In den NachrichtenMontagsmusik
Stop Motion Orchestra - Instant Everything!

Das sind keine Augenringe, das ist mein KaffeeblickEs ist Montag. Gestern war Palmsonntag, aber heu­te scheint eher Unkrautmontag zu wer­den. Wenn es wenig­stens Bambus wäre! Aber es ist kein Bambus. Es ist nie Bambus.

In Österreich wird erwo­gen, nur noch die­je­ni­gen Menschen frei her­um­lau­fen zu las­sen, die sich eine Überwachungsapp aufs Mobilgerät laden. Der näch­ste logi­sche Schritt wäre es, den Nichtbesitz eines über­wa­chungs­fä­hi­gen Mobiltelefons unter Strafe zu stel­len. Vorwärts immer.

Apropos vor­wärts: Es ist zu erfah­ren, dass Microsoft sein Office-365-Paket nicht nur in „Microsoft 365“ umzu­be­nen­nen gedenkt (funk­tio­niert dann wohl in Schaltjahren nicht mehr rich­tig), son­dern über­dies - „zunächst“ in den Vereinigten Staaten - der häss­li­chen Tabellenkramsoftware Excel eine Funktion („Money Addon“) spen­die­ren wird, die einen Zugriff auf Bankdaten erlaubt. Tabellenkalkulationen sind ja groß­ar­tig für so was geeig­net. Was kann da schon schief­ge­hen? Wolfgang Schäuble schlägt wäh­rend­des­sen vor, im Bundestag auch Onlinesitzungen zuzu­las­sen, aber um zu ver­hin­dern, dass mir der Mann doch noch sym­pa­thisch wird, weh­ren sich vor allem „lin­ke“ Fraktionen dage­gen, gera­de jetzt Gesetze dafür anzu­pas­sen. Schönwetterdigitalisierung hat ihren Preis.

Eine mei­ner Lieblingsüberschriften in den Onlinenachrichten der letz­ten Tage stand aus­ge­rech­net in der „taz“: „Kirche nur schwer erzieh­bar“. Das bedrückt mich. Erst mal Musik.

Stop Motion Orchestra - Instant Everything! (Music Video)

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Pinkish Black - Concept Unification

Pinkish Black - Concept UnificationLange nichts mehr über Musik geschrieben.

In Krautrock und im Doom Metal ist glei­cher­ma­ßen wenig wirk­lich Neues zu fin­den, wie mir beim Zusammenstellen der halb­jähr­li­chen Bestenlisten immer wie­der auf­fällt. Folgerichtig kom­bi­nier­te das Duo Pinkish Black aus Texas nicht nur zwei sehr unter­schied­li­che Farben, son­dern auf ihrem anschei­nend vier­ten Album „Concept Unification“ (Amazon.de, Bandcamp.com, TIDAL) von 2019 auch die­se zwei sehr unter­schied­li­chen Stile im Sinne einer, nun, Konzeptvereinheitlichung.

Folgerichtig ist die Schubladisierung hier kei­ne leich­te: Elektronisches (ent­fernt ver­gleich­bar mit den neue­ren The Notwist), Canterbury-Verspieltheit und düste­re Vokaldarbietung wer­den bereits im eröff­nen­den Titelstück, in die ande­re Richtung schwin­gend im drit­ten und mei­ner Meinung nach besten Stück „Dial Tone“, auf eine sehr hör­ba­re Art atmo­sphä­risch reiz­voll mit­ein­an­der verwoben.

PINKISH BLACK - Dial Tone (Official Music Video)

Schwache Momente hat das Album nicht, wes­halb wie­der­um ich schwach wer­de und eine Empfehlung aus­spre­che. Genuss ist ja beson­ders wich­tig in die­sen Tagen.

Netzfundstücke
Hirnfick 2.0 demon­striert fürs Klima

Der digi­ta­le Klimastreik, infor­miert Luisa Neubauer, fin­de auch in der drit­ten Woche statt: Unter dem wit­zi­gen Hashtag „#NetzstreikFuersKlima“ wer­den, Klimafolgen aus Gründen bei­sei­te schie­bend, offen­bar regel­mä­ßig Streiks per Videokonferenz aus­ge­tra­gen, in deren Verlauf Teilnehmer ihre Schildchen man­gels exter­nen Publikums eben vor ihre Webcam hal­ten. Dann haben wenig­stens die Geheimdienste ein schlech­tes Gewissen danach. 

Dass ein Streik übli­cher­wei­se dar­in besteht, dass jemand wäh­rend­des­sen sein übli­ches Tun unter­lässt, ist in einer Zeit, in der sowie­so jeder jedes Tun unter­lässt, natür­lich ärger­lich. Aber davon las­sen wir uns doch nicht unterkriegen! 

Als Zeichen mei­nes guten Willens neh­me also auch ich heu­te am Netzstreik fürs Klima teil. Ich gehe sogar mit gutem Beispiel vor­an und hal­te zwar eine Parole vor die Kamera, las­se die­se jedoch aus­ge­schal­tet. Das Klima wird es mir danken.

In den NachrichtenWirtschaft
Angst essen Verträge auf.

Die Union haf­tet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen, der regio­na­len oder loka­len Gebietskörperschaften oder ande­ren öffent­lich-recht­li­chen Körperschaften, son­sti­ger Einrichtungen des öffent­li­chen Rechts oder öffent­li­cher Unternehmen von Mitgliedstaaten und tritt nicht für der­ar­ti­ge Verbindlichkeiten ein[.]
Art. 125 I AEUV

Außer, wenn Corona.
Peter Bofinger, Daniel Cohn-Bendit, Joschka Fischer, Rainer Forst, Marcel Fratzscher, Ulrike Guérot, Jürgen Habermas, Axel Honneth, Eva Menasse, Julian Nida-Rümelin, Volker Schlöndorff, Peter Schneider und Margarethe von Trotta (sinng.)

In den NachrichtenPolitik
Si vis pacem, para bel­lum. (9)

Es kramp-kar­ren­bau­ert das Oberkommando in die Presse rein:

Die Bundeswehr hat ein 15.000 Soldatinnen und Soldaten star­kes Team zur zivi­len Hilfe in der Virus-Krise auf­ge­stellt. Man berei­te sich dar­auf vor, dann zu hel­fen, wenn zivi­le Kräfte erschöpft sei­en, sagt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in der ARD.

So weit, so gut; nur:

Die Kernaufgaben der Bundeswehr wie Einsätze im Ausland wür­den wie gewohnt weitergeführt.

Könnte man die nicht statt­des­sen auf die Spargelfelder schicken?

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abge­schafft gehört.

NerdkramsNetzfundstücke
Tore zum Mistmachweb (5): Apples nobler Kollateralschaden

Im Juni 2017 schrieb ich:

Das Problem mit dem Digitalstandort Deutschland ist es nicht vor­ran­gig, dass die Internetverbindungen immer weni­ger für effi­zi­en­tes Arbeiten taug­lich wären, son­dern, dass für die Datenübertragung so instink­tiv wie fälsch­lich zu einem Protokoll gegrif­fen wird, das dafür nicht gedacht ist, um mit einem Programm, das dafür nicht gedacht ist, eine Website auf­zu­ru­fen, die die Probleme, die das fal­sche Programm im fal­schen Protokoll not­wen­di­ger­wei­se bei der Umsetzung berei­tet, auf eine Weise, die dafür unge­eig­net ist, zu umge­hen („behe­ben“) versucht.

Ein Jahr zuvor, im Juni 2016, wur­de in der deutsch­spra­chi­gen Wikipedia ein Artikel erstellt, der die wei­te­re Entwicklung vor­weg­neh­men soll­te: Eine „Progressive Web App“ sei „eine Website, die zahl­rei­che Merkmale besitzt, die bis­lang nati­ven Apps vor­be­hal­ten waren.“ Sie kön­ne „wie eine Webseite mit HTML5, CSS3 und JavaScript erstellt wer­den“. Weil die­se drei nun die ein­zi­gen drei Sprachen sind, die die Angestellten von Startups, die nur ein Lieferdienst davon trennt, sich „Codemanufaktur“ zu nen­nen, halb­wegs gut beherr­schen, weil 2020 jeder Schwachsinn, ob voll „ver­netzt“ oder bloß irgend­wie digi­tal, gefäl­ligst in einem auf­ge­bla­se­nen Dokumentenbetrachter lauf­fä­hig zu sein hat (der Markt, wis­sen­schon), ist PWA momen­tan ein Muss.

Eine per­sön­li­che Anekdote: Ein Mitglied mei­ner Familie besaß vor des­sen Abkündigung ein Smartphone mit Windows drauf. Für die­ses Mitglied war es genau das rich­ti­ge Gerät, die ver­füg­ba­ren Apps - etwa Dropbox - wuss­ten mich aber nicht so recht zu über­zeu­gen; im Wesentlichen han­del­te es sich um die Dropboxwebsite in einem Browserfenster ohne Adressleiste, aber mit einem zusätz­li­chen Werbebanner. Mir scheint, der Entwicklernachwuchs hat­te nie­mals ein ver­gleich­ba­res Gerät, denn statt kor­rekt zu erken­nen, dass die Interaktion zwi­schen einem Webbrowser und dem zugrun­de lie­gen­den System eine von gro­ßer Ressourcenlast bei gleich­zei­ti­ger Funktionsminderung beschwer­te ohne merk­ba­ren usa­bi­li­ty-Mehrwert, der über „man braucht nix zu instal­lie­ren“ hin­aus­geht, ist, wur­de all das seit­dem zum wün­schens­wer­ten Treiben erklärt, geän­dert allein dadurch, dass der schlecht getarn­te Webbrowser jetzt ein­fach direkt als Webbrowser gestar­tet wird. (Anmerkung aus ande­rem Grund: Auf „ZEIT ONLINE“ und bei der „FAZ“ kann man die­ser Tage mit akti­vier­ter Reklameblockade auch nicht mehr unge­stört lesen. Wieder Lebenszeit gewon­nen!) Anekdote vor­über, wei­ter im Text.

Nun leben wir in einer Zeit, in der das anson­sten poli­tisch scheuß­li­che Konstrukt der Europäischen Union aus­nahms­wei­se mal etwas Vorteilhaftes erreicht hat, näm­lich eine all­ge­mei­ne Vorsicht in Datenschutzdingen. Ausgerechnet Apple, als ein­zi­ger der gro­ßen Browserhersteller nicht auf Werbegroschen ange­wie­sen, führ­te vor weni­gen Tagen zusätz­li­che Schutzmechanismen in Form der begrenz­ten Haltbarkeit theo­re­tisch zur Benutzerverfolgung taug­li­cher Drittanbietercookies und nur sie­ben­tä­gi­gen Speicherfrist für Daten im Web Storage, was fak­tisch dazu führt, dass PWAs, die nicht all ihre Daten mit einem Server syn­chro­ni­sie­ren, nach einer Woche der Nichtnutzung wie­der wie neu sind. Aus Datenschutzsicht ist das sehr begrü­ßens­wert, blö­der­wei­se macht es aber das Geschäftsmodell von Programmierfaulen (war­um machen die dann über­haupt was mit Programmieren?) kaputt.

Bereits am Folgetag wag­te es daher ein Codemanufakturist, die­se Änderung als fak­ti­sches Verunmöglichen sei­nes selbst­lo­sen Tuns zu bezeich­nen:

Ich lie­be RSS und Blogs, des­halb ent­wick­le ich mei­nen eige­nen Feedleser. Ich woll­te, dass er eine PWA ist, so dass ande­re davon pro­fi­tie­ren kön­nen, aber ich woll­te ihn ohne einen Server im Hintergrund entwickeln.

(Übelsetzung, wie auch die fol­gen­de, von mir.)

Nun könn­te man ihm ent­ge­gen­schleu­dern: Dann pro­gram­mier doch eine ganz nor­ma­le App, du Depp! :motz: Das hat man auch gemacht, wie er spä­ter ergänzte:

Zu sagen, dass man dann halt ein­fach eine nati­ve Anwendung bau­en sol­le, ist kei­ne Antwort. Native Anwendung müs­sen an Torwächtern vor­bei, das Web nicht.

Das Problem die­ses Herrn ist also, dass er gern eine app, von deren Gattung es bereits unge­zähl­te gibt, ver­öf­fent­li­chen wür­de, aber nur unter der Bedingung, dass kei­ner prüft, ob sein Code nicht viel­leicht irgend­wel­chen Schaden anrich­tet, bevor er - der Code - ver­füg­bar wird. Nicht wesent­lich mehr pas­siert in dem Schritt, der hier als Torwächter bezeich­net wird. Im glei­chen Artikel erwähnt der Entwickler, der es für eine gute Idee hält, jedes erdenk­li­che Programm im angreif­bar­sten Teil eines Computers (dem Webbrowser) zu imple­men­tie­ren, mehr­fach direkt oder indi­rekt, dass ihm Datenschutz und Privatsphäre sehr wich­tig sei­en, was Apple mit sei­nem Einbau von Schutzmechanismen ihm lei­der verleide.

Was machen die­se Leute eigent­lich beruflich?

In den NachrichtenMontagsmusik
Larkin Poe - Trouble In Mind

Die klatschen schon wieder!Es ist Montag. Dienstwagen vor­han­den? Hoffentlich mit hei­mi­schem Kennzeichen, sonst ruft man neu­er­dings die Polizei. Im Widerstand wol­len sie immer alle nur hin­ter­her gewe­sen sein. Falls noch jemand Fragen hat­te, wie so Regimes so lan­ge funk­tio­nie­ren konn­ten: Statt Pandabären haben sie Kennzeichenaufschreiber aus­ge­stellt. Kann ich die­ses Aussterben der Menschheit noch mal sehen?

Die Nachrichten: Ein Arschloch sagt Stuss, den man in dem Land, das Museen für unwich­ti­ger hält als Kneipen, ande­rer­seits nicht anders erwar­ten wür­de. Ich wür­de Achim Berg gern zu mei­nem Schutz video­über­wa­chen. Einfach aus Prinzip. - Die Klamottenbranche ver­kauft gera­de mehr Shirts als Hosen. Ich ergän­ze: Ich wür­de Achim Berg gern zu mei­nem Schutz nur oben­rum video­über­wa­chen. Eine eini­ger­ma­ßen unblö­de Lösung für den Coronakram hat ein­zig Hongkong gefun­den: Man ver­bie­tet den Menschen ein­fach das Saufen. Angeblich führt Alkoholkonsum zu mehr Intimität und das ist nicht so gut beim Eindämmen. Verrückt. Andererseits: Überraschenderweise wur­de der Erlass wenig spä­ter revi­diert. Man muss ja Prioritäten setzen.

Bob Dylan hat ein neu­es Lied. Ich blei­be bei den alten oder höre was völ­lig anderes.

Larkin Poe - „Trouble In Mind“ (Live at WFUV)

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Kurz ange­merkt zum Mieterschutz in Krisenzeiten

Anders als zahl­rei­che Medien, die es noch bis vor weni­gen Wochen für eine schie­re Unverschämtheit hiel­ten, dass die glei­chen Vermieter, nach deren Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit, die die Menge der Vermieter dem­zu­fol­ge wohl nicht ein­schließt, sie meist im glei­chen Artikel impli­zit oder expli­zit rie­fen, zur­zeit beim Errichten neu­er Mietshäuser, deren Wohnungen sie nicht mehr zu einem Preis ihrer Wahl, son­dern zu einem Preis der Wahl der „Linken“ zu ver­mie­ten haben, eher zurück­hal­tend sind, die­ser Tage aber das Geschwätz der Justizministerin (was macht die eigent­lich beruf­lich?) wie­der­käu­en, Mieter hät­ten zur­zeit gefäl­ligst nicht zum Bezahlen der in Anspruch genom­me­nen Dienstleistung ver­pflich­tet zu wer­den, über­rascht mich die maue Wohnungssituation in deut­schen Großstädten nicht im Geringsten.

In den NachrichtenMusik
Hirnfick 2.0 sagt Veranstaltungen ab und streamt sie trotzdem

Die Wohltätigkeitsorganisation „Water is Right“ (zu Deutsch: Wasser hat Recht) macht die Krise noch schlim­mer:

Peter Maffay, Pur und vie­le ande­re geben am Freitag ein Wohnzimmerkonzert. Und unse­re Redaktion bringt die Künstler im Stream zu Ihnen.

Nach Rücksprache mit mei­nem Einpersonenteam (bestehend aus mir) habe ich beschlos­sen, dass es mei­nen Lesern ohne die­se Neuigkeit immer noch bes­ser gin­ge als ohne sie. Die Konzerte von Mousse T., Pur, Glasperlenspiel, Laith Al-Deen, Peter Maffay „und vie­len ande­ren“, die heu­te ab 18 Uhr statt­fin­den soll­ten, sind daher als abge­sagt zu begrei­fen. An ihrer Stelle sen­det die Hirnfick-2.0-Redaktion als zwei­ten Teil ihrer Reihe „bes­se­re Konzerte dank Corona“ einen Stream der abge­sag­ten Konzerte von Mousse T., Pur, Glasperlenspiel, Laith Al-Deen, Peter Maffay und vie­len ande­ren - wie immer in Full HD und in Dolby Surround.

Peter Maffay geht ab

Gern gesche­hen! :ja:

Netzfundstücke
27. März für alle!

Über die hie­si­gen Regelungen zu gesetz­li­chen Feiertagen lie­ße sich vie­les fragen.

Warum zum Beispiel schreibt der Gesetzgeber vor, dass man nicht zu arbei­ten braucht, wenn ein neu­es Jahr anfängt? Warum ist der Tag der Arbeit ein arbeits­frei­er Tag? Warum fei­ert man in Teilen Deutschlands das Frauenwahlrecht, in ande­ren statt­des­sen alle Heiligen und ein fei­er­lich durch die Straßen getra­ge­nes Gebäck?

Schließlich und endlich:

Wenn seit 1919 gilt, die staat­li­chen Feiertage sei­en Tage der see­li­schen Erhebung, war­um steht dann aus­ge­rech­net der heu­ti­ge inter­na­tio­na­le Whiskytag noch nicht in jeder­manns Kalender?

In den NachrichtenPolitik
Demokratie ist ungesund

Erinnert ihr euch noch dar­an, als vor unge­fähr drei­ßig Jahren das Volk, für sei­nen Freiheitswillen zuvor von der heu­ti­gen „Linken“ mit uner­war­te­ten Nahschüssen bedacht, sich end­lich dem ande­ren Volk anschlie­ßen konn­te, um zum Beispiel im zu glei­chen Teilen von der SPD und der Automobilindustrie geführ­ten Niedersachsen wesent­li­che Grundrechte der Demokratie, etwa das Recht auf eine freie und unge­hin­der­te Versammlung zwecks Demonstration gegen die da oben, wahr­neh­men zu dürfen?

Die mög­li­cher­wei­se gar nicht zustän­di­ge Landesregierung vom zu glei­chen Teilen von der SPD und der Automobilindustrie geführ­ten Niedersachsen näm­lich nicht:

Versammlungen nach Artikel 8 des Grundgesetzes sind dem­nach pau­schal ver­bo­ten, selbst wenn sich die Demonstrierenden an die in der Allgemeinverfügung Niedersachsens vor­ge­ge­be­nen Abstände unter­ein­an­der hal­ten würden.

Was ich von einem Staat, der im Falle einer gesund­heit­li­chen Krise zuerst Kulturzentren und zuletzt Friseure zu schlie­ßen bereit ist, in die­ser Situation sonst erwar­tet hät­te, wage ich aber eigent­lich gar nicht selbst zu wissen.

(via Schwerdtfegr)

Netzfundstücke
Der Maskenmann

Es zitiert die „ZEIT“ (vor Beginn der Bezahlschranke) den amtie­ren­den Gesundheitsminister:

Jens Spahn sagt, er sei durch die Corona-Krise zum „Spezialisten für den Maskenmarkt“ geworden.

Da sage noch einer, Deutschland hät­te kei­ne Expertenregierung! Wohl dem, der jetzt trotz­dem nicht an Stroh denkt.


Was pas­siert eigent­lich, wenn man gedan­ken­los alles auf einem Computer ande­rer Leute („cloud“) spei­chert? Nun, der Computer ande­rer Leute („cloud“) ist dann irgend­wann voll.

In den NachrichtenMusik
Singen, Applaus und Vorhang

Dass Pflegekräfte sich vom täg­li­chen Applaus nichts kau­fen kön­nen, hat der „Postillon“ bereits gut genug dar­ge­stellt. (Weiß Katarina Barley eigent­lich, in wel­cher Partei sie ist?) Dass man zur­zeit unbe­dingt ein Zeichen set­zen möch­te, koste es, was es wol­le, ist ver­mut­lich ein Teil der mensch­li­chen Natur.

Ebenso ist es das Bedürfnis des Menschen, der Musik nicht zu ent­ge­hen, und weil das Streamen abge­sag­ter Konzerte den Deutschen nicht lan­ge genügt, wird seit fönf Ohr fön­fond­vör­zäg zurück­ge­sun­gen: Allabendlich ver­sam­melt man sich in vie­len Gegenden und klei­nen Gruppen dort, wo es mög­lichst vie­le Anwohner stört, und trägt schlim­me Klassik oder gar Popmusik vor. Für Slayer reicht es hier­zu­lan­de selten.

Nun ist unklar, wie vie­le Menschen heu­te sin­gen wer­den, denn - ARGHHHH!!! OMG! - es gibt anschei­nend eine neue Möglichkeit, als Eltern die Aufsicht über die eige­nen Kinder wäh­rend der Isolation zu dele­gie­ren: Das qua­li­täts­re­du­zier­te „Disney+“ ist jetzt auch in Deutschland ver­füg­bar. Da wird nicht mehr gesun­gen, da wird geglotzt.

Schade eigent­lich, denn es gibt gera­de einen guten Grund zu sin­gen: Außer Albert Uderzo, dem letz­ten noch leben­den der bei­den Erfinder des wie­der aktu­el­len Passierscheins A38, starb nun auch „Gabi“ Delgado (DAF) im nicht ganz so hohen Alter. Man wünscht sich, die auch - „Todesfeier“ gehört zu den häss­lich­sten mir bekann­ten deut­schen Wörtern - den Tod gern fei­ern­den Menschen sän­gen statt der „Ode an die Freude“ end­lich mal was Schönes.

Aber Rhythmus, Rhythmus haben sie lei­der alle nicht.