In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Einkaufsshopping fürs Vaterland

Der umstrit­te­ne Rechercheur Patrick Gensing kom­men­tiert:

Noch bis min­de­stens zum 10. Januar soll der „Lockdown light“ gel­ten. Doch eine „leich­te Abriegelung“ oder „leich­te Ausgangssperre“ ergibt vom Wort her eigent­lich kei­nen Sinn.

So weit, so rich­tig (das muss man der „tages­schau“ ja auch mal zuge­ste­hen); um so erstaun­li­cher, dass ande­res sinn­mä­ßig uner­fragt bleibt:

Alles was Spaß macht, wird ver­bo­ten. Das Arbeiten, Einkaufen und Shopping bleibt hin­ge­gen erlaubt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier bezeich­net den Erhalt des sta­tio­nä­ren Einzelhandels sogar als „natio­na­le, ja auch eine patrio­ti­sche Aufgabe“.

Ein Volk, ein Reich, ein Lebensmittelladen! Ein auch im Vergleich dazu ent­täu­schen­des Triptychon hat Patrick Gensing hin­ge­gen mit „Arbeiten, Einkaufen und Shopping“ zu malen ver­sucht, wor­auf er selbst der­ma­ßen stolz zu sein scheint, dass er es sogar in einer Zwischenüberschrift noch mal benutzt hat.

Nun beru­higt es mich ja ein biss­chen, dass Einkaufen in zwei Sprachen erlaubt bleibt. Aber was ist mit かい・だしにでかける, Acquistare und Comprar? Hier ist, wie ich fin­de, der Gesetzgeber gefragt. Gerade für ein Land, das sich offen für ara­bisch­stäm­mi­ge Neuzugänge zei­gen möch­te, ist es ein untrag­ba­rer Zustand, dass dem Grundbedürfnis der geset­zes­kon­for­men Besorgungen mit so wenig sprach­li­cher Flexibilität begeg­net wird.

Internationales Kaufen muss end­lich lega­li­siert werden!


Wo eigent­lich die Revolution bleibt? Keine Sorge: Der Bundestag arbei­tet daran.

NerdkramsNetzfundstücke
Beim #rC3 ist das Internet voll.

Dieser Artikel ist Teil 12 von 14 der Serie Congresskrise(n)

Schlechte Nachrichten für die­je­ni­gen, die immer noch einen Unterschied zwi­schen CeBIT und Chaos Communication Congress zu ken­nen glau­ben: Es ist wie­der einer weniger.

Tickets wer­den für den Logged-In-Bereich benö­tigt, der die Interaktionen zwi­schen den Teilnehmenden, Workshopteilnahmen und das Entdecken der Assemblies-Flächen und ein paar Überraschungen für Euch ermöglicht.

Weil die moder­nen Konzepte von Interaktion zwi­schen Onlinenutzern (IRC, seit 1988), Ständegucken (GIF, seit 1987) und man­chem mehr aber für tech­nik­fer­ne Menschen, wie sie die Zielgruppe des rC3 nun mal sind, nicht mehr so recht ska­lie­ren, seit man jeden Quatsch unbe­dingt in den Webbrowser ver­la­gern will und der nun mal nur wenig Last aus­hält, ist das welt­wei­te Netz plötz­lich ganz schön eng:

Aktuell sind alle Tickets für die rC3 ausverkauft.

Das pas­siert eben, wenn man sich das Netz von der Telekom legen lässt.

In den NachrichtenPolitik
Fatahkomplexe

Dass ich das Wort „Hetze“ für sich auf einem sprach­li­chen Niveau mit dem min­de­stens eben­so belieb­ten „Kackscheiße“ befin­dend hal­te, habe ich im Bekanntenkreis gele­gent­lich ohne ersicht­li­chen Widerspruch ange­merkt. Das hält die Nachwuchsorganisation der SPD, die auch sonst lei­der nicht auf mich hört, nicht davon ab, „für Völkerverständigung gegen Hetze“ zu demon­strie­ren.

Das ist beson­ders bemer­kens­wert, weil die­sel­be Organisation am ver­gan­ge­nen Wochenende die Fatah-Jugend zur Schwesterorganisation erko­ren hat, deren Beitrag zur Völkerverständigung dar­in besteht, das Land Israel als nicht sou­ve­rä­ni­täts­wür­dig dar­zu­stel­len. Zwar könn­te man die Fatah-Jugend des­halb ange­sichts der Außenpolitik Israels als anti­fa­schi­sti­sche Organisation akzep­tie­ren, aber die­se Ansicht ist wie­der­um umstrit­ten, wie man heut­zu­ta­ge zu Ansichten sagt, die nicht von jedem Mitglied des ein­fa­chen Bürgertums geteilt werden.

Mich über­rascht ja der aus­blei­ben­de Menschenauflauf (mmmh: Auflauf) vor SPD-Parteitagen. Was muss noch alles passieren?

MusikNetzfundstücke
2020 unwrap­ped.

Blogger, Journalisten und Radiokasper fra­gen momen­tan zahl­reich und meist in fürch­ter­li­chem Deutsch:

Doch wie viel Musik hast Du in (sic! A.d.V.) 2020 tat­säch­lich gestreamt?

Man sol­le hier­für bei Spotify, einem bekann­ten Künstlerschlechtbezahler, nach­se­hen, das ein ent­spre­chen­des Angebot vorhalte.

Ich habe das mal gemacht; und kon­se­quent weist mich Spotify gen­dernd dar­auf hin, dass ich gefäl­ligst erst mal anfan­gen soll­te, Musik zu hören, bevor ich da Informationen bekom­me. Aber ich kön­ne ja so lan­ge erst mal Musik hören, die ande­re Leute mögen, doch lei­der krie­ge ich von die­ser Art von Beschallung regel­mä­ßig Hirnspliss.

Nichtrückblick

Ein ande­rer Blogger, der nicht dau­ernd von mir ver­linkt wer­den möch­te, hat­te letz­te Woche einen Screenshot von Last.fm in einem sei­ner Beiträge ver­wur­stet, dem­zu­fol­ge ich immer­hin 100 Prozent neue Künstler auf­zu­wei­sen habe, denn ich gehö­re zu den Menschen, die ungern - sofern es nicht um die Alben für die Insel geht - etwas erneut hören, was sie schon ken­nen. Als mein Album des Jahres scheint sich das aktu­el­le von Insect Ark her­aus­zu­schä­len, über das ich hier noch nichts geschrie­ben habe, weil ich mir dafür Zeit und Muße neh­men muss und wir haben ja Corona und da ist bei­des eher knapp.

Mein per­sön­li­cher Jahresrückblick - die meist­ge­hör­ten Alben, nicht unbe­dingt auch die besten - steht jeden­falls im Plattenschrank. Schade, dass der nicht smart ist und dau­ernd irgend­was im Internet visua­li­sie­ren will; oder auch: gut so.

In den NachrichtenMusik
Das Ignorantenblutbad

Erst Corona und jetzt auch noch das:

Manche haupt­be­ruf­li­chen Streamerinnen und Streamer

, das muss man ja erst mal sacken las­sen: es gibt tat­säch­lich Menschen, die haupt­be­ruf­lich ihr Geld (ech­tes Geld!) damit ver­die­nen, sich dabei fil­men zu las­sen, wie sie irgend­wel­che Pixel abknal­len, und/oder sich bei son­sti­gen Computeraktivitäten (Paint, Facebook, Pornosgucken) zugucken zu las­sen, was im Lebenslauf bestimmt auch ori­gi­nell aus­sieht und mir eigent­lich einen Exkurs zum Thema Arbeitslosenzahlen erlaub­te, aber die­ser Exkurs hier ist jetzt schon zu lang, also wei­ter im Zitat,

schrie­ben, dass ihr Lebenswerk aus­ge­löscht werde.

Nun steht es aus­ge­rech­net mir sicher­lich nicht zu, das Lebenswerk ande­rer Menschen zu bewer­ten. (Brot und) Spiele sind ja durch­aus auch für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts von Wert. Aber was ist denn über­haupt passiert?

Überraschend hat sich her­aus­ge­stellt, dass man, wenn man öffent­lich etwas vor­führt, dar­auf ach­ten soll­te, dass die Verwertungsrechte ein­ge­hal­ten wer­den. Wer Kinder Lieder sin­gen lässt, mit deren Vermarktung jemand sonst Geld ver­dient hät­te, der wird danach von der GEMA zur Kasse gebe­ten. Isso.

Zwar ist ein Streamingverteiler kein Marktplatz, aber die Rechtslage ist ähnlich:

Der Grund für den Kahlschlag ist der Digital Millennium Copyright Act, kurz DMCA. (…) Juristisch gese­hen ist die Musiklobby im Recht: Anders als YouTube oder Facebook hat twitch bis­lang kei­ne Absprache mit den gro­ßen Musiklabels abge­schlos­sen, die eine freie Nutzung von Musik in den Streams erlau­ben würde.

Denn man kann ja von auf­merk­sam­keits­ar­men Streamern und ihren Zuschauern nicht erwar­ten, dass sie sich auf das Geschehen auf dem Bildschirm und viel­leicht das Gequatsche des Streamers kon­zen­trie­ren; man muss schon Musik dazu hören, und zwar wel­che, die der zu gro­ßen Menge aus Vermarktbarem ent­sprin­gen. Wie das aber so ist: Wo unter einem Krieg die Kinder am mei­sten lei­den, wie der Volksmund unter völ­li­ger Ignoranz des Wohlergehens der Soldaten annimmt, da lei­den unter der Rechteignoranz die Ignoranten am meisten.

Die Leidtragenden des Konflikts sind die Streamenden: Sie müs­sen wei­ter­hin mit der Unsicherheit leben, nicht zu wis­sen, wel­che Musik im Hintergrund eigent­lich erlaubt ist und wel­che nicht.

Streamende schei­nen also auch sonst nicht zu den Klügeren zu gehö­ren, denn bereits gerin­ger Grundverstand lässt anneh­men, dass ange­sichts der Existenz der Musikindustrie (die ihren Namen auch sonst nicht zu Unrecht trägt) und - bei hier hei­mi­schen Streamern - der GEMA jede Art von Musik im Hintergrund nicht erlaubt ist, bei der nicht aus­drück­lich dran­steht, dass sie frei ver­wend­bar ist.

Andererseits haben wir es hier mit Menschen zu tun, deren Lebenswerk - aber ich woll­te mich dar­über ja nicht aus­las­sen. Zumal:

[V]iele Spiele ent­hal­ten Musik, die von den Rechteinhabern exklu­siv für die Verwendung im Spiel lizen­ziert wur­de – aber eben nicht dafür, dass sie über Umwege in einem Livestream lau­fen. (…) Let’s Plays und Livestreams sind mitt­ler­wei­le Teil des Marketings, teil­wei­se wer­den bekann­te Streamer von den Spielestudios bezahlt, damit sie ein neu­es Game vor der Kamera (…) spielen.

Möglicherweise hat all das inso­fern auch sein Gutes: Vielleicht wird YouTube nach dem Abebben der Flut an Zuguckspielern bald wie­der inter­es­san­ter. Das hät­te ja auch mal Charme.

In den NachrichtenMontagsmusik
Hint - 100% White Puzzle // Leisure-Suit-Larry-Terroristen

^_^Es ist Montag. Aserbaidschan ent­behrt, ent­neh­me ich der inter­na­tio­na­len Berichterstattung, zwar eines hin­rei­chend gro­ßen Geheges für Pandabären, nicht aber eines zumin­dest schlag­fer­ti­gen Präsidenten. Schade, dass es dort so unru­hig ist.

Der „Anti“-Terrorbeauftragte der besten Europäischen Union, die man für Geld kau­fen kann, gräbt das unto­te Videospieleverbot wie­der aus, denn Terroristen könn­ten sie zur „Vorbereitung von Anschlägen“ nut­zen. Jedes Mal, wenn ich so etwas lese, fra­ge ich mich ver­wun­dert, wel­che exi­stie­ren­den Spiele eigent­lich auf wel­che Art halb­wegs lebens­nah „auf Anschläge vor­zu­be­rei­ten“ imstan­de wären; alle Spiele mit Waffen dürf­ten schon mal raus sein, denn in kei­nem mir bekann­ten Spiel ver­hält sich eine Waffe wie im ech­ten Leben. Flappy Bird? Transport Tycoon? - Ich glau­be ja, dass die Bundeswehr viel bes­ser auf Anschläge vor­be­rei­tet als ein Computerspiel. Die Bundeswehr wird - anders als Computerspiele - näch­stes Jahr übri­gens teu­rer als erwar­tet. Könnte die EU mal ange­hen, das Problem.

Im Ausland küm­mert man sich der­weil um grö­ße­re Probleme: Es wird davon abge­ra­ten, sein Haus mit poten­zi­ell unsi­che­rer smar­ter Gerätschaft voll­zu­stel­len. Nun geht es um die Vereinigten Staaten, der Zyniker in mir ver­kneift sich aber trotz­dem einen nicht sehr freund­li­chen Kommentar zum Thema Todesstrafe. Ausnahmsweise fin­de ich die dor­ti­ge Gesetzgebung aber durch­aus vorbildlich.

Die deut­sche hin­ge­gen ist auch wei­ter­hin selt­sam: In Berlin darf man der­zeit nur in grö­ße­rem Rahmen trau­ern, wenn man einen unsicht­ba­ren Freund hat. Das trifft sich gut: Mein unsicht­ba­rer Freund ist die Musik.

Hint 100% White Puzzle - 08 - 100% White puz­zle (french elec­tro indu­stri­al rock noi­se band)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Si vis pacem, para bel­lum. (13)

Während einer­seits mona­te-, gar jah­re­lang dar­auf gepocht wur­de, dass man der Polizei mög­li­cher­wei­se ein paar Befugnisse ent­zie­hen soll­te, weil in ihr poli­tisch radi­ka­le Umtriebe sich besorg­nis­er­re­gend häuf­ten, wur­de mei­ner Ablehnung der Bundeswehr, eines ana­chro­ni­sti­schen Relikts aus dem Kalten Krieg, stets mit Missachtung begeg­net. Die Bundeswehr sei immer­hin wich­tig, sie schüt­ze vor Corona, fische Flüchtlinge aus dem Meer, küm­me­re sich um Kranke und so weiter.

Dagegen hät­te ich auch nichts ein­zu­wen­den, näh­me man den Knallköpfen wenig­stens die Waffen weg, denn die sind das wesent­li­che Problem, das ich mit der Bundeswehr habe. Aber das kön­ne man ja nicht machen. Das sei was völ­lig ande­res als die Polizei. Die Polizei sei vol­ler rech­ter Chatgruppen und die Bundeswehr sei gera­de sehr wich­tig. Wegen Putin. Und Corona. Und Putin. Da darf die doch auch ger­ne mal gra­tis im Zug mitfahren.

Schade aber:

Die Bundeswehr hat Ermittlungen wegen einer Chatgruppe von Soldaten ein­ge­lei­tet. (…) Zuletzt hat­ten immer wie­der rechts­ex­tre­me Umtriebe von Bundeswehrsoldaten für Schlagzeilen gesorgt.

Ja, ich weiß es ja: Schwer (mit, zuge­ge­ben, schlecht funk­tio­nie­ren­den Waffen) bewaff­ne­te Rechtsradikale sind unse­re ein­zi­ge Chance gegen Putin. Und Corona. Und Putin. Bloß nicht auf­lö­sen. Ist ganz wich­tig, die Bundeswehr. Wer soll das denn sonst machen - das THW etwa? Pah, die haben doch nicht mal Panzer!

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abge­schafft gehört.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
… oder soll man es lassen?

2019:

Denn die zum Teil höchst emo­tio­nal geführ­te Auseinandersetzung dar­über, ob es medi­en­ethisch legi­tim ist, die Probleme der Flüchtlingsaufnahme von Schlepperbooten nahe der afri­ka­ni­schen Küste im Rahmen eines Pro & Contras abzu­han­deln, reich­te bis in die Zeit-Redaktion und wur­de intern kon­tro­vers dis­ku­tiert. Aufbereitung und Artikel-Überschrift hat­te die Chefredaktion als „kla­re Fehlentscheidung“ bezeich­net und sich hier­für öffent­lich bei den Lesern entschuldigt.

2020:

Die Feministin Pauline Harmange plä­diert für Männerhass. Denn: Männer sei­en gewalt­tä­ti­ge, ego­isti­sche, fau­le und fei­ge Wesen. Hat sie recht? Ein Pro und Contra.

Ich hal­te Pauline Harmange ja für ein emo­tio­nal gewalt­tä­ti­ges, ego­isti­sches, fau­les und fei­ges Wesen. Angebote für einen Buchvertrag bit­te ich direkt in den Kommentaren zu hinterlassen.

In den Nachrichten
Einbruchsschutz dank Lockdown

Wann immer ich die­ser Tage einen deut­schen Journalisten das Wort „Lockdown“ ver­wen­den höre oder lese, obwohl er doch allen­falls „Shutdown“, höchst­wahr­schein­lich aber „Kontaktbeschränkungen“ mei­nen kann, emp­feh­le ich wärm­stens einen Blick nach Österreich, wo Einbrecher und Diebe sich zur­zeit eines drit­ten Vergehens schul­dig machen, da Einbruch - selbst, wenn er haupt­be­ruf­lich statt­fin­det - kei­ne hin­rei­chen­de Ausnahme für das Verlassen der eige­nen Wohnung darstelle.

In den Nachrichten
Sterbeverbot post mortem

An der Universitätsklinik Essen min­der­te ein Arzt unlängst das Leid Sterbender. Der Universitätsklinik Essen und dem Gesetzgeber gefällt das nicht:

Am ver­gan­ge­nen Freitag, den 20. November 2020, infor­mier­ten die Universitätsmedizin Essen und die Staatsanwaltschaft mit der Polizei Essen dar­über, dass sich ein am Universitätsklinikum Essen seit Februar 2020 beschäf­tig­ter Arzt in Untersuchungshaft befin­det. (…) Es besteht der Verdacht, dass der Mediziner zwei schwerst­kran­ken Menschen vor­sätz­lich und rechts­wid­rig Medikamente in deren letz­ter Sterbephase ver­ab­reicht hat, die zu deren Tod führten.

Auch Hinterbliebene und Angehörige sei­en empört, dass die Sterbenden völ­lig über­ra­schend tot sei­en und nicht noch unnö­tig lan­ge vor sich hin­ve­ge­tie­ren mussten:

Unsere Gedanken und unse­re Anteilnahme gel­ten den Hinterbliebenen der Verstorbenen. Der Verlust ihres gelieb­ten Angehörigen allei­ne ist schon extrem schmerz­haft. Darüber dann aber auch noch in den Medien lesen zu müs­sen, ver­bun­den mit den ein­lei­tend genann­ten Vorwürfen, das ist sicher­lich nur sehr schwer zu ertragen.

Kann man ja ver­ste­hen: Da berei­tet man sich men­tal dar­auf vor, dass das Ableben eines ande­ren Menschen noch quä­lend lan­ge dau­ern wird, und dann beschleu­nigt ein Unmensch die­sen Vorgang. Da hat man sich ja ganz umsonst gefreut, noch lan­ge zugucken zu dür­fen. Hoffentlich wird der Spaßverderber bis an sein Lebensende weggesperrt.

Was genau unter­schei­det den Menschen eigent­lich vom Tier?

In den Nachrichten
Was ficht euch an?

Deutschland:

Mit dra­ma­ti­schen Auswirkungen des Klimawandels auf unse­re Wälder rech­net der Tierökologe Peter Biedermann: In Flachlagen könn­te es bald kei­ne Fichten mehr geben.

Auch Deutschland:

Der Weihnachtsbaum im XXL-Format für den Platz vor dem Berliner Reichstag ist am Montag im Harz gefällt wor­den. (…) Es han­de­le sich um einen schön gleich­mä­ßig gewach­se­nen Baum mit präch­ti­ger Krone.

Kommen sich christ­lich Sozialisierte ange­sichts sol­chen Brauchtums eigent­lich manch­mal auch sack­däm­lich vor?

NerdkramsNetzfundstücke
Vinyl <3 (11): Nicht fest, nur Platte

Falls mei­ne bis­he­ri­gen Beiträge betreffs der Vorteile eines Plattenspielers noch nicht über­zeu­gen konn­ten, ist hier noch einer:

Die mei­sten PCs wer­den nor­ma­ler­wei­se von ihrem pri­mä­ren Speichermedium gestar­tet, sei es eine Festplatte oder eine SSD, viel­leicht aus dem Netzwerk, oder der USB-Stick oder die Boot-DVD kommt - wenn alles ande­re fehl­schlägt - zum Einsatz… spa­ßig, oder? Langweilig! Warum ver­su­chen wir zur Abwechslung nicht mal von einem Plattenspieler zu booten?

(Übelsetzung von mir.)

In den NachrichtenMontagsmusik
END - Alaska // Kein Wahlrecht für Kindsköpfe

In Ermangelung von Eulen: Darf es eine Ente sein?Es ist Montag. Die Online-„FAZ“ titel­te gestern auf­grund der der­zei­ti­gen Coronasituation, der November daue­re län­ger. Na gut, also wenig­stens kein Nikolaus die­ses Jahr; als Christentumsskeptiker nimmt man ja jede gute Nachricht, die man krie­gen kann. Auch gut: In einem Frankfurter Lokal wer­den die der­zeit aus­blei­ben­den Gäste durch Pandabären ver­tre­ten. Wie viel Geld kann man eigent­lich für ein paar Stangen Bambus verlangen?

Man möch­te, ent­neh­me ich den Nachrichten, sowohl die AfD ver­bie­ten als auch das Wahlrecht für Unter-18-Jährige ein­füh­ren, was mich amü­siert, denn man­cher­orts wäre die AfD bei Unter-18-Jährigen stärk­ste Kraft. Vielleicht doch nicht so klug, die Idee? - Was anson­sten pas­siert, wenn man Kindsköpfen das Wahlrecht gibt, hat man gestern in Berlin gese­hen: Manche demon­strier­ten gegen die als zu scharf emp­fun­de­nen Coronamaßnahmen, ande­re reck­ten ihre Mittelfinger und tril­ler­pfif­fen, denn eine inhalt­li­che Auseinandersetzung ist nicht jeder­manns Sache. Es ist schon selt­sam, dass Coronaleugner so viel Zulauf fin­den, obwohl die Gegenseite sie doch so über­zeu­gend niveau­arm belei­digt. Man könn­te fast mei­nen, ein aus­ge­streck­ter Mittelfinger eig­ne sich gar nicht zur Meinungsänderung. Seltsam. Was genau war noch mal das Problem mit Donald Trump: dass er zu plump war?

Apropos: Daniela Dahn beant­wor­tet unge­fragt, ob wir die USA noch brau­chen, und bejaht, weil ein schlech­tes Vorbild immer­hin auch ein Vorbild sei, ver­wech­selt dabei aber die USA mit Amerika. Ist nur Journalismus, da muss man das nicht unterscheiden.

Bei „ZEIT Campus“ schließ­lich wird man gewarnt: Menschen wer­den zu Massenmördern oder Musikgenies, wenn sie sich lang­wei­len, weil das Gehirn um eine ande­re Beschäftigung bit­te. Da ent­ge­he ich ja regel­mä­ßig haar­scharf einem inter­es­san­ten Hobby, wie mir scheint. Gegen Langeweile hilft mir trotz­dem: Musik.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
#WirSindDie70Prozent

Endlich hat die lästi­ge Notwendigkeit des Hocharbeitens und der Erlangung von Beliebtheit bei den Kollegen in Unternehmen ein Ende:

Die Große Koalition hat sich grund­sätz­lich auf eine ver­bind­li­che Frauenquote in Vorständen geei­nigt. (…) Für die Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes wur­de eine Aufsichtsratsquote von min­de­stens 30 Prozent (…) vereinbart.

Ich erwar­te noch heu­te einen scharf for­mu­lier­ten offe­nen Brief der Intersexuellengemeinschaft, denn im Vergleich zu ihnen wer­den Frauen in Vorständen bereits jetzt deut­lich bevor­zugt. Im Übrigen bin ich jetzt schon sehr gespannt auf die wei­te­re Entwicklung der Deutschen Bahn, bekannt­lich ein Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes: Jetzt wird sicher alles gut.

Noch vor kur­zem skan­dier­ten Demonstranten Plakate und Banner hashtag­gend, sie sei­en mehr. Was sagt das eigent­lich über die 70 Prozent aus?