PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Nadja — Necroausterity // Raisonieren über die Linke

Hehehehe

Es ist Mon­tag. Vor dem umbe­nan­nten Reich­skriegsmin­is­teri­um hat das umbe­nan­nte Oberkom­man­do der Wehrma­cht eine Regen­bo­gen­flagge aufzuhän­gen ver­fügt. Ergibt Sinn: Denke ich an ein gerecht­es Miteinan­der, denke ich an Sol­dat­en, Leid und Tod. Gemordet wird vorüberge­hend gen­derg­erecht mit Sternchen. Nimm dies, Julia Klöck­n­er.

Zum gle­ichen The­ma: Men­schen aus der Viel­buch­stabi­gen­szene wer­ben auch in diesem Som­mer wieder für mehr „Sicht­barkeit“, als seien sie bis­lang nicht gese­hen wor­den, als sei Deutsch­land unge­fähr das­selbe wie Ungarn und (ins­beson­dere) als sei die wesentliche Eigen­schaft eines Men­schen seine Sex­u­al­ität. Sind sich die, die ihre dies­bezügliche Selb­steinord­nung vor sich her­tra­gen wie Jeff Bezos seinen Kon­to­stand, selb­st so wenig wert? Ist sog­ar mein Pri­vates gegen meinen Willen poli­tisch? Warum?

(Gute Fest­stel­lung, geäußert von einem begründ­bar Unpop­ulären in einem ster­ben­den Blatt: „Der bürg­er­liche Antifaschis­mus (…) wird den Run in weit­eren Autori­taris­mus, Faschisierung, Krieg und Kli­maz­er­störung nicht aufhal­ten kön­nen und führt daher zu nichts“, wie der­selbe Text halt blöder­weise, poli­tis­chem Kabarett nicht unähn­lich, eben­so außer Gejohle und Geklatsche keine — und wenn doch, dann die falschen — Fol­gen haben wird.)

Meta­me­di­ales: „ZEIT ONLINE“ heißt jet­zt und kün­ftig wieder „DIE ZEIT“, nach­dem (wenn schon nicht zwin­gend: weil) sich her­aus­gestellt hat, dass, wer „DIE ZEIT“ liest, auch „ZEIT ONLINE“ liest und, wer „ZEIT ONLINE“ schon nicht mag, niemals „DIE ZEIT“ zu lesen in Betra­cht ziehen würde. Vielle­icht hätte ich diese Web­site hier von vorn­here­in „Hirn­fick 2.0 ONLINE“ nen­nen sollen. Ist ja ohne Papi­er.

Apro­pos Links (ein Wort­spiel, ihr ver­ste­ht, wegen Ver­linken ein­er- und Linkspoli­tik ander­er­seits). Aus­nahm­sweise gibt es mal ein Anliegen mein­er­seits an eur­er­seits, san­ft einge­führt: Mit einem geschätzten Wegge­fährten aus poli­tis­chen Kreisen debat­tierte ich let­zte Woche über den derzeit­i­gen Erfolg der Partei „die Linke“. Er argu­men­tierte, die meis­ten Neu­mit­glieder fän­den die poli­tis­che Idee der Partei gut, während wiederum ich argu­men­tierte, die meis­ten Men­schen, die im laufend­en Jahr in sel­bige einge­treten sind, haben a) noch kein eigenes Konzept ein­er poli­tis­chen Idee (oder auch nur vom Begriff „poli­tis­che Idee“) entwick­eln kön­nen, weil sie großteils vorher poli­tisch zwar inter­essiert, aber nicht aktiv waren, und dass b) die Men­schen derzeit vor allem in diese Partei ein­treten (und damit überdies, unbe­lastet von den bish­eri­gen inner­parteilichen Diskus­sio­nen, die „poli­tis­che Idee“ der Partei nolens volens neu ver­han­deln), weil sie das diesjährige Sur­ro­gat für Tam­agoth­is sei. Fid­get Spin­ner. Die Ice Buck­et Chal­lenge. Da trete man, befand ich, momen­tan nicht aus poli­tis­ch­er Übere­in­stim­mung ein (denn es wäre ein bemerkenswert­er Zeit­punkt für plöt­zlich fest­gestellte Übere­in­stim­mungen), son­dern, weil es auf Insta­gram ger­ade alle machen und die flinke Frau bei Tik­Tok da auch ist.

Ich komme nun zu meinem Anliegen, das eine Frage ist: Sind Mit­glieder und/oder Sym­pa­thisan­ten dieser Partei unter meinen Lesern, die mir argu­men­ta­tiv begrün­den kön­nen, wie unglaublich bescheuert und/oder völ­lig zutr­e­f­fend meine Erk­lärung ist? Ich habe immer so ungern Unrecht, wenn jemand zuguckt, und mag qual­i­fizierten Wider­spruch.

Zum weit­eren Zus­tand des Inter­nets hier eine Über­set­zung: „Willkom­men in der Zukun­ft, wo eine Frage $4,99 kostet und Sie nie erfahren wer­den, ob die Antwort stimmt oder nicht.“ Es war ein Fehler, Konz­erne ins Inter­net zu lassen. Nur Igno­ran­ten glauben, es sei jet­zt aber lei­der zu spät.

Nie zu spät ist’s auch für: Musik.

Nad­ja — Necroaus­ter­i­ty (Video Edit)

Guten Mor­gen.

Senfecke:

  1. Die Linke wird jet­zt vom Bun­desvor­stand zen­tral aus Berlin durch­struk­turi­ert. Statt Beteili­gun­gen an Bürg­erini­tia­tiv­en, beste­hen­den Zusam­men­hän­gen gegen Rechts, Mieterini­tia­tiv­en und fem­i­nis­tis­chen Grup­pierun­gen wie bish­er gibt es nun regel­rechte Drück­erkolon­nen (Haustürge­spräche a la Zeu­gen Jeho­vas)) und Hap­pen­ings (Nach­barschafts­feste), die erhe­blich inhalts­frei zur Ent­poli­tisierung der LINKEN und ihrer Wäh­lerIn­nen beitra­gen wer­den. Die alten Kad­er in Orts- und Kreisvorstän­den und Rats­frak­tio­nen wer­den raus­gekegelt. Läuft bere­its.

    Leseprobe:
    “3. Organ­i­sa­tion
    Achtet in der Organ­i­sa­tion des Fests eben­falls auf eine sin­nvolle Pri­or­isierung aus Per­spek­tive
    der Men­schen des Vier­tels. Hier sind die Dinge, die auf keinen Fall fehlen dür­fen:
    ➔ Kosten­lose Essens- und Getränkestände (Waf­feln, Piz­za­ofen, Crêpe, Falafel,
    Kaf­fee, Tee, Limos, etc.) sind ein Muss! Dafür schauen die Leute auch spon­tan vor­bei
    und haben einen Anlass, eine Stunde zu bleiben und ein Gespräch zu führen oder
    einem Rede­beitrag zu lauschen.”

    (Ist mir alles zu radikal.)

    Dazu wur­den viele Strate­giepa­piere ver­sandt. Bürokratis­che Regelungsmon­ster und Blei­wüsten, für deren Ver­ständ­nis es einige Semes­ter Ger­man­is­tik bedarf.

    Beispiel: https://filebox.die-linke.de/index.php/s/2fjstHQ9GNNqFYa

    (“How to Nach­barschafts­fest”)

    Quellen: https://bundescloud.die-linke.de/index.php/s/NdmANoPLXLzRnXe
    https://filebox.die-linke.de/index.php/s/gkydi7TAkkPGMCZ?path=%2F

    • Ich kenne jeman­den, der bei diesen Haustürge­sprächen mit­macht. Mit ihm habe ich mal meine Ver­mu­tung debat­tiert, dass das eher kon­trapro­duk­tiv sei, weil die meis­ten Men­schen doch lieber Parteien wählen, die ihnen nicht erhe­blich auf die Nüsse gehen, auch noch im eige­nen Zuhause. Lei­der war er ander­er Ansicht.

      • Der Erfolg gibt den Drück­erkolon­nen­führern doch recht.
        Da kann Bodo R. noch so sehr töpern „Bin ich dabei, die Partei zu ver­lassen – oder ver­lässt meine Partei ger­ade mich?“ — der alte weiße Mann hat seine Arbeit getan, der alte weiße Mann kann gehen.

        Und wenn die LINKE dann zu Ende piratisiert wurde, wird sie, wie alle Mil­liardäre, enteignet und ein­er nüt­zlichen Arbeit zuge­führt. Das weiß der bewe­gungslinke Nach­wuchs lei­der noch nicht und der Altkad­er der gauen Eminenzen/ Sil­ber­rück­en macht sich noch Hoff­nung, dass das schon nicht passieren wird. Btw., das sind exakt diesel­ben Leute, die schon bis März 1990 gehofft haben, dass “das” schon nicht passieren würde.
        Dem Vernehmen nach [ https://table.media/berlin/analyse/warum-bodo-ramelow-mit-der-neuen-linken-hadert ] wird der Nach­wuchs jeden­falls nicht zunächst via För­der­mit­glied­schaft hereinge­holt, mit qua­si ein­er Art Kan­di­daten­sta­tus auf die Vollmit­glied­schaft [haha, der ist für Insid­er]. Nun bläht es, bis es platzt. Ob Sarah W. die Benen­nung ihrer Partei noch hin­auszögert, bis sie die Namen­srechte aus der Insol­venz­masse bil­lig bekom­men kann?

  2. Von mir hat der Laden bei­de Stim­men gekriegt. In der Erwartung, seinem quälend langsamen Nieder­gang noch lange zuse­hen zu dür­fen, hoffe ich gut unter­hal­ten zu wer­den. Mit Revolver­schnau­ze und Stadt­plä­nen auf dem Unter­arm wird die Auf­führungs­dauer mal eben ver­dop­pelt. Gefällt mir.

  3. Ich antworte ja immer gerne auf rhetorische Fra­gen: Die Erk­lärung scheint plau­si­bel. Eine Andere wäre indes, dass die Linke ger­ade bürg­er­lich unter­wan­dert wird, um eine neue RAF zu ver­hin­dern, bzw. die FDGO zu stärken. Der Zeit­geist tickt nicht links. Die aktuellen Amis­e­rien auch nicht.

    Bezüglich des bürg­er­lichen Antifaschis­mus‘: Das ist nicht neu und lässt sich ja immer wieder beobacht­en. Unvergessen noch, wo die Parteien­ju­gen­dor­gas vor­wiegend aus ländlichen Bezirken, die armen Kindern keine Schul­mahlzeit ermöglichen, aus­zo­gen, um den Drachen­lord in fer­nen Gefilden zu besuchen und ihn zur FDGO zu überre­den.

    Im Schlimm­sten aller recht­en Slums marschieren inzwis­chen 100 Opas der “neuen” “Heimat” und ein paar ihrer Enkel vor 50 Kindern (12 bis 16) von der Antifa, die die ganze Zeit “Schrei nach Liebe” von den Ärzten über ihre JBLs nudeln am äußer­sten Stad­trand. Dazu weit­flächig abges­per­rte Strassen und knapp 40 Mannschaftswa­gen der Demokratieaufrechter­hal­ter. Es sind halt Ferien, da muss man die Kids halt was bieten, son­st treten die am Ende noch für höhere Löhne ein.

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