Archiv für die Kategorie ‘Mir wird geschlecht’.

Feminismist, Männerrrrrrechtler, verqueere Spinner. Alle zusammen.

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Krobak – Broken // Diktatoren mit Bärten, Frauen mit Nägeln

Frühling, oh nein.Es ist Montag, ein Tag, von dem eine Entfremdung lohnenswerter scheint als von anderen Dingen des Lebens. Es wird Frühling, die Hormone treiben Unfug und das Draußensein wird so auch ästhetisch wieder zur Qual. Wohl dem, der drin sein kann und sich wundern.

Keineswegs drin ist EU-Beitrittskandidat Türkei, dessen Häuptlings ständige Präsidentenschnappatmung dazu führte, dass die dort Verfolgten auch hierzulande nicht mehr gern gesehen sind: Das Innenministerium bekämpft auch weiterhin die Gegner des Islamischen Staates, auf dass der Friede zwischen Deutschland und der Türkei auch weiterhin nicht in Frage stehen möge. Richtig machen es unsere westlichen Nachbarn, die sich traditionell nur sehr ungern von einem bärtigen Diktator auf den Tulpennasen herumtanzen lassen. Nach der anstehenden Wahl in den Niederlanden, der der Rechtspopulismus nun wohl gelassen entgegen blicken kann, wird es dann wieder allerorten von den Dächern trompeten, die Nazis seien zu beliebt geworden. Wohl dem, der Ursache und Wirkung nicht der Wirtschaft zuliebe verwechselt.

Von der Weltöffentlichkeit zum Glück weitgehend unbemerkt wurde aus dem Kreise derer Twitterfrauen, deren bisherige Lebensleistung (in erster Linie nämlich diverse Twitter-Hashtags) auf dem Geld anderer Leute errichtet wurde und die sich medial bislang vor allem mit gemeinsamem Niederbrüllen derer, die besser sind als sie, hervorgetan haben, das „Feministische Netzwerk“ gegründet. Interessant am Logo des „Feministischen Netzwerks“ finde ich, dass es drei stilisierte Hände von benagellackten und vor allem dünnen Frauen zeigt. Sind dicke Frauen ohne Nagellack (oder gar, buäh!, feministische Männer) in Feministenkreisen unbeliebt? Ich finde das ziemlich unterdrückend von den beteiligten Frauen, die damit zweifelsohne dem Patriarchat in die Hände spielen.

Mindestens genau so unangenehm übrigens: Ohrwürmer von erschreckend okayer Popmusik, die man eigentlich gar nicht mögen dürfte. Schnell ein Gegenmittel!

Krobak – Broken (official video)

Guten Morgen.

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Boris – Pink

Ausschlafen statt Karneval!Es ist Montag, Rosenmontag noch dazu. In voraussichtlich drei Tagen sind die Jecken und die Narren wieder brave Biedermänner, bis dahin jedoch erduldet Mitmensch Rational still leidend, dass die Illusion, die Narretei beschränke sich auf den Bereich zwischen Mainz und Köln, nicht allzu lange anhielt. Uff-tata. Sich mindestens einmal im Jahr so richtig zum Affen zu machen scheint vielen Menschen sehr wichtig zu sein. Können die nicht stattdessen in die Politik gehen oder so? – Ausgelassenheit war durchaus schon mal leichter. Was fehlt: Gewohntes. Verdammte Menschlichkeit. Wird sich nie durchsetzen.

Apropos Politik: Laut Kommentatoren auf tagesspiegel.de stehe ich auf einer ideologischen Stufe mit Cicero (dort schreibt u.a. Kai Diekmann) und irgendwelchen Männerrechtsblogs. Das ehrt mich einerseits, irritiert mich andererseits jedoch. Ich habe mir die kruden Vorschläge der Feministen (man erlaube mir eine Pauschalisierung zu dramaturgischen Zwecken) ja keineswegs ausgedacht, um damit irgendwas zu beweisen, das können die schon ganz allein; sei es nun die steile These, Arbeitnehmer müssten irgendwen „repräsentieren“, sei es nun das große Ganze, wenn Feminismus und politische Korrektheit sich gemeinsam in Realsatire üben, wenn etwa die einschlägig bekannte Amadeu-Antonio-Stiftung fremde (US-amerikanische) Kultur dazu missbraucht, die Adaption fremdkultureller Bräuche anzuprangern. Ich habe mir das wirklich nicht ausgesucht, ich nehme es, die Hand fest an der Stirn, einfach nicht ganz kommentarlos zur Kenntnis.

Und sonst so? Die Hannoveraner Hipsterbude „t3n“, die offen fordert, man möge doch bitte auf ihrer Website essenzielle Sicherheitsmechanismen des Browsers (zum Beispiel die Werbeblockade) abschalten, konstatiert, dass die Rettung des dezentralen Netzes dringend notwendig sei, also eine Rückbesinnung auf ein Web (ich mag jetzt nicht schon wieder den Unterschied zwischen „dem Netz“ und „dem Web“ erklären müssen) ohne allgegenwärtige Großkonzerne wie Google; nicht ohne allein auf der Seite, auf der diese Forderung zu finden ist, laut Messung ganze zehn Scripts und sonstige Verfolger von Doubleclick, Google, Facebook und so weiter einzubinden. Die Autoren von „t3n“ sind Teil des Problems, dessen Lösung sie fordern. Ich hätte da ja einen Vorschlag, wie sie das Netz besser machen könnten, aber ich fürchte, dieser bliebe ungehört.

Was hingegen dringend gehört werden sollte: Musik.

Boris — "Pink" — MTV Iggy Live

Guten Morgen.

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Liegengebliebenes vom 17. Februar 2017

In Nordrhein-Westfalen ist die Landes-F.D.P. beim Versuch gescheitert, das von den sexistischen „Grünen“ und natürlich der SPD in Kraft gesetzte verfassungsfeindliche Landesgesetz, das schlechter qualifizierten Frauen im öffentlichen Dienst qua Geschlechtsorgan zu einer schnelleren Beförderung verhelfen soll, für ungültig erklären zu lassen. Unklar bleibt, wie man trotz offensichtlicher Missachtung der Grundrechte der Hälfte aller Bürger in eine Landesregierung gewählt werden kann.


Unschlagbares Angebot von der „FAZ“: Pinkelnde Rose-Auswahl.


Na, erlaubt ihr immer noch jeder dahergelaufenen Website das Ausführen von beliebigem Programmcode, weil das so komfortabel ist? Dann habt ihr ja sicher nichts gegen etwas Schadsoftware einzuwenden.


Impfungen führen zu Masturbation.


Für die öffentliche Sicherheit kann nur gesorgt werden, wenn die Volksbeschallung per Rundfunk sichergestellt ist, findet Ajit Pai:

Der neue Chef der US-Regulierungsbehörde setzt sich für UKW-Rundfunk in Smartphones ein, schon die “öffentliche Sicherheit” sei ein Grund.

Nicht auszudenken, wenn die Scharen an Smartphonenutzern noch lange ohne die Qualitätsbeschallung mit dem Besten von Phil Collins auskommen müssen. Chaos wäre unvermeidbar! :ja:

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Mono // Präsidialprioritäten

Kuckuck!Es ist Montag. Soll weggehen, ist nicht gut und wird auch nicht besser, wenn man ihn nicht so beginnt, wie sich das verdammt noch mal gehört. Gewohnheitstiere, anstrengende. Irgendwann gebe ich mal Kurse im Es-nicht-besser-Verdienen. Liebe besiegt alles, Quatsch: jeden.

Nicht besiegt ist übrigens Donald Trump, obwohl sich feministisch strickbemützte Demonstranten vor ein paar Tagen viel zu viel Mühe gegeben haben, ihn am Amtsantritt zu hindern; könnte daran liegen, dass der Feminismus noch mit den Tücken des patriarchalischen Internets kämpft. Vielleicht sollten die Tausende „erwachsener“ Frauen auch einfach mal lernen sich nicht zu benehmen wie 13-jährige Teenies auf dem Schulhof, andererseits: wo krieg‘ ich dann meine Frauenzeitschriften für den monatlichen Lacher her? Eine Gesellschaft, die verlangt, dass man ein wenig Dezenz im Umgang mit dem Glied walten lässt, während ihr Saufen und Syrerschießen eigentlich nur genehm sind, kann und sollte dem Denkenden prinzipiell nicht als Maximengeber gelten. Wenn jemand noch eine Idee für einen Flashmob (nennt man das noch so?) braucht: Einfach mal frei schwingen lassen. Aus Protest. – Feminismus, ansonsten: Es gibt Scheibenwischwasser für sie und ihn; hoffentlich mit Speckgeruch, sonst wäre das doch vollkommen überflüssig.

Lustig: Sigmar Gabriel ist jetzt Außenminister, seinen Vorgänger Steinmeier zieht es ja als Konsenskandidat demnächst möglicherweise (als sei es das Wesen einer Wahl, dass man eine solche überhaupt hat) ins Präsidentenamt. Bei all der Aufregung um die Präsidentschaft von Donald Trump: Ich wünschte, die, die am lautesten versuchen, diesen Präsidenten aus dem Amt zu twittern, würden erkennen, dass dieser ohnehin #NotTheirPresident ist, weil: Wir haben keinen Trump, wir bekommen stattdessen einen Steinmeier, Handlanger der Agenda 2010, NSA-Vertragspartner und mit Freiheitsrechten offensichtlich auf Kriegsfuß stehend. Halali.

Musik, aus Gründen.

Mono – Holy Ground – NYC Live With The Wordless Music Orchestra DVD [Post Rock] [Full set] [concert]

Guten Morgen.

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Liegengebliebenes vom 28. Dezember 2016

Überraschenderweise wurde mindestens eines der zahlreichen Spionageprogramme Großbritanniens dazu verwendet, Hundehalter und ähnliche verdächtige Subjekte zu überwachen. Wirklich schade, dass die nicht mehr in der EU sein wollen.


Es gibt keinen Rechtsruck, es gibt eine Linksflucht.


Wovon Kanadier völlig verstört werden: Graffiti, die die Existenz eines dritten Geschlechts verneinen. Ich hab‘ den Beruf verfehlt, Psychotherapeut in Vancouver hätte ich werden sollen.


Felix Schwenzel fasst das Geschäftsgebaren von 1&1 (u.a.) treffend zusammen:

wer länger als zwei jahre unser kunde bleibt ist ein vollidiot.


Ausnahmsweise kommentiert der Postillon die Weltlage mal besser als ich es könnte:

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist nach eigenen Angaben froh, dass nach dem Terror-Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin niemand den Sinn und Zweck der deutschen Kriegsbeteiligungen im Nahen Osten hinterfragt.

Schon merkwürdig, wieso die da alle weg wollen. Ist doch schön warm da.


Mangelernährung des Tages: Geht es nach dem Willen des Bundesagrarministers, so sollen Veganer, Vegetarier und andere eigenartige Mitmenschen, die ihren stets stolz vorgetragenen freiwilligen Verzicht auf ein schönes saftiges Stück Fleisch mit Kompost pflanzlichen Ersatzstoffen zu kompensieren versuchen, selbige künftig nicht mehr als Fleisch und Wurst bezeichnen dürfen. Make Fleisch Tier again!

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Liegengebliebenes vom 19. November 2016

Deutschland in einem Satz: Ein Todesfall ist keine plötzliche Erkrankung.


Das Problem mit „Emojis“ ist ja, dass es einfach nicht aufhört; wer Emojis als einheitliche Emoticons begreift, der möge das vielleicht einfach einmal kritisch hinterfragen:

Zu den neuen Emojis gehören unter anderem Vampire, Meerjungrauen (sic! A.d.V.), fliegende Untertassen, stillende Frauen und eine Frau im Hijab.

„Wie fühlst du dich?“
„Wie ’n UFO.“
„???“


Wo muss denn unbedingt mehr Internet rein? Richtig: In den Kuhstall!


Alter Schwede: Nördlich von Deutschland gibt es jetzt ein Notfalltelefon, wo man anrufen kann, wenn man als Frau etwas von einem Mann erklärt bekommt. Damit ihnen jemand beisteht oder so.


Na, auch Linux statt Windows zu Hause, weil es so sicher ist? Dann besucht besser keine Websites.


Rauchen kann tödlich sein, ist jetzt aber noch billiger und mit unverändert hoher Qualität versehen. Wer könnte da widerstehen? :)

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Dichten soll sich wieder lohnen, aber Anna-Lena Scholz ist nicht inspiriert.

Bob Dylan hat, das hat wohl inzwischen selbst derjenige Großteil der Menschheit, dem umgehängte Medaillen einfach mal schnuppe sind, mitbekommen, jüngst wenig überraschend den Nobelpreis für Literatur, genauer: für, überwiegend, seine Liedtexte, erhalten. #Steinmeier gefällt das. Bob Dylan wurde auch deshalb ausgezeichnet, weil er nun seit über 50 Jahren, allen Ausfällen (man munkelt, es seien religiöse Alben unter seinem Namen erschienen) zum Trotz, Gedichte geschrieben und vertont hat, die den soundtrack ganzer sog. Bewegungen bildeten, seltsame Stimme hin oder her. Irgendwelche Antworten werden noch heute in den Wind geblasen, Bob Dylan aber verweilte nicht lange. Ikone sein zu wollen hat ihm ohnehin offenbar nie gelegen: Als ihm die verdammten Hippies zu viel Aufmerksamkeit zuteil werden ließen, offenbar in der Hoffnung, er möge für den Rest seines Lebens ihre Lieblingslieder quasi als menschliches Radio wiedergeben, steckte er seine Gitarre in die Steckdose und beschloss, dass die Lagerfeuerlieder künftig andere Menschen machen mögen. So behauptet es jedenfalls die Legende.

Bob Dylan – Maggie's Farm (Champaign 1985).mp4

Bob Dylan ist nicht erfolgreich geworden, weil er dem Idealbild eines glatten Künstlers entsprach, sondern gerade auch wegen seiner Texte. Friedenshymnen wurden bald von subtiler, selten auch brachialer Gesellschaftskritik abgelöst – selbst der Präsident der USA, zum Beispiel, habe manchmal nichts an („It’s Alright, Ma (I’m Only Bleeding)“, Übersetzung von mir), was jahrzehntelang von Jubeln des Publikums begleitet wurde, die sind’s eben auch nicht mehr gewohnt – und blieben zumindest bis Anfang der 1970-er Jahre beeindruckend wort- und bildreich, wie man es sonst nur von wenigen anderen Musikern wie etwa Leonard Cohen kannte.

Dass gereimte Texte, seien sie nun gesungen, gesprochen oder gerülpst, meist zweifelsfrei als Literatur (zumal Lyrik) auszumachen sind, lässt die „historische Zäsur“ (Michael Hübl, Ressortleiter für Kultur bei den „Badischen Neuesten Nachrichten“) noch erstaunlicher wirken. Hat sonst noch niemand aus Musikerkreisen so nachdrücklich gewirkt? Um einen Literaturnobelpreis zu erhalten, hatte der Preisstifter immerhin einst verfügt, selbiger Preis möge derjenigen Person verliehen (muss man den dann eigentlich wieder zurückgeben?) werden, die auf dem Felde der Literatur die herausragendste Arbeit im positiven Sinne verrichtet hat, und daran bestehen vermutlich nur geringe Zweifel.

Bob Dylan Ballad Of a Thin Man

Doof ist nur, dass Bob Dylan ein Mann ist, ein alter weißer obendrein, was die „Geisteswissenschaftsjournalistin“ – das ist vermutlich jemand, der für zu viel Geld zu lange Texte über Leute schreibt, die beruflich tatsächlich geistige Arbeit verrichten – Anna-Lena „Doc“ Scholz zu dem Hinweis veranlasste, dass es wohl nicht sehr inspirierend (ich nehme an: für andersartige Menschen) sei, wenn der diesjährige Nobelpreis ausschließlich an „Männer über 65“ verliehen werde, was ja schon deshalb nicht stimmt, weil drei der elf Preisträger noch nicht über 65 Jahre alt sind, aber Journalismus hat mit Recherche eben nur am Rande etwas zu tun. Welche herausragenden Leistungen junger Frauen von den Preisverleihern nicht ausreichend berücksichtigt worden sein sollen, teilte sie bedauerlicherweise nicht mit, so dass ich nur raten kann: Ist Anna-Lena Scholz offensichtlich seit Beginn ihrer beruflichen Laufbahn nur deshalb nicht ausreichend inspiriert, um Bemerkenswertes zu schaffen, weil die Preisträger 2016 allesamt im Ruf stehen, über ein naturgemäß männliches Geschlechtsteil zu verfügen? Den Scholzpreis für besondere Weiblichkeit bekommen sie so sicher nicht!

Gucken wir uns das mal genauer an. Von den sechs Nobelpreiskategorien Physik, Chemie, Physiologie/Medizin, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften wäre Frau Scholz – sie beschäftigt sich laut Selbstdarstellung außer mit Literatur auch mit der Theorie- und Ideengeschichte der Germanistik sowie mit, als hätte ich es geahnt, feministischer Theorie und literaturwissenschaftlicher Geschlechterforschung, insgesamt also eher mit esoterischen als mit nützlichen Themen – qua Kenntnisstand zumindest für den Nobelpreis für Literatur potenziell qualifiziert. Für das Goldene Brett 2016 kamen ihre Bemühungen um den Feminismus allerdings leider auch zu spät, diesjähriger Preisträger ist, hihi, ein Mann. Nun besteht eine „herausragende Leistung“ im Preissinne nicht darin, dass man Bücher rezensiert, sonst hätte ich sicherlich auch bereits mehrfach den Friedensnobelpreis verliehen bekommen, immerhin rezensiere ich hier mehr oder weniger regelmäßig Texte über Scharmützel irgendwo auf der Welt.

Nein, wer nur Bote eines Werkes ist, der schafft dadurch keine kreative Großtat, die es zu würdigen gilt. Die bisher einzige Zweifachnobelpreisträgerin Marie Curie ließ sich nicht davon abhalten, dass die vorherigen für ihre Verdienste in Physik und Chemie Ausgezeichneten allesamt Männer waren, sie hat einfach gearbeitet, und das in einer Zeit, in der Frauen noch weit davon entfernt waren, das Privileg zu besitzen, die ganze Welt mit ihren regressiven Ansichten über die Relevanz von Geschlechtern bei der Würdigung der Leistungen einer Person zu behelligen; und auch Bob Dylan wäre sicherlich der Letzte, der die Inspiration durch seine Zeitgenossen nicht zu umfassen wüsste: Ohne die Weltgewandtheit seiner einstigen Freundin Suze Rotolo und ohne die Unterstützung seiner folgenden Freundin Joan Baez, selbst erfolgreiche Musikerin, hätte seine Lyrik möglicherweise niemals die nunmehr quasi gekrönte Qualität erreicht, über die manch Geisteswissenschaftsjournalistin heute aufgrund seines (oder auch ihres) Geschlechts die Nase rümpft.

Vielleicht sollte Frau Scholz es mal mit Singen versuchen.

Bildung ist eine Ressource, die von jeher ungleich verteilt wird.
Anna-Lena Scholz

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Liegengebliebenes vom 8. Oktober 2016

Selbstverständlich geht es den meisten Applekunden ausschließlich um die überragende Technik, was dieses Produkt nahezu schlüssig erklärt: Eine Kerze, die nach neuem Mac riecht.


Wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen, haben sie gesagt. Die machen Firmen menschlicher, haben sie gesagt.


Eigentlich jedes Mal, wenn ich Vinyl anpreise, kann ich mir sicher sein, dass einige Leser geräuschvoll oder auch völlig lautlos mit dem Kopf schütteln und mich einen rückständigen Konservativen schimpfen, der mit einer rein digitalen Musiksammlung so viel anfangen kann wie ihr Opa mit Rockmusik. Streaming ist die Zukunft und in jeder Hinsicht einer anständigen Plattensammlung überlegen. Mit einer Plattensammlung zum Beispiel fängt man sich nicht mal Malware ein. Voll doof.


Aus der beliebten Reihe „was für ein rückständiger Konservativer könnte denn was gegen den Fortschritt haben?“ übrigens auch: Insulinpumpen lassen sich im Vorbeigehen hacken.


Abschließend das Zitat der Woche, das bitteschön prominent im öffentlichen Raum platziert gehört: „[W]enn die Frage, ob die Bombe gut ist oder ob die Bombe böse ist, beinahe immer damit beantwortet werden kann, wer die Bombe abgeworfen hat, dann kannst du dir völlig sicher sein, dass du schon längst im Krieg bist.“

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Es muss ja nicht immer alles überwacht werden.

Das konnte niemand ahnen: Überwachungskameras dienen der Überwachung. Damit müsse man ja rechnen, wenn man im öffentlichen Raum unterwegs ist, mag mancher nun argumentieren; allein: in all der smarten neuen Welt entgeht hierbei das Wesentliche.

Neulich zum Beispiel hat jemand die Website von Brian Krebs mit einem geradezu lächerlichen DDoS-Angriff von ungefähr 620 Gigabit pro Sekunde nachdrücklich aus dem Web geschubst. Das muss ja ein riesiges Botnetz gewesen sein, nehmt ihr jetzt zu Recht an – denn das ist es, und es ist nicht allein wegen seiner Größe beeindruckend: Es besteht aus Haushaltsgeräten und es werden immer mehr. Schon 2013 waren Bügeleisen willkommene Einfallstore für Schadsoftware, seitdem hat sich bedauerlicherweise einiges am Marktanteil solcher klugen Geräte in die falsche Richtung verschoben.

Es werden ja auch immer mehr: Smarte Ampeln. Smarte Plastikpenisse. Die besten Smartlampen des Jahres. Pro Gerät gibt es ungefähr zwei Sicherheitslücken. Prost Mahlzeit.

Der sicherlich irgendwie begründbaren Begeisterung für das total vernetzte Heim tut solches, bedauerlich!, nur wenig Abbruch, denn der Mist lässt immer neue kleine Firmen, immer weiter gehende Heimwanzen den Markt überrennen. Datenschutz funktioniert nur dann richtig, wenn man es (das Datenschutz, A.d.V.) verinnerlicht hat und es lebt. Wer seine heimische Klobürste vom Büro aus fernsteuern kann und nicht begreift, warum er das kann, der macht es falsch.

Es ist nicht schwer für ein seelenloses Gerät, smarter als manche Menschen zu sein.


Aus der beliebten Reihe „Der Feminismus bringt uns Dinge bei“: Wer eine Frau, die eine Straftat begangen hat, einer Straftat bezichtigt, ist ein armseliger, feiger Frauenverächter.

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Kurz verlinkt: Identifikationspenisse

Lesenswert, übrigens: Offenbar gibt es eine lauter werdende Minderheit, die auch in der Musik das Vorhandensein der richtigen Geschlechtsmerkmale über das Talent stellen möchte.

Als würde das Geschlecht darüber entscheiden, ob jemand ein guter, spannender oder langweiliger Künstler ist. (…) Als würden Konzertbesucher – männlich oder weiblich – das Konzerterlebnis danach bewerten, ob die gespielten Komponisten oder gar die Person am Pult Geschlechtsgenossen sind oder nicht.

Ich für meinen Teil wäre nicht völlig unzufrieden damit, spielten Radios mal was anderes als 90er-Pop mit Ohren betäubendem Frauengesang; aber ich bin natürlich auch ein bisschen eigen, was Musik betrifft.

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Liegengebliebenes vom 7. September 2016

Was macht eigentlich der Verkehrsminister?

Dobrindt plädierte daher für einen „kreativen Datenreichtum statt Datensparsamkeit“.

Kreativen Datenreichtum finde ich wunderschön. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und lege nahe, die reichhaltigen Daten um ein paar derbe Worte, gewisse Minister betreffend, zu ergänzen.


Feminismist des Tages: Kohlenstofffasern sind unterdrückende Elemente des Patriarchats.


Das OpenBSD-Team erklärt, wofür „GNU“ eigentlich steht: Giant and Nasty but Unavoidable.


Deutschland wird laut einer Prognose des Ifo-Instituts in diesem Jahr China als Land mit dem weltweit größten Importdefizit ablösen.


Ein Bonbon aus der Welt der humanistischen Diplomatie: Meucheln heißt jetzt „Neutralisieren“.

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Liegengebliebenes vom 1. September 2016

Schon jetzt mein Wort des Monats:

Wer im Sicherheitsbereich arbeitet, braucht eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, ausgestellt vom Land Hessen.

„Unbedenklichkeitsbescheinigung“. :irre:


So eine Überraschung: Es gibt inzwischen wissenschaftliche Veröffentlichungen, die belegen, dass das Geschlecht nicht etwa durch soziokulturellen Konsens, sondern allein durch „hat Penis“ oder „hat keinen Penis“ festgelegt wird. Als hätten Gender Studies gar nichts mit Wissenschaft zu tun. Verrückt.


„Mit Linux wär‘ das nicht passiert“ des Tages: Es kursiert eine Schadsoftware, die euren Linuxwebserver löscht.


Und gleich noch was aus der Welt der supersicheren, weil freien Software: Na, auch OpenOffice installiert?


Die offensichtlich nicht immer völlig nüchternen Organisatoren der „TTIP-Demos“ teilen mit, dass am 17. September Christen gegen eine „Wirtschaftsweise, die tötet“ demonstrieren. Flatter erklärt quasi hierzu den Zusammenhang zwischen Bock und Gärtnern.

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Kurz und abschließend notiert zum Fall #GinaLisa

Dass eine – das harte Los der Berufsblondinen – in der Öffentlichkeit stehende Frau dadurch, dass sie einvernehmlichen Sex hinterher blöd fand, das Sexualstrafrecht in Deutschland dahingehend beeinflusst hat, dass ein Nein jetzt auch als ein Nein und nicht etwa, wie bisher, als ein Nein aufgefasst wird, sei mal geschenkt, die Einflüsse auf unser zivilisiertes Miteinander sind doch absehbar gering und die Frau hat unter Gezeter ihrer Sympathisantinnenschnipp schnapp, Gerechtigkeit, wissenschon – und gegen den Willen der auf rechtsstaatliche Prinzipien nicht viel Wert legenden Familienministerin (SPD, versteht sich) ihre gerechte Strafe erhalten; entschiedener Widerspruch sei an dieser Stelle allerdings gegen ihre ausgerechnet RTL gegenüber geäußerte und medial vielfach zitierte Vermutung eingelegt, all das geschehe ihr nicht etwa wegen ihrer Freude daran, mal wieder vor einer Kamera zu stehen (was andererseits ihr Dasein als wiederkehrender Gast in ausgerechnet dem „Frühstücksfernsehen“, das sich für die Befassung mit gesellschaftlich bedeutsamen Diskussionen nicht deutlich besser eignet als ein durchschnittlicher Werbeblock auf Pro Sieben, erklären könnte), sondern nur, „weil sie aussehe, wie sie aussehe“, denn richtig wäre allenfalls, dass es geschieht, obwohl sie, legt man leidlich normale oder wenigstens feministische (i.e. chirurgiekritische) Maßstäbe an, aussieht wie jemand, der mit seinem Aussehen (vgl. u.a. Plastikenten bei Schmelztemperatur) eigentlich schon genug gestraft wäre, das jedoch zum Leidwesen der Ästhetik unverändert straffrei bleibt.

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Liegengebliebenes vom 19. Juli 2016

Was für Leute werden in Berlin eigentlich vom Steuerzahler finanzierte Lehr- und Respektspersonen? Solche Leute:

ich kenne personen, die legen listen an mit cafès mit hollywoodschaukeln, cafès mit spreeblick ohne autos und sonnenuntergängen, cafès mit öko-zimt auf mandelmilch-lattes, cafès mit schönen trans_x_enden fotos und selbstgebackenen veganen kuchen – und cafés zum nicht-hingehen, mit rassistischen personen die dort arbeiten und rassistischen menünamen, mit genderistischen cocktailnamen und personen die dort arbeiten, mit schlechten arbeitsbedingungen, trans-diskriminierenden türpolitiken, zweigendernden genderistisch diskriminierenden toiletten, lieber gehe ich nicht mehr in cafés als

:irre:


Es wäre wirklich lächerlich, anzunehmen, dass ausgerechnet ein hochrangiger SPD-Politiker etwas mit Käuflichkeit zu tun haben könnte, sonst fiele mir zum anscheinend korrupten Sigmar Gabriel jetzt irgendwas Bissiges ein. Bekommt nicht einmal eine Supermarktfusion gebacken, will aber mit den USA TTIP verhandeln.


Warum man es tunlichst vermeiden sollte, seine Website bei einem großen Unternehmen wie WordPress oder Google statt auf einem eigenen Server zu hosten: Da wird schon mal ein 14 Jahre lang anstandslos betriebenes Kunstblog ohne ersichtlichen Grund von Googles Plattformen gelöscht.


Definiere Deutschland: Kreuzworträtsel-Kunstwerk „beschädigt“. Im Neuen Museum Nürnberg setzte eine Besucherin fehlende Lösungswörter ein.


Die großen Verlage mit einigermaßen reichweitenstarken Publikationen, darunter auch das jüngst mit einer nicht wirksamen „Paywall“ ausgestattete „SPIEGEL ONLINE“, versprechen mitunter ihre baldige Pleite. Bedauerlicherweise versuchen sie auch weiterhin nicht durch Qualität ihr Fortbestehen zu sichern, sondern schreiben stattdessen so etwas:

Erst seit Anfang des Monats hat Lady Gaga einen Führerschein – und schon die erste Verkehrskontrolle hinter sich.

Hoffentlich hat der Todeskampf der Verlage bald ein Ende.

Nachtrag vom 20. Juli 2016: Hoffentlich sehr, sehr bald.

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The Animal In Me – Rap God

Du - ich - dieser Baum?Alles ist Montag, alles ist schlecht. Aufstehen, räuspern, durchdrehen. Wann war es anders? Damals, ja. Früher war so vieles besser, aber heute ist es schlecht.

Manches aber ist nicht nur schlecht, sondern auch etwas anderes. Schwuler Stolz hui, deutscher Stolz pfui. Wählt euren Zufall weise. Demnächst: Reihenweise abgeknickte Regenbogenfahnen, weil die Grünen es nicht wollen, dass ihr mit eurer Umwelt mal im Reinen seid. Schlecht, auf jeden Fall, ist Fußball. Im Fernsehen heißen Waliser „Kelten“ und Isländer „Wikinger“, Franzosen allerdings seltsamerweise nicht „Froschfresser“. Ehre, wem Ehre gebührt.

Auch schlecht, auf jeden Fall, ist es, ein Mann zu sein, also demnächst, wenn einvernehmlicher Geschlechtsverkehr vor dem Gesetz so lange eine Vergewaltigung ist, bis zweifelsfrei das Gegenteil bewiesen wurde, und vorsichtige Nichtteilnahme voraussichtlich sexistische Diskriminierung. Kann man es richtig machen? Klar: Einfach Frau sein. Gewonnen qua Geschlecht.

Schönes kommt derweil von den Vereinten Nationen: Internetzensur verletzt die Menschenrechte; das tut Krieg zwar auch, aber irgendwo muss man ja anfangen. Alles Weitere regelt ein Bundesgesetz. Es wäre verfrüht, uns nun darauf einen runterzuholen.

Machen wir stattdessen das Naheliegende: Hören wir ein Metalcover eines Eminem-Stücks.

Eminem – "Rap God" (Cover By The Animal In Me)

Guten Morgen.