In den NachrichtenMir wird geschlecht
Sicht­bar­keits­skulp­tu­ren

Ja, aber…

Als „Denk-Ort sexu­el­le und geschlecht­li­che Viel­falt“ soll an der Ham­bur­ger Alster ein glä­ser­nes Kunst­werk in Regen­bo­gen­far­ben ent­ste­hen. (…) Ziel des Denk­or­tes sei es, Respekt und Aner­ken­nung zu the­ma­ti­sie­ren und Sicht­bar­keit für alle Per­so­nen der Com­mu­ni­ty zu schaf­fen.

…, abge­se­hen von den Fra­gen, ob erstens Respekt nicht (eine wei­te­re Leh­re aus Dik­ta­tu­ren) etwas ist, was man sich selbst erar­bei­ten muss und nicht per Sprech- oder Skulp­tu­ren­bau­akt ein­for­dern kann, und wie zwei­tens die­je­ni­gen „Per­so­nen der Com­mu­ni­ty“, die mit „der Com­mu­ni­ty“ lie­ber nichts zu tun haben wol­len, hier ein­ge­bun­den wur­den und wer­den: Wenn man errei­chen möch­te, dass zum Bei­spiel poly­amo­re Pan­se­xu­el­le „sicht­ba­rer“ gemacht wer­den sol­len, wäre es dann nicht ziel­füh­ren­der, ihnen ein Schild umzu­hän­gen, damit man sie über­haupt als sol­che erkennt?

Senfecke:

  1. Leu­ten Schil­der umzu­hän­gen, um sie als irgend­was zu kenn­zeich­nen, hat ja nicht bloß hier­zu­lan­de eine eher unschö­ne Tra­di­ti­on. Den­noch find ich die Idee eigent­lich gar nicht so übel. Viel­leicht gin­gen regen­bo­gen­bun­te Schil­der in Herz­form?

      • Schön schon, das mag sein. Aber lei­der auch mas­ku­lin. Und die Din­ger nei­gen zum Explo­die­ren, wenn sie mal alt sind. Und dann machen sie alles um sich her­um kaputt, was unacht­sam, über­grif­fig und toxisch ist, also typisch männ­lich. Nein, es gin­gen wohl wirk­lich bloß die – gen­der­neu­tral zu lesen­den – bun­ten Herz­chen, tut mir leid.

  2. Noch mehr Kunst­wer­ke und Din­ge die mich zum Nach­den­ken anre­den sol­len. So lang­sam nimmt das, gefühlt, doch über­hand.

    Klar, für den BWLer ist es eine ein­fa­che Sache. So ein Kunst­werk ist eine ein­ma­li­ge Inve­sti­ti­on und erzeugt kaum Fol­ge­ko­sten. Hin­ter­her kann man sich immer dar­auf beru­fen, dass das Kunst­werk ja die Bevöl­ke­rung erleuch­ten soll­te und dass die Bevöl­ke­rung selbst schuld ist, wenn sie das nicht nutzt. Kin­dern und Jugend­li­che per­ma­nen­te Ange­bo­te wie Ver­ei­ne anzu­bie­ten die eine all­ge­mei­ne Moral- und/oder Ethik­vor­stel­lung ver­brei­ten erzeugt hat Fol­ge­ko­sten.

    • In Braun­schweig hat man einen „Regen­bo­gen­strei­fen“ errich­tet. Am Tag der Errich­tung ließ sich die Stadt­po­li­tik vor und/oder auf ihm foto­gra­fie­ren und seit­dem fah­ren da vor allem Bus­se drü­ber. Das regt auch an, vor allem die Ver­dau­ung.

      • Wie „errich­tet“ man einen Strei­fen – vor allem, wenn da Bus­se drü­ber fah­ren sol­len? Oder muss man sich den Braun­schwei­ger Bus­ver­kehr als Ach­ter­bahn vor­stel­len? Letz­te­res wür­de zumin­dest die Ver­dau­ung der Braun­schwei­ger anre­gen.

          • Laut Duden muss es das schon. Auf der Web­sei­te der Stadt Braun­schweig heißt es, der Strei­fen wur­de „auf­ge­bracht“ und anschlie­ßend „offi­zi­ell sei­ner Bestim­mung über­ge­ben“. Da der Strei­fen nun auf der Stra­ße klebt, wird die­se Bestim­mung wohl das Drü­ber­lat­schen sein. So wer­den die bun­ten Regen­bo­gen­far­ben ver­mut­lich bald ver­dreckt und der Traum von Sicht­bar­keit und Respekt in den städ­te­pla­ne­ri­schen Gul­li gespült sein. Ich wün­sche einen schö­nen Tag.

            • Ande­re Wör­ter­bü­cher las­sen jedoch neben der Auf­stel­lung auch nicht zwangs­läu­fig in die Höhe gehen­de Bedeu­tun­gen zu; und der Sprach­ge­brauch ohne­hin. Ersatz­wei­se gebe ich zu beden­ken: was irgend­wo drauf­klebt, ist natür­lich eine Erhe­bung, wenn auch nur eine klei­ne.

          • Also ich ver­rich­te mei­nen Ver­kehr auch lie­ber hori­zon­tal. Aus alter Gewohn­heit, und von wegen Rücken. Auf einem Regen­bo­gen­strei­fen hab ichs aber noch nie ver­sucht …

  3. Respekt muss man sich gar nicht erar­bei­ten. Respekt­vol­ler Umgang ist eine Grund­vor­aus­set­zung für eine fried­li­che und soli­da­ri­sche Gesell­schaft.

    • Rück­sicht ist (Ety­mo­lo­gie bei­sei­te gelas­sen) nicht das­sel­be wie Respekt (vgl. „Respekts­per­son“) und ich lege kei­nen Wert auf Soli­da­ri­tät mit jedem Wicht. Das kön­nen ver­mut­lich auch die­je­ni­gen ver­ste­hen, die mir jetzt im Impuls empört wider­spre­chen möch­ten, denn z.B. mit der AfD wür­den die sich auch nicht soli­da­ri­sie­ren, neh­me ich an.

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