Archiv für die Kategorie ‘Piratenpartei’.

Arrrrrrrrrrrrrrrrr!

In den NachrichtenPiratenparteiPolitik
Das Wesen einer Wahl: Ralf Stegner und die Piratenpartei treffen sich im Schulzbus

„Wahl, die: Entscheidung zwischen zwei oder mehr Möglichkeiten, Dingen, Personen, Auswahl“
Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache


Am vergangenen Sonntag trat Martin Schulz, dessen Beliebtheit wohl nur damit zu erklären ist, dass er wahlweise nicht Angela Merkel oder nicht Sigmar Gabriel ist, mit 605 von 605 möglichen Delegiertenstimmen letzteres Herrn Nachfolge an der Spitze der ehemaligen Arbeiter- und heutigen Arbeitgeberpartei SPD an. Medial wurde das breitflächig so oder ähnlich dargestellt:

Ein Bundesparteitag wählte den 61-Jährigen in Berlin ohne Gegenstimme zum Nachfolger von Sigmar Gabriel. Es ist das beste Ergebnis der Nachkriegszeit.

Lassen wir den üblichen SPIEGEL’schen Superlativknaller im zweiten Satz einmal außer Acht, denn auch vor 1945 hat dieser gleichwie heilige Martin Schulz niemals mehr als 100 Prozent irgendwelcher Stimmen bekommen, seine Partei nach 1945 in Ostdeutschland auch nur, als sie schon SED hieß, so lautet die wesentliche Information, dass die SPD abermals ihren Vorsitzenden mit einer derart überzogenen Begeisterung ausgetauscht hat, als seien die bisherigen Wahl- und Umfrageergebnisse der rechtspopulistischen SPD allein die Schuld des nunmehr im Außenministerium ein überzogenes Gehalt beziehenden ehemaligen Vorsitzenden und nicht etwa der menschenfeindlichen Politik, die von der Parteibasis mitgetragen und von Parteiministern wie Andrea Nahles und Frank-Walter Steinmeier aktiv vorangetrieben wurde und wird.

Zusätzlich aber ist hier von einer „Wahl“ die Rede. Dass das sozialdemokratische Verständnis von diesem Grundpfeiler einer Demokratie nicht das beste ist, ist spätestens seit Ende August 2006, als der damalige SPD-Vizekanzler und Minister für „Arbeit“ und „Soziales“, Franz Müntefering, postulierte, es sei „unfair“, eine Koalition an ihren Wahlversprechen zu messen, nur noch von jenen glaubwürdig zu leugnen, die zu spät geboren sind und/oder im Wahljahr für ein Medium wie „SPIEGEL ONLINE“ irgendwelche Artikel schreiben müssen.

Ja, 2017 ist wieder ein Wahljahr, ein Superwahljahr gar, und die Angst vor der AfD ist so groß, dass sich sogar das ehemalige Fachmagazin „heise online“ nicht zu blöd vorkommt, in einem Artikel darauf hinzuweisen, dass die Piratenpartei auch ganz bestimmt tot ist. Die für den nächsten Schritt nötige geistige Transferleistung zu erbringen wäre, zugegeben, für den durchschnittlichen Internetjournalisten auch wirklich zu viel verlangt. Aber auch sonst scheint die Piratenpartei – mit der AfD will man es sich offenkundig nicht allzu sehr verscherzen, Rechtspopulisten sind gern beisammen – gerade ein willkommenes Ziel von Leuten zu sein, denen die Demokratie nicht besonders nahe ist. Martin Schulz‘ Stellvertreter Ralf Stegner etwa pöbelte auf Twitter darüber, dass ein Mitglied der Piratenpartei („1%Partei“, Rechtschreibung wie im Original) die zahlreichen Nebeneinkünfte von Berufspolitikern als das Vollmachen von Taschen bezeichnete, weil sich so, so Ralf Stegner, sonst nur „Demokratiefeinde“ und „Rechtspopulisten“ ausdrückten, womit er offensichtlich keineswegs sich selbst meinte.

Nun entlarvt das anscheinend diffamierende Betonen der momentanen Umfragewerte der Piratenpartei, als sei eine Partei mit wenigen Stimmen plötzlich ein weniger wertvolles Mitglied des demokratischen Spektrums und als sollten ihre Mitglieder darum besser schweigen, Ralf Stegner, wenn schon nicht unbedingt als einen Rechtspopulisten, wenigstens als einen Demokratiefeind, womit er in der SPD gut aufgehoben ist. War die Kurznachricht auf Twitter womöglich gar anerkennend gemeint? Wird Twitter das jemals erfahren?

Und wer war in diesem hochdemokratischen Komplex SPD in der so genannten „Wahl“ des neuen Parteivorsitzenden eigentlich der Gegenkandidat von Martin Schulz?

In den NachrichtenMontagsmusikPiratenpartei
New Order – Crystal // #lmvnds162

Es geht doch nichts über ein belebendes WochenendeEin Blick auf den Kalender schlägt für heute den Montag vor, dabei war doch gerade noch Donnerstag. Urplötzlich bricht die Gewissheit herein, dass reflektiert-reflexartiges Politikspiel, für die Seele wird gesorgt, seinen Reiz schon immer aus der Beschäftigung mit dem Dissens zog, weshalb es den Dissens erneut zur Maxime zu erheben galt. Bis einer heult oder wenigstens trinkt. Die Eulenspiegelei als Chance zu begreifen flößt, sláinte!, den Lebenssaft ein, als wäre es gestern gewesen. Wer liest schon Parteiprogramme? Wertdiskussionen zwischen Wertefreien können etwas Würze gelegentlich gebrauchen.

Wenn schon der Rest der Welt gleichermaßen mitspinnt: Elektroautos sollen Geräusche machen, damit doofe Fußgänger weniger oft überrascht und überfahren werden. Verpflichten wir sie doch auch gleich dazu, Benzin zu verbrauchen, damit ein fehlerhafter Akku weniger Schaden anrichtet! Man könnte es dann normales Auto nennen. Andererseits: Was ist schon noch normal? Eure Kopfhörer können euch belauschen, also redet besser künftig etwas leiser mit ihnen.

(Um nur nicht den „Ausgefidelt“-Witz zum aberdutzendsten Mal zu machen -) Eben noch quietschfidel, jetzt schon verklärt; oder aber auch: „Moralische Reinheit, dieses ewige Thema in diesem Spektrum, die kann man einem freundlicherweise auch nur andichten – denn die Realität erlaubt einem solche Kopfgeburten nicht.“

Beziehungsweise: New Order, weil man vor lauter Politik und Gedöns mal wieder das (meinten Sie: die?) Wichtigste, natürlich, vergessen hat.

New Order – Crystal [OFFICIAL MUSIC VIDEO]

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusikPiratenpartei
In aller Kürze: GEMA zu Hause, du alte Scheiße.

Da ganz Deutschland sich derzeit über den – mit etwas Pech – kommenden Bundespräsidenten Steineimer amüsiert, geht beinahe das wirklich Interessante im Rauschen unter: Die Bereicherung an geistigem Eigentum Dritter durch GEMA und Musikverlage ist illegal. Ich wiederhole: Die Bereicherung an geistigem Eigentum Dritter durch GEMA und Musikverlage ist illegal.

Nicht mal die Piratenpartei kann man mehr für unzurechnungsfähig halten. :motz:

In den NachrichtenNerdkramsPiratenpartei
Liegengebliebenes vom 23. September 2016

Was ist besser – Ruby oder Python? Das kommt ganz darauf an.


Google hat einen neuen Spionagemessenger veröffentlicht. Wir sind alle recht überrascht und ein Stück weit betroffen.


Ist das vom „Postillon“? Nein, von „SPIEGEL ONLINE“: Die SPD steckt im Umfragetief, Arbeitsministerin Nahles will nun verstärkt auf soziale Gerechtigkeit setzen.


Schönes Fundstück auch: Blitz und Donner dem Kapitalismus, besuchen Sie uns auf Facebook!


Deutsch/Medien, Medien/Deutsch: Der Rücktritt eines Landesparteivorsitzenden nach einer verlorenen Wahl heißt „Erosion“.


Drei Tage vor seinem Übertritt zu den Brandenburger Grünen tönte der ehemalige Vorsitzende der Berliner Piratenpartei, er sehe das Ausscheiden aus dem Abgeordnetenhaus als Chance, jetzt außerparlamentarisch noch bessere Piratenpolitik zu machen. Meinen herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an die Brandenburger Grünen zu ihrem moralisch integren Neuzugang. Selten habe ich einen geeigneteren Grünen gesehen.


Dazu auch und abschließend: Hadmut Danisch berichtet von Julia „Bomber Harris, Feuer frei!“ Schramms Facebookbeitrag, in dem sie die Piratenpartei als gefährlich für das menschliche Miteinander ihrer Mitglieder bezeichnet. Es ist schön, dass auch Julia Schramm – inzwischen, wie auch das Gros der ehemaligen Berliner Linkspiraten, bei der „Linken“ – eine humanistische Seite zu haben scheint, es ist nur etwas schade, dass sie die Transferleistung nicht erbringt.

In den NachrichtenPiratenpartei
Marina Weisbands Links-Rechts-Schema in den Grenzen von 1990

Wie wenig der Piratenpartei übrigens der mittlerweile ziemlich vollständig der „Linken“ angehörende „progressive Flügel“ fehlt, macht Marina „wer?“ Weisband, ehemals „die schöne Piratin“ (Quatschmedien) beziehungsweise vor einigen Jahren durch Informationen wie „Unser Ziel ist es, uns selbst überflüssig zu machen“ aufgefallene politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, in ausgerechnet dem „SPIEGEL“ deutlich:

Laut Weisband ist der progressive Flügel aus der Partei vertrieben worden, nun seien dort nur noch viele konservative Menschen, „die das Internet in den Grenzen von 1990 wollen“.

Denn genau das, „das Internet“ in „Grenzen“, ist es nicht, was diejenigen Mitglieder der Piratenpartei, die sich nicht gerade durch halbnackte Selbstdarstellung in Boulevardmedien hervortun, eigentlich politisch wollen; stattdessen eines ohne jegliche Grenzen, nur eben auch ohne ideologisch motivierte Kompromisse und ohne den Kampf gegen Rechts mit allen Mitteln als politische Maxime, aber warum sollte der „SPIEGEL“ auch jemanden fragen, der immer noch dabei ist? Das wäre ja Journalismus und dafür werden die ja eher nicht bezahlt. Beim Grundgesetz sind wir konservativ.

Obwohl ich das Internet in den Grenzen von 1990 (keine Durchkommerzialisierung, keine penetranten Werbeflächen, keine gewaltigen Sicherheitsprobleme, keine Essensfotoportale und vor allem kein „SPIEGEL ONLINE“) durchaus befürworten würde.

MontagsmusikPiratenparteiPolitik
Red Bazar – Paragon // Von Linken und Schiffern

Warm hier heute, finden Sie nicht?Es ist Montag, Tag 1 nach der friedlichen Explosion inmitten sonnigsten Wetters, das selbst den Mond blendete. Die Piratenpartei hat vieles komplizierter gemacht. Patrick wer? Na, Schiffer! Wie in Claudia Schiffer! Welch treffender Name für einen Piratenkapitän, welch bedeutsame Verwandtschaft. Kann ja nur gut werden mit so einer Cousine, sonst wäre das medial gar kein Thema, nicht wahr? Nichts könnte mich dazu bringen, einem einzigen, erst recht nicht so vielen seriösen Journalisten vorzuwerfen, er wäre mehr an solchem Firlefanz als an Politik interessiert. Das wäre doch auch wirklich unangebracht von mir. – Gab es denn auch Politik? Immerhin: Forschungsanstrengungen zur friedlichen Nutzung der Kernfusion sind sinnvoll. Zur Hölle mit den Hippies.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag lässt wissen, dass die CDU/CSU keinesfalls eine linke Partei zu sein beabsichtigt. Das ist nun sicherlich sehr überraschend und auch ein wenig enttäuschend für ihr linksautonomes Wählerklientel. Mindestens genau so überrascht ist mal wieder die Onlineredaktion des heise-Verlags, die panisch vermeldete, dass Passwörter, die ihr auf den Computern fremder Leute (in der so genannten „Cloud“) ablegt, möglicherweise gar nicht so gut versteckt sind, dass da niemand reingucken kann. Aber ist ja so praktisch, das alles.

Man kann sich das Leben aber, statt einfacher, auch deutlich schwerer machen, zum Beispiel, indem man seine sexuellen Vorlieben zum Politikum macht: „Derzeit werden die LGBT-Rechte von einer Kopfgeburt aus der Rechtsabteilung von Anti-LGBT-Gruppen attackiert“, gut, andere Menschen finden ja auch Lokomotiven interessant. So lange die offensichtlich bedeutsamen gesellschaftlichen Probleme in den USA so aussehen, hat die Welt zumindest nicht zu befürchten, dass es noch schlimmer wird.

Machen wir sie doch so lange ein bisschen besser, zum Beispiel mit Musik.

Guten Morgen.

PersönlichesPiratenpartei
#bpt162

Was macht eigentlich die Piratenpartei?

AG Single Malt

In den NachrichtenPiratenpartei
Nicht links, nicht rechts, sondern stolz auf einen Zufall

Am kommenden Wochenende findet in München der alljährliche „Christopher Street Day“, eine merkwürdige Übersetzung der anglophonen „Gay-Pride“-Veranstaltungen, statt, anlässlich dessen homo-, bi- und transsexuelle Menschen die Straßen säumen und sich darüber freuen, nicht heterosexuell zu sein, jubelnd begleitet von Teilen der linken Szene, denn selbstverständlich sind Stolz auf das Heimatland, Stolz auf die Hautfarbe und Stolz auf das Geschlecht völlig deplatziert, denn auf etwas, was man nicht selbst erreicht hat, stolz zu sein ist mindestens dämlich, aber gay pride ist natürlich etwas völlig anderes, denn bekanntlich ist die sexuelle Orientierung immer eine bewusste Entscheidung, auf die man zu Recht stolz sein kann.

Dabei kommt das zweitägige Spektakel zu einer Zeit, in der es eigentlich nicht viel zu feiern gibt: Jakob Augstein („SPIEGEL ONLINE“) verwechselt Populismus – wer nicht Populist ist, kann kein erfolgreicher Politiker sein – mit Demagogie und ganz Twitter einschließlich Anhängern der rechtspopulistischen SPD stimmt unbelesen zu. Der „Brexit“ ist insbesondere an der Börse überwunden und gerät allmählich wieder in Vergessenheit, die Empörungsspanne des durchschnittlichen Bürgers beträgt nur wenige Tage und Schlandball ist trotz großem Getöse, dass man doch als klarer Sieger verloren habe, auch vorbei, das geht eben gerade vor. In den USA finden immer noch ständig Schießereien statt, wie gewohnt macht jedoch niemand, der eine politische Entscheidung treffen könnte, das Recht auf Waffenbesitz dafür verantwortlich, denn die Waffenhersteller zahlen gut, sondern den Rassismus, denn Rassisten zahlen nicht ganz so gut. In Deutschland ist derweil die Beweislastumkehr für Vergewaltigung zum Gesetz gemacht, der Bundesnachrichtendienst ermächtigt und die Nato noch etwas aggressiver geworden.

Das wären ja prima Voraussetzungen für die Piratenpartei, ihre eigentliche Wichtigkeit mal wieder ins Gespräch zu bringen. Und tatsächlich gibt es von der bayrischen Piratenpartei schon heute ein öffentlich sichtbares Bekenntnis zu den staatenübergreifenden Grundwerten, die die Piratenpartei stets zusammengehalten hat und die in diesen Tagen so wichtig geworden sind wie seit langem nicht mehr:

Sexuelle Vielfalt und Fußball.

Münchner Allianz Arena strahlt zum #CSD ab 21:30.

Das ist ja auch mal ganz schön.

Mir wird geschlechtPersönlichesPiratenpartei
Für den Seelenfrieden: 140 Zeichen Diskussionskultur

(Vorbemerkung: Aus aktuellem Anlass muss ich mich leider doch noch mal über das Verhalten von Mitgliedern der Piratenpartei wundern. Pardon!)

Manchmal bin ich doch überrascht von mir selbst.

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Liegengebliebenes vom 7. April 2016

Immer diese proamerikanischen Propagandistensender!!1

Eurozentristisch mit einem starken Hang zu US-liebedienerischer Darstellung, regierungsfromm mit Blick auf Berlin, antirussisch und antichinesisch, ignorant gegenüber geopolitischen Entwicklungen, unvollständig und tendenziös in ihren Bildern aus Lateinamerika, noch defizitärer hinsichtlich aller Afrika betreffenden Nachrichten, agitatorisch, propagandistisch und desinformativ.

Ein Skandal ist es eben nur, wenn der Iwan die Schuld trägt.


In Japan haben Tausende von Menschen am Sonntag beim alljährlichen Kanamara Matsuri («Festival des metallenen Phallus») dem männlichen Glied gehuldigt.


Leistung muss sich wieder lohnen: Die F.D.P. hat einen eigenen Dienstleister zum Twittern.


Apropos F.D.P.: Ein paar Datenwissenschaftler haben das Programm der AfD analysiert und dabei zum Einen festgestellt, dass die Partei weniger rechts ist als CDU und F.D.P., zum Anderen, dass „der Algorithmus beispielsweise bei der SPD gar keine eindeutige Aussage“ erkennt. Aus wissenschaftlicher Sicht kann die SPD also gar nicht umfallen, weil sie gar keine Themen besetzt.


Lustig: Die Universität Marburg hält Gender Studies für eine ernsthafte Wissenschaft, die es zu verteidigen gilt, die Piratenpartei Marburg fasst sich an die Stirn.


Schöne, neue Welt: Es gibt jetzt Sexsimulatoren.

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Liegengebliebenes vom 16. März 2016

Prima Schlagzeile: Madonna fällt betrunken vom Dreirad.


Hurra, wir haben jemanden umgebracht!


Was passiert eigentlich, wenn man im CDU-Land Sachsen-Anhalt von der Polizei überfahren wird? Meistens nichts, aber für eventuelle Lackschäden hat man selbst aufzukommen.


Während das Fraunhofer-Institut gemeinsam mit der BND-Tochterfirma Telekom sich mit der Erfindung besonders schlecht konzipierter Verschlüsselung schmückt, hört man sogar von der Piratenpartei wieder Sinnvolleres: Die Störerhaftung in WLANs ist eine unzulässige Regelung, befindet man am Europäischen Gerichtshof.


„SPIEGEL ONLINE“, das Fachmagazin für Politikvermeidung, zeigt sich beruhigt: Wladimir Putin hat kein Bügelbrett im Arbeitszimmer.


Beruhigende Worte schließlich auch für das Föjetong: Wer am Wochenende nicht die AfD gewählt hat, hat Angela Merkel gewählt und damit – das bleibt im Dunkeln – die Partei, die die Außengrenzen der EU vor Flüchtlingen schützt.

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Jane Getter Premonition – Surprised // Tortenpolitiker

Alles schläft, Eulchen wachtHurra, ein Schaltmontag! Nichts, was wir heute tun, wird Konsequenzen haben; um so wichtiger ist es, den Tag so zu beginnen, wie es kaum richtiger sein könnte, satt und zu zweit nämlich. Romantisch und doof wie Käuzchen und Mond.

Selbstverliebtheit überlassen wir also getrost denen, die sie verdienen. Donald Trump zum Beispiel gehe es – huch! – nur um Donald Trump, lässt Martin Klingst Leser von „ZEIT ONLINE“ wissen, schreibt aber leider nicht dran, was trotz des Überangebots an medial verwertbarer heißer Luft, die offensichtlich raus muss, einen Nicht-US-Amerikaner außer bloßer Lust am Nonsens eigentlich an dieser Wahl interessieren sollte. Als hätte das Inland nicht genug Ärger!

Andererseits ist die Kindisierung der Politik auch hier ein Problem: Beatrix von Storch mit einer Torte beworfen, haha, „getortet“, roflol, sozusagen; das Netz sitzt deswegen seit gestern im Stuhlkreis und klatscht jauchzend, denn so etwas ist gut für den politischen Diskurs: Die Frau wähl‘ ich nicht, die hat Torte im Gesicht. Hat die nicht auch irgendwas mit Ausländern gesagt? Haha, Torte! Die Piratenpartei als einstiges Sinnbild des politischen Hedonismus hat ihre Tortigkeit derweil vorübergehend ausgesetzt und das sei, so heißt es aus ihren Reihen, wahlweise schlecht oder gut für sie. Vielleicht lässt sich das mit einer Kuchenschlacht beilegen.

Was wir nun aber erst einmal beilegen, ist die Erinnerung daran, dass das Wochenende vorüber ist. Denken wir an etwas Schönes, denken wir an Musik.

Jane Getter Premonition featuring Corey Glover "Surprised" Live at the Iridium

Guten Morgen.

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Explosions In The Sky – The Only Moment We Were Alone

KnutscheulenMontag, du Ekel! Er kommt auch jede Woche früher und kälter daher, diesmal allerdings unter wirklich guten Voraussetzungen. Öfter mal was ausprobieren, zu zweit kann nichts schiefgehen. Ein angemessener Dank kennt keine Worte.

Andere Leute reden zu viel: 93 von 150 Dresdnern sind rechtsohrig. Darf man 2016 noch Witze über Dresden und Richtungen machen? Dabei sind doch „Links“ und „Rechts“ mal wieder so aktuell wie selten zuvor: 36 politisch oft weniger nützliche Angehörige des eher am linken Rand fischenden Berliner Piratenumfelds, darunter natürlich Julia Schramm, betreiben jetzt Werbung für die „LINKE“. Postwendend hätte die Berliner Piratenpartei beinahe beschlossen, für die diesjährige Neuwahl des Abgeordnetenhauses nur mehr Parteimitglieder zuzulassen, was zu erstaunlichen Diskussionen führte. Natürlich lehne man die Piratenpartei ab, aber man wolle doch trotzdem für sie antreten dürfen, das habe man doch immer schon so gemacht. So ein Futtertrog lockt eben nicht immer nur die Elfen an. Anderswo greift man zumindest zu hemdsärmeligen Lösungen: Auf AfD-Wahlwerber wird mitunter scharf geschossen. Und Ihre Demokratie so?

Ebenfalls nicht zu den Elfen gehört die Telekom: Für 20 Euro im Monat kann man sich dort von der Störerhaftung freikaufen (natürlich mit Cisco-Routern, denn mit Cisco-Routern ist es selten ein Problem, vor Gericht den Übeltäter in Filesharingfällen nachzuweisen), womit die Abschaffung der Störerhaftung wohl bis auf Weiteres politisch erschwert sein dürfte. Der befreundeten Firma T-Systems nebst Mutterkonzern macht man doch als Staat nicht das Geschäft kaputt. Es gibt noch viel zu tun.

Aber vorher: Musik. Es ist Montag, da können Herz und Hirn einen kleinen Anschubser vertragen.

Explosions In The Sky – The Only Moment We Were Alone

Guten Morgen.

Mir wird geschlechtPersönlichesPiratenpartei
Der Zusammenbruch der Hackerkultur durch den Siegeszug des Twitterfeminismus

(Vorbemerkung: Ich bin zurzeit Mitglied von CCC und Piratenpartei, hoffe aber, deswegen nicht an irgendwas die Schuld zu tragen. Es folgt, da mich einige Geschehnisse der letzten Jahre nicht ganz unbewegt lassen, ein idealistisch motivierter Aufregtext, der keinesfalls zu einer sachlichen Diskussion beitragen soll.)

Felix „Fefe“ von Leitner ist aus dem Chaos Computer Club ausgetreten. Um zu verstehen, warum das ein schlechtes Zeichen ist, ist es ratsam, die Geschichte der Hackerkultur in Deutschland einmal genauer zu betrachten.

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Jakob – Blind Them With Science

Remember, rememberEin flauschloser Montag, der davor war irgendwie schöner. Teufel, geht das immer schnell. Es wird Grippezeit, und auch die Piratenpartei hatte sich da was eingefangen: Florian „d1etpunk“ Bokor ist milde keifend ausgetreten, wie gewohnt noch im Gezeter mit „willkommen draußen“ von denen begrüßt, die es für einen Erfolg halten, politisch gescheitert zu sein. Dieser Florian Bokor war auch jener, welcher im Januar 2014 anlässlich eines Bundesparteitags fremde Flaggen hissen ließ, das Piratenschiff also gleichsam kampflos vor versammelter Mannschaft den Seeroibern, die nicht mehr einte als der Klassenkampf gegen das Böse, übergab.

Vielleicht hätte er sich vorher wenigstens ein wenig mit „seiner“ Partei beschäftigen sollen, denn das, was ihm fehlte, war nie weg. Für ein Bekenntnis zu den immer gleichen Werten aber gibt es vielleicht einfach zu wenig Applaus von den Willkommendraußens. Rum und Ähren. Evidenzbasiertes politisches Geschick ist so 2009.

Klopp lernt das Verb „to lose“, überschrieb man bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ einen Artikel über ein verlorenes Fußballspiel von Jürgen Klopps neuem Verein, dem FC Liverpool, und möglicherweise bringe ich dem zuständigen Redakteur jetzt auch mal ein neues Verb bei, nämlich „to facepalm“, und möchte das zur weiteren Interpretation einfach einmal hier herumliegen lassen. Andere Leute lassen Schlimmeres herumliegen, zum Beispiel lässt ein Herr Collins die Kunstfigur „Phil Collins“ herumliegen, während er befürchtet, jetzt doch noch cool zu werden. Immerhin scheint er trotzdem seine Musik zu kennen: „Es sind nicht nur Kritiker, denen manche meiner allgegenwärtigen Bestseller längst aus dem Hals heraushängen!“ Radiosender allerdings kriegen offensichtlich nicht genug davon. Hoffentlich bringt bald jemand ein drittes Lied raus.

Oder es spielen einfach mehr Radiosender was Anständiges. Ich hätte da einen Vorschlag.

Jakob – Blind Them With Science live@Bleach (Brighton, UK 24-04-2015)

Guten Morgen.