In den Nachrichten
Rund­funk­vier­rad (MDR)

Der MDR bekommt Anfang Dezem­ber 2021 einen neu­en Rund­funk­rat, in dem zum Wohl­ge­fal­len vie­ler Bericht­erstat­ter die AfD nicht ver­tre­ten sein wird, statt­des­sen die „gesell­schaft­lich bedeut­sa­me Orga­ni­sa­ti­on” ADAC Sach­sen. Ich möch­te die­sen Umstand in Erwar­tung künf­ti­ger MDR-Schlag­zei­len wie „Jun­ge beim Über­que­ren der Stra­ße in Nord­hau­sen von Auto erfasst”, „Klein­kind in Erfurt von Auto erfasst und lebens­ge­fähr­lich ver­letzt” und „Frau steigt nach Unfall auf A71 aus und wird von Auto erfasst” – hof­fent­lich sperrt bald jemand die­se gemein­ge­fähr­li­chen Autos ein – ein­fach mal anson­sten unkom­men­tiert herausstellen.

Sonstiges
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Die Bestie in Freundesgestalt

Hit­ler soll ein ziem­li­cher Frau­en­schwarm gewe­sen sein. Ich weiß nicht, wie­so ich beim Lesen der Titel­sei­te der aktu­el­len Aus­ga­be der „Cos­mo­po­li­tan” (12/2021) dar­auf komme.

Liebesbrief an die Bestie: So macht Romantik Ihre Freundschaft noch schöner


Irri­tie­ren­de Nach­richt des Tages: Bei Spo­ti­fy, einer popu­lä­ren Mög­lich­keit, Musik nicht zu besit­zen, wer­den Musik­al­ben jetzt nicht mehr auto­ma­tisch in zufäl­li­ger Rei­hen­fol­ge abge­spielt. In sozia­len Medi­en zei­gen sich „Kun­den” des Unter­neh­mens ent­setzt: Man las­se sich doch von einem Buch­au­toren nicht vor­schrei­ben, wann man wel­che Sei­te zu lesen hat!

MontagsmusikIn den Nachrichten
Kurus­hi­mi – I Know You (Its­u­wa­ri no kao) // Neu in Ber­lin: Der Volksvorschlag.

Penis! (Hihi. Ich hab Penis geschrieben.)Es ist Mon­tag. REWE sucht Gering­ver­die­ner. Ich habe schon von schlim­me­ren Castings gehört.

Wen ruft man eigent­lich in Sig­ma­rin­gen, wenn man Opfer von Gewalt gewor­den ist? Mega Man? Vor der Gewalt im Elek­tro­au­to zu flie­hen geht jeden­falls auch nicht mehr: Bei Ser­ver­pro­ble­men kann man es ja nicht mal auf­schlie­ßen. – Die Lin­ke, die in Ber­lin die tota­le Ent­eig­nung gefor­dert hat und sie jetzt umset­zen soll, hält das Volks­vo­tum inzwi­schen für einen unver­bind­li­chen Vor­schlag, der die Poli­tik zu nichts ver­pflich­tet. Muss ja auch nicht. Ist ja jetzt erst mal wie­der ein paar Jah­re lang gewählt. Vor­wärts immer.

Apro­pos: Auf Twit­ter wur­de spe­ku­liert, die Ange­wohn­heit, dass Deut­sche sich den Intim­be­reich rasie­ren, sei eine Fol­ge dar­aus, dass Por­nos zumeist rasier­te Intim­be­rei­che zur Schau stel­len. Ich glau­be, ich neh­me bei­zei­ten mal einen Por­no auf, in dem die Dar­stel­ler irgend­was von Phil Col­lins ange­wi­dert aus­ma­chen. Viel­leicht klappt es ja. – Fast noch schlim­mer als, aber wenig­stens nicht so schmerz­haft wie Phil Col­lins ist Fuß­ball. In die­ser Bla­se bro­delt es schon wie­der auf Nied­rig­flam­me: Ein­tracht Braun­schweig hat gegen irgend­ei­ne ande­re ega­le Mann­schaft gespielt und irgend­wel­che Fans haben ein Spruch­ban­ner kre­iert, auf dem sie die Gäste dar­um baten, doch lie­ber weg­zu­blei­ben. Das wäre ein fürch­ter­lich lang­wei­li­ges Vor­komm­nis, aber weil besag­te Fans einer unfei­nen poli­ti­schen Rich­tung ange­hö­ren und die Gäste wahr­schein­lich nicht, hat Ein­tracht Braun­schweig beschlos­sen, aus dem furcht­bar lang­wei­li­gen Vor­komm­nis ein furcht­bar lang­wei­li­ges Poli­ti­kum zu machen. Die aktiv­ste Spar­te zeit­ge­nös­si­scher Sport­ver­ei­ne scheint die Bun­des­li­ga im Distan­zie­ren zu sein.

Nach ABBA, „Wet­ten, dass…?“ und „TV Total“ kommt bald ein wei­te­rer Wie­der­gän­ger: Beta­te­ster für Winamp wer­den gesucht. Damit haben wir zu mei­ner Zeit Musik gehört. Heu­te gibt es ja Streams und so was.

Zum Bei­spiel den folgenden.

I Know You (Its­u­wa­ri no kao)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Mehr Jans für Deutsch­land! (7): Weltfrauenunterstützertag

Vor­ge­stern war Inter­na­tio­na­ler Män­ner­tag, also der Tag der Män­ner­ge­sund­heit oder, wie die Ver­ein­ten Natio­nen auf Twit­ter gra­tu­lier­ten, der Tag der „männ­li­chen Ver­bün­de­ten auf der gan­zen Welt, die Frau­en unter­stüt­zen” und so wei­ter und so fort. Ich weiß nicht, was das wie­der soll. Weil Lachen aber gesund ist, sprang für die an die­ser Stel­le ver­sa­gen­den Ver­ein­ten Natio­nen „TV-Kom­men­ta­to­rin Clau­dia Neu­mann” ein:

TV-Kom­men­ta­to­rin Clau­dia Neu­mann hat die Ein­füh­rung einer Frau­en­quo­te im Pro­fi-Fuß­ball der Män­ner gefordert.

(Her­vor­he­bun­gen von mir.)

Nun gibt es außer sei­nen Fans nichts, was mir noch ega­ler wäre als Fuß­ball, aber seman­tisch fin­de ich die­sen Satz sehr gelun­gen. Ich per­sön­lich for­de­re die Ein­füh­rung einer Mos­lem­quo­te unter den Rab­bi­nern, eine Fleisch­quo­te in vega­nen Restau­rants, eine Win­dows­quo­te auf Linux­kon­fe­ren­zen und eine Män­ner­quo­te in der Dusche beim Frau­en­fuß­ball. Herrje.

(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6)

NetzfundstückePersönliches
Fege­feu­er des Coro­naa­gno­sti­kers (make Blo­go­sphä­re ver­netzt again!).

Apro­pos Corona.

„Mark Zim­mer­mann darf nicht ster­ben” über­schrif­tet ange­mes­sen rei­ße­risch das „TWAS­BO-Maga­zin” mit dem selt­sa­men Leer­zei­chen („TWAS­BO Maga­zin”), denn den „Maschi­ni­sten” rafft es viel­leicht dahin. Das pas­siert halt, wenn man sich nicht drei­mal täg­lich die Hän­de dampf­rei­nigt im Home Office kei­ne Mas­ke trägt in Ber­lin wohnt. Ber­lin macht krank, jetzt auch pan­de­misch. Gleicht das vom Kar­ma her eigent­lich die gleich­ar­ti­ge Infek­ti­on Ali­ce Wei­dels aus, über die Twit­ter sich seit Tagen freut?

Sei­nen kör­per­li­chen Ver­fall gedenkt der bis dato vor­wie­gend coro­na­be­lu­stig­te Erkrank­te wie bis­her, jetzt aber aus ande­rem Grund, wie Wolf­gang Herrn­dorf zu doku­men­tie­ren, aber das Ster­be­ta­ge­buch „Arbeit und Struk­tur” von Wolf­gang Herrn­dorf hat mich sehr gelang­weilt, inso­fern hof­fe ich, dass die Ana­lo­gie von einer ange­mes­se­nen Unüber­legt­heit geprägt war.

Vor unge­fähr elf Jah­ren schrieb ich, das gegen­sei­ti­ge Ver­lin­ken von „A‑Bloggern” ste­he in kaum einer Rela­ti­on zur inhalt­li­chen Bedeu­tung des Ver­link­ten. Ich mache das bis heu­te anders, ich hal­te mich bis heu­te aus die­sem Qua­si-Ver­lin­ken­müs­sen her­aus. Die per­sön­li­chen Befind­lich­kei­ten irgend­wel­cher Leu­te aus dem Inter­net sind aus ähn­li­chem Grund mei­ne Sache nicht, gleich­wohl stel­le ich fest, dass ich vie­le groß­ar­ti­ge Tex­te von ver­schie­den­sten Autoren aus nur weni­gen Kanä­len ken­ne. Dass wir, Kleinst­poe­ten im Hai­fisch­becken „so Blogs halt”, ein­an­der auch immer wie­der in den­sel­ben Blogs ver­linkt sehen, liegt mög­li­cher­wei­se auch dar­an, dass die Groß­poe­ten unser­ei­nes über­drüs­sig sind. Mich anschlie­ßen möch­te ich mich inso­fern den Gene­sungs­wün­schen. Es wäre doch bedau­er­lich, wenn das Schick­sal immer nur die­je­ni­gen ver­schont, die zu mei­nem see­li­schen Wohl­be­fin­den nur Kon­tra­pro­duk­ti­ves bei­zu­tra­gen haben. 

Der „TWASBO”-Macher mag anschei­nend kei­nen Whis­ky (Nach­trag nach Kom­men­tar: mehr). Sel­ber schuld. Sláin­te mhaith.

PersönlichesLyrik
Sie. (Frag­ment 10, The show must go on)

„I can’t stand it any­mo­re more / but if Shel­ly would just come back, it would be alright.”
– The Vel­vet Under­ground: I Can’t Stand It


… Es war weit nach Mit­ter­nacht, als er aus sei­ner Tran­ce erwach­te. „Wie schnell”, dach­te er, „man doch fällt, wenn man sich in Sicher­heit wähnt.” Er sah, spür­te sie noch in sei­nen Armen, als sei ihr letz­tes Zusam­men­sein noch jung und mehr als eine Erin­ne­rung, die sich ihm, wie er hoff­te, nie­mals ent­zie­hen möge.

Ihret­we­gen hat­te er end­lich ver­stan­den, was der Volks­mund meint, wenn er Leben und Lie­ben als gleich­be­rech­tig­te Errun­gen­schaf­ten ansieht. So ver­liebt war er schon manch­mal gewe­sen, aber dar­aus so viel Leben zu zie­hen sog er in sich auf und genoss jeden ein­zel­nen Moment. Das Leben, das sie mit ihrer Lie­be gebracht hat­te, ließ das sei­ne end­lich voll­stän­dig sein. Ihm fehl­te es an nichts und das war ein Risiko.

So weni­ges hät­te jemals gesche­hen dür­fen. Er hat­te län­ger um sie gekämpft als um vie­les, das eigent­lich wich­ti­ger gewe­sen wäre, aber das Noma­den­le­ben blieb . Der Weg ist nur ein Etap­pen­ziel, der Hür­den­lauf stand erst noch bevor. Viel­leicht woll­te sie ihm bewei­sen, dass er sich geirrt hat­te, aber sie wuss­te nicht, dass es mehr die Hoff­nung als eine Über­zeu­gung war, die aus ihm sprach, weil ihm kaum mehr geblie­ben war. Soll­te es so enden?

Wenn es doch nur ende­te! Den Gefal­len tat sie ihm nicht: Sie ging nicht, sie blieb ihm als Echo erhal­ten, als Stim­me der Ver­nunft auch. Hät­te er die­se Stim­me damals schon gehört, so hät­te vie­les ein ande­res Ende genom­men. Die Iro­nie ließ ihn schmun­zeln. Dass all das jetzt Mona­te zurück­lag und er es zumin­dest geschafft hat­te, die Erin­ne­rung an das Stre­ben nach einer Zukunft mit einer Fata Mor­ga­na zu betäu­ben, war die­se doch nur ein unste­ter Rausch ohne Halt geblie­ben und hat­te sich schon ver­flüch­tigt, kaum hat­te er sich an es gewöhnt. Die selbst gegra­be­ne Gru­be, an deren Rand er längst balan­cier­te, war mit Nägeln gefüllt wor­den. Der Schalk in sei­nem Nacken zog am Tep­pich. Wem konn­te er etwas vor­ma­chen, wenn nicht ein­mal sich selbst?

Das Schlimm­ste war die Gewiss­heit, dass er sich selbst nicht mehr ver­trau­en konn­te. Nein, sein Ver­trau­en hat­te er selbst dies­mal miss­braucht und das konn­te er sich zum ersten Mal in sei­nem Leben nicht mehr verzeihen.

Er öff­ne­te sei­ne Hand. Etwas fiel zu Boden. Er hat­te verloren. …


„I’m still stan­ding after all this time / picking up the pie­ces of my life without you on my mind.”
– Elton John: I’m Still Standing

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 18. Novem­ber 2021

Neu­er Ein­trag in der Liste der Din­ge, die Apple mit sei­nen iPho­nes bes­ser macht als der deut­lich größ­te Teil der Kon­kur­renz mit dem Betriebs­sy­stem des welt­weit größ­ten Anbie­ters von Onlinere­kla­me: Selbst­re­pa­ra­tur erlauben.


Auf Twit­ter bekom­men Men­schen neu­er­dings über 3.000 Däum­chen­raufs für die Ankün­di­gung, bei­zei­ten mal zum Arzt zu gehen. Ich war vor­ge­stern erst bei einem. Hät­te ich mir hier­zu viel­leicht ein T‑Shirt bedrucken las­sen sollen?


Die SPD, die Din­ge, die gar kei­ne Imp­fung sind, eben­so wie die „tages­schau” irri­tie­ren­der­wei­se „Coro­na-Maß­nah­men” nennt, freut sich: Es wer­den sowohl „Home­of­fice-Pflicht” als auch „3G bei Arbeit” – die­ser Satz kei­nen Arti­kel – ein­ge­führt. Die Poin­te zu ent­decken dau­ert mög­li­cher­wei­se ein biss­chen, ist dann aber ganz amü­sant. Ich kann heu­te nicht ins Bett, ich bin unge­te­stet. Die Bun­des­wehr will 12.000 poten­zi­ell rechts­ex­tre­me Waf­fen­nar­ren („Sol­da­ten”) ent­sen­den, um dem Virus Herr zu wer­den. Kei­me ein­fach abknallen.


Apro­pos „ein­fach abknal­len”: An der EU-Außen­gren­ze sei es zu „Zusam­men­stö­ßen” zwi­schen mit Stei­nen und Bäu­men wer­fen­den „Schutz­su­chen­den” (Amnes­ty Inter­na­tio­nal) und/oder „Migran­ten” (Bar­zan Sadiq) und dem Grenz­schutz gekom­men, schreibt der „Tages­spie­gel” in einer Mel­dung von „dpa, AFP” und will dafür zumin­dest kein Geld von mir haben. Einer der bei­den direkt betei­lig­ten „Macht­ha­ber”, wie der Qua­li­täts­jour­na­lis­mus die Staats­ober­häup­ter von Län­dern nennt, die er nicht mag, habe ein Nacht­la­ger ein­rich­ten las­sen, damit „Frau­en und Kin­der” auch mal die Gele­gen­heit zu einem Schläf­chen bekom­men. Män­ner müs­sen ja nicht. Die haben zu tun. Die müs­sen mit Stei­nen und Bäu­men werfen.


Uner­war­te­te Wer­bung für „Film­pi­ra­te­rie”, wie unan­ge­neh­me Zeit­ge­nos­sen den frei­en Tausch von lizen­zier­ba­ren Bewegt­bil­dern nen­nen: Kom­men­de Epi­so­den von „Star Trek Dis­co­very” wer­den eben­so wie die bis­he­ri­gen vor­erst nicht lizen­ziert in Deutsch­land zu sehen sein, weil der Rech­te­ver­wal­ter hier erst sei­nen eige­nen „Strea­ming­dienst”, wie unan­ge­neh­me Zeit­ge­nos­sen über das Inter­net betrie­be­ne Leih­vi­deo- und ‑audio­the­ken nen­nen, auf­bau­en möch­te. Ich bin gewillt anzu­neh­men, dass die Anzahl die­ser Leih­vi­deo- und ‑audio­the­ken, für die es natür­lich kei­nen gemein­sa­men Tarif gibt, so dass ein Nor­mal­ver­die­ner inzwi­schen durch­aus einen nen­nens­wer­ten Teil sei­nes Gehalts dafür aus­ge­ben müss­te, woll­te er alle Seri­en, Fil­me und durch­aus auch Musik­al­ben kon­su­mie­ren, die dort ange­bo­ten wer­den, ein erträg­li­ches Maß längst über­schrit­ten hat, zumal es an „Exklu­siv­ti­teln”, für die man unbe­dingt einen ganz bestimm­ten Ver­trag abschlie­ßen müss­te, auch nicht mangelt.

Man spart so vie­les, wenn man sich der „Pira­te­rie” hin­gibt; und das Geld ist nicht ein­mal das Wesent­li­che in die­ser Beobachtung.

In den NachrichtenPolitik
Dit is Balin / Dit is Hannova

Dit is Balin:

Zur Migra­ti­on gab es am Abend ein erstes Ergeb­nis: Statt 7000 Men­schen will die Koali­ti­on künf­tig 20.000 pro Jahr ein­bür­gern. Das ist vor allem gut für den Länderfinanzausgleich.

Ab wie viel Euro pro Per­son ent­wickelt das lin­ke – aber mal so rich­tig link„sozia­le Gewis­sen” jetzt eigent­lich ein sozia­les Gewissen?

(via @neythomas)


Dit is Hannova:

Beim The­ma Sicher­heit auf dem #Weih­nachts­markt in #Han­no­ver müs­sen sich die Ver­an­stal­ter nicht nur Gedan­ken um Coro­na machen – auch eine ter­ro­ri­sti­sche Gefahr ist wei­ter prä­sent. Dar­um sol­len Polo­zi­sten (sic! A.d.V.) mit Maschi­nen­pi­sto­len die Ver­an­stal­tung sichern.

Narr, wer jetzt fragt, ob die Han­no­ve­ra­ner Polo­zi­sten inzwi­schen gelernt haben, nicht mehr mit die­sen Maschi­nen­pi­sto­len auf die­sem Markt her­um­zu­schie­ßen. Das ver­dirbt doch die gan­ze Überraschung.

MusikIn den Nachrichten
Vinyl <3 (13): Spo­ti­fy kaputt, Plat­ten noch da.

Plat­ten­spie­ler? Ha! Wer braucht schon so was? Ist doch jetzt alles in der Cloud, ist doch immer alles über­all ver­füg­bar kaputt:

Am Diens­tag­abend war das für Nut­ze­rin­nen und Nut­zer des Strea­ming­dien­st­an­bie­ters Spo­ti­fy nicht mög­lich. Denn die App war für zahl­rei­che Men­schen nicht zu erreichen.

Was genau war jetzt noch mal der gro­ße Vor­teil der Cloud Com­pu­ter ande­rer Leu­te – dass man nicht selbst schuld ist?

(Anschei­nend: Alle Jah­re wie­der.)

MontagsmusikIn den Nachrichten
Whis­pe­ring Sons – Sur­face // Erst mal die Posten.

1, 2, 3, 4, Eck-EuleEs ist Mon­tag. Die Grü­nen wol­len erst mal die Mini­ster­po­sten ver­tei­len und dann viel­leicht noch mal über Inhal­te reden. Prio­ri­tä­ten sind eben wich­tig. – Wer wird eigent­lich Pandaminister?

Apro­pos Schwach­köp­fe: Die Bun­des­wehr, die ein­zig dem ver­meint­lich gere­gel­ten Krieg von Nut­zen ist, hat am gest­ri­gen Volks­trau­er­tag „der Toten aus Krieg” gedacht und ver­steht wahr­schein­lich die Poin­te selbst nicht. Frank-Wal­ter Stein­mei­er, als dama­li­ger Chef des Kanz­ler­amts ver­ant­wort­lich für die Ent­füh­rung eines Unschul­di­gen in ein Fol­ter­ge­fäng­nis der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, fasel­te im sel­ben Kon­text, man soll­te Fackel­mär­sche des deut­schen Mili­tärs nicht immer so nega­tiv sehen. Die ris­kier­ten ja immer­hin ihr Leben „für das Land”. Mei­ne Emp­feh­lung an die­ser Stel­le ist die übli­che: Bun­des­wehr zuma­chen, die Res­sour­cen dem THW über­las­sen und die Ange­hö­ri­gen des Mili­tärs eben­so wie Frank-Wal­ter Stein­mei­er einer anstän­di­gen sozia­len Arbeit zufüh­ren. Stra­fe muss sein.

Gute Nach­rich­ten aus der Medi­zin: Lang­zeit­sym­pto­me von Coro­na? War viel­leicht kein Coro­na. Glück gehabt, wür­de ich sagen. – Auch Glück, lei­der vor­erst nur in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten: Der dor­ti­ge Prä­si­dent hat end­lich etwas dage­gen getan, dass „auto­no­me” Fahr­zeu­ge Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger umnie­ten; die­se müs­sen bloß einen Trans­pon­der mit sich her­um­tra­gen und schon wer­den sie wie­der bemerkt. Zum Glück haben Men­schen Vor­rang in der Gesetz­ge­bung und zum Glück ist es undenk­bar, dass Deutsch­land auch auf sol­che krea­ti­ven Ideen kommt. Das wäre doch scha­de sonst.

Tat­säch­lich scha­de ist: In Hes­sen gibt’s wie­der Weih­nachts­märk­te. Die Besu­cher wer­den beim Koma­saufen mit Bil­lig­fu­sel um Abstand­hal­ten gebe­ten. Ich bin dies­be­züg­lich guter Din­ge, ich hal­te von Weih­nachts­märk­ten schon seit vie­len Jah­ren jede Men­ge Abstand.

Nähe suche ich hin­ge­gen zu: Musik.

Whis­pe­ring Sons – Sur­face (Offi­cial Video)

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Gefällt mir nicht.

End­lich ist Hass­re­de so gut wie besiegt: Bei You­Tube, einem Ange­bot des Welt­markt­füh­rers in Onlinere­kla­me, wer­den künf­tig die Run­terdäum­chen­zah­len nicht mehr angezeigt.

Die Inten­ti­on dahin­ter ist den Berich­ten zufol­ge, dass „respekt­vol­les Mit­ein­an­der” geför­dert wer­den sol­le, wäh­rend Hass­mobs – also wohl Men­schen, die ganz dol­le böse auf „find ich ein nur mäßig gelun­ge­nes Video” drücken – es künf­tig nicht mehr so leicht haben sol­len, die zer­brech­li­chen See­len der creators aus dem Gleich­ge­wicht zu brin­gen, indem sie ganz dol­le böse auf „find ich ein nur mäßig gelun­ge­nes Video” drücken.

Bei den Bun­des­ju­gend­spie­len beka­men schon zu mei­ner Zeit selbst die Kör­per­nie­ten zumin­dest eine Teil­nah­meur­kun­de, denn die Teil­nah­me an die­sen „Spie­len” ist Pflicht wie einst die im alten Rom und für die mei­sten Teil­neh­mer auch fast genau so unter­halt­sam, nur die Zuschau­er win­ken müde ab und star­ren statt­des­sen auf ihr blö­des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­rät, statt den Impe­ra­tor um ein Däum­chen rauf oder – damals ging das noch, ohne dass der Gemein­te sofor­ti­gen psy­cho­lo­gi­schen und kolum­ni­sti­schen Bei­stand gebraucht hät­te – run­ter zu bit­ten. So Vide­os pro­du­ziert man aber frei­wil­lig und wenn man gut ist, bekommt man Geld dafür, das (unter ande­rem) meist von der Anzahl der Angucks abhängt, von der Zahl der Gefäll­t­mir­nichts hin­ge­gen nicht, und schreibt dann auf Web­sites, die nie­mand jemals uniro­nisch liest, man mache was mit Medi­en. Wenn man aber nicht gut ist und/oder kein Geld dafür bekommt, dann ent­spricht das Tun derer, die so Vide­os pro­du­zie­ren, im Wesen dem von Stra­ßen­mu­si­kern, die in zu vie­len deut­schen Innen­städ­ten zum Bei­spiel mit einem Lama oder einem Stoffaf­fen oder einem Dosen­bier her­um­ste­hen und zum Bei­spiel Pan­flö­te oder Dreh­or­gel oder Aku­stik­gi­tar­re (meist „Won­der­wall”) spie­len. Wenn man denen als Pas­sant, der erst inter­es­siert, bald aber abge­neigt ist, dann aber im Gehen sagt, sie sei­en nicht gut, dann kommt nicht die Poli­zei und macht die­se per­sön­li­che Ansicht zu der ver­meint­li­chen Kunst weg, son­dern die Pan­flö­ter oder Dreh­org­ler oder Aku­stik­gi­tar­ri­sten pan­flö­ten oder dreh­or­geln oder aku­stik­gi­tar­ren meist unge­rührt wei­ter, weil fast immer irgend­je­mand da sein wird, der aus Mit­leid einen Hosen­knopf in die Spen­den­büch­se schmeißt, weil er hofft, dass das infer­na­li­sche Gedu­del auf­hört, wenn die ver­damm­te Büch­se nur end­lich voll ist.

Vie­le tief sit­zen­de Pro­ble­me der digi­ta­li­sier­ten Gesell­schaft wären leicht zu lösen, lern­te sie nur end­lich etwas von den Pan­flö­tern und Dreh­org­lern und Aku­stik­gi­tar­ri­sten. Inzwi­schen befürch­te ich aber, dass die­se Anre­gung nicht etwa dazu füh­ren wür­de, dass Men­schen, die dum­mes Zeug ins Inter­net rein­ma­chen, sich ein dickes Fell zule­gen, son­dern zum Gegen­teil. Wer nie gelernt hat, dass Bei­fall von Mut­ti und son­sti­gen emo­tio­nal Invol­vier­ten nicht immer die Mehr­heits­mei­nung abbil­det, son­dern, dass Ver­such auch zum Schei­tern füh­ren kann, des­sen Welt bricht schnel­ler zusam­men, je spä­ter man das ändert; und des­sen Ver­su­che wer­den eben – zum Nach­teil des Ver­ur­sa­chers wie glei­cher­ma­ßen auch des Publi­kums – nicht bes­ser.

Das hät­te noch gefehlt: Eine Fuß­gän­ger­zo­ne vol­ler unta­len­tier­ter Künst­ler, denen man über­dies aus­schließ­lich Applaus spen­den soll! Das fän­de ich nur mäßig gelun- oh, Moment. Es klopft.

NerdkramsNetzfundstücke
ScrLk, aber als Hacker

Wofür braucht man 2021 eigent­lich noch die merk­wür­di­ge mit „ScrLk” (manch­mal bes­se­re Tasta­tu­ren) oder „Scroll Lock” (manch­mal schlech­te­re Tasta­tu­ren) beschrif­te­te Taste, die schein­bar kein Pro­gramm, das in den letz­ten 30 Jah­ren ent­wickelt wor­den ist, noch sinn­voll einsetzt?

Na, um auf Com­pu­tern mit Intel-Chips die Lizenz­ver­wal­tung für Fil­me zu repa­rie­ren natürlich!

MontagsmusikIn den Nachrichten
Cara­van – Rea­dy or Not // Langoliers!

Seufz.Es ist Mon­tag. Ich bin ein wei­ßer Mann, habe eine Unfri­sur, mei­ne Pro­no­men sind „ach du grü­ne Neu­ne” und ich bin sehr müde. Dar­auf erst mal zur Arztin.

Man habe einen Lan­go­lier gefun­den oder zumin­dest ein Lebe­we­sen, das so ähn­lich aus­sieht, teilt die „New York Post” wahl­wei­se froh­lockend oder angst­er­füllt dem Film- oder wenig­stens Lite­ra­tur­ken­ner mit. Kein gutes Jahr für so was, möch­te ich mei­nen, aber jetzt ist’s sowie­so zu spät. Duschen soll­te man ja auch nicht mehr, das ist jetzt out.

In hin­ge­gen sind Elek­tro­fahr­rä­der und Elek­tro­t­ret­rol­ler. Die­se Zukunft der Mobi­li­tät aber zeich­net sich kaum über­ra­schend dadurch aus, dass sie die Pro­ble­me des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs nicht etwa ver­mei­det, son­dern wie­der­holt; jetzt aber wer­den die Rad­we­ge statt der Stra­ßen ver­stopft. Das ist alles viel bes­ser jetzt. Sagen die in der Zei­tung. – Auch sonst leben wir in inter­es­san­ten Zei­ten: Es gibt neu­er­dings ein Brett­spiel zu der Schach­spie­ler­se­rie „Das Damen­gam­bit”, in dem man dazu gehal­ten ist, „immer drei Züge im Vor­aus” zu pla­nen. Man spielt es also nicht ganz anders als Schach, es sieht aber nicht aus wie Schach und es heißt auch nicht Schach. Schach wäre wahr­schein­lich zu lang­wei­lig.

Ein bemer­kens­wer­tes Zitat aus der Gyl­fa­g­in­ning in der noch immer als kano­nisch ange­se­he­nen Über­set­zung der Edda: Die Toten­göt­tin Hel „ist halb schwarz, halb men­schen­far­big, also kennt­lich genug durch grim­mi­ges, furcht­ba­res Aus­se­hen”. Gibt es eigent­lich schon Distan­zie­run­gen irgend­wel­cher Hip­pie­paga­nen­ver­ei­ne vom ihnen wich­tig­sten schrift­li­chen Zeug­nis des nor­di­schen Hei­den­tums? Wann kommt end­lich die kom­men­tier­te – oder direkt geschwärz­te (sagt man das noch?) – Fas­sung heraus?

Statt­des­sen schon her­aus­ge­kom­men (erst neu­lich, mehr dazu spä­ter) ist immer­hin: Musik.

Guten Mor­gen.