Wenigstens das …
Wie erkläre ich meinem Kind den Krieg?
… ist zum Glück leicht zu beantworten.
Wenn jetzt auch noch der russische Rundfunk Phil Collins auf die schwarze Liste setzt, bewerb‘ ich mich um die Staatsbürgerschaft.
(Nachtrag: Warum dürfen eigentlich NATO-Staaten noch mitmachen?)
Es ist Montag. Radfahrer sorgt mit seinem Tod für Stau im Frühverkehr. So ein Arsch.
Gute Nachrichten: Gender ist überwunden. In der Ukraine dürfen wehrfähige Männer das Land nicht mehr verlassen, alle anderen Geschlechter bestehen aus freien Menschen. Ich würde mir diesbezüglich mehr #Aufschrei von den Grünen wünschen, aber die sind ja gerade beschäftigt (mit Krieg). Ihre politischen Vorbilder sind aber auch sonst manchmal nicht so gut.
Indes hat Krieg auch seinen Vorteil: In Russland und der Ukraine schaltet Twitter gerade keine Werbung, damit niemand was verpasst. Das sind ja Zustände wie im Ersten da! Ich musste, als ich das las, länger als erwartet darüber nachdenken, ob ich nicht vielleicht doch einen Krieg in Deutschland haben möchte. Einfach, weil mir die Reklame auf Twitter auf den Sack geht.
Man muss sich ganz schön einschränken, wenn Krieg ist.
Guten Morgen.
Zum Glück sind Obdachlose, Arbeitslose und sonstige Geringverdiener staatlich gut versorgt, sonst wäre es ja geradezu antisozial von der „linken“ Bundesregierung, zusätzliche 100 Milliarden Euro in die Aufrüstung bewaffneter Neonazis („Soldaten“) zu stecken.
Zum Vergleich:
Diesjähriges Gesamtbudget für (das auslaufende) Hartz IV:
43,425 Mrd. Euro.
Kosten eines fahrscheinfreien öffentlichen Personennahverkehrs:
Bis zu 15 Mrd. Euro.
Solidarität, Zusammenhalt, Menschlichkeit – das sind die Grundsätze für unseren Sozialstaat der Zukunft.
SPD
Hurra! Die wesentliche Sorge, titelte das Magazin „Der Aktionär“ schon vor einer Woche, müsse man sich im russisch-ukrainischen Krieg gar nicht machen:

Die Börse leidet am meisten darunter oder auch nicht:
Rüstungs-Aktien wie Rheinmetall oder Hensoldt waren am Donnerstag die Profiteure des russischen Truppeneinmarschs in die Ukraine.
Da alle Welt überlegt, wen man für den Krieg haftbar machen könnte, und diesbezüglich gerade argwöhnisch auf die Schweiz guckt, die sich weigert, sich parteiisch in das Durcheinander einzumischen: Warum nicht mal die Rüstungsindustrie und ihre Aktionäre?
Und dann war da noch „T‑Online.de“, das das Wesen „der Hackergruppe“ Anonymous, die eben keine offiziellen Strukturen aufweist und deren „Mitglieder“ (was man – einem diskordianischen Papst nicht unähnlich – schlicht durch aktive Ausübung der „Mitgliedschaft“ wird) weit davon entfernt sind, auch nur im Ansatz ähnliche politische und persönliche Ziele zu haben, trotz jahrelanger Berichterstattung nicht begreift und die „Nachricht“ publiziert, dass einzelne Gruppen aus „Mitgliedern“ von Anonymous vor ein paar Stunden angefangen haben, russische Webserver lahmzulegen. Das hat Putin jetzt davon! Sein Volk kann die Regierungswebsite nicht mehr angucken! Hahaha!
In den sozialen Medien hoffen manche, die das Internet nicht verstanden haben, dass damit auch erhebliche Eingriffe in die russische Militärinfrastruktur verbunden sind. Viel interessanter finde ich aber folgenden Gedanken: Wenn man „Anonymousmitglied“ wird, indem man es einfach ist, und schon seit längerer Zeit darüber spekuliert wird, dass Russland die Heimstatt einer Vielzahl von Hackern und Netztrollen ist – ist es dann nicht nahezu unumgänglich, dass mit der „Kriegserklärung“ von „Anonymous“ an „die russische Regierung“ letztendlich Anonymous Anonymous bekämpft?
Wer sollte dabei eigentlich gewinnen? Mein Tipp: Die Popcornfabrikanten.
Über die derzeitigen militärischen Vorgänge in „der“ Ukraine wird dieser Tage vieles geschrieben. Einiges davon ist weniger blöd als anderes.
Ein bisher kaum beachteter Aspekt ist der religiöse, und weil ich ja viele (aus Versehen) merkwürdige und (absichtlich) eher ungesellige Hobbys habe, zu denen Kulturgeschichte zählt, fällt mir dazu gerade etwas ein. Das Heidentum, die Wurzel „des Westens“, das vor etwa 1.100 Jahren (plus/minus 100 Jahre) von ein paar egozentrischen Gewalttätern zugunsten des Glaubens an die jenseitige Heilkraft eines jüdischen Wanderpredigers vermeintlich „besiegt“ worden war, hatte, wie spätestens seit der (historisch inakkuraten) Serie „Vikings“ allgemein bekannt sein dürfte, auch bei den Rus (im heutigen Kriegsgebiet) seine Anhänger; erst im Jahr 988 wurde das Christentum zur Kiewer Staatsreligion. Wie das mit dem Glauben aber so ist, kriegt man ihn zwar aus dem Mund, jedoch nicht aus dem Kopf herausgeprügelt.
In der Volkszählung (PDF, russisch) für das Jahr 2010 – seitdem sind es vermutlich nicht deutlich weniger geworden – haben sich etwa 1,7 Millionen Russen als Heiden ausgewiesen, davon etwa 44 Prozent slawische Heiden, zum Rest zählten auch germanische Heiden und Druiden. In „der“ Ukraine, einem deutlich kleineren Land, wurden vor einigen Jahren etwa 0,2 Prozent slawische Heiden gezählt, was immer noch ein paar Tausend sind.
Ihnen gemein ist, dass sie sich im Kampf um den Donbass jeweils auf eine der beiden Seiten geschlagen haben. Dies dürfte das erste Mal seit einiger Zeit sein, dass Anhänger von Þórr (slawisch Перýн, Perun) einander die Köpfe einschlagen bzw. ‑schießen, weil sie der Ansicht sind, die Götter seien auf ihrer Seite und nicht auf der des Gegners. „Odin“, übersetzte Karl Simrock aus der Völuspá, schleudere „das Geschoss in das Heer: da wurde Kampf in der Welt zuerst“. Es erstaunte mich kaum, fiele in der innerukrainischen Diskussion über die derzeitige militärische Situation kein Synonym für die Götterdämmerung. Dass ich mal Zeitzeuge einer Wikingerschlacht sein würde, hatte ich jedenfalls so nicht erwartet.
Diese Fahrt ist sehr übel und gar nicht wikinggemäß.
Egils saga, Kap. 46; übersetzt von Felix Niedner
„Correctiv“, das nur die Existenz des „Faktencheckers“ davor bewahrt, den irreführendsten Namen in der gegenwärtigen Medienlandschaft zu tragen, warnt griffig vor „Apple-Lehrern“. „Apple-Lehrer“, schreibt Christoph Pengel dort, seien diejenigen Lahrkräfte, die auch jenseits des Curriculums eine Verbundenheit mit dem Konzern Apple zeigen. Aufgezeigt werden soll mit dem Artikel anscheinend, dass Schüler auf diese Weise sozusagen kostenlose Werbung für Apple als Inhalt des Stundenplans bekommen.
Damit ignoriert „Correctiv“ allerdings den gleichen Aspekt, den auch seit Jahren irgendwelche Verbraucherschützer ignorieren, wenn sie behaupten, Schulen „dürften“ nicht von einzelnen Technikkonzernen „abhängig“ werden. Dabei müssen sie das sogar.
‘Der Vorteil der Applelehrer in einer Zeit des Pflichtfachs „Informatik“’ weiterlesen »
Es ist Montag. Julia Schramm – langjährigen Lesern mag der Name bekannt vorkommen – ist nicht mehr auf Twitter, hat aber anscheinend endlich festgestellt, dass Twitterlinke und Linke einander spinnefeind sind. Nicht, dass die mir auch noch sympathisch wird!
Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ – will nicht direkt verlinkt werden (LSR) – erzählt, „etwa 200 Jugendliche“ wollten sich nur in aller Ruhe in Hannover gegenseitig aufs Maul hauen, jedoch kam dann die Polizei hinzu und die Situation „drohte“ zu „eskalieren“. Zum Glück wurde das verhindert. Eine Eskalation hätte schnell zu einer Schlägerei führen können! Die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ warnen derweil vor den „gefährlichsten Fallen für Autofahrer“, die alle keine sind, wenn man nicht fährt wie ein Arschloch. Den Rückschluss auf den zuständigen Titelredakteur – an manchen Stellen wurde die Formulierung inzwischen geändert, an anderen nicht – bitte ich die Leserschaft selbst zu ziehen. Wenn ich das selbst mache, ist wieder irgendwer böse auf mich.
Vergessen ist anscheinend die Zeit, in der es medial Usus war, einen Präsidenten (damals vorrangig: Donald Trump) mit Adolf Hitler oder wenigstens Joseph Goebbels zu vergleichen. Neulich hat Elon Musk das jedenfalls mit Justin Trudeau gemacht und das empört den „Tagesspiegel“ sowie zahlreiche weitere Zeitungen und „Zeitungen“ außerordentlich. Dass schon das erste Wort des Artikeltextes („Tesla-Gründer“) falsch ist, weil Tesla 2003 gegründet wurde und Elon Musk erst seit 2004 überhaupt irgendwas mit dem Unternehmen zu tun hat, würde ich wirklich gern nicht selbst recherchieren müssen.
Eine Recherche zum Militärkonflikt um die Ukraine war auch der „taz“ zu umständlich, weshalb sie lieber Waltraud Schwab aus der Küche gelassen hat, um einen Meinungsartikel zu schreiben, der im Wesentlichen besagt, dass Krieg männlich sei, weil Kanonenrohre sie an einen Penis erinnern. Ich finde ja, Raketen sehen aus wie riesige Tampons, aber mich hat die „taz“ noch nie nach einem Artikel gefragt. Darf ich, darf ich?
Die SPD-Ministerin Svenja Schulze, lobend weitergetragen von dem Twitterteam der SPD-Fraktion, findet übrigens auch, man solle „die männliche Gesellschaft überwinden“. Na also: nicht mal die SPD-Minister können den SPD-Kanzler noch leiden. Vielleicht doch lieber noch mal anders wählen?
Darauf erst mal ein bisschen männliche Männermusik.
Guten Morgen.
An den derzeit stattfindenden und mitunter sehr albernen Diskussionen darüber, wann der Iwan denn jetzt endlich mal auf die energischen Kriegsanregungen des Westens antwortet, möchte ich mich inhaltlich nur in begrenztem Maße einbringen, weil mich allein schon die Konnotation stört, das alles könne nur mit mehr Waffen einigermaßen friedlich ausgehen; aber als äußerst anstrengend empfinde ich die vor allem in deutschsprachigen Medien längst ein groteskes Maß angenommen habende Angewohnheit, Städte zu den handelnden Subjekten zu machen:
Der Vertreter der Lugansker Volksrepublik (…) sagte (…), dass Kiew das Territorium der Republik mit schweren Waffen beschieße[.] (…) Indes behauptet der ukrainische Verteidigungsminister Alexej Resnikow, dass Kiew keine Gewaltaktionen und keine Militäroperationen plane. (…) Moskau hat wiederholt darauf verwiesen, dass Kiew die Minsker Abkommen verletze und die Verhandlungen über die Beilegung des Konfliktes hinauszögere.
Braunschweig kriegt Kopfweh. Erst mal mit Ulm telefonieren.
14. Dezember 2021:
Boris Johnson quatscht mit Wladimir Putin. (Das macht er im Februar 2022 noch mal.)
1. Februar 2022:
Mario Draghi fernspricht mit Wladimir Putin.
7. Februar 2022:
Emmanuel Macron besucht Wladimir Putin, möchte aber keinen Coronatest vornehmen lassen, damit der Iwan ihm nicht die Gene stiehlt.
12. Februar 2022:
Joe Biden telefoniert mit Wladimir Putin.
14. Februar 2022:
Wladimir Putin kündigt einen teilweisen Truppenabzug von der Grenze der Ukraine an.
15. Februar 2022:
Olaf Scholz besucht Wladimir Putin, möchte aber keinen Coronatest vornehmen lassen, damit der Iwan ihm nicht die Gene stiehlt.
15. Februar 2022:
Saskia Esken twittert, der Truppenabzug sei „das erste Ergebnis einer beeindruckenden Krisendiplomatie (…) des Bundeskanzlers“.
Ja, so ein Tausendsassa. Was der alles kann – sogar nachträglich eine Region befrieden!
Kein Platz für Fake News und Verschwörungsmythen!
SPD Bonn
Lange nichts mehr über Musik geschrieben.
Zu den von mir bislang verkannten Gruppen zählten, bevor mir neulich ihr Kleinalbum „Trigger Warning“ ins Abspielgerät rutschte, die Krupps. Der Name klingt schon so nach Deutschrock. Schlager. Pop. Schlimmstenfalls Mallorca. (Ich habe manchmal Vorurteile. Manchmal freue ich mich, wenn sie nicht stimmen.) Da mir der Bandname ansonsten nur in einem Lied der Die Ärzte sowie im Kontext wirklich furchtbarer Tanzmusik begegnet war, hielt ich das für keine besonders schließenswerte Bildungslücke. Aber weit gefehlt!
‘Kurzkritik: Die Krupps – Stahlwerkrequiem’ weiterlesen »
Derweil in Rheinland-Pfalz:
Weingüter in Rheinland-Pfalz, in denen queere Menschen in verantwortungsvoller Position tätig sind, können sich mit je zwei Weinen an einer neuen Initiative des Familienministeriums beteiligen. (…) Die Landesregierung in Mainz hat die Initiative „QueerWein Rheinland-Pfalz“ gestartet, um die Vielfalt der Lebensweisen im Bundesland sichtbarer zu machen.
Ich finde es etwas schade, dass auf diese Weise moderne Lebensweisen wie etwa die der polyamoren Autisten unsichtbar gemacht werden. Das wirft die Gleichbehandlung und Akzeptanz um Jahre zurück; was sag‘ ich: Jahrzehnte!
Mir persönlich ist übrigens außerordentlich selten die Sexualität der Vorstände derer bekannt, die mir genehmen Fusel hochqualitativen Getränkegenuss ermöglichen. Die interessante Frage ist doch nicht, wem der oberste Traubenpflücker beischläft, sondern: Schmeckt’s?
Ich persönlich empfinde es übrigens als qualitativen Mehrwert, dass man als Deutschmuttersprachler bei Twitter automatisch ausgesperrt wird, wenn man keinen geraden deutschen Satz mehr rausbekommt, sondern in das würzige Sprachgericht unbedingt noch einen Tropfen Jauche („Englisch“) reinkippen muss; hoffentlich bleibt das so.