Netzfundstücke
Lithiumakkus gegen Rechts!

Der Beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg gegen Antisemitismus „informiert“:

Wenn wir den Antisemitismus global und glaubwürdig bekämpfen, für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einstehen wollen, dann muss dies auch stärkere Anstrengungen für die Wende zu erneuerbaren Energien und die Dekarbonisierung bedeuten.

Wenn man nichts als einen Hammer hat, dann ist die Welt plötzlich voller Nägel.

In den NachrichtenWirtschaft
Das Bentleyproblem

In welcher Art von Gesellschaft leben wir eigentlich, wenn Karl Lauterbach, Herr der Fliegen und SPD-Oberkasperkandidat, als Reaktion auf die Vorstellung einer neuen Elektroautostudie von Bentley (im Besitz von Volkswagen, das wiederum zu 20 Prozent dem Land Niedersachsen gehört, dessen Ministerpräsident Stephan Weil, SPD, ist – dies nur zur ungefähren Relation) zunächst einmal die persönliche Meinung ausgerechnet auf Twitter kundtut, dass man „als Verbraucher“ die Hersteller solcher Autos aus Klimagründen nicht nur boykottieren sollte, was der verbleibenden SPD-Wählerschaft sicherlich ein großes Opfer abverlangt, sondern dass überdies „gerade Luxus“ in Zukunft klimaneutral zu sein habe, als stammten die menschlichen Einflüsse auf die derzeitige Wetterentwicklung vor allem von einem Übermaß an sehr teuren Elektroautos?

NetzfundstückePiratenpartei
Katzenpolizei

Mir ist nach einer kleinen Aufmunterung zumute. Was macht die Piratenpartei?

wir machen schon seit Monaten keinen unüberlegten Scheiß. Das macht langsam ein bisschen nachdenklich.

Ach, hm. Dann gucken wir mal, was der Rest der Welt so macht:

Die kanadische Polizei lässt während einer live übertragenen Pressekonferenz zu Morden auf der Autobahn den Katzenfilter eingeschaltet.

(Blöde übersetzt von mir.)

Wie niedlich! :)

Ich habe nichtsdestoweniger ein wenig Respekt vor der Zukunft, in der die Zuständigen niemals eine Welt ohne Instagram, Snapchat und Sätze, in denen Emojis Satzzeichen ersetzen, kennengelernt haben. Dann wird es Absicht sein.

In den NachrichtenMontagsmusik
65daysofstatic – Prisms // Schwul ist zu wenig.

"Ugh!"Es ist Montag. Das Wirtschaftsministerium findet offenbar, Menschenrechte seien Arbeitnehmern eher nicht von großem Nutzen. Ein Wochenbeginn bereitet, wenn man gut informiert ist, doch gleich doppelt so viel Freude. Früher beschrieb ich an dieser Stelle gern eine Stimmung mit einem Mond und einem Käuzchen. Ich sollte dazu zurückkehren.

Da allsommerlich nahezu überall irgendwelche „CSD-Paraden“ stattfinden, genehmige ich mir ausnahmsweise mal wieder einen Verweis auf Hadmut Danisch, der sachdienlich darauf hinweist, dass die Unterdrückung der Schwulen zurzeit auch und gerade von queeren „Aktivisten“ auszugehen scheint, die ihre Sexualität zu ihrem wesentlichen Lebensinhalt erklärt haben. Es ist wenig erstaunlich, dass man davon wenig liest: Schwul zu sein und so nur auf ein einziges – und dann noch das eigene! – Geschlecht zu stehen ist immerhin nicht bunt. Es bietet sich an, die Paraden aus diesem Blickwinkel zu betrachten zu versuchen und weniger Toleranz der Intoleranz zu gewähren.

Apropos Intoleranz: Zwar fliegen Anhänger und Mitglieder der Grünen mehr als andere Deutsche, jedoch tut ihnen das dann auch am meisten leid. Am Wochenende wurde überdies ein Jubiläum begangen: Am 20. Juli 1944 sind rechtsradikale Terroristen bei dem Versuch gescheitert, den damals amtierenden faschistischen Diktator des Deutschen Reiches mittels Zerbombung durch einen faschistischen Diktator aus den eigenen Kreisen zu ersetzen. In der heutigen antifaschistischen Bundesrepublik Deutschland wird dieses Ansinnen natürlich anders bewertet als sie es erhofft hätten: Dabei würdigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den herausragenden Mut der Widerstandskämpfer, das wünscht man niemandem!

Falsch gehörte Liedtexte, las ich auf einer seltsamen Website, seien besser als die tatsächlichen Texte. Ich bin wenig überrascht, höre aber trotzdem heute aus aktuellem Anlass lieber was ohne blöden Text.

65DAYSOFSTATIC – Prisms (OFFICIAL VIDEO)

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Darwin hört Musik

In Wien ist der Rechtsstaat noch in Ordnung:

Gegen 9.30 Uhr war eine 30-Jährige in der Ilse-Arlt-Straße unterwegs, als ein selbstfahrender Bus der Wiener Linien gerade auf Höhe der Hausnummer 22 fuhr. Die Frau hatte Kopfhörer in den Ohren und schaute auf ihr Handy. Als sie die Straße betrat, wurde sie seitlich von dem Fahrzeug erfasst.

Andere österreichische Medien sprechen übrigens von einer 29-Jährigen, bekanntlich werden Frauen allerdings auch niemals 30 Jahre alt. Es handle sich, teilt eine Anwohnerin mit, nicht um den ersten Unfall mit einem menschlichen Verkehrshindernis:

„Damals ist ein Bursche mit Kopfhörern in den Ohren vor dem Bus gewesen. Der Bus hat wie wild gebimmelt, der Bursche hat aber keinerlei Anstalten gemacht, wegzugehen. Im Endeffekt hat der Bus eine Vollbremsung hingelegt.“

Selbstverständlich wurden auch in diesem Fall die richtigen Maßnahmen ergriffen, um die rücksichtslose Fußgängerin nachdrücklich an weiterer Gefährdung von Menschenleben zu hindern: Natürlich wurde eine harte Strafe verhängt. Über sie etwa? – Nein, wieso auch?

Als Reaktion auf den Unfall müssen die Wiener Busse erst einmal in der Garage bleiben.

Wie lange es wohl dauern wird, bis ein Verkehrsschild zur Kennzeichnung von Smartphonestraßen eingeführt wird?

In den Nachrichten
Armin Laschets blutige Nächstenliebe

Im Jahr 782, so will es die Geschichtsschreibung, erließ Karl der Große, der „Vater Europas“ (Quelle: Internet), ein Gesetz, das Capitulatio de partibus Saxoniae („Verordnungen über Sachsen“) hieß und dem Zweck dienen sollte, die jüngst ins Reich eingegliederten Sachsen zwecks Stärkung dessen, was offensichtlich der einzige Konsens zwischen den schon damals uneinigen Völkern sein sollte, zu christianisieren:

1. Alle stimmen dem Prinzip der höheren Fälle zu, daß die Kirchen Christi in Sachsen nicht geringere, sondern erheblich höhere Geltung haben sollen als die Götzenstätten. (…)
4. Sterben soll, wer die vierzigtägigen Fasten vor Ostern in Verachtung des christlichen Glaubens bricht und Fleisch ißt. (…)
8. Sterben soll, wer Heide bleiben will und unter den Sachsen sich verbirgt, um nicht getauft zu werden oder es verschmäht, zur Taufe zu gehen. (…)
10. Sterben soll, wer mit den Heiden Ränke gegen die Christen schmiedet oder bei ihnen als Feind der Christen ausharren will. Und wer ihn dabei gegen König und Christenheit unterstützt, soll ebenfalls sterben.

Obwohl es mir geboten scheint, diese Anekdote anlässlich wiederkehrender Diskussionen über die historische Bedeutung eines „geeinten Europas“, wie es gern (und falsch) genannt wird, gelegentlich zu berücksichtigen, hatte ich eigentlich gehofft, Gottesstaaterei sei wenigstens in der deutschen Tagespolitik aus der Mode gekommen.

Dann jedoch las ich ein vor einer Woche veröffentlichtes Gespräch auf „WELT ONLINE“ (will nicht verlinkt werden). In diesem Gespräch wurde Armin Laschet, Mitglied der ebenfalls aus der Mode gekommenen CDU und Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, nach seinem Verhältnis zu dem Quatschbegriff der „europäischen Kultur“ gefragt:

WELT: Europäische Kultur, was verbinden Sie damit?

Laschet: Historisch betrachtet sind es für mich zwei wesentliche Säulen, die bis heute unsere Gesellschaft formen: Christentum und Bildung. Das Christentum mit seinem übergeordneten Wert der Nächstenliebe. Und auf Bildung hat schon Karl der Große in seiner Aachener Pfalz großen Wert gelegt. (…) Karl der Große dachte nie nationalistisch, sondern europäisch. Vielleicht sollte man besser sagen: transnational.

Im Kontext ging es wohl um eine Abgrenzung zur AfD, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob es unbedingt empfehlenswert ist, als historisches Vorbild im Kampf gegen Nationalismus und Abgrenzung unbedingt jemanden zu wählen, der die Mehrung der Macht der fränkischen Nation auf Kreuzzüge gegen Andersgläubige gestützt hat. So oder so: Man sollte sich das einmal anschauen.

Insofern sollten die Menschen, die sich jetzt gerne aufs „christliche Abendland“ berufen als Argument für Abgrenzung und Nationalismus, einmal einen Blick in den Aachener Dom werfen.

Dort können sie nämlich lernen, wie weit sie damit kommen: Zu einem eigenen Dom. :ja:

Aber es soll ja niemand sagen, Armin Laschet – hat „eine große Skulptur von Karl dem Großen in seinem Büro“ – sei revisionistisch und/oder ein bisschen dumm – vielmehr ist ihm Bildung, wie er später nochmals betont, sehr wichtig:

Laschet: Insgesamt wollen wir das Geschichtsbewusstsein stärken.

Wird wohl Zeit in Nordrhein-Westfalen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Maïak – A Very Pleasant Way to Die

Maïak - A Very Pleasant Way to DieLange nichts mehr über Musik geschrieben.

Ausgerechnet in der Schweiz wurde 2010 das Quartett Maïak gegründet, über das ich zu meinem Bedauern wenig Neues finden kann, weshalb ich bis auf Weiteres davon ausgehe, dass es schon wieder nicht mehr existiert. Zwischendrin, 2015 nämlich, veröffentlichte es jedoch das Album „A Very Pleasant Way to Die“ (Amazon.de, Bandcamp.com), das ich als gelungen zu bezeichnen wage.

Maïak selbst heißen wie die kerntechnische Anlage, auf deren Gelände sich 1957 der Kyschtym-Unfall zugetragen hatte, was den Titel des Albums zu einem nicht unwitzigen macht. Folgerichtig spielen – oder spielten – sie diejeige Art von Musik, die ich am ehesten mit einem Kernkraftunfall verbinden würde, nämlich Postrock.

Das altbekannte Laut-leise-Spiel, im Postrock ein wesentlicher Grund, warum er es schwer hat, langfristig zu fesseln, schaffen die vier Musiker aufzubrechen, indem sie entweder konstant brodeln („Nutributter Green Is People“) oder schlicht häufiger mal die Richtung („I’m Not a Man, I’m a Free Number“) oder gar das Genre (etwa im Ufftata-Schlussteil von „We All Live in a Yellow Kursk“) wechseln.

Maïak – Nutributter Green Is People

Vorwerfen könnte man Maïak, sofern man das unbedingt möchte, die gelegentlich etwas verwaschene Produktion. Aber wer wäre ich, eine Band allein nach ihren technischen Möglichkeiten statt nach ihren Fähigkeiten zu bewerten? Ein Unmensch, sage ich.

Insofern: Gutes Album.

Netzfundstücke
Fridays for Instagram (Symbolbild)

Apropos „apropos Instagram“. In der „Neuen Zürcher Zeitung“ war – jedenfalls online – schon im April zu lesen:

Die Umweltkosten der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) werden zumeist unterschätzt. (…) So wird der An­teil der ICT-Branche an den weltweiten Treibhausgasemissionen auf 3,7% geschätzt; das ist fast doppelt so viel wie der Beitrag der zivilen Luftfahrt (2%) und knapp die Hälfte des Schadstoffausstosses aller Personenfahrzeuge und Motorräder (8%).

Passenderweise ist heute Freitag, da gehen „Schüler“, viele von ihnen längst jenseits der Schulzeit, bekanntlich allwöchentlich auf die Straße und demonstrieren dort dafür, dass die Politik ihnen endlich was verbietet. Heute war es besonders schön, denn heute war Greta Thunberg in Berlin und hatte dort junge Fürsprecher:

„Ich möchte unbedingt ein Foto von Greta“, sagt der 10-Jährige Milan aus Berlin im Vorfeld der Kundgebung. (…) Er fordert: „Es muss endlich aufhören, dass Kohle in Kraftwerken verbrannt und so viel CO2 ausgestoßen wird.“

Johannes Ponader, bekannt aufgrund seiner Schuhe, war ebenfalls dort und hat sich das mal angeguckt:

Greta Smartberg

Die Kameras heutzutage sind so gut – man könnte fast meinen, man sei beim Klimawandel selbst dabei gewesen.


In weiteren Nachrichten: In Berlin wollen Stadtplaner aus Sicherheitsgründen einen Graben vor dem Reichstag ausheben lassen. Ich werde die Entwicklung erst dann aufmerksam zur Kenntnis nehmen, wenn die Gerüchte, es werden auch Wasser und Krokodile hineingelassen, bestätigt worden sind.

ComputerIn den Nachrichten
Iwan des Tages: Russen nehmen den Chinesen die NSA-Methoden weg!

Apropos Instagram.

„SPIEGEL ONLINE“, 12. März 2019:

Teenager schlagen Saltos, tanzen, imitieren Musikstars und fordern sich in sogenannten Challenges gegenseitig heraus: Die Video-App TikTok ist weltweit ein Hit – und macht US-Plattformen wie Instagram und Snapchat Konkurrenz. (…) Sie wollen die Trend-App aus China mal auszuprobieren (sic! A.d.V.)? Hier erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie sie funktioniert[.]

„SPIEGEL ONLINE“, 17. Juli 2019:

Die Mitglieder der Jonas Brothers, einer amerikanischen Pop-Rock-Band, sind alle um die 30 Jahre alt. Ein Foto auf ihrem Twitteraccount zeigt die drei nun aber im Rentenalter. Möglich macht dies FaceApp – eine Smartphone-Anwendung, die mithilfe künstlicher Intelligenz Gesichter auf Fotos manipuliert. (…) Im Gespräch mit der australischen Rundfunkgesellschaft „ABC“ äußerte sich der Datenschutzexperte David Vaile kritisch zu FaceApp. Der Dienst würde sich weit mehr Rechte einräumen, als er für die bereitgestellten Funktionen benötigt, urteilte er. (…) Der Topdemokrat im US-Senat, Chuck Schumer, hat sich nach Informationen der Nachrichtenagentur AP an die Bundespolizei gewandt. In einem Brief äußert er demnach die Sorge, dass FaceApp „ein Risiko für die nationale Sicherheit und die Privatsphäre von Millionen US-Bürgern“ darstellen könnte. Eine Überprüfung sei dringend nötig. Schumer nannte es „zutiefst beunruhigend“, dass „einer gegnerischen Macht, die Cyber-Vergehen gegen die USA verübt“ persönliche Daten zukommen könnten.

Hoffentlich kaufen die Russen bald „SPIEGEL ONLINE“.

(siehe auch Fefe)

In den NachrichtenMusikWirtschaft
Sony enteignen!

Das skrupellose Unternehmen Sony, bekannter Hersteller und Verteiler von Schadsoftware, hat eine ganz tolle neue Idee, wie es abtrünnige Musiker ins eigene label zurückgewinnen kann.

Die von mir vor zehn Jahren gepriesene Postrockband 65daysofstatic würde gern ihr erstes wirklich eigenes Album bewerben. Sony missfällt das:

Das verdammte Sony blockiert unsere ernsthaften Versuche, unser eigenes Album zu bewerben, das Album, das wir drei Jahre lang geschrieben haben, die Musik, auf die wir unglaublich stolz sind. Aber wir können es anscheinend nicht mit euch auf Instagram teilen.

(Mittelmäßige Übersetzung von mir.)

Es scheint mir im Sinne der Menschheit zu sein, das skrupellose Unternehmen Sony, den bekannten Hersteller und Verteiler von Schadsoftware, mittels bewusster Nutzung der eigenen Kaufkraft immer und immer wieder daran zu erinnern, dass ihm ein bisschen Demut gut zu Gesicht stünde.

In den NachrichtenPolitik
Kurz angemerkt zu Ursula von der Leyen

Die Politikerin – nicht unbedingt auch die Person – Ursula von der Leyen, die wohl jetzt doch mit den mit sanftem Druck seitens des deutschen Wesens, an dem die Welt genesen möge, herbeiarrangierten Stimmen von „Rechten“, also von denen, die, glaubt man den Medien, das bestehende Konzept einer Europäischen Union, das dem volksmündlichen Elfenbeinturm nicht unähnlich scheint, für im besten demokratischen Sinne ablehenswert halten und daher „EU-Skeptiker“ gescholten werden, als sei Skepsis nicht mehr als bloß eine Vorstufe zum Bürgerkrieg, unter dem merkwürdigen Beifall derselben, die das Zerbrechen der Europäischen Union um jeden Preis verhindern wollen, aber doch andauernd neue Argumente dafür liefern, dass Großbritannien zwar sicherlich viele Fehler begangen hat, zurzeit begeht und noch begehen wird, aber hinsichtlich seines Verhältnisses zur Europäischen Union Weitsicht und Anstand bewiesen hat, was man von anderen Staaten, etwa Deutschland, sicherlich nicht reinen Gewissens behaupten können sollte, ein hohes Amt in dieser Europäischen Union mit dem Versprechen, sie werde sich für genderparitätische Gremien einsetzen, als sei nicht erstens sie selbst, Ursula von der Leyen, ein hervorragend geeigneter Beleg dafür, dass eine Frauenquote der Politiker- und Politikverdrossenheit einen Aufschwung geben, der Fachkompetenz desjenigen Parlaments, von dessen Weisheit zu viele Lebensqualitäten in zu vielen Ländern aber direkt oder indirekt abhängen, jedoch einen weiteren Dolch ins schrumpelig-vertrocknete Herz rammen würde, und als sei zweitens ein Wahlversprechen einer Politikerin aus den Kreisen der Atomkraft-nein-doch-und-Maut-nein-doch-Partei mehr wert als bloß das Holz, das für es sein Leben lassen musste, ohne die geringste Anstrengung ihrerseits, was ihren von mir hier weitgehend in Abrede gestellten Fähigkeiten immerhin entgegenkommt, angedient bekommen hat, ist und bleibt ein Symptom der Krankheit, die die Europäische Union schon vor Jahrzehnten schleichend infiziert hat und allmählich von innen auffrisst, auch wenn sie die Nekrose noch mehr oder weniger geschickt mit scharf formulierten Briefen zu kaschieren meint.

In den NachrichtenNerdkrams
Wahlcomputer des Tages

„watson“:

Die Mitglieder des Fußball-Zweitligisten konnten sich nicht in das WLAN des Stadions einloggen und daher nicht an den vorgesehenen Abstimmungen teilnehmen.

SPD-Parteizeitung „vorwärts“:

Die Zukunft der Demokratie liegt im Internet, sagt Ralf Müller von „Polyas“. (…) Die Vorteile: Seine Stimme per Mausklick abzugeben spare Zeit, Geld und schone die Umwelt – sogar die Wahlbeteiligung könne dadurch steigen.

Rückwärts nimmer!

In den NachrichtenMontagsmusik
Igorrr – Opus Brain // Feuerwerk fürs Klima!

Ironisch wach werdenEs ist Montag. Ein Miterfinder des Passworts ist verstorben. Ob seine Nachkommen wohl wissen, wie sie an seine hinterlassenen Daten herankommen? Passwortpandabären sind eine Marktlücke: Man hätte mehr Pandabären und müsste sich weniger Passwörter merken. Jetzt ist die Wissenschaft gefragt.

Anderswo wird sie vergessen: Irgendwo im Westen der Republik spielen sie wieder Klimaschutz, indem Paris und Köln den Klimanotstand erklären, als hörte das Klima dann umgehend auf, sich so rücksichtslos zu verhalten. Zur Unterstützung der politischen Positionen zündete Köln noch am gleichen Tag ein Feuerwerk an: „Am 13. Juli zischen die Raketen zu Ehren vor 200 Jahren in Köln geborenen Komponisten Jaques (sic!) Offenbach in den Himmel“, zum Ausgleich den Bürgern was zu verbieten muss ja auch reichen. Es ist Propaganda, Heuchelei und Doppelmoral.

Apropos Propaganda: Die Bundesregierung will anonyme Goldkäufe für über 2.000 Euro verbieten. Endlich tut mal einer was gegen die wirklich großen Probleme im Land. Bei der „taz“ wird währenddessen festgestellt, dass das Freibad „so wichtig“ sei „wie das Parlament“. Das versprochene Verlagssterben lässt sich echt verdammt viel Zeit.

Erst mal ein bisschen Musik zur Beruhigung.

Igorrr – Opus Brain [OFFICIAL VIDEO]

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Rechte würden „Rechte“ wählen

Zum Politikverständnis der rechtspopulistischen „Sozialdemokraten“ sei auszugsweise ihr gut gemeinter Hinweis an die EU-Kommissionskandidatin der rechtspopulistischen CDU zitiert:

Achim Post, Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE), hat Ursula von der Leyen (CDU) dazu aufgefordert, auf die Stimmen rechtsnationaler und rechtspopulistischer Parteien im Europaparlament zu verzichten. (…) „Eine Wahl mit Stimmen von Rechtsaußen wäre mehr als ein Makel für die neue Kommission, es wäre eine schwere Hypothek für die europäische Demokratie.“

Angesichts des aktuellen Zinssatzes scheint die Aussicht auf eine schwere Hypothek keine allzu dunkle zu sein. Nichtsdestotrotz gefällt mir der subtile Humor in der Aufforderung, dieselbe Kandidatin der AfD-Rechtsüberholer CDU/CSU, deren Aggression gegen ein freies Internet vor zehn Jahren sehr viele Menschen – mich eingeschlossen – aus Protest in die Politik getrieben hat, möge bitte nur von anständigen Menschen gewählt werden. Unklar bleibt leider, welche Konsequenzen drohen werden, falls doch noch ein Rechter Ursula von der Leyen seine Stimme zu geben wagen sollte.

Hoffentlich kein Ende der Koalition!