Mir sei aus aktuellem Anlass noch folgende Anmerkung zum Mangel an Fachkräften gestattet: Wenn ich eine gut ausgebildete Fachkraft mit etlichen Jahren Berufserfahrung bin, dann erwarten nicht nur mögliche Arbeitgeber von mir eine ordentliche Leistung, sondern ich erwarte auch von ihnen eine ordentliche Vergütung. Der legendäre Obstkorb (so oft kommt der in meiner Branche gar nicht als Werbemittel vor) zahlt meine Rechnungen nicht und mein Vermieter lässt sich auch nicht in Duzen bezahlen. Dass das Argument, in der Firma werde aktiv rumgeduzt und damit angekumpelt, als positiver Aspekt missverstanden wird, ist Symptom, nicht Randerscheinung.
Es ist immer eine Frage des Selbstwertgefühls, für welchen Lohn man seinen Körper stundenweise vermietet. Nicht jede Fachkraft hat einen Fetisch.


Den Benefits-Ramsch können sie sich in eine Körperöffnung ihrer Wahl einführen. Dessen Geldwert geht von der Rente ab. Ob sich jemand vom Lohn ein E‑Bike leasen möchte, oder ein Fitnessstudio für notwendig erachtet, geht die einen feuchten Kehrricht an. Nen Firmenlaptop und ‑Handy gibts für Nacht, Wochende, Feiertagszuschläge nach nem halben Monat überall nachgeschmissen.
Flache Hierarchien existieren nicht. Hierachie bleibt Hierarchie, und mit wem ich vertraulich umgehen möchte, bestimme ich. Nä, du !
” Warum haben sie sich bei uns
beworben ? ”
” Ich wollte als Kinden schon immer mal…”
Flache Hierarchien lese ich mittlerweile als fehlen von Prozessen und damit ein stark “gelebtes” Nasenprinzip.
Es gibt auch in flachen Hierarchien meist Prozesse — Micromanagement ist da sehr beliebt.
Dem widerspreche ich nicht. Nach ein paar Stunden Pause zwischen der ersten Reaktion füge ich noch hinzu, dass mein Kommentar eher negativ für Firmen zu deuten ist, welche eine gewisse Personalstärke erreicht haben oder in sehr naher Zukunft erreichen wollen.
Nicht zu vergessen die “Führung von unten”. Besonders in Verbindung mit Micromanagement ein unschlagbares Erfolgsrezept.