NerdkramsNetzfundstücke
Smart an, Licht aus.

Zur lästigen EU-Datenschutzgrundverordnung, die offensichtlich jeder, der was mit Internet macht, zwei Jahre lang völlig verschlafen hat, empfehle ich sämtliche Blogartikel, die nach 2016 von aufgescheuchten Hühnern (sog. „Alphabloggern”) eilig unter großem Einsatz von Werbebannern und Influencerlinks ins Web geschmiert wurden, bis auf Weiteres zu ignorieren, denn das jeweilige Gegenteil des Geschriebenen ist nach aktueller Rechtsauffassung immer genau so falsch.

Stattdessen empfehle ich mit einem angenehmen Getränk in der Hand und guter Musik im Ohr vom Beckenrand zuzusehen, wie der nukleare Niederschlag dumme Geschäftsideen ertränkt:

Ich wollte Sie nur wissen lassen, dass Sie Ihre Lampen nicht mehr benutzen können, weil wir Ihre Daten verscherbeln und die DSGVO jetzt da ist.

(Freie Übersetzung von mir.)

Natürlich spricht nichts dagegen, auch weiterhin Kraftwerke und Herzschrittmacher an das Internet anzuschließen. Es ist nur zu hoffen, dass die jeweiligen Administratoren rechtzeitig in die angepasste Datenschutzerklärung einwilligen. :ja:


Was macht eigentlich die ehemalige Datenschutzaktivistin Katharina Nocun heute so? Richtig: Sie verschenkt in Zusammenarbeit mit dem Reklamevermarkter Mozilla ihre Bücher auf Twitter. Mit der Netzpolitik in Deutschland steht es anscheinend nicht zum Besten.

Netzfundstücke
Summa pfui laude

Was ich in Bezug auf die US-amerikanische Einkaufsgesellschaft im Übrigen auch nicht einmal in Ansätzen so recht zu verstehen vermag:

  • Was hat es mit der dortigen Rabattmarkenkultur wie nach dem Krieg sowie der Beschäftigung von bezahlten Begrüßern und Tütenpackern auf sich und wäre das nicht auch ein interessantes Modell zur Senkung der hiesigen Arbeitslosenzahlen?
  • Warum gibt es dort anscheinend in jedem beliebigen Supermarkt Abschlusskuchen, also besonders beschriftete Kuchen als Standardglückwunsch zum Bestehen von irgendwas?
  • Warum greift die Selbstzensur, das Überpiepen oder Wegsternen von vermeintlichen Igittwörtern, ausgerechnet in dem Land mit den Bier- und Waffennarren so weit um sich, dass selbst „Summa cum laude” den Filter nicht durchquert?

Darüber hinaus aber meine summam laudem der The-Root-Redakteurin: Ich weiß miserable Wortspiele sehr zu schätzen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: David Cross & David Jackson – Another Day

David Cross & David Jackson - Another DayWas macht eigentlich David Jackson?

Nachdem seine einstige Stammband Van der Graaf Generator sich, wie man hört, einigermaßen unfriedlich von ihrem überragenden Saxophonisten trennen musste, hatte er meine Aufmerksamkeit nur noch selten bekommen, etwa 2013 mit dem fürchterlichen „Gridlock”. 2018 ist ein gutes Jahr, daran etwas zu ändern, denn im Frühjahr dieses Jahres erschien „Another Day” (Amazon.de, TIDAL), ein Album, auf dem er nicht etwa als weitgehend egaler Gastmusiker zu hören ist, sondern sogar auf dem Titelbild zu lesen ist. Neben ihm ist dort auch ein anderer David namentlich abgedruckt, nämlich David Cross, in den 1970er Jahren Violinist für die damals schon bemerkenswerten King Crimson.

Ihnen zur Seite stehen Craig Blundell, der unter anderem für Frost* am Schlagzeug sitzt, und Mick Paul, ansonsten Bassist der David Cross Band. Gesang gibt es nicht, aber das stört kaum; stattdessen höre ich instrumentalen, ärgernisfreien und mitunter recht freiförmigen Progressive Rock mit einem nicht zu leugnenden Jazzeinschlag. Ich mag Jazz.

David Cross & David Jackson – Going Nowhere (2018) "Another Day" FLAC

Das Stück „Bushido” ist entsprechend selbstverständlich kein dummer Rap, sondern passt voll ins Konzept. Man möge nun nicht annehmen, dass auf „Another Day” nicht auch mal eskaliert würde: Etwa in „Breaking Bad” erlaubt sich die Band einen für dieses Album ungewöhnlichen Ausbruch. Insgesamt betrachtet haben wir es hier aber mit fast einer Stunde Wohlklang zu tun. Wer wäre ich, dies zu bemängeln?

Gefällt.

MontagsmusikNetzfundstücke
Hällas – Astral Seer

Huhu!Es ist Montag. Doch, wirklich! Damit dieser angemessen beginnen möge, habe ich in der vergangenen Nacht abermals ein wenig die Interna von WordPress beansprucht, um nicht mehr ständig hinter WPtouch aufräumen zu müssen. Beabsichtigter Nebeneffekt: Auf Smartphones sieht diese Website jetzt genau so schäbig aus wie auf einem richtigen Computer. Ich bitte vielmals um Nachsicht.

Auch auf anderen Kontinenten wird um Nachsicht gebeten: In Japan haben Züge nicht etwa mehrere Stunden Verspätung, sondern fahren mitunter auch zu früh los. Die dortigen Lokführer sind untröstlich, Seppuku ist allerdings aus der Mode gekommen. – Apropos „aus der Mode gekommen”: Beim ZDF wird jetzt fehlgegendert. Beim FreeBSD-Projekt können die nichts mehr werden.

Was auch nichts mehr wird, ist die hiesige Netzpolitik. Verschlüsselung von E-Mails wird kritisiert, weil es mit Aufwand verbunden sei. Autos und Wohnungstüren abzuschließen sei, stellt Fefe fest, jedoch auch Aufwand, dessen Notwendigkeit den meisten Menschen klar ist. Es wäre viel gewonnen, ließe man computerferne Menschen, die diese Analogie nicht verstehen, künftig nur noch in Berufen arbeiten, in denen sie an einem Computer keinen Schaden mehr anrichten können. Für russische Hacker wären sie aber immerhin ein viel zu langweiliges Ziel.

Keineswegs zu langweilig ist und bleibt Musik.

HÄLLAS – ASTRAL SEER (Official Video)

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Mondkalb royal.

Anscheinend haben die Macher von „heise online” („News und Foren zu Computer, IT, Wissenschaft, Medien und Politik”, ebd.) beschlossen, Martin Holland bevorzugt in Themenbereichen einzusetzen, mit denen er sich grob auskennt, und nicht mehr in physikalischen oder anderen „Nerd”-Themen.

Stattdessen durfte er gestern den Monarchisten unter den Lesern von „heise online” eine Freude machen:

Wenn sich der britische Prinz Harry und die US-Schauspielerin Meghan Markle am Samstag das Ja-Wort geben, können Interessierte hierzulande nicht nur im Fernsehen zuschauen, sondern auch auf Youtube.

Ist auf YouTube, ist also „IT-News”. Nur noch wenige Monate bis zu den ersten Schminktipps, nehme ich an.

Müde, so müde.

In den NachrichtenPolitik
Annahmen zum Linkssein (2): Sechzehn Prozent.

Die „Splitter- und Randgruppenpartei” (H. Danisch) SPD, eine der beiden „großen Volksparteien” also, erreicht, wie man heute in diversen Medien, die wegen des Leistungsschutzrechts oder aus anderen Gründen nicht verlinkt werden möchten, lesen kann, zurzeit bundesweit noch 16 Prozent der Stimmen in leider nicht ergebnisrelevanten Umfragen. In Berlin, wo sie zudem einen Teil der Landesregierung stellt, ist sie nur mehr die viertstärkste Kraft. Zu meinem Bedauern reichte es noch für einen eigenen Balken auf ARD und ZDF.

Im März 2018 schrieb ich:

Parteipolitik an sich ist nicht die Politik der Zukunft.

Es steht also außer Frage, dass der Niedergang der „Volksparteien” diejenigen Parteien am stärksten trifft, die sich durch aktive Politik hervortun. Je weniger Politik und je mehr Beliebigkeit verübt wird (wenngleich sich ausgerechnet die Bundes-SPD, wie gleichfalls heute in nicht verlinkt werden wollenden Medien zu lesen ist, von der Bundes-SPD-Forderung nach Familiennachzug für Gefährder momentan distanziert), desto weniger bemerken das Wähler. CDU und AfD sind nicht deswegen vergleichsweise stark, weil sie so schöne „Ideen” haben, sondern, weil von ihnen kaum jemand etwas mitbekommt; und das Umfragehoch der F.D.P. fand ein eher plötzliches Ende, als klar wurde, dass die Partei außer dem Herumzeigen ihres Vorsitzenden auch politisch irgendwas mitteilen möchte.

Vielleicht ist das der wesentliche Fehler des politischen Systems: Das verbissene Festhalten an der Vorstellung, als Partei könne man eine homogene Gruppe aus von anderen Gruppen sozial weitgehend abgeschotteten Menschen zielgerichtet vertreten. Die perfekte Partei hätte alle Flügel.


Nachtrag vom 12. Oktober 2018: „Die Epoche der Partei (und der Politik überhaupt) ist zuende, aber aus alter Gewohnheit und weil die betreffenden Institutionen noch vorhanden sind, gestikuliert man noch weiter in der bekannten Art.”

In den NachrichtenPolitik
Schlimmer Verdacht: Sind bayrische Politiker politisch motiviert?

Wie schlimm steht es eigentlich um Sachsen? So schlimm:

Die Anti-Terror-Fahrzeuge verfügen bereits jetzt über modernste Videotechnik und können Reiz- sowie Nebelgas verschießen. (…) Sie sollen mit Maschinengewehren ausgestattet werden. (…) „Sind zur Erfüllung der gesetzlich definierten Aufgaben der Polizei Maschinengewehre erforderlich”, sehe der Gesetzentwurf diese Möglichkeit vor.

In Sachsen regiert seit 2014 eine Koalition aus CDU und SPD. Sofern die Bundespolitik beider Parteien etwas über ihre Landespolitik in Sachsen aussagt, möchte ich an dieser Stelle aufs Schärfste kritisieren, dass mit solchen Mitteln gegen Arbeitslose vorgegangen wird.

Dass diese Nachricht während bundesweiter Proteste gegen das bayrische Polizeiaufgabengesetz veröffentlicht wurde, ist auch Kai Kollenberg von der „Freien Presse” nicht entgangen, und bis zum Bersten gefüllt mit Journalistik fragt er im selben Text:

Ist das bayerische Polizeigesetz politisch motiviert?

Aufmerksame Beobachter wissen, dass diese Frage nur rhetorisch gemeint sein kann: Als wäre jemals ein zu erlassendes Gesetz politisch motiviert gewesen! So ein Schlingel, der Kai Kollenberg.

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 15. Mai 2018

Der Anbieter von reCAPTCHA, einem Dienst, mit dessen Hilfe man verhindern können soll, dass Maschinen sich als Menschen ausgeben, prahlt mit einer Maschine, die sich als Mensch ausgeben kann. (via webshit weekly)


Baut mehr hässliche Websites!


Die australische Armee hat 1932 einen Krieg gegen Emus verloren.


Deutsche Hochschulen, Hort der Erziehung zu selbstständigem Denken: Die Universität Köln schreibt nun dort tätigen Bauarbeitern vor, was sie anziehen dürfen.


„warum zum hackenden henker muss ein kraftwerk oder ein wasserwerk übers internetz fernadministrierbar gemacht werden?!”


GnuPG ist kaputt – Signal nutzen? Signal ist kaputt – GnuPG nutzen!

In den NachrichtenNerdkrams
Medienkritik in Kürze: E-Mails missverstehen dank „heise online”.

Irgendwelche „Forscher” haben zu niemandes bleibender Überraschung herausgefunden, dass der bis heute nicht vernünftig standardisierte Denkunfall „HTML-Mails” sich mit den etablierten Sicherheitskonzepten S/MIME und GnuPG nur wenig gut verträgt, und auf einer fragwürdig gestalteten Website mit einem von ganzen zwei Personen „gestalteten” Logo dieses „Problem” unter dem Namen „EFAIL” beschrieben. (Vaschtehnse, „E-Mail”, „E-Fail”, tihihi.)

In den dortigen FUCK FAQ ist zu lesen, dass ein Schutz gegen die mögliche Entschlüsselung vorrangig dadurch gegeben sei, dass man in seinem Mailclient die Anzeige von HTML-Mails unterbindet, was in den meisten mir bekannten Exemplaren dieser Art Software ohne großen Aufwand möglich ist.

Oder man hält sich an die Empfehlungen vom ehemaligen Fachmagazin „heise security”:

Als grundsätzliche Alternative bietet sich die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung des Messengers Signal an. Diese setzt – anders als OpenPGP und S/MIME – Kryptografie nach aktuellen Stand der Technik um und ist vor den bei E-Mail jetzt diagnostizierten Problemen gefeit.

Messenger – vor allem Signal – sind die Zukunft, denn sie sind sicher vor Angriffen auf HTML-Mails; schon, weil sie gar keine freie Textformatierung unterstützen. Ein bisschen wie vernünftig eingestellte E-Mail-Programme also.

Aber wer benutzt schon noch E-Mail-Programme, wenn es doch Messenger gibt? :ja:

In den NachrichtenMontagsmusik
Dot Legacy – Grey Cardinal

Kann man schon Kaffee?Es ist Montag. Beleidigen will gelernt sein. Schade, dass man den Montag nicht anrufen kann. Was man, andererseits, auch nicht anrufen kann: Pandabären. So toll kann dieses Anrufen also gar nicht sein.

Auch nicht so toll ist, was über das geistige Moorhuhn „Bibi” – sie hat ihr Studium in Firlefanz „aufgrund ihrer erfolgreichen Internetaktivitäten”, wie es in der Wikipedia zurzeit formuliert ist, abgebrochen – in den einschlägigen Medien zu lesen ist: Sie erwarte Nachwuchs, womöglich mit Absicht, und bekommt von anderen verzichtbaren „Influencern” hierfür manchen Zuspruch. Sie wird wohl allmählich zu endezwanzig für Schminkvideos. Welche Auswirkungen diese Neuigkeit auf ihre vielen Anhängerinnen haben wird, bleibt abzuwarten. Wer, das sollte nicht ungeschrieben bleiben, seine Zukunft vorzeitig auf die Voraussetzung stellt, dass ein finanzorientierter Anbieter von Bewegtbildern noch für lange Zeit bereit ist, Reklame für abwaschbare Ersatzgesichter zu belohnen, der ist trotz allen schnellen Reichtums und sonstwie augenscheinlich glamourösen Lebens zu bedauern.

Apropos Kanaillen: Laut der CSU gibt es ein „Bayern-Gen”, das unter anderem das CSU-Wählen bedinge. Offenbar gibt es in Teilen Deutschlands tatsächlich ein Problem mit fremden Kulturen. Eine Obergrenze für Träger des „Bayern-Gens” würde sicherlich sowohl Rassisten als auch ihre politischen Gegenspieler in Zustimmung vereinen. – Dazu passt: Die besten Teams für den Cyber-Krieg bestehen aus sozial Gestörten. Die, die nicht am Krieg teilnehmen möchten, finden sich stattdessen auf irgendwelchen Mailinglisten ein und lassen sich dort von Richard M. Stallman die Hackerkultur erklären. Soziale Gerechtigkeit macht anscheinend humorlos.

Am vergangenen Wochenende „gewann” irgendein Land den Wettstreit der belanglosen Liebesschnulzen. Sollte unter meinen Lesern einer sein, der sich für dessen Kenntnisnahme nicht zu schade war, so möge er sich an dieser Stelle mit Spott bedacht fühlen und sein Wissen bitte keineswegs weitergeben. Uns Übrigen eröffnet sich eine weitere Woche voller großartiger Musik.

Zum Beispiel dieser:

Dot Legacy – Grey Cardinal (To The Others album 2016) – heavy progressive Stoner Rock from France

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Messa – Feast for water

Messa - Feast for waterDie Musikgruppe Messa hatte auf diesen Seiten erst Ende April den Platz als Spenderin der Montagsmusik eingenommen, ihr feines „Babalon” gehört sicherlich nicht zu den schlechtesten Stücken italienischer Musikkunst. Im Jahr 2018 erschien ihr neues Album „Feast for water” (Amazon.de, Bandcamp, TIDAL), das ich auf keinen Fall unempfohlen lassen möchte.

Es beginnt mit einem Plätschern: „Naunet” könnte als Titelstück von „Feast for water” durchgehen, denn ein Lied gleichen Namens ist auf dem Album nicht zu finden. Zu ein wenig Streichermusik wird also vorgenanntes Geräusch eingespielt. Beides zusammen wird zu einem seltsamen Lo-fi-Pfeifen und leitet so, sozusagen als intro, das erste eigentliche Stück „Snakeskin Drape” ein, in dem zwar auch noch ein wenig Wasser zu hören ist; dann aber beginnt die Gruppe ihren schwer zu widerstehenden, sehr dunklen Postrock (oder ist das schon Postpunk?) zu Gehör zu bringen und nimmt umgehend gefangen.

MESSA "Leah" Official videoclip 2018

Auf „Feast for water” gibt es nur wenig Eskalation („Tulsi”), jedoch immer wieder auch ruhige Momente, die ihre Stimmung daraus ziehen, dass eigentlich nichts passiert („She Knows”), aber Messa lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass das zum Konzept gehört. Das alte Laut-Leise-Spiel haben andere Bands schon zur Genüge durchexerziert, nach Perlen muss man inzwischen etwas tiefer tauchen. Wo andere Vertreter ihres Stils (um nicht schon wieder „Genres” zu erfinden) entweder aggressiv oder weinerlich zu Werke gehen, versuchen Messa ihre ganz eigene Gefühlswelt zu erschaffen und schaffen das sogar. Sie selbst nennen das, was sie hervorbringen, „Dark Jazz” und gegen Jazz gibt es von mir schon aus Prinzip kein böses Wort.

"The Seer" – MESSA album: Feast for water

Je mehr Musik ich höre, desto schwerer bin ich, dies hoffe ich jedenfalls, zu beeindrucken. Messa überspringen diese Hürde ohne sichtliche (hier: hörbare) Mühe. Bonuspunkte gibt es für die Unmöglichkeit, „Feast for water” als Hintergrundmusik zu missbrauchen: Nicht hinzuhören gelingt nicht. Meinen Dank und meine Anerkennung sende ich hiermit also nach Italien und meine Empfehlung an die Leser. Möge sie zünden!

In den NachrichtenPersönliches
Kurz angemerkt zum Recht auf Rausch

Während Bierbrauer sich überrascht zeigen, dass Schriftzeichen auf Flaggen eine Bedeutung haben können, nutzten Menschen, die für das fragwürdige Recht einstehen, anderen Leuten, die sich schon am befreienden Duft von Tabak und Teer nicht so recht erfreuen können, künftig auch sonstige Substanzen in die Atemluft zu blasen, wie jedes Jahr das erschreckend erträgliche Wetter für einen ihrer Aufmärsche, und obwohl ich jedes Verständnis für die Idee habe, dass es, wenn schon die Tödlichkeit von Zigaretten bereits mit aufgedruckten Warnhinweisen politisch akzeptiert wird, eine bedauerliche Fehlentwicklung ist, dass erstens man sich und andere mit Tabakqualm, nicht aber nur sich selbst mit Heroin oder Kokain, als läge die Entscheidung über die Duldung allein in der Größe und Kaufkraft der agierenden Lobbyisten und als wäre die Besteuerung von Heroin und Kokain also alles, was sie von einer hiesigen Legalisierung trennt, umbringen darf und zweitens Herstellung und Vertrieb von hochprozentigem Fusel, der allein den Zweck der Selbstvergiftung erfüllt, was auf uns Single-Malt-Genießer ein eher schäbiges Licht wirft, obwohl wir jeweils aufzuhören zu trinken versuchen, bevor wir eine Wirkung bemerken, weil uns alles Weitere des Genusses beraubte, erlaubt bleibt, schlüge ich, würde ich gefragt, eine Ergänzung zur Forderung der Cannabisbefürworter vor, die besagte, dass erlaubt sein möge, was niemanden stört, also zunächst einmal alles, was geruchsarm zu konsumieren ist, und anschließend alles, was in den eigenen vier Wänden stattfindet, und alles Weitere in dem Moment, in dem es – nicht: der Konsument selbst, denn für dessen etwaige, legale Dachschäden sind bereits Spezialisten verfügbar – irgendeinem unbeteiligten Passanten die Lebensqualität einschränkt, mit hohen Strafen belegt werden sollte, aber aus genau diesem Grund werde ich wahrscheinlich nicht gefragt; Glück gehabt.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Medienkritik in Kürze: Vatertag gegen Muttertag, Gewalt gegen Blumen.

Der Binsenweisheit, dass der Unterschied zwischen Vater- und Muttertag vor allem der sei, dass Väter am Vatertag etwas mit ihren Kindern unternehmen und Mütter am Muttertag bloß mit Blumen und Essen beschenkt werden wollen, sei ein Überblick über die aktuellen Nachrichten hinzugefügt:

Vatertag:

  • „(…) das hier sind die abgefahrensten Bollerwagen” („watson”)
  • „Wenn Pinkeln ohnmächtig macht” („NDR.de”, Rubrik „Ratgeber”)
  • „Alkohol: Die Deutschen trinken nicht nur am Vatertag” („Euronews”)
  • „Bügeleisen für die Mama und Bier für den Papa” („Stuttgarter Nachrichten”)
  • „Vatertag startet ruhig” („RTL Online”)
  • „Vatertag: Von Freiheit und Vögeln” („Westdeutsche Zeitung”)
  • „Promille nach Vatertag und Biergarten: Was der Restalkohol-Test am nächsten Morgen verrät” („stern TV”)
  • „Prügeleien am Vatertag” („NDR.de”)
  • „Vatertag im gestohlenen Rollstuhl gefeiert” („WELT ONLINE”)
  • „Wüste Prügelei: Polizeieinsatz am Vatertag” („NDR.de”)
  • „33 Einsätze am Vatertag wegen Körperverletzungen” („RTL Online”)
  • „52 Verletzte in Brandenburg” („RTL Online”)
  • „Ausflügler feiern am Vatertag im ganzen Land friedlich” („Antenne Niedersachsen”)
  • „Der Vatertag endet mit Gewittern” („rbb|24”)
  • „Tipps gegen den Kater” („SPIEGEL ONLINE”)

Muttertag:

  • „Muttertag 2018: Die schönsten Geschenkideen” („T-Online”)
  • „Wiesenblumen zum Muttertag” („SZ-Online”)
  • „Bügeleisen für die Mama und Bier für den Papa” („Stuttgarter Nachrichten”, passt auch hier)
  • „Muttertag: Das Geschäft mit den Blumen” (ZDF, „morgenmagazin”)
  • „Muttertag: 14 Last-Minute-Geschenkideen für alle, die super spät dran sind” („ZEITjUNG”)
  • „Danke Mama! Schöne Geschenkideen zum Muttertag” („bento”)
  • „Fünf Ideen für selbst gebastelte Geschenke zum Muttertag” („T-Online”)
  • „Mütter fliegen am Muttertag billiger” („Main-Post”)
  • „Leckerer Erdbeerkuchen pünktlich zum Muttertag” („5vier.de”)
  • „Blumen und ihre Bedeutung – Welches ist der richtige Strauß?” („Stuttgarter Zeitung”)
  • „Geschenk zum Muttertag: Das sind die besten Bücher” („FOCUS Online”)
  • „Geschenkideen zum Muttertag aus der BRIGITTE-Redaktion” („Brigitte”)

Lidl, heißt es beim „HORIZONT”, trete „zum Muttertag ins Klischee-Fettnäpfchen”, indem die Ladenkette „sexistische Kackscheiße”, was der brüllfeministische Begriff für „traditionelle Frauendinge” ist, verkaufe. Die haben vielleicht einfach zu viel Zeitung gelesen.