NerdkramsProjekte
In eige­ner Sache: YouTube - wie schwer kann es schon sein?

Als youtube-dl, ein bekann­tes Werkzeug zum Offlinegucken von lang­wei­li­gem Unsinn, vor zwei Wochen recht­li­che Probleme bekam, weil die RIAA anschei­nend der Ansicht ist, dass das Besorgen urhe­ber­recht­lich geschütz­ten Popmülls kein legi­ti­mes Nutzungsbeispiel sein soll­te, geriet das Netz wie­der ein­mal in hek­ti­sche Angst, was die Zukunft des Herunterladens betrifft. ‘In eige­ner Sache: YouTube - wie schwer kann es schon sein?’ weiterlesen »

In den NachrichtenPolitik
Alles Nötige zu Joe Biden

Jetzt, da selbst das wan­deln­de Verlagssterben Carsten Luther von „ZEIT ONLINE“ ergrif­fen „berich­tet“, dass „end­lich“ (ebd.) Tote und alte wei­ße Männer auf Kosten eth­ni­scher Minderheiten einen kriegs- und poli­zei­ver­rück­ten Rassisten zum neu­en Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu haben schei­nen, ist die west­li­che Demokratie mit­samt ihrer Wirtschaft (d.h. Metall- und Rüstungsindustrie) ja end­lich gerettet.

In den Nachrichten
Corona ein­fach wegbezahlen

Herbert Grönemeyer - geschätz­tes Vermögen: 18 Mio. Euro - so: Also am mei­sten unter der will­kür­li­chen Schließung von Gastronomie und Biergärten lei­den ja wohl die Künstler mit­samt ihrer Entourage - da könn­te man doch wohl ver­lan­gen, dass man denen mal Geld umverteilt!

Ich - geschätz­tes Vermögen: knie­tief im Dispo - fin­de ja, dass in der Krise eine Umverteilung von Herbert Grönemeyer auf Gastronomen eine her­vor­ra­gen­de Idee wäre. Ich wäre gern wil­lens, den Transfer zu über­neh­men. Ich nehm‘ auch PayPal!

In den NachrichtenPolitik
Mississippi: Endlich kirchlich!

Während deut­sche Medien so tun, als sei es poli­tisch irgend­wie bedeut­sam, wel­cher der bei­den alten wei­ßen Männer - obwohl gera­de alte wei­ße Männer dies­mal so abge­stimmt haben, wie es unse­rer Presse gefällt - künf­tig die Befehlsgewalt über zu viel Kriegsgerät haben soll, wählt der US-Bundesstaat Mississippi auch das Gestern:

Der US-Bundesstaat Mississippi bekommt eine neue Flagge ohne die bis­he­ri­ge Symbolik der ein­sti­gen Sklavenhalterstaaten. (…) Die neue Flagge trägt zudem die Inschrift „In God We Trust“ (Auf Gott ver­trau­en wir).

Sachdienlicher Hinweis aus dem Internet:

Über Jahrhunderte hiel­ten Christen – wie Paulus in der Lesung – Sklavenhaltung für gerecht­fer­tigt. Sie besa­ßen sogar wel­che. Erst im 19. Jahrhundert begann das Umdenken.

Das ist aber auch immer ärger­lich, wenn man sich ent­schei­den muss, wel­cher der bei­den Fehltritte des 19. Jahrhunderts man 2020 auf sei­ne Flagge tun möchte.

Man könn­te eine Flagge übri­gens auch unbe­mot­tot las­sen. Versucht das doch auch mal!

In den NachrichtenPolitik
Sozialabbau dank Corona

Na, auch in Niedersachsen zu Hause und die SPD gewählt, weil die so knud­de­lig harm­los ist? Dann mei­nen herz­li­chen Dank auch hier­für:

Laut Allgemeinverfügung des Niedersächsischen Sozialministeriums soll die zuläs­si­ge täg­li­che Arbeitszeit von Pflegefachpersonen auf bis zu zwölf Stunden pro Tag bei maxi­mal 60 Stunden wöchent­lich ver­län­gert werden.

Dieser gewalt­lo­se Umgang mit SPD-Wählern scheint die Situation echt nicht zu verbessern.

In den NachrichtenMontagsmusik
Starcastle - Elliptical Seasons // Connery. Sean Connery.

Aaaaaahhh!Es ist Montag. Übermorgen wird Donald Trump sei­ner zwei­ten Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten sicher sein und kei­ne deut­sche Zeitung wird das ver­ste­hen. Versprechen zu hal­ten ist in der hie­si­gen Politik nicht üblich. Schade trotz­dem, dass noch kei­ne Partei einen Pandabären in jedem Haushalt ver­spro­chen hat. Würde ich wählen.

Zu Corona mag ich heu­te nur was ver­lin­ken: Maske tra­gen, Abstand hal­ten, Bürgermeister liken! Davon erzählt das RKI natür­lich mal wie­der nichts. Typisch.

Sean Connery ist neu­lich gestor­ben, daher bewein­ten die Medien den Tod von James Bond; wie das halt so ist, wenn man zeit­le­bens bril­liert hat, aber nur hin­ter einem Auftrag gro­ße Werbung stand. Das ken­nen wir ja aus der Musik, wo man mit einem ein­zi­gen hit schon die gan­ze übri­ge Karriere ver­ges­sen macht.

Darunter ist zum Beispiel dann auch das Lied zum heu­ti­gen Wochenbeginn.

Starcastle - Elliptical Seasons

Guten Morgen.

NerdkramsNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 30. Oktober 2020 (EDV-Edition)

Hihi: Markov-Ketten aus der Bibel und Programmierbüchern - und wenig über­ra­schend sind die out­takes noch bes­ser.


Warum ich in mei­nen Programmierprojekten den Code of Merit anstel­le eines Codes of Conduct ein­set­ze? Weil ich Tyrannei ver­ab­scheue.


Klar kann man auf einen Kameramann ver­zich­ten und statt­des­sen auf Computer set­zen, aber dann beob­ach­tet die Kamera halt nicht den Ball.


Was hin­dert eigent­lich Menschen dar­an, zum Linuxkernel etwas bei­zu­tra­gen? Klar: Dass auf des­sen Mailingliste HTML-Mails ver­bo­ten sind. Denn wenn Linux eines drin­gend braucht, dann sind es Entwickler, die ihre Software nicht ein­stel­len können.


Falls noch jemand Fragen hat­te, was die digi­ta­le Ausstattung von Schulen angeht: Deutschland för­dert end­lich die digi­ta­len Angebote von Verlagen, bei denen man sich aus­su­chen kann, ob man kosten­los oder gegen Geld von Dutzenden Konzernen gleich­zei­tig getrackt wer­den will, mit zu viel Geld.

In den Nachrichten
„… von MEINEN Gebühren!“ (4)

Eins: In Frankreich ent­rübt ein Arschloch einen Lehrer, weil die­ser Mohammedkarikaturen nicht scharf genug ver­ur­teilt hat.

Zwei: Die fran­zö­si­sche Regierung und Gesellschaft sind empört.

Drei: Der Präsident der Türkei (deren Medien niveau­ar­me Karikaturen aus­län­di­scher Präsidenten oft ganz wit­zig fin­den) ruft zum Boykott fran­zö­si­scher Waren auf und reagiert auch sonst eher miss­mu­tig auf die fran­zö­si­sche Regierung und Gesellschaft.

Vier: Das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ ver­öf­fent­licht eine neue Karikatur, dies­mal den tür­ki­schen Präsidenten abbildend.

Fünf: Die öffent­lich-recht­li­che Grundversorgung ist ent­setzt:

Die fran­zö­si­sche Satire-Zeitschrift #CharlieHebdo heizt die Spannungen zwi­schen der Türkei und Frankreich an.

Böse Satire! Hätte sie statt­des­sen wem den Kopf abge­schla­gen, wäre alles gut ausgegangen.

Wirtschaft
Wie die Börse in der Krise funktioniert

Die Börse funk­tio­niert so: Weil mensch­li­ches Treibgut unbe­dingt Ball gucken und/oder hei­ra­ten will, igno­rie­ren die Regierungen aber­mals den Rat von Virologen und las­sen Schulen und Friseursalons öff­nen, Restaurants und Massagesalons jedoch schließen.

Das führt dazu, dass Medienprotagonisten unru­hig wer­den und unter völ­li­ger Nichtbeachtung derer, deren finan­zi­el­le Existenz von so was gefähr­det wird, die ein­zig rele­vant schei­nen­de Frage stel­len, was wohl die Börse davon hal­te. Die Börse wie­der­um, sonst Brutstätte derer, die Kontostand für Weisheit hal­ten, ver­sucht sich jedes Mal an einer Laiendarstellung von Störtebekers legen­dä­rem Ableben, han­delt also kopf­los.

Tschüss, Microsoft!

Denn ein völ­lig logi­scher Schritt in so einer Krise scheint es zu sein, Aktien der­je­ni­gen Unternehmen, deren Produkte erst jetzt wirk­lich wert­voll sind (etwa EDV-Konzerne), hek­tisch zu ver­kau­fen, denn bestimmt wer­den die bald nichts mehr wert sein. Man kann ja erst mal nicht mehr rein­ge­hen. Nachdem der erste Schreck ver­flo­gen ist, also nach viel­leicht zwei Monaten, sind die­se Aktien dann teu­rer als vor­her und Menschen wie ich, die von Massenempfinden wenig hal­ten, ver­kau­fen sie dann mit Gewinn.

Willkommen zurück, Microsoft!

So funk­tio­niert die Börse in der Krise.

Danke, Börse!

KaufbefehleMusikkritik
Metakritik: Die Ärzte - Hell

Die Ärzte - HellIch woll­te mich mit Kommentaren zu die­sem Album eigent­lich zurück­hal­ten, weil es mich lang­weilt, abzu­bil­den, was sowie­so jeder bestä­tigt: Das neue Album der Die Ärzte (ich fin­de die­se Deklination selt­sam, seit ich anders­wo gele­sen habe, dass man eigens einen Namen mit Ä woll­te) ist musi­ka­lisch und text­lich eines der besten ihrer Karriere und im Fall der Auflösung eine deut­lich bes­se­re Abschiedsscheibe als das erschreckend lang­wei­li­ge „auch“ und so wei­ter und so fort; so weit, so zutreffend.

„Hell“ ist ein sti­li­stisch abwechs­lungs­rei­ches und rei­fes, nun ja, Alterswerk gewor­den, das, wie ich schon am Tag der Veröffentlichung lesen muss­te, in die Bandgeschichte auch des­halb gut rein­passt, weil es Bekloppte auf die Palme bringt. ‘Metakritik: Die Ärzte - Hell’ weiterlesen »

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Schlaffwurstball

Was ist eigent­lich das Wichtigste beim Fußball? Das Spiel selbst ver­mut­lich nicht, denn Erst- spie­len nicht unbe­dingt inter­es­san­ter als Kreisligisten, wer­den den­noch bes­ser bezahlt und vor allem bes­ser besucht. Ist es das Gebrüll, wie es die gele­gent­lich zu lesen­de Umschreibung als „Brüllball“ nahelegt?

Nein, schreibt Daniel Schleidt heu­te für die „FAZ“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR):

[P]lötzlich erschei­nen uns die Schimpftiraden des Sitznachbarn auf der Gegentribüne wie Poesie aus einer ver­ges­se­nen Zeit, und auf ein­mal wir­ken ein Bier aus einem Plastikbecher und eine Stadionwurst, lau­warm und in einem schlaf­fen Brötchen ser­viert, wie ein Festmahl.

Unsereins wür­de das nun für den zweit­wi­der­lich­sten Teil des Fußballguckens hal­ten, aber unser­eins arbei­tet auch nicht für die „FAZ“, die eben­falls heu­te besorgt fragt, ob Weihnachten die­ses Jahr aus­fal­le, bloß weil man nicht in Gruppen dar­an teil­neh­men soll­te; wenn­gleich mit der wit­zi­gen Pointe, dass ein hypo­the­ti­scher Großvater mit einem ICE aus Wolfsburg zu sei­ner Familie fah­ren kön­ne, obwohl doch jeder weiß, dass in Wolfsburg gar kei­ne ICEs halten.

Manchmal freue ich mich, Fußball nichts abge­win­nen zu kön­nen. Prosit!

In den NachrichtenPolitik
In Chile ist nichts passiert.

In Chile wird - ohne Abstand und Maske, aber das scheint egal zu sein, denn die Flagge ist ja nicht schwarz-weiß-rot - heu­te gefei­ert, denn die seit der Herrschaft des mal als mili­ta­ri­stisch, mal als faschi­stisch beti­tel­ten Diktators Augusto Pinochet gel­ten­de „neo­li­be­ra­le“ („taz“) Verfassung wird dem­nächst vom Volk neu geschrie­ben wer­den. Ein übler Zyniker, wer jetzt den Wunsch äußert, dass man das in Deutschland auch mal so machen solle.

Diejenigen Medien, die die­sen Vorgang jetzt voll schnaf­te fin­den, gehen zumeist davon aus, dass das chi­le­ni­sche Volk nicht über­wie­gend aus Menschen besteht, die aus den Fehlern ande­rer Länder nichts gelernt haben. Sie hät­ten aber auch ein­fach in den demo­gra­fi­schen Aufzeichnungen nach­se­hen kön­nen, die über das chi­le­ni­sche Volk unter ande­rem fol­gen­de Auskünfte erteilen:

  • Bei der letz­ten Volkszählung 2012 gaben 86,2 Prozent der Befragten an, sie sei­en christ­li­chen Glaubens. Eine Mehrheit für einen säku­la­ren Staat zu fin­den könn­te trotz allem schwie­rig wer­den, denn der Anteil derer, die Religion als „sehr wich­tig“ ver­ste­hen, hat sich 2017 ver­dop­pelt. Bisher waren zwei Religionsstunden pro Woche Pflichtfach, eine Streichung ist inso­fern unwahrscheinlich.
  • Aus der bis­her letz­ten Präsidentschaftswahl im November 2017 ging Sebastián Piñera, der Kandidat von Chile Vamos, eines poli­tisch rech­ten Parteienbündnisses, als kla­rer Sieger hervor.
  • Im eben­falls 2017 neu gewähl­ten Abgeordnetenhaus ist die Renovación Nacional („Nationale Erneuerung“), Teil die­ses Parteienbündnisses, als Partei mit den mei­sten Abgeordneten zu fin­den, in der Wikipedia als „wirt­schafts­li­be­ral“, anders­wo hin­ge­gen als „ver­län­ger­ter Arm der rechts­ra­di­ka­len UDI-Partei mit aus­ge­präg­tem faschi­sti­schen Profil“ bezeichnet.

Das kann natür­lich Zufall sein und kei­ne Konsequenzen für die kom­men­de Verfassung haben, auch ver­ste­he ich die selt­sam wir­ken­de Gleichsetzung von Volksabstimmung mit sozia­ler Öffnung, denn mit­un­ter nei­gen poli­tisch Interessierte dazu, ihres­glei­chen für die welt­wei­te Mehrheit zu hal­ten; den­noch: Die Medien wer­den sich noch wün­schen, man hät­te das Volk nicht gefragt.

In den NachrichtenMontagsmusik
Kilter - Behind Your Door // Plakate weg­jam­mern dank Ströer

Montag, ich bin bereit!Es ist Montag. In so Medien fet­zen sich Grüne und SPD dar­um, ob Kritik an reli­gi­ös moti­vier­ten Morden nun Pflicht oder Tabu der Linken - wer immer das wie­der sein mag - sein soll­ten. Irritation wäre die fal­sche Emotion. Vielleicht soll­te man so Medien ein­fach mei­den. Dann ist auch mehr Zeit für schö­ne Dinge (Musik, Whisky, Pandabären).

Plakate der lästi­gen Firma Ströer kön­ne man neu­er­dings ein­fach weg­jam­mern, sobald man irgend­was an ihnen nicht möge, wird berich­tet. Das fin­de ich gut, ich mag eigent­lich gar kein Plakat. Danke, Firma Ströer! Ich mel­de mich bei­zei­ten mit einer voll­stän­di­gen Liste. - Die Grundversorgung infor­miert der­weil, dass ster­ben­de Bäume in die­sem Jahr für mehr Geld als letz­tes Jahr das Wohnzimmer voll­na­deln. Das sei ganz schreck­lich, teil­te man mir auf ande­rem Weg mit, und auch, dass man gar nicht reli­gi­ös sein müs­se, um einen so alber­nen Brauch zu über­neh­men, denn so ein Nadelbaum sei ja eine schö­ne Dekoration im Innenraum. Warum man die­se schö­ne Dekoration dann nur im Dezember haben wol­le, blieb bis Redaktionsschluss (ich schrei­be die­se Texte ja meist bereits am Vorabend nie­der) lei­der unbeantwortet.

Überraschend hat sich her­aus­ge­stellt, dass ohne Kernkraft das Klima nicht zu ret­ten ist. Es gäbe zwei offen­sicht­li­che Möglichkeiten, auf die­se Nachricht zu reagie­ren; man wird, wie gewohnt, zu der popu­lä­ren und dar­um fal­schen zu greifen.

Bei Musik hin­ge­gen grei­fen die Deutschen neu­er­dings zur rich­ti­gen. Auch mal schön. Weil es aber wahr­schein­lich ganz gut ist, nicht auch noch hier Die Ärzte vor­ge­spielt zu bekom­men, begin­ne ich die Woche lie­ber anders.

Kilter „Behind your Door“ Music Video

Guten Morgen.

Sonstiges
Medienkritik CXVIII: Einfach schlecht Deutsch

Die „ZEIT-Gruppe“ („ZEIT Gruppe“, eigent­lich reicht das schon) bringt außer den Produkten der Hauptmarke „ZEIT“ unter ande­rem auch Zeitschriften her­aus, etwa „Deutsch per­fekt“, des­sen zuge­hö­ri­ge Website im Titel andeu­tet, man kön­ne mit­hil­fe die­ser Zeitschrift „ein­fach und effek­tiv Deutsch ler­nen und üben“, obwohl alles „effek­tiv“ wäre, nur effi­zi­ent eben nicht. Aber gut, ist ja bloß Sprache.

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