NetzfundstückePolitik
Medienkritik in Kürze: Die Waffel, für die es kei­nen Waffelschein gibt

Derweil bei der Grundversorgung:

Dass jemand für eine Europa-Spitzenkandidatur ein Ministeramt auf­gibt, gab es noch nie - bis Katharina Barley kam. (…) für die mei­sten ist Katarina Barley das posi­ti­ve Gesicht der SPD: Freundlich, ver­bind­lich, natür­lich, unprä­ten­ti­ös. Dazu gehört, dass sie eine der weni­gen Spitzenpolitikerinnen ist, die kaum Make-Up tragen.

Alter!

Sagt man das noch, „Alter!“?

In den NachrichtenNerdkramsWirtschaft
Mit der Globalisierung gegen Open Source

Aus der wit­zi­gen Welt der „frei­en“ Software, von der Androidnutzer zu schwär­men nicht auf­hö­ren wol­len, dringt die­se Meldung herüber:

Die näch­ste Generation der Huawei-Handys soll (…) kei­nen Zugang zum Google-spe­zi­fi­schen Email-Anbieter Gmail, Google-Maps und zur App-Plattform Google Play Store erhal­ten. (…) Auch der deut­sche Chiphersteller Infineon lie­fert vor­erst kei­ne in den USA her­ge­stell­ten Produkte mehr an den chi­ne­si­schen Mobilfunkanbieter Huawei. Compliance-Vorgaben mach­ten die­sen Schritt not­wen­dig, nach­dem die USA den chi­ne­si­schen Konzern auf eine schwar­ze Liste gesetzt hät­ten, teil­te Infineon am Montag mit.

Worin genau lag doch gleich der rie­si­ge Vorteil von Android gegen­über der Konkurrenz mit der Frucht auf der Rückseite - in der Freiheit von wirt­schaft­li­chen Interessen, in der Unabhängigkeit gar?


Lesehinweis zu deut­schem Fernsehquatsch: Hans Hoff beschreibt die „heu­te-show“.

In den NachrichtenMir wird geschlechtMusikkritik
Gong - Forever Recurring

Orrr!Es ist Montag. Am ver­gan­ge­nen Wochenende fan­den zu vie­le Menschen Gefallen an einem in einem sehr ärger­li­chen Staat statt­ge­fun­den haben­den Dudelpopwettstreit, der inzwi­schen sogar der „ZEIT“ zu blöd ist. Madonna war auch da, was ent­we­der schlecht („FAZ“) oder gut („WELT“) war. Dieses unbe­ding­te Bedürfnis danach, bis dahin Unbescholtenen dabei zuzu­se­hen, wie sie in einer Sprache, die offen­sicht­lich nicht die ihre ist, lei­ernd Kinderlieder zu Stampfrhythmen into­nie­ren, ist mir fremd.

Während aus Israel also Töne erschal­len, die nach inter­na­tio­na­lem Recht nor­ma­ler­wei­se ver­bo­ten wer­den müss­ten, hat der Westen ganz ande­re Sorgen: Calvin Klein sah sich zu einer Bitte um Entschuldigung genö­tigt, weil in einem Werbevideo für die Firma eine Frau zwar einen „weib­li­chen“ Roboter küss­te, aber blö­der­wei­se hete­ro­se­xu­ell ist. Viele mehr­se­xu­el­le Frauen brach­te das auf die sprich­wört­li­che Palme, denn sie sahen sich in ihrem Recht dar­auf, selbst einen Roboter zu küs­sen, ein­ge­schränkt. Ich weiß noch nicht, ob ich das däm­lich oder lustig fin­den soll, kom­me aller­dings auch nicht dazu, mich aus­gie­big mit die­sem Gedanken zu beschäf­ti­gen, denn schon liegt die näch­ste Beklopptheit auf dem Tisch: International for­miert sich eine Gruppe der Freibluterinnen, die ihre Menstruation also nicht anders behan­deln als jede ande­re Körperflüssigkeit auch. Gemäß der Viele-Welten-Theorie haben wir alle sehr viel Pech gehabt.

Mit etwas Glück wer­den wir aus die­ser Zwangslage bald von Saudi-Arabien befreit, das sich ato­mar ver­stär­ken möch­te. Die USA beschäf­ti­gen sich bis dahin mit den wirk­lich gro­ßen Sorgen: Ted Cruz warnt vor Weltraumpiraten, Weltraumpiraten war­nen ihrer­seits vor Ted Cruz. Währenddessen probt die Berliner Abteilung der SPD-Jugend den Ernstfall für nach der Wahl: Nach der Machtergreifung wird geknüp­pelt. Hach, fast wie früher!

Nach einem Musik ver­ach­ten­den Wochenende wie dem, das hin­ter uns liegt, ist doch sicher­lich jeder froh über ein biss­chen gute Beschallung, nicht wahr? Alsdann!

Guten Morgen.

Nerdkrams
Kurz gefragt zum Linux Presentation Day

Wie man aus einem Werkzeug eine Religion machen kann, erklärt bei­spiel­haft die Braunschweiger Linux User Group (allein der Name schon!):

All dies gehört zu dem Konzept des Linux-Presentation-Day, dem Besucher die Möglichkeit zu bie­ten Linux ken­nen­zu­ler­nen, es ‚anzu­fas­sen‘, also zu erle­ben, und sich mit sei­nen Fragen an erfah­re­ne Linux-Anwender zu wenden.

Haben die etwa kei­ne Plattensammlung?

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Mehr Geschlechtsidentitäre in den Bundestag!

(Apropos Feminismus:)

Dass der Kompetenzanteil in die­ser Wahlperiode gestie­gen ist, hat­te Bundestagsabgeordnete aus den Fraktionen alar­miert. (…) Bei einem Treffen am Donnerstagnachmittag ver­stän­dig­ten sich die Abgeordneten nach Informationen des „Tagesspiegel“ dar­auf, für die Einrichtung einer Kommission des Bundestags zu wer­ben. Diese soll das Ziel haben, den Kompetenzanteil im Parlament zu sen­ken – und noch in die­ser Wahlperiode ein Ergebnis vorlegen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Feminismus von der Stange

Gute Nachrichten, wenn­gleich schon etwas älter: Der Feminismus hat end­gül­tig gewon­nen und die größ­te Ungerechtigkeit zwi­schen den Geschlechtern besiegt! Wie? Nein, nicht die unter­schied­li­che Lebenserwartung, die Menstruation oder die Homo- und Heterosexualität (denn wenig kann unge­rech­ter sein als ein gan­zes Geschlecht nicht für die Begattung zu berück­sich­ti­gen): Hannoveraner Herrenfahrradpiktogramme natürlich!

Es ist ein unge­wöhn­li­ches Bild: Ein Mitarbeiter einer Baumfirma, der gera­de ein Fahrradpiktogramm auf einer Straße in Limmer auf­ge­bracht hat, kratzt das Oberrohr der Fahrrad-Abbildung wie­der her­aus. (…) Mit der Extra-Arbeit will die Stadt ver­hin­dern, dass sich ein Geschlecht dis­kri­mi­niert fühlt.

Endlich hat die­se Frauen ver­ach­ten­de Abbilderei von sti­li­sier­ten Fahrrädern mit Oberrohr ein Ende! :motz:

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 16. Mai 2019

Wasser pre­di­gen, Wein sau­fen: Die Mainzer Piratenpartei hängt mit dem Auto in der city Plakate auf, auf denen steht, man for­de­re eine auto­freie city.


Nun ist es nicht so, dass die kon­kur­rie­ren­de „Satire“-Partei mit den wit­zi­gen NSDAP-Anspielungen von der feh­len­den poli­ti­schen Weitsicht eines klei­nen Piratenverbandes pro­fi­tie­ren könn­te und soll­te: Die Spaßpartei „Die Partei“ zeigt sich (…) offen homo­phob, Spaß muss halt sein.


Noch was zu Parteien? Na gut: SPD-Abgeordnete Saskia Esken teilt mit, eine Sperre auf Twitter beein­träch­tig­te ihre Arbeitsfähigkeit. Mehr möch­te ich über die SPD’sche Auffassung von poli­ti­scher Arbeit nicht unbe­dingt lesen müssen.


Was pas­siert eigent­lich, wenn es kei­nen ver­pflich­ten­den Computerführerschein gibt und also auch weni­ger begab­te Menschen Software instal­lie­ren dür­fen? Sie mie­ten Programme, statt sie zu kau­fen, und dann nimmt Adobe sie ihnen weg. Denjenigen, die anneh­men, sie wären von sol­chen Vorkommnissen nicht betrof­fen, weil sie immer alles kau­fen, nur Musik nicht: Eben.


Minderjährige, die wäh­len, sau­fen oder gar Auto fah­ren möch­ten, wer­den in Deutschland kaum geför­dert. Dafür habe ich vol­les Verständnis - das ist immer­hin gefähr­lich. Die Zeit, die sie also nicht auf dem Weg zur Wahlkabine sau­fend hin­term Steuer ver­brin­gen, kön­nen Sechzehnjährige sowie­so viel bes­ser da ver­brin­gen, wo sie eine wert­vol­le Ergänzung dar­stel­len: An der Waffe. :ja:

In den NachrichtenNerdkrams
WhatsApp: Wenigstens nur die Regierung!

Beruhigend auch:

WhatsApp lei­det an einer Sicherheitslücke (CVE-2019-3568), die Unbefugten Fernzugriff auf das jewei­li­ge Gerät erlaubt. (…) Laut New York Times steht die israe­li­sche Firma NSO unter Verdacht, die ein­schlä­gi­ge Spyware pro­gram­miert zu haben. (…) NSO gibt an, die eige­nen Produkte nur an Regierungen zu lizen­zie­ren und selbst kei­ne Angriffsziele auszuwählen.

Und wer hat schon Angst vor sei­ner Regierung? :ja:

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz ange­merkt zu #twit­ter­sperrt

Wenn sich die­je­ni­ge Partei, die mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz, dem Staatstrojaner, den Uploadfiltern und wei­te­ren Unverschämtheiten allein in den ver­gan­ge­nen paar Jahren mehr­fach unter Beweis gestellt hat, dass sie an einem Internet, das nicht der ver­netz­ten Version eines Polizeistaats ähnelt, über­haupt kein Interesse hat, jetzt quer­me­di­al mit einem eigens erson­ne­nen, im Vergleich mit son­sti­gen vir­tu­el­len Auswürfen aus der eige­nen Öffentlichkeitsarbeit sogar erstaun­lich grif­fi­gen hash­tag dar­über empört, dass Algorithmen, die offen­sicht­lich vor allem die Anzahl an und nicht etwa die Qualität der sowohl berech­tig­ten als auch unbe­rech­tig­ten Petzereien aus­wer­ten, was den Anhängern die­ser Partei auch heu­te noch ein will­kom­me­nes Mittel zu sein scheint, wit­zi­ge Satire - etwa die, dass die Bösen, hihi, ihren Wahlzettel, haha­ha, unter­schrei­ben müss­ten - nicht von Hassrede und fake news unter­schei­den kön­nen, als hät­ten Politiker auf­grund ihrer Rolle als über­be­zahl­te Ignoranten ein Recht dar­auf, auf pri­vat geführ­ten „Plattformen“ Stuss zu schrei­ben, dann wäre das eigent­lich ein Grund zur Hoffnung, denn es könn­te dazu füh­ren, dass sich ihr Interesse an einer digi­ta­len Zukunft unter dem Eindruck eige­ner Schmerzen erst­mals zum Liberalen ver­schiebt; lei­der ist’s aber die SPD, und sie ist im Wahlkampfmodus - weder scheint jeg­li­che inhalt­li­che Hoffnung da ange­mes­sen noch wäre Mitleid angebracht.

In den NachrichtenMontagsmusik
MoRkObOt - Kogromot // Schenken wir Berlin doch den Chinesen!

Wie, Montag‽Es ist Montag. Die Demonstration der ablei­sti­schen nie­der­säch­si­schen Polizeigesetzeskritiker lief wie erwar­tet ab: Die Polizei Hannover freu­te sich auf Twitter, dass nur drei­mal das Sprengstoffgesetz miss­ach­tet wor­den zu sein scheint. Mit einem schär­fe­ren Polizeigesetz wäre das viel­leicht in Zukunft auf kein­mal zu redu­zie­ren, inso­fern war die Zündelei viel­leicht nicht unbe­dingt zweckdienlich.

Apropos Polizeigesetz: Ich wür­de wirk­lich gern damit auf­hö­ren kön­nen, mich über die „Linken“ lustig zu machen, so lan­ge die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU/CSU ihre Aggression gegen ele­men­ta­re Bürgerrechte kon­se­quent fort­führt. Leider ist die rechts­po­pu­li­sti­sche CDU/CSU nicht dumm genug, ihren wider­li­chen Mist in zitier­ba­re Medien schrei­ben zu las­sen, obwohl sie von Verlagen doch enorm viel zu hal­ten scheint. Schade. Stattdessen teilt der „Tagesspiegel“ mit, die frau­en­quo­tier­te Vorsitzende der „Linken“ habe fest­ge­stellt, Berlin - die Stadt, in der Gesellschaft und Wirtschaft glei­cher­ma­ßen maro­de sind - zei­ge, „dass eine ‚Radikalisierung nach links‘ gelin­gen kön­ne.“ Kann ich 1989 noch mal sehen? - Angesichts der Sorge vor einer wirt­schaft­li­chen Stärke des Staates China wäre viel­leicht allen Seiten gehol­fen, schenk­ten wir Berlin ein­fach den Chinesen. Ich bin davon über­zeugt, dass nahe­zu alle Probleme der Stadt dann bin­nen weni­ger Monate gelöst sein werden.

Aus der Welt der Technik: Der Google-Vorsitzende, mit­hin Erfüllungsgehilfe des Weltmarktführers in ver­fol­gen­der Onlinereklame, fin­det, Privatsphäre soll­te bezahl­bar sein. Fast hät­te ich vor Lachen das Cybern vergessen.

Heute brau­che ich ein biss­chen Krach und ihr kriegt auch welchen.

MoRkObOt - „Kogromot“

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Terrorbutterbrote in Niedersachsen und Bremen

Ist man hin­rei­chend stark und ver­fügt über genü­gend Fantasie, so erkennt man sicher­lich in den mei­sten Gegenständen eine mög­li­che Waffe. Selbst schar­fe Kanten sind oft schnell her­ge­stellt. Damit ist es auch als wenig klu­ge Idee zu begrei­fen, alles, was eine Waffe sein kann, als Gefahr einzustufen.

Und weil die Idee so dumm ist, haben die bei­den SPD-geführ­ten Bundesländer Niedersachsen und Bremen dar­aus einen Gesetzesentwurf gemacht:

Auf bundesrat.de teil­te die Länderkammer mit, dass Springmesser und fest­ste­hen­de Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern nach Forderung der Antragsteller künf­tig gar nicht mehr in der Öffentlichkeit mit­ge­führt wer­den dürfen.

Ich möch­te der Vermutung, dass auch ein weni­ger als sechs Zentimeter lan­ges Messer emp­find­li­che Schäden an einem Körper hin­ter­las­sen kön­nen, hier gar nicht mehr Raum ein­räu­men als not­wen­dig. Auch den offen­sicht­li­chen Hinweis dar­auf, dass damit öffent­li­ches Butterbrotschmieren unter Strafe ste­hen wird, las­se ich bei­sei­te, denn man­che Butterbrote möch­te man im vol­len Verkehrsmittel im hei­ßen Sommer wirk­lich lie­ber ver­bo­ten sehen.

Aber wäre es nicht ins­ge­samt kosten­gün­sti­ger, man ver­bö­te ein­fach das Umbringen von Menschen?

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Raketkanon - RKTKN #2

Raketkanon - RKTKN #2: CoverbildLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Aus Belgien drängt die Gruppe Raketkanon auf Beachtung und die­se will ich ihr gewäh­ren. Bisher hat sie drei Studioalben namens „RKTKN #1“, „RKTKN #2“ und „RKTKN #3“ ver­öf­fent­licht, letz­te­res erst 2019. Auf mei­ner Jahresbestenliste wird es ver­mut­lich nicht vor­kom­men; nicht, weil es nicht gut wäre, son­dern, weil ich hier statt­des­sen aus­führ­lich über sei­nen Vorgänger (Amazon.de, TIDAL) refe­rie­ren möch­te, von dem sich „RKTKN #3“ sti­li­stisch ins­be­son­de­re dadurch unter­schei­det, dass die Band auf ihm eine merk­li­che Hinwendung zur Indie-Rock-Elektronik voll­zieht, was ich für etwas weni­ger gelun­gen hal­te. Schade eigentlich.

Die Lieder auf Alben von Raketkanon hei­ßen nor­ma­ler­wei­se so wie Menschen mit Vornamen hei­ßen. Auf „RKTKN #2“ fin­de ich aber auch ein Lied namens „Nico Van Der Eeken“, was ent­we­der ein sehr umständ­li­cher Vorname oder etwas völ­lig ande­res ist. Es sei Raketkanon ver­zie­hen, dass sie mit deut­schen Namen nicht umge­hen kön­nen: Das letz­te Lied heißt „Hanz“.

Gleichzeitig ist es mit über neun Minuten Laufzeit das läng­ste Stück auf dem Album und auch das unge­wöhn­lich­ste, gewährt es doch der blub­bern­den und zir­pen­den Elektronik mehr Raum als es der bis­he­ri­ge Teil des Albums ver­hieß. Das geht ver­mut­lich als Doom durch. Oder als Postrock. Völlig egal, wir sind ja zum Spaß hier.

Das schlägt sich auch in der Musik nie­der: Progressive Metal, Sludge, Noiserock - so weit die Beschreibungen aus dem Internet. Mitunter mei­ne ich Mike Patton sin­gen zu hören, es ist aber auch nur der spä­te­stens jetzt beein­drucken­de Pieter-Paul Devos. In „Harald“ ertönt im Hintergrund ein merk­wür­di­ges Jammern. Ich bin’s nicht, ich emp­fin­de hin­rei­chend viel Vergnügen. In Deutschland waren Raketkanon zuletzt 2015 live zu sehen, aber das soll­te man viel­leicht mal im Auge behalten.

Hiermit jeden­falls bis auf Weiteres empfohlen.

In den NachrichtenMusik
Vinyl 3 (5): Greta wür­de Platten kaufen.

Ich hal­te von der eher lästi­gen „Bewegung“, die frei­tags so tut, als wäre ihr das Klima wich­tig, so lan­ge sie nicht im Flugzeug in den war­men Süden sitzt, bekannt­lich nur das Nötigste. Mitunter rät man mir, nicht so nega­tiv an die mei­sten Dinge her­an­zu­tre­ten, wes­halb ich die­se Gelegenheit nut­ze, um die Rettung des Klimas aus­drück­lich gutzuheißen. 

Und zwar, indem man die Finger von Leihmusik lässt und wei­se kauft:

Der CO2-Ausstoß (von Streaming, A.d.V.) liegt deut­lich über dem aus frü­he­ren Zeiten – und zwar sogar ver­gli­chen mit den Boomphasen des Vinyl- und CD-Verkaufs.

Wer die Natur schüt­zen will, dem sei von Spotify abge­ra­ten. Vinylplatten - ich schwärm­te davon - zei­gen nicht nur die Liebe zu Musik, son­dern auch die zum Planeten. Ein Baummörder ist, wer für Streaming bezahlt. Naturschutz geht uns alle an. :ja:


Und dann war da noch die „Großdemo“ gegen das nie­der­säch­si­sche Polizeigesetz, auf der sich die grü­ne Jugend „Ableismus“ ver­bit­tet, aber selbst­ver­ständ­lich mehr­fach dar­auf hin­weist, dass dort gegan­gen wer­den soll. Hoffentlich bekommt die grü­ne Jugend dort einen Platzverweis.

In den NachrichtenMusik
„Aus Deutschhausen, bit­te sehr!“

Da, da, da in Berlin, der Stadt mit den Drogenständen, zeig­te sich Bodo Ramelow atem­los und hyper-hyper-ven­ti­lier­te in die Mikrofone der „Rheinischen Post“ hinein:

„Ich sin­ge die drit­te Strophe unse­rer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht aus­blen­den“, sag­te der Linke-Politiker der „Rheinischen Post“.

Ich möch­te nicht der­je­ni­ge sein müs­sen, der sich am Fenster mit Bodo Ramelow dar­über unter­hält, dass die deut­sche Nationalhymne - jahr­zehn­te­lang feh­lend - bereits seit 1991 ledig­lich aus einer ein­zi­gen Strophe besteht und das drei­stro­phi­ge Lied, aus der die­se stammt, sich nor­ma­ler­wei­se kei­ner all­zu gro­ßen Beliebtheit mehr erfreut. Vermuten möch­te ich hin­ge­gen, dass ein 1956 gebo­re­ner Politiker, der ange­hörs der deut­schen Nationalhymne vor dem gei­sti­gen Auge Militaristen mar­schie­ren sieht, viel­leicht mal mit medi­zi­ni­schem Fachpersonal und nicht unbe­dingt mit der Presse dar­über spre­chen sollte.

Weiter:

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall wür­den vie­le Ostdeutsche die Hymne nicht mit­sin­gen, sag­te Ramelow weiter.

Die geschei­ter­te Integration der Ostdeutschen in die Kultur unse­res west­li­chen Abendlandes zeigt klar das Versagen der kohl­schen Bundesregierung. Es gibt meh­re­re mög­li­che Reaktionen auf die­se Feststellung, Bodo Ramelow ent­schloss sich zu dieser:

„Ich wür­de mir wün­schen, dass wir eine wirk­lich gemein­sa­me Nationalhymne hät­ten. Bisher hat die­ser Wunsch lei­der immer nur für empör­te Aufregung gesorgt.“ Er plä­dier­te für einen neu­en Text, „der so ein­gän­gig ist, dass sich alle damit iden­ti­fi­zie­ren kön­nen und sagen: Das ist meins“.

Welcher Text aber ver­bin­det die mei­sten Deutschen unab­hän­gig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Wohnort, sozia­ler Stellung und Weltanschauung mit­ein­an­der und ist dabei so ein­gän­gig, dass sich alle von ihnen damit iden­ti­fi­zie­ren kön­nen? Ich habe lan­ge über­legt und Ideen ver­wor­fen, aber nach Abwägung aller Interessenskonflikte mei­ne ich die Antwort gefun­den zu haben:

Kraftwerk Autobahn full

Ich wei­ge­re mich, die­se Idee nicht gran­di­os zu fin­den. Endlich machen Staatsbesuche wie­der Spaß!