ComputerIn den Nachrichten
Ausgetockt.

Donald Trump, berich­ten Medien, wür­de heu­te gern die Nutzung von TikTok in den Vereinigten Staaten ver­bie­ten, da das chi­ne­si­sche Unternehmen den Datenschutz sei­ner Kunden miss­ach­te. Diese Argumentation ergibt Sinn: Nach der Archivierung sämt­li­cher pri­va­ter Daten durch die skru­pel­lo­se Verbrecherorganisation NSA fal­len die­se gesam­mel­ten Daten unter das Verwertungsrecht der Vereinigten Staaten. Mit sol­chen Raubkopierern machen sie kur­zen Prozess.

In den NachrichtenNerdkrams
Deutsche Wertarbeit

Neulich in den Nachrichten:

Nutzerinnen und Nutzer wur­den teil­wei­se über Wochen nicht über die App infor­miert, ob sie Kontakt zu Infizierten hat­ten oder nicht. SAP, das die App zusam­men mit der Deutschen Telekom ent­wickelt hat, räum­te den Fehler ein.

Heute in den Nachrichten:

Die Deutsche Telekom und SAP sol­len eine Plattform bau­en, die die Corona-Apps der EU-Staaten mit­ein­an­der vernetzt.

Deswegen heißt es ja Vernetzung: Ein Netz zeich­net sich vor allem dadurch aus, dass es mehr Löcher als Feststoff hat.

ComputerMusikNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 30. Juli 2020

Nach dem gro­ßen Erfolg von Windows 95 in JavaScript hat der­sel­be Entwickler jetzt Mac OS 8 in JavaScript, naja, zum Laufen gebracht oder, wie ich es nen­nen wür­de, die Sicherheitsprobleme von 2020 nach 1997 rück­por­tiert. Ich freue mich schon auf Windows Me.


Das Internet ist in den USA von noch immer erstaun­li­chem Puritanismus geprägt. Weil Donald Trump die­sen Puritanismus - nicht ganz unei­gen­nüt­zig - gern etwas ein­schrän­ken wür­de, erläu­tert das ehe­ma­li­ge EDV-Fachmagazin gera­de die aktu­el­len Regeln:

Artikel 230 CDA stellt Anbieter und Benutzer eines „inter­ak­ti­ven Computerdiensts“ bis­lang zivil­recht­lich frei für „jede Handlung, die frei­wil­lig in gutem Glauben unter­nom­men wird, um den Zugang zu oder die Verfügbarkeit von Material ein­zu­schrän­ken“, das Betreiber oder Netzwerkmitglieder „als obszön, unzüch­tig, lüstern, schmut­zig, über­mä­ßig gewalt­tä­tig, belä­sti­gend oder ander­wei­tig anstö­ßig erachtet“.

Lüsternes Material. Guter Bandname eigentlich.


Die amtie­ren­de Nachfolgerin Friedrich Happichs, Beate Hofmann, teilt mit, christ­li­cher Glaube sei „unver­ein­bar“ mit „rech­tem Gedankengut“. So abwe­gig wirkt die Behauptung, es gebe bedeu­ten­de Überschneidungen zwi­schen der­je­ni­gen Körperschaft, die über ein­tau­send Jahre lang der Ansicht war und teil­wei­se bis heu­te ist, dass man sei­nem ein­ge­bil­de­ten Freund nur dann gefal­len kann, wenn man alle umbringt, die nicht frei­wil­lig den­sel­ben ein­ge­bil­de­ten Freund haben wol­len wie man selbst, und einer Bewegung, die es für eine gute Idee gehal­ten hat, alle umzu­brin­gen, die den­sel­ben ein­ge­bil­de­ten Freund falsch anbe­ten, auf mich jetzt nicht, aber ich bin auch kei­ne Bischöfin.


Lärm gefäl­lig? Pornohelmut!

Sonstiges
Medienkritik CXVII - Glück gehabt: Onlinezeitungen wol­len mich nicht als Leser.

Wenn jemand - wie zum Beispiel die­ser Tage erst ich - sich wenig­stens theo­re­tisch dafür inter­es­siert, zwecks bes­se­rer Informiertheit von dem Onlineangebot irgend­ei­ner der nam­haf­ten deutsch­spra­chi­gen Zeitungen Gebrauch zu machen, dann muss man das zunächst ein­mal für sich selbst recht­fer­ti­gen: Lohnt es sich, Geld für Medien aus­zu­ge­ben, die man dann, geht es nach den Verlagen, nicht ein­mal ver­lin­ken darf?

Hat man sich dann schließ­lich trotz­dem dafür ent­schie­den, steht die Analyse der ver­füg­ba­ren Onlineangebote an. ‘Medienkritik CXVII - Glück gehabt: Onlinezeitungen wol­len mich nicht als Leser.’ weiterlesen »

ComputerIn den NachrichtenMontagsmusik
Zombi - Earthscraper // Von Messeraffen und Datenbankaffen

"My heart will go ooooooon"Es ist Montag. 2020 hat jetzt nicht nur einen mög­li­cher­wei­se bevor­ste­hen­den Vulkanausbruch auf Island, eine Pandemie und irgend­wel­che poli­ti­schen Spinner zu ver­zeich­nen, son­dern auch noch Messer schwin­gen­de Affen in einem Safaripark. Dagegen hilft nur eins: Wir müs­sen Pandabären mit noch effi­zi­en­te­ren Waffen aus­stat­ten und sie dort für Ruhe sor­gen las­sen. Niedlich und töd­lich - was will man mehr?

Auch nied­lich: Neben Garmins, deren Server seit Tagen von einem Angriff betrof­fen sind (also: irgend­ein Depp mit zu vie­len Rechten hat auf irgend­ei­nen Mist geklickt), sind neu­er­dings auch vie­le ande­re Server zer­mi­aut wor­den. Zu nie­man­des Überraschung ist es gar kei­ne beson­ders gute Idee, Datenbanken ohne IP- und/oder Passwortschutz im Internet ver­füg­bar zu machen. Die Größe mei­nes Mitleids ver­hält sich umge­kehrt rezi­prok zum ent­stan­de­nen Schaden. Der schreck­li­che „heise“-Verlag meint der­weil, es sei eine gute Idee, dass man gesam­mel­te sel­fies jetzt auch vor Gesichtserkennung schüt­zen kann, kommt aber nicht auf die Idee, dass man auch ganz ein­fach dar­auf ver­zich­ten kann, andau­ernd sein Gesicht in irgend­wel­che Kameras zu hal­ten. Denjenigen, die von die­sem Gesicht pro­fi­tie­ren, kann man dank noyb jetzt end­lich den Stuhl unter dem Hintern weg­kla­gen. Danke nach Wien! (Dass ich das mal schrei­be, erschüt­tert mich selbst.)

Kitsch dür­fe über­all sein, nur nicht in der Politik, ist im Feuilleton einer grö­ße­ren aus­län­di­schen Zeitung zu lesen. Die ehe­ma­li­ge Feuilletonzeitung „FAZ“ indes stell­te neu­lich fest, dass TikTok bei Jugendlichen beliebt, aber in der Weltpolitik umstrit­ten sei. Das hät­te selbst ich kaum vor­sich­ti­ger aus­drücken können.

Zum Glück auch in der Weltpolitik umstrit­ten, aber deut­lich bedeu­ten­der als wenig­s­ekün­di­ge Lippenbewegungsvideos ist auch in die­ser jun­gen Woche: Musik.

ZOMBI - Earthscraper (Official Music Video)

Guten Morgen.

Politik
Medienkritik in Kürze: Likeschuld

Eine Journalistin, die mit offen­kun­dig staats­feind­li­chen Gruppen ver­netzt ist, indem sie ihnen auf Twitter folgt, fin­det, ein Oberstleutnant der Bundeswehr dür­fe sich auf dem min­de­stens genau so ega­len Instagram nicht mit offen­kun­dig staats­feind­li­chen Gruppen ver­net­zen, indem er irgend­wo ein Herzlein setzt.

Ich wage fast nicht zu fra­gen: Könnte es sein, dass die Gesellschaft momen­tan noch etwas irrer ist als noch vor einem Jahr?


Nachtrag: Dieselbe Journalistin vor einem Jahr: Erschreckend, wie weit Erdoğans Überwachungssystem reicht!

Musik
Hirnfick 2.0 streamt jetzt auch nicht abge­sag­te Veranstaltungen

In der arte-Mediathek ist noch bis Jahresende ein Konzert des sehr guten Trios Gewalt zu sehen, das vor weit­ge­hend lee­ren Rängen im Rahmen des dies­jäh­ri­gen Moers-Festivals stattfand.

Und weil das Internet so was immer gleich raub­ko­piert, wird es hier noch 2021 zu sehen sein:

GEWALT - Live at moers festi­val 2020 - Full Concert - arte 05/30/2020

Gerne wie­der.

In den NachrichtenPolitik
Schon wie­der die Alliierten! (2)

Ah, der 20. Juli; tra­di­tio­nell der­je­ni­ge Tag, an dem den­je­ni­gen Versuchen, Adolf Hitler umzu­brin­gen, Tribut gezollt wird, die nicht erfolg­reich waren. Der amtie­ren­de Draußenminister der rechts­po­pu­li­stisch­sten SPD aller Zeiten ließ sich die­se Gelegenheit auch 2020 nicht ent­ge­hen und twit­ter­te von Privat- und Ministeriumsaccount, dass Claus Schenk Graf von Stauffenberg, ein mili­ta­ri­sti­sches Ekel, der im Erfolgsfall kei­nes­wegs Frieden und Demokratie in das Dritte Reich hin­ein­ge­tra­gen hät­te, heu­te gewür­digt wer­de und der­sel­be noch heu­te eine Vorbildfunktion haben müs­se. Was er damit wohl meint? - Dass die SPD es lie­ber gese­hen hät­te, hät­te das Dritte Reich den Zweiten Weltkrieg nicht so deut­lich ver­lo­ren, ist hier­bei sicher­lich ver­ständ­lich. Wenigstens das hat­te der Kosovo der Normandie vor­aus: Eine ein­zi­ge Front ist leich­ter zu halten.

Auch des Ministers lan­des­füh­ren­de Partei- und son­sti­ge Genossen aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg hal­ten von der Befriedung von Ländern nicht viel und fle­hen nach einer Abkehr der Vereinigten Staaten von der Demilitarisierung Deutschlands durch Donald Trump, wie andern­orts zu lesen ist:

Die Ministerpräsidenten vie­rer deut­scher Länder haben Mitglieder des U.S. Congress (…) dar­um gebe­ten, Pläne zu blockie­ren, US-ame­ri­ka­ni­sche Truppen aus Deutschland abzu­zie­hen. (…) „Wir ersu­chen Sie daher, uns zu unter­stüt­zen, da wir das Band der Freundschaft nicht zu zer­schnei­den, son­dern zu stär­ken, und die Präsenz der Vereinigten Staaten in Deutschland und Europa in Zukunft zu stär­ken beab­sich­ti­gen“, schrie­ben die Ministerpräsidenten von Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

(Übersetzung, wie auch die fol­gen­de, von mir, Originaltext hin­ge­gen nicht.)

Nun dau­er­te es, wie Geschichtsinteressierte wis­sen, nur weni­ge Tage, als der letz­te deut­sche Kaiser Wilhelm II. und der letz­te rus­si­sche Zar Nikolaus II. Telegramme aus­tausch­ten, in denen sie ein­an­der ihre gegen­sei­ti­ge Freundschaft aus­drück­lich ver­si­cher­ten, bevor Deutschland und Russland gegen­ein­an­der aus Bündnisgründen in den Ersten Weltkrieg zogen, und auch dies­mal geht es um den Iwan:

Letzten Monat sag­te Washington, das Vorgehen wür­de „die Russen noch mehr abschrecken, die NATO stär­ken, Verbündeten neue Sicherheit geben“.

Denn wenn uns eines im Jahr 2020 noch gro­ße und berech­tig­te Sorgen berei­tet, dann ja wohl, dass uns der Russe überrollt!

Was genau mein­te Willy Brandt (SPD) eigent­lich, als er sag­te, von deut­schem Boden dür­fe nie wie­der Krieg ausgehen?

In den NachrichtenMontagsmusikMusikPolitik
Le*Silo - Magic Carpet Ride (live) // Freundliche Funklöcher

MontagslächelnEs ist Montag. Susanne Hennig, bekann­te Blumenstraußwerferin und auch sonst mit bemer­kens­wert schlech­ten Manieren aus­ge­stat­tet, bekun­det auf Twitter, obszö­ne Gesten gegen­über einem poli­ti­schen Gegner sei­en eine anstän­di­ge Reaktion auf irgend­was. Ich wür­de Susanne Hennig gern durch einen Pandabären erset­zen. Die haben kei­ne aus­streck­ba­ren Mittelfinger und reden kei­nen Unsinn.

Die F.D.P. beklagt, dass es immer noch 4.440 Funklöcher in Deutschland gebe, obwohl der dama­li­ge Verkehrsminister doch schon 2015 ver­spro­chen habe, dass es bis 2018 kei­ne lästi­gen sol­chen mehr geben sol­le. Auf den logi­schen Schluss, dass die noch vor­han­de­nen Funklöcher viel­leicht gar nicht lästig, son­dern sehr ange­neh­me Gäste mit guten Manieren sei­en, kommt sie natür­lich wie­der nicht. Typisch! Cloudflare, das Unternehmen, des­sen Dienste vie­le Websitebetreiber gern in Anspruch neh­men, sorg­te unter­des­sen neu­lich mal wie­der dafür, dass eini­ge Internetdienste minu­ten­lang nicht funk­tio­nier­ten. Gibt es eigent­lich schon ein zwei­tes Cloudflare gegen Ausfälle von Cloudflare?

Kann Whisky Corona lin­dern? Vielleicht ja, ver­mut­lich aber nicht. Inzwischen ist man bei einer Schocktherapie ange­langt: Es wer­den Freiwillige gesucht, die sich frei­wil­lig Tim Bendzko angucken (und anhö­ren) wol­len. Hinterher will man gucken, ob sie von dem Scheißdreck Corona bekom­men haben. Sicher ist sicher.

Auch ich wie­ge in Sicherheit und las­se mich und euch die Woche mit viel bes­se­rer Musik begin­nen. Gern geschehen.

Le*silo „Magic Carpet Ride“

Guten Morgen.