ComputerNetzfundstücke
Kurz notiert zu Kagi News

Neu­es, gleich­wohl Gutes, heu­te aber nur Kur­zes aus den USA: Der unter­schätz­te Goo­gle­kon­kur­rent Kagi, bis­her nur Her­stel­ler eines erbau­lich wer­be­frei­en, weil kosten­pflich­ti­gen Pakets aus einer groß­ar­ti­gen Such­ma­schi­ne, eines immer noch sehr guten Web­brow­sers, eines kon­kur­renz­fä­hi­gen Online­über­set­zers und eines fle­xi­blen „KI“-Chatbots für die, die zu faul für Wis­sen sind, hat einen schon jetzt erstaun­lich brauch­ba­ren Nach­rich­ten­zu­sam­men­fas­ser raus­ge­bracht. Dort gibt es noch die Kate­go­rien „Deutsch­land“ und „Deutsch­land | Hes­sen“. Das ist lustig.

In den NachrichtenMontagsmusik
Braun­koh­le­bag­ger – Par­ty­zeit // Blaue Jugend mit der Gabel

Pandrei

Es ist Mon­tag. Mor­gen schal­tet AOL, zu dem sich die Exi­stenz von Taschen­te­le­fo­nen dann jetzt auch her­um­ge­spro­chen hat, das Ein­wahl­in­ter­net ab. Scha­de eigent­lich. Tüdeldüt-krrrrccchh aller­seits!

Neu­es von eurer Ren­te: Die Jugend fut­tert Pud­ding mit der Gabel (Archiv­ver­si­on) und schluckt Anämie­be­för­de­rer (aber­mals Archiv­ver­si­on), weil man davon so eine schö­ne blaue Zun­ge bekommt. Ich war­te ja noch auf den Tik­Tok-Trend, bei dem man sich eine Pla­stik­tü­te auf den Kopf setzt und unten zuschnürt. Davon wird man so schön lila.

Hihihi: „CSU als links­extre­mi­sti­sche Ter­ror­grup­pe ein­ge­stuft“. Deut­lich weni­ger hihihi (All­er­gi­ker­war­nung: „hei­se online“): In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka kann man sich neu­er­dings dafür bezah­len las­sen, die Exklu­siv­rech­te an pri­va­ten Tele­fon­ge­sprä­chen an eine „KI“-Firma abzu­tre­ten. Die­se ver­spricht, dass per­sön­li­che Details nicht Teil des Daten­sat­zes sind. Sind sie es doch, dann sind sie es doch. Ich wür­de gern „haha, die­se US-Ame­ri­ka­ner, haha­ha“ schrei­ben, aber ich beob­ach­te das ein­fach schon zu lan­ge. (Nach­trag vom 30. Sep­tem­ber: Das ging schnell!)

Beob­ach­te ich sogar noch län­ger: Musik.

BRAUNKOHLEBAGGER – „Par­ty­zeit“ [OFFICIAL VIDEO]

Guten Mor­gen.

Mir wird geschlechtPersönlichesPolitikNetzfundstückeComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 23. Sep­tem­ber 2025

Ich nei­ge ja (auch, wenn es mich ange­sichts der momen­tan zahl­rei­chen Linux­re­kla­me­ar­ti­kel sehr, aber bis­her immer­hin zufrie­den­stel­lend unter­drück­bar in den Fin­gern juckt, mal wie­der ein paar Sil­ben zu ver­nünf­ti­gen Alter­na­ti­ven zu ver­lie­ren) nicht dazu, ande­ren Leu­ten unge­fragt Pro­gram­me, die ich nut­ze, als Emp­feh­lung in den Post­ein­gang zu spü­len, daher hal­te ich mei­nen momen­ta­nen Früh­jahrs­putz auf dem Desk­top bewusst vage: Mir ist auf­ge­fal­len, dass mein seit bald drei­ßig Jah­ren mit gro­ßer Freu­de aus­ge­üb­tes Hob­by „Datei­ma­na­ger aus­pro­bie­ren“ inzwi­schen an einem Punkt ange­langt ist, an dem ich mit der abso­lu­ten Grund­men­ge an Funk­tio­nen eigent­lich völ­lig zufrie­den bin. (Das, was Apple und Micro­soft einem als „Grund­men­ge an Funk­tio­nen“ ver­kau­fen wol­len und eigent­lich „Grund­men­ge an gra­fi­schem Schnick­schnack“ hei­ßen soll­te, ist aller­dings eine Frech­heit.) Wenn sich jetzt noch her­aus­stellt, dass ich eigent­lich gar kei­nen kom­pli­zier­ten Text­edi­tor bräuch­te, gera­te ich in eine ernst­zu­neh­men­de Lebens­kri­se, fürch­te ich.


Mes­ser­ver­bots­zo­nen lau­fen gut so weit. (via)


Was pas­siert eigent­lich, wenn in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka jemand einen Men­schen in der Bahn umbringt? Rich­tig: Es gibt mehr Fahr­kar­ten­kon­trol­len.


Die son­der­bar schei­nen­de Regel­mä­ßig­keit, mit der Par­tei­en nach einer Wahl genau das Gegen­teil von dem machen, was ihre Wäh­ler von ihnen infol­ge lau­ni­ger Wahl­kampf­sprü­che erwar­tet haben und es spä­te­stens über­näch­stes Mal dann doch wie­der ver­su­chen, lässt sich offen­bar, mit Blick in die sozia­len Medi­en wäh­rend der ent­spre­chen­den Vor­komm­nis­se in Nord­rhein-West­fa­len, mitt­ler­wei­le wohl nur noch mit einer gera­de­zu paw­low­schen Kon­di­tio­nie­rung die­ser Wäh­ler erklä­ren: Zwar ist das par­la­men­ta­ri­sche System als sol­ches eine dor­ni­ge Chan­ce, soweit es die Mit­be­stim­mung des Bür­gers betrifft, aber das auch nur vor­sich­tig anklin­gen zu las­sen kata­pul­tiert den sol­ches Spre­chen­den stan­te pede aus dem Dis­kurs, der inso­fern kei­ner ist. Das not­wen­di­ge Übel ist nun mal noch immer ein Übel und das gering­ste ist es nicht min­der.

Über den sozia­len Stand ent­schei­det in Gesprächs­krei­sen im Digi­ta­len nicht Her­kunft und auch nicht Rück­grat, son­dern die per­sön­li­che Ver­eins­meie­rei. Wer sei­nen Tel­ler nicht auf­isst, der wird am Fol­ge­tag bereg­net, und wer falsch wählt, der bekommt die Schuld. Wer jedoch nicht falsch gewählt hat, der erhält sei­nen Ablass der Schuld an dem, was die da oben trei­ben, bis zur näch­sten Wahl. Die Fra­ge, war­um man selbst unbe­dingt unten sein möch­te und über­haupt an der behaup­te­ten demo­kra­ti­schen Not­wen­dig­keit der Exi­stenz von oben und unten fest­hält, ver­bie­tet sich natür­lich. Deutsch­land ist ein Land der Inno­va­tio­nen, und Inno­va­ti­ve­res als staats­tra­gen­de ver­meint­lich Lin­ke, weil grund­sätz­li­che (nicht zwin­gend par­tei­po­li­ti­sche) Oppo­si­ti­on nur der Oppo­si­ti­on hül­fe, sah ich sel­ten.

Wenn schon Par­tei, dann wenig­stens eine mit Charme. So hielt ich es stets und so emp­feh­le ich es wei­ter. Das aber wäre erst der zwei­te Schritt, der erste ist das Wes­halb.


Eine Fir­ma mit dem im vor­lie­gen­den Kon­text aus­ge­spro­chen unter­halt­sa­men Namen Anthro­pic habe wie einst Goog­le, berich­tet „Ars Tech­ni­ca“, eini­ge Mil­lio­nen gedruck­te Bücher zwecks „Trai­nings“ irgend­wel­cher neu­ro­na­ler Netz­wer­ke ein­ge­scannt und dann ver­nich­tet. Ich kom­men­tie­re das nicht, ich gebe die Infor­ma­ti­on nur wei­ter. (via)


Annet­te Wal­ter, „Jahr­gang 1978, (…) inter­es­siert sich beson­ders für bri­ti­sche Pop­kul­tur“, denn den­ke ich an Femi­nis­mus, dann den­ke ich an bri­ti­sche Pop­kul­tur, fin­de Craft­bier nicht gut, trin­ke aber „natür­lich“ Bier, teilt sie dem wehr­lo­sen „Deutsch­land­funk“ mit (Archiv­ver­si­on), und zwar aus eman­zi­pa­to­ri­schen Grün­den, weil das Patri­ar­chat das nicht so wol­le. Als Teil des Patri­ar­chats qua Geburt möch­te ich an die­ser Stel­le ver­kün­den, dass ich Frau­en, die gar kein Bier trin­ken, wesent­lich ein­fa­cher zu respek­tie­ren imstan­de bin als Frau­en, die sich einen anlö­ten, um es den Män­nern mal so rich­tig zu zei­gen. Ich hof­fe, mit die­ser Bekannt­ga­be ernst­li­che gesund­heit­li­che Schä­den von man­cher Frau fern­hal­ten zu kön­nen. Da nicht für. (via)

(Unter „Mehr zum The­ma“ ist das Bild eines Induk­ti­ons­koch­fel­des bezie­hungs­wei­se des­sen Bedien­ele­ments zu sehen. Das ist wit­zig.)

MusikNetzfundstückeMontagsmusik
Archi­tects – Chan­de­lier // Brow­ser gegen den Welt­frie­den

Das muss an Frühsport reichen.

Es ist Mon­tag. Für Freun­de der ange­wand­ten Com­pu­ter­ar­chäo­lo­gie: Sci­TE­CO hat eine neue Web­site. Ich freue mich über die Exi­stenz des Pro­jekts und ver­lin­ke daher dort­hin. Ande­re Pro­jek­te haben es nicht ganz so leicht: Annas Archiv für Bücher und wis­sen­schaft­li­che Auf­sät­ze wird, glaubt man tarnkappe.info (will nicht mehr ver­linkt wer­den, ver­wen­det einen Wer­be­blocker­blocker), der­zeit von der „Clea­ring­stel­le Urhe­ber­recht im Inter­net“ eher nicht so gern gese­hen. Das ist wie­der­um eine sehr schö­ne Wer­bung für das Pro­jekt und dar­um ver­lin­ke ich auch dort­hin. (Schlimm, die­se Staa­ten, die das Inter­net zen­sie­ren. Russ­land. Chi­na. Deutsch­land. Da soll­te mal jemand Demo­kra­tie hin­brin­gen.)

Apro­pos: Das „Deutsch­land­ticket“, des­sen Name in sei­ner Beknackt­heit nur knapp geschla­gen wird von des Ein­zel­han­dels „Deutsch­land­card“, als wür­den Rekla­me­ma­chern die Eier abfau­len, wenn sie mal aus Ver­se­hen drei Wör­ter am Stück reden, ohne dabei ins Eng­li­sche zu ver­fal­len (nicht, dass das jetzt eine all­zu üble Aus­sicht wäre), wird auf­grund der poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen von CDU/CSU, SPD und Grü­nen, also der Auto­lob­by in den Lan­des­re­gie­run­gen, schon wie­der teu­rer. Mei­ner dar­auf­hin getrof­fe­nen Über­le­gung, wie viel teu­rer es wohl noch wer­den kön­ne, bevor es nie­mand mehr nut­zen möch­te, kommt „FRI:DAY“ ent­ge­gen: „Ein Auto kostet durch­schnitt­lich 300 Euro pro Monat“ – da geht also noch was!

Vor etwas mehr als 30 Jah­ren wur­de Net­scape 2.0 mit den neu­en, aber unvor­teil­haf­ten Funk­tio­nen HTML-Mail und Java­Script ver­öf­fent­licht, freut sich einer, der damals dabei war. Vie­le Web­brow­ser sind ja mitt­ler­wei­le eher zu ChatGPT-Bedien­ma­schi­nen mutiert, und das läuft genau so gut wie erwar­tet: Men­schen las­sen sich schei­den, weil sie ChatGPT statt Herz nut­zen, belu­stigt mich das Inter­net. Ich wünsch­te, die Ein­woh­ner der USA wür­den weni­ger ver­su­chen, in einer South-Park-Epi­so­de zu leben. Ich wünsch­te aber ganz all­ge­mein vie­les und bekom­me es dann nicht; den Welt­frie­den zum Bei­spiel.

Um den es ohne­hin gera­de nicht zum Besten steht: Drü­ben in Staats­rai­son­land wer­den unter dem Applaus von Jour­na­li­sten ande­re Jour­na­li­sten zer­fetzt, klagt zu Recht Fabi­an Gold­mann. Das geht mitt­ler­wei­le sogar den sonst jede Men­ge Unge­rech­tig­kei­ten weit­ge­hend still ertra­gen haben­den Part­nern des Tötungs­kon­zerns Spo­ti­fy der­ma­ßen auf den Wecker, dass es nun zu Kon­se­quen­zen kommt: „Die bri­ti­sche Band Mas­si­ve Attack hat ange­kün­digt, ihre gesam­te Musik von Spo­ti­fy ent­fer­nen zu las­sen. Außer­dem for­dert sie einen musi­ka­li­schen Boy­kott Isra­els gemein­sam mit 400 wei­te­ren bri­ti­schen Künst­lern“, was wie­der­um der Redak­ti­on von „Tonspion.de“ nicht so recht zu gefal­len weiß. Die eben­so der Krieg­füh­rung über­drüs­si­gen und auch sonst ziem­lich emp­feh­lens­wer­ten King Giz­zard & The Lizard Wizard gehen einen Schritt wei­ter und ver­scher­beln ihr Œuvre bei Band­camp, was ihnen immer noch lie­ber ist als sich wei­ter mit Spo­ti­fy in der Öffent­lich­keit sehen zu las­sen.

Nie­mals pein­lich (außer viel­leicht der­je­ni­gen von Phil Coll­ins): Musik.

Archi­tects – Chan­de­lier

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
Gesund­heit auf Bay­risch

Juli 2024:

Der Münch­ner Ober­bür­ger­mei­ster Die­ter Rei­ter hat sich mit einem erneu­ten Appell zur Ein­rich­tung von Dro­gen­kon­sum­räu­men auch in Bay­ern an Mini­ster­prä­si­dent Mar­kus Söder (CSU) gewandt. (…) Die Stadt sehe sich immer wie­der For­de­run­gen von Anwoh­nern und Gewer­be­trei­ben­den gegen­über, dem Dro­gen­kon­sum in Haus­gän­gen, Höfen, Tief­ga­ra­gen und auf offe­ner Stra­ße Ein­halt zu gebie­ten.

Sep­tem­ber 2025:

Das Okto­ber­fest ist welt­be­rühmt: Mil­lio­nen­be­su­cher strö­men jedes Jahr auf die The­re­si­en­wie­se, um dort gemein­sam zu fei­ern – und anzu­sto­ßen. (…) Am Sams­tag war es gegen 16 Uhr, rund vier Stun­den nach Anstich, so weit, die erste “Alko­hol­lei­che” muss­te von den Sani­tä­tern behan­delt wer­den.

Geht doch.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Grund­sät­ze der Spal­tung

taz.de:

In einem offe­nen Brief haben sich laut Welt fast 250 Mit­ar­bei­te­r des Sen­ders [NDR, A.d.V.] von „Klar“ distan­ziert. In die­sem soll der Vor­wurf erho­ben wer­den, die Sen­dung über Migra­ti­on ver­letz­te „in unse­ren Augen eine Rei­he von Grund­sät­zen unse­rer jour­na­li­sti­schen Arbeit und kommt unse­rem öffent­lich-recht­li­chen Auf­trag gemäß NDR-Staats­ver­trag nicht nach“. Wei­ter­hin wol­le das For­mat „offen­bar spal­ten, das wird auch in der Mode­ra­ti­on deut­lich for­mu­liert“.

Ken­nen die fast 250 Mit­ar­bei­ter der ARD-Anstalt NDR eigent­lich „Funk“?

MontagsmusikMusikNetzfundstücke
X – Nau­sea (live) // Alters­ar­beit (gut)

Heute habe ich an was zu knabbern. Das sieht so aus:

Es ist Mon­tag. In den USA wur­de letz­te Woche eine Flitz­pie­pe ihres Lebens beraubt, erfah­re ich in den ein­schlä­gi­gen Medi­en. Erschreckend ist dar­an der Jubel, die „Poin­te“, dass ein Befür­wor­ter von Waf­fen­ge­walt erschos­sen wur­de, was ihm, haha­ha, bestimmt selbst gefal­len hät­te, zum Wesen habend, auch deutsch­spra­chi­ger Ins­in­ter­net­rein­schrei­ber. Ist das die Ant­wort auf die Fra­ge, wie wir unse­re gesell­schaft­li­chen Kon­flik­te künf­tig lösen möch­ten? Wel­che rele­van­te Auto­ri­tät außer natür­lich der Kir­che bestimmt dar­über, wer drin­gend umge­bracht wer­den soll­te und wer auf kei­nen Fall? Wer­den noch Frei­wil­li­ge gesucht?

(Heu­te schon über den Über­phal­lus gere­det?)

Ich habe die­ser Tage übri­gens mal nach­ge­se­hen, was mei­ne Rund­funk­ge­büh­ren so machen, und sehe mich mit „fas­sungs­los“ noch deut­lich unzu­rei­chend zusam­men­ge­fasst. Viel­leicht so viel: Kennt noch jemand das spre­chen­de Pferd aus Ren & Stim­py? – Lusti­ger: Micro­soft fin­det, sei­ne Mit­ar­bei­ter soll­ten wie­der häu­fi­ger im Büro arbei­ten, weil Teams für die Team­ar­beit unge­eig­net sei. Ich stim­me dies­be­züg­lich unein­ge­schränkt zu. Die Arbeit als sol­che hat’s ohne­hin längst zer­legt: Jun­ge Leu­te nut­zen ChatGPT, um ihre Bewer­bun­gen zu schrei­ben, die Per­so­nal­ab­tei­lung nutzt „KI“, um sie zu lesen, nie­mand wird ein­ge­stellt. Die Poli­tik braucht noch ein biss­chen, um die Trag­wei­te zu ver­ste­hen, for­dert aber sicher­heits­hal­ber mehr Wohl­stand für irgend­wen; und sei’s nur für die Her­stel­ler von „KI“. (Man­fred Weber hät­te gern eine „Auto-Uni­ver­si­tät“. Wird man da Diplom-Pkw oder schon Master­kom­bi?)

Fund­stück zum qua­si glei­chen The­ma, also Arbei­ten im Alter: Die­ser Herr hat zwei Tage nach sei­nem 100. Geburts­tag sein Debüt­al­bum unter eige­nem Namen auf­ge­nom­men. Gut, er hat geschum­melt, war er doch seit 1958 für das Sun Ra Arke­stra tätig, von dem eini­ge Musi­ker ihm auch hier aus­hal­fen. Wenn ich mal 100 Jah­re alt wer­den soll­te, möch­te ich auch ein rich­ti­ges Instru­ment beherr­schen. Momen­tan reicht es nur für Rhyth­mus­gi­tar­re und schie­fen Gesang und bei­des ist zwar skur­ril, dar­über­hin­aus aber nicht inter­es­sant.

Und weil wir gera­de dabei sind: Musik.

X – Nau­sea – live 1980 (Decli­ne of Western Civi­lizati­on doc)

(Gibt’s ja auch nicht mehr. Scha­de eigent­lich.)

Guten Mor­gen.

PersönlichesMusik
Vinyl <3 (16): Pla­gia­te jetzt auch in HD

Nach­richt 1:

Dafür räumt Spo­ti­fy nun den Hörern ein, Remi­xes von Lie­dern anzu­fer­ti­gen, die Künst­ler hoch­ge­la­den haben. Und die Musi­ker haben nicht mal Mit­spra­che­recht.

Nach­richt 2:

Spo­ti­fy hat offi­zi­ell ver­lust­frei­es Strea­ming für alle Pre­mi­um-Abon­nen­ten ein­ge­führt – ohne Auf­preis.

Seit eini­gen Jah­ren ver­fol­ge ich bei Gesprä­chen über Musikstreaming-„Dienste“ die­je­ni­ge Stra­te­gie, dass ich die Mei­nung äuße­re, dass Men­schen, um Spo­ti­fy zu nut­zen, Musik und ihre Kom­po­ni­sten wirk­lich außer­or­dent­lich ver­ach­ten müs­sen. Das wird weit­ge­hend als unzu­läs­si­ge Über­spit­zung betrach­tet, als blo­ßes Geze­ter. Mitt­ler­wei­le soll­te ich offen­sicht­lich anfan­gen, eine Liste von Links bei­zu­fü­gen, scan­bar per QR-Code und/oder zusam­men­ge­fasst von irgend­ei­ner „KI“.

Dass Spo­ti­fy als unge­fähr aller­letz­ter die­ser „Dien­ste“ jetzt die von irgend­ei­nem Com­pu­ter zusam­men­ge­ba­stel­te, dem Künst­ler ent­schä­di­gungs­los ent­eig­ne­te oder neu­er­dings schlicht urhe­ber­recht­si­gno­rant umeti­ket­tier­te Funk­ti­ons­mu­sik (denn gute Musik ver­kauft sich tra­di­tio­nell schlecht) jetzt auch „ver­lust­frei“ (was frei­lich vom End­ge­rät abhängt, „ver­lust­frei­es Blue­tooth“ exi­stiert zum Bei­spiel nicht) ins Ohr schmet­tert, mag für man­che, etwa die mei­sten Kom­men­ta­to­ren unter Nach­richt 2, einem Wun­der gleich­kom­men, das zu prei­sen fort­an Lebens­zweck sein wird; mir bleibt fest­zu­stel­len, dass mei­ne vor eini­gen Jah­ren getrof­fe­ne Ent­schei­dung, gute Musik aus­schließ­lich per Kon­zert­be­such und Vinyl­kauf zu unter­stüt­zen, zwar kaum mehr sein mag als ein Trop­fen im Sand, aber die­ser Trop­fen möge zumin­dest der immer kräf­ti­ge­ren Dür­re ein Schnipp­chen schla­gen.

Zwar bin ich mit man­chem Nut­zer von Spo­ti­fy nicht schlecht befreun­det; aber es ist dann doch eher trotz­dem und nicht des­halb.

In den Nachrichten
Deutsch­land, beleibt

Deutsch­land sei ohne Autos eine „Dame ohne Unter­leib“, söder­te es wie einst bei Kurt Beck (SPD, bei­des bei Bedarf bit­te nach­schla­gen) aus des bay­ri­schen Mini­ster­prä­si­den­ten Ober­leib her­aus. Ver­ste­he ich nicht: Ein pre­sti­ge­träch­ti­ges Kurio­sum, frei von Aus­blu­tung und Beschwer­den auch?

Was man sonst in sei­nem Unter­leib auf­be­wahrt, passt ande­rer­seits auch ganz gut zur Meta­pher. Dar­auf ’ne Wurst.

In den NachrichtenMontagsmusikComputer
Ran­ges – Ido­la­tor (live) // Hühn­chen 95

Ihr schon wieder!

Es ist Mon­tag. Hihi: Stol­ze Patrio­ten mal­ten aus Lie­be zu Eng­land eine däni­sche Flag­ge irgend­wo­hin. Gibt es eigent­lich schon deut­sche Wir­re mit Bel­gi­sche-Flag­ge-Täto­wie­rung?

Auch hihi (Archiv­ver­si­on): Ein Hüh­ner­hof in Düs­sel­dorf sowie wei­te­re Höfe anders­wo sind für ihr Tages­ge­schäft auf Win­dows 95 ange­wie­sen. Mich über­rascht, dass da noch nicht die in sozia­len Medi­en (viel zu) laut für Linux trom­meln­den EDV-Akti­vi­sten vor­stel­lig gewor­den zu sein schei­nen. Man könn­te fast mei­nen, die Anschaf­fungs­ko­sten für ein Betriebs­sy­stem („aber es kostet doch gar nichts!“) sei­en gar nicht immer das nen­nens­wer­te Haupt­pro­blem; oder auch: Ich moch­te Win­dows 95 gleich­falls sehr, so sehr ich es auch bedau­re, dass es OS/2 schnell vom Markt ver­drängt hat­te, und rate grund­sätz­lich jedem, der dar­über nach­denkt, was für einen Com­pu­ter er künf­tig zu brau­chen vor­hat, dazu, sich zu ver­ge­gen­wär­ti­gen, was damals mit ein paar Mega­byte RAM alles mög­lich war. „Braucht“ man denn heu­te wirk­lich so viel Gedöns?

Nicht hihi jedoch: In Köln wur­de, so heißt es, eine Frie­dens­de­mon­stra­ti­on unfried­lich been­det, indem die Poli­zei ener­gi­scher vor­ging als zwin­gend erfor­der­lich. Das muss die­se Zei­ten­wen­de sein. Ich war nun nicht selbst anwe­send und kann daher selbst kei­ne ver­nünf­ti­ge Ein­schät­zung der Situa­ti­on mit­lie­fern, nei­ge jedoch zu der Fest­stel­lung, dass eine Demon­stra­ti­on für mehr Gewalt­frei­heit, der man mit Gewalt bei­zu­kom­men ver­sucht, offen­sicht­lich zumin­dest eine gewis­se argu­men­ta­ti­ve Grund­la­ge auf ihrer Sei­te sehen darf.

Kei­nes­falls hihi, wohl aber yea­hye­ah: Musik.

Ran­ges – Ido­la­tor (Live) – Post. Festi­val 2019

Guten Mor­gen.

In den Nachrichten
„… von MEINEN Gebüh­ren!“ (12)

Ein Flug­zeug mit Ursu­la von der Ley­en an Bord wur­de auf­grund von GPS-Pro­ble­men an der ein­fa­chen Lan­dung gehin­dert. Die kriegs­heu­len­de „tages­schau“ ließ eine kriegs­heu­len­de Spre­che­rin der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on dar­auf­hin Schlag­zei­len­ma­te­ri­al (Archiv­ver­si­on) ins Mikro­fon schluch­zen:

“Wir kön­nen bestä­ti­gen, dass es GPS-Jamming gab”, sag­te eine Spre­che­rin der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on in Brüs­sel über den Vor­fall in Bul­ga­ri­en. (…) Bul­ga­ri­sche Behör­den hät­ten die Ver­mu­tung geäu­ßert, dass die Stö­rung “auf eine unver­hoh­le­ne Ein­mi­schung Russ­lands zurück­zu­füh­ren ist”, sag­te die Spre­che­rin. (…) Sie sag­te aber all­ge­mein, die EU-Kom­mis­si­on sei sich bewusst, dass Dro­hun­gen und Ein­schüch­te­run­gen ein regel­mä­ßi­ger Bestand­teil von Russ­lands feind­li­chem Vor­ge­hen sei­en. Vor­fäl­le wie die­ser stärk­ten aller­dings nur die Ent­schlos­sen­heit, die Ver­tei­di­gungs­fä­hig­kei­ten aus­zu­bau­en und die Unter­stüt­zung für die Ukrai­ne zu ver­stär­ken.

Scha­de aber (im Ori­gi­nal auf Eng­lisch):

Am Don­ners­tag­mor­gen erklär­te der bul­ga­ri­sche Mini­ster­prä­si­dent Rosen Zhelyaz­kov vor dem Par­la­ment, dass das Flug­zeug des Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten nicht gestört wor­den sei, son­dern ledig­lich eine teil­wei­se Signal­un­ter­bre­chung erlebt habe, wie sie typi­scher­wei­se in dicht besie­del­ten Gebie­ten auf­tritt.

Die­ses ent­schlos­se­ne Vor­ge­hen der deut­schen Behör­den gegen Web­sites, die gefähr­li­che fake news ver­brei­ten: wann geht das jetzt eigent­lich los?

PersönlichesNetzfundstücke
Bie­ri­ge Ent­sch­neu­li­gung

Scha­de (Zitat aus einem Ori­gi­nal­bei­trag auf Face­book, aber dort­hin ver­lin­ke ich nur, wenn es sich par­tout nicht ver­mei­den lässt): Die von mir hoch­ge­schätz­te Ber­li­ner Bier­braue­rei Schnee­eu­le, die ich grund­sätz­lich „Schneu­le“ nen­ne, weil ich sonst mit den vie­len „E“ durch­ein­an­der­kom­me, streicht zum kom­men­den Monats­en­de die Segel. Bier in Ber­lin müs­se „bil­lig“ sein (was ich nach allem, was ich bis­her in Ber­lin erlebt habe, gern glau­be), aber der Schneeeeeu­le Stär­ke war nie das Bil­lig, son­dern das Gut. Ich trank aus den dort abge­füll­ten Fla­schen bereits Vor­züg­li­ches, gehö­re aber auch zu der Min­der­heit an Men­schen, die lie­ber wenig gutes Bier für ver­gleichs­wei­se viel Geld als mie­ses, dafür mehr Bier für wenig Geld sich acht­ar­mig rein­zu­or­geln pfle­gen.

(Wobei das natür­lich wie­der eine rela­ti­ve Defi­ni­ti­on ist. Mehr als eine Bier­fla­sche in mei­ner Histo­rie koste­te einen grö­ße­ren zwei­stel­li­gen Betrag, die „klei­nen“ Schneu­len im 0,33-Liter-Format lie­gen deut­lich dar­un­ter. Aber sicher: Wer den Kasten für zwölf Euro zu Hau­se ste­hen hat, der zahlt ungern für einen Liter das­sel­be.)

Man behal­te die­ses Ver­hält­nis der Deut­schen zu den Kosten eines Bie­res im Hin­ter­kopf, wenn irgend­wel­che Non­sens­me­di­en aber­mals über die Besu­cher- und ins­be­son­de­re Trink­er­zah­len beim Okto­ber­fest berich­ten. Die Schnee­eu­le hät­te den Liter gün­sti­ger gehabt.

In den Nachrichten
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Heu­te RT und mor­gen die WELT

Ste­fa­nie Mar­kert vom MDR für die „tages­schau“ (Archiv­ver­si­on):

In Russ­land ist die Inter­net­su­che nach “extre­mi­sti­schen Inhal­ten” ab heu­te straf­bar. Dazu gehö­ren Recher­chen zu LGBTQI, Bei­trä­ge zur Oppo­si­ti­on oder das Abspie­len bestimm­ter Musik. Die Mei­nungs­frei­heit wird damit wei­ter ein­ge­schränkt. (…) Russ­lands Bevöl­ke­rung sieht sich einem neu­en Gesetz gegen­über, das Will­kür Tür und Tor öff­net und von ande­ren Inhal­ten und Mei­nun­gen abkap­selt. Ein prak­ti­scher Hebel mehr für Putins Regime.

Prak­tisch, sol­che Hebel. Ich fra­ge mich ja, ob dazu auch was bei „Rus­sia Today“ steht.