Netzfundstücke
Panische Gelassenheit

Den Klügeren unter den Panischen (ist Greta jetzt zufrie­den?) genügt der Hinweis, dass Seife das beste Desinfektionsmittel für nicht Todkranke ist. Die ande­ren Panischen sind ins­ge­samt beruhigt:

Bereits um 6.45 Uhr stan­den rund 10 Kunden vor der Tür der Aldi Filiale Bardowicker Straße in Linden-Mitte. (…) Eine Mitarbeiterin über­gab die Desinfektionssprays, Desinfektionsgele und Hygienetücher ein­zeln durch die Tür des Lagerraums an jeden Kunden, der sich davor in einer Warteschlange ange­stellt hat­te. (…) Offensichtlich gehen die Menschen in Linden ver­hält­nis­mä­ßig gelas­sen mit Gefahr (sic! A.d.V.) der Virusverbreitung um.

Früher war sogar die Gelassenheit weni­ger voll.

In den NachrichtenMontagsmusik
Misuse - While it lasts // Antwortgeschosse

Pah - ich geh nach Hause!Es ist Montag. Laut der „Tagesschau“ wur­de Frank-Walter Steinmeier in Publikum gesich­tet, als Frank-Walter Steinmeier sprach. Ich befür­wor­te es, Frank-Walter Steinmeier als Publikum für Frank-Walter Steinmeier zwangs­zu­ver­pflich­ten. Dann redet er viel­leicht mal weni­ger dum­mes Zeug.

„Mädchen wür­den nie gewin­nen, sag­ten die Jungs“ über­schrieb Matthias Dell einen Artikel über eine Dokumentation über die nie gewin­nen­de Hillary Clinton. Offenbar sind Jungs manch­mal gar nicht so doof, wie alle behaup­ten. - Apropos doof: Die „Linke“ hat auf ihrer „Strategiekonferenz“ unter ande­rem fest­ge­stellt, dass die „Schüsse an der Grenze“ die „Antwort auf die Politik der BRD“ waren, „die DDR durch die Abwanderung vie­ler ihrer Bürger auf die Knie zu zwin­gen“ (Seite 556). In Einheit mit dem Umstand, dass der par­tei­ei­ge­ne Thüringer Wiederministerpräsident neu­lich ein Mitglied der AfD öffent­lich­keits­wirk­sam zu irgend­was wähl­te, ist die Aussicht auf „rot-rot-grün“ in noch mehr Ländern als bloß dem blö­den Berlin eine zwar wit­zi­ge, aber doch irgend­wie unbe­hag­li­che. Was die F.D.P. wohl gera­de macht?

Jens Spahn rät von „nicht not­wen­di­gen Reisen“ nach (unter ande­rem) Nordrhein-Westfalen ab. Schade, dass er wohl nicht die Architektur und die Kultur der Einheimischen mein­te, son­dern so ein blö­des Virus. Das Robert-Koch- und irgend­ein ande­res Institut arbei­ten aber bereits gemein­sam an der Ausrottung des­sel­ben: Smartphoneüberwachung gegen Krankheit! Hat Horst Seehofer eigent­lich schon Video- und Desktopüberwachung gegen das Coronavirus in Erwägung gezogen?

Am MIT wird momen­tan mal wie­der Unix neu geschrie­ben. Ein nicht völ­lig unin­ter­es­san­tes Projekt, sieht man von der aus heu­ti­ger Sicht natür­lich völ­lig ver­al­te­ten Architektur ab.

Noch zeit­lo­ser aber ist: Musik.

Misuse live: While it lasts @ gagarin

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Todesdiener gegen Parolen (Nachtrag): … aber bit­te nur gute!

Was sagt es eigent­lich über eine Gesellschaft, die trotz seit inzwi­schen drei­ßig Jahren feh­len­der äuße­rer Feinde ihre ver­meint­li­che „Verteidigungsarmee“ über­wie­gend ganz gut fin­det, aus, wenn ihre laut Medienberichten der­zeit größ­te Sorge in Bezug auf die­se Armee die­je­ni­ge ist, dass eini­ge die­ser Menschen, deren steu­er­lich bezahl­ter Beruf das Töten ist, womög­lich gar kei­ne anstän­di­gen Sozialdemokraten, son­dern rechts­ex­trem sind?

(via Schwerdtfegr)

In den NachrichtenPolitik
Was kostet ein Wertekanon?

Was macht man eigent­lich, wenn man es als „sozi­al­de­mo­kra­ti­scher“ (Quelle: ver­schie­de­ne) Politiker zum Fraktionsvorsitzenden und Oppositionsführer für eine „sozia­li­sti­sche“ (Quelle: Parteidokumente) Partei gebracht hat, aber eines Tages über­rascht fest­stellt, dass wei­te Teile die­ser Partei, von der Basis bis hin zum Bundesvorstand, „inak­zep­ta­ble“ poli­ti­sche Ansichten beju­beln, die dem eige­nen „Wertekanon“ widersprechen?

Richtig: Man tritt aus tritt zurück lässt sich von ihr einen Posten geben - wird ja gut bezahlt.

Und wie teu­er ist euer Wertekanon?


Nachtrag: Bei der FDP zu sein und von der AfD gewählt zu wer­den geht gar nicht. Man muss gefäl­ligst bei der „Linken“ sein und die AfD wählen!

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Zwinkersmiley (anzüg­lich)

Politik zum AnfassenNa, auch bei der letz­ten EU-Wahl nicht die Piratenpartei gewählt, weil Julia Reda gesagt hat, da sei zu viel Sexismus drin? Stattdessen doch lie­ber für die „wit­zi­ge“ „Satirepartei“ mit dem Neonazifimmel ent­schie­den, in die erst neu­lich nach Thüringen unzäh­li­ge „Progressive“ ein­ge­tre­ten sind, um es der AfD mal so rich­tig zu zei­gen? Gar selbst Mitglied gewor­den, weil das so links und anders ist?

Dann habe ich schlech­te Nachrichten:

Der Brief, der Die-PARTEI-Chef Martin Sonneborn im März 2019 erreicht, hat es in sich. In der Partei wür­den sich Personen breit­ma­chen, die sich sexi­stisch äußer­ten und „genau­so han­deln“, heißt es in dem Schreiben. Ein Mitglied habe etwa bei einer Parteiveranstaltung eine Kellnerin in die Küche ver­folgt und ihr „ange­bo­ten“, ihr sei­nen Penis zu zei­gen. (…) Zwei Monate spä­ter holt Die PARTEI sen­sa­tio­nel­le 2,4 Prozent bei der Europawahl, kurz dar­auf tritt das 40.000. Mitglied ein. Die PARTEI fei­ert. Doch intern pran­gern wei­te­re Mitglieder mut­maß­li­che Übergriffe durch Genossen an. (…) Einige wol­len des­halb aus­ge­tre­ten sein. Ein Mann, der öffent­lich bekannt hat, die Grenzen einer Genossin über­schrit­ten zu haben, soll zudem vom Vorstand wei­ter geschützt werden.

Nur die AfD, schrei­ben die Autoren für „VICE“, habe noch weni­ger weib­li­che Mitglieder als die PARTEI. Das ist mir wirk­lich ein Rätsel.

In den NachrichtenMusik
Vinyl 3 (9): Schallplatten als Bestandsschutz

Wie fän­det ihr es, kämt ihr eines Tages nach Hause, lie­ßet euch in euren Ohrensessel fal­len und woll­tet bei einem guten Glas Whisky eure Lieblingsplatte genie­ßen, aber in eurer Abwesenheit hät­te jemand auf die­ser Platte meh­re­re Stücke aus­ge­kratzt, weil es in ihnen um den Beischlaf geht?

Nicht gut? Ihr wür­det dem­je­ni­gen, der sich erdrei­stet, eure Platten unan­ge­kün­digt ganz oder teil­wei­se eurem Zugriff zu ent­zie­hen, gern hand­fe­ste Kritik zukom­men las­sen und ihn auf kei­nen Fall auch noch für die­se Entmündigung bezah­len wollen?

Warum wer­det ihr dann Kunde von Streamingdiensten?

In den NachrichtenPolitik
Kurz ange­merkt zur Situation an der grie­chisch-tür­ki­schen Grenze

Unter dem hier bewusst nicht unnö­tig ver­link­ten Suchbegriff „Stück Scheiße“ - über die mensch­li­che Qualität der Verwender die­ses Ausdrucks gibt der Ausdruck selbst hin­rei­chen­de Auskunft - wird aus­ge­rech­net auf Twitter zur­zeit von den­je­ni­gen, die in guter alter Kolonialtradition „EU“ und „Europa“ syn­onym ver­wen­den und seit zu vie­len Jahren laut­stark die Ansicht ver­tre­ten, man sol­le die Europäische Union („häss­li­ches Stück Scheiße Europa“, cf.; weg­zie­hen möch­ten die sol­ches Sprechenden aber anschei­nend trotz­dem nicht) nach US-ame­ri­ka­ni­schem Vorbild im besten supra­na­tio­na­li­sti­schen Sinne in ein Großreich, das kei­ne Nationalstaaten mehr, dafür aber eine rie­si­ge Armee „zur Verteidigung“ (gegen wen eigent­lich?) haben sol­le, umwan­deln, beklagt, dass der von der rechts­po­pu­li­sti­schen CDU und ihren Schwesterparteien im EU-Parlament instal­lier­te Vorläufer die­ser rie­si­gen Armee „zur Verteidigung“ (gegen wen eigent­lich?), näm­lich Frontex, mit­hin der exe­ku­ti­ve Arm der Identitären, sei­ner Aufgabe, die dar­in besteht, den unkon­trol­lier­ten Grenzübertritt grö­ße­rer bewaff­ne­ter Menschenmassen aus Nicht-EU-Staaten zu ver­hin­dern, bereits mit Wasserwerfern nach­kommt, was vor allem des­halb zu kri­ti­sie­ren sei, weil unter denen, die nicht gefragt haben, ob sie rein dür­fen, auch Kinder sei­en, wobei unklar bleibt, bis zu wel­chem Alter und aus wel­chem Grund das Alter eines Menschen in sol­chen Situationen über­haupt von Belang ist, und wie­der ein­mal wer­den weder die Verantwortlichen für die Existenz von Frontex (die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU) noch die auf­grund ihrer Waffenlieferungen Verantwortlichen für die Notwendigkeit einer Flucht (die rechts­po­pu­li­sti­sche SPD) als die eigent­lich Ursächlichen aus­ge­macht, denn Symptome zu bekämp­fen liegt den Deutschen seit jeher näher als ihr erneu­tes Ausbrechen zu ver­hin­dern, denn dafür müss­te man ja mal eine völ­lig neue Regierung ohne SPD-, Grünen- und CDU-Beteiligung wäh­len, aber lei­der gibt es, wie eine schnel­le Umfrage unter allen gera­de greif­ba­ren Personen ergab, ja nur ins­ge­samt vier Parteien auf dem Stimmzettel; scha­de, schade.

MontagsmusikNetzfundstücke
Garage a Trois - Shooting Breaks // Ein Sträußchen für die Unholde

Es droht ein Montag!Es ist Montag. In Berlin, teil­te die „Berliner Morgenpost“ mit, wur­den wäh­rend fünf­tä­gi­ger Verkehrssicherheitstage Hunderte Fahrzeughalter als zu unge­stüm fest­ge­stellt und ent­spre­chend belangt. Die Kontrollen wer­den lei­der nicht bis Jahresende auf­recht­erhal­ten. Einmal im Jahr nicht über Fußgänger zu bret­tern muss ja auch reichen.

Eine bay­ri­sche Landtagsabgeordnete unter­drückt in meh­re­ren Tweets das drit­te Geschlecht, indem sie sei­ne Existenz schlicht nicht akzep­tiert. Typisch AfD Grüne! „Die Hälfte der Macht“ gehö­re „den Frauen“, Ausrufezeichen. Nur wenig mehr als 40 Prozent ihrer Parteikollegen sind Frauen. Lassen wir das mit den Wahlen doch dann ein­fach ganz sein. Im Internet lern­te ich die­ser Tage den eng­li­schen Begriff eines insult bou­quets, also eines Beleidigungsblumenstraußes. Ein Gentleman, wer sich das lie­ber nicht merkt. - Das wit­zi­ge Petitionsportal „Campact“ fin­det, Politiker soll­ten weni­ger rei­sen und mehr Onlinekonferenzen abhal­ten. Das ist zwar - unge­ach­tet des Umstands, dass über das­sel­be „Campact“ der so redu­zier­te CO2-Ausstoß über „Seenotrettung“ wie­der rein­ge­holt wer­den soll, wofür es viel­leicht auch bes­se­re Lösungen gibt - eine erst mal gute Idee, die aber am tech­ni­schen Sachverstand der Beteiligten und am sau­mä­ßi­gen Internetzugang in Deutschland schei­tern dürf­te. Die Frage, war­um immer noch sechs Ministerien in Bonn statt in Berlin sind, wäre trotz­dem die inter­es­san­te­re. Natürlich stellt die kei­ner. Interessante Fragen stellt nie­mand. 2020 regt mich auf.

Schönes aus der Welt des Juristischen: Die Auffassung von Verlagen, „Plattformanbieter“ (etwa Google, Facebook und ich) sei­en gesetz­lich dazu ver­pflich­tet, Lizenzen für ihren Unsinn zu erwer­ben und ihn danach zu ver­lin­ken, wur­de kor­rek­ter­wei­se nicht geteilt. Da hät­te ja mal jemand war­nen kön­nen. Hat mal wie­der kei­ner. Oder zumin­dest kei­ner, dem man zuge­hört hätte.

Lesenswert: Anmerkungen zur deut­schen Erregungsgesellschaft. Hörenswert: Musik.

Garage A Trois - „Shooting Breaks“ - Brooklyn Bowl 05.21.2011

Guten Morgen.

ComputerIn den NachrichtenPolitik
Beugehaft für Florian Post!

SPD-Bundestagsfraktion:

Wir spre­chen uns in aller Deutlichkeit gegen eine Ausweitung der Überwachung und die Beschränkung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsverfahren aus. (…) Zugleich sol­len die Anbieter von Mobilfunk- und Messengerdiensten ver­pflich­tet wer­den, Daten auf Anforderung unver­schlüs­selt aus­zu­lei­ten. Das stellt die siche­re Ende-zu-Ende-Verschlüsselung grund­sätz­lich in Frage. Diese ist aber Grundvoraussetzung für ver­trau­li­che, digi­ta­le Kommunikation und IT-Sicherheit.

SPD-Bundestagsfraktion (auch):

Kritikern der Initiative, wonach Anbieter von Telemediendiensten wie WhatsApp, Gmail, Facebook und Tinder sen­si­ble Daten von Verdächtigen wie Passwörter und IP-Adressen an Sicherheitsbehörden her­aus­ge­ben müss­ten, wirft [Florian Post (SPD)] man­geln­des Verständnis für die Opfer von Verbrechen und einen „Hang zum Täterschutz“ vor.

Ich habe noch immer einen Punkt erreicht, an dem ich mich von jedem SPD-Wähler durch sei­ne Wahlentscheidung per­sön­lich belei­digt fühle.

In den Nachrichten
Daxinfektion (2)

Im Bewusstsein ihrer Verantwortung vor den Menschen und hof­fent­lich ein­ge­deckt mit Globuli haben die Verantwortlichen der Nürnberger Messe („NürnbergMesse“) wegen „der neu­en Sachlage in Bezug auf die Verbreitung des Coronavirus“ beschlos­sen, zwei Messen für Jagdwaffen bezie­hungs­wei­se Morddrohnen vor­erst zu verschieben.

Nicht, dass noch jemand dort gesund­heit­lich zu Schaden kommt!


Wenigstens der Schuldige ist gefun­den: Die FDP.

In den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (8)

Was darf Satire? Nicht mehr so viel:

Danach haben sich das Bundesamt für Verfassungsschutz und der Militärische Abschirmdienst syste­ma­tisch mit die­sen Adbusting-Aktionen befasst. So liste­te der MAD seit 2015 drei­zehn Fälle von bun­des­wehr­kri­ti­scher Plakatverfremdung im gan­zen Bundesgebiet auf. Unter der Rubrik „Thema“ wird das Delikt als „Überkleben eines Plakats der Bundeswehr mit einem anti­mi­li­ta­ri­sti­schen, die Bundeswehr dif­fa­mie­ren­den Slogan“ beschrieben.

Allmählich ist ohne­hin der Punkt erreicht, an dem ich mir wün­sche, dass Deutschland mal wie­der einen Krieg ver­liert, damit nicht nur weni­ger ein­hei­mi­sche Soldaten hier auf Bahnhöfen blö­de im Weg rum­ste­hen, son­dern ihm auch die Vorwärtsverteidigung wie­der mal ein paar Jahre lang ver­bo­ten wird:

Der für kom­men­de Woche anvi­sier­te Syrien-Gipfel mit Deutschland, Frankreich, Russland und der Türkei sei noch nicht sicher, sag­te Präsident Erdoğan.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abge­schafft gehört.

NetzfundstückePolitik
Wahl, wahler, am wahlsten.

Wie Vertreter einer Partei, die seit 1949 im Bundestag sitzt, es nen­nen, wenn ein Konsenskandidat Stimmen bekom­men soll:
„Wählen“.


Wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ es nennt, wenn es bei einer Wahl mehr als nur einen Kandidaten gibt:
„Zerreißprobe“.


Wie ein Vertreter einer Partei, auf die fast 70 Prozent der Wähler kei­nen Bock hat­ten, die­ses Ergebnis nennt:
„Wahlsieg“.