Archiv für die Kategorie ‘Politik’.

Politik regt mich auf, und wenn ich mich aufrege, muss ich schreiben, sonst gibt’s Tote.

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King Gizzard & The Lizard Wizard – Rattlesnake

Was fehltEs ist Montag. Kaum herbstet es zwei Wochen, ist die Schwermut schon am Siedepunkt. Bei welcher Temperatur Schwermut genau siedet, möchte man da lieber auch nicht mehr herausfinden; gefühlt jedenfalls: Eiskalt, gerade auch drinnen. Natürlich kann es schlimmer kommen und das wird es dann eben auch. Ich weiß, was zu tun ist, ich hab ein Buch gelesen („SpongeBob Schwammkopf“). Jeder nur ein Argh.

Nachrichten, Naaachrichten, als wäre die Welt dann eine bessere, aber Abtauchen in etwas, was eben auch nicht besser ist, befreit vielleicht und eventuell den Geist, also mal auf „heise online“ nachgesehen: Firefox kommt jetzt mit einer Überraschung in jedem siebten Ei beziehungsweise hundertsten Download, denn wenn eins noch dringend reinmusste in den „Browser“, dann ja wohl Aktivitätsauswertung durch deutsche Verlage. Mozilla kann gar nicht noch tiefer fallen? Ha – Herausforderung angenommen! Selbstbild als Mozilla. Die meisten Menschen möchten gar nicht verdatet und ausgewertet werden, fand eine Umfrage heraus, aber wenn Umfragen eine Rolle spielten, lebten wir nicht in einem Rechtsstaat, sondern im Einhornwunderland. Wen interessiert schon das Geschwätz des Käuferpöbels?

Andere sind über diesen Punkt längst hinweg: Die hessischen „Grünen“ sind jetzt auch Trojanerpartei. Ist die Partei erst etabliert, regiert’s sich gänzlich ungeniert. Arschlöcher, mit Verlaub.

Hat all das einen Sinn? Vermutlich nicht, Enttrübung jedenfalls fand nicht statt. Was aber, der Technik sei’s gedankt, noch immer über sonstwie herbstige Tage half: Musik.

King Gizzard & The Lizard Wizard – Rattlesnake (Official Video)

Guten Morgen.

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Abrüstung wäre supi, aber ein Glückwunsch ist auch schön.

„ZEIT ONLINE“, 6. Oktober 2017:

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican) zur Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis gratuliert.

„ZEIT ONLINE“, auch 6. Oktober 2017:

Der größte Erfolg der Kampagne mit Sitz in Genf ist der UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen (…). Er verbietet Herstellung, Besitz, Einsatz und Lagerung von Atomwaffen. Allerdings hatten die neun Atommächte sowie fast alle Nato-Staaten – darunter Deutschland – die Verhandlungen boykottiert.

Der gute Wille zählt, nicht wahr?

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Medienkritik in Kürze: Tak, tak, tak, tak, tak.

Man kann natürlich, wie es Rieke Havertz im Qualitätsmagazin „ZEIT ONLINE“ tat, nach blumiger Beschreibung des Geschehenen („Tak, tak, tak, tak, tak.“, ebd.) die gewohnte Agenda fortführen, indem man darauf hinweist, dass Donald Trump, Lieblingsantagonist des Föjetongs, als Befürworter der National Rifle Association nichts gegen die längst nicht mehr zu bändigende Waffengewalt tut, statt wie sein medial wertgeschätzter Vorgänger beim Nichtsverbessern wenigstens noch ein bisschen traurig auszusehen.

Man kann, wie es im Jahr 2017 noch allzu viele Anhänger der Lehre des unsichtbaren Freundes im Himmel tun, natürlich für die Stadt der Spieler und der Prostitution beten, denn Gebete machen die Welt zu einem besseren Ort, wie schon der allseits beliebte Friedensfürst Bush d.J. wusste und die frohe Kunde in fernen Ländern verbreitete, ob sie wollten oder nicht.

Man kann auch einfach allmählich darüber nachdenken, ob es nicht vielleicht eine gute Idee wäre, die Vereinigten Staaten von Amerika einfach sich selbst zu überlassen und zu warten, wie lange es wohl dauern mag, bis das Recht auf Waffenbesitz das Problem nachhaltig gelöst hat.

Ich für meinen Teil möchte an dieser Stelle ausdrücklich die dritte Möglichkeit empfohlen haben.

In den NachrichtenPolitik
Kurz verlinkt: Richtig gepflegt eine schallern und dann ist Achterbahn hier, Junge!

Schlägerpartei Deutschlands:

Nachdem sie am Vormittag ein letztes Mal am Regierungstisch Platz genommen habe, fühle sie sich ein bisschen wehmütig, erzählte Nahles den Journalisten: „Aber ab morgen kriegen sie in die Fresse.“ „Sie“, das ist die neue Bundesregierung.

Et klatscht gleich, vaschtehste? Vor dem Frühstück erst mal schön dem Lindner links, rechts eine kleben, damit der nicht immer so scheiße guckt, den Schäuble aus dem Rolli kippen und dem Hofreiter seine dämlichen Haare in den Mixer stecken, damit die Chabos wissen, wer hier die Baboine ist. Hate-Speech war gestern, heute gibt’s auf’s Maul! Ist sie zu stark, bist du zu schwach. Das kennt Andrea Nahles noch aus ihrer Zeit als Hartz-IV-Ministerin. Schwester, meine Pillen, aber die mit dem Smiley drauf, und zwar ein bisschen zackig, wenn ich bitten darf!

Politik
Halali!

Franz-Josef Strauß (CSU) in der „WELT“ 1974:

Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören (…).

Ludger Volmer (Grüne) am Wahlabend nach der Bundestagswahl 1994:

Wir werden den Kanzler jagen.

Heide Simonis (SPD) in der „BILD am Sonntag“ 1995:

Wir müssen den Bundeskanzler richtig jagen[.]

Dagmar Enkelmann (PDS, heute Die Linke) 1996:

Die Opposition könnte wirksamer sein und die Regierung jagen (…).

Christian Lindner (F.D.P.) auf dem Dreikönigstreffen 2014:

Wir werden die Bundesregierung jagen!

Alexander Gauland (AfD) am Wahlabend nach der Bundestagswahl 2017:

Die Bundesregierung, wie immer sie aussieht, kann sich warm anziehen, wir werden sie jagen[.]

Was freilich, glaubt man diversen sonst nicht unvernünftigen Twitternutzern und sonstigen sozialen Medien, übelster „Nazisprech“ (ebd.) und damit Schlimmdenk ist; so lange das traditionell kurze Gedächtnis der Wähler eben diesmal andauert.

In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Rhys Chatham – Pythagorean Dream (Part Two) // Bundestagsqual

"... und dann haben sie DAS gewählt!"Es ist Montag, der Tag danach; ein Tag, den allenfalls ein Pandabär noch retten könnte, denn das langweilige Deutschland hat gewählt.

Gewonnen, so viel sei gesagt, haben ganz unabhängig vom Wahlergebnis der Sozialabbau, die Rentenstreichungen, die immerhin (spät) sanktionierte Altersarmut, die Bundeswehr – verloren aber hat, Medienberichten zum Trotz, keineswegs der Rechtspopulismus, denn der stellt auch 2017 noch hochrangige Minister, sondern der Wähler, den das Schreckgespenst AfD abermals erfolgreich davon abgehalten hat, die Zukunft sinnvoll mitzugestalten. Etwa 87 Prozent der Wähler haben nicht die AfD gewählt, etwa 90 Prozent nicht die Grünen und immer noch fast 70 Prozent nicht die Kanzlerin, dennoch bestimmt das Geschehen eine mögliche Koalition, die im Median von einer deutlichen Mehrheit nicht gewählt wurde. Koalitionen sind aus demokratischer Sicht tout compte fait allerdings grundsätzlich eine Katastrophe, eine richtige im Falschen ist nicht auszumachen. Der moralische Sieger bekommt beim Wettrennen ja auch nur noch einen Trostpreis. – Man stelle sich vor, das Volk träfe nicht nur alle vier Jahre, sondern pausenlos dumme Entscheidungen. Man sehe sogleich: Nur Volksabstimmungen könnten das alles noch schlimmer machen.

Bringt alles nichts. Ich habe jedenfalls beschlossen, über die Beschlüsse der kommenden Bundesregierung in dieser Publikation bis zur nächsten Bundestagswahl kein Wort mehr zu verlieren. Das schont die Nerven insbesondere zum Wochenbeginn und lässt mehr Zeit für Schönes, nämlich für Musik. Und danach kommen wir noch mal auf den Pandabären zurück.

Rhys Chatham – Pythagorean Dream (Part Two)

Guten Morgen und viel Glück.

In den NachrichtenPolitik
Endlich: Clownverbot in Österreich!

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Kritische Begleitung und ihre Gefahren

(Vorbemerkung: Zynismus befreit den Geist, ich kann ihn insofern nur empfehlen.)

In den Tagen vor der Wahl wird die ohnehin schon nicht gerade wertneutrale Berichterstattung traditionsbewusst noch kreischender. Auch Anna Biselli vom schräg-grünen Personalityblog „Netzpolitik.org“ (hier wie bisher aus ethischen Gründen nicht verlinkt) grub am vergangenen Montag die Piratenpartei wieder aus, nur um darauf hinzuweisen, dass man die ja gerade nicht so wählen könne, weil das Thema so was von durch sei; so weit muss man seine eigenen Ausscheidungen halt auch erst einmal werfen können, dafür gibt es mindestens meinen Respekt.

Wenigstens der Rest der Medien, ob sozial oder nicht, hält sich brav ans Narrativ und verbreitet zwecks Feindesabwehr unter anderem Grafiken vom Vorjahr, die das „rechte Netzwerk“ des Buhmanns AfD – von denen lassen wir uns doch nicht unsere christsoziale Politik wegnehmen, ist schließlich Deutschland hier – „aufdecken“, dabei keineswegs die personellen Verbindungen mit der NPD übersehen, die mit der „Union“ aber geflissentlich ignorieren. Das muss man verstehen, die „Union“ war schon etabliert, als die Eltern der gerechten Demokraten noch mit der Rassel um den christlich-westlich guten Weihnachtsbaum gestolpert sind, und etablierte Politik kann nicht schlecht sein, denn sonst wäre sie ja nicht etabliert.

Die durch den ausbleibenden Kampf gegen die CDU/CSU freien Ressourcen werden daher in die Schlacht für die gerechte Sache gesteckt, wobei man das selbstverständlich nicht „Schlacht“ nennt, denn das wäre militant und unlinks. Stattdessen wird das Vorhaben rhetorisch ungefähr so betitelt:

Am Sonntag Abend rufen wir dazu auf die Wahlparty der Hamburger AfD kritisch zu begleiten.

Wie begleitet man eine Wahlparty kritisch? Unter „kritischer Begleitung“ stellte ich mir, bis ich diesen Quatschsatz gelesen habe, meist eine journalistische Tätigkeit vor, indem regelmäßig irgendwelche semantischen oder ausnahmsweise auch mal fachlichen Analysen des Gesagten in einschlägigen Periodika erscheinen. Wie Journalisten wirken die Seitenmacher auf mich jedoch ebenso wenig wie mir klar ist, wie umfangreich eine Berichterstattung über einen Abend des kalorienreichen Balkenguckens überhaupt sein kann. „Eilmeldung: Mitglied der Hamburger AfD verstößt gegen seinen Diätplan!“

Dass diese „kritische Begleitung“ sich andererseits auch nicht auf das Schwenken von Plakaten beschränken, sondern auch in engerem Zusammenhang mit destruktiver Interaktion stehen dürfte, zeigt eine Einladung für denselben Wahlabend in Berlin in der gleichen rechtschreibkritischen Publikation, aber an anderer Stelle:

Ziehen wir der AfD den Stecker!
Licht aus für Rechte Infrastruktur!

Nun ist kritische Begleitung ja noch kein Terrorakt, denn ein Terrorakt impliziert im Gegensatz zu einem Sabotageakt nach allgemeiner Auffassung Menschenschaden, und Pflastersteine haben bekanntlich noch niemandem geschadet; die kritische Begleitung der Polizeiarbeit anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg sorgte ebenfalls ausschließlich für ein friedlicheres, solidarisches Miteinander und hat niemandem geschadet, der es nicht qua Beruf in praecipio verdient hätte. Selbst die kritische Begleitung von Touristen durch IS-Sympathisanten ließe sich sicherlich auch mit einem friedlicheren Wort als „Terrorismus“ betiteln. Die haben halt die falsche Partei Religion und dafür kriegen sie jetzt ordentlich Ärger. Selbst schuld, wer sich der neuen Weltordnung verweigert.

Niemand muss Tourist sein.

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Kurz verlinkt: Gerechter Qualm

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Toundra – Kitsune // Sechs Tage ahnungslos.

Es wird Herbst, die Eulen verlieren ihre Blätter.Es ist Montag; womit die Welt das verdient hat, ist jedoch leider unklar. Beruhigend aber ist es, dass sie ihren Humor nicht verloren hat: Am vergangenen Donnerstag wurde ein Gespräch mit Hillary Clinton von einem Video eines niesenden Pandas unterbrochen, anschließend aber leider fortgesetzt. Einen präsidialen Pandabären würde ich jedenfalls wählen.

Falls es überhaupt so weit kommt, denn das politische System ist auch hierzulande irritierend. In nur einer Woche hätte es wieder keiner ahnen wollen, denn Demoskopie geht meist vom frei erfundenen Idealfall aus, nämlich davon, dass Menschen stringent handeln und Wahlprogramme irgendetwas mit Realpolitik zu tun haben. Dann wird wieder irgendjemand betroffen in irgendeine Kamera gucken und verkünden, dass die Populisten zwar „leider“ irgendwo „drin“ seien, aber immerhin isoliert, denn tatsächlich hat in der beinahe unvermeidlichen knappen Mehrheit für die rechtspopulistische Koalition aus dem unheiligen Bündnis aus CDU und CSU sowie der Partei des Sozialabbaus (PdS, ehem. SPD) niemand sonst ein Wörtchen mitzureden, was ungefähr der Politik der vergangenen vier Jahre entspricht: Die Isolation der Mehrheit als Bewahrung der Demokratie. Was dann kommen wird, ist absehbar: In Medien, die nicht verlinkt werden möchten, forderte dieser Tage der heute seinen 75. Geburtstag feiernden (weil „begehenden“ doch recht uncharmant wäre) Wolfgang Schäuble eine Rente ab 70 Jahren. Ich bin ja selten seiner Meinung, finde aber, er hat Rente wirklich dringend nötig.

Neues aus der Geschlechterforschung: Autisten beiderlei Geschlechts haben besonders männliche Gesichter, von einer Autistenquote in Führungspositionen ist daher vermutlich gleich doppelt Abstand zu nehmen. Andererseits: Um irgendwo als Chief Security Officer anfangen zu dürfen, reicht ja auch ein Musikstudium aus.

Passt ja, für Logik sind sich sowieso die meisten Branchen zu fein: Der Nutzlosdienst Golem.de behauptete gestern, bei „Alexa“ und „Google Assistant“ handele es sich um „smarte Lautsprecher“, während zu meiner Zeit Geräte, in die man reinspricht und die dann irgendwas machen, noch „Mikrofone“ (wenn sichtbar) oder „Wanzen“ (wenn nicht so offensichtlich sichtbar) hießen. Geräte, die smarter sind als diejenigen, die über sie berichten: Das ist wohl diese Zukunft, von der immer alle reden.

Da halte ich mich doch lieber an die Vergangenheit, zum Beispiel an das Jahr 2016.

Guten Morgen.


In eigener Sache: Ich habe mein WordPress-Plugin WP-WahlBlackout für die anstehende Bundestagswahl ein bisschen überarbeitet, unter anderem mit etwas sinnvolleren Verweisen auf der mitgelieferten, aber immer noch zweckmäßig gestalteten Abschaltseite. Wer es nutzen möchte, der möge das tun.

In den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
Medienkritik in Kürze: Forscher finden zweierlei Maß.

Wofür brauchen wir eigentlich Volkswirte? Na, damit sie Erstaunliches herausfinden können:

Wie Volkswirt Thomas Strobel von der italienischen Bank Unicredit ermittelt hat, steigen die Preise auf dem Oktoberfest beispielsweise in diesem Jahr um 3,1 Prozent – und liegen damit deutlich über der Entwicklung der sonstigen Verbraucherpreise. (…) Die Maß Bier auf der Wiesn kostet inzwischen bis zu 10,95 Euro und damit im Schnitt 25 Cent mehr als vor einem Jahr.

Wie, außerhalb des Oktoberfests kostet ein Dreiviertelliter Bier gar nicht so viel? Man überreiche dem studierten Herrn einen hoch dotierten (wg. Bank) Preis!


Vermessen auch: Auf „taz.de“ findet „AutorIn“ (muss man wohl nicht so genau wissen) Tanya Falenczyk es sichtlich unschön, wenn eine Partei auf Plakaten darauf hinweist, dass auch Väter vor dem Gesetz gleich seien, was offensichtlich automatisch dem Feminismus zuwiderläuft (im Artikel grob als „Antifeminismus“ zusammengefasst); was wiederum über den Feminismus ekelhaft vieles aussagt.

In den NachrichtenPolitik
Was die SPD gerrn schaffen würrde

In derr bedauerrlicherrweise bislang unbegrrenzten Rreihe derr Dinge, die eine Parrtei, die seit 1998 beinahe pausenlos mitrregierrt, gerrn schaffen würrde, dürrfte sie doch nurr endlich auch mal mitrregierren, gab es vorrgesterrn eine neue Episode:

Über bessere Pflege kann man zwölf Jahre reden oder man kann die Vorraussetzungen schaffen.

Überr besserre Bildung hat derr twitterrnde SPD-Parrteivorrstand („SPD Parteivorstand“, danke, keine weiterren Frragen) anderrerseits ja nichts gesagt. Das überrlässt err verrmutlich lieberr den Norrdrrhein-Westfalen.


Wer kennt es nicht? Man wacht morgens auf und ist aus Versehen im IS. Hoppla!

MontagsmusikNetzfundstückePolitik
Anakdota – Different Views

A-Nak-dota?Es ist Montag. Mit dem Freitag noch immer in den Knochen und im Hals ist der Wochenbeginn, als würde er gar nicht stattfinden, was in diese verrückte Zeit ansonsten prima passt. Dennoch: Wie üblich kein Fell, außer eben im Kopf. Bitte etwas leiser brennen, wir wollen uns hier konzentrieren.

Keine Sorge, bald ist Krieg, es geht gegen den Terror und dagegen hat ja wohl niemand etwas, der nichts zu verbergen hat. Leider sind „Hacker“ so lange damit beschäftigt, Stuss zu reden und sich in „Qualitätsmedien“ über kurze Passwörter zu beömmeln. Haha, diese Trottel! Eine eigene, fehlerfreie Lösung hat der Chaos Computer Club hierbei natürlich nicht anzubieten. Das wird lustig auf der diesjährigen Studenten-CeBIT in Leipzig.

Die Politik macht aber auch alles falsch, was für die kommende Wahl zwischen Schwarz-Rot und Schwarz-Gelb aber nicht entscheidend sein wird. Die ehemalige Bürgerrechts-Piratenpartei hat derweil, beflügelt vom „Erfolg“ – Umfragen sprechen von erstaunlichen zwei Prozent und früher wäre der Piratenpartei das wenigstens noch peinlich gewesen – der PARTEI (es geht zwar nicht um den Bundestag, aber um Geld, da sind Ideale eben auch mal zweitrangig), satirisch dazu aufgerufen, die Privatsphäre von Regierungspolitikern zu missachten. Ich fürchte, die Kristallkugel sagt ihnen trotzdem ein schlechtes Ergebnis voraus.

Nachrichten von gestern (Quatsch: von letzter Woche): Der Betreiber von StudiVZ ist insolvent. Vielleicht ist dies ein guter Zeitpunkt, nochmals daran zu erinnern, dass Myspace noch wohlauf ist und sich augenscheinlich noch immer als Musiknetzwerk durchsetzen möchte, was ich sehr begrüße, denn Musik ist wundervoll.

Zum Beispiel diese:

Anakdota – Different Views

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Das unerträgliche Gepöbel junger Politikerinnen

Wir schreiben das Jahr 2014. In einer der hässlicheren deutschen Städte zieht sich eine damalige chancenreiche Kandidatin der Piratenpartei Deutschland halb aus, um die britischen Luftstreitkräfte schriftlich um die erneute Bombardierung derselben Stadt zu bitten. Der Fall findet internationale Aufmerksamkeit und sorgt für parteiinternen Zwist, der schließlich, weil der Rauswurf zu lange dauert, zum Austritt eines Teils des „antideutschen“ Flügels führt. Die meisten dieser Flügelkämpfer finden Zuflucht bei den „Linken“, der aufgrund der prominenten Neuzugänge schnell einige namhafte gemäßigte Mitglieder entfliehen, weil sie das absehbare Elend lieber von außen betrachten wollen.

Der ehemaligen Piratenkandidatin tat das nach eigener Aussage furchtbar leid, nicht so gemeint, hupsi. In der „Linken“ wird sie später – wie auch andere dümmlich handelnde Exmitglieder ihres Exflügels – hoch angesehen sein und für sie im Berliner Abgeordnetenhaus (das waren die mit dem Flughafen) herumsitzen. So weit, so sprechend für die Zustände in Berlin.

Ein Sprung ins Jahr 2017: Eine junge Hamburger „Politikerin“, die ebenfalls für die „Linke“ in den Bundestag einziehen möchte und anderswo mit weinendem Emoji bekanntgibt, sie möchte Deutschland „nie mehr wieder sehen“, bittet – wenigstens mal mit Klamotten an – herzend um eine Liste von Trottelpornos, also von Filmen, die den Tod einer bestimmten Menschengruppe (hier: Deutscher) abbilden. Weil es nicht jeder so amüsant findet, dass sich jemand merklich besser fühlt, wenn er seinen (und selbst den eigenen) Mitbürgern beim Sterben zusieht, wurde natürlich auch in mitunter deutlich übertriebenem und ähnlich unangebrachtem Maße darauf reagiert, denn wenn eine junge Deutsche Deutsche sterben sehen möchte, dann gilt das doch sicher auch für die eigene Familie und die eigene Person, nicht wahr?

Nein, natürlich nicht wahr, es war nicht so gemeint, hupsi:

In einem Statement charakterisierte Rambatz ihr Posting als eine Mischung aus „Unbedarftheit und eigensinniger Ironie“ und klagte über Morddrohungen und „rechten Shitstorm“. Ihr Post sei lediglich „satirisch überspitzt“ gewesen, nun werde sie jedoch „mit Mord und Vergewaltigung bedroht“.

Denn der deutsche Staat, das muss man doch verstehen, ist zwar eine eklige Einrichtung, die man nie wieder sehen möchte und deren Bewohner bitteschön zwecks Belustigung mindestens virtuell sterben sollten, aber das ist natürlich ironisch überspitzte, unbedarfte Satire, was man schon daran erkennt, dass es kein bisschen witzig ist. Satire und Ironie (ich hätte jetzt eher auf Zynismus getippt) dürfen bekanntlich alles, auch gewaltsamen Tod spaßig finden, so lange es der Tod anderer Menschen ist und der so Wünschende nicht rechts ist, denn dann ist es nicht mehr lustig.

Man verstehe mich nicht falsch: Wer jemandem höchstselbst Gewalt androht, der ist ausnahmslos ein Mensch, mit dem man nicht näher etwas zu tun haben wollen sollte, weder in der Politik noch in der Kneipe. Die satirisch überspitzten und bestimmt auch total ironischen und unbedarften Reaktionen von Menschen, die den Spaß an gewaltsam sterbenden Völkern unabhängig von der Form ihres Einwands zu Recht für einigermaßen widerlich halten, rechtfertigen jedoch im Nachhinein keineswegs, dass jemand, der das verhasste Deutschland trotzdem mitregieren will (denn auch ein Arbeitgeber, den man scheiße findet, zahlt manchmal ein ausreichendes Gehalt), das mit der Menschenwürde in einem solchen Umfang aktiv missversteht.

Anders als im Fall ihrer deutschlandkritischen Berliner Parteikollegen hat hier der Bundesvorstand der Partei jedoch nicht helfend interveniert, sondern die Abgabe des Listenplatzes empfohlen. Im nächsten gewählten Parlament wird Sarah Rambatz also ziemlich sicher keinen Platz erhalten, was der „Linken“ zwar grundsätzlich positiv anzurechnen ist, mich aber vor die Frage stellt, warum die Freude über den Filmtod von Deutschen so viel schwerer zu wiegen scheint als die Bitte um die reelle Bombardierung deutscher Großstädte.

Vielleicht hätte sie sich auch ausziehen und beschriften sollen.

Warum sie sich in einer Partei organisiert haben, kann ich mir nicht erklären.
Hannes Kling

Mir wird geschlecht
Kurz angemerkt zur wahlkämpferischen Idee von noch mehr Frauenquoten

Wer möglichst widerstands- und vor allem leistungslos in die Führung eines Unternehmens aufgenommen werden möchte, der sollte zunächst einmal ein eigenes Unternehmen gründen – oder zugeben, dass es ihm gar nicht darum geht, sich als Führungspersönlichkeit zu beweisen, sondern darum, sich künftig von der Leistung anderer Menschen zu ernähren.