Es ist Montag. Für Freunde der angewandten Computerarchäologie: SciTECO hat eine neue Website. Ich freue mich über die Existenz des Projekts und verlinke daher dorthin. Andere Projekte haben es nicht ganz so leicht: Annas Archiv für Bücher und wissenschaftliche Aufsätze wird, glaubt man tarnkappe.info (will nicht mehr verlinkt werden, verwendet einen Werbeblockerblocker), derzeit von der „Clearingstelle Urheberrecht im Internet“ eher nicht so gern gesehen. Das ist wiederum eine sehr schöne Werbung für das Projekt und darum verlinke ich auch dorthin. (Schlimm, diese Staaten, die das Internet zensieren. Russland. China. Deutschland. Da sollte mal jemand Demokratie hinbringen.)
Apropos: Das „Deutschlandticket“, dessen Name in seiner Beknacktheit nur knapp geschlagen wird von des Einzelhandels „Deutschlandcard“, als würden Reklamemachern die Eier abfaulen, wenn sie mal aus Versehen drei Wörter am Stück reden, ohne dabei ins Englische zu verfallen (nicht, dass das jetzt eine allzu üble Aussicht wäre), wird aufgrund der politischen Entscheidungen von CDU/CSU, SPD und Grünen, also der Autolobby in den Landesregierungen, schon wieder teurer. Meiner daraufhin getroffenen Überlegung, wie viel teurer es wohl noch werden könne, bevor es niemand mehr nutzen möchte, kommt „FRI:DAY“ entgegen: „Ein Auto kostet durchschnittlich 300 Euro pro Monat“ – da geht also noch was!
Vor etwas mehr als 30 Jahren wurde Netscape 2.0 mit den neuen, aber unvorteilhaften Funktionen HTML-Mail und JavaScript veröffentlicht, freut sich einer, der damals dabei war. Viele Webbrowser sind ja mittlerweile eher zu ChatGPT-Bedienmaschinen mutiert, und das läuft genau so gut wie erwartet: Menschen lassen sich scheiden, weil sie ChatGPT statt Herz nutzen, belustigt mich das Internet. Ich wünschte, die Einwohner der USA würden weniger versuchen, in einer South-Park-Episode zu leben. Ich wünschte aber ganz allgemein vieles und bekomme es dann nicht; den Weltfrieden zum Beispiel.
Um den es ohnehin gerade nicht zum Besten steht: Drüben in Staatsraisonland werden unter dem Applaus von Journalisten andere Journalisten zerfetzt, klagt zu Recht Fabian Goldmann. Das geht mittlerweile sogar den sonst jede Menge Ungerechtigkeiten weitgehend still ertragen habenden Partnern des Tötungskonzerns Spotify dermaßen auf den Wecker, dass es nun zu Konsequenzen kommt: „Die britische Band Massive Attack hat angekündigt, ihre gesamte Musik von Spotify entfernen zu lassen. Außerdem fordert sie einen musikalischen Boykott Israels gemeinsam mit 400 weiteren britischen Künstlern“, was wiederum der Redaktion von „Tonspion.de“ nicht so recht zu gefallen weiß. Die ebenso der Kriegführung überdrüssigen und auch sonst ziemlich empfehlenswerten King Gizzard & The Lizard Wizard gehen einen Schritt weiter und verscherbeln ihr Œuvre bei Bandcamp, was ihnen immer noch lieber ist als sich weiter mit Spotify in der Öffentlichkeit sehen zu lassen.
Niemals peinlich (außer vielleicht derjenigen von Phil Collins): Musik.
Guten Morgen.




Ich bin auch für einen musikalischen Boykott Israels. Schon deswegen, weil sie da dauernd so schlimme Sachen singen wie „Nagila Hava“, derweil sie Völker morden (auch schlimm). ln diesem Sinne: Die Mikros an, die Reihen fest geschlossen!
Die Verknüpfung vom Tonspion verweist nur auf die Hauptseite. Ist das so gewollt (quasi als Kompetenzübung)?
Natürlich nicht. Korrigiert. Danke.
Danke für annas archiv, kann ich wieder nicht.
Massive Attack kennen sich ja mit Krieg usw. aus. Im Zuge der amerikanisch britischen Spezialoperation im Irak war in Magnacartaland das öffentliche Rezitieren von „Attack“ udgl. verboten. Daher nannte man sich schlicht „Massive“…
Wo ich jetzt schon mein Alter geleaked habe…
Muss ich mich eigentlich auf meine restlichen Tage noch daran gewöhnen, dass ab Oktober die EU-SchnüffelApp auch bei Websiteeingaben mitliest? Und ich wieder („nass“) handgeschriebene Schreiben schteiben muss..? Immerhin, die nicht aufrollbare Briefseitenfaltung beherrsche ich noch.