Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Aus Mainz kommt, verrät das Internet, das Trio Schlafmohn, dessen 2024er Album „Papaver Somniferum“ (das ist Latein und heißt „Schlafmohn“) mir letztes Jahr natürlich entgangen war, aber deren erstes ist. Aus Schlafmohn wird unter anderem Opium hergestellt. Fürs Volk.
Dargeboten werden vier Stücke, wobei die beiden mittleren, die auch mit Abstand die längsten sind, die interessantesten sind: „Serum Somniferum“ ist ein recht überraschend nach vorn preschendes, zum Ende hin eskalierendes Musikstück, das Elemente aus Psychedelic Rock, Postrock und Stoner Rock miteinander verbindet, das weniger offensichtlich betitelte „10.0–0777“ hingegen erzählt mit flirrender Gitarre und tänzelndem Bass geradezu die Geschichte des Postrocks, ohne dabei offensichtlichste Referenzen zu wiederholen. „Postrock klingt immer gleich“ ist einer dieser Sätze, für deren Gegenbeleg Alben wie dieses geschaffen werden. Ich hoffe daher, das sagen noch viel mehr Leute.
Gewürzt wird das alles mit einer ordentlichen Dosis Krautrock, ein (zu) kurzes Stück geradezu entspannend ruhiger Elektronik („Schlaf“) beendet das Album so angemessen wie stilecht. Ich mag’s.
Die Platte (?) gibt es bisher noch (?) nicht auf Platte, sondern nur bei Bandcamp. Ich empfehle sie trotzdem weiter. Ist ja schon irgendwie meine Musik.



Treibender Beat,
geht ganz schön nach vorne, das Stück.