In den NachrichtenMontagsmusikPolitik
Zeitkratzer und Keiji Haino – Sinfonia // Grünes am Montag

Es ist Montag. Zum Glück bin ich zu müde, um das angemessen zu würdigen. Man fasse mich kurz.

Politisch kann, nein: muss die Woche mit Grünem beginnen, mit denselben Grünen nämlich, die offensichtlich der Ansicht sind, das Klima höre endlich auf, sich zu wandeln, wenn man nur ein paar Fünfzehnjährige laut genug Kalendersprüche vorlesen lässt. In Berlin demonstrieren die regierenden Parteien unter internationalem Kopfschütteln folgerichtig gegen die Politik der in Berlin regierenden Parteien. Von „Rot-Rot-Grün“, gemischt ein ungesund wirkender Braunton, wird Enteignung in Erwägung gezogen. Opfer der sozialdemokratischen Politik haben es längst am eigenen Leib erfahren: Besitz ist Diebstahl!

Ähnliches denkt sich offensichtlich der noch immer amtierende Ministerpräsident des Schurkenstaats Israel, der zu verstehen gibt, dass er in seiner nächsten Amtszeit die von seinem Volk gestohlenen Teile Palästinas in das Staatsgebiet Israels einzukleben gedenkt. Die Existenz Palästinas, behauptete er, gefährde die „nationale Sicherheit“. Historische Parallelen überlasse ich ebenso wie eine Wertung an dieser Stelle der Fantasie meiner Leser. Fast genau so geschichtsvergessen arbeitet zurzeit die GEMA, die die DNS-basierten Websitesperren, die, damals noch als „Zensursula“ zusammengefasst, der Piratenpartei 2009 ihren ersten größeren Höhenflug verschafften, wieder einsetzen lässt. An dieser Stelle alles Gute zum Jubiläum.

Wer heute „Männlichkeit“ sage, denke „toxisch“ fast automatisch mit, desinformiert ein Textkasten, der aus unverständlichem Anlass mit „Info“ beschriftet wurde, auf „bento“. Wer heute aber „Musik“ sagt, der denkt selten an Gutes. Das ist ein Zustand, der zu ändern ist. Wie wär’s damit?

Guten Morgen.

NerdkramsNetzfundstücke
Der Mensch als Hilfsutensil des Computers

Vor langer Zeit, es könnten die 1960er Jahre gewesen sein, wurden die damals noch „Elektronengehirn“ genannten, zimmergroßen Computer als Geräte betrachtet, die dem Menschen von Nutzen sein würden. Seitdem ist viel passiert: Die Größe von Bauteilen nahm geschwind ab, die Produktion wurde immer preiswerter, die Geräte wurden immer leistungsfähiger. Irgendwann setzte sich schließlich das Konzept eines Heimanwender-PCs, meist auf Intelbasis, durch.

Neuerungen wie die Notwendigkeit, seinen Webbrowser ausgiebig gegen die Überwachungsfantasien von Verlagen abzusichern, ließen Zweifel daran aufkommen, ob man wirklich noch der Herr des Computers sei oder nicht längst sein Angestellter. Als Gegengewicht ließen sich die Hersteller der inzwischen nur noch hosentaschengroßen gadgets – das scheint ein größenabhängiger Begriff zu sein – die Entwicklung von Programmen einfallen, die sie als „persönliche Assistenten“ vermarkten, sozusagen als das, was früher einmal die hauptsächliche Aufgabe eines Computers war.

Über einen dieser „Assistenten“ ist seit gestern dies zu lesen (beide Übersetzungen von mir):

Die Aktualisierung kommt (…) mit einer Änderung daher, die keine Verbesserung ist: abhängig von der Anfrage könnte der [Google] Assistant mit Reklame wie derjenigen antworten, die man in normalen Googlesuchen sieht.

„Computer, zeig mir mehr Werbung!“ Das klingt absurd? Nein, natürlich hat sich Google was dabei gedacht, behauptet jedenfalls Google:

Wir probieren ständig neue Möglichkeiten aus, die Erfahrung auf Telefonen zu verbessern[.]

Denn genau diese „Erfahrung“ hatte mir auf „Telefonen“ – für die Jungen: damit haben wir früher miteinander kommuniziert, ohne im selben Haus sein zu müssen – noch gefehlt: Endlich kann ich mich auch unterwegs mit Reklame berieseln lassen.

Wäre es nicht eine für die „Erfahrung“ noch viel angenehmere Neuerung, ersönne Google stattdessen den virtuellen Nutzer, der die angezeigte Reklame anstelle des vermeintlichen Besitzers selbst anguckt?

In den Nachrichten
New Yorks Qualitätsdemagogie

„SPIEGEL ONLINE“, qualitätsjournalistisches Heimatmedium eines mehrfach mit Journalistenpreisen ausgezeichneten Märchenerzählers, 12. Januar 2019:

Der „New York Times“, die für ihren Qualitätsjournalismus mehrfach mit Journalistenpreisen ausgezeichnet wurde, hat Trump wiederholt Falschberichterstattung vorgeworfen.

„New York Times“, 4. April 2019:

Donald Trump versucht Sie umzubringen!

(Ausrufezeichen und Übersetzung von mir.)

Das muss diese Leistung sein, die sie auch in der EU schützen wollen.

In den NachrichtenWirtschaft
Medienkritik in Kürze: Rettet die Verlagslaptops!

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, bekanntlich ein namhafter Hersteller von Smartphones, Laptops und Lesegeräten für E-Books sowie Anbieter von Suchmaschinen, sozialen Netzwerken, webbasierter Bürosoftware und Medienstreamingdiensten, somit also im Wettbewerb mit Google, Amazon, Facebook und Apple stehend, gibt bekannt:

„Nur durch den Schulterschluss der Verlagsmanager und in Zusammenarbeit mit der Politik haben wir eine faire Chance im Wettbewerb mit Google, Amazon, Facebook und Apple“, sagte sie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Facebooks bekanntem Zeitungsverlag muss man schleunigst Einhalt gebieten! :motz:

(via Fefe)

In den NachrichtenWirtschaft
Die Mina und die Ausbeutung, die die Freiheit ist

Was macht eigentlich die Mina (provoziert mehr als Rammstein, Twitter) heute so? Richtig: Sie begründet in der heutigen Ausgabe der „ZEIT“ auf Seite 50, dass sie trotz eines hinreichenden Einkommens weiterhin Kleidung trägt, die in fernen Ländern von Kindern zusammengeklebt werden. Das tut sie nicht etwa um Entschuldigung bittend, sondern „erhobenen Hauptes“ (ebd.):

Finde ich mehr als zwei Teile, stehe ich nicht noch lange in der Kabine und wäge ab, welches Stück ich wieder zurückhängen muss, weil es das Budget sprengt, sondern ich kaufe einfach alles. Nicht weil ich heute reich bin, sondern weil es geht. Auch wenn es fünf, sechs oder zehn Sachen sind. Das ist Freiheit, verdammt.

Bankiers und deutsche Feministinnen wissen: Mehr Profit durch effizientere Ausbeutung ist Freiheit, verdammt! :ja: Arme Menschen sind halt widerlich. Menschen mit eigenem Einkommen kommen in der Welt der Mina – beruflich am Sprechen und Schreiben – nicht vor, Moral haben nur Kinder reicher Eltern und die sollen sich gefälligst nicht so anstellen:

Und die lasse ich mir nicht von heuchlerischen Mittelschichtsmenschen nehmen, die statt mit Hartz IV mit den Geldgeschenken ihrer Eltern haushalten.

Freie Fahrt für freie Bürger in billigen Klamotten!


Wo bleibt eigentlich die Revolution?

Mir wird geschlechtPersönliches
Anatol und die schwachen Frauen: Ein unerwarteter Nachtrag.

Zu den wenigen Dingen, die ich auch mit mehreren Jahren Abstand über mich immer noch gern erzähle, gehört die Geschichte, die dazu führte, dass die „EMMA“ einmal in Druckform dazu aufrief, mir zu widersprechen. Ich hatte nämlich in der deutschsprachigen Wikipedia ein Meinungsbild erstellt, das das generische Maskulinum als Standardform etablieren sollte. Unter lautem Getöse seitens aggressiver Genderritter jedwelchen Geschlechts, das zeitweise sogar zu Sperren führte (denn schon damals war die Leitung der hiesigen Wikipedia nicht für ihre Objektivität in Feminismusfragen bekannt), wurde das Meinungsbild schließlich mehrheitlich abgelehnt. Man wolle ja niemandem vorschreiben, wie er sich in einer Enzyklopädie auszudrücken habe.

Ich kann nun, über fünf Jahre später, dieser Erzählung einen neuen Abschnitt hinzufügen: Unter Berufung auf mein Meinungsbild planen dieselben tösenden Ritter ein weiteres Meinungsbild, das das behindertenfeindliche Hannoveraner Verständnis von einer anständigen Sprache in der Wikipedia etablieren soll. Auf der Diskussionsseite tummeln sich dieselben Knallköpfe wie früher, denn Interessen sind oft von Sturheit getragen. Die Planer haben den zurzeit drei Kontraargumenten noch kein einziges Proargument entgegengesetzt.

Immerhin: Im Brockhaus wäre all das so nicht möglich gewesen.

(via Schwerdtfegr)

ComputerNetzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Smartphoneblues auch mit der ZEIT

Es beruhigt mich ein wenig, dass auch Qualitätsmedien in meinen Smartphoneblues einstimmen, etwa „ZEIT ONLINE“ letzten Mittwoch:

In der gesamten IT-Branche verlor die Hardware an Bedeutung. (…) Die Hardware von Apple, und auch deren Kombination mit hauseigener Software, ist nicht mehr so viel besser als die der Konkurrenz. Zeitgleich ist die Entwicklung der Geräte insgesamt ins Stocken geraten.

Wirklich schade, dass Autor Götz Hamann, Fachmann für „rechte“ Gewalt, Lobbyismus und Wirtschaft, die Jahre verwechselt:

Worin unterscheidet sich denn noch das iPhone X von der Version davor?

Das ist die Version davor. Alle iPhones, die davor kamen, sahen so ähnlich aus und haben die Gestaltung von anderen Smartphones seit 2007 maßgeblich beeinflusst.

Das ist das iPhone X. Alle iPhones, die seitdem erschienen sind, sehen so ähnlich aus und haben die Gestaltung von anderen Smartphones seit 2017 maßgeblich beeinflusst.

Details, Details.

In den NachrichtenMontagsmusik
The Asteroids Galaxy Tour – Push the Envelope // Goldene Kameras und ein Rammstein

Wie, "Montag"‽Es ist Montag. Ganz Deutschland debattiert über ein vielschichtiges Musikvideo einer deutschen „Rockband“ (Wikipedia), dessen wesentliche Eigenschaft eine berechnende Provokation ist. Wie langweilig!

Apropos langweilig: Bei der diesjährigen Goldenen Kamera, dem Preis für herausragende Leistungen deutscher Darsteller in Film und Fernsehen, wurde die deutsche Schauspielerin Greta Thunberg geehrt, die sehr überzeugend eine schwedische Klimaaktivistin spielte. Weiter so, Greta! Wirkliche Klimaschützer sind derweil kreativ: Mit dem Fahrrad wärst du schon da! Ich begrüße diesen trockenen Humor und biete ihm ein kleines Stück Kuchen an.

Sebastian Kurz erwägt ein Verbot der österreichischen Identitären Bewegung, weil ein Attentäter ihr Geld gespendet hatte. Ich rufe alle Attentäter unter meinen Lesern hiermit dazu auf, reichlich Spenden an die ÖVP zu hinterlassen, bevor sie ihrem Tagewerk nachgehen. Diese zu verbieten scheint nicht unvernünftig zu sein. Etwas unvernünftiger ist wieder einmal die Mozilla-Stiftung, die künftig die Sicherheit ihres Hauptprodukts ChroFirefox zu senken beabsichtigt. Ich wünschte, das würde mich noch negativ überraschen.

Beginnen wir die Woche mit unblöder Popmusik. Immer nur Rammstein zu hören ist ja auch nicht interessant auf die Dauer.

Asteroids Galaxy Tour - Push The Envelope - Lowlands 2014

Guten Morgen.

NerdkramsNetzfundstücke
Klima retten, Python meiden

Wer der Profession der Softwareentwicklung nachgeht, aber sich auch um das Klima sorgt, dem mag eine Statistik helfen, die die Energienutzung von Programmiersprachen miteinander vergleicht. Ihr zufolge zählen Python, JavaScript und Java zu den am wenigsten energieeffizienten und damit klimaschädlichsten Sprachen, während C und das weniger gute Rust erwartungsgemäß die Liste anführen.

Ihr wisst, was zu tun ist.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Goat – Commune

Goat - CommuneLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Die schwedische Band Goat, anscheinend ein Quintett absichtlich unbekannter Besetzung, veröffentlicht seit ihrem Bestehen gelegentlich Alben, Singles und Konzertaufnahmen, zuerst 2012 das treffend benannte Album „World Music“. Heute soll es hier um das 2014 veröffentlichte Studiowerk „Commune“ (Amazon.de, TIDAL, Bandcamp) gehen. Das hätte allerdings ebenso treffend auch „World Music 2“ heißen können, denn auch auf ihm lassen sich Goat von Musik aus aller Welt inspirieren, insbesondere von der eher krautigen kreativen Leistung des jeweiligen Landes.

Daher ist „Weltmusik“ auch als bereits etablierte Genrebezeichnung natürlich völliger Unsinn, denn hier wird immer noch so viel miteinander vereint, dass kaum eine Gemeinsamkeit zu finden ist, die über die psychedelische Stimmung hinausgeht, die über diesem Album schwebt. Wie wär’s mit „Hippiemusik“? Naja, fast!

Goat - Words (not the video)

„Commune“ ist ein fast 39 Minuten langer musikalischer trip zwischen Afrobeat, Folkmusik, Stoner Rock und 60er-Psychedelic, garniert mit Anflügen von New Wave („Words“), die aber schnell und geschickt ins große Ganze eingebunden werden. Ich erkenne an, dass in jüngerer Zeit vermehrt Gruppen auftreten, die sich auf ähnliche Vorbilder berufen. Das ist einer der Gründe, die es besonders erfreulich machen, wenn eine von diesen Gruppen ein so bemerkenswertes Album wie „Commune“ vorlegt.

Die Chance für das nahe liegende Wortspiel mit dem Communismus möchte ich hier ungenutzt verstreichen lassen, um so früher kann der Musikgenuss beginnen. „Commune“ gefällt mir wirklich gut. :ja:

In den Nachrichten
Säkularismus wann anders. (3)

Ihr habt keinen Bock auf Schule, aber das Klima interessiert euch einfach nicht genug und/oder ihr seid zu ehrlich, um den Freitagsdemonstrationen beizuwohnen? Fürchtet euch nicht, der HErr erlöset euch:

Wegen des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags fällt in Dortmund die Schule aus, weil die Schulgebäude den Kirchentagsbesuchern als Übernachtungsmöglichkeit dienen.

Im postaufgeklärten Gottesstaat sind Bildung und Wissenschaft eine verzichtbare Last. Das christliche Abendland hat eine eingebaute Vorfahrt. Schule ist ja auch unspannend für die hippen kids, da lässt man sich lieber zweitausend Jahre alte Märchen vorlesen:

„Die Kinder haben dann die Gelegenheit, ein echtes Mega-Event zu erleben“, schreibt ruhr24.de denn auch frei heraus.

Wer braucht schon Schule, wenn er auch ein Mega-Event haben kann? :ja:

Piratenpartei
Bomber Harris‘ später Sieg

Der Wahlkampf beginnt, die schmutzige Wäsche wird ausgepackt: Unter medialem Beifall ist Julia Reda aus der Piratenpartei ausgetreten und empfiehlt in einem viel (daher nicht hier) zitierten Video auf YouTube, die Piratenpartei nicht mehr zu wählen. Der Grund dafür sei, dass ihre Partei rechtlich keine Handhabe hat, den von ihr selbst als ihren Nachfolger aufgebauten Zweitplatzierten von der eingereichten Liste streichen zu lassen.

Von der unvorteilhaften Situation abgesehen, dass die Piratenpartei nach dem überwältigenden Zuspruch der letzten Wochen einen derartigen Schlag in die Magengrube von derjenigen Abgeordneten, ohne die sie diesen Zweitplatzierten vermutlich nicht mal kennen würde, zum jetzigen Zeitpunkt nicht so einfach wegstecken kann und wird, da sich auf Twitter bereits die üblichen Mobs formen, die geschlossen zur Wahl anderer Parteien aufrufen, überrascht mich weniger die schier idiotische Vorstellung, der bisher einzugssichere Erstplatzierte – der höchst bemerkenswerte Netzpolitiker Patrick Breyer – sei ein Opfer, dessen Fehlen im Parlament in den nächsten fünf Jahren niemandem wirklich weh tun würde (als sei EU-Netzpolitik nicht gerade jetzt ein wichtiges Feld!), als die Verstrickungen erledigt geglaubter Gestalten: Es gratulierte zum Ausstieg neben Jasna „Gummibär“ Strick auch der ehemalige Bundesvorsitzende Thorsten Wirth mit Dankesworten an Julia Reda einer- und die Antifa andererseits. Anscheinend ist ein Austritt aus der Piratenpartei auch dann ein großer Erfolg, wenn man sich viereinhalb Jahre lang überhaupt nicht wesentlich um ihr Schicksal geschert hat.

Das alles passiert, während bei den bayrischen Piraten die ersten Karrieristen wieder ihren hässlichen Kopf aus der Erde recken. Dort trage sich, wie man hört, zurzeit zu, dass die jeweiligen Vorsitzenden des Münchener und des bayrischen Verbands aktiv gegen einen jungen Aktivisten aus ihren Reihen opponieren, weil sie verhindern möchten, dass er bekannter wird als sie. Anscheinend tut dieser Partei ein bisschen Auftrieb nicht gut.

Es ist dennoch beruhigend zu sehen, dass Zeitungen mit der alten Vorstellung, eine Kleinstpartei mit Dreck bewerfen zu lassen sorge für zuverlässig hohe Klickzahlen, immer noch nicht falsch liegen. Wenn mein Beruf mir irgendwann nicht mehr genug Geld einbringt, gründe ich vielleicht eine Zeitung, die nur während eines Wahlkampfes erscheint und als Quellen ausschließlich „soziale“ Websites akzeptiert. Das scheint leicht verdientes Geld zu sein.


Nachtrag I: Zu niemandes besonders großer Überraschung lässt sich die Antwort des inkriminierten Parteimitglieds so interpretieren, dass aus den Reihen der 2014 abgewählten Parteilinken ausschließlich Manipulationen und Lügen zu erwarten sind. Mein überraschtes Gesicht sieht merkwürdigerweise genau so aus wie mein ganz normales Gesicht.

Nachtrag II: Die deutsche Entsprechung der thunbergischen Klimapanikpartei findet plötzlich, Angst sei ein Zeichen von Schwäche. Mensch, fast wie früher!

In den NachrichtenNerdkrams
Staatstrojaner (2019)

Ich war schon beinahe in Sorge: In den Wirrungen um die Urheberrechtsreform, deren Abbruch einzig die Blödheit der SPD verhindert zu haben scheint, schien gar keine weitere Schweinerei aus den Reihen der CDU/CSU vorbereitet zu werden. Es beruhigt mich ein bisschen, dass der inzwischen über 2.727 Tage alte Staatstrojaner die Statistik rettet:

Seehofer will dem Verfassungsschutz künftig das Mitlesen von Messengerdiensten wie WhatsApp erlauben. Dafür dürfte der Geheimdienst „Staatstrojaner“ einsetzen, mit denen Nachrichten noch vor einer Verschlüsselung abgefangen werden könnten – eine sogenannte Quellen-Telekommunikationsüberwachung. (…) Bei den Betroffenen sollen Daten, die „den Kernbereich privater Lebensgestaltung betreffen“, nicht erhoben werden – „soweit möglich“.

Und da das auf einem Gerät, das überwiegend intimste Lebensbereiche erfasst, kaum sinnvoll möglich ist, ahne ich, wie groß das Bedauern sein wird, wenn es leider zu einem größeren Datenabfluss kam. Manchmal wünschte ich, CDU/CSU wären tatsächlich, wie heute vielerorts zu lesen, zu blöd und nicht zu skrupellos für das freie Internet. Abzuwarten bleibt, ob digitale Selbstverteidigung nicht zur Straftat erklärt wird.

Wo bleibt eigentlich die Revolution?

In den NachrichtenPolitik
Befreit Katarina Barley!

Offensichtlich werden deutsche Parlamentarier in französischer Geiselhaft gehalten:

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) sei gegen die Uploadfilter, sagte der SPD-Abgeordnete Tiemo Wölken. Sie habe sich aber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beugen müssen, die „einen Deal mit Frankreich geschlossen hat“.

Schnell, wir müssen sie da rausholen! Bundeswehreinsatz in Frankreichs Innerem jetzt!