Politik
Sozialismusdemokratisch

Wenn die SPD, wie man erst heute wieder auf „FAZ.net“ – möchte leistungsschutzrechtsbedingt nicht verlinkt werden – lesen darf, sich und alles, was sie zu tun behauptet („Der Klimaschutz – sozial und demokratisch“, ebd.), als „sozialdemokratisch“ allein deshalb bezeichnet, weil es sowohl sozial als auch demokratisch sei und das zusammen nun mal „sozialdemokratisch“ heiße: Ist die Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, mithin ein vor allem im Inland aktiver Verein, dann eigentlich national und sozialistisch?

In den NachrichtenMir wird geschlechtNetzfundstückeWirtschaft
Liegengebliebenes vom 26. September 2019

Unterraschung: Eine Folge von #MeToo ist, dass Frauen aus Furcht vor falschen Anschuldigungen lieber nicht mehr eingestellt werden. Das muss dieses Patriarchat sein.


„Folge des Ausgrenzungsdrucks ist eine beachtliche Homogenisierung der Berichterstattung zum Klimawandel.“


Es ist zu leicht, heutzutage als Feind des Fortschritts beschimpft zu werden, als Ewiggestriger, der in seiner Freizeit wahrscheinlich Falschparker aufschreibt und bei Musikgehör um 22:01 Uhr umgehend die Polizei verständigt. Deshalb lasse ich die Meldung, dass der skrupellose Reklamekonzern Facebook in Gedankensteuerung investiert, vorerst unkommentiert. Niemand hat die Absicht usw.; huch, zwei Herren im Anzug!


Knieschuss des Jahres: Verlage wollen Leistungsschutzgeld von Google? Kriegen sie halt keine kostenlose Werbung mehr.


Windows has encountered computer.


Bereits 2013 festgestellt: Neoliberale Staaten sind gut für die Umwelt.

Wirtschaft
Kurz angemerkt zur Flugpreisrelation

Wenn, wie erschreckend viele Parteien ebenso wie vorgeblich journalistische Medien seit wenigstens 2018 mit steigender Frequenz in immer größeren Buchstaben mit immer mehr Ausrufezeichen es zu erhoffen mitteilen, das Fliegen, wenn schon aus wirtschaftsliberalen Gründen nicht völlig verboten, doch wenigstens erheblich verteuert werden sollte, auf dass die lästigen Armen endlich aus den Flughafen fernbleiben mögen und infolgedessen der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid verringert werden möge, woraus zu folgern sein kann, dass es der Umwelt nachhaltig besser ginge, wenn nur der Lebensstandard der Deutschen endlich den Punkt erreichte, an dem Arm und Reich auch räumlich wieder getrennt sein können: Wäre es, obgleich sicherlich unpopulär, dann nicht im Sinne des gewählten Deckmantels des Umweltschutzes so konsequent wie angemessen, setzte man mit einer solchen Preiserhöhung anstelle der von anteilsmäßig weniger Bürgern wahrgenommenen Möglichkeit des preiswerten Reisens zunächst einmal an einem Produkt an, das von vielen genutzt wird, und verteuerte stattdessen den Zugang zum Internet, dessen Kohlenstoffdioxidausstoß bereits vor über einem Jahr bei etwa 33 Millionen Tonnen p.a. lag, in erheblichem Maße – oder geht es womöglich gar nicht um konsequenten Umweltschutz, sondern um etwas ganz anderes?

In den Nachrichten
Heroin gegen Drogentote (3): Prost!

Zum Glück sind Kiffen und Koksen, wenn auch ungleich, hierzulande verboten. Sonst wäre die Jugend ja völlig schutzlos.

Aus Polizeisicht ist die Wiesn wie erhofft friedlich gestartet. (…) Schon zehn Minuten nach dem Anzapfen haben indes Sanitäter die erste „Bierleiche“ behandelt. „Eine 18-Jährige Engländerin hatte vorher zuviel getrunken und dann eine Alkoholvergiftung erlitten“, teilte die Aicher Ambulanz Union am Samstag mit.

O’zapft is.

In den NachrichtenMontagsmusik
Helms Alee – Pleasure Center

Orrr.Es ist Montag. Niemals hören auf: Liebe und Wetter. Stets hört auf: Das Vergnügen. Darf man ja auch keinem erzählen. Weckt nur Emotionen. So viel zu London.

Ein Blick in das, was war: Justin Trudeau, politisch korrekter Oberkanadier, hat sich bei der racial appropriation erwischen lassen. Die Revolution hat noch Hunger. Robespierre feixt im Jenseits.

Die Wochenzeitung „der Freitag“ würde gern ein „neues Wirtschaftssystem designen“, meint damit aber den Sozialismus. Hätte ja ruhig schon mal wer ausprobieren können! In Berlin hängten „Demonstranten“ derweil Absperrbänder aus Plastik über die Straße, um fürs Klima zu demonstrieren. Nimm dies, Greta!

Apropos: Na, auch Geld gespendet, damit Klaas Heufer-Umlauf ein Schiff zur Flüchtlingsladung entsenden kann? Das Geld ist inzwischen im Gully angekommen. Man hätte es sinnvoller verwenden können -- etwa für Musik.

Musik wie diese.

Helms Alee - Pleasure Center (Live on KEXP)

Guten Morgen.

FotografiePersönliches
London. (3)

Die britische Höflichkeit ist Nerven aufreibend, wenn man Berliner Verhältnisse – in der Bundesrepublik längst Usus – gewohnt ist. Der hiesige Dialekt klingt aber selbst in emotional aufgewühlten Momenten herrlich.

Schwäne in London

Ein britisches Pint ist die optimale Menge an Bier. Man lasse sich da niemals etwas einreden.

FotografiePersönliches
London. (2)

Punk ist nicht tot.

Hardrock!

Punk trinkt jetzt Kaffee im Hard Rock Cafe in der Stadt derer, die Schlange stehen, um für eindeutig zu viel Geld ein 30 Tage lang online gespeichertes Foto von sich vor’m Gleis 9¾ machen zu lassen.

NerdkramsNetzfundstücke
Chromefox jetzt noch öfter

„heise online“:

Ab 2020 erscheint alle 4 Wochen ein Major-Update für den Firefox-Browser. Nutzer bekommen dadurch schneller neuer (sic! A.d.V.) Funktionen.

„Schwerdtfegr (beta)“:

Und generell ist es doch eine tolle idee, eine neue softwäjhr-versjon nicht etwa zu veröffentlichen, weil sie fertig ist, sondern weil ein datum auf dem kalender steht. Darüber freuen sich alle.

Jemand sollte mal einen Webbrowser rausbringen, dessen wesentliche neue Funktion es ist, HTML-Dokumente zuverlässig anzeigen zu können. Scheint mir eine Marktlücke zu sein.

In den NachrichtenMir wird geschlechtNerdkrams
Wegschnappgeatmet.

Stellvertretend für Jeffrey Epstein, dessen Tod eine weitere Bestrafung zum Leid seiner inhaltlichen Gegner verkompliziert hat, fiel am MIT nun ein Bauernopfer: Richard Stallman, der bekannte Musiker sowie Gründer des GNU-Projekts und der Free Software Foundation, wurde zurückgetreten. Der Grund dafür sei, dass er der Ansicht sei, dass einvernehmlicher Geschlechtsverkehr mit einer Siebzehnjährigen semantisch nicht automatisch als sexueller Übergriff auf eine Minderjährige zu werten sei – im Jahr 2019 eine Ansicht, die niedergebrüllt zu werden durchaus absehbar ist. Dass er offensichtlich etwas völlig anderes mitgeteilt hat, sei zu vernachlässigen; es geht ja um die gute Sache und da sind tatsächlich getroffene Aussagen als Entdringlichung der Wegmüssung einer fokussierten Person grundsätzlich zu vernachlässigen. Fakten sind frauenfeindlich!

Wenn nun also Richard Stallman „problematisch“ sei und „weg“ müsse: Wäre es dann nicht nur konsequent, hätten die Ritter der sozialen Gerechtigkeit die Güte, das Ökosystem von GNU (einschließlich – aber nicht beschränkt auf – Linux) künftig zu meiden und sich einen anderen Spielplatz zu suchen?

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstücke
Boris with Merzbow – Vomitself

Der Blick in den Spiegel - na, entsetzt?Es ist Montag. Alles bleibt anders. Fast vergessen zu haben, wie Glücklichsein geht, vervielfacht das Erleben. Ich empfehle eine weitgehend fatalistische Grundstimmung zur anlassbezogenen Emotionsvermehrung. Alles riecht nach einem Abend voller Achduliebegütes. Es gilt tief einzutauchen. Hossa.

Laut einer Studie zeigen Leichen nach dem Tod noch Bewegung. Ein Schelm bloggte, das sei ja wie bei der SPD, aber die SPD bewegt sich gar nicht -- die fällt nur um. Das wiederum ist für Leichen nicht ungewöhnlich. Apropos Sozialdemokratie: In Großbritannien ist ein goldenes Klo entwendet worden. Die Wirtschaft auf der Insel scheint noch übler dran zu sein als angenommen. -- Von Gott solle man sich kein Bildnis machen, heißt es in der Bibel. Was das damit zu tun hat, dass Werbung mit dem legal erworbenen Bild Greta Thunbergs aktiv bekämpft wird, weiß ich aber nicht.

Vor ein paar Monaten hat das Debianprojekt ein Programm aus seinem Softwareangebot entfernt, weil es „boob“ im Namen trägt, was, wie entschieden wurde, respektlos sei. Diese Form des Respekts ist eine, die ich nicht teile.

Respekt habe ich aber durchaus auch vor Musik. Lärm? Das Leben ist Lärm.

BORIS WITH MERZBOW - "Vomitself" (Official Live Video)

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Kurz verlinkt: „Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre“.

Heute ist Freitag, der 13. September. Und – ist schon Schauriges abseits des iPhones geschehen?

Bevor die letzten Opfer des Tages zu beklagen sind, möchte ich das hier keinesfalls unverlinkt lassen:

Es ist hierzulande auch ziemlich normal, den Browserverlauf regelmäßig zu checken oder selbstverständlich private Nachrichten auf Messenger-Diensten zu lesen. (…) Mich macht dieses übergriffige Verhalten von Eltern wütend. Wie sollen Kinder lernen was Privatsphäre ist, wenn man ihnen selbst keine gestattet?

Die Zukunft, von der Grüne und ihre vermeintlich unparteilichen Schützlinge auf allen Kanälen dauerfeuernd windbeuteln, hat das Klima für sich entdeckt und lässt zu vieles anderes liegen. Die Überwachungsgesetze des nächsten Jahrzehnts werden eine Folge aus dieser Nachlässigkeit sein.

Manchmal möchte ich gar nicht so alt werden.

In den NachrichtenNerdkramsPiratenparteiPolitik
Schmalbandeuropa

Vor ein paar Wochen, „zuletzt aktualisiert am 20. August 2019“, veröffentlichte der VPN-Anbieter Surfshark einen Index der digitalen Lebensqualität. In diesen Index flossen die E-Government- und die Datenschutzsituation ebenso ein wie Qualität und Geschwindigkeit des mobilen und stationären Breitbandinternets.

Es wurden 65 Staaten bewertet. Unter den zehn bestbewerteten Staaten befinden sich mit Frankreich (Platz 2), Norwegen (Platz 4), Dänemark (Platz 7), Italien (Platz 9) und Schweden (Platz 10) fünf europäische Vertreter, die meisten von ihnen in der Europäischen Union. Deutschland liegt auf Platz 19.

2005, zu Beginn der Kanzlerschaft Angela Merkels, versprach die Achse des Bösen, die Koalition aus CDU/CSU und SPD:

Die Koalitionsparteien werden zur Sicherung der Zukunft des Industrie- und Forschungsstandorts Deutschland Anreize für den Aufbau bzw. Ausbau moderner und breitbandiger Telekommunikationsnetze schaffen.

Dieses Vorhaben war nur mäßig erfolgreich, wie sich herausgestellt hat. Und wie das eben immer so ist, wenn führende Politiker mit dem Bruch ihrer Wahlversprechen konfrontiert werden, findet sich schon jemand, der schuld sein soll, wie es gestern aus dem Regierungssprecher herausseiberte:

Europa muss technologisch in allen Bereichen wieder auf die Höhe der Zeit kommen[.]

Eine „Aufgabe der Europäischen Union“, die technisch an Deutschland längst vorbeizieht, sei es, dass endlich mal jemand sich um die „Digitalisierung im Geiste der sozialen Marktwirtschaft“ (Merkel, Angela, ebd.) kümmere. Hoffentlich wählt 2021 ausnahmsweise mal jemand CDU/CSU und SPD. Die scheinen ja richtig konstruktive Ideen einbringen zu können – wenn sie nur endlich jemand ließe! :ja:


Bei einer anderen Partei könnte man über Technik noch was lernen: Die baden-württembergische Piratenpartei – das Lesen setzt ein Abonnement voraus, lokale Kopie hier – kann seit etlichen Monaten ihre diversen längst sicherheitsproblematischen WordPress-Blogs nicht mehr aktualisieren, weil der zuständige Administrator seit noch mehr Monaten demnächst die verwendeten Server einer anderen Gliederung unterordnen wird. Jemand sollte mal eine Partei gründen, in der sich EDV-Affine miteinander vernetzen können. Dort wäre so etwas undenkbar.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: The Kentish Spires – The Last Harvest

The Kentish Spires - The Last HarvestLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Der Canterbury Style (kurz: Canterbury), eine lockere, humorvolle Spielart des Jazzrocks, hat in den letzten vierzig Jahren einige Federn (hier: Marktanteil) lassen müssen. Dank der Vertriebsmöglichkeiten des Internets, das den Schritt, erst eine Plattenfirma von sich überzeugen zu müssen, bevor man ein größeres Publikum für sich gewinnen kann, erblühen allmählich aber wieder erste Musiker, die dem Trend zuwiderarbeiten, zu musikalischer Blüte. In der Vergangenheit nannte ich bereits die deutsche Gruppe Argos als gutes Beispiel, aber auch in Großbritannien, dem Mutterland des Canterburys, ist mitunter wieder eine angenehme stilnahe Neugründung zu sehen.

Zu diesen Neugründungen gehören The Kentish Spires, ein englisches Quintett, dessen Debütalbum „The Last Harvest“ (Bandcamp.com) 2018 erschien. Die Band verbindet gekonnt Folkmusik mit Canterbury und mittelalterlichen Themen. Das muss man heutzutage ja dranschreiben. Ungekonnt gibt’s an jeder Straßenecke.

The Kentish Spires in rehearsal INTROCEPTION

Besonderes Kennzeichen des Gehörten ist sicherlich der Gesang von Lucie „V“ Vowles, deren bemerkenswert kraftvolle Stimme hier deutliche Akzente setzt. Wer gelegentlich an Nico denkt: Willkommen im (sehr kleinen, eigentlich schon vollen) Club! Es gibt selten Beatlesques, auch mal Van-der-Graaf-Referenzen („Introception“) und ein eigentlich zu langes, weil behäbiges Titelstück als Zierde zu vermelden.

Der Gruppe zweites Album -- „Sprezzatura“ -- erschien bereits im August dieses Jahres. Vielleicht komme ich darauf später noch mal zurück.