ComputerNetzfundstücke
Neu ist das neue alt

Bevor ich diese Website hier betrieb, hatte ich eine andere, deutlich weniger gut besuchte Website unter einer inzwischen egalen Domain. In Webarchiven ist sie noch zu finden, aber ich rate davon ab. Diese enthielt genau das, was anzunehmen ist: GIFs, ein Gästebuch, Liedtexte, gelegentlich etwas Prosa, Downloads, Inflektive („*g*“) und so weiter. Für alles, was schneller gehen sollte, hatte ich einen Newsletter.

Newsletter, „um 2001 herum“ und somit vor mindestens drei Internets ein populäres Vermarktungsinstrument geworden, waren im Wesentlichen Blogs, die man per E-Mail verschickte, gern und bis heute angereichert durch Reklame. (Auf solche verzichtete wenigstens ich natürlich.) Bald schon ging die Zahl der Newsletter allerdings zurück: Nach einem kurzen Aufflammen von RSS verständigte man sich darauf, dass, wer Neuigkeiten lesen wolle, halt bei Facebook oder beim sonstigen „sozialen Netzwerk“ du jour zu sein hatte.

Wie ich jetzt darauf komme? Nun, gestern schrieb Dirk von Gehlen in einem Artikel, in dem er E-Mail als „Email“ fehlübersetzt, es gebe eine neue Entwicklung:

„Email hat die klassische Zeitung ersetzt und aus einer digitalen Perspektive ist Email die neue Homepage“, zitiert digiday den Marketingchef von Morning Brew[.] (…) Newsletter sind nicht nur ein Kommunikationstool um mit Lesern in Kontakt zu bleiben, Newsletter können auch Leser zu Werbenden für den Inhalt machen[.] (…) Ich finde das aus einer journalistischen Perspektive äußerst spannend. Es öffnet den Blick auf die Möglichkeiten, die sich abseits des Inhalts ergeben, wenn man das vernetzte Umfeld des Internet ernst nimmt.

Das tanzende Baby gibt es jetzt auch in HD. Ich habe Angst.

In den Nachrichten
Nachtrag (2) zur Arbeitsweise deutscher Medien nach Anschlägen

„ZEIT ONLINE“, Januar 2020:

„Autonomes Fahren macht das Leben besser. Und alles, was das Leben besser macht, setzt sich durch“, sagt Elmar Kades, Autoexperte bei der Beratungsfirma AlixPartners.

So?

Ein Auszug aus der heutigen Presseberichterstattung:

Auto fährt in Menschenmenge
„ZDF“

Auto rast in Karnevalsumzug – Innenministerium schließt Anschlag nicht aus
„WELT“

Auto fährt in Karnevalsumzug – mehrere Verletzte
Im hessischen Volkmarsen ist ein Auto in einen Rosenmontagszug gefahren. (…) Wie der Hessische Rundfunk unter Berufung auf Augenzeugen berichtete, sei das Auto etwa 30 Meter weit in die Menge gefahren.
„ZEIT ONLINE“

Ein Auto ist am Rosenmontag beim Karnevalsumzug in Volkmarsen (Waldeck-Frankenberg) in eine Menschenmenge gefahren. (…) Ein silberfarbener Mercedes-Kombi war nach Augenzeugenberichten gegen 14.30 Uhr in eine Gruppe von Menschen gefahren. Wie ein Augenzeuge dem hr berichtete, fuhr das Auto etwa 30 Meter weit in die Menge, bis es zum Stehen kam.
„hessenschau“

Auto fährt in Karnevalsumzug – mehrere Verletzte
Im nordhessischen Volkmarsen ist ein Mercedes in einen Rosenmontagsumzug gefahren. (…) Der Wagen war laut der „Waldeckischen Landeszeitung“ in der Nähe eines Supermarkts in die Menge gefahren.
„SPIEGEL“

(Alle Hervorhebungen von mir.)

Nun wäre ich niemand, der der Presse ein Verzerren von Tatsachen vorwerfen würde. Das wäre heutzutage auch ein bedenkenswerter Schritt. Daher muss ich davon ausgehen, dass der Pressetenor stimmt.

Ich sehe das autonome Fahren insofern doch eher kritisch.

(siehe auch 2018.)

NerdkramsNetzfundstücke
Medienkritik in Kürze: F1, F1!

Inzwischen teilt die Deutsche Presse-Agentur leistungsschutzrechtsgeschützten Qualitätsmedien wie der „ZEIT“ mit, wie man online am besten Eintrittskarten kaufen kann:

Um bei der Jagd nach besonders begehrten Tickets nicht leer auszugehen, sind Timing, etwas Vorbereitung und ein schneller Rechner gefragt, wie die Stiftung Warentest erklärt. (…) Nun gilt es, die Seite immer wieder zu aktualisieren. Dafür drücken Windows-Nutzer die F5-Taste. Den Warentestern zufolge gehen Tickets manchmal einige Minuten früher als angekündigt in den Verkauf. Wer stets die Seite neu lädt, läuft nicht Gefahr, diesen Moment zu verpassen und am Ende ohne Karten dazustehen.

Ich würde ja eine schnelle Internetverbindung anstelle eines schnellen Rechners wählen, aber ich bin auch kein Qualitätsjournalist. – Jedenfalls: Wenn man eine Website rechtzeitig aufruft und fortwährend aktualisiert (Hacker benutzen dafür sogar Automatismen), dann kann man schnell auf Änderungen auf dieser Website reagieren. Die finden so was raus. Alles finden die raus!

In den NachrichtenMontagsmusik
Faust – Krautrock // Betrügerbetrügen mit Google

Seufz!Es ist Montag. In Hamburg wurde gewählt, die SPD ist immer noch in der dortigen Bürgerschaft vertreten und somit hat mal wieder niemand gewonnen. Ich mag heute gar nicht in die Zeitung gucken. Weiß Bodo Ramelow eigentlich, dass seine Partei sozialistisch ist? Man möchte es ihm fast wünschen.

Gemäß Apple sind „asiatisch“ und „Teen“ Begriffe, die höchstwahrscheinlich was mit Schnackseln zu tun haben. Nun gibt es ja durchaus Anlass zu der Behauptung, Essen sei fast wie Sex, aber so war das wahrscheinlich nicht gemeint. Mich überrascht allerdings die Vermutung, „problematische Internetinhalte“ („heise online“) seien überhaupt mit Wortfiltern wegmachbar. Was ist überhaupt „problematisch“? Hätte ich Kinder, so würden mir politische Foren keineswegs deutlich Sorgen um ihre seelische Entwicklung bereiten als irgendwelcher Schmuddelkram.

Apropos Suchmaschinenoptimierung mit gezielt platzierten Begriffen: Es gibt eine neue Erpressungswelle, die darin besteht, dass Werber Bitcoins zahlen sollen, wenn sie nicht wollen, dass ihre Reklamebanner bei Google mittels zahlreicher Anfragen als Betrug gekennzeichnet werden. Das finde ich seltsam: Ist nicht das ganze Wesen der Onlinewerbung, die ich nicht als Spam zu bezeichnen mich grundsätzlich weigere, das Schönfärben von Betrügerei?

Egal: Musik.

Guten Morgen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: Gewalt – 2016 – 2018

Gewalt 2016 - 2018Lange nichts mehr über Musik geschrieben.

Vor langer Zeit, einige meiner Leser waren damals noch nicht geboren, schlief die herausragende Noiserockgruppe Surrogat einfach ein. Sänger Patrick Wagner hatte einige Jahre später in einem Interview mitgeteilt, dass er die Musik zwar nicht vermisst habe, aber künftig doch wieder etwas mit ihr anfangen möchte.

Zusammen mit wechselnden Musikerinnen wie Yelka Wehmeier, Jasmin Rilke (Aivery), Helen Henfling und dem einzigen konstanten anderen Bandmitglied, dem Drumcomputer DM1, hat er diese Ankündigung wahr gemacht, verschiedene Besetzungen veröffentlichen seit 2016 unter dem Bandnamen Gewalt immer mal wieder EPs. Dabei folgen die Musiker absichtlich keiner der üblichen Veröffentlichungsstrategien. Eine Art Werkschau erschien 2019 unter dem Titel „Gewalt 2016 – 2018“ (Bandcamp.com) auf Kassette und auf Internet, im kommenden Mai wird jedoch erneut getourt. Weitere Veröffentlichungen sind daher wahrscheinlich.

An Surrogat erinnern nicht nur Textzeilen wie „Wir waren schön wie Gott“ („Limiter“), sondern auch die Musik selbst. Stilverwandte Gastmusiker wie Nina Walser („Pawlow“) zeigen bereits beim Lesen, wo Gewalt zu suchen ist sind: Erneut gibt es „immensen Krach“ („SPIEGEL ONLINE“), also Noiserock, mit einem wohl auch schlagzeugersatzbedingten Industrialeinschlag zu hören.

Gewalt - Kein Mensch (official Video)

Das Deklamieren existenzfragender, eher öfter als seltener auch desillusionierender Texte („So geht die Geschichte“, „Kein Mensch“) hat Patrick Wagner zu meiner Freude auch nicht verlernt. In denselben blitzt, wenn mich mein Urteilsvermögen nicht täuscht, gelegentlich ein wenig Blumfeld auf, was gut ist.

Das abschließende (insofern wohl neueste), bedrohlich ruhige „Wir sind sicher“ fällt musikalisch aus dem sowieso eher ironisch gegebenen Rahmen, verhindert aber, dass man sich nach Abschluss des Albums wütender fühlt als nötig. Ob aber die Melancholie die bessere Stimmung ist? Ich weiß es nicht.

Gewalt WirSindSicher (Video Official)

Manchmal ist Gewalt doch eine Lösung.

In den Nachrichten
Kurz angemerkt zu Morden (zum Beispiel in Hanau)

So lange das Wer und das Wen das Was und das Warum in der medialen, politischen und gesellschaftlichen Betrachtung eines oder mehrerer Morde jedes Mal überwiegen, so lange ist zwischen den Guten und den Bösen, die jeweils darauf hoffen, es möge der Richtige jemanden von den Richtigen gemeuchelt haben, nur wenig Unterschied feststellbar.


Nachtrag: Überraschend stellt sich heraus, dass die ständige Überwachung aller Lebensbereiche gar nicht hilft.

Netzfundstücke
Eimerfraß

Bei „Nordsee“ – Werbespruch: „Wir sind Fisch.“ – scheint man sich des Rufs, den fast food wenigstens hierzulande hat, bewusst zu sein: Man kann dort neuerdings stilecht aus dem Eimer fressen.

Eimerfraß

Pardon: Aus dem bucket. :irre:

In den NachrichtenNerdkrams
Mit der DSGVO gegen Passworttotalitarismus

In vielerlei Blogs ist derzeit zu lesen, dass die Bundesregierung in Sachen EDV jetzt endgültig die Grenze zum Unrechtsstaat überschritten habe:

In Deutschland soll es künftig eine klare Auflage für Anbieter von Telemediendiensten wie WhatsApp, Gmail, Facebook, Tinder & Co. geben, sensible Daten von Verdächtigen wie Passwörter und IP-Adressen an Sicherheitsbehörden herauszugeben.

Damit sei einer heimlichen Überwachung der privaten Lebensbereiche jedes Bürgers Tür und Tor geöffnet worden. Mitunter wird gar angenommen, es sei fortan illegal, Passwörter nicht im Klartext zu speichern.

Dabei ist das Gegenteil der Fall: Dass es seit Jahrzehnten nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, Passwörter im Klartext zu speichern, hat zwar kaum jemanden daran gehindert, es trotzdem zu tun – aber die DSGVO hat und wird es. Gemäß Art. 32 DSGVO ist für eine Verschleierung des Passworts und der IP-Adressen zu sorgen. Tut man das nicht, so wird es teuer.

Die Regierung stellt nun aber klar, dass Telemedienanbieter im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und IT-Sicherheitsbestimmungen Passwörter verschlüsselt speichern müssen. Ermittler können also nur darauf hoffen, dass Dienstleister diese Vorschriften nicht befolgen oder dass sie die vorhandenen Hashwerte selbst mit hohem technischen Aufwand entschlüsseln können.

(Dass man Hashwerte nicht entschlüsseln kann, weil sie nicht verschlüsselt sind: Nebensache. Ist ja bloß EDV, da weiß man nicht viel drüber.)

Wer also dem Ansinnen der Verfasser des Gesetzesvorschlags entspricht und der Strafverfolgung – ganz braver Bürger – Benutzerpasswörter liefert, der beweist dadurch seine Missachtung geltenden EU-Rechts. Die „Pflicht zur Passwortherausgabe“ könnte insofern auch ein geschickt gemachter Trick von Juristen sein, sich mit Abmahnungen ein kleines Zubrot verdienen zu können; oder ein weiterer Eintrag auf der langen Liste der mysteriösen Gründe dafür, warum Deutschland sich als Digitalstandort zu behaupten kläglich scheitert.

In den NachrichtenMir wird geschlechtWirtschaft
Diversenquote für Mieter!

Ein Gesetz, das aus Gleichberechtigungsgründen unbedingt reformiert gehört, ist Art. 6 Abs. 4 GG:

Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

Dieser Anspruch stammt zweifellos aus einer Zeit, als die Rollenverteilung noch klar geregelt war: Die Männer waren in russischer Kriegsgefangenschaft und die Frauen waren hauptberuflich Mutter. Nun hat sich die Gesellschaft in Deutschland seitdem merklich gewandelt, sowohl hinsichtlich der Rolle von Vätern als auch der von Müttern. Ein Ersetzen von „Jede Mutter“ durch „Jedes Elternteil“ scheint also geboten. Dass Art. 12a GG einen Einzug zum Militär trotzdem nur für Männer vorsieht, ist im Übrigen ein ärgerlicher Anachronismus, der allerdings mit der hoffentlich baldigen Abschaffung der Bundeswehr vergessen werden kann.

Einen wenigstens entfernt ähnlichen Gedanken hatte Franziska Giffey, Mitglied der SPD und trotzdem Ministerin, nämlich diejenige für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und somit keineswegs für Väter, die aufgrund der geänderten gesellschaftlichen Rolle von Müttern das Ärgernis, dass Unternehmen von Männern aufgebaut und erfolgreich gemacht wurden, weshalb Frauen nicht automatisch vom Kuchen naschen dürfen, zu bekämpfen sucht:

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will für Vorstände großer Unternehmen eine Quote von mindestens einer Frau einführen. (…) Reine „Männerclubs“ seien nicht mehr zeitgemäß; freiwillige Bekenntnisse reichten nicht aus.

Dass das Wirken gegen Männerclubs, wie oben bereits angedeutet, nicht für die derzeit leider wieder aktiv geförderte Bundeswehr, sondern nur für einen Bereich, in dem mit minimalem Aufwand maximaler Ertrag winkt, nämlich für namhafte Unternehmensvorstände, gelten soll, spricht für sich: Keineswegs geht es darum, die Frau als ganz normalen Mitbürger in den Alltag zu integrieren, sondern darum, ihr den beruflichen Aufstieg aufgrund ihrer biologischen Merkmale gegenüber Menschen mit anderen biologischen Merkmalen zu erleichtern. Parallelen zur nationalsozialistischen Kraniometrie zu ziehen wäre sicherlich vermessen. Für bemerkenswert halte ich allerdings die Implikation, Trans- und Intersexuelle müssten sich künftig im Berufsleben wieder entscheiden, ob sie Mann oder Frau sein wollen. Da hat sich die Übereinkunft, künftig auch „/d“ in Stellenausschreibungen zu schreiben, ja wieder mal beachtlich gelohnt.

Da aber gleichzeitig der Berliner Verband derselben SPD mit zwei anderen Klamaukparteien beschlossen hat, dass es bis auf Weiteres dem städtischen Wohnungsmarkt helfen könnte, wenn man das Sanieren von Wohnungen für den Vermieter teurer macht als bisher, wovon wiederum besonders Frauen betroffen sind, die von Vermietern – glaubt man einem 2017 veröffentlichten Interview im „Stern“ – aufgrund ihres oft eher ruhigen Verhaltens bevorzugt behandelt werden: Wäre es nicht ratsam, man führte in Berlin eine Nichtfrauenquote für Mieten ein, damit auch Nichtfrauen eine faire Chance auf eine der zusehends begehrteren Wohnungen haben?

In den NachrichtenMontagsmusik
Noseholes – Snowsuit Ranger // Hamburger Dunkelziffern

"Heute ist Montag?!"Es ist Montag. Die britische Polizei verkündet, dass, wer Kali Linux nutze, unter Verdacht stehe, ein Hacker zu sein. Ich halte dagegen: Wer Kali Linux nutzt, der ist ein untalentierter Heini. Man nutze lieber Pandabären. Die hacken zwar auch nicht, sind aber wenigstens putzig anzusehen.

Apropos putzig: Beim inzwischen bekannten Hamburger Linken Tom Radtke hat ein sozialmedial als „pfui, weil CDU“ zusammengefasster Jurist festgestellt (Seite 22, Spiegel hier), dass eine per WhatsApp verschickte Nachricht aus Datenschutzgründen als eigentlich öffentliche Information zu behandeln ist. Ich freu‘ mich auf die Gerichtsentscheidung.

Die Stadt Hamburg, berichtet die dort ansässige „Hamburger Morgenpost“, die sich aus Leistungsschutzgründen das Verlinktwerden verbittet, solle im Bezirk Mitte künftig eine Quote für Jugendeinrichtungen bekommen: Da 71,7 Prozent („72 Prozent“, „Hamburger Morgenpost“) der dortigen Jugendlichen einen Migrationshintergrund haben, sollen auch ihre Betreuer bevorzugt eine „sichtbare Migrationsgeschichte“ (ebd.) aufweisen. Endlich macht sich Schwarzarbeit bezahlt! Scherz beiseite: Dass Hautfarbe künftig wieder eine Rolle beim Einstellungsprozess spielen soll, halte ich für eine Entwicklung, von der es wünschenswert wäre, fände sie stattdessen woanders statt. Schade um das schöne menschliche Fortkommen.

Bei der Wahl des Nachfolgers von Annegret Kramp-Karrenbauer als CDU-Vorsitzende – Jens Spahn, Armin Laschet oder Friedrich Merz – wird von „der CDU“, ist zu lesen, eine „Teamlösung“ angestrebt. Etwa aus Jens Spahn, Armin Laschet und Friedrich Merz?

Ach – Musik.

Noseholes - Snowsuit Ranger (Official Music Video)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPolitik
Mietseitenwechsel

Und dann war da noch Dr. Johannes Fechner von der SPD, die im Januar 2018 100.000 Euro von einem Herrn Dietmar Bücher, seines Zeichens Immobilienanbieter („10.000 Wohnungen in 40 Jahren“, ebd.), gespendet bekommen hat, der in einer Rede gegenüber einer Konkurrenzpartei dieser Tage vorwurfsvoll wetterte, wer 100.000 Euro an Spenden von einem „Baulöwen“ annehme, bei dem sei „klar, auf wessen Seite er steht“, nämlich: „Ganz sicher nicht auf der Seite der Mieterinnen und Mieter.“

Wie ist es eigentlich in von der SPD regierten Regionen um das Wohnungsangebot bestellt?

ComputerIn den NachrichtenNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 14. Februar 2020

Ah, Valentinstag. Der perfekte Tag, um viel Zeit mit dem Internet zu verbringen!

Dort gibt es gelegentlich lesenswertes:

Experten für IT-Security haben im Moment grob zwei Ziele. Erstens: Geräte sauber von Hintertüren halten. Zweitens: Starke, verifizierte Kryptografie ohne Hintertüren ausrollen. Ihr tut das glatte Gegenteil davon. Die Schnittmenge zwischen dem was ihr tut und dem was Experten tun ist leer.

Manche nennen es Headbangen, ich nenne es angemessen zustimmendes Nicken.


Apropos EDV:

Mangelnde IT-Sicherheit führt zu Rekord-Datenverlusten, berichtet IBM in einer aktuellen Studie.

Wer nicht auf seine Daten aufpasst, dem gehen die Daten auch mal verloren? Hoffentlich war die Studie nicht so teuer! Dasselbe hoffe ich im Übrigen hinsichtlich des Gehalts von Markus Feilner („iX“), der im selben Artikel schrieb:

Der aktuelle IBM X-Force Threat Intelligence Index 2020 von IBM Security berichtet von einer deutlichen Zunahme der Anzahl der gestohlenen Datensätze 2019.

Dem Bericht zufolge sind im letzten Jahr aus falsch konfigurierten Systemen 8,5 Milliarden Datensätze entwendet worden[.] Für den Einbruch dienen Hackern überwiegend gestohlene Passworte und bekannte Softwareschwachstellen.

(Hervorhebungen von mir.)

Das Problem ist doch nicht, dass Datensätze und Passwörter („Passworte“) gestohlen worden sind, was schon fachlich schwierig sein dürfte. (Nachtrag: Zur Definition des Diebstahls empfehle ich den Konsum der hiesigen Kommentare.) Das Problem ist, dass sie kopiert worden sind. Der Besitzer der Datensätze und Passwörter („Passworte“) ist noch immer derselbe, aber jemand hat eine Kopie davon und kann auch reingucken.

Was macht Markus Feilner („iX“) eigentlich beruflich?


Darf man Björn Höcke einen Faschisten nennen? Das hängt davon ab.


„Westliche Werte“ des Tages:

Ein katholischer Priester sagte, Pädophilie töte niemanden, nachdem er Unterstützer von Abtreibung von der Kommunion ausgeschlossen hatte.

(Freie Übersetzung von mir.)

Der beste Tag für einen Kirchenaustritt war schon immer der gestrige.


Apropos Religion:

Verteidiger Rudolf Mayer hielt fest, dass die Beschuldigten beim Ableben der 13-Jährigen nicht nur am Bett gesessen seien, sondern „im festen Vertrauen darauf, dass Gott eingreifen wird“, gefastet und gebetet hätten. „Es ist nicht absurd, an Wunder und Wunderheilungen zu glauben“, sagte der Jurist – „sonst wäre unter anderem auch die katholische Kirche absurd“.

Undenkbar! :ja:

Netzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Die netzpolitische Ursache ist gefunden.

Beim „SPIEGEL“ läuft zurzeit offenbar ein sozialtheoretisches Experiment mit dem Ziel, herauszufinden, wie Geheimdienste und andere Verbrecher es schaffen, so scheinbar ohne jeden Widerstand Schadsoftware auf dem Computer ihrer Opfer zu installieren. Teilnehmer sind Menschen, die JavaScript zu deaktivieren zu ängstlich sind, denn diese erhalten statt des gewohnten Qualitätsjournalismus zunächst ein russisches Roulette angeboten.

Ein Narr, wer oben drückt.