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Liegengebliebenes vom 23. September 2025

Ich nei­ge ja (auch, wenn es mich ange­sichts der momen­tan zahl­rei­chen Linux­re­kla­me­ar­ti­kel sehr, aber bis­her immer­hin zufrie­den­stel­lend unter­drück­bar in den Fin­gern juckt, mal wie­der ein paar Sil­ben zu ver­nünf­ti­gen Alter­na­ti­ven zu ver­lie­ren) nicht dazu, ande­ren Leu­ten unge­fragt Pro­gram­me, die ich nut­ze, als Emp­feh­lung in den Post­ein­gang zu spü­len, daher hal­te ich mei­nen momen­ta­nen Früh­jahrs­putz auf dem Desk­top bewusst vage: Mir ist auf­ge­fal­len, dass mein seit bald drei­ßig Jah­ren mit gro­ßer Freu­de aus­ge­üb­tes Hob­by „Datei­ma­na­ger aus­pro­bie­ren“ inzwi­schen an einem Punkt ange­langt ist, an dem ich mit der abso­lu­ten Grund­men­ge an Funk­tio­nen eigent­lich völ­lig zufrie­den bin. (Das, was Apple und Micro­soft einem als „Grund­men­ge an Funk­tio­nen“ ver­kau­fen wol­len und eigent­lich „Grund­men­ge an gra­fi­schem Schnick­schnack“ hei­ßen soll­te, ist aller­dings eine Frech­heit.) Wenn sich jetzt noch her­aus­stellt, dass ich eigent­lich gar kei­nen kom­pli­zier­ten Text­edi­tor bräuch­te, gera­te ich in eine ernst­zu­neh­men­de Lebens­kri­se, fürch­te ich.


Mes­ser­ver­bots­zo­nen lau­fen gut so weit. (via)


Was pas­siert eigent­lich, wenn in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka jemand einen Men­schen in der Bahn umbringt? Rich­tig: Es gibt mehr Fahr­kar­ten­kon­trol­len.


Die son­der­bar schei­nen­de Regel­mä­ßig­keit, mit der Par­tei­en nach einer Wahl genau das Gegen­teil von dem machen, was ihre Wäh­ler von ihnen infol­ge lau­ni­ger Wahl­kampf­sprü­che erwar­tet haben und es spä­te­stens über­näch­stes Mal dann doch wie­der ver­su­chen, lässt sich offen­bar, mit Blick in die sozia­len Medi­en wäh­rend der ent­spre­chen­den Vor­komm­nis­se in Nord­rhein-West­fa­len, mitt­ler­wei­le wohl nur noch mit einer gera­de­zu paw­low­schen Kon­di­tio­nie­rung die­ser Wäh­ler erklä­ren: Zwar ist das par­la­men­ta­ri­sche System als sol­ches eine dor­ni­ge Chan­ce, soweit es die Mit­be­stim­mung des Bür­gers betrifft, aber das auch nur vor­sich­tig anklin­gen zu las­sen kata­pul­tiert den sol­ches Spre­chen­den stan­te pede aus dem Dis­kurs, der inso­fern kei­ner ist. Das not­wen­di­ge Übel ist nun mal noch immer ein Übel und das gering­ste ist es nicht min­der.

Über den sozia­len Stand ent­schei­det in Gesprächs­krei­sen im Digi­ta­len nicht Her­kunft und auch nicht Rück­grat, son­dern die per­sön­li­che Ver­eins­meie­rei. Wer sei­nen Tel­ler nicht auf­isst, der wird am Fol­ge­tag bereg­net, und wer falsch wählt, der bekommt die Schuld. Wer jedoch nicht falsch gewählt hat, der erhält sei­nen Ablass der Schuld an dem, was die da oben trei­ben, bis zur näch­sten Wahl. Die Fra­ge, war­um man selbst unbe­dingt unten sein möch­te und über­haupt an der behaup­te­ten demo­kra­ti­schen Not­wen­dig­keit der Exi­stenz von oben und unten fest­hält, ver­bie­tet sich natür­lich. Deutsch­land ist ein Land der Inno­va­tio­nen, und Inno­va­ti­ve­res als staats­tra­gen­de ver­meint­lich Lin­ke, weil grund­sätz­li­che (nicht zwin­gend par­tei­po­li­ti­sche) Oppo­si­ti­on nur der Oppo­si­ti­on hül­fe, sah ich sel­ten.

Wenn schon Par­tei, dann wenig­stens eine mit Charme. So hielt ich es stets und so emp­feh­le ich es wei­ter. Das aber wäre erst der zwei­te Schritt, der erste ist das Wes­halb.


Eine Fir­ma mit dem im vor­lie­gen­den Kon­text aus­ge­spro­chen unter­halt­sa­men Namen Anthro­pic habe wie einst Goog­le, berich­tet „Ars Tech­ni­ca“, eini­ge Mil­lio­nen gedruck­te Bücher zwecks „Trai­nings“ irgend­wel­cher neu­ro­na­ler Netz­wer­ke ein­ge­scannt und dann ver­nich­tet. Ich kom­men­tie­re das nicht, ich gebe die Infor­ma­ti­on nur wei­ter. (via)


Annet­te Wal­ter, „Jahr­gang 1978, (…) inter­es­siert sich beson­ders für bri­ti­sche Pop­kul­tur“, denn den­ke ich an Femi­nis­mus, dann den­ke ich an bri­ti­sche Pop­kul­tur, fin­de Craft­bier nicht gut, trin­ke aber „natür­lich“ Bier, teilt sie dem wehr­lo­sen „Deutsch­land­funk“ mit (Archiv­ver­si­on), und zwar aus eman­zi­pa­to­ri­schen Grün­den, weil das Patri­ar­chat das nicht so wol­le. Als Teil des Patri­ar­chats qua Geburt möch­te ich an die­ser Stel­le ver­kün­den, dass ich Frau­en, die gar kein Bier trin­ken, wesent­lich ein­fa­cher zu respek­tie­ren imstan­de bin als Frau­en, die sich einen anlö­ten, um es den Män­nern mal so rich­tig zu zei­gen. Ich hof­fe, mit die­ser Bekannt­ga­be ernst­li­che gesund­heit­li­che Schä­den von man­cher Frau fern­hal­ten zu kön­nen. Da nicht für. (via)

(Unter „Mehr zum The­ma“ ist das Bild eines Induk­ti­ons­koch­fel­des bezie­hungs­wei­se des­sen Bedien­ele­ments zu sehen. Das ist wit­zig.)

Senfecke:

  1. Linux befin­det sich im Moment in einer Umbruch­pha­se. Ich wür­de da nicht jedem ein aktu­el­les Linux ans Herz legen. Gera­de die Kom­men­ta­re unterm TAZ-Arti­kel fin­de ich daher haar­sträu­bend. Oma Erna hat meist einen Lap­top mit Intel / Nvi­dia Kom­po­nen­ten. Das macht sich „her­vor­ra­gend“ bei KDE / Plas­ma, dass fast alle aktu­el­len Distris per Default instal­lie­ren. Oma Erna hat meist auch kein Lust sich mit dem Betriebs­sy­stem zu befas­sen. Opa Paul schon. Der möch­te aber auf sein Video delu­xe 2014 für den Video­schnitt nicht ver­zich­ten. Das sind schon mit­tel­gro­ße Sup­port­fäl­le die da auf­lau­fen. Ich möch­te dann ger­ne sehen, wie Opa Paul mit­tels Pro­ton, Lut­ris und Wine sei­ne Schnitt­soft­ware inkl. den ange­streb­ten Video­for­ma­ten (iO) und addi­tiv gewünsch­tem 3D zum Lau­fen bringt. Ich wün­sche viel Erfolg!
    Ich habe jetzt gut 9 Mona­te mit unter­schied­li­chen Linux­di­stros ver­bracht, die beim The­ma Sound, trotz Class Com­pli­ant Hard­ware alle abge­raucht sind. Meist auf­grund von Nvi­dia- und Intel-Unver­träg­lich­kei­ten. Die mei­sten Pro­ble­me davon ver­ur­sach­te Plasma/KDE.
    Dar­auf muss man aber auch erst­mal kom­men. Ich möch­te auch gar nicht wis­sen, was Oma Ernas HP ‑Netz­werk­drucker da sagt oder die gera­de von Temu bestell­ten BT-Kopf­hö­rer. Ich wünsch den End-10-Work­aho­lix jeden­falls viel Geduld und Spucke. Die wer­den sie brau­chen, denn die Kun­den haben sie noch ein paar Jah­re an der Backe.

    Und dann soll­te man auch noch über ver­steck­te Kosten reden. Die mei­sten DE schicken gera­de ihre Bet­tel­agen­ten über den Schirm. Nix dage­gen, dass man auch spen­det, wen man etwas lang­fri­stig nutzt. Die Aus­wahl zwi­schen 50 oder 100 € pro Monat als schwer künd­ba­res, inkas­so­fä­hi­ges Abo­mo­dell ist aber nicht nur eine Frech­heit, son­dern eine Gemein­heit. Gera­de auch, weil das ein­ge­set­ze Betriebs­sy­stem davon nichts sieht. Du zahlst das nur für das Frame­work. Macht bei 24 Mona­ten 2400 Tacken nur dafür, dass Du es „hübsch“ gemacht bekommst. Jetzt schau­en wir noch mal, was ein ein Bil­lig-PC mit MS Foxsli­zenz so kostet. Hm.

    Und ob Opa Paul damit glück­lich wird, für jede Akti­on sei­ne Pass­wör­ter ein­häm­mern zu müs­sen, nach­dem er sei­ne Klad­de mit den PW-Ein­trä­gen end­lich wie­der her­aus­ge­kramt hat, wage ich auch zu bezwei­feln.

    Da gibt es offen­bar noch viel zu tun.

    Viel­leicht wäre es ja doch mal wie­der Zeit für ein ganz neu­es OS. Was das nur wie­der kostet.

    NRW ist Stamm­wäh­ler­land. War so, ist so und wird es bis zum end­gül­ti­gen Krieg auch blei­ben.
    „In den kreis­an­ge­hö­ri­gen Groß­städ­ten erreich­te die CDU 48,3 Pro­zent, die SPD 37,0 Pro­zent, die Grü­nen 8,2 Pro­zent und die FDP 6,5 Pro­zent.
    In den Krei­sen lag die CDU mit 43,7 Pro­zent knapp vor der SPD mit 41,5 Pro­zent, die Grü­nen erhiel­ten 7,7 Pro­zent und die FDP 5,8 Pro­zent.
    In Düs­sel­dorf erreich­te die CDU 40,0 Pro­zent, die SPD 42,6 Pro­zent, die Grü­nen 8,4 Pro­zent und die FDP 4,2 Pro­zent.
    Die Wahl­be­tei­li­gung lag bei 65,6 Pro­zent, was das bis­her schwäch­ste Ergeb­nis war.
    In meh­re­ren Städ­ten stimm­ten Frei­de­mo­kra­ten nach der Wahl gemein­sam mit SPD und Grü­nen bei Bür­ger­mei­ster­wah­len ab, was gegen die Anwei­sung des FDP-Vor­sit­zen­den Jür­gen Möl­le­mann ver­stieß.“

    Das war 1989. Die Kom­mu­nal­wahl in NRW. Kurz vor dem Mau­er­fall.

    • Viel­leicht wäre es ja doch mal wie­der Zeit für ein ganz neu­es OS.

      Plan 9 woll­ten die Leu­te ja damals nicht. Das war ihnen zu neu. Sel­ber schuld.

      • Ich höre dum­mer Wei­se das erste Mal davon. Scha­de, dass offen­bar gute Neu­ent­wick­lun­gen immer noch abge­bü­gelt wer­den.

        • Bei Inter­es­se mal 9front goo­geln, ist bes­ser als es aus­sieht. So hät­te Unix damals aus­se­hen kön­nen, aber nein, die Leu­te wol­len ja bis heu­te lie­ber Zei­len­drucker emu­lie­ren und nen­nen das dann „effi­zi­en­ter“.

  2. Zu den Wahl­kampf­sprü­chen hab ich gera­de was pas­sen­des / gedan­ken­an­re­gen­des auf Xit­ter gele­sen, geschrie­ben von einem Fran­zo­sen, der in Malay­sia lebt (vor­her u.a. lan­ge in Chi­na). Sein eigent­li­ches The­ma ist Nar­ra­tiv vs Rea­li­tät, für mich ist es die Metho­de, wie man „die da oben“ aus­sucht:

    (…) Chi­ne­se peo­p­le find the US-style sel­ec­tion of pre­si­dent so for­eign. „You mean you sel­ect someone based on what they SAY? But they’ll say anything to get elec­ted“ is basi­cal­ly the view. To the Chi­ne­se, a meri­to­cra­tic system wher­eby tho­se who have demon­stra­ted an abili­ty to get things done during years get pro­gres­si­ve­ly pro­mo­ted makes way more sen­se.

    Auf Nit­ter ohne X‑Account les­bar: https://nitter.net/RnaudBertrand/status/1971824173686378626#m

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