Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaft’.

Von Wirtschaft habe ich keine Ahnung, aber mir scheint, das würde aus mir einen grandiosen Staatsmann machen. Das ist eigentlich ziemlich ärgerlich.

In den NachrichtenWirtschaft
Hoffnung Dexit.

(Vorbemerkung: Wie üblich habe ich von Wirtschaft keine Ahnung und schreibe daher im Folgenden nur Quatsch.)

Die „Financial Times“ berichtete heute, dass „die EU“ harte Strafen gegen den Technikkonzern Alphabet erwägt, weil dieser es wage, innerhalb der eigenen Angebote die eigenen Produkte zu bevorzugen, was zumindest keine allzu falsche Annahme ist, denn mit Konzepten wie dem bei Nutzern eher unbeliebten AMP und der priorisierten Suche von YouTube-Videos ist die zu Alphabet gehörende Firma Google weit davon entfernt, ein neutraler Dienstleister zu sein.

Nun ist Google keine staatliche Firma, sondern Teil der „freien Wirtschaft“ und somit keineswegs dazu angehalten, seinen Mitbewerbern prominente Werbeplätze einzuräumen. Meines Wissens hat bisher selbst innerhalb der EU niemand Burger King darauf verklagt, künftig auch Produkte von McDonald’s im Sortiment zu führen, und auch Apple weigert sich so standhaft wie erfolgreich, seine Geräte optional mit Android oder Windows auszuliefern. Dagegen sollte die EU wirklich mal was tun!

Dass die EU zur eiligen Marktbereinigung sonst neigt, ist freilich keine Aufsehen erregende Feststellung (Gurkenkrümmung! Gemüsenamen! Glühbirnen! Geld!) und bedarf insofern keiner weiteren Ausführung. Über diese selektive Behinderung freien Warenverkehrs („der Wirtschaft“) hinaus hat die Europäische Union insgesamt politisch ungefähr Folgendes zu bieten:

Ich wage eine Behauptung aufzustellen: Ein Politiker, der sich als liberal und als Menschenfreund versteht, sollte aus genau diesen Gründen und in Erfüllung seiner Verantwortung gegenüber denen, deren Interessen er zu vertreten verpflichtet ist, alles daran setzen, ein baldiges Ende der Europäischen Union herbeizuführen.

Es ist nicht alles schlecht in Großbritannien.

In den NachrichtenWirtschaft
Traumberuf Arbeitsloser

Was die gegenwärtige Lichtgestalt der Hartz-IV-, Agenda-2010- und Angriffskrieg-im-Kosovo-Partei SPD, die seit lächerlichen 19 Jahren mit nur vier Jahren Unterbrechung das Arbeitsministerium („für Arbeit und Soziales“, so die offizielle Bezeichnung) besetzt, übrigens sonst so fordert: Eine Weiterbildung zum Langzeitarbeitslosen. :D

Schulz will längeres Arbeitslosengeld - Laut seinem Plan sollen sich Arbeitslose dafür weiterbilden lassen

Denn, Wortspiel einmal beiseite gelassen, die Bilanz aus 19 Jahren SPD-Regierung lautet eben auch und vor allem Fachkräftemangel – den Fachkräften mangelt es an Arbeit und damit an Geld. Dank eines florierenden Niedriglohnsektors und der praktischen Einrichtung „Hartz IV“, dank derer man selbst jene, denen es über Jahre hinweg an fast allem mangelt, nicht mehr als bitteschön in Lohn und Brot zu versetzende Arme berücksichtigen muss, kann eine Partei, die dieselbe soziale Gerechtigkeit, die sie beinahe jahrzehntelang systematisch abgeschafft hat, alle Wahljahre wieder propagiert, in den einschlägigen Umfragen große Erfolge bei denen erzielen, die sich eine Veränderung – Hauptsache, mal ’n anderer Kanzler – erhoffen, ohne dass diese Jenigen auch nur eine vage Vorstellung davon haben, dass das politische Klima, das sie zu Ausgegrenzten gemacht hat, von jenen drei Parteien gedüngt und gegossen wurde, die auch dieses Jahr wieder von Aufbruch, Zukunft und Sozialsystem quatschen, nämlich von der Regierung aus SPD und Grünen einer- und der Regierung aus CDU, CSU und SPD andererseits.

Dass, wer aus Überzeugung statt aus taktischen Gründen wählt, seine Stimme quasi verschenkt, ist ein Märchen, dessen Ausgang die Entrechtungsparteien längst perfektioniert haben und an dem sie auch in einer Zeit, in der eine gleichwie politisch einfarbige Partei der Unzufriedenen sich in die Landtage facebooken lässt, festhalten, denn es hat sich – Schulz! Schulz! – als wirksame Waffe gegen bewegte Graswurzelei bewährt.

Vermutlich, damit der Russe nicht gewinnt.

In den NachrichtenWirtschaft
Mindesthohn

(Vorbemerkung: Meine Ahnung von Wirtschaft weigert sich auch weiterhin beharrlich zu existieren.)

Toll:

Der seit eineinhalb Jahren geltende gesetzliche Mindestlohn wird 2017 erstmals angehoben. Der Mindestlohn soll von derzeit 8,50 Euro auf dann 8,84 Euro pro Stunde steigen. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch in Berlin eine Verordnung von Arbeitsministerin Andrea Nahles.

Damit sinkt das Risiko der Altersarmut für Geringverdiener um, Moment…

Auf eine schriftliche Frage (…) musste Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller einräumen, dass ein Beschäftigter 45 Jahre lang und mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 Wochenstunden, 11,50 Euro verdienen müsste, um im Alter eine Rente zu erhalten, die über der aktuellen Grundsicherungsschwelle von 769 Euro liegt.

Aber warum dann überhaupt diese geringe Anhebung, wenn man im Alter sowieso nichts davon hat? Ach, richtig:

Dagegen erhofft sich Nahles durch die 34-Cent-Anhebung positive Auswirkungen auf die Konsumnachfrage.

Ist ja bald Weihnachten.

Aber nicht alles auf einmal ausgeben! :ja:

In den NachrichtenWirtschaft
Kurz verlinkt: In der Steuer geirt

„ZEIT ONLINE“, 8. Juli 2016:

Die US-Behörden gehen juristisch gegen die Steuerpraktiken von Facebook vor. Die Steuerbehörde IRS reichte eine Klage gegen den Konzern ein, in der es um die finanzielle Verbindung zur europäischen Facebook-Zentrale in Dublin geht.

„ZEIT ONLINE“, 30. August 2016:

Der US-Konzern Apple muss in Irland die Rekordsumme von bis zu 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlen. (…) Das US-Finanzministerium hatte der [EU-Wettbewerbs-]Kommission Ende August vorgeworfen, sie untergrabe das internationale Steuersystem und nehme dabei „überproportional“ US-Konzerne ins Visier.

Bei Steuern wollen die USA von globalisierter Wirtschaft dann doch lieber nichts wissen.

In den NachrichtenMontagsmusikWirtschaft
Pure Reason Revolution – The Bright Ambassadors of Morning // Bedingungslose Grundaufregung

Was fehltEs ist, juchhei!, Montag; damit sind es nur noch fünf Tage bis zum Wochenende, was noch ein wenig schöner wäre, wäre sie auch da. Ein Käuzchen nickt verständnisvoll.

Weniger Verständnis weckt wie üblich die Wirtschaft: Das Schweizer Volk hat sich am Wochenende überwiegend gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen entschieden, bei der „ZEIT“, die ihren Lesern offenbar extra erklären muss, dass ein Ganzes 100 Prozent sind („entschieden sich 78 Prozent der Teilnehmer (…) dagegen. 22 Prozent stimmten demnach dafür“, das gibt ein Fleißbienchen im Klassenbuch), und in anderen Medien bis hin zum virtuellen Boxsack Twitter ist man natürlich weitgehend fassungslos darüber, dass das kommunistische Ideal sich noch nicht mal in der Schweiz durchsetzen kann, obwohl doch die Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten stets ein verlässlicher Partner oder so bei der Durchsetzung der einzig richtigen Politik war. Aus den Reihen der SPD wird die Schweiz für die Volksentscheidung beklatscht, was in mir durchaus Zweifel reifen lässt, ob meine Skepsis bezüglich eines „bedingungslosen“ (sprich: leistungslosen) Grundeinkommens nicht vielleicht doch voreilig ist. Was die SPD gut findet, ist meist gar nicht so gut.

Der Ruf nach einem „bedingungslosen Grundeinkommen“ ist verständlich, aber kurzsichtig: Wird der Gegenwert des Satzes „ich habe kein Geld“ von (wie bislang) 0 auf, sagen wir mal, 800 Euro angehoben, besitzt also jeder plötzlich einfach so 800 Euro, so verliert das Geld relativ dazu an Wert. Ein Beispiel: Im November 1923 betrug das Briefporto 10 Milliarden Mark, weil Geld wegen seiner übermäßigen Herstellung quasi nichts mehr wert war, was letztlich zu Hitler und ein paar sehr unangenehmen Zwischenfällen führte. Ein übertriebener Vergleich, sagt ihr? Vielleicht habt ihr damit sogar Recht. Wenn’s keiner weiß, kann keiner jubeln.

Woher, apropos, kommt es eigentlich, dass Nachrichtenartikel über Kinderpornografie überdurchschnittlich oft mit einem MacBook bebildert werden? Ted Unangst geht von einem Zusammenhang aus.

Kapellmeister, kapellmeistere!

Pure Reason Revolution- Bright Ambassadors Of Morning

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
Liegengebliebenes vom 5. Mai 2016

Der Feminismus war erschreckend still in letzter Zeit. Jetzt stellt sich heraus: Er hat nur Kräfte gesammelt. Der Doppelschlag:

  1. Virtuelles Manspreading. Das heißt: Wenn ihr irgendwo im Web (zum Beispiel: hier unten drunter) einen Kommentar hinterlasst, ohne darauf zu achten, dass es an der gleichen Stelle bereits recht viele Kommentare von Männern gibt, aber selbst keine Frau seid, tragt ihr dazu bei, dass Frauen dort unterrepräsentiert sind, was frauenfeindlich, rüpelhaft und mindestens so schlimm wie Hitler ist.
  2. Was eine Partei im (erneuten) Aufwind – vgl. Piratenpartei um 2011 herum – unbedingt braucht, sind ja solche Ideen: Feministische Liberale fordert Frauenquote in der F.D.P., und so langsam können wir uns von der F.D.P. dann wohl auch wieder verabschieden.

Immer nur Drogen sind ja auch langweilig: Polizei greift jungen Mann mit Drogen und 3.000 Pfandetiketten auf.


Abschließend kurz notiert zur re:publica: Eine Szene, die sich von Sascha Lobo anführen lässt, wird immer nur zu lange Texte schreiben, aber niemals was verändern.


Apropos „kein Geld haben“: Die Steuern, die griechische Bürger retten sollen, haben stattdessen griechische Banken gerettet. Das ist natürlich jetzt eine große Überraschung.


Ganz Deutschland beklagt die baldige Abschaffung großer Geldscheine, ohne jemals einen besessen zu haben. Dabei gibt es gute Gründe, das Bargeld auch mit großen Nennwerten für ein Sicherheitsnetz zu halten: Studentin bekommt aus Versehen einen Millionenkredit und verpulvert ihn. Mit 500-Euro-Scheinen wäre das nicht passiert!

In den NachrichtenWirtschaft
Fachkräftebezahlungsmangel

Auf WELT.de (möchte aufgrund des Leistungsschutzrechts hier nicht verlinkt werden) ist seit heute neben allerlei weiteren Geschichten auch diese zu lesen:

Deutschland ist immer stärker auf Zuwanderer angewiesen, um seine wachsende Fachkräftelücke zu schließen. (…) Dies zeigt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). IW-Direktor Michael Hüther fordert deshalb ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild, damit gut qualifizierte Arbeitsmigranten unbürokratischer als bisher nach Deutschland kommen können.

Dabei liegt im Interesse der deutschen Wirtschaft (lies: von Arbeitgebern) oft primär die Gewinnmaximierung: „Hunderttausende Akademiker arbeiten zu Niedriglöhnen“ („WELT am Sonntag“, 2014). Gut ausgebildete einheimische Fachkräfte sind sich ihres Wertes auf dem Arbeitsmarkt oft bewusst und sind nicht bereit, sich unter Wert zu verkaufen.

Ist ja alles nicht so schlimm: Arbeitslosenzahl steigt im Januar weniger als üblich, irgendwann ist halt jeder Markt mal gesättigt; „danach gab es zum Jahresbeginn so viele freie Stellen wie nie zuvor“ (aus dem gleichen Artikel), was merkwürdig anmutet, bedenkt man, dass es für immer mehr freie Stellen auch immer mehr Entlassungen zu geben scheint.

Oder Menschen, die gar nicht erst eingestellt werden. Es gab laut „taz“ vor einem Jahr etwa 2,4 Prozent arbeitslose Akademiker in Deutschland, bereits bereinigt um die Zahl derer, die Praktika, Volontariate und ähnliche Umwege beschreiten, um nicht auf der Straße zu sitzen. Dabei trage der ach so soziale Mindestlohn nicht unbedingt zu einer Besserung bei:

[E]in Absolvent darf ab 2015 nur noch unter bestimmten Bedingungen ein Praktikum absolvieren, nämlich dann, wenn es der berufsqualifizierenden Weiterbildung dient, die bis dahin noch nicht abgeschlossen sein darf.

Und so kommt es, dass ich einen Anruf einer renommierten Tageszeitung aus dem hessischen Raum erhalte, die mir versichern, mein Fall sei eingehend beraten worden, aber man müsse mir mitteilen, mein Praktikumsvertrag, abgeschlossen für 2015, werde aufgelöst.

Der hiesige Arbeitsmarkt leidet nicht unter einem „Fachkräftemangel“, der sich nur mit oft schlecht ausgebildeten, aber dafür günstigen ausländischen Arbeitern mildern ließe. Er leidet an wirtschaftlichen Erwägungen (lies: am Geiz) derer, die ihn beklagen.

Und, wie immer, an der SPD.

In den NachrichtenNerdkramsWirtschaft
Tweetwachstum / Schrödingers Boolean

Und dann war da noch Twitter.

Das damalige Nebenprodukt einer eigentlich ganz anderen Software, das 2006 als eine Art „SMS fürs Web“ entwickelt wurde, fand mit seinem simplen Konzept sehr schnell Abnehmer, also Nutzer; dies wohl auch, weil es ein einigermaßen eigenständiges Ziel verfolgte und nicht versuchte, ein besseres MySpace, StudiVZ, Friendster oder mittlerweile Facebook zu sein. Offene APIs sorgten für eine ungeahnte Vielzahl an „alternativen“ Twitterclients (zum Beispiel für meinen), das Echtzeitmodell ließ Twitter mitunter zu einem wichtigeren Nachrichtenportal werden als Nachrichtenportale selbst.

Ärgerlich am „Wachstum“ eines solchen Dienstes aber sind, von den Folgen für potenzielle Konkurrenz wie GNU Social – Kennt ihr nicht? Seht ihr! – einmal abgesehen, für ihn selbst zwei Faktoren: Zum Einen ist exponenzieller Zuwachs an Benutzern irgendwann unrealistisch bis unmöglich, was ein Problem ist, das sich Twitter immerhin mit den Herstellern von Mobiltelefonen teilt, es hat eben kaum ein Mensch mehr als nur zwei Ohren; zum Anderen kann ein Unternehmen mit solchem Personal und solcher technischer Infrastruktur nicht beliebig lange damit rechnen, dass man von gutgläubigen Investoren leben kann. Gerade, wenn man wie Twitter ohne ein funktionierendes Geschäftsmodell den Börsengang wagt, wird die Lage mit der Zeit selten entspannter.

Nun hätte Twitter einfach den logischen Schritt vollziehen und bezahlte Konten einführen können, die dann zum Beispiel animierte Avatare oder sonstige für die meisten Menschen völlig egale Extras als Belohnung bekommen hätten. Stattdessen hat man sich bei Twitter angesehen, was (erster Fehler) der Marktführer Facebook so anders macht als man selbst, und (zweiter Fehler) beschlossen, dass einiges dort genau das ist, was Twitter, das überhaupt nicht versucht hatte, ein „soziales Netzwerk“ zu sein, dringend brauche. Anstupsen war es bedauerlicherweise nicht.

Twitter bekam also ein neues Aussehen, geschwätzigere Benutzerprofile, die Möglichkeit, sich in Direktnachrichten ohne die übliche Begrenzung auf 140 Zeichen auszudrücken, und nun endlich auch die Funktion, kein Echtzeitmedium mehr zu sein: Man kann Tweets jetzt nach Relevanz sortieren, wohlgemerkt: nach der von Twitter geschätzten Relevanz, was ungefähr „je mehr Leute einem Benutzer folgen, desto relevanter ist sein Sermon“ bedeutet. Dass diese Option nicht nur abschaltbar, sondern auch standardmäßig deaktiviert ist, sich für bestehende Nutzer also bis auf Weiteres nichts ändert, milderte die Protestwelle kaum ab. Wieder einmal ist Twitter „endgültig“ gestorben, wieder einmal werden obskure Alternativen als die künftige Heimat ganz Twitters angepriesen; beginnend mit nächster Woche werden diese Alternativen dann allesamt wieder Staub ansetzen, weil ein Nichttwitter eben keinen Spaß macht, wenn man dort ganz allein lustig ist.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte: Die Nutzerzahl von Twitter stagniert, und das hat durchaus Gründe, die nichts damit zu tun haben, dass Twitternutzer eigentlich lieber bei Facebook wären.

Warum führt Twitter nicht endlich auch Glücksnüsse ein? :motz:


Apropos :motz::

Computer sind prima, weil sie binär funktionieren und es nur richtig und falsch gibt, richtig?

Falsch!

Ein Programm hat, grob zusammengefasst, zwei mögliche Zustände beim Beenden, nämlich true (alles hat funktioniert) oder false (irgendwas lief beim Ausführen schief), dabei entspricht der Rückgabewert 0 oder „gar nichts“ in der Regel true und jede größere Zahl false. Das true-Programm (true.c) aus dem GNU-Projekt – das ist das, mit dem sich Linuxnutzer angeblich herumärgern müssen – lässt das aber offen:

true ist unter handelsüblichem Linux also entweder true oder false, das ist Definitionssache. :mrgreen: Dass für eine derartige Aufgabe 80 Zeilen nötig sind, erklärt sich überwiegend daraus, dass ja Versions- und Hilfeausgaben nötig sind, falls der Benutzer mal nicht weiß, welche Version von „gib 0 zurück“ er nun eigentlich verwendet.

Falls sich das mal ändert oder so.

(teilweise via @ixception)

In den NachrichtenPolitikWirtschaft
Terrorgeld

Das hat Allzwecklosminister Schäuble schon richtig erkannt: Wer in diesem Land trotz der horrenden Steuern, der Inflation und der Mietpreise noch über eine nennenswerte Summe Bargeldes verfügt, der macht bestimmt was Anrüchiges.

Nur solle die Geldwäsche besser bekämpft werden. Und deshalb erwägt das Ressort von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), eine Obergrenze für Bargeldgeschäfte von 5.000 Euro einzuführen. (…) Bei dem Vorstoß, Zahlungen oberhalb einer gewissen Grenze verpflichtend per Überweisung vorzunehmen, gehe es nicht um die Abschaffung des Bargeldes, sondern um die Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerbetrug im großen Stil.

Geldtransfers mit größeren Beträgen sind also künftig bevorzugt virtuell vorzunehmen. Angst vor Überwachung? So ein Quatsch. Die USA haben doch versprochen, in Zukunft ein bisschen reuiger zu gucken, wenn ihre Geheimdienste bei der Arbeit ertappt werden. Auch eine Art von Moral.

Seid erkennbar; wichtiger noch: seid verfolgbar! Es ist ja zu unser aller Wohl. Es wird die meisten Verbrechen effizient verhindern, wenn etwa durch unsaubere Geschäfte erworbenes Geld nur noch in Koffern ausgetauscht werden kann, die höchstens 5.000 Euro beinhalten. Mehr geht nicht, mehr ist ja verboten.

So viel Geld lässt sich, weiß Gott, nicht mit etwas Gutem verdienen.
Friedrich Schiller: „Kabale und Liebe“

In den NachrichtenWirtschaft
VW: Das Management.

Wenn schon sonst nicht mehr auf vieles Verlass ist, so hat doch wenigstens der Volkswagen-Konzern endlich eine Antwort auf die Frage gefunden, wie man wieder zu einer beliebteren Automarke wird. Dafür hat Markenchef Herbert Diess kürzlich ein „Zwölf-Punkte-Programm“ vorgestellt, das alles besser machen soll.

Nämlich so (Quelle: Internet):

1. Weltweite Positionierung

Die verfügbaren Automarken des Konzerns sollen an die jeweiligen Märkte „angepasst“ werden. Einige Automarken werden in bestimmten Ländern also wegen geringer Verkaufszahlen vermutlich eingestellt werden.

Vermutung: Damit werden auch weniger Mitarbeiter benötigt.

2. Kosten und Aufwand

Durch geringere Kosten soll mehr Gewinn erzielt werden.

Vermutung: Übermäßig teure Posten, zum Beispiel zu viele Mitarbeiter, werden reduziert.

3. Regionssteuerung

Regionsmanager von Volkswagen sollen mehr Einfluss erhalten, um mehr Kontrolle über „ihr“ Gebiet zu haben.

Vermutung: Mit mehr Verantwortung geht auch mehr Gehalt für Manager einher.

4. Neue Unternehmenskultur

Bei Volkswagen soll ein regerer Austausch zwischen den verschiedenen Unternehmensebenen stattfinden. Worin das resultieren wird, bleibt abzuwarten.

5. Zukunft durch Effizienz

Es sollen unter anderem Unternehmensprozesse beschleunigt und entfehlert werden, unnötige und potenziell Fehler machende Zwischenglieder zwischen Führungsebene und Belegschaft und damit Mitarbeiter oder ganze Abteilungen entfernt werden. Wachstum ist alles.

6. Kommunikation

Es soll eine vom Konzern unabhängige Markenkommunikation bei Volkswagen geben.

Vermutung: Was immer damit gemeint sein mag, es resultiert doch letztendlich in outsourcing und damit weniger Bedarf an Mitarbeitern.

7. Effiziente Prozesse, schlanke Strukturen

Vermutung: Habe ich eigentlich schon über Entlassungen spekuliert?

8. New Volkswagen

Bereits jetzt beschäftigt der Volkswagen-Konzern unzählige externe Dienstleister, die als Zulieferer die „Digitalisierung“ der Automobile vorantreiben. Künftig soll diese „Digitalisierung“ noch etwas mehr Gewicht bekommen.

Vermutung: Da die externen Dienstleister die entsprechenden Entwicklungen bereits beitragen, sind weniger interne Mitarbeiter notwendig.

9. Exzellente Führung

Die Wirksamkeit von Führung soll im Mittelpunkt stehen.

Vermutung: Mehr Geld für effiziente Manager.

10. Strategiehaus

Es soll mit zusätzlichem Personal eine Markenstrategie entworfen werden. (Ach so, das ist noch gar keine Strategie?)

Vermutung: Das zusätzliche Personal wird, wie so oft, vorübergehend extern angemietet. Das Gehalt wird durch Entlassungen finanziert.

11. Unternehmerische Ziele und Strukturen

Die unternehmerische Verantwortung soll gestärkt werden.

Vermutung: Gehaltserhöhungen für Manager.

12. Erschließung Chancenmärkte

Volkswagen möchte auch in Ländern, in denen es bisher nicht sonderlich erfolgreich ist, „starke Teams“ etablieren.

Vermutung: Mehr Manager ins Ausland, dort gibt es auch preiswerte Arbeitskräfte.


Zur weitgehenden Umsetzung des 12-Punkte-Programms würden also zwei Änderungen genügen:

  • Mehr Einfluss und Geld für Manager
  • Weniger Mitarbeiter in weniger Abteilungen

Ich bin davon überzeugt, dass es so oder so ähnlich kommen wird. Und ich bin davon überzeugt, dass die Börse das goutieren wird.

ComputerIn den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
Dreimal kurz zitiert: Windows 10, Wohlfühlstudenten, Kassenklingeln

Microsofts kreative Versionierung:

This initial shipping version of Windows 10 can also be identified by a build number, 10240. Where the 10 stands for 10 and the 240 stands for absolutely nothing. Actually, the 10 doesn’t stand for 10 either: That’s just the 10,240th time Microsoft has built Windows. Except, of course, that it isn’t.

:lachtot:


Genderirrsinn an der Yale University:

It is not about creating an intellectual space! You understand that? It is about creating a home here! You are not doing that!

Naja, auch in den USA brauchen sie ja Leute, die später mal die Klos putzen.


Der Tod ist ein Kassenwart aus Deutschland:

Die Waffen, die vor zwei Wochen an die 130 Franzosen getötet haben, waren nun vielleicht doch nicht, wie vormals behauptet, von hier. Das meldeten die Nachrichten in allen Kanälen. Dass sie in Deutschland geordert wurden, war halt doch nur ein Gerücht von bösen Zungen. (…) Wieder ein wenig weniger Schuld auf den Schultern dieses Landes.

Die Schuld, die Schuld tragen zum Glück immer die Anderen (i.e. Gabriel, Sigmar).

In den NachrichtenWirtschaft
Experten: Wenn man etwas anzündet, könnte es brennen.

(Vorbemerkung: Ich habe von Finanzwirtschaft nicht übermäßig viel Ahnung, allerdings qualifiziert mich das offenbar zu einer Expertenaussage.)

Die Banken, so stand es gestern in der schlimmen Tageszeitung, machten zwar Geldgeschäfte preiswerter, allerdings warnten Experten davor, dass sie auch Krisen beförderten. Ich beglückwünsche diese Experten zu ihrer Expertise, vergrabe mein Gesicht in einer Hand und melde Zweifel an.

Tatsächlich sind die essenziellen Geldgeschäfte in der Privatwirtschaft (Geld erhalten, Geld für etwas ausgeben, selbst: Geld leihen und verleihen) prinzipiell auch ohne eine Bank kosten- und mehraufwandslos möglich. Nehmen wir an, es gäbe keine Banken und durch Banken beförderte Quatscherfindungen wie Scheckkarten, so wäre der Fluss des Geldes nur schwerlich preiswerter machbar: Das Gehalt in der inzwischen sprichwörtlichen Lohntüte zu erhalten kostet ebenso wenig Transaktionsgebühren wie jemandem etwas mit Bargeld abzukaufen, selbst der Ablauf des Geldverleihs ist „kostenlos“ möglich, rechnet man einmal die Inflation nicht ein (was ja auch eine Bank selten konsequent tut). Schwierig wird es erst, wenn der gewünschte Kredit die Mittel des Verleihers übersteigt. Hier kommen Banken ins Spiel.

Banken sind prinzipiell Kreditinstitute, also Einrichtungen, die über ausreichend Kapital verfügen, um größere Mengen Geldes vorübergehend verleihen und (im Falle von „Einlagen“) verzinsen zu können. Dieses Geld stammt zum Großteil von Investoren im weiteren Sinne, also Leuten, die Geld in die Bank gebracht haben, was dazu führt, dass das Geld, was gerade verliehen wurde, im tatsächlichen Bestand nur noch virtuell vorhanden ist. Zum Glück für die Banken ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Großteil der Einlagernden gleichzeitig seine Einlagen ausgezahlt haben möchte, überschaubar gering. Eigentlich wäre so eine Bank also für eine halbwegs intakte Gesellschaft nur in Sonderfällen wirklich notwendig und keine tragende Säule des Miteinanders; aber auch andernfalls wäre es eigentlich nicht von Belang, ob Banken nun dauerhaft Bestand haben oder nicht.

Wenn da nicht der Kapitalbedarf wäre.

Für den prinzipiell nicht mit besonderen Zusatzkosten verbundenen Geldtransfer, der in einer gesunden Zivilisation nicht mit Bürokratie und Fußnoten verbunden ist, hätte so eine Bank gern Geld, denn die Verwaltung dieses Kapitals ist mit hohem Personalaufwand verbunden. Die „Arbeit“ eines Vorstandsvorsitzenden ist dabei um das über Hundertfache so viel wert wie die eines einfachen Schalterbediensteten, die Zahlen im Computer verwalten sich immerhin nicht von allein. Vor einigen Jahrzehnten hat die Deutsche Bank diese Gehälter noch mit „Arisierung“ erwirtschaftet, allerdings scheint dies in den letzten Jahren etwas an Popularität beim Publikum eingebüßt zu haben, weshalb andere Einnahmequellen aufgetan werden mussten. Die Finanzierung durch Großspenden („Rettungsschirm“) ist dabei eine Sonderform, entstanden aus der Sorge darum, dass die Gehälter von Bankvorständen womöglich sonst deutlich geringer als das Bruttoinlandsprodukt von Monaco sein müssten. (Wenn noch jemand nicht verstanden haben sollte, worin eigentlich das Problem mit dem Kapitalismus besteht, und sich von lästigen Details wie dem Raubbau von Rohstoffen und der Kernaussage von Werbung, dass so ein Bürger gar kein Interesse haben, sondern nur mit ausreichend wenig Stolz versehen sein muss, dann möge er sich diese Zahlen einfach mal vor Augen führen. Aber das führt hier vielleicht zu weit.) Um den Lebensstandard ihrer Mitarbeiter zu halten, investieren Banken mit dem Geld derer, die es ihr zum Aufpassen anvertraut haben, zum Beispiel in risikoreiche Geschäfte wie Firmenanteile und Haushypotheken oder den Kauf anderer Banken für lächerlich geringe Preise in Milliardenhöhe, stets in der Hoffnung, es ergebe sich ein deutlicher Gewinn daraus, der dann an die eigenen Kunden Vorstandsmitglieder ausgeschüttet werden kann. Das klappt manchmal, manchmal aber auch nicht; und wenn es nicht klappt, halten Menschen, deren berufliches Dasein verzichtbar ist, ihr Gesicht vor eine Kamera und sprechen ins erstbeste Mikrofon Dinge hinein, die suggerieren, dass das jetzt zwar verständlicherweise enttäuschend sei, die schicksalsbedingt kapitalistische Gesellschaft aber ohne eine Bank nicht auskäme, weshalb man da ja leider nichts machen könne.

Anders gesagt: Die Gewinnabsicht von Banken ist der Auslöser jeder bisher bedeutenden Finanzkrise, und das keineswegs nur möglicherweise. Ohne eine gravierende Umwälzung des Systems ist eine Besserung nicht machbar. Zyniker könnten eine Verstaatlichung von Banken vorschlagen, nachdem der Steuerzahler viele von ihnen ja mittlerweile sowieso „bezahlt“ hat, allerdings übersähen diese Zyniker dann die Erfolgsgeschichte anderer Staatsunternehmen wie der Deutschen Bahn, die ja durchaus auch weit davon entfernt ist, lediglich kostendeckend zu arbeiten (beziehungsweise nicht zu arbeiten).

Oder man macht das mit den Fackeln und Heugabeln. Springt, ihr Widerlinge. Als hübschen Nebeneffekt bereinigt man die Gesellschaft damit auch gleich um die verbliebenen F.D.P.-Wähler.


In weiteren Nachrichten: Obama findet die Todesstrafe problematisch. Er ist sich nur noch nicht sicher, warum.

In den NachrichtenWirtschaft
Europa ist mehr.

(Vorbemerkung: Ich habe von Wirtschaft keine Ahnung.)

Ich wurde gefragt, welchen Vorschlag ich zum weiteren Umgang mit Griechenland und seinen fehlenden Finanzen denn machen könne; man könne doch die Griechen nicht einfach verhungern lassen. Bei der Betrachtung dieses Extrems ließe sich vermutlich bei einem Blick ins Gesetzbuch vieles abkürzen:

Die Union haftet nicht für die Verbindlichkeiten (…) von Mitgliedstaaten und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein (…). Ein Mitgliedstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten (…) eines anderen Mitgliedstaats und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein (…).

Aber man müsse doch den Euro retten, skandiert man, um sein Gewissen zu reinigen. Die gehen sonst! Dass bei den Diskussionen darüber, ob dadurch nicht unser Europa gefährdet würde, EU-Länder wie Großbritannien und Schweden, die den Euro nicht haben wollen, sowie völlig außenstehende europäische Staaten wie die Schweiz und Norwegen, die trotz fehlender Mitgliedschaft in der Eurozone nicht unbedingt durch eine am Boden liegende Wirtschaft auffallen, oft nicht einmal berücksichtigt werden, beeinflusst das Ergebnis solcher Überlegungen vermutlich nicht in unbedeutendem Ausmaß. Insofern zeichnete auch Paul de Grauwe ein merkwürdiges Bild von Europa, als er bereits im April dieses Jahres verkündete:

Eine Währungsunion, in der einzelne Länder austreten können, wenn der finanzielle und ökonomische Druck zu groß wird, ist eine komplett andere als das Konzept einer dauerhaft bestehenden Eurozone, wie wir sie bislang hatten.

(Hervorhebung wie gewohnt von mir.)

Weil wir sie eben nicht bislang hatten. – Verschiedene Staaten sind ebenso verschiedenen Marktbedingungen unterworfen, eine staatenübergreifende Währung kann in einem heterogenen Staatenbund nicht ohne größere Kompromisse funktionieren.

Griechenland bräuchte, wenn es nach dem Internationalen Währungsfonds geht, etwa 30 Jahre Zeit, um seine Schulden zurückzuzahlen. Wäre das Land bereits 2008 mit dem Einsetzen der Rezession aus dem Euro ausgestiegen (das schreckliche Wort „Grexit“ empfehle ich jedem Menschen mit auch nur geringem Sprachvermögen zu vermeiden), spekuliert Simon Jenkins, so wäre seine Wirtschaft bereits nahezu stabil. Woher die Angst? Vielleicht sollte Griechenland aus der Währungsgemeinschaft aussteigen, die schon jetzt von etwa einem Drittel der EU-Länder nicht beachtet wird. Vielleicht sollte der Euro auch aus der EU aussteigen, denn ein tatsächlicher Mehrwert einer gemeinsamen Währung ist mittlerweile, nachdem ihre einstigen Standards in Vergessenheit geraten sind, zweifelhaft.

Dass als Zwischenfazit all dieser Diskussion die Volkssouveränität Griechenlands in ein „EU-Protektorat“ (Frank Schäffler, F.D.P.) übergehen soll, verbessert die Lage auch aus moralischer Sicht nicht:

All das, wofür Syriza im Januar gewählt wurde und was jetzt beim Referendum mit großer Mehrheit bestätigt wurde, soll nun über Bord geworfen werden. So lächerlich unrealistisch die angepeilten Privatisierungserlöse von 50 Milliarden Euro auch sein mögen, sie sind ein Schlag ins Gesicht der Sozialisten in Griechenland.

Eine europäische Wirtschaftsgemeinschaft ist aus historischer wie ökonomischer Sicht eine gute Idee. Sie kann aber selbst unter der Voraussetzung, dass sie auch ohne ein Drittel der möglichen Teilnehmer noch als „intakt“ gewertet wird, nur funktionieren, wenn zweitrangige Werte wie etwa der Name der in ihren Mitgliedsländern verwendeten Währung keinen hohen Stellenwert eingeräumt bekommen. Im Übrigen ist der Markt noch immer ein Vehikel und kein Protagonist; Schweden, Norwegen und selbst Großbritannien sind bei allen wirtschaftlichen Unterschieden noch immer ein Teil der europäischen Wertegemeinschaft. Nun mag man von der europäischen Wertegemeinschaft angesichts von Krieg und Elend so wenig halten wie ich, aber es gilt: Europa definiert sich nicht über gemeinsames Geld, Europa ist ein Ideal.

In Somalia verhungern Kinder und ihr wollt eure fehlgeplante Währung retten?


Zum Ausgleich noch etwas von dieser abendländischen „Kultur“ („SPIEGEL ONLINE“), von der immer alle reden: Hihihi, er hat „kommen“ gesagt!

In den NachrichtenMusikNerdkramsPolitikWirtschaft
Nachrichtenüberblick, 23. Mai 2015

Die Friedensoffensive der Bundesregierung geht weiter: Auch das neue Leutetotschießgerät der Bundeswehr funktioniert nicht.


Mozilla sei wichtig für „unser offenes Netz“, heißt es. Wie offen? So offen:

Mozilla möchte (…) beweisen, dass relevante Werbung auch dann möglich sei, wenn die Privatsphäre der Nutzer geachtet werde (…).

Ungefragt als williger Empfänger von Produktinformationen, als Kunde statt als Nutzer angesehen zu werden fühlt sich natürlich gleich viel besser an, wenn niemand erfährt, dass man es wird.


Andererseits sind entrechtende Konzerne gerade wieder einmal im Aufwind: Der augenscheinlich Kunden verachtende Scheißkonzern Sony (der mit den Internetsperren und den Trojanern auf an Kunden ausgelieferten Tonträgern) hatte mit dem Eigentum ablehnenden Unternehmen Spotify einen zumindest von 2011 bis 2014 gültigen Vertrag abgeschlossen, dem zufolge nicht nur – wie in Firefox – vielfach Werbefläche vermietet werden sollte, sondern auch Einnahmen abgetreten werden mussten:

Als eigentliche Tantiemen musste Spotify mindestens 60 Prozent seines Bruttoumsatzes an die Label ausschütten. (…) Dabei wurden 0,225 bis 0,25 Dollar-Cent je werbefinanziertem Stream, plus drei Dollar pro Monat und normalem Abonnenten, plus sechs Dollar und Monat je Premium-Abonnenten veranschlagt. Diese Sätze galten auch dann, wenn ein Abonnent Spotify in einem Monat überhaupt nicht genutzt hatte.

Die niedrige anbieterseitige Entlohnung von Musikern, über deren Höhe seit Jahren geschimpft wird, ist also nicht einmal unbedingt primär die Schuld derer, die sich in solche Knebelverträge fügen müssen, um ihr Angebot erweitern zu können. Nichtsdestotrotz ist der tatsächliche Besitz von Musik auch aus diesem Grund eine gute Idee – es sieht nicht nur schöner im Regal aus, man trägt zudem weniger zur Ausbeutung der Interpreten bei.


Deutschland fiebert mit: Heute Abend werden wir alle wieder einmal durch einen herz- und belanglosen englischsprachigen Schlager im Ausland vertreten. Freut ihr euch auch schon so sehr wie ich?

In den NachrichtenMontagsmusikWirtschaft
Between the Buried and Me – Astral Body

SchuhuuuuhEs ist Montag. Kaum hat man sich mühsam aus dem Bett geschält, schon prasseln die Schreckensnachrichten auf einen hernieder. Ian Anderson mag keine Hippies. Entschuldigung, das war jetzt die falsche Meldung: Die Deutsche Bahn wird bestreikt, und zwar nicht nur per Streik, sondern per „Extrem-Streik“ („SPIEGEL ONLINE“); die Züge stehen also nicht nur still, sondern äußerst still. In Teilen Norddeutschlands ist wegen des Konkurrenzkampfs auf den Nahverkehrsstrecken nur der Fernverkehr betroffen; Fernbusanbieter, die seit dem Zusammenschluss von MeinFernbus und Flixbus auch mit Vorsicht zu genießen sind, ziehen den Vorteil daraus. Ich bin so empört, ich könnte glatt SPD wählen; der es um den Arbeitnehmer ebensowenig geht wie der GDL, die schon 2014 bemerkt hat, dass es noch andere Gewerkschaften gibt, gegen die man sich nur wehren kann, indem man noch rigoroser vorgeht. Schlichtung ist was für Feiglinge.

Man könnte mit Krawallen reagieren, der Deutsche erhebt sich ja gern zum Aufstand, wenn es um Nichtigkeiten geht, während er die wirklichen Probleme des Landes durch Nichtwählen zu bekämpfen glaubt.

Man könnte auch Musik hören.

Between the Buried and Me "Astral Body" (OFFICIAL VIDEO)

Guten Tag.