Archiv für die Kategorie ‘Musik’.

Liedzitate und Erinnerungen an gute Lieder säumen meine Artikel. Jedenfalls diejenigen in dieser Kategorie.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Moulettes – Behemooth

Käuzchen müde, Käuzchen schlafenEs ist Montag, so schmerzhaft wie es nur ein Montag sein kann. Der Posteingang sympathisiert mit diesem Hinweis, man mit sich selbst allerdings keineswegs. Montage sollten – ich wiederhole mich – anders beginnen, pelziger und sanfter irgendwie. Aber Arbeit ist ja auch ganz schön.

Weniger schön: Deniz Yücel (früher bei der linkspopulistischen „taz“, heute bei der rechtspopulistischen „Welt“) befindet sich wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in türkischem Polizeigewahrsam. Ich halte das für übertrieben. So schlimm ist die „Welt“ gar nicht, ist ja nicht die ARD.

Deutschland lässt sich derweil den hart ergaunerten Weltrang abnehmen: Bei Waffenexporten sind wir nur noch Fünfter. Oben in der Topliste: Der Iwan und der Trump. Bestimmt lässt sich daraus ein klarer Beleg machen, dass Waffenexporte pfui sind, wenn es die Bösen machen. Also die, nicht wir. Unsere Waffen tun keinem was, die wollen nur spielen.

Was sie leider nicht spielen: Musik. Lassen wir das also jemand anderen tun.

Moulettes – Behemooth – LiveStudioVersion

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Oathbreaker – Clair Obscur

Haben Sie meinen Panda gesehen?Es ist Montag, traditionell ein eher unerfreuliches Ereignis; zumal’s der Montag zwischen dem, was einmal ein Sonntag war, und dem, was eigentlich ein zweiter hätte sein können, aber es reicht wohl auch dieses Jahr wieder nur für Lethargie statt rosenumwölkten Wälzens. Wohl und Neid dem, der der Kalenderromantik nichts abgewinnen kann. Montags werde ich komisch.

Der Politikteil ist aber auch nicht wesentlich erfreulicher: Gestern hat überraschend Konsenskandidat Steinmeier, seines Zeichens Architekt von Agenda 2010 und Hartz IV, deutscher Bündnispartner der NSA in Spionagebelangen und Befürworter des illegitimen Wegsperrens Unschuldiger in Folterknäste, die „Wahl“ zum kommenden Bundespräsidenten, die entgegen den politischen Forderungen von AfD und Piratenpartei nach wie vor ohne direkte Bürgerbeteiligung stattfand, gewonnen und sogleich mitgeteilt, man möge sich weiterhin um mehr Demokratie und Freiheit bemühen; mithin um das, was er selbst nicht nur einmal denen verwehrt hat, die es wirklich gebraucht hätten. Die Umfragewerte für seine Armutsproduktionspartei steigen. Die ärmsten Schweine wählen ihre Schlächter eben selbst.

Es ist Montag. Man sollte einen Montag prinzipiell mit Musik beginnen. Ein Leser mailte mir unlängst, meine Montagsmusik sei gelegentlich inspirativ, obwohl sie eigentlich vor allem ein Mittel darstellt, um irgendwie mit diesem verdammten Montag klarzukommen, was auch schon mal irgendwie leichter war als dieser Tage.

Augen zu, Ohren auf.

Oathbreaker – Clair Obscur

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Pain of Salvation – Linoleum

Was heißt hier "Dickkopf"?Es ist Montag. Bald ist Krieg und es gibt Dinge, die einem schon mal weniger egal waren. Vielleicht hilft’s, vielleicht vertreibt’s wenigstens die Trübsal. Unterhaltung muss man sich manchmal auch einfach nehmen. Selbstbedienung. Jeder. Sich. Der Kiezneurotiker hat sein Blog offenbar gelöscht. Die Welt ist keine gute.

Wie auch, wenn jeder Alarm schlägt? Die Deutschen vertrauen den USA nicht mehr, prasselte man auf „SPIEGEL ONLINE“ traurig, als das mit Snowden herausgekommen war, und nun, da die USA einen neuen Präsidenten haben, der es nicht schafft, sozusagen von heute auf morgen all die Drohnenmorde seines Vorgängers ungeschehen zu machen, gibt es schon wieder einen neuen Anlass: Das Vertrauen in die USA sinkt auf das Niveau von Russland, der Iwan lauert überall. Geht ja mal gar nicht, geht das nicht. Gegen ein bisschen Rumgeschieße im Nahen Osten haben die Deutschen nichts, aber ein twitternder Präsident geht echt zu weit.

Ein Blick ins Inland: Die ehemalige Arbeiterpartei SPD, Heimat der künftigen Winkekatze der Republik (die wenigstens die Finger von Twitter lässt), hinterlässt Spuren. Für eine Million Menschen in Deutschland ist das Leben am Existenzminimum Dauerzustand. Der Aufschwung will hart erarbeitet sein. Garçon, den Eimer bitte!

Und ein bisschen Musik.

PAIN OF SALVATION – Linoleum (OFFICIAL VIDEO)

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2016 – Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 17 von 17 der Serie Jahresrückblick

Wie, was, 2016 ist schon lange vorüber? Zum Glück habe ich gewartet. Das könnte man für schlecht halten, aber statistisch gesehen ist es gut, denn 2016 hat nicht nur die Ankündigung der baldigen Auflösung von The Dillinger Escape Plan, sondern auch eine ganze Reihe an Toden auf der Rechnung, darunter nicht nur diverse ehemalige Politiker der F.D.P., sondern vor allem auch Musiker. Nach Wolfgang Rohde (früher mal Die Toten Hosen), Hagen Liebing (früher mal Die Ärzte) und Chris Squire, dem letzten in der Band verbliebenen Gründungsmitglied von Yes, sowie vielen anderen hat es vor einigen Wochen schließlich auch den großartigen Greg Lake erwischt, und auch für Leonard Cohen wäre es zu spät, seinem letzten Album „You Want It Darker“ einen gebührenden Preis zu verleihen, über das andererseits jedes geschriebene Wort sowieso und ohnehin Blasphemie gliche.

Schon früher im abgelaufenen Jahr allerdings schien es mir nicht verfehlt, lobende Worte über einige der großartigsten Musikalben des Jahres zu finden, darunter katie deys flood network, MaidaVales Tales of the Wicked West, misophonia von Electric Orange sowie das Debütalbum von Moon Circle.

Im Folgenden findet ihr, was bis jetzt noch fehlte, nämlich die bislang noch unrezensierten Alben des Jahres. Vielleicht ist ja was für euch dabei?

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Mono // Präsidialprioritäten

Kuckuck!Es ist Montag. Soll weggehen, ist nicht gut und wird auch nicht besser, wenn man ihn nicht so beginnt, wie sich das verdammt noch mal gehört. Gewohnheitstiere, anstrengende. Irgendwann gebe ich mal Kurse im Es-nicht-besser-Verdienen. Liebe besiegt alles, Quatsch: jeden.

Nicht besiegt ist übrigens Donald Trump, obwohl sich feministisch strickbemützte Demonstranten vor ein paar Tagen viel zu viel Mühe gegeben haben, ihn am Amtsantritt zu hindern; könnte daran liegen, dass der Feminismus noch mit den Tücken des patriarchalischen Internets kämpft. Vielleicht sollten die Tausende „erwachsener“ Frauen auch einfach mal lernen sich nicht zu benehmen wie 13-jährige Teenies auf dem Schulhof, andererseits: wo krieg‘ ich dann meine Frauenzeitschriften für den monatlichen Lacher her? Eine Gesellschaft, die verlangt, dass man ein wenig Dezenz im Umgang mit dem Glied walten lässt, während ihr Saufen und Syrerschießen eigentlich nur genehm sind, kann und sollte dem Denkenden prinzipiell nicht als Maximengeber gelten. Wenn jemand noch eine Idee für einen Flashmob (nennt man das noch so?) braucht: Einfach mal frei schwingen lassen. Aus Protest. – Feminismus, ansonsten: Es gibt Scheibenwischwasser für sie und ihn; hoffentlich mit Speckgeruch, sonst wäre das doch vollkommen überflüssig.

Lustig: Sigmar Gabriel ist jetzt Außenminister, seinen Vorgänger Steinmeier zieht es ja als Konsenskandidat demnächst möglicherweise (als sei es das Wesen einer Wahl, dass man eine solche überhaupt hat) ins Präsidentenamt. Bei all der Aufregung um die Präsidentschaft von Donald Trump: Ich wünschte, die, die am lautesten versuchen, diesen Präsidenten aus dem Amt zu twittern, würden erkennen, dass dieser ohnehin #NotTheirPresident ist, weil: Wir haben keinen Trump, wir bekommen stattdessen einen Steinmeier, Handlanger der Agenda 2010, NSA-Vertragspartner und mit Freiheitsrechten offensichtlich auf Kriegsfuß stehend. Halali.

Musik, aus Gründen.

Mono – Holy Ground – NYC Live With The Wordless Music Orchestra DVD [Post Rock] [Full set] [concert]

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Friends of Gas – Einknick // Schöner schlagen

Kältemontag statt Wärmesonntag; das Leben ist voller Ungemach, aber man hat es ja eigentlich auch nicht wesentlich besser verdient. Die pochenden Kopfschmerzen erinnern daran, dass man hauptberuflich Mann ist und als solcher eigentlich auch mal wehleidig sein sollte, um niemandes Klischee rücksichtslos zu zermahlen; also: aua!

Im Ausland wird das Aua derweil zur Kultur erhoben: Nazis ins Gesicht schlagen, um die Welt zu verbessern. Das kann nur ein Anfang sein, der zweite Schritt sollte es sein, Gewalt abzulehnen oder konsequent auch mal gegen die anzuwenden, die es wahrlich verdient hätten, wenn Gewalt eine Lösung für irgendwas und kein Makel der Evolution wäre: Politik und Kirche bilden Bündnis für mehr Videoüberwachung in Berlin, natürlich. Wenn man in weltlichen Fragen nicht mehr weiter weiß, einfach die Kirche fragen, das hat ja Tradition. Da müssen gleich die großen, DDR-erprobten Geschütze (nämlich: Kameras) her; nicht, dass die irgendwas verhindern könnten, weil Attentäter dieser Tage ja schon aus Gruppenzwangsgründen stets ihren Ausweis liegen lassen, nachdem es zu spät war, sie aufzuhalten (denn es ist immer zu spät dafür), aber gefühlte Sicherheit ist ja immer schön.

Wenn schon sonst keine Sicherheit mehr besteht, nicht einmal die, dass das gleichfalls gefühlte Prominentensterben ein Ende fand: Jaki Liebezeit (Can u.a.) wird die geplante Reunion von Can nicht mehr miterleben. Es ist alles schlimm.

Passend dazu: Etwas Musik.

FRIENDS OF GAS // EINKNICK

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPersönliches
David Guetta – Memories

Was war DAS?Es ist Montag. Das Wochenende liegt noch schwer in den Knochen, man ist das Menschliche eben einfach nicht mehr gewohnt oder war es einfach noch nie. Zweifel und Misanthropie im Rausch zu ertränken lässt Wirrnis sich verschieben, während man noch ein Duell führt mit dem, was man für Wahrheit zu halten schien; Konsum, Konsum. Man ist so durch, wie man sich fühlt. Zur Perfektion allein genügt hätte, was selten so fehlte wie diesmal. Ein Königreich für einen Pelz.

Die Welt trägt das Ihre zur vollendeten Fassungslosigkeit bei. Sicherheitslücke im Herzschrittmacher, da hätte bestimmt einfach nur mehr Internet rein gemusst. Die Menschen werden ja auch nicht klüger, mit Bildung ist dem nicht mehr beizukommen: Schüler zu doof? Einfach Punkte schenken. Geben wir ihnen doch gleich einen Doktortitel und einen Vorstandsposten dazu, damit ihnen keine Nachteile entstehen gegenüber so Pack, das für seine Leistungen noch ehrliche Arbeit hätte verrichten müssen.

Wo es für Mathematik nicht reicht, braucht man auf sonstige geistige Tiefe auch nicht mehr zu hoffen: Randalierer behindern Hochschulvortrag eines AfD-Vertreters und freuen sich hinterher darüber, welch erlesenen Dienst sie dadurch der Meinungsvielfalt erwiesen haben. Den Ideen mancher Mitmenschen würde ein wenig Anstand durchaus mehr Gewicht verleihen.

Es ist, jedenfalls, Montag. Hey, hey.

David Guetta Feat. Kid Cudi – Memories (Official Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Can – Little Star of Bethlehem

Es ist Montag, der Schlendrian hat ein Ende; allein schlendert es sich zuweilen auch weniger sanft. Vor zwei Wochen schien die Welt noch in Ordnung, wenn man nicht so genau hinsah und sich einfach gehen ließ. Die Schwäche eines Menschen für den Anderen heißt nicht nur dramaturgisch so.

Weniger dramaturgisch als dramatisch: Deutschland hat Angriffskriege mit Jahresbeginn für geduldet erklärt, wenn’s nur den Iwan oder sonstige Terroristen trifft. Dem Endsieg der Guten steht also nichts mehr im Wege. Zugestimmt haben mit Bauchschmerzen, leider aber ohne Verstand, natürlich auch die Grünen, deren Aggression im Kosovo die Kriegsunschuld Deutschlands nach fuffzich quälenden Jahren ja endlich beendete. Die sind wieder wer.

Urdemokratisch sind sie noch dazu, denn auch sie lassen ihre Mitglieder abstimmen. Wähle eine Frau oder deine Stimme ist für’n Gulli, aber du darfst dir immerhin aussuchen, ob zusätzlich ein Mann mitmachen darf. So läuft das und sie bemerken nicht einmal, wie sehr sie damit das grundlegende Verständnis von der Gleichheit der Menschen pervertieren. Der Futtertrog will erstritten sein.

Musik, sonst Aufregen.

Can-Little Star Of Bethlehem (Full Length Version-Alternate Mix HQ Audio-Rare)

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritikPersönliches
Kurzkritik // So melancholisch muss man erst mal sein: Halma – Granular

Manchmal – selten, aber mit steigender Frequenz -, wenn die Gesamtsituation den Verfasser dieser Zeilen zu mehr Trübsinn als Freude verleitet, greift er (also: ich) nicht unbedingt zur Flasche oder zum Texteditor, sondern in die Spielekiste, denn dann steht ein wunderbarer Kanal zur Gedankenreinigung offen: Halma spielen, um die Sehnsucht zu vertreiben.

Das Hamburger Quartett dieses Namens nämlich veröffentlichte 2015 mit „Granular“ (vgl. Amazon) bei der Plattenfirma von, natürlich, Nihiling ein wunderbares Slowcorealbum, dessen bassgeführtes Instrumentalfundament unter die Haut geht wie sonst nur Tätowierungen, aber sich als ihnen in jeder Hinsicht überlegen zeigt.

Halma – Granular [Full Album]

Der Musik gewordene Melancholieschwamm entschleunigt, ohne träge zu wirken. Klänge wie ein Herzschlag, das Album zum #wasfehlt-Hashtag. Von Krautrock ist gelegentlich die Rede, wird über dieses Album gesprochen. Selten war es so packend, dass das mal nicht stimmte. Eine tiefe Verbeugung nach Hamburg und ein Glas in die Höhe. Ich bin beeindruckend bedrückt.

In den NachrichtenMontagsmusik
King Buffalo – Kerosene

Hallo, es ist Montag. Darf man auch keinem erzählen. Die Zeit vergeht schon zu Jahresbeginn immer langsamer, je tiefer sich der Graben auftut. Niedlich müsste man sein; und aber: der erste volle Tag des Jahres ist der schwerste, sagen sie und irren nicht.

Irre auch: Pünktlich zum Ende des alten, letztlich von niemandem mehr vermissten Jahres gab es offensichtlich einen bewaffneten Zwischenfall in Istanbul. Auf reddit gab es vorübergehend fast 50.000 Zuschauer des Liveevents. Diese neuen Medien dienen der Menschlichkeit offensichtlich nur am Rande. Omma, komma gucken, da is was los! Wie zum Trotz dauerte die Silvesternacht ein wenig länger, der Schaltsekunde wegen. Prompt fiel der Entlastungsdienst Cloudflare aus, weil man dort nicht darauf vorbereitet war, und natürlich wird das niemandem, der entscheiden, aber nicht verstehen muss, die bescheuerte Idee, man solle prinzipiell die cloud als seine virtuelle Heimat begreifen, austreiben. Die cloud ist das neue Tamagotchi.

Notration Musik: Folgt.

King Buffalo – Kerosene

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
Kungens Män – Där pepparn växer

Kann man schon wieder rauskommen oder ist noch Weihnachten?Man kommt ja aus dem Feiern gar nicht mehr raus; eben war noch Besinnlichkeit (arm sind jene, die diese nur wenige Tage im Jahr für eine Tugend halten) mit Speisen bis zum Abwinken und heute, freu, freu, ist schon wieder – ihr ahnt es – Montag, ein Montag ohne vorhergehendes Wochenende, das man so nennen könnte, und Stephanstag obendrein, Gedenktag des Schutzpatrons der Kutscher und Maurer also, den man bei Kopfschmerzen anrufen möge und wenn es einem nach einem angenehmen Sterben gelüstet. Gestern starb, dem Vernehmen nach ebenfalls zumindest angenehm, George Michael, dem die Welt viel („Last Christmas“) zu verdanken hat. Frohes Fest. Die Musikersterblichkeit ist im auslaufenden Jahr eine erschreckende.

Apropos Sterben: Wenn mir langweilig ist, programmiere ich Dinge, die fällige Jahresrückschau jedoch wird prokrastiniert. Wer wird wohl gewinnen? Im Zweifel mag Geduld helfen wie sonst eben auch. Aber vielleicht ist das auch gar nicht wahr, Fakenews sozusagen. Zum geplanten Abwehrzentrum gegen missliebige Behauptungen jeglicher Art sei an dieser Stelle vielleicht nur kurz angemerkt, dass ausgerechnet diejenigen Parteien, die diesen Vorstoß maßgeblich vorantreiben zu müssen meinen, sich bisher nicht durch einen besonders konservativen Umgang mit Wahr- und Offenheit bemerkbar zu machen wussten.

Hab‘ ich gerade „Musik“ geschrieben? Ja, ich habe „Musik“ geschrieben; und nicht nur das, ich spiele sogar welche ab:

Kungens Män – Där pepparn växer (Live at Psychedelic Network Festival, Würzburg 2015-11-27)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusik
King Gizzard and the Lizard Wizard (live)

Viel besser!Montag, Tag des Sich-wie-gerädert-Fühlens; woran es nichts zu ändern vermag, den Vortag zumindest sinnvoll, nämlich: gemeinsam bei allerlei Zerstreuung und nicht zuletzt eben auch mit einander (nicht etwa bloß miteinander) verbracht zu haben, gänzlich ungeachtet der Folgen (i.e. bleierne Bettschwere), wie gewohnt.

Montag, Tag auch des Lieber-nicht-die-Nachrichten-Lesens, obwohl: aus Schadenfreude vielleicht. Linux ist sicher, so lange man es tunlichst zu nutzen vermeidet. Alles beim Alten, alles richtig gemacht. Alles falsch gemacht hingegen: Die Tagesschau-Sozialmedianer. Was ist das für eins Idiotie? Die gleiche Tagesschau, übrigens, die es für bedenklich hält, wenn die Prüfer für die obskuren „PISA“-Tests deutschen Schülern eine schlechte Bewertung für mangelhafte Kenntnisse in Grundfertigkeiten wie zum Beispiel hinsichtlich der Deutschkenntnisse geben. – Nicht, dass Deutschland ansonsten durch vorbildliches Sozialwesen auffiele: Die SPD schönte den Armutsbericht, hält es dann jedoch für angemessen, auf Twitter der CDU die Schuld zu geben. Jemand sollte die SPD dringend mal in die Regierung wählen, damit sie was ändern kann!

Montag, andererseits, auch Tag des Musikteilens.

King Gizzard and the Lizard Wizard – Full Performance (Live on KEXP)

Guten Morgen.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Sigur Rós – Brennisteinn // Linke Fantasten

Guten MorgenEs ist Montag, (und: montags ins Büro zu hüpfen, weil die Laune so großartig ist, hätt‘ man noch vor wenigen Jahren auch für einen Ausdruck von Geistesschwäche gehalten, aber) man fühlt sich fein. Hunger, verfluchter, nach dem, was (bzw. eben: der, die) wirkt. Kaffee?

Weil man ja auch lieber nicht die Politik berücksichtigen mag. Die zweitälteste, aber allerrenitenteste Partei Deutschlands wirbt damit, einst das Kaiserreich zu Fall gebracht zu haben, vergisst aber ein paar geschichtliche Details, die dann doch eher mit den „Linken“ (damals: des der USPD entsprungenen Spartakusbundes, dessen Geschichte mit ein paar SPD-befeuerten Morden weitgehend endete) zu tun haben. Ein Gespenst geht um.

In Berlin darf dieses Gespenst immerhin endlich wieder spuken: Eine knappe Mehrheit in der Berliner „Linken“ (das sind die mit dem Stasiproblem, Andrej Holm war mir allerdings zuvor nur als schlechter Journalist aufgefallen) findet zu Recht, die Berliner „Linke“ sei noch viel zu erfolgreich, und ernannte jüngst Julia Schramm (F.D.P., Piratenpartei, jetzt Linke, bestimmt bald wieder woanders, es sich zu merken lohnt sich also nur bedingt) zu einem ihrer Vorstände. Man muss vielleicht kein Masochist sein, um heute noch Parteilinker zu werden, aber helfen wird’s sicherlich.

Fast wär‘ die schöne Montagslaune dahin. Schlimmer noch: Kürzlich hörte ich Sigur Rós‘ „Brennisteinn“ als Untermalung einer Parfümwerbung. Wenn Musik nur noch Ware ist, die Kunst also zum Mittel zum Zweck wird, dann ist das Ende der Zivilisation keine ferne Zukunft mehr, sondern bittere Realität. Tun wir etwas dagegen. Make Brennisteinn great again!

Sigur Rós – Brennisteinn [Official Video]

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusik
Kurz verlinkt: Vinyl <3 (4): Eine neue Hoffnung.

Es möge kaputtkomprimierter Klangbrei alsbald ein grausames Ende finden: Vinyl sorgt in Großbritannien derzeit für mehr Umsatz als Downloads.

(via Fefe)

In den NachrichtenMontagsmusik
Mike Oldfield – Tubular Bells // Doof genug für’s BKA.

Huu!Es ist Montag und arschkalt; eine Kombination, der zumindest ein warmer Arbeitsplatz mit heißem Kaffee etwas Linderung zu verschaffen vermag, wenn die Bett- und Menschenwärme der letzten Nacht schon abzuklingen beginnt. Wie zum Trotz scheint die Sonne noch dazu, als versuchte sie ihre Autorität zu wahren; die gelbe Sau (PeterLicht, 2001 u.a.).

Wenn es schon um andere Bereiche des Lebens nicht so gut bestellt ist, Chartaschreiber (schönes Schimpfwort eigentlich) selbstredend mitgemeint; die andererseits auch gute Bundespolizisten wären, denn dort ist einfaches Textverständnis optional: Deutsch nich gutt? Einfach die Anforderungen senken. Nachdem ein Polizist schon nicht mehr besonders sportlich sein muss, weil es für eine angemessene Kondition nicht mehr reicht, kann er jetzt auch noch zu blöd für seine eigene Muttersprache sein. Verfolgungsjagden erledigt man ja im Auto und Schreiben tut man mip’m Computer, der macht das schon. Die Welt wird blöd und man selbst ist mittendrin. 

Da ist nicht mal Musik noch heilig: Spotify ist viel besser als Vinyl, sogar die Werbung funktioniert besser als erwartet. Ein typisches Produkt für Applekunden also? Nein, selbst die werden milde: „Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich Apples MacBook Pro eher an Anwender richtet, die ihre Tastatur betrachten, denn an Mac-Nutzer, die diese auch nutzen wollen.“ Eine späte, aber zumindest weise Beobachtung, immerhin.

Auch beobachtet: Montag ist’s. Zeit für etwas Musik.

Mike Oldfield 'Tubular Bells' Live at the BBC 1973 (high quality / remastered)

Guten Morgen.