In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Die Goldenen Zitronen – Mila // Datenschutz und andere Probleme

>:(Es ist Montag, aber es könnte auch jeder andere Tag sein. Fast bin ich willens, den ollen Spruch mit dem Leben und den Plänen auszugraben, aber John Lennon lässt man besser da, wo er ist. Es reicht ja auch, selbst nicht da zu sein, wo man wirklich lieber wäre. Montage fühlen sich nicht richtig an, wenn alles in Ordnung ist. Es ist alles deprimierend.

Reden wir über was anderes, reden wir über Politik: Die Freien Wähler, seit einer Weile bayrische Mitregenten, haben laut Medienberichten mit Wertpapierhandel hohe staatliche Zuschüsse ergattert, was anscheinend nur dann ein Problem ist, wenn es nicht die Deutsche Bank macht. Politisch etwas zum Besseren bewegt hat derweil Julia Reda, die für die Piratenpartei im europäischen Parlament rumsitzt und trotz größerer Widerstände eine für den Großteil der europäischen Internetnutzer unvorteilhafte Gesetzesänderung zumindest verzögert hat, womit abzuwarten bleibt, ob diese nicht vielleicht einfach versanden wird.

Gute Nachrichten auch aus der Neustädter Stadtvermarktung, wo Facebook aus Datenschutzgründen endlich nicht mehr aktiv genutzt wird, stattdessen greift man zu, äh, WhatsApp. Datenschutzaktivist Max Schrems hat währenddessen überrascht festgestellt, dass kaum ein Dienst in der cloud sich an die DSGVO zu halten pflegt. Man kann und sollte europäischer Bürokratie im Umgang mit dem Internet manches vorwerfen – das Pochen auf die Einhaltung von Datenschutzregeln gehört nicht dazu.

Man kann jetzt online beten. Ich habe keine Lust mehr auf dieses Web.

Ich werde keine Informationen mehr annehmen in den nächsten Jahren.

Die Goldenen Zitronen – Mila

Guten Morgen.

In den NachrichtenNerdkrams
Netzverfettung dank AMP

„Webmaster aufgepasst!“, warnte gestern das reklamelastige „GoogleWatchBlog“, denn einer der zahlreichen Versuche Googles, Menschen das Leben zu erschweren, erreicht abermals einen Tiefpunkt:

Google hat nun die Richtlinien für Titelbilder von AMP-Artikeln aktualisiert. Bilder müssen nun mindestens eine Breite von 1.200 Pixeln haben und sollten in der Multiplikation von Breite und Höhe auf mindestens 800.000 Pixel kommen.

AMP, im Wesentlichen dafür geeignet, vendor lock-in im Web zu etablieren, solle mobile Seiten beschleunigen, stand 2016 in der c’t, indem es die geladenen Ressourcen zwangsweise verringert. Grafiken von mindestens 800.000 Pixeln – eine nicht unwesentliche Vergrößerung – stellen aber auch in kleiner Zahl bereits eine Belastung für handelsübliche deutsche Mobilverbindungen dar. Wahrlich erschwerend kommt hinzu, dass Googles notwendiges „AMP-Script“ in der heutigen Fassung mehr als 270 Kilobyte groß ist – zusätzlich nötige Scripts und anderen Boilerplate-Müll habe ich noch gar nicht mitgezählt. Das ist, als würde die Müllabfuhr die Tonnen erst füllen, damit die Trägheitskräfte zum Leeren besser wirken.

Dieses Web erscheint mir als eine zusehends schlechtere Idee.


Apropos „schlechte Ideen“: Im kommenden Februar, heißt es, solle in Visual Studio Code, einem beliebten Texteditor, der fast ein halbes Gigabyte RAM beim Nichtstun belegt, weil er auf Googles Webbrowser basiert, das bald drei Jahre alte Problem gelöst werden, dass das Programm ohne eine aktive Internetverbindung nicht benutzt werden kann. Das muss diese Zukunft sein.

Netzfundstücke
Vom Recht auf Hühnersuppe

Zwielichtige Gestalten wiesen mich gestern auf das Onlinemagazin „Supernova“ hin, das eine Art „Spex“ für Berliner Wohlstandskinder zu sein scheint und unter bizarren Überschriften („Katern für den Kommunismus“) wunderliche Texte zwischen „Leftstyle“ und „Feminismus“ ergießt. Auslöser für den Hinweis war ein neuer Text über die Herausforderungen, die jemanden erwarten, der sich einem dieser neumodischen polyamoren Pärchen anzuschließen vorhat. In dem Text hat Caren Miesenberger – guter Name auch – bereits in den ersten drei Absätzen Formulierungen wie „edgy Selbstbild“, „eine Dyade zum Kern [haben]“ und „in the first place“ benutzt, aber darüber ließe sich allenfalls mild schmunzeln.

Unkritisch zitiert sie aber zu meiner weit größeren Belustigung ein olles Büchlein bzw. anscheinend PDF-Dingsbums:

Die Bibel der Polyamorie (…) widmet Singles nur ein einziges, eigenes Kapitel . Darin steht zum Beispiel, dass (…) diejenigen, die einen sexpositiven Lebensstil ohne feste*n Partner pflegen, auch ein Anrecht darauf haben, von denjenigen, mit denen sie sich involvieren, Hühnersuppe gekocht zu bekommen, wenn sie krank sind.

Denn das war bekanntlich eine der größten Errungenschaften der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Es gibt jetzt ein Recht auf körperliche Unversehrtheit, auf Gewissens- und Informationsfreiheit sowie auf Hühnersuppe. :ja:


Und dann wäre da noch die „Cosmopolitan“, auf deren diesmonatiger Titelseite eine Erläuterung der Frage, warum die fürs Überleben recht nützlichen Poren („ihr nervt!“) so sichtbar seien, ebenso angekündigt wird wie „10 clevere Strategien“, am Ende des Monats mehr Geld zu haben. Dass „Ohlala“, eine Art Tinder für Bezahlnutten, entwickelt von der sehr angenehm heißenden „Start-up-Unternehmerin“ Pia Poppenreiter, auf Seite 86 und folgenden eine große textliche Werbefläche erhält und allein die 24 „Beauty“-Produkte auf Seite 101 zusammen gerade mal 718 Euro kosten, lässt in mir die Frage reifen, wie viel Geld man als „Cosmopolitan“-Leserin denn so im Durchschnitt monatlich überhaupt zur Verfügung hat – und ob das Nichtlesen der „Cosmopolitan“ nicht überhaupt ein ausgezeichneter Spartipp wäre.

In den Nachrichten
Medienkritik in Kürze: Die Verteidigung von Fensterscheiben mit den Mitteln des Boulevards

Wie nennt man das eigentlich, wenn CDU-ähnliche Menschen Plakate an Fensterscheiben hängen, um auf ihr politisches Anliegen aufmerksam zu machen?

Richtig (Archivlink):

Rechtsextremisten greifen Medienhäuser und Parteien an

Die zunächst kolportierte Ansicht, es wurde außerdem eine Journalistin körperlich angegriffen, wurde schnell widerlegt und in den meisten Medien inzwischen korrigiert, aber so Wände zu bekleben ist ja auch nicht fein. Doch keine Sorge, weitere Terrorakte dieser Art sind vorerst nicht zu befürchten, die Täter wurden unschädlich gemacht:

In Frankfurt konnten die Täter von der Polizei gestellt werden, als sie am Montagmorgen versuchten, das Redaktionsgebäude der Frankfurter Rundschau mit Plakaten zu bekleben.

Raed Saleh von der widerlichen und kosovokriminellen SPD findet die einzig richtigen Worte:

Die Angriffe auf politische und journalistische Einrichtungen im Herzen Berlins durch eine rechtsextreme Clique sind widerlich und kriminell.

Früher hätt’s das nicht gegeben!

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Family – Never Like This // Smarte Dingsbumse

Was fehlt, sowieso.Es ist Montag. Teile der diesen Wochentag betreffenden Vorgänge könnten die Bevölkerung verunsichern. Der Buchstabe K ist jetzt rechtsradikal. Schlechte Nachrichten für Katzen, Käuzchen und Kinder.

Apropos Nachrichten: Fernseher wären teurer, wären sie nicht mit smarter Reklame vollgestopft. Dass die Alternative aber „keinen Fernseher kaufen“ statt „einen teureren Fernseher kaufen“ heißen könnte, kommt dem Niedrigbildungsbürger nicht in den Sinn. Das zu erklären ist allerdings leicht: Dieser Tage läuft im Fremdschamapparat diese eine Sendung, in der ehemals reiche Abgehängte wochenlang die Natur belästigen. Das will man doch nicht verpassen, wenn schon kein Fußball kommt! Dieses Volk zu regieren wäre ja unter meinem Niveau. – In den USA werden währenddessen smarter Schlaf, smarte Klos, smartes Würfelzubehör und smartes Dingsbums vermarktet. Einiges daran frustriert mich.

„Eine Wissenschaftlerin“, teilte vorgestern Gerald Wagner auf „FAZ.net“ mit, habe „ein dramatisches Diversitätsdefizit bei der Feuerwehr festgestellt“ und darüber sei vielleicht zu diskutieren, denn dass körperlich anstrengende Arbeiten überwiegend von der heterosexuellen männlichen Mehrheit im Volk ausgeführt würden, ist offensichtlich ein klares Anzeichen von Frauenfeindlichkeit; oder halt von Statistik. In Riesa wurde währenddessen seitens der – wie neomarius es nannte – in Teilen paramilitärischen „Linken“ handfeste Werbung für den Gegner betrieben. Bald sind wieder Wahlen, da muss man rechtzeitig Fakten schaffen.

Da wir gerade bei Wahlen sind: Angeblich immer mehr Briten möchten noch mal über den „Brexit“ abstimmen. Warum stimmen wir nicht einfach bei jeder EU-Wahl auch über die Mitgliedsstaaten ab und sparen uns den Hickhack?

Wieder einmal stellt sich heraus: Früher war vieles besser, selbst die Musik.

Never Like This – Family

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Die gewaltige Dreizehn

Es ist schon wieder Wahlkampfzeit, darum wagt sich auch die SPD wieder aus der Deckung:

(…) handelt es sich bei dem geplanten neuen SGB um ein Regelwerk zur Opferentschädigung, also zur Frage der Entschädigung für Opfer von Gewalttaten. Und bei diesem Thema, so eine Sprecherin des sensiblen Heil-Ministeriums, kam man zu dem Schluss, das 13. Sozialgesetzbuch lieber als 14. Sozialgesetzbuch, als SGB XIV zu bezeichnen und auf die Unglückszahl zu verzichten.

Nun empfinden zum einen diejenigen, die von der Sozialgesetzgebung vorrangig betroffen sind, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alle dreizehn Bücher als ein einziges großes Unglück, zum anderen sind die unglückbringendsten Zahlen im deutschen Sozialsystem vermutlich die chinesische Unglückszahl Vier in „Hartz IV“ und die Zwei im zugrundeliegenden „SGB II“, zudem ist es einer gesunden liberalen Gesellschaft nicht zuträglich, die Furcht vor Leitern, schwarzen Katzen, Salz und/oder Zahlen in die Legislative zu tragen.

Andererseits steht die SPD zurzeit in Umfragen bei wenig mehr als 13 Prozent. Es ist nicht auszuschließen, dass der Volksglaube noch in diesem Jahrzehnt die Dreizehn zu einer Zahl der Befreiung und der Zufriedenheit küren wird.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Oak – False Memory Archive

Oak - False Memory ArchiveUnter dem Namen Oak hat die Welt schon mancherlei Musikgruppe kommen und gehen sehen, darunter eine englische Folkband aus den 1970ern. Die Oak, um die es hier heute gehen soll, kommen aus Oslo, haben ebenfalls als Folkgruppe begonnen und veröffentlichten im vergangenen Oktober nach fünf Jahren ihr zweites Studioalbum „False Memory Archive“ (Bandcamp.com, Amazon.de, TIDAL), das von mir unerhört ungehört geblieben ist. Zeit, das nachzuholen!

Im Zentrum des Oak’schen Schaffens steht kaum noch Folkmusik, obwohl die unverzerrte Gitarre neben Mellotron und Klavier ein für den sound essenzielles Instrument bleibt; stattdessen liegt die Konzentration voll auf tief melodischem Artrock. Kein Norwegisch, sondern Englisch – verzeihlich, denn es klingt trotzdem fantastisch.

Das Internet zieht sich ab und zu Vergleiche mit Steven Wilson aus dem Hintern, was entweder ihm oder ihnen gegenüber unfair ist, denn während der ehemalige Porcupine-Tree-Frontmann bei allem Respekt vor seinen Kenntnissen oft bedenklich seicht war, ist und bleibt, haben Oak sich einzig den Tiefgang seiner besseren Momente ausgeliehen. Ich mag das.

These are the Stars we're aiming for

Apropos: Wer Oak möge, der möge auch Big Big Train, lässt mich Bandcamp wissen. Es irrt nicht.

In den Nachrichten
Granatenstark: Spaßverbot im Nachbarland

Man kann (und sollte) der stockkonservativen Verbotspartei „Die Grünen“ ja vieles vorwerfen, aber wenigstens das wollen sie uns noch nicht wegnehmen:

Nach dem Fund einer Granate in seinem Garten hat ein Niederländer stundenlang auf dem eingegrabenen Sprengsatz ausgeharrt (…). „Es wird entschieden davon abgeraten, sich auf eine Granate zu legen“, sah sich die Behördensprecherin zu erklären gezwungen.

Freiheit fängt bei den kleinen Freuden des Lebens an. :ja:

In den NachrichtenNerdkramsNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 10. Januar 2019

Limonade trägt ihren Namen in Erinnerung an ein französisches Wort für Zitronen, denn es war lange üblich, dass sie ein Erfrischungsgetränk, das zu einem relevanten Anteil aus Zitronensaft besteht, bezeichnete. Heutzutage ist es eigentlich egal, woraus sie besteht, so lange genug Zucker drin ist. Irgendwann lasse ich mir das Wort „Zuckerade“ patentieren und erteile nur denen eine Lizenz, die mindestens sieben Zitronen pro Flasche abfüllen.


Ungezählte NSA-Mitarbeiter kooperieren angeblich mit einem russischen EDV-Unternehmen. Verdammter Putin!


Na, auch ein systemd-infiziertes Linux statt Windows zu Hause? Dann empfehle ich milde Panik.


Tina Groll, Mitautorin des mir völlig unbekannten Buches „Die Cyber-Profis“ und laut ihrer Website „selbst Betroffene von Identitätsmissbrauch“, hat für „ZEIT ONLINE“ aufgeschrieben, was man tun muss, um sich gegen Hacker zu schützen. Neben fragwürdigen Tipps wie dem, dass man besser Passwörter wählen sollte, die man sich nicht gut merken kann, findet sich auch eine großartige Pointe:

6. Ein Google-Alert für den eigenen Namen einrichten. (…) Mit der umgekehrten Google-Bildersuche ist es möglich, festzustellen, ob die eigenen Bilder auf anderen Seiten verwendet werden. Dabei lädt man seine Fotos bei Google hoch und die Suchmaschine prüft, ob die Bilder auch an anderen Stellen im für sie zugänglichen Netz auftauchen. (…)

7. Daten sind eine wichtige Währung. Daher sollte man genau darauf achten, bei welchem Dienst und für welchen Service man welche Daten hinterlässt.

Hihi.


Auf „SPIEGEL ONLINE“ – möchte nicht verlinkt werden – berichtete heute früh eine „Lehrerin an einem Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen“ (ebd.), dass sie es nicht als ihre Aufgabe sehe, taugliche von untauglichen Schülern zu trennen: „Ich habe das Gefühl, dass ich durch die Notengebung meiner Aufgabe, die Schüler beim Lernen zu unterstützen, nicht mehr genug nachkomme. (…) Seitdem gibt es in meinem Unterricht nur noch gute Noten: Jeder bekommt eine Studienberechtigung. Gleichzeitig mache ich meinen Lerngruppen die hohen Anforderungen eines Studiums bewusst und berate jeden persönlich.“

Schulabschluss, Teilnehmerurkunde – ist doch alles derselbe Kram.


Afghanistan will seine Straftäter überraschenderweise nicht behalten und schickt sie nach Deutschland zurück. Da sollte ein skandierendes Völkchen es vielleicht mal mit „Refugees Welcome“ probieren. :ja:

Netzfundstücke
Medienkritik extern: Das ganze Digitalzeugs!

Robert Habeck (Grüne) hat sich von Twitter und Facebook zurückgezogen, was einschlägigen Medien zurzeit eine tagelange Begleitung wert ist. Wenn diese Republik eines wirklich bewegt, dann ist’s, ob man Robert Habeck twitternd erreichen kann. Seine Begründung hierfür lautete, dass die Plattformen ihn zu unüberlegtem Geschwätz treiben.

Oder sind sie gar nicht schuld?

Robert Habeck verhält sich so, wie es das deutsche Bildungsbürgertum seit 20 Jahren tut. Dieses ganze Digitalzeugs ist schwer, macht Arbeit, konfrontiert einen mit Personen außerhalb der eigenen Filterblase. Das ist anstrengend. Und deshalb mag man nichts damit zu tun haben, „ich bin nicht auf Facebook“, „mein Kind kriegt kein Handy“.

Böses Internet immer.


Inzwischen bei den Qualitätsmedien: Nullen, Einsen und – Zweien?

In den NachrichtenMontagsmusik
Earth – Black

Vogel der Woche (Foto: John Hannan)Es ist Montag. Wenigstens ist es außerdem sehr kalt, so dass sich die Montägigkeit stilecht genießen lässt. So dick kann das Fell nicht werden, sofern’s keinem Pandabären gehört. Immerhin: Nur noch wenige Wochen bis zu den ersten journalistischen Beiträgen über irgendwelchen Rekordfrühling.

Bis dahin werden die Zeilen anders gefüllt: In den USA wurde eine Frau, die seit 14 Jahren im Koma liegt, überraschend Mutter. Behörden vermuten, dass das möglicherweise nicht auf einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zurückzuführen ist. Sofern sich das als wahr herausstellt, gibt es der Meldung jetzt natürlich eine überraschende Wendung. – Apropos Behörden: Gleichfalls überraschend stellt sich heraus, dass jemand, der eine Bürgschaft übernommen hat, Geld haben sollte. Die Bundesregierung erwägt „sachgerechte Lösungen“. Wie sieht eigentlich eine sachgerechte Lösung aus, wenn ich einen Porsche kaufen möchte, aber ihn gar nicht zahlen kann?

Deutsche Medien verlinken nichts. Das ist gut, so bleibt man wenigstens unter sich. – Jens Nordalm konstatiert für „ZEIT ONLINE“, die Nation sei das beste Getriebe für die Demokratie. Gegner nationaler Grenzen eines impliziten Antidemokratismus zu bezichtigen ist somit nun journalistisch gedeckt. In der Frankfurter Rundschau – möchte nicht direkt verlinkt werden (LSR) – ist inzwischen zu lesen, dass der vermeintlich konservative Parteiflügel der letzte ist, der noch aktiv sozialdemokratische Politik macht. Ich bin gespannt, wie lange die Partei diese Abweichler von der klaren Linie noch duldet.

Was hingegen jederzeit zu dulden bleibt, ist Musik.

EARTH "Black" Live drone ambient doom metal downtempo experimental Dylan Carlson

Guten Morgen.

ComputerNetzfundstücke
Angriffe auf die Demokratie (Nachtrag)

Beziehungsweise:

Ihr habt Angst vor Hackern, aber kein Problem damit, in jedem Raum ein Mikrofon zu haben, das Eure Gespräche mit hört – weil es ja so supi bequem ist, „Alexa, spiel Helene Fischer“ zu sagen, statt das Telefon aus der Tasche zu nehmen und dreimal zu tippen.

Oder halt einfach einen Knopf an einer nicht mit dem Internet verbundenen Musikanlage zu drücken. Aber das ist nur eine Fantasie, so etwas ist selbstverständlich undenkbar.

ComputerIn den Nachrichten
Gute Angriffe auf die Demokratie, schlechte Angriffe auf die Demokratie

Vor 2.645 Tagen wurden einem großen Teil Deutschlands die Pläne offensichtlich skrupelloser Herren bekannt, die privaten Daten von Bürgern mittels eines Einbruchs in deren Computersysteme dem Staat zur Verfügung zu stellen. Passiert ist seitdem zwar vieles, in dieser Hinsicht hat sich der Anstand aber längst so nachhaltig verabschiedet, dass inzwischen auch die traditionell bürgerkritische Partei „Die Grünen“ Interesse an solchen Daten anmeldet. Währenddessen marodierten einschlägige Abgeordnete auf gewohnte Weise weiter und vercyberten unter anderem Personalausweise und jüngst die nicht grundlos schützenswerten Gesundheitszustände derer, die sie zu vertreten vorgeben.

Das hat aber selbstverständlich nichts mit folgender Meldung zu tun:

Die massenhafte Veröffentlichung privater Daten deutscher Politiker, Journalisten, Moderatoren, Schauspieler, Sänger und YouTuber über ein mittlerweile gesperrtes Twitter-Konto hat viele der Betroffenen aus der Neujahrsruhe aufgeschreckt. (…) Bundejustizministerin Katarina Barley (SPD, A.d.V.) verurteilte das Vorgehen der unbekannten Cyberkriminellen auf Twitter scharf als einen „schwerwiegenden Angriff auf das Recht auf Privatsphäre und damit einen Grundpfeiler unserer Demokratie“. (…) „Wir erleben einen erneuten, sehr ernstzunehmenden Versuch, unsere Demokratie zu destabilisieren“, konstatierte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Britta Haßelmann.

Ohne ausdrückliche Genehmigung einfach die Daten anderer Leute abzugreifen ist ja wohl unerhört! :aufsmaul: