Archiv für die Kategorie ‘Politik’.

Politik regt mich auf, und wenn ich mich aufrege, muss ich schreiben, sonst gibt’s Tote.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Goldray – Rising // Doctress Who // Ramelows Präzision

Bitte zurück ins Nest bringen.Es ist Montag. Pünktlich zum Wochenendende hat sich auch der Kopfschmerz wieder beruhigt, auf dass man frohen Mutes zur immerhin bezahlten Tat schreiten kann. Pandabär in Berlin müsste man sein, dann bekäme man jetzt Eis mit Gemüse, aber stattdessen ist man weit von Berlin entfernt und denkt als bloßer Mensch über Pandas nach. So kann es gehen.

Und die Nachrichten so? Der seit 54 Jahren männliche Titelheld aus „Doctor Who“ ist ab Ende dieses Jahres eine Feministin, was der Serie, die in jüngerer Zeit neben dem erstmals weiblichen Antagonisten mit „Bill“ auch eine Nebendarstellerin („Companion“) bekommen hat, deren wesentliche Eigenschaft es war, eine lesbische Feministin zu sein, zwar eine gewisse Kontinuität verleiht, mich hingegen skeptisch mindestens eine Augenbraue heben lässt, denn, wenngleich die schauspielerische Leistung eines „Doctors“ bislang keineswegs geschlechtsbezogen zu beurteilen war, die Serienmacher scheinen in letzter Zeit das dringende Bedürfnis zu haben, dem verdammten Patriarchat überragend selbstsichere Frauenfiguren entgegenzustellen, die außer dem Frausein nichts wirklich gut können. Haben die „Ghostbusters“ verpasst?

Der aufgebrandete Jubel auf Twitter, endlich dürfe eine Frau mal einen sowieso unsterblichen Helden mit einer langen Vergangenheit und voraussichtlich Zukunft verkörpern, was unabhängig von der charakterlichen Entwicklung schon deshalb gut sei, weil sie kein Mann sei, ist jedenfalls ein schlechtes Zeichen, belegt er doch, dass viele der Zuschauer eine Fernsehserie nicht als Unterhaltung, sondern als politisches Mittel zur Machtverschiebung begreifen, als habe irgendeine Weltanschauung plötzlich gewonnen, nur, weil in einer Serie, in der das allerdings schon mehrfach passiert ist, eine Figur das Geschlecht wechselt. Dem Patriarchat dürfte das jedenfalls einigermaßen egal sein und den verbliebenen nicht rettungslos bescheuerten Zuschauern bleibt zu hoffen, dass es endlich mal wieder eine Neubesetzung in „Doctor Who“ gibt, die der Serie inhaltliche Tiefe zurückgibt. Apropos: In Berlin-Lichtenberg ist der antipatriarchalische Vorstoß der örtlichen „Grünen“, potenziellen Rednern im Bezirksparlament nach Geschlecht statt Inhalt das Wort zu erteilen, nun vorerst gescheitert. Wie viel wäre auf dieser Welt gewonnen, achtete man nur mehr auf die Qualität des Erbrachten statt auf das Geschlecht des Erbringers!

Während die ehemals qualitätsfokussierte Piratenpartei in Konstanz, München und Leipzig anlässlich der jeweiligen Christopher-Street-Day-Parade um netzpolitisch ebenso desinteressierte Unterstützer für die kommende Bundestagswahl warb, gingen unbemerkt zwei Nachrichten von letzter Woche fast verloren: Die CIA hackt völlig überraschend auch Linux, was ich hier nur verlinke, weil das Didi immer so schön herausfordert; schlimmer jedoch: es wurde die Nachfolgerin von Günther Oettinger, also die neue EU-Digitalkommissarin, vereidigt, die gern „schärfere Regeln gegen Hassäußerungen und Falschmeldungen“ („heise online“) durchsetzen lassen würde. In einer gesunden Gesellschaft würde sich zahlreicher Widerstand formieren, aber es ist Wahlkampf, da macht man nichts mit Politik.

Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow („Linke“), der auch nichts mit Politik macht, hat gestern vorgeschlagen, man möge, um den Erfolg von landesansässigen „Rechtsrockkonzerten“ (als seien Schlager leichter zu ertragen) einzudämmen, das Versammlungsrecht, für Ostdeutsche bekanntlich keine Selbstverständlichkeit, doch bitte „präzisieren“; mit anderen Worten: Zu viele Dinge gehen derzeit als „Versammlung“ durch. Unklar bleibt, welche Art von Konzerten künftig noch als legitime Versammlung gelten darf. Hoffentlich nichts mit Phil Collins!

Här nix Ton, nix Musik.

Goldray – Rising [Official Video]

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Die niemals gezogene Lehre aus dem Bochumer Brüllaufstand

„Das Problem bei den Linken“, so schätzte es Christian Lindner angesichts der kürzlich erfolgten Anbrüllerei durch eine linke Studentin, die über eine Stimme, mit der sie vielleicht lieber etwas anderes machen sollte als Parolen zu brüllen, verfügte oder noch immer verfügt, ein, sei es, „dass nur sie glauben, Wahrheit zu besitzen“, und während die Medien von den Axel-Springer-Blättern über die „Huffington Post“ bis hin zu „RP ONLINE“ seine dieser Feststellung folgende souverän-lässige Reaktion auf das Gebrülle nicht zu Unrecht, wenn auch mit gewohnt schleimiger Attitüde, als souverän-lässige Reaktion auf das Gebrülle beschrieben, so fehlt es doch an einem Hinweis auf die eine wesentliche Wahrheit, die mit jedem medial rezipierten Gebrüll erneut den Fokus auf sich zu ziehen versucht und es trotzdem nicht in die Reihe der gesellschaftlich als Konsens akzeptierten Regeln für einen zivilisatorischen Mindeststandard auf allen Seiten des politischen und sozialen Spektrums geschafft hat, weil vermutlich jene, die sie vorzutragen versuchten, schlicht nicht zu Wort kamen: dass nämlich eine als sonstwie politisch missverstandene Aussage, die lauten Gebrülls bedarf, um vermittelt zu werden, niemals nämlich von Leisen und keinesfalls ohne offensichtlich mitschwingende Ausrufezeichen (oft und gern im Plural) mündlich, vorgetragen wird, einen aufmerksamen Adressaten nicht verdient haben kann.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Initiative D21: Eine fast richtige Pressemitteilung

Berlin, 04. Juli 2017. Die Mitglieder des Initiative D21 e. V. haben zur heutigen Mitgliederversammlung einstimmig das Außerkrafttreten der Kompetenzquote für den Gesamtvorstand beschlossen. Ab sofort darf mindestens ein Drittel der Personen des Vorstandes nicht mehr nach qualitativen Kriterien ausgewählt werden. Zusätzlich zur Einschränkung der Quote wird die Regelung des „leeren Stuhls“ eingeführt. Wenn sich nur kompetente Personen zur Wahl stellen oder gewählt werden, bleiben die entsprechenden Plätze frei.

Präsident Hannes Schwaderer begrüßt es sehr, dass die bereits seit Jahren stattfindenden Bestrebungen, den Kompetenzanteil im Vorstand zu senken, nun per Satzung festgeschrieben sind: „Zum einen soll mit der festen Höchstquote ein deutliches Signal nach außen gesendet werden und sich auch andere Verbände entsprechend festlegen. Zum anderen haben unsere Mitgliedsunternehmen und -Institutionen ausreichend Inkompetente im Kollegium und wir möchten ihre geringere Kompetenz auch für das Wirken der Initiative D21 gewinnen“.

Auch Schatzmeisterin Prof. Barbara Schwarze zeigt sich erfreut: „Noch immer ist die soziale und politische Gleichstellung von Kompetenten und Inkompetenten in Deutschland nicht erreicht. Dass nun mindestens ein Drittel der Positionen im Vorstand der Initiative D21 durch Inkompetente besetzt werden müssen, wird auch auf unsere Mitgliedsunternehmen wirken, denn schlussendlich setzt sich der Gesamtvorstand aus den Führungspositionen dieser Unternehmen und Institute zusammen“. Da die Veränderungen nur sehr langsam von allein kämen, sei die Senkung der Quoten ein erster Schritt in Richtung gesellschaftlichem Wandel, stimmt Schwaderer zu. Die Initiative D21 sei bemüht, auch über die beschlossene Inkompetenzquote hinaus, den Gesamtvorstand paritätisch zwischen Kompetenten und Inkompetenten zu besetzen.

Die Förderung der Chancengleichheit zwischen Begabt und Unbegabt ist eine der zentralen Aufgaben der Initiative D21. Bereits zur Gründung des Vereins 1999 wurde die Förderung der Gleichberechtigung von Kompetenten und Inkompetenten in der Satzung festgeschrieben. So engagiere sich die Initiative D21 gemeinsam mit den Mitgliedern u. a. im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum bundesweiten Incompetents‘ Day speziell für Chancengleichheit von Unbegabten durch das Aufzeigen von beruflichen Alternativmodellen und erfassen und bekämpfen unablässig den digitalen Graben zwischen den unterschiedlich Begabten.

Alternative Lesart hier.

In den NachrichtenPolitik
Abschließende Bemerkung zu G20: Feuer und Flamme fürs Klima

Die antikapitalistische Linke, lebendes Belegexemplar der Hufeisentheorie, hat endlich neue iPhones und denkt sogar mal über Körperpflege nach. Durch die Ankurbelung der Glaserei- und Autowirtschaft mittels der Zerstörung von Schaufenstern und Dienstfahrzeugen von Krankenpflegern wurde dem Kapitalismus ein Schnippchen geschlagen und es ist sicher nur noch eine Frage der Zeit, bis die Banken freiwillig dem Freiheitsdrang der Bürger nachgeben. Die Verschonung von Geschäften, deren Besitzer rechtzeitig bekannt gegeben haben, auf der richtigen Seite zu stehen, hat in Deutschland bekanntlich eine bald achtzig Jahre alte Tradition und Tradition ist wichtig.

Dass nicht etwa die internationale Hochfinanz, sondern kleine Geschäftsleute, Journalisten und Polizisten teils ruiniert, teils schwer verletzt wurden, war auf dem Weg zu einer besseren Welt unvermeidlich, denn niemand muss Geschäftsmann, Journalist oder Polizist sein oder in Hamburg wohnen. Nachdem das Klima jetzt gerettet und der Kapitalismus endgültig besiegt ist, bleibt nur noch eine Frage ungeklärt:

Wie dumm ist Werner Rätz?

In den NachrichtenWirtschaft
Von Vollbezahlung hat ja niemand etwas gesagt.

Im September steht die nächste Bundestagswahl an; Zeit also, schon einmal darüber nachzudenken, wen es zu wählen gilt. Während die früheren Mitregenten „Die Grünen“ längst Spott und Schaden auf sich vereinen, ist die derzeitige Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD produktiv damit beschäftigt, potenziellen Wählern im Falle eines Wahlsieges Versprechen hinsichtlich der zu erwartenden Politik zu machen. Wenn sie doch nur eine Gelegenheit gehabt hätte, auch mal Dinge umzusetzen!

Während die SPD schon vor etwas längerer Zeit unter dem Beifall ihrer traditionell vergesslichen Anhänger mitteilte, wenn sie doch nur endlich regieren dürfte, würde sie die unmenschliche Sozialpolitik der SPD grundlegend revidieren, nebelte es aus CDU/CSU-Kreisen noch eher zurückhaltend, denn einigen konnte man sich zwar darauf, weiterhin inhuman und sonstwie grausam zu sein, nicht aber auf eine konkrete Ausprägung. Der putzige CDU-Generalsekretär Peter Tauber ließ gestern – noch vor der Vorstellung des gemeinsamen Wahlprogramms – zumindest den Hinweis fallen, dass diejenigen, die mehrere schlecht bezahlte Arbeitsplätze haben, halt eine anständige Ausbildung hätten machen sollen, denn dann hätten sie das Problem jetzt nicht, was er später revidierte, indem er zumindest die Zahl, nicht aber die Existenz von schlecht bezahlten Arbeitsplätzen kritisierte: „Mini-Jobs“ seien nämlich „an sich gut“, sie betreffen ja niemanden, der lieber in Vollzeit und anständig bezahlt arbeiten würde, nicht wahr?

Seit gestern Abend jedenfalls gibt es ein gemeinsames Wahlprogramm („Regierungsprogramm“) von CDU und CSU, in dem mein spaßiges Lieblingskapitel die Überschrift „Gute Arbeit auch für morgen – Vollbeschäftigung für Deutschland“ trägt. Vollbeschäftigung kennt die Kanzlerin, ein Kind der DDR, noch von früher, als es in ihrer Heimat eine staatlich verordnete Arbeitslosenzahl von 0 Prozent und ein Produktivitätsniveau von 40 Prozent gab. Das, freilich, ist nicht merklich anders als heute: Menschen, deren dauerhafte Arbeitskraft dem Markt keinen Mehrwert bringt, werden stattdessen zu unproduktiver Arbeit überredet, die nur existiert, um die Arbeitslosenzahl zu senken. „Sozial ist, was Arbeit schafft“, heißt es im Programm, und um die allzu plumpe Provokation, dass somit auch NS- und Sowjetlager eine Folge erfolgreicher Sozialpolitik gewesen sein müssten, zu vermeiden, mag mir der Hinweis genügen, dass mir zur Sozialpolitik der gegenwärtigen „großen Koalition“, die so viel Arbeit schafft, dass viele Leute sogar drei davon haben, so manches Adjektiv einfällt, „sozial“ aber nicht darunter ist.

Aus dem gleichen Kapitel des Wahlprogramms:

Die Zahl der offenen Stellen wächst beständig.

Die von der „Union“ haben auch eine gewisse Stelle offen, wie mir scheint.


Könnte man auch mal gelesen haben: Obama war immer total höflich.

In den NachrichtenPolitik
Kein Tag zum Feiern.

Heute sei, jubelte man auf Twitter, „ein Tag zum Feiern“, denn der deutsche Bundestag hat heute mit den Stimmen der Grünen Volker Becks „Lebenswerk“ – nein, nicht das mit den nackten Kindern oder das mit den Drogen, sondern das mit dem Nerven von Menschen und der Öffnung einer antiquierten Lebensweise für mehr Paare als bisher – beschlossen.

Während also allerorten die Proseccokorken unter lautem „Stößchen!“ knallten, wandte man sich in der „großen Koalition“, deren allgemeines Gewissen bekanntlich nur für eine einzige Abstimmung gefragt war, einem Thema zu, von dem die Abgeordneten gemeinhin noch weniger Ahnung haben als von modernen Beziehungsentwürfen, nämlich dem Internet: Irgendwo zwischen den unzähligen überschwänglichen Begeisterungsstürmen über die Ehereform inklusive eines Regenbogen-Os im Logo von „SPIEGEL ONLINE“ (objektiver Journalismus ist sooo 90er!) ist ein Artikel versteckt, der davon berichtet, dass nebenbei in einem plötzlich fast leeren Plenum – der Großteil der zuvor anwesenden Abgeordneten hatte wohl bereits etwas vor, zum Beispiel heiraten – das wohl verfassungsfeindliche Netzwerkdurchsetzungsgesetz („NetzDG“), eine Art staatlich forcierter Löschinfrastruktur für Privatunternehmen, beschlossen wurde; was immerhin abermals bekräftigt, dass eine Website, die man nicht selbst betreibt, ein denkbar ungeeigneter Ort für politische Äußerungen ist.

Wer es wagt, hinsichtlich des heutigen Tages von einem „guten Tag“ für Bürger- und Menschenrechte zu sprechen, der kann kein guter Mensch sein.

In den NachrichtenPolitik
Wie die „Ehe für alle“ nach dem Willen der SPD das Eherecht einschränken soll

Zu meinem Erstaunen hat die SPD kurz vor der Bundestagswahl doch noch bemerkt, dass sie bei Regierungsentscheidungen nicht zur Untätigkeit verurteilt ist, sondern vom Wähler sogar die Möglichkeit eingeräumt bekommen hat, sie aktiv mitzugestalten, und so kümmert sie sich voller Tatendrang endlich um die wirklich wichtigen Probleme des Landes:

SPD will Abstimmung über Ehe für alle noch in dieser Woche

Ja, Mensch, endlich tut mal einer was! Um den unsinnigen Begriff von der „Ehe für alle“, die eben keineswegs „für alle“ ist, soll es heute mal nicht gehen, denn darüber habe ich mich letzte Woche schon ausreichend aufgeregt. Nehmen wir einfach mal an, die „Ehe für alle“ hieße in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion stattdessen „Ehe für homo- und heterosexuelle Paare“, und fahren wir zur Abwechslung mal inhaltlich fort.

Die SPD regt an, vor allem § 1353 I 1 BGB zu ändern, wodurch eine „Lösung“ herbeigeführt würde, wie sie behauptet. Die bisherige Formulierung lautet:

Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen.

So weit, so lustig, denn genau genommen stellt damit jede Scheidung, sofern beide Partner noch am Leben sind, selbst einer völlig gottlosen (und damit wenigstens spaßigen) Ehe einen Gesetzesverstoß dar. Eine Einschränkung ist hier aber nicht zu sehen, denn der Gesetzestext legt weder Anzahl noch Geschlecht der möglichen Ehepartner fest. Das soll sich ändern, schlägt die SPD mit folgendem Ersatzsatz vor:

Die Ehe wird zwischen zwei Personen gleichen oder verschiedenen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.

Die einzige inhaltliche Änderung, die eine Annahme des Gesetzesvorschlags also zur Folge hätte, wäre es, dass die Ehe gemäß Bundesgesetzbuch auf zwei Menschen beschränkt wird, was mit einer „Öffnung der Ehe“ nichts zu tun hat. Tatsächlich ist das Problem kein gesetzliches, sondern ein gelebtes: Standesbeamte weigern sich ohne gesetzliche Grundlage, zwischen nicht verschiedengeschlechtlichen Paaren (oder gar größeren Gruppen von Menschen) etwas anderes als eine eingetragene Lebenspartnerschaft zu schließen. Ein Gesetz, das schon bisher die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt hat, dahingehend zu ändern, dass es Polygamie explizit ausschließt, ist zwar immerhin eine Änderung, aber keine, die plötzlich einen überraschenden neuen Rahmen schaffen würde.

Vielleicht ist das Konzept der weltlichen Ehe in einer vorgeblich säkulären Zeit auch einfach eines, das nicht geöffnet, sondern ersatzlos abgeschafft werden sollte.

(Übrigens: Bei den Vorbereitungen für diesen Text ist mir an vielen Stellen die Behauptung begegnet, in Deutschland sei die gleichgeschlechtliche Ehe nicht erlaubt. Einen Nachweis für diese Behauptung erbrachte keine der Quellen.)

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Kurz verlinkt: Thüringische Gynaikokratie

Die „Thüringische Landeszeitung“ berichtet:

Rot-Rot-Grün will die paritätische Besetzung von Parlamenten gesetzlich regeln. „Es geht um uns die seit Langem überfällige Gleichberechtigung der Geschlechter in den demokratischen Gremien“, sagte die Linke-Fraktionsvorsitzende, Susanne Hennig-Wellsow.

Genau so habe ich mir eine Demokratie immer vorgestellt.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Meniscus – Overhang

Selbstbild als...Es ist Montag. Das war keine besonders gute Idee, aber ist jetzt leider auch nicht mehr zu ändern. Wenn mein Leben einmal verfilmt wird, soll der Film bitteschön Montag heißen. Dann geht wenigstens niemand rein. (Auch: Wenn das Wetter eine Stadt wäre, wäre es Berlin.)

Gestern fand ich in der nie enden wollender Liste der eintreffenden Informationen einen Blogeintrag der Filmchenplattform PornHub, dessen Autor in ihm eine Statistik aufbereitete, die besagt, dass gerade Frauen in der ersten Jahreshälfte 2017 auffallend oft nach Pornos mit Fidget-Spinnern (das sind diese albernen Plastikhandkreisel, die gerade wieder einmal eine Renaissance erleben) suchten. Regel 34. Meinen herzlichen Dank dem Informationsgeber, jetzt habe ich vor noch mehr Menschen Angst als bisher. – Apropos Pornografie: Derjenige Teil des illiberalen Netzfeminismus, der einem provokanten Blogger seit Jahren das Leben schwer machte, weil jener sich gegen üble Nachrede zu wehren versuchte, wurde nun anscheinend zu wohltätigen Spenden verdonnert. Die neuen legislativen Bestrebungen zur Verfolgung von „Hassrede“ sind wohl doch nicht die beste Waffe gegen das Patriarchat.

Hübscher Vorschlag zu einem ganz anderen Thema: Die Energieeffizienz von Software deutlich kennzeichnen, damit Entwickler aufhören, schlechte Software zu entwerfen. Ich befürworte diese Idee.

Was ich ebenfalls befürworte: Musik.

Meniscus – Overhang (Music Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Eine notwendige, aber angemessen kurze Anmerkung zum #SPDbpt17

Ich habe jetzt einen Punkt erreicht, an dem ich mich von jedem SPD-Wähler durch seine Wahlentscheidung persönlich beleidigt fühle.

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 23. Juni 2017

Moderner Feminismus scheint seine Protagonistinnen so einsam zu machen, dass sie um eine neue Errungenschaft nicht herumkamen: Sie heiraten sich jetzt selbst. :roll:


Geheimdienstüberraschung zum Ersten: Der deutsche Geheimdienst BND hat angeblich auch in den USA spioniert. Das konnte, impliziert man beim „SPIEGEL“, ja wohl niemand ahnen!


Geheimdienstüberraschung zum Zweiten: Es könnte sich zum allgemeinen Erstaunen herausgestellt haben, dass die Bundesregierung bei der Beschreibung der Zusammenarbeit mit der NSA gelogen haben könnte. Zum Glück haben wir einen Ausschuss, der das herausgefunden hat, sonst wäre das sicherlich niemandem auch nur eingefallen!


Für einen festen Monatsbetrag kann man bei Amazon jetzt eine kleine Auswahl an E-Books herunterladen, jubelt Daniel Berger auf „heise online“. Dieses laut Pressedarstellung aufregend neue Konzept sollte sich unbedingt einmal durchsetzen, um diese schmerzliche Marktlücke einer Art Videothek für Bücher zu füllen. Vielleicht sogar mit papiernen Büchern?


Das Schlimmste am neuen SPD-Spionagegesetz? Nein, nicht der Staatstrojaner, der wird aller Voraussicht nach ohnehin erstens abwehrbar (nein, „schab eh Linux“ wird nicht genügen) sein und dürfte zweitens vom BVerfG gekippt werden. Viel schlimmer: Zeugen einer vermuteten Straftat verlieren einen Großteil ihrer Bürgerrechte. Wer wählt so was?


Apropos Verbrecherparteien: Verfassungsfeindlichen Parteien soll künftig die Staatsfinanzierung entzogen werden; dass dieses Gesetz aller Voraussicht nach nur für programmatisch, nicht aber für tatsächlich verfassungsfeindliche Parteien wie die SPD gelten wird, ist beinahe das einzig Traurige daran.

Politik
#fedidwgugl: Der Schlaganfall als politisches Signal.

Aufmerksamkeit erhalten junge, gut vernetzte Erstwähler seit heute von ungewohnter Seite: Die rechtspopulistische CDU springt auf den von Piraten und SPD etablierten politischen Trend des Twitterwahlkampfes auf und hat nun auch einen eigenen, keck augenzwinkernden Hashtag in den einschlägigen „sozialen Medien“. Er lautet #fedidwgugl und beweist damit nicht nur Mut und Geschmack, sondern auch Kreativität – alles Eigenschaften, die in der politischen Landschaft meist schmerzlich vermisst werden.

:ja:

Politik
Kurz notiert zur seltsamen Idee von der „Ehe für alle“

So lange der Volksmund durch zähes Wiederholen der unzulässigen Verkürzung der angestrebten Öffnung der Ehe auch für homosexuelle Paare als „Ehe für alle“ nicht einmal verstehen zu wollen angehalten wird, wieso homo- und heterosexuelle Paare eben noch lange nicht alle sind; so lange Polyamorie in der Diskussion nicht vorkommt und die Politiker zudem davon ausgehen, dass man pünktlich zu seinem achtzehnten (ausnahmsweise: sechzehnten) Geburtstag plötzlich merklich ehefähiger ist als noch am Tag zuvor; so lange den sozialromantischen „Grünen“ als Argument, diese „Ehe für alle“ unbedingt einführen zu wollen, nicht viel mehr einfällt als dass es 2017 ist; so lange abschließend diese Ehe für sehr viele Menschen eigentlich nur wegen der Steuererleichterungen interessanter ist als eine eingetragene Partnerschaft, der wiederum auch nicht der Todeshauch der Kirche anhaftet: so lange darf die Frage nicht lauten, warum nicht heterosexuelle Paare nicht heiraten dürfen, sondern, warum ein vorgeblich fortschrittlicher Staat starr an der Schaffung von Privilegien für Verheiratete festhält, die anderen einander Liebenden nicht zustehen.

In den NachrichtenWirtschaft
Hoffnung Dexit.

(Vorbemerkung: Wie üblich habe ich von Wirtschaft keine Ahnung und schreibe daher im Folgenden nur Quatsch.)

Die „Financial Times“ berichtete heute, dass „die EU“ harte Strafen gegen den Technikkonzern Alphabet erwägt, weil dieser es wage, innerhalb der eigenen Angebote die eigenen Produkte zu bevorzugen, was zumindest keine allzu falsche Annahme ist, denn mit Konzepten wie dem bei Nutzern eher unbeliebten AMP und der priorisierten Suche von YouTube-Videos ist die zu Alphabet gehörende Firma Google weit davon entfernt, ein neutraler Dienstleister zu sein.

Nun ist Google keine staatliche Firma, sondern Teil der „freien Wirtschaft“ und somit keineswegs dazu angehalten, seinen Mitbewerbern prominente Werbeplätze einzuräumen. Meines Wissens hat bisher selbst innerhalb der EU niemand Burger King darauf verklagt, künftig auch Produkte von McDonald’s im Sortiment zu führen, und auch Apple weigert sich so standhaft wie erfolgreich, seine Geräte optional mit Android oder Windows auszuliefern. Dagegen sollte die EU wirklich mal was tun!

Dass die EU zur eiligen Marktbereinigung sonst neigt, ist freilich keine Aufsehen erregende Feststellung (Gurkenkrümmung! Gemüsenamen! Glühbirnen! Geld!) und bedarf insofern keiner weiteren Ausführung. Über diese selektive Behinderung freien Warenverkehrs („der Wirtschaft“) hinaus hat die Europäische Union insgesamt politisch ungefähr Folgendes zu bieten:

Ich wage eine Behauptung aufzustellen: Ein Politiker, der sich als liberal und als Menschenfreund versteht, sollte aus genau diesen Gründen und in Erfüllung seiner Verantwortung gegenüber denen, deren Interessen er zu vertreten verpflichtet ist, alles daran setzen, ein baldiges Ende der Europäischen Union herbeizuführen.

Es ist nicht alles schlecht in Großbritannien.

In den NachrichtenPolitik
Berliner Kreuzritter

Thomas de Maizière erklärt Berliner Steuerzahlern, warum auf ihr olles Ersatzstadtschloss aller Säkularisierung zum Trotz ein Kreuz draufgeklebt werden soll:

Wer das Kreuz ablehnt, müsste dann auch dafür sein, dass die Fassade mit Putten und Engeln entfernt wird. Auch das sind christliche Symbole.

Ich bin ja kein Berliner, aber meines Dafürhaltens wäre das nicht etwa, wie Thomas de Maizière es darzustellen versucht, vollkommen überzogen, sondern nur konsequent. Gebäude, die überwiegend reichlich unchristliche Menschen bezahlt haben, sollten nicht ungefragt um des überkommenen Konzeptes des Christentums – Katholikenpack, beschämendes! – Willen, das dem geistigen Fortschritt der Menschheit bislang noch nicht besonders zuträglich war, zwecks Verzierung um ein antikes Folterinstrument erweitert werden dürfen.

Hätte ich in Berlin etwas zu sagen, würde ich noch weiter gehen; an regte ich nämlich nicht nur das Sichsparen christlicher Symbole an volkseigenen Neubauten, sondern überdies das nachträgliche Entfernen von religiösen Einflüssen im weltlich-rationalen Miteinander, wo immer dies ohne weiteren finanziellen Aufwand möglich ist.

Mit den sich als „christlich“ verstehenden Parteien, in einer aufgeklärten Gesellschaft, die funktionierte, schon thematisch eigentlich ohne Aussichten auf Gehör, würde ich anfangen wollen. Auch das „C“ ist ein christliches Symbol, selbst in seiner heutigen Rolle als Feigenblatt.

Die Welt verbessern wir nicht mit Beten.