ComputerIn den Nachrichten
Anony­mous cyber­er­klärt Anony­mous den Cyber­krieg. Deut­sche Medi­en sind überfordert.

Und dann war da noch „T‑Online.de”, das das Wesen „der Hacker­grup­pe” Anony­mous, die eben kei­ne offi­zi­el­len Struk­tu­ren auf­weist und deren „Mit­glie­der” (was man – einem dis­kor­dia­ni­schen Papst nicht unähn­lich – schlicht durch akti­ve Aus­übung der „Mit­glied­schaft” wird) weit davon ent­fernt sind, auch nur im Ansatz ähn­li­che poli­ti­sche und per­sön­li­che Zie­le zu haben, trotz jah­re­lan­ger Bericht­erstat­tung nicht begreift und die „Nach­richt” publi­ziert, dass ein­zel­ne Grup­pen aus „Mit­glie­dern” von Anony­mous vor ein paar Stun­den ange­fan­gen haben, rus­si­sche Web­ser­ver lahm­zu­le­gen. Das hat Putin jetzt davon! Sein Volk kann die Regie­rungs­web­site nicht mehr angucken! Hahaha!

In den sozia­len Medi­en hof­fen man­che, die das Inter­net nicht ver­stan­den haben, dass damit auch erheb­li­che Ein­grif­fe in die rus­si­sche Mili­tä­r­in­fra­struk­tur ver­bun­den sind. Viel inter­es­san­ter fin­de ich aber fol­gen­den Gedan­ken: Wenn man „Anony­mous­mit­glied” wird, indem man es ein­fach ist, und schon seit län­ge­rer Zeit dar­über spe­ku­liert wird, dass Russ­land die Heim­statt einer Viel­zahl von Hackern und Netz­trol­len ist – ist es dann nicht nahe­zu unum­gäng­lich, dass mit der „Kriegs­er­klä­rung” von „Anony­mous” an „die rus­si­sche Regie­rung” letzt­end­lich Anony­mous Anony­mous bekämpft?

Wer soll­te dabei eigent­lich gewin­nen? Mein Tipp: Die Popcornfabrikanten.

In den NachrichtenPolitik
Lass mich dein Sla­we sein: Moder­ne Wikin­ger­krie­ge im Donbass.

Über die der­zei­ti­gen mili­tä­ri­schen Vor­gän­ge in „der” Ukrai­ne wird die­ser Tage vie­les geschrie­ben. Eini­ges davon ist weni­ger blöd als anderes.

Ein bis­her kaum beach­te­ter Aspekt ist der reli­giö­se, und weil ich ja vie­le (aus Ver­se­hen) merk­wür­di­ge und (absicht­lich) eher unge­sel­li­ge Hob­bys habe, zu denen Kul­tur­ge­schich­te zählt, fällt mir dazu gera­de etwas ein. Das Hei­den­tum, die Wur­zel „des Westens”, das vor etwa 1.100 Jah­ren (plus/minus 100 Jah­re) von ein paar ego­zen­tri­schen Gewalt­tä­tern zugun­sten des Glau­bens an die jen­sei­ti­ge Heil­kraft eines jüdi­schen Wan­der­pre­di­gers ver­meint­lich „besiegt” wor­den war, hat­te, wie spä­te­stens seit der (histo­risch inak­ku­ra­ten) Serie „Vikings” all­ge­mein bekannt sein dürf­te, auch bei den Rus (im heu­ti­gen Kriegs­ge­biet) sei­ne Anhän­ger; erst im Jahr 988 wur­de das Chri­sten­tum zur Kie­wer Staats­re­li­gi­on. Wie das mit dem Glau­ben aber so ist, kriegt man ihn zwar aus dem Mund, jedoch nicht aus dem Kopf herausgeprügelt.

In der Volks­zäh­lung (PDF, rus­sisch) für das Jahr 2010 – seit­dem sind es ver­mut­lich nicht deut­lich weni­ger gewor­den – haben sich etwa 1,7 Mil­lio­nen Rus­sen als Hei­den aus­ge­wie­sen, davon etwa 44 Pro­zent sla­wi­sche Hei­den, zum Rest zähl­ten auch ger­ma­ni­sche Hei­den und Drui­den. In „der” Ukrai­ne, einem deut­lich klei­ne­ren Land, wur­den vor eini­gen Jah­ren etwa 0,2 Pro­zent sla­wi­sche Hei­den gezählt, was immer noch ein paar Tau­send sind.

Ihnen gemein ist, dass sie sich im Kampf um den Don­bass jeweils auf eine der bei­den Sei­ten geschla­gen haben. Dies dürf­te das erste Mal seit eini­ger Zeit sein, dass Anhän­ger von Þórr (sla­wisch Перýн, Perun) ein­an­der die Köp­fe ein­schla­gen bzw. ‑schie­ßen, weil sie der Ansicht sind, die Göt­ter sei­en auf ihrer Sei­te und nicht auf der des Geg­ners. „Odin”, über­setz­te Karl Sim­rock aus der Völus­pá, schleu­de­re „das Geschoss in das Heer: da wur­de Kampf in der Welt zuerst”. Es erstaun­te mich kaum, fie­le in der inne­ru­krai­ni­schen Dis­kus­si­on über die der­zei­ti­ge mili­tä­ri­sche Situa­ti­on kein Syn­onym für die Göt­ter­däm­me­rung. Dass ich mal Zeit­zeu­ge einer Wikin­ger­schlacht sein wür­de, hat­te ich jeden­falls so nicht erwartet.

Die­se Fahrt ist sehr übel und gar nicht wikinggemäß.
Egils saga, Kap. 46; über­setzt von Felix Niedner


Prag­ma­ti­scher Ansatz übri­gens von Joe Biden: Russ­land greift die Ukrai­ne an? Kla­rer Fall: Dann müs­sen mehr US-Sol­da­ten nach Deutsch­land. Zu Ostern schenk’ ich dem Mann eine Weltkarte.

In den NachrichtenNerdkrams
Der Vor­teil der App­le­leh­rer in einer Zeit des Pflicht­fachs „Infor­ma­tik”

„Cor­rec­tiv”, das nur die Exi­stenz des „Fak­ten­checkers” davor bewahrt, den irre­füh­rend­sten Namen in der gegen­wär­ti­gen Medi­en­land­schaft zu tra­gen, warnt grif­fig vor „Apple-Leh­rern”. „Apple-Leh­rer”, schreibt Chri­stoph Pen­gel dort, sei­en die­je­ni­gen Lahr­kräf­te, die auch jen­seits des Cur­ri­cul­ums eine Ver­bun­den­heit mit dem Kon­zern Apple zei­gen. Auf­ge­zeigt wer­den soll mit dem Arti­kel anschei­nend, dass Schü­ler auf die­se Wei­se sozu­sa­gen kosten­lo­se Wer­bung für Apple als Inhalt des Stun­den­plans bekommen.

Damit igno­riert „Cor­rec­tiv” aller­dings den glei­chen Aspekt, den auch seit Jah­ren irgend­wel­che Ver­brau­cher­schüt­zer igno­rie­ren, wenn sie behaup­ten, Schu­len „dürf­ten” nicht von ein­zel­nen Tech­nik­kon­zer­nen „abhän­gig” wer­den. Dabei müs­sen sie das sogar.

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In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusikPolitik
Nick Cave & The Bad Seeds – Lover­man // Pan­zer sind Penis.

Eulen sind aus, es beginnt die Zeit der Pandabären.Es ist Mon­tag. Julia Schramm – lang­jäh­ri­gen Lesern mag der Name bekannt vor­kom­men – ist nicht mehr auf Twit­ter, hat aber anschei­nend end­lich fest­ge­stellt, dass Twit­ter­lin­ke und Lin­ke ein­an­der spin­ne­feind sind. Nicht, dass die mir auch noch sym­pa­thisch wird!

Die „Han­no­ver­sche All­ge­mei­ne Zei­tung” – will nicht direkt ver­linkt wer­den (LSR) – erzählt, „etwa 200 Jugend­li­che” woll­ten sich nur in aller Ruhe in Han­no­ver gegen­sei­tig aufs Maul hau­en, jedoch kam dann die Poli­zei hin­zu und die Situa­ti­on „droh­te” zu „eska­lie­ren”. Zum Glück wur­de das ver­hin­dert. Eine Eska­la­ti­on hät­te schnell zu einer Schlä­ge­rei füh­ren kön­nen! Die „Dresd­ner Neue­sten Nach­rich­ten” war­nen der­weil vor den „gefähr­lich­sten Fal­len für Auto­fah­rer”, die alle kei­ne sind, wenn man nicht fährt wie ein Arsch­loch. Den Rück­schluss auf den zustän­di­gen Titel­re­dak­teur – an man­chen Stel­len wur­de die For­mu­lie­rung inzwi­schen geän­dert, an ande­ren nicht – bit­te ich die Leser­schaft selbst zu zie­hen. Wenn ich das selbst mache, ist wie­der irgend­wer böse auf mich.

Ver­ges­sen ist anschei­nend die Zeit, in der es medi­al Usus war, einen Prä­si­den­ten (damals vor­ran­gig: Donald Trump) mit Adolf Hit­ler oder wenig­stens Joseph Goe­b­bels zu ver­glei­chen. Neu­lich hat Elon Musk das jeden­falls mit Justin Tru­deau gemacht und das empört den „Tages­spie­gel” sowie zahl­rei­che wei­te­re Zei­tun­gen und „Zei­tun­gen” außer­or­dent­lich. Dass schon das erste Wort des Arti­kel­tex­tes („Tes­la-Grün­der”) falsch ist, weil Tes­la 2003 gegrün­det wur­de und Elon Musk erst seit 2004 über­haupt irgend­was mit dem Unter­neh­men zu tun hat, wür­de ich wirk­lich gern nicht selbst recher­chie­ren müssen.

Eine Recher­che zum Mili­tär­kon­flikt um die Ukrai­ne war auch der „taz” zu umständ­lich, wes­halb sie lie­ber Wal­traud Schwab aus der Küche gelas­sen hat, um einen Mei­nungs­ar­ti­kel zu schrei­ben, der im Wesent­li­chen besagt, dass Krieg männ­lich sei, weil Kano­nen­roh­re sie an einen Penis erin­nern. Ich fin­de ja, Rake­ten sehen aus wie rie­si­ge Tam­pons, aber mich hat die „taz” noch nie nach einem Arti­kel gefragt. Darf ich, darf ich?

Die SPD-Mini­ste­rin Sven­ja Schul­ze, lobend wei­ter­ge­tra­gen von dem Twit­ter­team der SPD-Frak­ti­on, fin­det übri­gens auch, man sol­le „die männ­li­che Gesell­schaft über­win­den”. Na also: nicht mal die SPD-Mini­ster kön­nen den SPD-Kanz­ler noch lei­den. Viel­leicht doch lie­ber noch mal anders wählen?

Dar­auf erst mal ein biss­chen männ­li­che Männermusik.

Nick Cave & The Bad Seeds – Loverman

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Kiew dies, Mos­kau das, Braun­schweig sehr müde

An den der­zeit statt­fin­den­den und mit­un­ter sehr alber­nen Dis­kus­sio­nen dar­über, wann der Iwan denn jetzt end­lich mal auf die ener­gi­schen Kriegs­an­re­gun­gen des Westens ant­wor­tet, möch­te ich mich inhalt­lich nur in begrenz­tem Maße ein­brin­gen, weil mich allein schon die Kon­no­ta­ti­on stört, das alles kön­ne nur mit mehr Waf­fen eini­ger­ma­ßen fried­lich aus­ge­hen; aber als äußerst anstren­gend emp­fin­de ich die vor allem in deutsch­spra­chi­gen Medi­en längst ein gro­tes­kes Maß ange­nom­men haben­de Ange­wohn­heit, Städ­te zu den han­deln­den Sub­jek­ten zu machen:

Der Ver­tre­ter der Lug­ansker Volks­re­pu­blik (…) sag­te (…), dass Kiew das Ter­ri­to­ri­um der Repu­blik mit schwe­ren Waf­fen beschie­ße[.] (…) Indes behaup­tet der ukrai­ni­sche Ver­tei­di­gungs­mi­ni­ster Ale­xej Res­ni­kow, dass Kiew kei­ne Gewalt­ak­tio­nen und kei­ne Mili­tär­ope­ra­tio­nen pla­ne. (…) Mos­kau hat wie­der­holt dar­auf ver­wie­sen, dass Kiew die Mins­ker Abkom­men ver­let­ze und die Ver­hand­lun­gen über die Bei­le­gung des Kon­flik­tes hinauszögere.

Braun­schweig kriegt Kopf­weh. Erst mal mit Ulm telefonieren.

In den NachrichtenPolitik
Olaf Scholz hät­te in Sta­lin­grad gewonnen.

14. Dezem­ber 2021:
Boris John­son quatscht mit Wla­di­mir Putin. (Das macht er im Febru­ar 2022 noch mal.)

1. Febru­ar 2022:
Mario Draghi fern­spricht mit Wla­di­mir Putin.

7. Febru­ar 2022:
Emma­nu­el Macron besucht Wla­di­mir Putin, möch­te aber kei­nen Coro­na­test vor­neh­men las­sen, damit der Iwan ihm nicht die Gene stiehlt.

12. Febru­ar 2022:
Joe Biden tele­fo­niert mit Wla­di­mir Putin.

14. Febru­ar 2022:
Wla­di­mir Putin kün­digt einen teil­wei­sen Trup­pen­ab­zug von der Gren­ze der Ukrai­ne an.

15. Febru­ar 2022:
Olaf Scholz besucht Wla­di­mir Putin, möch­te aber kei­nen Coro­na­test vor­neh­men las­sen, damit der Iwan ihm nicht die Gene stiehlt.

15. Febru­ar 2022:
Sas­kia Esken twit­tert, der Trup­pen­ab­zug sei „das erste Ergeb­nis einer beein­drucken­den Kri­sen­di­plo­ma­tie (…) des Bundeskanzlers”.

Ja, so ein Tau­send­sas­sa. Was der alles kann – sogar nach­träg­lich eine Regi­on befrieden!

Kein Platz für Fake News und Verschwörungsmythen!
SPD Bonn

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Die Krupps – Stahlwerkrequiem

Die Krupps: StahlwerkrequiemLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Zu den von mir bis­lang ver­kann­ten Grup­pen zähl­ten, bevor mir neu­lich ihr Klein­al­bum „Trig­ger Warning” ins Abspiel­ge­rät rutsch­te, die Krupps. Der Name klingt schon so nach Deutsch­rock. Schla­ger. Pop. Schlimm­sten­falls Mal­lor­ca. (Ich habe manch­mal Vor­ur­tei­le. Manch­mal freue ich mich, wenn sie nicht stim­men.) Da mir der Band­na­me anson­sten nur in einem Lied der Die Ärz­te sowie im Kon­text wirk­lich furcht­ba­rer Tanz­mu­sik begeg­net war, hielt ich das für kei­ne beson­ders schlie­ßens­wer­te Bil­dungs­lücke. Aber weit gefehlt!

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In den NachrichtenMir wird geschlecht
Roll­stuhl fah­ren­de Weine

Der­weil in Rhein­land-Pfalz:

Wein­gü­ter in Rhein­land-Pfalz, in denen quee­re Men­schen in ver­ant­wor­tungs­vol­ler Posi­ti­on tätig sind, kön­nen sich mit je zwei Wei­nen an einer neu­en Initia­ti­ve des Fami­li­en­mi­ni­ste­ri­ums betei­li­gen. (…) Die Lan­des­re­gie­rung in Mainz hat die Initia­ti­ve „Queer­Wein Rhein­land-Pfalz” gestar­tet, um die Viel­falt der Lebens­wei­sen im Bun­des­land sicht­ba­rer zu machen.

Ich fin­de es etwas scha­de, dass auf die­se Wei­se moder­ne Lebens­wei­sen wie etwa die der poly­amo­ren Auti­sten unsicht­bar gemacht wer­den. Das wirft die Gleich­be­hand­lung und Akzep­tanz um Jah­re zurück; was sag’ ich: Jahr­zehn­te!

Mir per­sön­lich ist übri­gens außer­or­dent­lich sel­ten die Sexua­li­tät der Vor­stän­de derer bekannt, die mir geneh­men Fusel hoch­qua­li­ta­ti­ven Geträn­ke­ge­nuss ermög­li­chen. Die inter­es­san­te Fra­ge ist doch nicht, wem der ober­ste Trau­ben­pflücker bei­schläft, son­dern: Schmeckt’s?

In den NachrichtenNerdkrams
Deng­lisch­schrei­ber, die.

Ich per­sön­lich emp­fin­de es übri­gens als qua­li­ta­ti­ven Mehr­wert, dass man als Deutschmut­ter­sprach­ler bei Twit­ter auto­ma­tisch aus­ge­sperrt wird, wenn man kei­nen gera­den deut­schen Satz mehr raus­be­kommt, son­dern in das wür­zi­ge Sprach­ge­richt unbe­dingt noch einen Trop­fen Jau­che („Eng­lisch”) rein­kip­pen muss; hof­fent­lich bleibt das so.

In den NachrichtenMontagsmusik
My Solid Ground – The Exe­cu­tio­ner // Waf­fen fürs Klima

Moin.Es ist Mon­tag. Futur­a­ma kommt zurück. Alles wird gut.

Aus der Rei­he „kul­tu­rel­le Aneig­nung und ihre Fol­gen”: Die US-ame­ri­ka­ni­sche Gesichts­ver­zie­rungs­mar­ke Kosas („visio­nä­re Kol­lek­ti­on”, Quel­le: Inter­net) nann­te sich zwi­schen­zeit­lich „Kuh­sauce”. Ich wäre ein schlech­ter Mensch, wür­de ich behaup­ten, der Name wäre immer noch gar nicht so falsch. Frau­en zu belei­di­gen über­las­se ich aber lie­ber irgend­wel­chen Jour­na­li­sten; neu­er­dings erdrei­sten sich etwa eini­ge von ihnen, jun­ge Frau­en „jun­ge Dame” zu nen­nen, was selbst­ver­ständ­lich eine Unver­schämt­heit ist. Ich kann den Furor der alten Schnep­fe voll und ganz verstehen.

Die EU „droht” Russ­land damit, künf­tig mehr Geld für Gas bezah­len zu wol­len. Die­se Schlitz­oh­ren! Immer­hin hat die­ses Gemen­ge posi­ti­ve Kon­se­quen­zen für die Umwelt. Krieg ist sicher­lich nach­hal­tig und gut für die Umwelt, jaja. Klar: Weni­ger Men­schen, weni­ger Dreck. Guter Ansatz eigentlich.

Noch wei­ter west­lich hat sich über­ra­schend her­aus­ge­stellt, dass Geheim­dien­ste Men­schen über­wa­chen. Die Men­schen machen es ihnen aber auch sehr leicht, tra­gen sie doch stets frei­wil­lig ein Gerät zur stän­di­gen phy­si­ka­li­schen Ver­fol­gung mit sich her­um. Frü­her war das nicht so leicht, frü­her hat­ten die Men­schen noch Fern­schrei­ber und die stan­den woan­ders als sie selbst. Bei RevK las ich die­ser Tage, dass von die­sen Gerä­ten auch der Zei­len­um­bruch „CR LF” – unter Win­dows noch immer der Stan­dard – stammt. Das scheint eine Spe­ku­la­ti­on zu sein, ist jedoch auch schlüs­sig begrün­det. Bei „Hacker News” indes wird das eher skep­tisch gesehen.

Apro­pos USA: Ein US-ame­ri­ka­ni­scher Erfolgs­au­tor ist acht Jah­re alt und hat sein Buch mit­tels social hackings unter die Leu­te gebracht. Ich hät­te eine Über­lei­tung, aber ich will nicht: Die katho­li­sche Kir­che hat beschlos­sen, dass katho­li­sche Prie­ster nicht nur pädo­phil, son­dern künf­tig auch ver­hei­ra­tet sein dür­fen. Ein Sit­ten­ver­fall ist das, sag’ ich. Noch zwei, drei Jahr­hun­der­te und es gibt weib­li­che Bischö­fe. Furcht­ba­re Vorstellung.

Schö­ne Vor­stel­lung hin­ge­gen: Ein Wochen­be­ginn mit Musik.

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPolitik
Revo­lu­ti­on auf Deutsch

Für die­se Woche ist jetzt erst ein­mal Ruhe bei Poli­zei und Akti­vi­sten. Gear­bei­tet und pro­te­stiert wird in Deutsch­land eben schön anstän­dig an einem Wochentag.
„Ber­li­ner Zei­tung” (will nicht ver­linkt wer­den, LSR)


Ande­rer­seits braucht der Deut­sche anschei­nend immer eine gewis­se Grund­men­ge an Bedro­hungs­si­tua­tio­nen, sonst wird er nicht glück­lich: Frank-Wal­ter Stein­mei­er, den ich schon für eine sehr unap­pe­tit­li­che Per­son hielt, bevor man ihn online nicht mehr so nen­nen durf­te, was dar­an liegt, dass er den unschul­di­gen Murat Kur­naz in ein US-ame­ri­ka­ni­sches Fol­ter­ge­fäng­nis hat ent­füh­ren las­sen, um zu bele­gen, was er von Demo­kra­tie und Rechts­staat hält, ist als Bun­des­prä­si­dent unter des fal­schen Got­tes Auf­sicht (Archiv­ver­si­on) „wie­der­ge­wählt“ wor­den und hat in sei­ner ersten Rede sei­ner zwei­ten Amts­zeit erst mal den Iwan bedroht, um die­sem dar­zu­le­gen, dass Bedro­hung unde­mo­kra­tisch sei. Dann kön­nen ja die jähr­li­chen „Defender“-Missionen der elen­den NATO end­lich aufhören.

In Par­tei­en reicht es oft, wenn sich irgend­wer öffent­lich von irgend­was distan­ziert, um die Mit­ver­ant­wort­lich­keit für des­sen Geschwall abzu­ge­ben. Ich gebe inso­fern an die­ser Stel­le mei­ne außer­or­dent­lich gro­ße men­ta­le Distanz zu Frank-Wal­ter Stein­mei­er bekannt. Der Herr ist mir mit­samt sei­nem ver­meint­lich staats­män­ni­schen Duk­tus über­aus peinlich.

Pro­blem gelöst?

Fotografie
Prag.

Gewitz­te Ein­rei­se­be­schrän­kung: Wenn man momen­tan nach Tsche­chi­en rei­sen möch­te, muss man ein For­mu­lar aus­fül­len, in das man Buch­sta­ben ein­ge­ben muss, die auf der Tasta­tur gar nicht drauf sind. Für mich sind das ja böh­mi­sche Dörfer.

Prager Formular

Die wesent­li­che auf dem Weg dort­hin – also zu den böh­mi­schen Dör­fern – unter dem Ein­druck eines anschei­nend nicht funk­tio­nie­ren­den Kopf­hö­rer­ad­ap­ters gewon­ne­ne Erkennt­nis ist, dass die Deut­sche Bahn in künf­ti­gen Umge­stal­tun­gen ihrer Züge drin­gend die Grö­ße eines übli­chen Plat­ten­spie­lers berück­sich­ti­gen soll­te. Nur weni­ge Zen­ti­me­ter mehr wür­den die Abteil­ti­sche im Inter­Ci­ty von einer Kaf­fee­um­kipp­flä­che zu einem ner­ven­ret­ten­den Ort der Ruhe refor­mie­ren, aber auch ande­ren Zug­ar­ten fehlt eine sol­che eigent­lich simp­le Vor­rich­tung; eini­ge Sitz­plät­ze müs­sen gar gänz­lich ohne ebe­nen Stell­platz aus­kom­men. Der neu­mo­di­sche Spo­ti­f­y­un­sinn funk­tio­niert in so einem Zug ja ohne­hin nicht. Das mobi­le Netz ist auf der deut­schen Sei­te der Lan­des­gren­ze ein­fach schlecht. Wie die deut­schen Netz­be­trei­ber das durch­aus nicht ganz leich­te Unter­fan­gen, das sehr gute tsche­chi­sche Netz die Lan­des­gren­ze kaum über­schrei­ten zu las­sen und ihm statt­des­sen abso­lut nichts ent­ge­gen­zu­set­zen, phy­si­ka­lisch und öko­no­misch voll­bracht haben, ohne bin­nen weni­ger Jah­re vom Markt weg­ge­re­gelt zu wer­den, soll­te auch mal jemand unter­su­chen. Klingt preiswürdig.

Prag. Ganz hübsch.

In Prag selbst sind Fuß­gän­ger offen­sicht­lich nicht vor­ge­se­hen. Scha­de eigentlich.

Prager Fußweg

Sonst geht es aber eigent­lich mit dem Wohl­be­fin­den, ins­be­son­de­re men­tal. Es heißt, hier gebe es exakt drei Beru­fe: Irgend­was mit EDV, Por­no und den drit­ten habe ich ver­ges­sen. Für aus­ge­schlos­sen hal­te ich das nicht. Wahr­schein­lich ist der drit­te Beruf der des Bierbrauers.

Und in die­ser Pro­fes­si­on sind die Tsche­chen – das soll­te man ihnen auch als Deut­scher zuge­ste­hen kön­nen – wirk­lich nicht schlecht.

In den NachrichtenNerdkrams
Dezen­tra­li­sier­te Erdferkel

Unter­neh­men, die ihr Geld (und das von uns Aktio­nä­ren) unter ande­rem mit Block­chains – aber auch mit sinn­vol­len Din­gen – ver­die­nen, so:

Daten spei­chert eine Block­chain gesam­melt und dezen­tral in ver­schlüs­sel­ten Blöcken. (…) Man kann Daten auf der Block­chain also nicht ohne Wei­te­res löschen oder nach­träg­lich verändern.

Die Rea­li­tät so:

Die Zeug­nis-Block­chain der Bun­des­drucke­rei ist off­line. (…) Dar­über hin­aus ist es wohl auch gelun­gen, fal­sche Daten in die angeb­lich fäl­schungs­si­che­re Block­chain zu schrei­ben. (…) Die Web­sei­te zu dem Dienst der Bun­des­drucke­rei zeig­te zwi­schen­zeit­lich ein Erdferkel.

(All­er­gi­ker­war­nung: Der Link führt zu Golem.de.)

Ich habe mei­ne Kopf­schmer­zen dezen­tral ver­teilt. Die gehen nicht mehr weg.