In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
The Raveonettes – Aly, Walk With Me

Was, Montag?!„Natur hat die Neigung zum Plural, nur Steinen ist der Plural egal.“
— Foyer des Arts: Zwei Refrains


Es ist – hurra! – Montag. Während Mitglieder der offenbar von allen guten Geistern verlassenen Berliner „Linken“, deren maßgebliche Karrierequalifikation es bisher war, mehr oder weniger fehlerfrei fremde Texte vorzulesen, vergebens versuchen, ihr hauptsächliches Feindbild per Akklamation zu verwirklichen, hat man nicht einmal mehr die Muße, um sich anständig darüber zu echauffieren, weil man ja schon immer wusste, was andere nun schmerzvoll erfahren müssen, und derweil ganz andere Sorgen sich manifestieren, namentlich die Entbehrung (meinten Sie: Entbärung?), die selbst ein Wochenende hinter Schleier legt. Das muss nicht so, das ist kaputt.

Klingeling, dingdong, die Nachrichten. Ein Flüchtlingsheim brennt, ein Syrer war’s. Man hat es auch nicht leicht als Neonazi heutzutage, diese Flüchtlinge nehmen einem sogar die Hobbys weg. Zu dem unlustigen Kasper Jan Böhmermann, den irgendwie gut zu finden selbst mir zu doof wäre, bleibt, übrigens, an dieser Stelle zur Abwechslung mal Serdar Somuncu zu zitieren: „Wir reden nicht über Geschmack.“ – Das wäre im deutschen Fernsehen auch ein sehr kurzes Gespräch.

Und sonst so? In China gibt es flauschbefellte Pandabären, in Japan gibt es Igelkuscheln für acht Euro. Asiat müsste man sein, aber Betrübt ist ja auch ganz schön. Vielleicht sollte sich statt der ominösen free hugs einmal das Konzept der paid hugs durchsetzen; oder überhaupt: hugs.

Aly, walk with me in my dreams all through the night.

The Raveonettes – Aly, Walk With Me (Live on KEXP)

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Heilige Handgranate

Und dann guckt man ins Web und liest aus Versehen:

Heilige Handgranaten auch HHG genannt können laut Lektüre zum entstören von Elektrosmog, Erdstrahlen wie Wasseradern und Mobilfunkstrahlen eingesetzt werden.
HHGs sind vielseitig eingesetzbar schaffen ein homogenes Energiefeld, welches sich positiv Mensch und Tier auswirken kann.

:irre:

In den NachrichtenMir wird geschlechtNetzfundstückePiratenparteiPolitik
Liegengebliebenes vom 7. April 2016

Immer diese proamerikanischen Propagandistensender!!1

Eurozentristisch mit einem starken Hang zu US-liebedienerischer Darstellung, regierungsfromm mit Blick auf Berlin, antirussisch und antichinesisch, ignorant gegenüber geopolitischen Entwicklungen, unvollständig und tendenziös in ihren Bildern aus Lateinamerika, noch defizitärer hinsichtlich aller Afrika betreffenden Nachrichten, agitatorisch, propagandistisch und desinformativ.

Ein Skandal ist es eben nur, wenn der Iwan die Schuld trägt.


In Japan haben Tausende von Menschen am Sonntag beim alljährlichen Kanamara Matsuri («Festival des metallenen Phallus») dem männlichen Glied gehuldigt.


Leistung muss sich wieder lohnen: Die F.D.P. hat einen eigenen Dienstleister zum Twittern.


Apropos F.D.P.: Ein paar Datenwissenschaftler haben das Programm der AfD analysiert und dabei zum Einen festgestellt, dass die Partei weniger rechts ist als CDU und F.D.P., zum Anderen, dass „der Algorithmus beispielsweise bei der SPD gar keine eindeutige Aussage“ erkennt. Aus wissenschaftlicher Sicht kann die SPD also gar nicht umfallen, weil sie gar keine Themen besetzt.


Lustig: Die Universität Marburg hält Gender Studies für eine ernsthafte Wissenschaft, die es zu verteidigen gilt, die Piratenpartei Marburg fasst sich an die Stirn.


Schöne, neue Welt: Es gibt jetzt Sexsimulatoren.

Spaß mit Spam
Mit Bitte um Prüfung: CosmosDirekts höfliche Auftragsspammer von der onlinefacts UG

Gelegentlich habe ich an dieser Stelle schon etwas zu den Themen Alkohol und Jugend geschrieben. Über welchen der Beiträge der Herr von der onlinefacts UG aus München letztlich gestolpert sein mag, als er beschloss, mich über eine „Initiative“ der offensichtlich sehr verzweifelten CosmosDirekt-Versicherungsgesellschaft zu informieren, lässt sich leider nicht so genau rekonstruieren; unter dem Betreff „Bitte um Prüfung“ erhielt ich heute jedenfalls folgende E-Mail:

Sehr geehrter Herr (Name aus dem DENIC-Whois, A.d.V.),

auf Ihrer Webseite tuxproject.de betreiben Sie eine hilfreiche Linkliste:

https://tuxproject.de/blog/2013/04/kurz-verlinkt-clvi-zweimal-tammtamm/

Da Sie von dort aus auf informative Seiten verweisen, möchte ich Ihnen die Initiative „Don’t Drink and Drive – Gegen Alkohol am Steuer“, die unsere Experten-Redaktion gemeinsam mit prominenten Botschaftern aus dem Fernsehen realisiert hat, vorstellen.

Schauen Sie doch gern einmal vorbei: (Spamlink herausredigiert, A.d.V.)

Es sind beeindruckende Zahlen, mit denen wir vor allem junge Fahrer dazu auffordern die Finger von Alkohol im Straßenverkehr zu lassen:

• pro Minute sind schätzungsweise 170 Autofahrer alkoholisiert auf deutschen Straßen unterwegs

• 35,3 Prozent der insgesamt 455 von uns befragten Fahrschulen berichten von Vorfällen mit Fahrschülern, die alkoholisiert eine Fahrstunde antreten wollten

Unsere Initiative ist selbstverständlich werbefrei und derzeit informieren sich bis zu 15.000 Leser pro Tag auf unserer Seite.

Wir würden uns freuen, wenn auch Sie Ihren Lesern mit unserer Initiative eine weitere informative Quelle anbieten und uns zu Ihrer Linkliste hinzufügen möchten. Falls Sie einen Banner benötigen, finden Sie diesen im Anhang.

Mit freundlichen Grüßen
Martin Römhild

onlinefacts UG (haftungsbeschränkt)
Paul-Heyse-Straße 27
80336 München

Die Kampagne, deren Link ich oben aus dramaturgischen Gründen (und um Spam nicht unnötig zu belohnen; verwegene Leser mögen eine Suchmaschine ihrer Wahl bemühen) nicht stehen ließ, befindet sich unterhalb der Domain cosmosdirekt.de, es handelt sich hier somit trotz des Spammers Firmierung unter „onlinefacts UG“ um Auftragsspam im Namen eines bisher wohl fälschlicherweise für mehr oder weniger seriös gehaltenen Versicherungskonzerns.

Während ich im Allgemeinen durchaus angetan davon bin, dass sich Versicherungen ganz uneigennützig für weniger Leichtsinn im Straßenverkehr einsetzen, bin ich von der E-Mail alles andere als begeistert.

Schön ist, dass man sich zumindest die Mühe gemacht hat, sich wenigstens ansatzweise mit der Website, auf der man gern beworben werden möchte, zu beschäftigen: Es handelt sich um einen Blog mit Lesern und hin und wieder tauchen auch Links auf. Ein automatisch ausgelesenes Domain-Whois sorgt zumindest für eine einigermaßen gesittete Anrede. So weit das Positive an der E-Mail.

Nicht so schön ist, dass man sich im Hause „onlinefacts UG“ und somit auch bei denen, die sie um Werbevermittlung bitten, um Anstand und Gesetze allem Anschein nach nicht schert. Die angenommene Herleitung „hat eine Website, betreibt also sicher irgendwelche bunt zusammengewürfelten Linklisten, in die wir super reinpassen“ lädt dermaßen wenig dazu ein, der Firma „onlinefacts UG“ eine wenigstens grundlegende Ahnung von diesem „online“ zu attestieren, das sie faktisch in ihrem Namen trägt, dass ich tatsächlich mal kurz nachgucken musste, was diese Firma eigentlich macht (Vorsicht: Verweis geht auf die Website von „onlinefacts“!):

Die onlinefacts Unternehmergesellschaft mit Sitz in der Münchner Innenstadt ist ein Zusammenschluss unabhängiger Redakteure aus ganz Deutschland, die Verbraucher in den Medien aufklären. Mit unseren Aufklärungskampagnen schaffen wir Klarheit und arbeiten dafür mit namhaften Experten und Prominenten zusammen.

Zu den „prominenten Botschaftern“, die Herr Römhild – übrigens einer der beiden Geschäftsführer der „onlinefacts UG“ – im Zusammenhang mit der CosmosDirekt-Kampagne anpries, zählen übrigens Lichtgestalten wie Daniel Küblböck (!), Ricky Harris (!), Indira Weis (!) und Nina Ruge (!), die allesamt ein „Statement“ (ebd.) zu der bewegenden Frage, ob man – spoiler: Nein! – besoffen ein Kraftfahrzeug führen sollte, abgegeben haben. Wenn ihr gerade nicht so genau wisst, wer das alles ist, schlagt es besser nicht nach oder achtet vorher darauf, dass ihr kein Getränk im Mund habt.

Wie konnte die „onlinefacts UG“ trotzdem so bekannt werden? Nun, ihre Website gibt dazu Auskunft:

Bekannt aus dem Sondermüll

Soso.

Aber kommen wir noch mal kurz auf die per se lobenswerte Kampagne „Don’t Drink and Drive“ – natürlich im Original mit geradem statt typografisch korrektem Apostroph, weil eine deutschsprachige Website gefälligst irgendwie englisch zu heißen hat, sonst klickt ja keiner drauf, während natürlich jeder Hansfranz, mich eingeschlossen, dauernd auf irgendwelchen Spamlinks rumklickt – zurück. Herr Römhild führte aus:

Unsere Initiative ist selbstverständlich werbefrei[.]

Gucken wir doch mal in diese werbefreie Website hinein. Zwar wurde eine Möglichkeit eingebunden, die Kampagne statt per Spammail auch via „sozialem Netzwerk“ zu verteilen, allerdings handelt es sich um die weitgehend unbedenkliche „Zwei-Klick-Lösung“, die erst nach ausdrücklicher Genehmigung Daten aushorcht:

Zweiklickspam

Aber halt – was bemängelt jetzt uMatrix? Herr Römhild hat doch nicht etwa gelogen? Da gucken wir doch noch mal genauer hin:

Ich halte die Kombination aus „Intelli-“ und „Ad“, also „intelligente Werbung“, ja für ein Oxymoron, aber ich bin auch eher technik- als wirtschaftsbegeistert; jedenfalls: damit nicht genug!

Natürlich: display:none!important, Validität ist sooo 90er und mehr Mühe sind wir dem nutzlosen Werberpack eben nicht wert. Nun kann es gut sein, dass der für diese Kampagne verantwortliche – leider nicht: zur Verantwortung gezogene – Pixelschubser hier einfach nur Code hineinkopiert hat, den ihm der Werbevermarkter DoubleClick empfohlen hat, was die Sache jedoch nicht besser macht. (Was verdient eigentlich so ein Geschäftsführer bei der „onlinefacts UG“, also finanziell, nicht moralisch?) Der Name „DoubleClick“ sollte euch übrigens bekannt vorkommen, denn das ist der Name, unter dem das Unternehmen Google Inc. seit einigen Jahren bedauerlich erfolgreich Onlinemarketing betreibt und es damit schon zu trauriger Berühmtheit gebracht hat:

Doubleclick will let advertisers control how often an ad is shown to a browser, how long it is shown for and how often it will appear. (…) For example, if you are on a news website and you visit the sports pages, then adverts for match tickets may be more relevant than makeup. This information belongs to the website owner only. (…) Because it records your IP address, Doubleclick can also make a good guess of your country and town/city, too.

Besuche ich also die selbstverständlich werbefreie Website besagter „Initiative“, so lässt die Versicherungsgesellschaft CosmosDirekt ohne meine Zustimmung die Berufsspammerabteilung des US-amerikanischen Unternehmens Google wissen, wo ich ungefähr wohne und dass ich mich für Alkohol am Steuer interessiere. Oder für Daniel Küblböck.

:zensur:

Die DENIC weist übrigens darauf hin, dass die Nutzung der Domaindaten „zu Werbe- oder ähnlichen Zwecken“ einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen darstellt. Da der Mailverfasser die von ihm als für seine Zwecke fälschlicherweise als passend erkannte Website zweifelsfrei nicht einmal aufgerufen hat, so dass die Ausrede, die Anrede könnte auch aus dem Impressum stammen, hier nur schwerlich möglich ist, haben wir es hier also nicht nur mit einfacher Spam (also mit dem Verdacht einer kriminellen Handlung, cf. § 7 UWG) zu tun, sondern überdies mit der mutmaßlichen Erschleichung von Dienstleistungen. Wirklich beeindruckende Geschäftspraktiken unterstützt die CosmosDirekt AG da.

Der Bitte um Prüfung des Anliegens und anschließende Information meiner Leser hoffe ich hiermit hinreichend entsprochen zu haben. War mir ein Vergnügen!

MontagsmusikNetzfundstücke
Ben Levin Group – Freak Machine

Erst mal aufräumenMontag. Ich meine: MONTAG! Das Wochenende, so sangen die Wise Guys einst, war mal wieder süß und zart, montags gibt es dafür einen Tritt mit Anlauf; und den hat man dann auch noch verdient. Wenigstens hält sich das brüllende gelbe Biest am Himmel wenigstens heute vornehm zurück.

Und trotzdem fehlst du mir.
Die Ärzte: Sommer, Palmen, Sonnenschein

Es gibt aber auch nicht mehr viel zu lachen auf der Welt. Schon wieder nahmen ausgerechnet diejenigen Leute am diesjährigen 1. April teil, die bisher nicht mit ihrer herausragenden Witzigkeit auffielen. Es ist also bemerkenswert, dass der wohl amüsanteste Aprilscherz dieses Jahres von Comiczeichnern stammt, die sich einen gemeinsamen Witz ausgedacht haben, dessen Pointe es ist, dass er nicht mal besonders lustig ist. Das trifft meinen Humor vorzüglich.

Vielleicht sollten wir einfach alle durchdrehen.

Freak Machine Music Video – Ben Levin Group

Guten Morgen.

Sonstiges
Medienkritik XCVII: Knackpo, aber schnell!

Von den „effektivsten Tricks der Stars“ zum Erreichen eines „Knackpos“ – aber schnell! – berichtet die noch aktuelle „JOY“ (Ausgabe „April 2016“), wo’s für effiziente Tricks schon nicht reicht, ebenso wie von „50 Beauty-Blitztricks für unterwegs“. Die wissen eben, wie sie mich zum Kauf verführen, wenn schon des Magazins ungefähr siebenunddreißigstes Jessica-Alba-Coverbild nicht reicht.

JOY April 2016

Gucken wir doch mal rein.

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In den NachrichtenNerdkrams
Warum „Ubuntu für Windows“ den plötzlichen Jubel nicht verdient

Nun, da die erste große Welle der Begeisterung abgeflacht ist und die beiden verfeindeten Lager sich nach Abertausenden von Kommentaren erschöpft zurückgezogen haben, um neue Kraft für das weitere Geschehen zu sammeln, möchte ich diese Meldung an dieser Stelle auch nicht unkommentiert lassen:

Microsoft hat ein Linux-Subsystem für Windows 10 entwickelt, mit dem sich Linux-Programme für die Kommandozeile direkt unter Windows ausführen lassen.

Was einen „Journalisten“ von „heise online“ geradezu vor Begeisterung auf die Tastatur speicheln lässt, ist für erfahrene Computernutzer ein alter Hut: Eine solche Abstraktionsschicht kennt man aus Systemen wie FreeBSD – dort heißt sie „Linuxulator“ – schon seit Jahren. Darum wurde aber merkwürdigerweise nie so ein Gewese gemacht wie um die faszinierende Neuigkeit, dass Microsofts anfangs noch für das Betriebssystem OS/2 geplanter NT-Kernel schon immer in der Lage war, verschiedene Subsysteme zu nutzen. Windows NT 3.1, die erste „NT-Version“ von Windows, wurde von vornherein neben dem Win32- auch mit einem POSIX- und einem OS/2-Subsystem ausgeliefert, es war also, wie man bei „heise online“ heutzutage wohl schreiben würde, drei Betriebssysteme in einem.

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In den NachrichtenSonstiges
Darwin ruft an

„Komm, wir spielen Telefon!

„Klingeling!“

„Hallo?“

Peng.

„MAMAAAAAAAA!“

In den NachrichtenPolitik
Diese Barbaren!

Apropos „SPIEGEL ONLINE“ (und, wie üblich, die „Grünen“):

„Bedenkt man, wie leicht Senf- und Chlorgas zu schmuggeln sind und dass diese Barbaren immer mehr auf Terror auch im Westen setzen, dann ist das alarmierend“, meint der Grünen-Sicherheitspolitiker Omid Nouripour.

…, meint Markus Becker, Brüssel, und will damit vielleicht sagen, dass Omid Nouripour die Barbarei eines Kriegs mit einer Vielzahl an zivilen Todesopfern, wie zum Beispiel eine von USA, Frankreich und Großbritannien unterstützte „Koalition“ unter der Führung Saudi-Arabiens ihn im Jemen führt, nur dann für alarmierend hält, wenn Senf- und Chlorgas zum Einsatz kommen, weil das Zerfetztwerden ja meist recht schnell und darum unbarbarisch geschieht: Klappe auf, Bombe runter, Explosion, Körper zerteilt, alle Bösen (Gute gehen bekanntlich nicht dahin, wo Bomben hinfallen) tot. Das ist nicht barbarisch, das ist effizient!

Zwar wisse niemand genau, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für einen Terroranschlag mit Massenvernichtungswaffen sei, sagt Browne (ehem. britischer Verteidigungsminister, A.d.V.). Allerdings wächst unter Experten die Sorge darüber, dass der IS wegen der Serie von Niederlagen im Nahen Osten aus Verzweiflung zu Massenvernichtungswaffen greifen könnte.

Die der IS andererseits vermutlich ebenfalls dort besorgt hat, woher ein großer Teil seines übrigen Arsenals stammt; aus Saudi-Arabien nämlich, das seinerseits gerade versucht, durch das Meucheln möglichst vieler jemenitischer Zivilisten (vulgo: „Frauen und Kinder“) den IS zum Frieden zu überreden.

Der Gegenbegriff zu „barbarisch“ ist heute demgemäß etwa „zivilisiert“.
Wikipedia

Netzfundstücke
Hey, Marc Röhlig!

Anlässlich der gestern im deutschen Fernsehen gesendeten Folge „Die Braut des Grauens“ der seltsamen Fernsehserie „Sherlock“ fragen Sie Ihre wahlweise jovial oder respektlos geduzten Leser auf „bento“, der noch hässlicheren kleinen Schwester von „SPIEGEL ONLINE“:

Sex macht doof

Möchte man die volle Punktzahl für das Ergebnis, man sei „so schlau wie Sherlock“ und ebenso unbeliebt, was also offensichtlich von Ihnen als erstrebenswert – volle Punktzahl! – erachtet wird, erreichen, so muss man Fragen wie die abgebildete möglichst schlau beantworten.

Aber welche der drei Antworten ist die beste? Leider haben Sie keine Auflösung beigelegt, allerdings habe ich zumindest schon herausgefunden, dass Sie „Unnötig.“ als akzeptable Antwort gelten lassen. Jetzt mal so dumm wie Dr. Watson gefragt: Heißt das, dass das Befürworten von sexuellem Austausch automatisch wertvolle Punkte auf der Schlauheitsskala kostet, oder ist man dann einfach nur normal schlau, aber nicht mehr so schlau?

Mögen Sie vielleicht einfach nur keinen Sex?

Kommste nich drauf klar.
Marc Röhlig in anderem Zusammenhang

Montagsmusik
Monomyth – Huygens

Augen zu und durchStellt euch vor, es ist Montag und keiner geht hin.

Man wacht auf und weiß nicht, warum, weil man ja nicht raus muss, aber etwas drückt, nein, bedrückt so sehr, dass man auch ohne einen Blick auf den Kalender weiß, welcher Wochentag heute ist, was man ja seit den ersten Studiensemestern verlernt hatte. Die Gleichform kommt später, jaja. Was hat man sich eigentlich gedacht? Hat man sich überhaupt etwas gedacht?

Montagsfühligkeit. Zum Schreien.

Nicht hinzugehen fühlt sich auch ein bisschen wie Sachsen-Anhalt an, das aus der Sache (der Landtagswahl nämlich) eine wichtige Lektion mitgenommen hat:

„Dieses Zur-Tagesordnung-Übergehen ist wohl Teil des Schocks“, sagt David Begrich von der Arbeitsstelle Rechtsextremismus des Sachsen-Anhalter Demokratie-Vereins Miteinander.

Sich vor lauter (niemals auch: leiser) Schockiertheit erst einmal normal zu verhalten ist eine Eigenschaft, die so manchem Hysterischen zwar abgeht, aber nicht fehlt, nimmt man doch das mit der Empörung in manchen Kreisen zwar wahr, aber nur in den falschen Momenten auch sich zu Herzen, weil Plärren das Gegenteil von vernünftigem (also: wünschenswertem) Handeln ist, beziehungsweise: runter kommen sie immer.

Monomyth – Huygens

Guten Morgen.

NerdkramsProjekte
Mit Common Lisp gegen Webmüll

Im November 2015 schrieb ich, der kostenlose Webdienst feed43 sei zum Entmüllen von Websites mittels RSS prinzipiell geeignet, verschlucke sich aber gelegentlich. Das ist auf Dauer ganz schön anstrengend. Außerdem besteht wie bei allen kostenlosen Webdiensten die Gefahr, dass ich eines Tages ohne ihn auskommen muss. Ich habe mir also selbst eine Alternative entwickelt, die auf einem meiner Server läuft und deren korrekte Funktionsweise ich im Zweifelsfall also selbst sicherstellen kann.

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KaufbefehleMusikkritik
Arenna – Given to Emptiness

Arenna - Given to EmptinessNoch so ein Album, das man nicht unerwähnt lassen sollte. Arenna – mit Doppel-N, nicht die schlimme Neoprogkapelle des ehemaligen Marillion-Schlagzeugers – ist ein spanisches Quintett, das 2015 nach vier Jahren sein zweites Album „Given to Emptiness“ veröffentlicht hat.

Was mich an spanischer wie an italienischer Rockmusik meist besonders stört, ist der Gesang in der Landessprache – nicht, weil mir die Kenntnisse fehlten, dem Text inhaltlich zu folgen, sondern, weil es einfach nicht gut klingt; wohl wissend, dass das subjektiv ist. Arenna umgehen dies, indem sie einfach auf Englisch singen. Nun könnte man eigentlich mal wieder Götz Alsmann huldigend zitieren, der einmal sagte, man könne in einer fremden Sprache keine Texte schreiben, die von Herzen kommen, und damit wahrscheinlich sogar Recht hatte, und sich nicht entscheiden können, ob man nicht vielleicht doch lieber schlechter klingenden Gesang gehabt hätte oder gleich gar keinen, obwohl man die Texte dann wiederum wahrscheinlich insgesamt vermissen würde. Man könnte aber auch einfach zur Abwechslung mal das Gute hervorheben: Das sonst stiltypische anstrengende Überfrachten des Gesangs mit Echoeffekten besticht hier durch Abwesenheit.

Ach, der Stil. Das hatten wir ja noch gar nicht.

Ist aber auch gar nicht so schwierig, denn eigentlich ist „Given to Emptiness“ vorrangig eine Stoner-Rock-Platte, wie Stoner Rock eben so klingt, nämlich vor allem laut: Gitarrenbreitwände, die sich zu einem musikalischen Rausch verdichten, den man in jeder Faser spürt. Fünf Sterne auf Amazon, sonst ja nicht gerade ein gutes Bewertungsportal für Qualitätsmusik. – Nein, Arenna machen das wirklich großartig.

Die Frage, ob sie’s könnten, einmal beiseite gelassen (denn das können sie): Das übliche „mehr vom Gleichen“ ist hier nicht zu erwarten. Hören wir nach dem die Messlatte in Schwindel erregende Höhen hängenden Anfang „Butes“, noch ein wenig benommen vom Staunen, doch mal in das fast neunminütige „Chroma“ hinein. Ist das Pink Floyd? Es gibt keinen Gesang, dafür den David-Gilmour-sound in den Gitarren, der sich allmählich zu einer Psychedelic/Stoner-Nummer verdichtet, die dabei nicht einmal gewollt klingt, sondern wie aus Versehen ins Schöne geraten.

Oder „Move Through Figurehead Lights“, ein bemerkenswertes Stück Folkrock und/oder Artverwandtes. So könnten Kansas klingen, wenn sie ihren weinerlichen Sänger ins Bett brächten und sich jemanden suchten, der singen und nicht jammern will.

Der Leere gegeben. Die Augen zu und immer ein wenig neben dem Rhythmus nicken, weil man taktlos ist.

Gute Reise.

NerdkramsNetzfundstücke
Nope.js

(Vorbemerkung: Meine persönlichen Erfahrungen mit Node.js beschränken sich außer der testweisen Installation von Etherpad Lite auf den zumindest erfolgreichen Versuch, eine Desktopanwendung mit Electron zu schreiben. Diese Anwendung wird allerdings zunächst in einer anständigen Sprache neu implementiert, bevor ich sie für hier veröffentlichungstauglich halte; auch, weil Node.js eine schlicht unbrauchbare Programmierumgebung ist.)

Dieser Tage geht das NPM-Debakel durch deutsche Technikmedien, das sich etwa folgendermaßen zusammenfassen lässt: Der Entwickler einer bekannten und viel genutzten JavaScript-Bibliothek, die aus einem Zufall heraus genau so heißt wie einer der zahlreichen ICQ-Klone, wird von den Machern dieses ICQ-Klons darum gebeten, den Namen zur eigenen Verwendung freizugeben; er bietet ihnen kulant an, dass sie ihm den Namen abkaufen können, sie lehnen ab und drohen stattdessen den Machern von „npm“, einem großen Verzeichnis von JavaScript-Bibliotheken, mit rechtlichen Schritten, wenn sie den Namen für ihre geplante Bibliothek nicht freigegeben bekommen. Der Entwickler der eingangs erwähnten Bibliothek bekommt also „seinen“ Namen von Dritten entzogen und zieht daraufhin verständlicherweise erbost all seine Projekte aus dem Verzeichnis zurück, woraufhin offensichtlich ein bedeutsamer Teil der dort aufgeführten Projekte, darunter große Frameworks wie React.js, plötzlich nicht mehr funktionierte, weil sie ihrerseits für triviale Aufgaben (dazu komme ich gleich) auf seinen Code zurückgegriffen haben.

Nun könnte man darüber spekulieren, wer hier eigentlich „die Schuld“ trägt und ob der Kapitalismus nicht dringend abgeschafft werden sollte, um solche Streitigkeiten um Markenrechte künftig nicht mehr zu lukrativen Nebeneinnahmen machen zu können. Dabei liegt das Problem viel näher – das Problem heißt Node.js.

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In den NachrichtenPolitik
Sie haben den Terror gewählt.

Was immer der Terrorismus will, ob Gerechtigkeit oder Machterhalt, ist Gegenstand mancher Spekulation; Einigkeit scheint darüber zu bestehen, dass er die westlichen Werte bekämpfen will, nämlich Freiheit, Individualismus und so weiter.

Wenn es das ist, was einen Terroristen definiert, dann ist der Islamismus unser geringstes Problem.

Freiheit ist nicht ohne Sicherheit denkbar.
@csu

CDU-Innenminister Thomas de Maizière gibt zu bedenken, die Attentate hätten „unserer Freiheit“ und „allen, die Teil der EU sind“ gegolten, ist von den Anschlägen in Brüssel allerdings anscheinend so sehr enttäuscht, dass er künftigen Terroristengenerationen noch in den „Tagesthemen“ vormachte, wie das mit dem „Anschlag auf die Freiheit“ künftig effizienter als mit irgendwelchen Sprengsätzen ablaufen kann:

Datenschutz ist schön, aber in Krisenzeiten hat Sicherheit Vorrang.

Dieselbe CDU/CSU, die dem Westen die Freiheit nehmen will, ruft nun zur Verteidigung gegen die Feinde dieser Freiheit auf. Das ist bizarr, aber lobenswert. Wir sollten unser Bestes tun, um diesem Wunsch nachzukommen.