frauen: Jetzt auch genderneutral.

Den peak feminism würde ich mit dieser Meldung einfach mal als erreicht betrachten wollen:

Eine Anleitung, die kürzlich vom Mount Holyoke College, einer Schule nur für Frauen, herausgegeben wurde, weist Professoren an, es zu vermeiden, Schülerinnen „Frauen“ zu nennen, um eine „genderneutrale“ Umgebung im Klassenzimmer zu schaffen.

(Übersetzung von mir.)

Die Zukunft, ließ die ehemalige US-amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ihr begeistertes Publikum einmal wissen, sei weiblich. Ganz schön rückständig von ihr.

Mir wird geschlechtNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 9. März 2018

So widerwärtig wie erhellend: Matthias Streitz („SPIEGEL ONLINE“, Chefredaktion) erläutert in nur einem Tweet zugleich die wesentliche Aufgabe von Onlinejournalismus und warum er sich weitere Verweise auf „SPIEGEL ONLINE“ verbittet.


Die designierte Gedönsministerin Dorothee Bär lässt wissen, welche Impulse von ihr im Land von Datenschutz, EDV-Sicherheit und Breitband in den nächsten Jahren zu erwarten sind: Fliegende Taxis und die Pflicht zum Programmieren für noch mehr stumpfe, aber wirtschaftlich nützliche Bildschirmarbeit nämlich. Was bringt ein Flugtaxi mit Internet in Edge-Geschwindigkeit? (Vorsicht: t3n!)


„Die SPD lebt heute von einem Erbe, zu dem sie nichts mehr beitragen kann.“


Gute Nachrichten für Hamburg und Berlin: Gewaltfreundliche Flachpfeifen, die Autos anzünden, sollen künftig als Terroristen gelten.

Schlechte Nachrichten für Hamburg und Berlin: Das gilt bis auf Weiteres nur für „Rechte“.


Berufsfrau Katarina Barley (SPD) hält es für eine „gravierende Fehlentwicklung“, dass die AfD Gleichstellung (nicht aber Gleichberechtigung) kritisch gegenübersteht, und möchte dies mit einer Entdemokratisierung des Bundestags mittels einer Frauenquote entgegenwirken, als wäre sie nicht selbst ein gelungener Beleg dafür, dass man viele weibliche Abgeordnete besser nicht haben sollte.


„Wenn Gehorsam und Mensch aber gegeneinander stehen, entscheide dich immer für den Menschen!“

In den NachrichtenMir wird geschlecht
💩 (2)

Bei Unicode, diesem ursprünglich nützlichen Projekt, das irgendwo falsch abgebogen ist, kriegen sie das Kind jetzt auch nicht mehr aus dem Brunnen, möchte es mir scheinen. Was nämlich ist die einzig logische und darum vom standardisierenden Konsortium unbedingt aufzugreifende Folgerung aus dem Umstieg von generischen auf ethnisch-sexuell korrekte Emojis? Richtig: Man möge doch bitte unbedingt einen schwangeren Herrn als Genderoption einfügen.

Welches Alltagsproblem sollte Unicode doch gleich lösen?

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Open Source schläft ein und der Feminismus trägt die Schuld daran.

Im August 2017 beschrieb ich unter anderem mein ausbleibendes Verständnis für große Technikkonzerne, die sich einen diversity genannten Klotz mitsamt Verwaltungsaufwand und letztendlich auch unnötigen Kosten ans Bein binden. Die Gesellschaft hat sich seitdem weiter um sich selbst gedreht, gebessert hat sie sich jedoch nicht.

In einer vernünftigen Welt (wie auch in meinen eigenen Projekten) gilt im Wesentlichen der Verdienstkodex: Wer was kann, der darf mitmachen, wer nicht, der nicht, und persönliche Wehwehchen mögen bitte irgendwo ausgelassen werden, wo es dem Rest des Projektteams nicht weiter auf die Nerven geht.

Leider ist die Welt der Open-Source-Software nicht vernünftig, sondern stark emotionsgetrieben (das mag den enormen Windowshass in einschlägigen Foren erklären, als wäre das verwendete Werkzeug für irgendeine Aufgabe ein Politikum, dessen ethisch korrekte Auswahl jede Personaldebatte in Parlamenten oder auch nur Parteien in den Schatten stellte). Infolgedessen wurde ich heute mit der Information belästigt, dass selbst das FreeBSD-Projekt, das sich vor Jahren ein besonders anstrengendes Beispiel für den Dunning-Kruger-Effekt eingetreten hatte, sich ja nun positiv durch einen neuen Verhaltenskodex bemerkbar mache.

In diesem Kodex, den das FreeBSD-Team gemäß dem Dokument selbst im Wesentlichen aus dem „Geek Feminism Wiki“ – geek feminists bilden einen Teil des Kerns jener sich gemeinhin als weiße Ritter verstehenden Krawallschachteln, die auch den Chaos Communication Congress (ich berichtete mehrfach) schon totgequatscht haben – abgetippt hat, wird in viel zu vielen Zeilen erläutert, dass es die Projektaufsicht ungern sieht, wenn Teammitglieder sich anderen Menschen gegenüber wie jemand verhalten, dem grundlegende Höflichkeitsformen fremd sind. Man sollte meinen, so etwas sei auch ohne festgeschriebene Regeln vernünftig unterbindbar, aber an der Vernunft scheitert es bei denen, die wertvolle Zeit anderer Leute mit dem Zusammenschreiben und stolzen Herumzeigen von Dingen, von denen sie sich total belästigt fühlen, verschwenden, nun mal von vornherein. Da wundert es auch nur noch wenig, dass sich ein paar der besonders bescheuerten Punkte im Kodex auch in den Verhaltenskodizes von zergenderten Plattformen wie GitHub wiederfinden, die die Idiotie mit der Feststellung, für „Privilegierte“, also für die viel zitierten „weißen Männer“, gelte der Schutz vor Belästigung aus Prinzip nicht, bislang auf die Spitze treiben. Mal gucken, wann das FreeBSD-Projekt sie überbietet.

Als strafbewehrt werden seinerseits nämlich außer Dingen, die ohnehin illegal sein dürften, unter anderem Drohung mit Gewalt, und halbwegs verdienstorientierte Dinge wie die „nachhaltige Störung von Diskussionen“ auszugsweise auch folgende Ärgernisse beschrieben (Wortnutzung wie im Original):

  • Absichtliches Fehlgendern.
  • Die absichtliche Nutzung abgelegter Namen.
  • Simulierter physischer Kontakt, etwa „*knuddel*“.
  • Kommentare, die die systemische Unterdrückung in Bezug auf das Geschlecht, Neurodiversität, Religion und so weiter (gekürzt, A.d.V.) wieder in Kraft setzen.

Vor wenigen Tagen habe ich in einem computerbezogenen Forum gelesen, dass es merkwürdig sei, dass seit Jahrzehnten, abgesehen von (und selbst nur bedingt in) Smartphones, keine nennenswerte Innovation auf dem Betriebssystemmarkt mehr gefunden werden konnte. Ich habe eine Ahnung, woran das liegen könnte: Die Innovativen sind damit beschäftigt, nicht versehentlich an der systemischen Unterdrückung teilzunehmen.

Zu meiner Zeit hätte man denen ja einfach den Computer weggenommen.

Es ist heutzutage recht üblich, Menschen sagen zu hören: „Ich fühle mich davon ein wenig verletzt“, als ob ihnen das irgendwelche Rechte einräumte. Es ist nicht mehr als Flennen. Es hat keine Bedeutung, es hat keinen Zweck, es hat keinen Grund, um als Phrase respektiert zu werden. „Ich fühle mich davon verletzt.“ Na und – was, verdammt?
Stephen Fry

In den NachrichtenMir wird geschlechtNerdkrams
Kurz verlinkt: „Halt! Algorithmenkontrolle!“ (2)

Wie nennt man das eigentlich, wenn es Menschen afroamerikanischer Abstammung und/oder weiblichen Geschlechts entweder wegen fehlender Ahnung oder fehlenden Interesses nicht gebacken bekommen, eine eigene Gesichtserkennungssoftware zu programmieren, und die vorhandene daher am besten bei denen funktioniert, die den Löwenanteil der Arbeit (einschließlich der Tests) geleistet haben?

Richtig: Rassistisch-sexistische Algorithmen!

Zum einen sind Algorithmen nur so klug wie die ihnen zur Verfügung gestellten Daten – und spiegeln deren rassistische oder sexistische Tendenzen wider. (…) Das Ergebnis: die Algorithmic Justice League, ein Projekt, das sich dem Problem widmen soll.

Die Liga der algorithmischen Gerechtigkeit, demnächst auch als Musical. :irre:

Es war im Nachhinein offensichtlich ein Fehler, Computertechnik aus dem universitären Umfeld zu extrahieren.

Mir wird geschlechtNetzfundstückePolitik
Winter abschaffen!

Zu den inzwischen nur mehr als Treppenwitz tauglichen Personalsperenzchen in der SPD mitsamt den rechtlichen und feministischen Implikationen („SPD: 16,5 Prozent“ verkündete neulich das INSA; na also, geht doch) fällt selbst mir heute nur noch ein müdes Achselzucken ein, während mir zu der Nachricht, dass der Feminismus in New York antisemitische Motive zur Demütigung von Männern verwendet, zwar durchaus etwas einfiele, der treffende Kommentar, der Mann werde hier als „Judensau der Postmoderne“ präsentiert, leider aber schon gemacht wurde.

Stattdessen sei mir ein Hinweis auf Antje Kapek gestattet. Antje Kapek sitzt für die Grünen einen Stuhl im Berliner Abgeordnetenhaus durch, retweetet neben MeToo-Fanatismen unter anderem auch Anteilnahme am Ableben von Radfahrern, die rücksichtslos und ohne Helm nah an haltenden Autos vorbeizurasen pflegen, und hat am gestrigen 12. Februar zur Veranschaulichung der Erklärung, warum man die Grünen im Jahr 2018 immer noch unbedingt wählen sollte, ein Foto getwittert, auf dem der Berliner Alexanderplatz mitsamt entlaubten Bäumen zu sehen ist. Sie schrieb dazu (mit mehreren Hashtags, die ich hier zur besseren Übersichtlichkeit weglasse):

Was auch immer für den Alexanderplatz plant, es braucht mehr grün.

Die auffallend entmenschlichende Sprache („was“ und „es“ für den zuständigen Stadtplaner jedwelchen Geschlechts) sollte selbsterklärend sein, so dass das Wesentliche herausgearbeitet werden kann: Kein Grün an den Bäumen! Im Februar! Danke, Merkel!

:wallbash:

Die Grünen sind in der oben erwähnten INSA-Umfrage als Bevorteilte des Scheiterns der SPD zu erkennen. Da wächst zusammen, was zusammen gehört.

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Aquaserge – Tintin on est bien mon Loulou

Flauschigkeit als Lösung für die Probleme unserer ZeitEs ist Karneval Fasching Montag. Helau! Auf Twitter trendete gestern Puddinghaut (das Lebensmittel, nicht das Schönheitsproblem), und das nur kurz, nachdem bekannt geworden war, dass die NSA über Twitter verschlüsselte Kommunikation betreibt. Verdächtig, verdächtig. Über jeden Verdacht erhaben bleiben Pandabären: Die sitzen einfach nur herum und essen. Dürfen Pandabären eigentlich Minister werden?

Verdient hätten sie es, zumal die vorhandenen Minister nicht zu klugen Entscheidungen neigen: Die bisherige und mit nur noch wenig Pech auch zukünftige Verteidigungsministerin erwägt noch ein paar Soldaten in den Angriffskrieg gegen „den Terror“ zu schicken. Dass dort außer „dem Terror“ auch zwei andere Parteien einander erbittert bekriegen, sei nicht so schlimm, sülzt „SPIEGEL ONLINE“, denn Deutschland sei „mit beiden Seiten verbündet“. Dann ist ja alles in Ordnung. – Anderswo brechen Welten zusammen: MeToo-Wortführerin der sexuellen Übergriffigkeit beschuldigt, das ist ja ungeheuerlich; man könnte meinen, Frauen seien gar nicht qua Geschlecht bessere Menschen. Wenn sich das herumspräche!

Ein Blick in die Softwarewelt: Nach OpenBSD verzichtet nun auch das illumos-Projekt dankend auf die Patenttrolle vom Pale-Moon-Browser. Freie Software mit Sternchen dran, aber moralisch hält man sich auch weiterhin für überlegen. Urheberrecht schlägt Freiheit. Zum Glück kann man heutzutage vieles per Kauf in seinen Besitz übergehen lassen und es damit zumindest weitgehend fremdem Zugriff entziehen

Zum Beispiel auch Musik.

Aquaserge – Tintin on est bien mon Loulou

Guten Morgen.

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Oh, Kanada.

Andere Länder, andere Ministerpräsidenten (Allergikerwarnung: „bento“):

Trudeau hat extra eine junge Frau in ihrer Rede unterbrochen – um ihr zu sagen, wie sie ihre Sprache weniger frauenfeindlich gestalten kann.

Dagegen ist der Krieg in Syrien eine Lappalie!

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Kurz angemerkt: Wie viele Kriege braucht das Nobelpreiskomitee?

Die sich allzu aufreizend anbietende Möglichkeit, den „#MeToo“-Unsinn, dessen einzige spürbare und langfristige Auswirkungen weitere Verleihungen schwachsinniger Medienpreise für das Erfinden von Wörtern mit einer Raute vornedran sind und bleiben werden, lakonisch zu kommentieren, indem ich in gebotener Kürze darauf hinweise, wie sprechend eine der Initiatorinnen dieser beispiellosen Schmutzkampagne darauf reagiert hat, dass sie mittlerweile von nicht ganz so hitzigen Gemütern als Lügnerin entlarvt wurde, hätte ich heute gern zum eigentlichen Thema gemacht, stattdessen beschränke ich mich auf einen nicht weiter kommentierten Verweis auf den Artikel im Online-„Musikexpress“, den soeben getätigten nämlich, und stelle mit ähnlicher Genugtuung fest, dass zum inzwischen dritten Mal der amtierende Nachfolger desjenigen US-amerikanischen Präsidenten, der allein im Jahr 2016 über 26.000 Bomben irgendwo draufwerfen ließ, auch für eine weitere, wenn auch nicht direkte Nachfolge, nämlich die im Tragen des Friedensnobelpreises, vorgeschlagen wurde, und während sich die sozialen Medien und pflaumige „Qualitätszeitungen“ darüber auslassen, dass der Trump doch ein sonstwie gefährlicher Typ sei, fände ich persönlich die Wahl nur angemessen, denn wie auch der vorherige Präsident der Vereinigten Staaten ist er mit versöhnlichen Worten gegenüber dem Feind nicht ungeschickt, während in Somalia, Libyen, Syrien, Pakistan, Afghanistan und im Jemen die Friedenspanzer unter der Flagge seines Landes zum Tanz bitten; mit dem Unterschied allerdings, dass keiner dieser laufenden Friedenseinsätze von ihm befohlen wurde – wenn er es also wieder nicht schafft, dann ist es immerhin offensichtlich, woran es wohl liegt.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlecht
Kurz verlinkt: „Alexa, mach etwas völlig anderes!“

Unhörbare Sprachsteuerung war gestern, heute ist Sprachmodifikation:

Aus einer vorhandenen Audiowellenform können Forscher jetzt eine quasi identische Version erzeugen, die Spracherkennungsprogramme etwas völlig anderes transkribieren lassen.

(Übersetzung von mir.)

Was könnte da schon passieren?


Nachtrag vom 21. Januar: Amazons Sprachassistentin gibt jetzt Widerworte und bezeichnet sich als Feministin. So was stellt man sich doch gern ins Wohnzimmer.

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Von der Dominanz vermeintlich liberaler Ideologien.

In Teilen der USA ist seit der Wahl des amtierenden Präsidenten das Mem von weinenden Liberalen ungewöhnlich beliebt. Ich habe dieses Mem sehr lange nicht verstanden, denn ich hielt gerade uns Liberale immer für eine zwar heterogene, aber zumindest in dem Punkt, dass „links“ und „rechts“ keine existenten Bewertungsschemen sein dürfen, recht einige Gruppe.

Nun hat es sich ergeben, dass der bei Google wegen überschäumender Realität unsanft entglittene James Damore seinen ehemaligen Arbeitgeber, hämisch begleitet von sich dem Feminismus anbiedernden, offensichtlich also von Selbstzweifeln zerfressenen weißen Männern auf Boulevardblogs, mithilfe der Zusammentragung allerlei unappetitlicher Details aus dem rassistisch-sexistischen Arbeitsalltag von und mit hochrangigen Googlemitarbeitern verklagt. Außer der „FAZ“, die anscheinend ungelesen eine entsprechende dpa-Meldung übernommen hat, schwadroniert auch „heise online“ davon, dass bei Google eine „liberale Ethik“ herrsche, hier allerdings wenigstens als Zitat gekennzeichnet:

die Dominanz liberaler Ideologie bei Google verhindere eine offene Diskussion

Dass eine dominant liberale Ideologie überhaupt erst die Bedingung für das Entstehen einer wirklich offenen Diskussion ist, steht dabei sicherlich außer Frage. Ist James Damore blöd? Nein, die Übersetzer seiner Klage sind es: Der US-amerikanische Begriff des „liberalism“ hat mit unserem guten Liberalismus, der dort wohl eher „libertarianism“ heißt und wiederum nicht identisch mit Libertarismus ist, nichts zu tun und wird von so Blogs eher in die Nähe von Sozialdemokratie gerückt, wobei die real existierende deutsche Sozialdemokratie den dortigen „Liberalen“ wie allerdings auch mir vermutlich viel zu rechts wäre. Mit einer „liberalen Ideologie“ weist der geschlechts- und ethniefokussierte Kampf für die einzig richtige Meinung, dass nämlich weiße Heteromänner das personifizierte Unglück seien und dringend jeweils durch einen durchschnittlichen „Congress“-Besucher (wissenschon: grüne Haare, schrille Stimme, Identifikation als Apache-Kampfhubschrauber) ersetzt werden müssen, auf dass es dem Land, das unter der Knechtschaft Donald Trumps, unter dem die Arbeitslosigkeit eigentlich nahezu verschwunden und der Wohlstand auf einem Zehnjahreshoch angekommen ist, endlich besser (lies: weiblicher) gehen möge, keine ersichtliche Übereinstimmung auf; außer eben: Ideologie.

Ich würde mir von politischem Journalismus (wenn schon nicht von „heise online“) wünschen, den Unterschied zwischen liberalism, libertarianism und Liberalismus mindestens zu verstehen, im Bestfall beim Verfassen von angeblich der Information der Leser dienenden Texten auch irgendwie ersichtlich zu machen. Nicht alles, was im Englischen so heißt wie im Deutschen, hat dort auch die gleiche Bedeutung. Zu fish and chips gibt es ja auch keinen Salsadip.

Eine Kompetenzquote würde dem Journalismus auch mal gut tun.

(Siehe auch: Warum Deutschland den Liberalismus braucht.)


Apropos Quote: Im „Morgenmagazin“ fragte der in meiner Achtung plötzlich merklich gestiegene „Grünen“-Politiker Cem Özdemir, ob es nicht vielleicht ratsam sei, bei der künftigen Besetzung der Parteispitze zur Abwechslung einmal Kompetenz anstelle Geschlecht und Flügelzugehörigkeit zu berücksichtigen. Punk ist nicht tot.

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Die Mina und die lästigen Erfolgsfrauen

Was macht eigentlich die Mina (kennt „oktroyieren“ nicht, Twitter) heute so? Richtig: Sie freut sich darüber, wenn weibliche Führungspersonen endlich mal die Klappe halten müssen:

Alice Weidel ist nicht nur eine Politikerin. Sie ist ein Symbol für eine Welt, zu der kaum jemand Zutritt erlangen wird, der zur Arbeitszeit anderer Leute eine Twittersäuberung bejubelt. (…) Feministinnen erzählen mir, mit Frauen und Diversity an der Spitze werde die Gesellschaft netter und freundlicher, und Weidel beweist allein mit ihrer Existenz jeden Tag, dass es überhaupt nicht stimmen muss. (…) Leute, die sich jahrelang beklagten, Frauen würden vom Patriarchat zum Schweigen gebracht, melden Frauen mit einem reaktionären Zensurgesetz.

Der Twitterfeminismus scheint die Waffe derjenigen Frauen jeglichen Geschlechts zu sein, denen das Erarbeiten von Verdiensten zuwider ist. Man möge der Mina wünschen, sozialer Aufstieg und damit der in Hass umschlagende Neid der Progressiven bleibe ihr auch weiterhin erspart.