Archiv für die Kategorie ‘Piratenpartei’.

Arrrrrrrrrrrrrrrrr!

Piratenpartei
Kurz verlinkt: REWE muss brennen, Computer jedoch nicht.

Im Juli dieses Jahres – kurz, bevor im Hamburger Schanzenviertel unzählige Fahrzeuge und Geschäfte am kapitalistischen System Unschuldiger, deren Existenz dadurch mitunter gefährdet wurde, von ein paar ungewaschenen, saudoofen Taugenichtsen in Brand gesetzt wurden – polterte ein Depp auf der offiziellen und damit den Spiegel der Parteimeinung darstellenden Website der Piratenpartei Deutschland:

Die Polizei sucht die Auseinandersetzung, hebelt Grundrechte aus und eskaliert.

Noch am Tag darauf faselte der damalige Bundesvorsitzende und Klassenkasper Patrick Schiffer an gleicher Stelle:

Der G20-Gipfel wird von eskalierender Polizeigewalt und Einschränkungen in Presse- und Versammlungsfreiheit überschattet.

Das Eigentum Einzelner, dies lässt sich daraus folgern, spielte in der Außendarstellung keine Rolle für diese ehemals friedliebende Partei, denn im Kampf gegen Polizeigewalt (ob nun in Blogbeiträgen oder indem man in Hamburg Seife klaut) müssen Opfer nun einmal gebracht werden.

Heute wurden in Deutschland endlich diverse Wohnungen durchsucht, unter ihnen nicht nur solche von staatlich geförderten bekennenden Mitgliedern des damaligen „schwarzen Blocks“, sondern auch mindestens eine, in der ein Kommunalpolitiker der Piratenpartei Göttingen nebst Familie wohnt. Auf der Parteiwebsite heißt es hierzu aus Vorstandskreisen:

Die Polizei scheint im Zusammenhang mit der Thematik des vergangenen G20-Gipfels auf unglaubliche Weise ihre Grenzen auszutesten.

Der Durchsuchte gibt zur Sache selbst zu Protokoll:

Sie haben alles mitgenommen, meinen Bürorechner und den meiner Tochter. Die Firma ist nun handlungsunfähig. (…) Die Polizei hat unseren Betrieb und ebenso meine politische Arbeit in die Knie gezwungen – ohne Rechtsgrundlage.

Wären es stattdessen Spinner mit schwarzen Kapuzen gewesen, wäre die Rechtsgrundlage der Kampf gegen das Kapital gewesen, nehme ich an.

Piratenpartei
Neues aus der Piratenanstalt: Den Faschismus verharmlosen dank Satzungsignoranz.

Apropos Labertaschen.

Der zu jedermanns Erbauung nicht weiterhin amtierende Verwandte eines deutschen Fotomodells, der bis zum Herbst 2017 die Geschicke der Piratenpartei Deutschland mit viel Elan, aber selbst ohne Geschick zu steuern glaubte, ist mit seiner neuen Position als, wie es parteiintern heißt, Basisgurke nach eigenem Bekenntnis keineswegs unzufrieden, da er nun wieder eine Menge Zeit hat, um etwa für den kommenden Landesparteitag seines Landesverbandes Anträge mitzugestalten. Erwähnte ich, dass Basisdemokratie eine schlechte Idee ist?

Es sei angemerkt, dass der nordrhein-westfälische Landesverband der Piratenpartei seit Jahren dafür bekannt ist, sich als Brutstätte reichlich illiberaler Persönlichkeiten hervorzutun, von denen manche mit sexueller Freizügigkeit, andere mit überbordendem Feminismus und wiederum Dritte mit bekloppten Anträgen auf Parteitagen bekannt geworden sind. Für die bislang letzte, mit einem beachtlichen Verlust an die Wand gefahrene Landtagswahl dachte man sich unter dem geradezu hannoveresk lustlos „ausgedachten“ Etikett „smartgerecht“ dort gar Plakatmotive wie „Protest wählen! Keine Nazis!“ aus, denn wenn schon für konstruktive Politik keine Fachkräfte mehr zugegen sind, so findet sich sicherlich immer irgendein blöder Wähler, dem flache Gegen-irgendwas-Parolen Wahlanlass genug sind. Wenn man so will, ist Nordrhein-Westfalen aus Parteisicht das westdeutsche Brandenburg.

Weiterlesen ‘Neues aus der Piratenanstalt: Den Faschismus verharmlosen dank Satzungsignoranz.’ »

NerdkramsPiratenpartei
Suchmaschinenoptimierung dank Lesezeichenignoranz

Als ich noch ein wenig jünger und das Web noch interessant war, galt bei Gestaltern dieses Webs, zu denen zeitweise auch ich gehören wollte, allen FRAMEs zum Trotz die von Tim Berners-Lee höchstpersönlich tradierte Regel, dass es keinen ersichtlichen Grund gebe, warum coole URIs überhaupt geändert werden sollten, jedoch einige gute Gründe, die dagegen sprechen.

Zu diesen Gründen zählt, dass es durchaus denkbar ist, dass es Menschen geben könnte, die einen URI zwecks späterer Wiederverwendung in ihren Browserlesezeichen hinterlegt haben. Ändert sich dieser URI und gibt es keine serverseitige Umleitung der alten auf die neuen URIs, so laufen die Lesezeichen ins Leere, was nicht nur unpraktisch, sondern zudem oft höchst unerfreulich ist. Mit Xanadu wäre das nicht passiert.

Nun mag man es digitalen Laien noch verzeihen, wenn sie über die Folgen ihres Handelns nicht nachdenken, weil sie zum Beispiel statt Lesezeichen einfach eine Suchmaschine benutzen und alles ab Seite 2 der Ergebnisse – als seien diese unveränderlich – sie ohnehin nicht interessiert, aber solche Laien werden auch einigermaßen selten als Webentwickler eingestellt. Schwerer wiegen Verstöße bei denen, die darum bitten, sich auf das Neuland zu freuen, und sich so als diejenigen darstellen, die verstanden haben wollen, wie das Netz funktioniert: Seit der letzten Erneuerung der Website der Piratenpartei Deutschland sind wieder einmal manche alte Verweise auf Besucherseite aus SEO-Gründen kaputt. Muss man ja verstehen: Wenn man seine Seitenstruktur aus Kosmetikgründen über den Haufen wirft, dann ist es wichtig, dass zuerst einmal die großen Suchmaschinen darüber in Kenntnis gesetzt werden, denn eine politische Partei, die sich der Transparenz verschrieben zu haben behauptet, sollte zwar jederzeit ihre bisherigen Aktionen publiziert haben, aber doch nicht immer an der gleichen Stelle. Bürger langweilen sich, wenn sie nicht dauernd suchen müssen.

„Coole“ URIs werden nicht geändert? Einer der Websitetechniker sieht das so:

Ach, die alte Diskussion wieder. „Cool URLs dont change“. Jaja klar. Damals.
Wir leben aber heute und machen Webseiten für Menschen.

Denn anders als Computer wollen Menschen gar nicht, dass ihre Lesezeichen morgen noch funktionieren. Bemerkenswert ist allerdings, dass ähnlich alte Verweise auf das berüchtigte Piratenpartei-Wiki sich, Diskussionsalter hin oder her, bis heute einer bemerkenswerten Lebendigkeit erfreuen.

Wer war noch mal die Zielgruppe der Piratenpartei?

FotografiePiratenpartei
#bpt172

AnfechtBAR

Piraten nehmen Politik sehr ernst.

Piratenpartei
Medienkritik CVIII: Neuländer Würstchen

Neuland ist nicht nur ein Hamburger Stadtteil, sondern erlangte auch als geflügeltes Wort, selbst in englischsprachigen Medien zum Mem avanciert, traurige Berühmtheit, als die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel im Jahr 2013 auf einer Pressekonferenz bekanntgab, das Internet sei für uns alle eben dies, nämlich Neuland. Es dauerte lediglich vier Jahre, bis die quirlige Piratenpartei, für die das Internet in ihrer Gründungszeit Motor und nicht Wüste war, sich von diesem Schock erholt hatte und eine Antwort auf diese Anmaßung fand. Seitdem beeilt sich die Partei, der die Netzpolitiker mittlerweile weitgehend abhanden gekommen sind, die verpasste Außendarstellung nachzuholen (es ist Wahljahr, da darf man auch mal politisch wirken), und erzielt damit ungefähr den Erfolg, der abzusehen war.

Weiterlesen ‘Medienkritik CVIII: Neuländer Würstchen’ »

PersönlichesPiratenpartei
Warum Basisdemokratie kein Blankoscheck sein darf

Davon, dass die zeitliche Nähe zwischen dem Niedergang der Hackerkultur und dem gesellschaftlichen Aufstieg von Leuten, deren wesentliches Interesse der Neudefinition ihres Geschlechts gilt, war hier bereits 2016 die Rede, ich stellte hierfür einen Zusammenhang zwischen dem Chaos Computer Club und der Piratenpartei her, wobei ich insbesondere die Folgen für ersteren Verein thematisierte. Aus aktuellem Anlass möchte ich heute einmal die andere Seite geringfügig genauer beleuchten.

Es gibt nämlich gute Gründe, dass es mehrere Parteien gibt, und diese liegen nicht nur darin, dass die Existenz nur einer Partei dem jedenfalls papiernen Anspruch der Repräsentation des ganzen heterogenen Volks zuwiderliefe, weswegen im Übrigen auch eine prozentuale „Hürde“ für den Einstieg in irgendein Parlament meiner Auffassung von Volksvertretung nicht entspricht. Es gibt, bewusst griffig verkürzt, mit den „Grünen“ eine Ökopartei, es gibt mit der SPD eine ehemalige Arbeiterpartei, es gibt eine BGE-Partei dieses Namens, es gibt eine erschreckend apolitische „Partei“ namens PARTEI, es gibt mit der „Union“ sogar zwei Parteien für den politisch apathischen Durchschnittsbürger; es gibt außerdem eine Partei, die sich für netzpolitische Belange einzusetzen pflegte, und ihr Name ist Piratenpartei.

Die Piratenpartei, aufgebaut in und dank der Annahme, jeder Beitrag sei eine große Hilfe bei der Umsetzung der politischen Pläne, was später als „Basisdemokratie“ zusammengefasst wurde, kämpfte überzeugend dafür, dass die Belange derer, die 2017 kollektiv beleidigend als „die Netzgemeinde“ bezeichnet werden, als sei das Netz eine abweichlerfreie Sekte und kein Kommunikationsmedium, eine größere Rolle in der Bundespolitik spielen sollten. Bedauerlicherweise wurde die Bereitschaft, keinen am Thema Interessierten abzuweisen, bald dergestalt fehlinterpretiert, dass davon ausgegangen wurde, dass jede noch so bescheuerte Idee, der in anderen Parteien nicht genug zugehört wurde, bei der Piratenpartei gut aufgehoben sei, von Kernkraftkritik über Radikalfeminismus bis hin zum leistungslosen Gratisgeld („BGE“).

Dass das klare und von allen anderen deutschen Parteien weit entfernte, somit einmalige Profil der Partei, die sich für eine politische Integration des Internets in gesellschaftliche Fragen einsetzt, seit 2011 zusehends mehr verwässert wurde, ist Teil des Problems, dessen Folgen sich in perverser Gesetzgebung und Vermehrung von Überwachungsmechanismen zeigen, und es gibt gute Gründe, daran denjenigen eine persönliche Schuld zu geben, die den Unterschied zwischen der Hilfe beim Aufbau einer schlagkräftigen Parteibasis und der Möglichkeit, seine eigene Agenda zu publizieren, nicht verstanden haben.

Ich erkläre das Problem einmal mit einer Analogie: Nehmen wir an, es gibt jemanden, der zu Hause „kein Internet“ hat und dessen Hobbys Rübenzucht und Taubenjagd sind. Welche Partei vertritt seine persönlichen Interessen am besten, in welcher würde er sich willkommen fühlen und gar mit seiner Expertise diese Partei voranbringen? In einer netzpolitischen, einer wirtschaftsorientierten gar?

Eine Partei, man verzeihe mir den Zirkelschluss, heißt Partei, weil sie Partei für eine bestimmte Gruppe (ihre Klientel, ihre Stammwählerschaft eben) ergreift, nicht aber zwangsläufig für jeden geistigen Totalausfall, der gerade was sagen will. Offene Arme für jeden Fantasten haben schon ganz andere Projekte als bloß eine Partei zerstört. Wenn jemand offensichtlich völlig andere politische Vorstellungen als ich selbst habe, dann nehme ich das zur Kenntnis, weiß aber auch, dass ein Konsens nicht funktionieren kann, weshalb ich diesen Jemand auch nicht „einzubinden“ und „teilhaben“ zu lassen versuche. Es ist ein gewaltiger Fehler, als Partei anzunehmen, dass jeder Knallkopf Gehör finden sollte, wofür Zeit geopfert werden müsste, die stattdessen auch in sinnvollere Tätigkeiten, zum Beispiel für den Kampf für anständige Netzpolitik, investiert werden könnte. Parteien sind keine Buchklubs.

Die Piratenpartei – Offenlegung: noch immer mit meiner Mitgliedschaft ausgestattet – ist konzeptionell eine netzpolitische Partei, zusammengesetzt zweifellos aus Menschen verschiedenster Art. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Wer jedoch zwar vor vielfältigen Ideen nur so überschäumt, jedoch keinerlei Interesse an einer modernen Netz- oder wenigstens Urheberrechtspolitik hat, der ist in einer politischen, innerparteilichen Diskussion mit mir persönlich nicht willkommen, weil er anders als diejenigen, die wenigstens in den Themen, die der Piratenpartei überhaupt einen Grund zum Fortbestand verleihen, eine diskussionswürdige Meinung vertreten, lediglich ein Klotz am Bein wäre, denn er hat zur Umsetzung der Ziele, für die diese Partei überhaupt existiert, nichts beizutragen, was es wert wäre, gehört zu werden.

Eine Partei muss auch mal sagen: Leute, ihr seid uns hier echt im Weg.

(Zweitverwertet aus einer Diskussion auf Twitter.)

MontagsmusikPersönlichesPiratenpartei
Marteria, Yasha & Miss Platnum – Lila Wolken // Übrigens.

Das IST wach(Eigentlich Parteipolitik nicht besonders schätzen und deswegen erschöpfende Wochenenden mit ihr statt ihr verbringen; eigentlich Menschen nicht dauerhaft für einen geeigneten Umgang halten und deswegen mehr Zeit mit ihnen verbringen als gesellschaftlich mindestens akzeptabel; eigentlich laute Grölmusik für furchtbar halten und deswegen in einer Szenekneipe versanden; eigentlich zu alt sein für den Quatsch und deswegen nicht vor der Sperrstunde über den Heimweg nachdenken; es eigentlich besser wissen hätten sollen und deswegen nichts besser machen. Die Flasche Rufpolitur ist leer.)

Ach, was soll’s.

Marteria, Yasha & Miss Platnum – Lila Wolken (Offizielles Musikvideo)

Guten Morgen.

FotografiePiratenpartei
#bpt171

Eskalation

In den NachrichtenPiratenparteiPolitik
Das Wesen einer Wahl: Ralf Stegner und die Piratenpartei treffen sich im Schulzbus

„Wahl, die: Entscheidung zwischen zwei oder mehr Möglichkeiten, Dingen, Personen, Auswahl“
Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache


Am vergangenen Sonntag trat Martin Schulz, dessen Beliebtheit wohl nur damit zu erklären ist, dass er wahlweise nicht Angela Merkel oder nicht Sigmar Gabriel ist, mit 605 von 605 möglichen Delegiertenstimmen letzteres Herrn Nachfolge an der Spitze der ehemaligen Arbeiter- und heutigen Arbeitgeberpartei SPD an. Medial wurde das breitflächig so oder ähnlich dargestellt:

Ein Bundesparteitag wählte den 61-Jährigen in Berlin ohne Gegenstimme zum Nachfolger von Sigmar Gabriel. Es ist das beste Ergebnis der Nachkriegszeit.

Lassen wir den üblichen SPIEGEL’schen Superlativknaller im zweiten Satz einmal außer Acht, denn auch vor 1945 hat dieser gleichwie heilige Martin Schulz niemals mehr als 100 Prozent irgendwelcher Stimmen bekommen, seine Partei nach 1945 in Ostdeutschland auch nur, als sie schon SED hieß, so lautet die wesentliche Information, dass die SPD abermals ihren Vorsitzenden mit einer derart überzogenen Begeisterung ausgetauscht hat, als seien die bisherigen Wahl- und Umfrageergebnisse der rechtspopulistischen SPD allein die Schuld des nunmehr im Außenministerium ein überzogenes Gehalt beziehenden ehemaligen Vorsitzenden und nicht etwa der menschenfeindlichen Politik, die von der Parteibasis mitgetragen und von Parteiministern wie Andrea Nahles und Frank-Walter Steinmeier aktiv vorangetrieben wurde und wird.

Zusätzlich aber ist hier von einer „Wahl“ die Rede. Dass das sozialdemokratische Verständnis von diesem Grundpfeiler einer Demokratie nicht das beste ist, ist spätestens seit Ende August 2006, als der damalige SPD-Vizekanzler und Minister für „Arbeit“ und „Soziales“, Franz Müntefering, postulierte, es sei „unfair“, eine Koalition an ihren Wahlversprechen zu messen, nur noch von jenen glaubwürdig zu leugnen, die zu spät geboren sind und/oder im Wahljahr für ein Medium wie „SPIEGEL ONLINE“ irgendwelche Artikel schreiben müssen.

Ja, 2017 ist wieder ein Wahljahr, ein Superwahljahr gar, und die Angst vor der AfD ist so groß, dass sich sogar das ehemalige Fachmagazin „heise online“ nicht zu blöd vorkommt, in einem Artikel darauf hinzuweisen, dass die Piratenpartei auch ganz bestimmt tot ist. Die für den nächsten Schritt nötige geistige Transferleistung zu erbringen wäre, zugegeben, für den durchschnittlichen Internetjournalisten auch wirklich zu viel verlangt. Aber auch sonst scheint die Piratenpartei – mit der AfD will man es sich offenkundig nicht allzu sehr verscherzen, Rechtspopulisten sind gern beisammen – gerade ein willkommenes Ziel von Leuten zu sein, denen die Demokratie nicht besonders nahe ist. Martin Schulz‘ Stellvertreter Ralf Stegner etwa pöbelte auf Twitter darüber, dass ein Mitglied der Piratenpartei („1%Partei“, Rechtschreibung wie im Original) die zahlreichen Nebeneinkünfte von Berufspolitikern als das Vollmachen von Taschen bezeichnete, weil sich so, so Ralf Stegner, sonst nur „Demokratiefeinde“ und „Rechtspopulisten“ ausdrückten, womit er offensichtlich keineswegs sich selbst meinte.

Nun entlarvt das anscheinend diffamierende Betonen der momentanen Umfragewerte der Piratenpartei, als sei eine Partei mit wenigen Stimmen plötzlich ein weniger wertvolles Mitglied des demokratischen Spektrums und als sollten ihre Mitglieder darum besser schweigen, Ralf Stegner, wenn schon nicht unbedingt als einen Rechtspopulisten, wenigstens als einen Demokratiefeind, womit er in der SPD gut aufgehoben ist. War die Kurznachricht auf Twitter womöglich gar anerkennend gemeint? Wird Twitter das jemals erfahren?

Und wer war in diesem hochdemokratischen Komplex SPD in der so genannten „Wahl“ des neuen Parteivorsitzenden eigentlich der Gegenkandidat von Martin Schulz?

In den NachrichtenMontagsmusikPiratenpartei
New Order – Crystal // #lmvnds162

Es geht doch nichts über ein belebendes WochenendeEin Blick auf den Kalender schlägt für heute den Montag vor, dabei war doch gerade noch Donnerstag. Urplötzlich bricht die Gewissheit herein, dass reflektiert-reflexartiges Politikspiel, für die Seele wird gesorgt, seinen Reiz schon immer aus der Beschäftigung mit dem Dissens zog, weshalb es den Dissens erneut zur Maxime zu erheben galt. Bis einer heult oder wenigstens trinkt. Die Eulenspiegelei als Chance zu begreifen flößt, sláinte!, den Lebenssaft ein, als wäre es gestern gewesen. Wer liest schon Parteiprogramme? Wertdiskussionen zwischen Wertefreien können etwas Würze gelegentlich gebrauchen.

Wenn schon der Rest der Welt gleichermaßen mitspinnt: Elektroautos sollen Geräusche machen, damit doofe Fußgänger weniger oft überrascht und überfahren werden. Verpflichten wir sie doch auch gleich dazu, Benzin zu verbrauchen, damit ein fehlerhafter Akku weniger Schaden anrichtet! Man könnte es dann normales Auto nennen. Andererseits: Was ist schon noch normal? Eure Kopfhörer können euch belauschen, also redet besser künftig etwas leiser mit ihnen.

(Um nur nicht den „Ausgefidelt“-Witz zum aberdutzendsten Mal zu machen -) Eben noch quietschfidel, jetzt schon verklärt; oder aber auch: „Moralische Reinheit, dieses ewige Thema in diesem Spektrum, die kann man einem freundlicherweise auch nur andichten – denn die Realität erlaubt einem solche Kopfgeburten nicht.“

Beziehungsweise: New Order, weil man vor lauter Politik und Gedöns mal wieder das (meinten Sie: die?) Wichtigste, natürlich, vergessen hat.

New Order – Crystal [OFFICIAL MUSIC VIDEO]

Guten Morgen.

In den NachrichtenMusikPiratenpartei
In aller Kürze: GEMA zu Hause, du alte Scheiße.

Da ganz Deutschland sich derzeit über den – mit etwas Pech – kommenden Bundespräsidenten Steineimer amüsiert, geht beinahe das wirklich Interessante im Rauschen unter: Die Bereicherung an geistigem Eigentum Dritter durch GEMA und Musikverlage ist illegal. Ich wiederhole: Die Bereicherung an geistigem Eigentum Dritter durch GEMA und Musikverlage ist illegal.

Nicht mal die Piratenpartei kann man mehr für unzurechnungsfähig halten. :motz:

In den NachrichtenNerdkramsPiratenpartei
Liegengebliebenes vom 23. September 2016

Was ist besser – Ruby oder Python? Das kommt ganz darauf an.


Google hat einen neuen Spionagemessenger veröffentlicht. Wir sind alle recht überrascht und ein Stück weit betroffen.


Ist das vom „Postillon“? Nein, von „SPIEGEL ONLINE“: Die SPD steckt im Umfragetief, Arbeitsministerin Nahles will nun verstärkt auf soziale Gerechtigkeit setzen.


Schönes Fundstück auch: Blitz und Donner dem Kapitalismus, besuchen Sie uns auf Facebook!


Deutsch/Medien, Medien/Deutsch: Der Rücktritt eines Landesparteivorsitzenden nach einer verlorenen Wahl heißt „Erosion“.


Drei Tage vor seinem Übertritt zu den Brandenburger Grünen tönte der ehemalige Vorsitzende der Berliner Piratenpartei, er sehe das Ausscheiden aus dem Abgeordnetenhaus als Chance, jetzt außerparlamentarisch noch bessere Piratenpolitik zu machen. Meinen herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an die Brandenburger Grünen zu ihrem moralisch integren Neuzugang. Selten habe ich einen geeigneteren Grünen gesehen.


Dazu auch und abschließend: Hadmut Danisch berichtet von Julia „Bomber Harris, Feuer frei!“ Schramms Facebookbeitrag, in dem sie die Piratenpartei als gefährlich für das menschliche Miteinander ihrer Mitglieder bezeichnet. Es ist schön, dass auch Julia Schramm – inzwischen, wie auch das Gros der ehemaligen Berliner Linkspiraten, bei der „Linken“ – eine humanistische Seite zu haben scheint, es ist nur etwas schade, dass sie die Transferleistung nicht erbringt.

In den NachrichtenPiratenpartei
Marina Weisbands Links-Rechts-Schema in den Grenzen von 1990

Wie wenig der Piratenpartei übrigens der mittlerweile ziemlich vollständig der „Linken“ angehörende „progressive Flügel“ fehlt, macht Marina „wer?“ Weisband, ehemals „die schöne Piratin“ (Quatschmedien) beziehungsweise vor einigen Jahren durch Informationen wie „Unser Ziel ist es, uns selbst überflüssig zu machen“ aufgefallene politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, in ausgerechnet dem „SPIEGEL“ deutlich:

Laut Weisband ist der progressive Flügel aus der Partei vertrieben worden, nun seien dort nur noch viele konservative Menschen, „die das Internet in den Grenzen von 1990 wollen“.

Denn genau das, „das Internet“ in „Grenzen“, ist es nicht, was diejenigen Mitglieder der Piratenpartei, die sich nicht gerade durch halbnackte Selbstdarstellung in Boulevardmedien hervortun, eigentlich politisch wollen; stattdessen eines ohne jegliche Grenzen, nur eben auch ohne ideologisch motivierte Kompromisse und ohne den Kampf gegen Rechts mit allen Mitteln als politische Maxime, aber warum sollte der „SPIEGEL“ auch jemanden fragen, der immer noch dabei ist? Das wäre ja Journalismus und dafür werden die ja eher nicht bezahlt. Beim Grundgesetz sind wir konservativ.

Obwohl ich das Internet in den Grenzen von 1990 (keine Durchkommerzialisierung, keine penetranten Werbeflächen, keine gewaltigen Sicherheitsprobleme, keine Essensfotoportale und vor allem kein „SPIEGEL ONLINE“) durchaus befürworten würde.

MontagsmusikPiratenparteiPolitik
Red Bazar – Paragon // Von Linken und Schiffern

Warm hier heute, finden Sie nicht?Es ist Montag, Tag 1 nach der friedlichen Explosion inmitten sonnigsten Wetters, das selbst den Mond blendete. Die Piratenpartei hat vieles komplizierter gemacht. Patrick wer? Na, Schiffer! Wie in Claudia Schiffer! Welch treffender Name für einen Piratenkapitän, welch bedeutsame Verwandtschaft. Kann ja nur gut werden mit so einer Cousine, sonst wäre das medial gar kein Thema, nicht wahr? Nichts könnte mich dazu bringen, einem einzigen, erst recht nicht so vielen seriösen Journalisten vorzuwerfen, er wäre mehr an solchem Firlefanz als an Politik interessiert. Das wäre doch auch wirklich unangebracht von mir. – Gab es denn auch Politik? Immerhin: Forschungsanstrengungen zur friedlichen Nutzung der Kernfusion sind sinnvoll. Zur Hölle mit den Hippies.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag lässt wissen, dass die CDU/CSU keinesfalls eine linke Partei zu sein beabsichtigt. Das ist nun sicherlich sehr überraschend und auch ein wenig enttäuschend für ihr linksautonomes Wählerklientel. Mindestens genau so überrascht ist mal wieder die Onlineredaktion des heise-Verlags, die panisch vermeldete, dass Passwörter, die ihr auf den Computern fremder Leute (in der so genannten „Cloud“) ablegt, möglicherweise gar nicht so gut versteckt sind, dass da niemand reingucken kann. Aber ist ja so praktisch, das alles.

Man kann sich das Leben aber, statt einfacher, auch deutlich schwerer machen, zum Beispiel, indem man seine sexuellen Vorlieben zum Politikum macht: „Derzeit werden die LGBT-Rechte von einer Kopfgeburt aus der Rechtsabteilung von Anti-LGBT-Gruppen attackiert“, gut, andere Menschen finden ja auch Lokomotiven interessant. So lange die offensichtlich bedeutsamen gesellschaftlichen Probleme in den USA so aussehen, hat die Welt zumindest nicht zu befürchten, dass es noch schlimmer wird.

Machen wir sie doch so lange ein bisschen besser, zum Beispiel mit Musik.

Guten Morgen.

PersönlichesPiratenpartei
#bpt162

Was macht eigentlich die Piratenpartei?

AG Single Malt