Archiv für die Kategorie ‘Musik’.

Liedzitate und Erinnerungen an gute Lieder säumen meine Artikel. Jedenfalls diejenigen in dieser Kategorie.

MusikNetzfundstücke
Schwarzkopierer schwarzmalen gegen das Internet

Ein reichlich überzogenes Verfahren, seinem Ärger über das Verhalten manches Musikkonsumenten Luft zu machen, wählte Trent Reznor (Nine Inch Nails), der in einem Interview im Januar 2017 seinen Missmut darüber beklagte, dass das Internet zu vielen Leuten eine zu dominante Plattform für destruktive Musikkritik biete, bei der Verteilung eines Bonuspakets für Käufer der im vergangenen Jahr erschienenen EP „Not the Actual Events“: Dieses scheint allerlei Text- und Bildbeilagen zu enthalten, überdies ein eigenartiges schwarzes Pulver, das die Fingerabdrücke desjenigen, der das Paket öffnet, unweigerlich auf seinen Inhalt bannt. Es ließe sich also durchaus daraus folgern, dass hier ein besonders effizienter Kopierschutz vorliegt: Wer versucht, den Inhalt auf so Tauschbörsen hochzuladen, hinterlässt dabei auch eindeutige Spuren, die unter Umständen seine eindeutige Identifizierung erlauben.

Gerüchten zufolge hat Sony Entertainment, die Firma, die in ihren Gefechten gegen unlizenzierte Medienkopien auch schon mal mit Schadsoftware, Kundentäuschung und juristischen Repressionen arbeitet, diese Idee begeistert aufgenommen und plant in kommende CD-Veröffentlichungen ihrer Künstler winzige Skalpelle zu integrieren, um abfotografierte CD-Cover anhand der Blutspuren eindeutig zurückverfolgen zu können.

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Dot Legacy – Story of Fame

Kann ich rauskommen?Es ist Montag, aber man muss nicht raus, was ihm, dem Montag, beinahe jeden Schrecken raubt (außer vielleicht: wieder beginnt ein Tag des Lebens, an dem man eigentlich so vieles könnte, wenn man nur wollte). Ein Tag ohne Grund, ohne Mond noch dazu.

Apropos Können und Wollen: Das börsennotierte Unternehmen Siemens erwägt in wenigen Jahren Fahrzeugfabriken ganz ohne lästige, weil kostenintensive menschliche Arbeitskräfte zu betreiben, was in diese Zeit des politischen Aufschwungs der SPD (die, Ironie der Geschichte, eigentlich schon immer im Betriebsrat von Siemens herumsaß und Luft wegatmete) prima passt. Von einem börsennotierten Unternehmen ohne lästige, weil kostenintensive menschliche Vorstände ist bis auf Weiteres aber nur zu träumen.

Genug Zeit bleibt bis dahin also, um die frei erfundene Gehaltslücke zwischen Mann und Frau, Quatsch: schlechter und besser qualifiziertem Arbeitnehmer endlich zu schließen. Zahlen wir doch einfach jedem dahergelaufenen Kasper grundlos das gleiche Geld, wie es die sozialromantische und leistungsfeindliche Träumerei von einem „bedingungslosen Grundeinkommen“ suggeriert, und freuen wir uns auf eine Welt, in der auf eine anständige Arbeit keiner mehr Lust hat. Übrig bleiben wie gewohnt die Doofen.

Überleitung? Später vielleicht. Zitat jedenfalls: Der DHL-Paketbote [müsse] also DHL Paketbote heißen, damit man ihn weltweit einheitlich falsch schreiben kann. So weit ist es schon. Wofür ist so ein Schulabschluss mit Deutschpflicht eigentlich noch gut, wenn ihn später keiner mehr benutzt?

Was aber dringend benutzt werden sollte, schon zwecks Beruhigung: Musik.

Dot Legacy – Story Of Fame

Guten Morgen.

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Liegengebliebenes vom 18. März 2017

Verfassungsfeind des Tages: Heiko Maas, SPD.


Na, ist auch euer Tag zu kurz, um all die spannenden „neuen“ Fernseh- oder Internetserien angemessen aufmerksam verfolgen zu können? Dann guckt sie doch einfach doppelt so schnell!


Brüller des Tages: Das gleiche Mozilla, das erst neulich gegen den Willen der meisten Stammnutzer und langjährigen Erweiterungsentwickler XUL aus Firefox zu entfernen ankündigte, bittet diese Entwickler jetzt in einem Blogeintrag darum, sie mögen doch bitte an das Wohl der Nutzer denken.


Jens Balzer („SPIEGEL ONLINE“) mag Rammstein nicht und hält die Band (womöglich deshalb) für eine Keimzelle des Rechtspopulismus, nennt Rammsteins offensichtliche musikalische Vorbilder Laibach aber im gleichen Text „eine radikale, aus den Siebzigerjahren bis in die Gegenwart reichende Avantgarde, von der die Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts ebenso reflektiert wurden wie das totalitäre Potenzial der postmodernen Massenmedien“. Wofür ich derweil Jens Balzer halte, möge sich der in Kraftausdrücken bewanderte Leser bitte selbst ausmalen.


Türkische Viehproduzenten wollen niederländische Kühe protestierend in deren Heimatland zurückschicken. Niederländische Ziegen dürfen, wie man hört, jedoch auch weiterhin in der Türkei bleiben.


Heute vor 10 Jahren: Niedersachsens Pferdeapfelkampagne.


Wie lange braucht so ein Linux eigentlich, um eine kritische Sicherheitslücke zu finden und zu beheben? Ist ja freie Software und das alles. Ist ja sicherer als Windows und so. – Richtig: über sieben Jahre.

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Krobak – Broken // Diktatoren mit Bärten, Frauen mit Nägeln

Frühling, oh nein.Es ist Montag, ein Tag, von dem eine Entfremdung lohnenswerter scheint als von anderen Dingen des Lebens. Es wird Frühling, die Hormone treiben Unfug und das Draußensein wird so auch ästhetisch wieder zur Qual. Wohl dem, der drin sein kann und sich wundern.

Keineswegs drin ist EU-Beitrittskandidat Türkei, dessen Häuptlings ständige Präsidentenschnappatmung dazu führte, dass die dort Verfolgten auch hierzulande nicht mehr gern gesehen sind: Das Innenministerium bekämpft auch weiterhin die Gegner des Islamischen Staates, auf dass der Friede zwischen Deutschland und der Türkei auch weiterhin nicht in Frage stehen möge. Richtig machen es unsere westlichen Nachbarn, die sich traditionell nur sehr ungern von einem bärtigen Diktator auf den Tulpennasen herumtanzen lassen. Nach der anstehenden Wahl in den Niederlanden, der der Rechtspopulismus nun wohl gelassen entgegen blicken kann, wird es dann wieder allerorten von den Dächern trompeten, die Nazis seien zu beliebt geworden. Wohl dem, der Ursache und Wirkung nicht der Wirtschaft zuliebe verwechselt.

Von der Weltöffentlichkeit zum Glück weitgehend unbemerkt wurde aus dem Kreise derer Twitterfrauen, deren bisherige Lebensleistung (in erster Linie nämlich diverse Twitter-Hashtags) auf dem Geld anderer Leute errichtet wurde und die sich medial bislang vor allem mit gemeinsamem Niederbrüllen derer, die besser sind als sie, hervorgetan haben, das „Feministische Netzwerk“ gegründet. Interessant am Logo des „Feministischen Netzwerks“ finde ich, dass es drei stilisierte Hände von benagellackten und vor allem dünnen Frauen zeigt. Sind dicke Frauen ohne Nagellack (oder gar, buäh!, feministische Männer) in Feministenkreisen unbeliebt? Ich finde das ziemlich unterdrückend von den beteiligten Frauen, die damit zweifelsohne dem Patriarchat in die Hände spielen.

Mindestens genau so unangenehm übrigens: Ohrwürmer von erschreckend okayer Popmusik, die man eigentlich gar nicht mögen dürfte. Schnell ein Gegenmittel!

Krobak – Broken (official video)

Guten Morgen.

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Godspeed You! Black Emperor – Moya

Es ist Montag; was für ein grauenvoller Tag, was für ein grauenvoller Start in eine Woche, deren Zufriedenstellung so von vornherein zum Scheitern verurteilt scheint, weil selbst der Sonntag nur so lange erfreulich schien, bis man versehentlich aufwachte. So wird das nichts mit der Weltherrschaft und/oder der Rückkehr der Zweisamkeit; geht das nicht auch vom Bett aus?

Apropos Weltherrschaft: Für die „taz“ hat die einstige Beschriftungsbeauftragte der Berliner Piratenpartei, Anne Helm, ihre politische Qualifikation einmal zusammengefasst, nämlich ihr Geschlecht: „Auch als Frau fühlt sie sich bei den Linken besser aufgehoben als in der männerdominierten Piratenpartei“, na, mehr muss man nicht können bei den Linken. Selbstverständlich wird netzpolitische Expertise auch auf politischer Ebene weiterhin gebraucht, und das auch, so lange Medien wie „SPIEGEL ONLINE“ bei Formulierungen wie „bei Stadtverwaltung und Internetnutzern“, als seien dies zwei einander ausschließende Gruppen, kein Knoten im Kopf platzt. Ich schreibe ja auch nicht „Journalisten und Leute vom ‚SPIEGEL'“; obwohl das allmählich doch angemessen zu erscheinen beginnt.

Derselbe „SPIEGEL“ allerdings, dessen Onlineredaktion sich solche Texte ausdenkt und sich dafür nicht einmal zu schämen scheint:

Der US-Präsident will den Verteidigungshaushalt um 54 Milliarden Dollar (…) erhöhen. (…) Er fügte hinzu: „Wir müssen wieder Kriege gewinnen.“

Genau so habe ich mir „Verteidigung“ ja immer vorgestellt; und der inländische Verteidigungsetat, der im Inland kaum Anwendung findet, dürfte allenfalls in absoluten Zahlen weniger furchtbar sein. Verteidigt wird sich meist gegen die, die sich wehren. Warum man im offiziellen Duktus dann nicht gleich vom „Friedensetat“ spricht, wenn es ohnehin nur um die größtmögliche Verachtung der Betroffenen geht, ist mir nicht klar.

Klar ist aber: Es ist Montag. Ein Montag sollte nicht nur damit beginnen, sich aufzuregen, sondern auch und vor allem mit etwas Musik.

Godspeed You! Black Emperor Live at The Metropolis – Moya (Gorecki) – Par La Bande

Guten Morgen.

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Kurzkritik: Owls Are Not – isnot

Kann ich euch zwischendurch für ein wenig bemerkenswerte Musik begeistern?

Ha, was für eine Frage, deshalb seid ihr ja hier. Was haltet ihr von Eulen? Ihr mögt Eulen? Dann geduldet euch noch ein wenig, denn hier geht es um eine Band, die sich jeden Zusammenhang mit Eulen verbittet, nämlich um „Owls Are Not“, eine dreiköpfige Musikgruppe aus Polen. Polen kennt man sonst als Heimat von nicht ganz uninteressanten Vertretern des ausladenden Progressive Rocks wie SBB und Riverside, Owls Are Not aber sind in ihrem Stil so eigen wie ihr Name, statt Gelegenheitswohlklang wird hier die Freude am Geräusch geradezu lustvoll ausgelebt.

Owls Are Not – Isnot a Human (Atypeek Music)

Auf „isnot“, ihrem derzeit vorletzten Studioalbum (es folgte im Januar dieses Jahres das „Malawian Crash Mixtape 1“), gibt es Stücke namens „-“ (davon gleich drei), „isnot a human“, „isnot a dog“ und vergleichbare zu hören, die im Wesentlichen höchst verstörende Geräuschcollagen, angereichert mit Bass, Elektronik und Schlagzeug sowie weiterer Sprachbeigabe, aus mancherlei Quelle sind, surreal in ihrer Beschaffenheit und von easy listening angenehm weit entfernt.

Owls Are Not – isnot a dog (Atypeek Music)

Selbstverständlich hat all das auch eine Botschaft; so erzählt „arc de triomphe“ etwa, glaubt man der offiziellen Beschreibung, die Geschichte einer apokalyptischen Welt, das eröffnende „la prison“ indes berichtet von einem beklemmenden Gefühl des Eingesperrtseins durch einen Überfluss an Informationen. Folgerichtig wirkt die schiere breite Geräuschmasse, die das Album maßgeblich dominiert, auf unvorbereitete Ohren wie etwa die meinen zunächst etwas befremdlich, sie überrollt den Hörer mit Größe und Dichte. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, aber ich meine hier Überragendes auszumachen.

Während ich also noch ein wenig darüber sinniere, was es genau ist, das mich an „isnot“ in geradezu nennenswert positivem Maße beeindruckt, empfehle ich für Stream und Kauf das gewohnte Bandcamp.com. Möge es auch euch einen Dienst erweisen.

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Boris – Pink

Ausschlafen statt Karneval!Es ist Montag, Rosenmontag noch dazu. In voraussichtlich drei Tagen sind die Jecken und die Narren wieder brave Biedermänner, bis dahin jedoch erduldet Mitmensch Rational still leidend, dass die Illusion, die Narretei beschränke sich auf den Bereich zwischen Mainz und Köln, nicht allzu lange anhielt. Uff-tata. Sich mindestens einmal im Jahr so richtig zum Affen zu machen scheint vielen Menschen sehr wichtig zu sein. Können die nicht stattdessen in die Politik gehen oder so? – Ausgelassenheit war durchaus schon mal leichter. Was fehlt: Gewohntes. Verdammte Menschlichkeit. Wird sich nie durchsetzen.

Apropos Politik: Laut Kommentatoren auf tagesspiegel.de stehe ich auf einer ideologischen Stufe mit Cicero (dort schreibt u.a. Kai Diekmann) und irgendwelchen Männerrechtsblogs. Das ehrt mich einerseits, irritiert mich andererseits jedoch. Ich habe mir die kruden Vorschläge der Feministen (man erlaube mir eine Pauschalisierung zu dramaturgischen Zwecken) ja keineswegs ausgedacht, um damit irgendwas zu beweisen, das können die schon ganz allein; sei es nun die steile These, Arbeitnehmer müssten irgendwen „repräsentieren“, sei es nun das große Ganze, wenn Feminismus und politische Korrektheit sich gemeinsam in Realsatire üben, wenn etwa die einschlägig bekannte Amadeu-Antonio-Stiftung fremde (US-amerikanische) Kultur dazu missbraucht, die Adaption fremdkultureller Bräuche anzuprangern. Ich habe mir das wirklich nicht ausgesucht, ich nehme es, die Hand fest an der Stirn, einfach nicht ganz kommentarlos zur Kenntnis.

Und sonst so? Die Hannoveraner Hipsterbude „t3n“, die offen fordert, man möge doch bitte auf ihrer Website essenzielle Sicherheitsmechanismen des Browsers (zum Beispiel die Werbeblockade) abschalten, konstatiert, dass die Rettung des dezentralen Netzes dringend notwendig sei, also eine Rückbesinnung auf ein Web (ich mag jetzt nicht schon wieder den Unterschied zwischen „dem Netz“ und „dem Web“ erklären müssen) ohne allgegenwärtige Großkonzerne wie Google; nicht ohne allein auf der Seite, auf der diese Forderung zu finden ist, laut Messung ganze zehn Scripts und sonstige Verfolger von Doubleclick, Google, Facebook und so weiter einzubinden. Die Autoren von „t3n“ sind Teil des Problems, dessen Lösung sie fordern. Ich hätte da ja einen Vorschlag, wie sie das Netz besser machen könnten, aber ich fürchte, dieser bliebe ungehört.

Was hingegen dringend gehört werden sollte: Musik.

Boris — "Pink" — MTV Iggy Live

Guten Morgen.

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Moulettes – Behemooth

Käuzchen müde, Käuzchen schlafenEs ist Montag, so schmerzhaft wie es nur ein Montag sein kann. Der Posteingang sympathisiert mit diesem Hinweis, man mit sich selbst allerdings keineswegs. Montage sollten – ich wiederhole mich – anders beginnen, pelziger und sanfter irgendwie. Aber Arbeit ist ja auch ganz schön.

Weniger schön: Deniz Yücel (früher bei der linkspopulistischen „taz“, heute bei der rechtspopulistischen „Welt“) befindet sich wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in türkischem Polizeigewahrsam. Ich halte das für übertrieben. So schlimm ist die „Welt“ gar nicht, ist ja nicht die ARD.

Deutschland lässt sich derweil den hart ergaunerten Weltrang abnehmen: Bei Waffenexporten sind wir nur noch Fünfter. Oben in der Topliste: Der Iwan und der Trump. Bestimmt lässt sich daraus ein klarer Beleg machen, dass Waffenexporte pfui sind, wenn es die Bösen machen. Also die, nicht wir. Unsere Waffen tun keinem was, die wollen nur spielen.

Was sie leider nicht spielen: Musik. Lassen wir das also jemand anderen tun.

Moulettes – Behemooth – LiveStudioVersion

Guten Morgen.

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Oathbreaker – Clair Obscur

Haben Sie meinen Panda gesehen?Es ist Montag, traditionell ein eher unerfreuliches Ereignis; zumal’s der Montag zwischen dem, was einmal ein Sonntag war, und dem, was eigentlich ein zweiter hätte sein können, aber es reicht wohl auch dieses Jahr wieder nur für Lethargie statt rosenumwölkten Wälzens. Wohl und Neid dem, der der Kalenderromantik nichts abgewinnen kann. Montags werde ich komisch.

Der Politikteil ist aber auch nicht wesentlich erfreulicher: Gestern hat überraschend Konsenskandidat Steinmeier, seines Zeichens Architekt von Agenda 2010 und Hartz IV, deutscher Bündnispartner der NSA in Spionagebelangen und Befürworter des illegitimen Wegsperrens Unschuldiger in Folterknäste, die „Wahl“ zum kommenden Bundespräsidenten, die entgegen den politischen Forderungen von AfD und Piratenpartei nach wie vor ohne direkte Bürgerbeteiligung stattfand, gewonnen und sogleich mitgeteilt, man möge sich weiterhin um mehr Demokratie und Freiheit bemühen; mithin um das, was er selbst nicht nur einmal denen verwehrt hat, die es wirklich gebraucht hätten. Die Umfragewerte für seine Armutsproduktionspartei steigen. Die ärmsten Schweine wählen ihre Schlächter eben selbst.

Es ist Montag. Man sollte einen Montag prinzipiell mit Musik beginnen. Ein Leser mailte mir unlängst, meine Montagsmusik sei gelegentlich inspirativ, obwohl sie eigentlich vor allem ein Mittel darstellt, um irgendwie mit diesem verdammten Montag klarzukommen, was auch schon mal irgendwie leichter war als dieser Tage.

Augen zu, Ohren auf.

Oathbreaker – Clair Obscur

Guten Morgen.

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Pain of Salvation – Linoleum

Was heißt hier "Dickkopf"?Es ist Montag. Bald ist Krieg und es gibt Dinge, die einem schon mal weniger egal waren. Vielleicht hilft’s, vielleicht vertreibt’s wenigstens die Trübsal. Unterhaltung muss man sich manchmal auch einfach nehmen. Selbstbedienung. Jeder. Sich. Der Kiezneurotiker hat sein Blog offenbar gelöscht. Die Welt ist keine gute.

Wie auch, wenn jeder Alarm schlägt? Die Deutschen vertrauen den USA nicht mehr, prasselte man auf „SPIEGEL ONLINE“ traurig, als das mit Snowden herausgekommen war, und nun, da die USA einen neuen Präsidenten haben, der es nicht schafft, sozusagen von heute auf morgen all die Drohnenmorde seines Vorgängers ungeschehen zu machen, gibt es schon wieder einen neuen Anlass: Das Vertrauen in die USA sinkt auf das Niveau von Russland, der Iwan lauert überall. Geht ja mal gar nicht, geht das nicht. Gegen ein bisschen Rumgeschieße im Nahen Osten haben die Deutschen nichts, aber ein twitternder Präsident geht echt zu weit.

Ein Blick ins Inland: Die ehemalige Arbeiterpartei SPD, Heimat der künftigen Winkekatze der Republik (die wenigstens die Finger von Twitter lässt), hinterlässt Spuren. Für eine Million Menschen in Deutschland ist das Leben am Existenzminimum Dauerzustand. Der Aufschwung will hart erarbeitet sein. Garçon, den Eimer bitte!

Und ein bisschen Musik.

PAIN OF SALVATION – Linoleum (OFFICIAL VIDEO)

Guten Morgen.

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Musik 12/2016 – Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 17 von 17 der Serie Jahresrückblick

Wie, was, 2016 ist schon lange vorüber? Zum Glück habe ich gewartet. Das könnte man für schlecht halten, aber statistisch gesehen ist es gut, denn 2016 hat nicht nur die Ankündigung der baldigen Auflösung von The Dillinger Escape Plan, sondern auch eine ganze Reihe an Toden auf der Rechnung, darunter nicht nur diverse ehemalige Politiker der F.D.P., sondern vor allem auch Musiker. Nach Wolfgang Rohde (früher mal Die Toten Hosen), Hagen Liebing (früher mal Die Ärzte) und Chris Squire, dem letzten in der Band verbliebenen Gründungsmitglied von Yes, sowie vielen anderen hat es vor einigen Wochen schließlich auch den großartigen Greg Lake erwischt, und auch für Leonard Cohen wäre es zu spät, seinem letzten Album „You Want It Darker“ einen gebührenden Preis zu verleihen, über das andererseits jedes geschriebene Wort sowieso und ohnehin Blasphemie gliche.

Schon früher im abgelaufenen Jahr allerdings schien es mir nicht verfehlt, lobende Worte über einige der großartigsten Musikalben des Jahres zu finden, darunter katie deys flood network, MaidaVales Tales of the Wicked West, misophonia von Electric Orange sowie das Debütalbum von Moon Circle.

Im Folgenden findet ihr, was bis jetzt noch fehlte, nämlich die bislang noch unrezensierten Alben des Jahres. Vielleicht ist ja was für euch dabei?

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Mono // Präsidialprioritäten

Kuckuck!Es ist Montag. Soll weggehen, ist nicht gut und wird auch nicht besser, wenn man ihn nicht so beginnt, wie sich das verdammt noch mal gehört. Gewohnheitstiere, anstrengende. Irgendwann gebe ich mal Kurse im Es-nicht-besser-Verdienen. Liebe besiegt alles, Quatsch: jeden.

Nicht besiegt ist übrigens Donald Trump, obwohl sich feministisch strickbemützte Demonstranten vor ein paar Tagen viel zu viel Mühe gegeben haben, ihn am Amtsantritt zu hindern; könnte daran liegen, dass der Feminismus noch mit den Tücken des patriarchalischen Internets kämpft. Vielleicht sollten die Tausende „erwachsener“ Frauen auch einfach mal lernen sich nicht zu benehmen wie 13-jährige Teenies auf dem Schulhof, andererseits: wo krieg‘ ich dann meine Frauenzeitschriften für den monatlichen Lacher her? Eine Gesellschaft, die verlangt, dass man ein wenig Dezenz im Umgang mit dem Glied walten lässt, während ihr Saufen und Syrerschießen eigentlich nur genehm sind, kann und sollte dem Denkenden prinzipiell nicht als Maximengeber gelten. Wenn jemand noch eine Idee für einen Flashmob (nennt man das noch so?) braucht: Einfach mal frei schwingen lassen. Aus Protest. – Feminismus, ansonsten: Es gibt Scheibenwischwasser für sie und ihn; hoffentlich mit Speckgeruch, sonst wäre das doch vollkommen überflüssig.

Lustig: Sigmar Gabriel ist jetzt Außenminister, seinen Vorgänger Steinmeier zieht es ja als Konsenskandidat demnächst möglicherweise (als sei es das Wesen einer Wahl, dass man eine solche überhaupt hat) ins Präsidentenamt. Bei all der Aufregung um die Präsidentschaft von Donald Trump: Ich wünschte, die, die am lautesten versuchen, diesen Präsidenten aus dem Amt zu twittern, würden erkennen, dass dieser ohnehin #NotTheirPresident ist, weil: Wir haben keinen Trump, wir bekommen stattdessen einen Steinmeier, Handlanger der Agenda 2010, NSA-Vertragspartner und mit Freiheitsrechten offensichtlich auf Kriegsfuß stehend. Halali.

Musik, aus Gründen.

Mono – Holy Ground – NYC Live With The Wordless Music Orchestra DVD [Post Rock] [Full set] [concert]

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Friends of Gas – Einknick // Schöner schlagen

Kältemontag statt Wärmesonntag; das Leben ist voller Ungemach, aber man hat es ja eigentlich auch nicht wesentlich besser verdient. Die pochenden Kopfschmerzen erinnern daran, dass man hauptberuflich Mann ist und als solcher eigentlich auch mal wehleidig sein sollte, um niemandes Klischee rücksichtslos zu zermahlen; also: aua!

Im Ausland wird das Aua derweil zur Kultur erhoben: Nazis ins Gesicht schlagen, um die Welt zu verbessern. Das kann nur ein Anfang sein, der zweite Schritt sollte es sein, Gewalt abzulehnen oder konsequent auch mal gegen die anzuwenden, die es wahrlich verdient hätten, wenn Gewalt eine Lösung für irgendwas und kein Makel der Evolution wäre: Politik und Kirche bilden Bündnis für mehr Videoüberwachung in Berlin, natürlich. Wenn man in weltlichen Fragen nicht mehr weiter weiß, einfach die Kirche fragen, das hat ja Tradition. Da müssen gleich die großen, DDR-erprobten Geschütze (nämlich: Kameras) her; nicht, dass die irgendwas verhindern könnten, weil Attentäter dieser Tage ja schon aus Gruppenzwangsgründen stets ihren Ausweis liegen lassen, nachdem es zu spät war, sie aufzuhalten (denn es ist immer zu spät dafür), aber gefühlte Sicherheit ist ja immer schön.

Wenn schon sonst keine Sicherheit mehr besteht, nicht einmal die, dass das gleichfalls gefühlte Prominentensterben ein Ende fand: Jaki Liebezeit (Can u.a.) wird die geplante Reunion von Can nicht mehr miterleben. Es ist alles schlimm.

Passend dazu: Etwas Musik.

FRIENDS OF GAS // EINKNICK

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
David Guetta – Memories

Was war DAS?Es ist Montag. Das Wochenende liegt noch schwer in den Knochen, man ist das Menschliche eben einfach nicht mehr gewohnt oder war es einfach noch nie. Zweifel und Misanthropie im Rausch zu ertränken lässt Wirrnis sich verschieben, während man noch ein Duell führt mit dem, was man für Wahrheit zu halten schien; Konsum, Konsum. Man ist so durch, wie man sich fühlt. Zur Perfektion allein genügt hätte, was selten so fehlte wie diesmal. Ein Königreich für einen Pelz.

Die Welt trägt das Ihre zur vollendeten Fassungslosigkeit bei. Sicherheitslücke im Herzschrittmacher, da hätte bestimmt einfach nur mehr Internet rein gemusst. Die Menschen werden ja auch nicht klüger, mit Bildung ist dem nicht mehr beizukommen: Schüler zu doof? Einfach Punkte schenken. Geben wir ihnen doch gleich einen Doktortitel und einen Vorstandsposten dazu, damit ihnen keine Nachteile entstehen gegenüber so Pack, das für seine Leistungen noch ehrliche Arbeit hätte verrichten müssen.

Wo es für Mathematik nicht reicht, braucht man auf sonstige geistige Tiefe auch nicht mehr zu hoffen: Randalierer behindern Hochschulvortrag eines AfD-Vertreters und freuen sich hinterher darüber, welch erlesenen Dienst sie dadurch der Meinungsvielfalt erwiesen haben. Den Ideen mancher Mitmenschen würde ein wenig Anstand durchaus mehr Gewicht verleihen.

Es ist, jedenfalls, Montag. Hey, hey.

David Guetta Feat. Kid Cudi – Memories (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Can – Little Star of Bethlehem

Es ist Montag, der Schlendrian hat ein Ende; allein schlendert es sich zuweilen auch weniger sanft. Vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung, wenn man nicht so genau hinsah und sich einfach gehen ließ. Die Schwäche eines Menschen für den Anderen heißt nicht nur dramaturgisch so.

Weniger dramaturgisch als dramatisch: Deutschland hat Angriffskriege mit Jahresbeginn für geduldet erklärt, wenn’s nur den Iwan oder sonstige Terroristen trifft. Dem Endsieg der Guten steht also nichts mehr im Wege. Zugestimmt haben mit Bauchschmerzen, leider aber ohne Verstand, natürlich auch die Grünen, deren Aggression im Kosovo die Kriegsunschuld Deutschlands nach fuffzich quälenden Jahren ja endlich beendete. Die sind wieder wer.

Urdemokratisch sind sie noch dazu, denn auch sie lassen ihre Mitglieder abstimmen. Wähle eine Frau oder deine Stimme ist für’n Gulli, aber du darfst dir immerhin aussuchen, ob zusätzlich ein Mann mitmachen darf. So läuft das und sie bemerken nicht einmal, wie sehr sie damit das grundlegende Verständnis von der Gleichheit der Menschen pervertieren. Der Futtertrog will erstritten sein.

Musik, sonst Aufregen.

Can-Little Star Of Bethlehem (Full Length Version-Alternate Mix HQ Audio-Rare)

Guten Morgen.