In den Nachrichten
Abendländisches Traditiönchen

Gute Nachrichten für die Freunde empi­ri­scher Forschung, schlech­te Nachrichten für die Vertreter der erschreckend ver­brei­te­ten Theorie, dass es bereits als „Tradition“ zählt, wenn man - wie unse­re Vorfahren im 8. Jahrhundert vor die Wahl gestellt, ob man künf­tig an einen Gott, des­sen Name („PIPI“, wäre mir auch pein­lich) nicht genannt wer­den darf, „glau­ben“ oder einen Kopf kür­zer gemacht wer­den möch­te - sich für besag­ten Gott ent­schei­det: Gerade ver­liert die „christ­li­che“ Kirche der­art schnell der­art vie­le Mitglieder, dass man in Köln frü­he­stens im Mai rauskommt.

Das muss die­ser freie Westen sein.

Mir wird geschlechtPolitik
Mehr Jans für Deutschland! (6): Wegweiser für die Rolle rückwärts

Das Bundesverfassungsgericht (sinng.):

Frei gewähl­te Männer dür­fen auch Frauen ver­tre­ten (und anders­rum). Ein Parlament muss des­we­gen nicht genau so zusam­men­ge­setzt sein wie das Volk.

Die Bremer Landesfrauenbeauftragte (sinng.):

Wohohl!

Ein Wegweiser sei das, froh­locken die ange­schlos­se­nen SPD-nahen Zirkel, und sie mei­nen damit nicht, dass sie aus­nahms­wei­se mal das Grundgesetz ein­hal­ten wol­len. Das wäre ja unfair.

(Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5)

KaufbefehleMusikkritik
Musik 12/2020 - Favoriten und Analyse

Dieser Artikel ist Teil 24 von 24 der Serie Jahresrückblick

Na gut, wenig­stens eine spä­te Musikrückschau für das schreck­li­che Jahr 2020 gibt es - nur gering­fü­gig ver­spä­tet - doch noch. Man ver­zei­he mir, dass sie kür­zer ist als sonst - bei eini­gen ande­ren Alben konn­te ich nicht an mich hal­ten und ließ mich zu einer Rezension prae­cox hin­rei­ßen. Man wüh­le in der Blogkategorie, so’s gefällt: Von Eminem über das gar nicht so geschrie­be­ne Kombynat Robotron bis hin zu - obwohl deutsch­spra­chi­ger Gesang nach­weis­lich krank macht - den Die Ärzte war sti­li­stisch alles Notwendige dabei, sogar ein biss­chen Postrock. Mir sei ver­zie­hen, dass ich auf ver­än­der­te Hörgewohnheiten auch dies­mal kei­ne Rücksicht neh­me: Ist ein Stück län­ger als vier Minuten, so wird es hier trotz­dem zum Reinhören emp­foh­len; nicht (nur), weil ich Sadist bin, son­dern auch, weil ich Musik mag.

‘Musik 12/2020 - Favoriten und Analyse’ weiterlesen »

In den NachrichtenNerdkrams
Kurz ange­merkt zum Ändere-dein-Passwort-Tag 2021

Wer anstel­le grif­fi­ger Phrasen - und sei es nur „Dies ist mei­ne Passphrase für tuxproject.de.“ - auf media­len Rat hin Passwörter ver­wen­det, die für Menschen schwer zu mer­ken, für Maschinen aber leicht zu errech­nen sind, und dar­um auf die Hilfe eines Passwortmanagers, der neu­zeit­li­chen Entsprechung einer Klebenotiz unter der Tastatur, ange­wie­sen ist, der soll­te in Erwägung zie­hen, nicht nur ein ande­res System zur Passwortvergabe, son­dern auch ein ande­res Medium zu verwenden.

In den NachrichtenMontagsmusik
Holy Mountain - Silent Hawk (live) // Sexklickapp

MontagslächelnEs ist Montag. Die rot-grü­ne Hamburger Regierung hat den Antrag von CDU und Linken auf Unterbringung von Obdachlosen in zur­zeit unge­nutz­ten Hotels abge­lehnt. Ich emp­feh­le das bei der näch­sten Wahl zu berück­sich­ti­gen. Eigentlich müss­te hier jetzt die wöchent­li­che Überleitung zu Pandabären kom­men, aber Pandabären brau­chen kei­ne Überleitung. Es sind schließ­lich Pandabären.

YouTube löscht neu­er­dings Däumchenrunters, wenn sie wie Spam aus­se­hen. Ich wünsch­te ja, Spam beschränk­te sich auf Däumchen auf Videoplattformen; ande­rer­seits gehört YouTube dem welt­größ­ten Reklamevermarkter, inso­fern erüb­rigt sich die­se Überlegung. Die Europäische Union arbei­tet wäh­rend­des­sen dar­an, künf­tig pri­va­te Chats ent­schlüs­seln zu dür­fen. Haha, die­se Briten. So doof, die­ser EU-Austritt. Hahaha.

Derweil bei Twitter: Eine Autorin und Podcasterin teilt mit, dass sie dadurch, dass sie nicht hin­rei­chend schwarz sei, Schmerz zufü­ge, und meint damit wahr­schein­lich die­je­ni­gen, die den Quark ver­se­hent­lich lesen. Der Vorturner des skru­pel­lo­sen Axel-Springer-Konzerns hat­te der­weil eine Epiphanie und sprach ins ZDF hin­ein, „Überwachungskapitalismus“ wer­de zu einem „gesell­schaft­li­chen Problem“. Heißt das, die auf Bestreben des skru­pel­lo­sen Axel-Springer-Konzerns ent­stan­de­nen Internetreformgesetze wer­den zurückgezogen?

Für den näch­sten James-Bond-Film muss noch mal nach­ge­dreht wer­den, weil der im Film zu sehen­de Champagner ver­al­tet ist. So weit, dass ich der „Süddeutschen Zeitung“ (bei Fefe ver­linkt) sogar inhalt­lich zustim­men muss, hät­te es nie­mals kom­men dür­fen. 2021 regt mich jetzt schon auf. Es könn­te frei­lich schlim­mer sein, man könn­te Däne sein: In Dänemark gibt es jetzt eine app, auf der man rum­drücken soll, bevor man sich dem Beischlaf hin­gibt. Niemand soll noch behaup­ten kön­nen, die Deutschen sei­en nicht romantisch.

Eine gute Nachricht gibt es aller­dings doch noch zu ver­mel­den: Schallplatten und Plattenspieler erfreu­en sich wei­ter­hin wach­sen­der Beliebtheit. Das muss gefei­ert wer­den, zum Beispiel mit Musik von Platte.

HOLY MOUNTAIN - Silent Hawk - Rockpalast/Eurosonic 2013 [HDadv]

Guten Morgen.

Netzfundstücke
Dumbo, Peter Pan und der Triumph des Willens.

So weit, so bemer­kens­wert, Disney…

Schon vor län­ge­rer Zeit hat Disney damit begon­nen, vor Filmen mit kli­schee­haf­ten Darstellungen Warnhinweise ein­zu­blen­den. Die Disney-Zeichentrickfilme Aristocats, Das Dschungelbuch, Dumbo, Peter Pan sowie Susi und Strolch wer­den nicht län­ger in Kinderprofilen ange­zeigt. Eine Suche gezielt nach die­sen Filmen lie­fert kei­ne pas­sen­den Treffer.

…, aber könn­te man mit der­sel­ben Begründung …

„Anstatt die­se Inhalte zu ent­fer­nen, ist es uns wich­tig, ihre schäd­li­chen Auswirkungen auf­zu­zei­gen, aus ihnen zu ler­nen und Unterhaltungen anzuregen[.]“

… nicht auch NSDAP-Propagandafilme zeigen?

In den NachrichtenWirtschaft
Wie die Börse in der Krise funk­tio­niert (2)

Fast rich­tig, Jens Rabe:

Börsenexperte Jens Rabe sag­te, der Höhenflug der Gamestop-Aktien scha­de dem Ansehen der Börse, da der Vorgang als „Zockerei“ wahr­ge­nom­men werde.

Aber inwie­fern das Wetten auf fal­len­de Kurse, dem die zahl­rei­chen GameStop-Käufer gera­de mit­tels akti­ven Wertpapierhandels einen Riegel vor­schie­ben wol­len, bis­her nicht als „Zockerei“ wahr­ge­nom­men wor­den sein soll, erschließt sich mir nicht - ist das nicht der Sinn die­ser Wetten?

Und wel­ches Ansehen überhaupt?

In den Nachrichten
Datenstrategen

Die Datenstrategie der Bundesregierung ist da. Zur Freude der Einwohner länd­li­cher Gebiete sowie der Schulen sind auch Infrastrukturmaßnahmen ein wesent­li­cher Teil derselben.

Wie? Nein, kei­ne Glasfaserleitungen in den wei­ßen Flecken. Viel zu teu­er. Stattdessen:

Hierzu gehö­ren Vorhaben zu Quanten- und Hochleistungsrechnern, aber auch das Projekt Gaia-X.

Und auch der Umgang mit Daten soll ver­bes­sert werden:

Hier geht es dar­um, die Rahmenbedingungen dafür zu set­zen, dass mehr Daten ver­ant­wor­tungs­voll und nach­hal­tig genutzt und geteilt wer­den können[.]

Denn wenn eins zu wenig geteilt wird, dann ja wohl mehr Daten!


Angst um das Fernsehen? Keine Sorge, das Wesentliche ist gesi­chert:

Der MDR kürzt kei­ne Gehälter, aber Innovationen.

Wo bleibt eigent­lich die Revolution?

In den NachrichtenNetzfundstückePolitik
Liegengebliebenes vom 26. Januar 2021

Die Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung (CSU) wird mor­gen die Datenstrategie der Bundesregierung öffent­lich zur Diskussion stel­len - und zwar exklu­siv in einem US-ame­ri­ka­ni­schen sozia­len Netzwerk, das nur für iPhone-Nutzer zugäng­lich ist. Passt irgendwie.


„funk“, ein „Angebot“ aus der Grundversorgung, hat einen - vor­ran­gig auf Facebook zu sehen­den und daher hier nicht direkt ver­link­ten - Beitrag über Schimpfwörter ver­fasst, die dis­kri­mi­nie­rend und daher ver­let­zend sein könn­ten (als wäre das nicht genau der Zweck hin­ter den mei­sten Schimpfwörtern). Netterweise wur­den auch dis­kri­mi­nie­rungs­freie Alternativen genannt. Eine die­ser Alternativen, näm­lich „Warmduscher“, wur­de nun aber wie­der­um aus der Liste der Alternativen gestri­chen, weil irgend­wel­che Brauseköpfe der Ansicht sind, mit die­sem Wort dis­kri­mi­nie­re man Homosexuelle. Als wür­den Heterosexuelle nur kalt duschen!


Noch ein Link zu Twitter: Eine „Klimaaktivistin“ klagt offen­bar nach einer Überdosis US-Boulevardblätter, im Bundestag gebe es „kaum BIPoC“, wobei die Abkürzung für „Schwarze, Indigene und Farbige“ steht. In Deutschland gibt es aber gar kei­ne indi­ge­nen Völker - sind ihre Mitglieder damit nicht eigent­lich bereits ab dem ersten Abgeordneten deut­lich über­re­prä­sen­tiert?


Tolle Idee von Verena Friederike Hasel („ZEIT ONLINE“): Neuseeland, kom­plett von Wasser umge­ben und mit einer Bevölkerungsdichte von weni­ger als einem Zehntel Deutschlands befüllt, hat die Coronapandemie mit einem effi­zi­en­ten lock­down halb­wegs unter Kontrolle bekom­men. Warum macht Deutschland das - Wassergraben drum­rum und Einwohner ver­rin­gern - nicht auch?


Wer und/oder was pro­fi­tiert anteils­mä­ßig eigent­lich am mei­sten vom WhatsApp-Exodus? Na klar: ICQ!

Netzfundstücke
We Butter The Bread With Butter - Ich mach was mit Medien // Glubschgott

Frühstück!Es ist Montag. Bei Herstellern von „smar­ten“ Heimkameras, die fort­wäh­rend Innenaufnahmen der intim­sten Lebensbereiche ins Internet zu fun­ken ver­mö­gen, arbei­ten nach­weis­lich und wenig über­ra­schend Menschen, die es eigent­lich ganz inter­es­sant fin­den, wenn jemand, den er für attrak­tiv hält, beim Bumsen zu beob­ach­ten ist. Mein Verständnis hält sich in Grenzen: Warum fil­men die nicht statt­des­sen flau­schi­ge Pandabären?

Das geht gut los: Eine Rede von Joe Biden wur­de beim Übersetzen fehl­ge­gen­dert. Andererseits: So inter­es­sant war der Inhalt nun auch nicht, dass er nicht hät­te ver­fälscht wer­den dür­fen. Anderswo hat man inzwi­schen einen Kopf mit Glubschaugen aus­ge­bud­delt und mut­maßt nun, es hand­le sich um ein Abbild eines Gottes. Sollte das stim­men, so kann ich gut ver­ste­hen, war­um sich man­che Gottheit ein Bild(nis) von sich verbittet.

Apropos häss­lich: Die Partei, die Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht umge­bracht hat, prü­fe, „berich­tet“ die „taz“, ein Verbot der Antifa. Seltsam dar­an ist aber eigent­lich nur, dass immer noch irgend­je­mand die SPD für links hält. Was muss sie denn noch alles anstel­len? - Neu und viel wit­zi­ger in der Schweiz: Gebt euren Kindern einen beklopp­ten Namen, dafür gibt es Gratiskatzenvideos für die Eltern; und ich Naivling hielt „Urs“ schon für eine wun­der­li­che Kindesbenennung. „Twifius“ hin­ge­gen ist ein Name, mit dem man höch­stens noch Musiker wer­den kann. Musiker mögen ja skur­ri­le Namen.

Zum Beispiel „We Butter The Bread With Butter“.

WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER - Ich Mach Was Mit Medien // Official Lyric Video // AFM Records

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Kerzen statt Klatschen

Dass Teeren und Federn und den Geteerten und Gefederten mit Schimpf und Schande des Landes zu ver­wei­sen aus der Mode gekom­men sind, ist zur­zeit ins­be­son­de­re des­halb bedau­er­lich, weil in der Filmreihe zum Schwerpunkt Corona unter dem Jubel Fachfremder, die auch mal wie­der in der Presse auf­tau­chen wol­len (etwa Schauspielerinnen), nach dem gro­ßen Erfolg von „Jubel ist Lohn genug“ anstel­le einer schnel­len und effi­zi­en­ten Durchimpfung, wie es etwa in Israel pas­siert, die Fortsetzung „Lüften, teu­re Masken von frag­wür­di­gem Mehrwert oktroy­ie­ren und für die, die es nicht geschafft haben, Kerzen anma­chen“ gedreht wird.

Nerdkrams
Entspannung dank Technik

Nicht aus­zu­den­ken, wie ange­strengt vie­le mei­ner Mitmenschen den Tag begin­nen müs­sen, weil auf Twitter wie­der irgend­ein Unsinn her­um­ge­reicht wur­de, den sie - noch müde - ver­se­hent­lich auf­ge­ru­fen haben und dann nicht so dar­an erin­nert wur­den, dass sie sich wenig­stens 2021 ja von Boulevardblättern fern­hal­ten wollen.