Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaft’.

Von Wirtschaft habe ich keine Ahnung, aber mir scheint, das würde aus mir einen grandiosen Staatsmann machen. Das ist eigentlich ziemlich ärgerlich.

In den NachrichtenWirtschaft
Abrüstung wäre supi, aber ein Glückwunsch ist auch schön.

„ZEIT ONLINE“, 6. Oktober 2017:

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) zur Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis gratuliert.

„ZEIT ONLINE“, auch 6. Oktober 2017:

Der größte Erfolg der Kampagne mit Sitz in Genf ist der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (…). Er verbietet Herstellung, Besitz, Einsatz und Lagerung von Atomwaffen. Allerdings hatten die neun Atommächte sowie fast alle Nato-Staaten – darunter Deutschland – die Verhandlungen boykottiert.

Der gute Wille zählt, nicht wahr?

In den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
Medienkritik in Kürze: Forscher finden zweierlei Maß.

Wofür brauchen wir eigentlich Volkswirte? Na, damit sie Erstaunliches herausfinden können:

Wie Volkswirt Thomas Strobel von der italienischen Bank Unicredit ermittelt hat, steigen die Preise auf dem Oktoberfest beispielsweise in diesem Jahr um 3,1 Prozent – und liegen damit deutlich über der Entwicklung der sonstigen Verbraucherpreise. (…) Die Maß Bier auf der Wiesn kostet inzwischen bis zu 10,95 Euro und damit im Schnitt 25 Cent mehr als vor einem Jahr.

Wie, außerhalb des Oktoberfests kostet ein Dreiviertelliter Bier gar nicht so viel? Man überreiche dem studierten Herrn einen hoch dotierten (wg. Bank) Preis!


Vermessen auch: Auf „taz.de“ findet „AutorIn“ (muss man wohl nicht so genau wissen) Tanya Falenczyk es sichtlich unschön, wenn eine Partei auf Plakaten darauf hinweist, dass auch Väter vor dem Gesetz gleich seien, was offensichtlich automatisch dem Feminismus zuwiderläuft (im Artikel grob als „Antifeminismus“ zusammengefasst); was wiederum über den Feminismus ekelhaft vieles aussagt.

In den NachrichtenWirtschaft
Abschließend angemerkt zum Abgasskandälchen und seinen Folgen

So bescheuert, als Reaktion darauf, dass sich überraschend herausgestellt hat, dass die eigene Annahme, ein Auto mit Auspuff hinten dran gehe vergleichsweise schonend mit der Umwelt um, völlig hirnrissig war, nicht etwa über sein Verhältnis zu Autos und/oder der Umwelt, sondern darüber, wen man nun wie für diesen Hirnriss verklagen kann, nachzudenken, muss man ja auch erst mal sein.

In den NachrichtenWirtschaft
Das auch mit Spielgeld nicht gelöste Problem: Ein Nachtrag.

In meinem Exkurs über den Bitcoin- und Ethereumwahnsinn habe ich versehentlich einen Teilaspekt zu beleuchten vergessen, der etwa zur gleichen Zeit wieder tagesaktuell wurde. Mir sei gestattet, dies an dieser Stelle nachzuholen.

Eine wichtige Schwäche der vorhandenen Zahlungsmittel nämlich, da gebe ich den Ideenhabern der „Kryptowährungen“, wenn auch ungern, Recht, ist die zentralistische Struktur der damit verbundenen Konten, was bedeutet, dass es als übliche Konstellation gilt, dass das Schicksal des irgendwo gelagerten Geldes in den Händen einer einzigen Person oder wenigstens Institution liegt, der damit zumindest – von einschlägigen Gesetzen abgesehen, möglichen Übeltätern nämlich sind Gesetze oft nicht unbedingt die wichtigsten Regelwerke – die Möglichkeit gelassen wird, besagtes Geld an sich zu nehmen oder den Geldtransfer Einzelner zu unterbinden. Dies wäre mit einer verteilten Bezahlinfrastruktur lösbar, wird aber ausgerechnet von „Kryptowährungen“ beibehalten: Klaut mir jemand die virtuelle Geldbörse, kommt künftig ihm sämtlicher Geldfluss in diese virtuelle Geldbörse zugute. Ohne eine Kontrollinstanz, die mir diese virtuelle Geldbörse nach wie auch immer gearteter Autorisierung wieder zurückgeben kann, könnte ich sehr schnell sehr große wenigstens finanzielle Probleme bekommen.

Die De-facto-Alternativen zu Bargeld oder Schuldscheinen in Form einer Kreditkarte sind zumindest im Web derzeit die frühere eBay-Tochter PayPal, die dafür bekannt geworden ist, ihren Kunden das Ersparte wegzunehmen, weil ihren Entscheidern nicht gefällt, was die Kunden damit tun, und Patreon, eine Art Vermittlungsdienst zwischen Künstlern und Kunstfreunden. Dass die mediale Diskussion über die Geschäftspraktiken solcher Dienste stark von politischen Vorlieben statt von objektiver Ethik geprägt ist, dass die faktische Enteignung von Wikileaks durch PayPal und Amazon also empörte Reaktionen hervorrief, die dieswöchige faktische Enteignung einer YouTuberin aus vorgeschobenen Gründen durch Patreon jedoch Schadenfreude, ist unangenehm menschlich, lenkt aber auch von dem vermutlich einzig bedeutsamen Fakt ab: Das Internet braucht heute nötiger als bislang ein nicht an jeweils einen einzigen Anbieter gebundenes Protokoll zur Übertragung von gesetzlichen Zahlungsmitteln.

Sicher ist, dass eine Erweiterung des Zahlungsmittelbegriffs um irgendwelche „Coins“ dieses Bedürfnis nicht stillt.

NerdkramsWirtschaft
Die Strafe der Spielgeldmillionäre

Eine der wenigen unbeschränkt gültigen Börsenweisheiten lautet ungefähr so: Investiere niemals Geld, das du nicht verlieren möchtest. Das gilt vor allem dann, wenn das Ziel der Investition keinen greifbaren Gegenwert besitzt.

Bezogen auf den greifbaren Gegenwert dessen, was versierte Schwafler als „Fiatgeld“ bezeichnen und was gewöhnlichen Menschen schlicht als Geld bekannt ist, besteht zweifelsohne kein besonders großer Diskussionsbedarf: Über gedrucktes oder geprägtes Geld, längst nicht mehr von Edelmetallen gedeckt, besteht inzwischen seit Jahrhunderten ein gesellschaftlicher Konsens, der ungefähr absehbar macht, gegen welche Waren man es in vielen Geschäften eintauschen kann. Es handelt sich somit eigentlich nur um staatlich akzeptierte Äquivalente zu Muscheln und Schafen. Dass die Umsetzung dieses Konzeptes mit steigender Inflation, sinkenden Zinsen und psychologisch wirkendem Unsinn wie dem Abzug eines Cents vom Preis, damit die Zahl vor dem Komma kleiner ist, bislang mindestens etwas unglücklich verlaufen ist, halte ich auch ohne selbst vorgenommene vorherige statistische Erhebung für einen Konsens der meisten Menschen, die in der wirtschaftlichen Nahrungskette nicht ganz hinten stehen.

Um zumindest einen Teil dieser konzeptionellen Herausforderungen zu umgehen, wurde zwischen 2008 und 2009 die dezentrale Währung „Bitcoin“ ins Leben gerufen. Bei Bitcoins handelt es sich im Wesentlichen um eine Art nicht papiernes Spielgeld ähnlich dem in „Monopoly“ verwendetes, dessen realer Gegenwert in den zur Erzeugung nötigen Stromkosten, die aufgrund der Art der „Berechnung“ neuer Bitcoins fortwährend steigen, besteht; man verschwendet also elektrische Energie, um gehashte Hexadezimalwerte in eine immer größer werdende verteilte Datenbank („Blockchain“) zu schreiben. Wie zum Beweis dafür, wie egal Menschen entgegen der allgemeinen Annahme realer Besitz wirklich ist, bekommt jemand, der einen dieser Hexadezimalwerte einer Bitcoin-Tauschbörse oder einem Mitmenschen verkauft, heute deutlich über 2.000 Euro dafür. Weil dieses Konzept so schön einfach umzusetzen und zu modifizieren ist, gibt es mittlerweile über 800 miteinander konkurrierende, teilweise voneinander abstammende „Blockchains“ beziehungsweise darin gespeicherte Arten von Hashwerten („Kryptowährungen“), von denen einige nach Großinvestition durch Banken und/oder EDV-Konzerne einen höheren Europreis erzielen können als andere. Der nennenswerte Unterschied zwischen Aktionären und Kryptoinvestoren besteht also darin, dass Kryptoinvestoren nichts zum Gelingen der realen Wirtschaft beitragen, sondern ihr Geld aus dem Fenster werfen und hoffen, dass unten jemand steht, der das Geld freiwillig verdoppelt und wieder zurückwirft, statt einfach damit wegzurennen, was manchmal funktioniert und meistens eben nicht. Die eigene Sammlung an Hashwerten wird in der Regel in so genannten wallets abgelegt, was Englisch ist und „Portemonnaie“ bedeutet, aber eigentlich nur eine lokal herumliegende Datei ist. Es gibt bekanntlich kaum einen besseren Ablageplatz für „Geld“ als eine lokal herumliegende Datei.

Um das Zurückwerfen des aus dem Fenster geworfenen Geldes schmackhafter zu machen, gibt es mit „ICOs“, „Initial Coin Offerings“, eine „Blockchain“-Alternative zur Erstzeichnung an einer Börse: Jemand würde gern eine neue „Blockchain“, eine Tauschplattform für Hashwerte, eine neue Hashwertart oder sonstigen virtuellen Krempel programmieren und sammelt zur Finanzierung dieser Unternehmung irgendwelche Hashwerte (derzeit wird gern eine Bezahlung in Ethereum, der momentan zweitplatzierten Hashwährung, verlangt) ein. Die Gegenleistung besteht nach Ablauf der Erstzeichnungsfrist dann meist in Anteilsscheinen in Form von oft wiederum neuartig gehashten Hexadezimalwerten zum Vorzugspreis, die dann vielleicht im Wert steigen und vielleicht auch nicht, was, abhängig von der erfolgten Verwendung des eingenommenen echten Geldes, dann ein riesiger Verlust ist oder vielleicht auch nicht. Scheiterte etwa ein „ICO“, dessen Einkünfte in die Förderung einer Pandapopulation fließen sollten, so wäre dies sicherlich bedrückender als das Scheitern manch anderer Geschäfte. Dass die „ICO“-Idee aus wirtschaftlicher Sicht, berücksichtigt man die andauernde Hyperinflation und -deflation der Wechselkurse zwischen den Hashwerten (allein Bitcoins gewinnen oder verlieren am Tag mitunter dreistellige Dollarbeträge pro „Stück“), eigentlich nur Idioten anziehen sollte, hat bekanntlich noch fast niemanden an irgendetwas gehindert: Allein im Ankündigungsforum des virtuellen Szenetreffs bitcointalk.org nähme das Trinkspiel, für jeden neuen „Smart Contract“, was das gegenwärtige Lieblingsquatschwort der Krypteria ist und ungefähr bedeutet, dass die Hashwerte, die man irgendwo hinschickt, beim Gegenüber weniger wahrscheinlich nicht ankommen als üblich, einen Schnaps frei wählbarer Menge zu trinken, binnen erschreckend kurzer Zeit ein tödliches Ende.

Überraschenderweise ist die dezentrale Schöpfung von gegenwertloser Handelsware über ein nicht nur von wohlwollenden Asketen genutztes Netz aus modifizierbaren Maschinen gar nicht mal aus Sicherheitsgründen eine überragend gute Idee. Ein Währungssystem mit menschlicher Beteiligung kann und wird früher oder später an der fehlenden Perfektion des Menschen zugrunde gehen; und die Unperfektesten sitzen meist am langen Hebel.

Eine der beliebteren wallet-Umsetzungen für Ethereum-Hashwerte trägt den Namen „Parity“ und läuft dort, wo reale Werte am schlechtesten aufgehoben wären, nämlich innerhalb der meistangegriffenen Komponente von Desktopcomputern, d.h. im Webbrowser. Als gäbe das noch nicht genug Anlass zum Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit der Mitglieder der um „Parity“ herum entstandenen Gemeinschaft, verfügt es obendrein um eine Funktion namens „Multi-Sig-Wallets“, die im Wesentlichen das Geschehen dadurch noch spannender macht, dass mehrere Leute auf das virtuelle „Portemonnaie“ zugreifen können. Eine grandiose Idee. Was kann da schon passieren?

Ach, richtig:

Unbekannte haben eine inzwischen geschlossene Sicherheitslücke im Ethereum-Client des Unternehmens Parity genutzt, um 153.000 Ether auf ihr eigenes Konto zu überweisen. Beim aktuellen Kurs der Kryptowährung sind das umgerechnet etwa 30 Millionen US-Dollar. Der Diebstahl und die Lücke wurden sofort entdeckt. Daraufhin tat sich spontan eine Gruppe namens White Hat Group zusammen und nutzte die gleiche Schwachstelle, um weitere 377.116 Ether aus noch nicht geplünderten Konten zu sichern.

Wie hier zu sehen ist, ist eine „Kryptowährung“ viel besser als anderes Geld, denn wenn irgendjemand an mein reguläres Portemonnaie herankommt, um etwas herauszunehmen, wird sich keine Gruppe zusammenfinden, die den Rest des Geldes in meinem Portemonnaie sichert; und wenn doch, dann hießen sie gleichfalls Diebe und nicht Sicherer. – Zum Glück gibt es mit „ICOs“ eine bequeme und sehr sichere Anlagemöglichkeit für die gesammelten Hashwerte, denn wer hat schon gern ständig ein volles Portemonnaie dabei? Das endet dann manchmal aber statt mit einer Pleite des Projekts auch so:

Unbekannte Angreifer hackten die Website des Projekts Coindash und änderten dort die Kryptogeld-Adresse, an die Investoren bei einem Crowdfunding Geld schicken sollten. Die falsche Adresse war nur wenige Minuten online – genug für einen Millionen-Coup.

(Beide Meldungen sind von heute.)

Wer sein Geld auf die Fensterbank legt, der sollte eben besser nicht im Erdgeschoss wohnen.

Dass die jeweils betroffene „Währung“ Ethereum trotzdem weiter im Wert steigt, spricht zumindest nicht für ein Problembewusstsein der Anleger, denn nach wie vor sind Webbrowser nicht vom Handel mit Kryptogedöns ausgeschlossen. Werfen wir einfach mehr Geld drauf. Dass das Draufwerfen von mehr Geld auf lange Sicht mehr zerstört als repariert, ist einem Zyniker wie mir da ein schwacher Trost: Möglicherweise wird sich in wenigen Wochen die auf großes Wachstum nicht vorbereitete Problemursache Bitcoin zweiteilen, wie es bei Ethereum schon im Juli 2016 – wenn auch, hihi, aus Sicherheitsgründen – passiert ist. Wenn das eintritt, werden diejenigen, die jetzt noch viel Zeit damit verschwenden, ihren Mitmenschen ungefragt von ihrem Reichtum und/oder ihrem guten Riecher zu erzählen, was eine Art Nebenwirkung von Bitcoinbesitz zu sein scheint, möglicherweise vorübergehend ein wenig leiser sein. Das wird schön.

Erinnert sich noch jemand an „Second Life“?

(Offenlegung: Ich habe gelegentlich den einen oder anderen Cent in eine dieser weniger medial beworbenen Spielwährungen investiert, die sich nach wie vor weigert, mich zu einem arroganten reichen Schnösel werden zu lassen. Das stört mich aus vorgenannten Gründen jedoch nicht im Geringsten.)

In den NachrichtenWirtschaft
Von Vollbezahlung hat ja niemand etwas gesagt.

Im September steht die nächste Bundestagswahl an; Zeit also, schon einmal darüber nachzudenken, wen es zu wählen gilt. Während die früheren Mitregenten „Die Grünen“ längst Spott und Schaden auf sich vereinen, ist die derzeitige Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD produktiv damit beschäftigt, potenziellen Wählern im Falle eines Wahlsieges Versprechen hinsichtlich der zu erwartenden Politik zu machen. Wenn sie doch nur eine Gelegenheit gehabt hätte, auch mal Dinge umzusetzen!

Während die SPD schon vor etwas längerer Zeit unter dem Beifall ihrer traditionell vergesslichen Anhänger mitteilte, wenn sie doch nur endlich regieren dürfte, würde sie die unmenschliche Sozialpolitik der SPD grundlegend revidieren, nebelte es aus CDU/CSU-Kreisen noch eher zurückhaltend, denn einigen konnte man sich zwar darauf, weiterhin inhuman und sonstwie grausam zu sein, nicht aber auf eine konkrete Ausprägung. Der putzige CDU-Generalsekretär Peter Tauber ließ gestern – noch vor der Vorstellung des gemeinsamen Wahlprogramms – zumindest den Hinweis fallen, dass diejenigen, die mehrere schlecht bezahlte Arbeitsplätze haben, halt eine anständige Ausbildung hätten machen sollen, denn dann hätten sie das Problem jetzt nicht, was er später revidierte, indem er zumindest die Zahl, nicht aber die Existenz von schlecht bezahlten Arbeitsplätzen kritisierte: „Mini-Jobs“ seien nämlich „an sich gut“, sie betreffen ja niemanden, der lieber in Vollzeit und anständig bezahlt arbeiten würde, nicht wahr?

Seit gestern Abend jedenfalls gibt es ein gemeinsames Wahlprogramm („Regierungsprogramm“) von CDU und CSU, in dem mein spaßiges Lieblingskapitel die Überschrift „Gute Arbeit auch für morgen – Vollbeschäftigung für Deutschland“ trägt. Vollbeschäftigung kennt die Kanzlerin, ein Kind der DDR, noch von früher, als es in ihrer Heimat eine staatlich verordnete Arbeitslosenzahl von 0 Prozent und ein Produktivitätsniveau von 40 Prozent gab. Das, freilich, ist nicht merklich anders als heute: Menschen, deren dauerhafte Arbeitskraft dem Markt keinen Mehrwert bringt, werden stattdessen zu unproduktiver Arbeit überredet, die nur existiert, um die Arbeitslosenzahl zu senken. „Sozial ist, was Arbeit schafft“, heißt es im Programm, und um die allzu plumpe Provokation, dass somit auch NS- und Sowjetlager eine Folge erfolgreicher Sozialpolitik gewesen sein müssten, zu vermeiden, mag mir der Hinweis genügen, dass mir zur Sozialpolitik der gegenwärtigen „großen Koalition“, die so viel Arbeit schafft, dass viele Leute sogar drei davon haben, so manches Adjektiv einfällt, „sozial“ aber nicht darunter ist.

Aus dem gleichen Kapitel des Wahlprogramms:

Die Zahl der offenen Stellen wächst beständig.

Die von der „Union“ haben auch eine gewisse Stelle offen, wie mir scheint.


Könnte man auch mal gelesen haben: Obama war immer total höflich.

In den NachrichtenWirtschaft
Hoffnung Dexit.

(Vorbemerkung: Wie üblich habe ich von Wirtschaft keine Ahnung und schreibe daher im Folgenden nur Quatsch.)

Die „Financial Times“ berichtete heute, dass „die EU“ harte Strafen gegen den Technikkonzern Alphabet erwägt, weil dieser es wage, innerhalb der eigenen Angebote die eigenen Produkte zu bevorzugen, was zumindest keine allzu falsche Annahme ist, denn mit Konzepten wie dem bei Nutzern eher unbeliebten AMP und der priorisierten Suche von YouTube-Videos ist die zu Alphabet gehörende Firma Google weit davon entfernt, ein neutraler Dienstleister zu sein.

Nun ist Google keine staatliche Firma, sondern Teil der „freien Wirtschaft“ und somit keineswegs dazu angehalten, seinen Mitbewerbern prominente Werbeplätze einzuräumen. Meines Wissens hat bisher selbst innerhalb der EU niemand Burger King darauf verklagt, künftig auch Produkte von McDonald’s im Sortiment zu führen, und auch Apple weigert sich so standhaft wie erfolgreich, seine Geräte optional mit Android oder Windows auszuliefern. Dagegen sollte die EU wirklich mal was tun!

Dass die EU zur eiligen Marktbereinigung sonst neigt, ist freilich keine Aufsehen erregende Feststellung (Gurkenkrümmung! Gemüsenamen! Glühbirnen! Geld!) und bedarf insofern keiner weiteren Ausführung. Über diese selektive Behinderung freien Warenverkehrs („der Wirtschaft“) hinaus hat die Europäische Union insgesamt politisch ungefähr Folgendes zu bieten:

Ich wage eine Behauptung aufzustellen: Ein Politiker, der sich als liberal und als Menschenfreund versteht, sollte aus genau diesen Gründen und in Erfüllung seiner Verantwortung gegenüber denen, deren Interessen er zu vertreten verpflichtet ist, alles daran setzen, ein baldiges Ende der Europäischen Union herbeizuführen.

Es ist nicht alles schlecht in Großbritannien.

In den NachrichtenWirtschaft
Traumberuf Arbeitsloser

Was die gegenwärtige Lichtgestalt der Hartz-IV-, Agenda-2010- und Angriffskrieg-im-Kosovo-Partei SPD, die seit lächerlichen 19 Jahren mit nur vier Jahren Unterbrechung das Arbeitsministerium („für Arbeit und Soziales“, so die offizielle Bezeichnung) besetzt, übrigens sonst so fordert: Eine Weiterbildung zum Langzeitarbeitslosen. :D

Schulz will längeres Arbeitslosengeld - Laut seinem Plan sollen sich Arbeitslose dafür weiterbilden lassen

Denn, Wortspiel einmal beiseite gelassen, die Bilanz aus 19 Jahren SPD-Regierung lautet eben auch und vor allem Fachkräftemangel – den Fachkräften mangelt es an Arbeit und damit an Geld. Dank eines florierenden Niedriglohnsektors und der praktischen Einrichtung „Hartz IV“, dank derer man selbst jene, denen es über Jahre hinweg an fast allem mangelt, nicht mehr als bitteschön in Lohn und Brot zu versetzende Arme berücksichtigen muss, kann eine Partei, die dieselbe soziale Gerechtigkeit, die sie beinahe jahrzehntelang systematisch abgeschafft hat, alle Wahljahre wieder propagiert, in den einschlägigen Umfragen große Erfolge bei denen erzielen, die sich eine Veränderung – Hauptsache, mal ’n anderer Kanzler – erhoffen, ohne dass diese Jenigen auch nur eine vage Vorstellung davon haben, dass das politische Klima, das sie zu Ausgegrenzten gemacht hat, von jenen drei Parteien gedüngt und gegossen wurde, die auch dieses Jahr wieder von Aufbruch, Zukunft und Sozialsystem quatschen, nämlich von der Regierung aus SPD und Grünen einer- und der Regierung aus CDU, CSU und SPD andererseits.

Dass, wer aus Überzeugung statt aus taktischen Gründen wählt, seine Stimme quasi verschenkt, ist ein Märchen, dessen Ausgang die Entrechtungsparteien längst perfektioniert haben und an dem sie auch in einer Zeit, in der eine gleichwie politisch einfarbige Partei der Unzufriedenen sich in die Landtage facebooken lässt, festhalten, denn es hat sich – Schulz! Schulz! – als wirksame Waffe gegen bewegte Graswurzelei bewährt.

Vermutlich, damit der Russe nicht gewinnt.

In den NachrichtenWirtschaft
Mindesthohn

(Vorbemerkung: Meine Ahnung von Wirtschaft weigert sich auch weiterhin beharrlich zu existieren.)

Toll:

Der seit eineinhalb Jahren geltende gesetzliche Mindestlohn wird 2017 erstmals angehoben. Der Mindestlohn soll von derzeit 8,50 Euro auf dann 8,84 Euro pro Stunde steigen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin eine Verordnung von Arbeitsministerin Andrea Nahles.

Damit sinkt das Risiko der Altersarmut für Geringverdiener um, Moment…

Auf eine schriftliche Frage (…) musste Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller einräumen, dass ein Beschäftigter 45 Jahre lang und mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Wochenstunden, 11,50 Euro verdienen müsste, um im Alter eine Rente zu erhalten, die über der aktuellen Grundsicherungsschwelle von 769 Euro liegt.

Aber warum dann überhaupt diese geringe Anhebung, wenn man im Alter sowieso nichts davon hat? Ach, richtig:

Dagegen erhofft sich Nahles durch die 34-Cent-Anhebung positive Auswirkungen auf die Konsumnachfrage.

Ist ja bald Weihnachten.

Aber nicht alles auf einmal ausgeben! :ja:

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz verlinkt: In der Steuer geirt

„ZEIT ONLINE“, 8. Juli 2016:

Die US-Behörden gehen juristisch gegen die Steuerpraktiken von Facebook vor. Die Steuerbehörde IRS reichte eine Klage gegen den Konzern ein, in der es um die finanzielle Verbindung zur europäischen Facebook-Zentrale in Dublin geht.

„ZEIT ONLINE“, 30. August 2016:

Der US-Konzern Apple muss in Irland die Rekordsumme von bis zu 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen. (…) Das US-Finanzministerium hatte der [EU-Wettbewerbs-]Kommission Ende August vorgeworfen, sie untergrabe das internationale Steuersystem und nehme dabei „überproportional“ US-Konzerne ins Visier.

Bei Steuern wollen die USA von globalisierter Wirtschaft dann doch lieber nichts wissen.

In den NachrichtenMontagsmusikWirtschaft
Pure Reason Revolution – The Bright Ambassadors of Morning // Bedingungslose Grundaufregung

Was fehltEs ist, juchhei!, Montag; damit sind es nur noch fünf Tage bis zum Wochenende, was noch ein wenig schöner wäre, wäre sie auch da. Ein Käuzchen nickt verständnisvoll.

Weniger Verständnis weckt wie üblich die Wirtschaft: Das Schweizer Volk hat sich am Wochenende überwiegend gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen entschieden, bei der „ZEIT“, die ihren Lesern offenbar extra erklären muss, dass ein Ganzes 100 Prozent sind („entschieden sich 78 Prozent der Teilnehmer (…) dagegen. 22 Prozent stimmten demnach dafür“, das gibt ein Fleißbienchen im Klassenbuch), und in anderen Medien bis hin zum virtuellen Boxsack Twitter ist man natürlich weitgehend fassungslos darüber, dass das kommunistische Ideal sich noch nicht mal in der Schweiz durchsetzen kann, obwohl doch die Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten stets ein verlässlicher Partner oder so bei der Durchsetzung der einzig richtigen Politik war. Aus den Reihen der SPD wird die Schweiz für die Volksentscheidung beklatscht, was in mir durchaus Zweifel reifen lässt, ob meine Skepsis bezüglich eines „bedingungslosen“ (sprich: leistungslosen) Grundeinkommens nicht vielleicht doch voreilig ist. Was die SPD gut findet, ist meist gar nicht so gut.

Der Ruf nach einem „bedingungslosen Grundeinkommen“ ist verständlich, aber kurzsichtig: Wird der Gegenwert des Satzes „ich habe kein Geld“ von (wie bislang) 0 auf, sagen wir mal, 800 Euro angehoben, besitzt also jeder plötzlich einfach so 800 Euro, so verliert das Geld relativ dazu an Wert. Ein Beispiel: Im November 1923 betrug das Briefporto 10 Milliarden Mark, weil Geld wegen seiner übermäßigen Herstellung quasi nichts mehr wert war, was letztlich zu Hitler und ein paar sehr unangenehmen Zwischenfällen führte. Ein übertriebener Vergleich, sagt ihr? Vielleicht habt ihr damit sogar Recht. Wenn’s keiner weiß, kann keiner jubeln.

Woher, apropos, kommt es eigentlich, dass Nachrichtenartikel über Kinderpornografie überdurchschnittlich oft mit einem MacBook bebildert werden? Ted Unangst geht von einem Zusammenhang aus.

Kapellmeister, kapellmeistere!

Pure Reason Revolution- Bright Ambassadors Of Morning

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
Liegengebliebenes vom 5. Mai 2016

Der Feminismus war erschreckend still in letzter Zeit. Jetzt stellt sich heraus: Er hat nur Kräfte gesammelt. Der Doppelschlag:

  1. Virtuelles Manspreading. Das heißt: Wenn ihr irgendwo im Web (zum Beispiel: hier unten drunter) einen Kommentar hinterlasst, ohne darauf zu achten, dass es an der gleichen Stelle bereits recht viele Kommentare von Männern gibt, aber selbst keine Frau seid, tragt ihr dazu bei, dass Frauen dort unterrepräsentiert sind, was frauenfeindlich, rüpelhaft und mindestens so schlimm wie Hitler ist.
  2. Was eine Partei im (erneuten) Aufwind – vgl. Piratenpartei um 2011 herum – unbedingt braucht, sind ja solche Ideen: Feministische Liberale fordert Frauenquote in der F.D.P., und so langsam können wir uns von der F.D.P. dann wohl auch wieder verabschieden.

Immer nur Drogen sind ja auch langweilig: Polizei greift jungen Mann mit Drogen und 3.000 Pfandetiketten auf.


Abschließend kurz notiert zur re:publica: Eine Szene, die sich von Sascha Lobo anführen lässt, wird immer nur zu lange Texte schreiben, aber niemals was verändern.


Apropos „kein Geld haben“: Die Steuern, die griechische Bürger retten sollen, haben stattdessen griechische Banken gerettet. Das ist natürlich jetzt eine große Überraschung.


Ganz Deutschland beklagt die baldige Abschaffung großer Geldscheine, ohne jemals einen besessen zu haben. Dabei gibt es gute Gründe, das Bargeld auch mit großen Nennwerten für ein Sicherheitsnetz zu halten: Studentin bekommt aus Versehen einen Millionenkredit und verpulvert ihn. Mit 500-Euro-Scheinen wäre das nicht passiert!

In den NachrichtenWirtschaft
Fachkräftebezahlungsmangel

Auf WELT.de (möchte aufgrund des Leistungsschutzrechts hier nicht verlinkt werden) ist seit heute neben allerlei weiteren Geschichten auch diese zu lesen:

Deutschland ist immer stärker auf Zuwanderer angewiesen, um seine wachsende Fachkräftelücke zu schließen. (…) Dies zeigt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). IW-Direktor Michael Hüther fordert deshalb ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild, damit gut qualifizierte Arbeitsmigranten unbürokratischer als bisher nach Deutschland kommen können.

Dabei liegt im Interesse der deutschen Wirtschaft (lies: von Arbeitgebern) oft primär die Gewinnmaximierung: „Hunderttausende Akademiker arbeiten zu Niedriglöhnen“ („WELT am Sonntag“, 2014). Gut ausgebildete einheimische Fachkräfte sind sich ihres Wertes auf dem Arbeitsmarkt oft bewusst und sind nicht bereit, sich unter Wert zu verkaufen.

Ist ja alles nicht so schlimm: Arbeitslosenzahl steigt im Januar weniger als üblich, irgendwann ist halt jeder Markt mal gesättigt; „danach gab es zum Jahresbeginn so viele freie Stellen wie nie zuvor“ (aus dem gleichen Artikel), was merkwürdig anmutet, bedenkt man, dass es für immer mehr freie Stellen auch immer mehr Entlassungen zu geben scheint.

Oder Menschen, die gar nicht erst eingestellt werden. Es gab laut „taz“ vor einem Jahr etwa 2,4 Prozent arbeitslose Akademiker in Deutschland, bereits bereinigt um die Zahl derer, die Praktika, Volontariate und ähnliche Umwege beschreiten, um nicht auf der Straße zu sitzen. Dabei trage der ach so soziale Mindestlohn nicht unbedingt zu einer Besserung bei:

[E]in Absolvent darf ab 2015 nur noch unter bestimmten Bedingungen ein Praktikum absolvieren, nämlich dann, wenn es der berufsqualifizierenden Weiterbildung dient, die bis dahin noch nicht abgeschlossen sein darf.

Und so kommt es, dass ich einen Anruf einer renommierten Tageszeitung aus dem hessischen Raum erhalte, die mir versichern, mein Fall sei eingehend beraten worden, aber man müsse mir mitteilen, mein Praktikumsvertrag, abgeschlossen für 2015, werde aufgelöst.

Der hiesige Arbeitsmarkt leidet nicht unter einem „Fachkräftemangel“, der sich nur mit oft schlecht ausgebildeten, aber dafür günstigen ausländischen Arbeitern mildern ließe. Er leidet an wirtschaftlichen Erwägungen (lies: am Geiz) derer, die ihn beklagen.

Und, wie immer, an der SPD.

In den NachrichtenNerdkramsWirtschaft
Tweetwachstum / Schrödingers Boolean

Und dann war da noch Twitter.

Das damalige Nebenprodukt einer eigentlich ganz anderen Software, das 2006 als eine Art „SMS fürs Web“ entwickelt wurde, fand mit seinem simplen Konzept sehr schnell Abnehmer, also Nutzer; dies wohl auch, weil es ein einigermaßen eigenständiges Ziel verfolgte und nicht versuchte, ein besseres MySpace, StudiVZ, Friendster oder mittlerweile Facebook zu sein. Offene APIs sorgten für eine ungeahnte Vielzahl an „alternativen“ Twitterclients (zum Beispiel für meinen), das Echtzeitmodell ließ Twitter mitunter zu einem wichtigeren Nachrichtenportal werden als Nachrichtenportale selbst.

Ärgerlich am „Wachstum“ eines solchen Dienstes aber sind, von den Folgen für potenzielle Konkurrenz wie GNU Social – Kennt ihr nicht? Seht ihr! – einmal abgesehen, für ihn selbst zwei Faktoren: Zum Einen ist exponenzieller Zuwachs an Benutzern irgendwann unrealistisch bis unmöglich, was ein Problem ist, das sich Twitter immerhin mit den Herstellern von Mobiltelefonen teilt, es hat eben kaum ein Mensch mehr als nur zwei Ohren; zum Anderen kann ein Unternehmen mit solchem Personal und solcher technischer Infrastruktur nicht beliebig lange damit rechnen, dass man von gutgläubigen Investoren leben kann. Gerade, wenn man wie Twitter ohne ein funktionierendes Geschäftsmodell den Börsengang wagt, wird die Lage mit der Zeit selten entspannter.

Nun hätte Twitter einfach den logischen Schritt vollziehen und bezahlte Konten einführen können, die dann zum Beispiel animierte Avatare oder sonstige für die meisten Menschen völlig egale Extras als Belohnung bekommen hätten. Stattdessen hat man sich bei Twitter angesehen, was (erster Fehler) der Marktführer Facebook so anders macht als man selbst, und (zweiter Fehler) beschlossen, dass einiges dort genau das ist, was Twitter, das überhaupt nicht versucht hatte, ein „soziales Netzwerk“ zu sein, dringend brauche. Anstupsen war es bedauerlicherweise nicht.

Twitter bekam also ein neues Aussehen, geschwätzigere Benutzerprofile, die Möglichkeit, sich in Direktnachrichten ohne die übliche Begrenzung auf 140 Zeichen auszudrücken, und nun endlich auch die Funktion, kein Echtzeitmedium mehr zu sein: Man kann Tweets jetzt nach Relevanz sortieren, wohlgemerkt: nach der von Twitter geschätzten Relevanz, was ungefähr „je mehr Leute einem Benutzer folgen, desto relevanter ist sein Sermon“ bedeutet. Dass diese Option nicht nur abschaltbar, sondern auch standardmäßig deaktiviert ist, sich für bestehende Nutzer also bis auf Weiteres nichts ändert, milderte die Protestwelle kaum ab. Wieder einmal ist Twitter „endgültig“ gestorben, wieder einmal werden obskure Alternativen als die künftige Heimat ganz Twitters angepriesen; beginnend mit nächster Woche werden diese Alternativen dann allesamt wieder Staub ansetzen, weil ein Nichttwitter eben keinen Spaß macht, wenn man dort ganz allein lustig ist.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte: Die Nutzerzahl von Twitter stagniert, und das hat durchaus Gründe, die nichts damit zu tun haben, dass Twitternutzer eigentlich lieber bei Facebook wären.

Warum führt Twitter nicht endlich auch Glücksnüsse ein? :motz:


Apropos :motz::

Computer sind prima, weil sie binär funktionieren und es nur richtig und falsch gibt, richtig?

Falsch!

Ein Programm hat, grob zusammengefasst, zwei mögliche Zustände beim Beenden, nämlich true (alles hat funktioniert) oder false (irgendwas lief beim Ausführen schief), dabei entspricht der Rückgabewert 0 oder „gar nichts“ in der Regel true und jede größere Zahl false. Das true-Programm (true.c) aus dem GNU-Projekt – das ist das, mit dem sich Linuxnutzer angeblich herumärgern müssen – lässt das aber offen:

true ist unter handelsüblichem Linux also entweder true oder false, das ist Definitionssache. :mrgreen: Dass für eine derartige Aufgabe 80 Zeilen nötig sind, erklärt sich überwiegend daraus, dass ja Versions- und Hilfeausgaben nötig sind, falls der Benutzer mal nicht weiß, welche Version von „gib 0 zurück“ er nun eigentlich verwendet.

Falls sich das mal ändert oder so.

(teilweise via @ixception)

In den NachrichtenPolitikWirtschaft
Terrorgeld

Das hat Allzwecklosminister Schäuble schon richtig erkannt: Wer in diesem Land trotz der horrenden Steuern, der Inflation und der Mietpreise noch über eine nennenswerte Summe Bargeldes verfügt, der macht bestimmt was Anrüchiges.

Nur solle die Geldwäsche besser bekämpft werden. Und deshalb erwägt das Ressort von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), eine Obergrenze für Bargeldgeschäfte von 5.000 Euro einzuführen. (…) Bei dem Vorstoß, Zahlungen oberhalb einer gewissen Grenze verpflichtend per Überweisung vorzunehmen, gehe es nicht um die Abschaffung des Bargeldes, sondern um die Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerbetrug im großen Stil.

Geldtransfers mit größeren Beträgen sind also künftig bevorzugt virtuell vorzunehmen. Angst vor Überwachung? So ein Quatsch. Die USA haben doch versprochen, in Zukunft ein bisschen reuiger zu gucken, wenn ihre Geheimdienste bei der Arbeit ertappt werden. Auch eine Art von Moral.

Seid erkennbar; wichtiger noch: seid verfolgbar! Es ist ja zu unser aller Wohl. Es wird die meisten Verbrechen effizient verhindern, wenn etwa durch unsaubere Geschäfte erworbenes Geld nur noch in Koffern ausgetauscht werden kann, die höchstens 5.000 Euro beinhalten. Mehr geht nicht, mehr ist ja verboten.

So viel Geld lässt sich, weiß Gott, nicht mit etwas Gutem verdienen.
Friedrich Schiller: „Kabale und Liebe“