Persönliches⁠Netzfundstücke
Bierige Entschneuligung

Scha­de (Zitat aus einem Ori­gi­nal­bei­trag auf Face­book, aber dort­hin ver­lin­ke ich nur, wenn es sich par­tout nicht ver­mei­den lässt): Die von mir hoch­ge­schätz­te Ber­li­ner Bier­braue­rei Schnee­eu­le, die ich grund­sätz­lich „Schneu­le“ nen­ne, weil ich sonst mit den vie­len „E“ durch­ein­an­der­kom­me, streicht zum kom­men­den Monats­en­de die Segel. Bier in Ber­lin müs­se „bil­lig“ sein (was ich nach allem, was ich bis­her in Ber­lin erlebt habe, gern glau­be), aber der Schneeeeeu­le Stär­ke war nie das Bil­lig, son­dern das Gut. Ich trank aus den dort abge­füll­ten Fla­schen bereits Vor­züg­li­ches, gehö­re aber auch zu der Min­der­heit an Men­schen, die lie­ber wenig gutes Bier für ver­gleichs­wei­se viel Geld als mie­ses, dafür mehr Bier für wenig Geld sich acht­ar­mig rein­zu­or­geln pfle­gen.

(Wobei das natür­lich wie­der eine rela­ti­ve Defi­ni­ti­on ist. Mehr als eine Bier­fla­sche in mei­ner Histo­rie koste­te einen grö­ße­ren zwei­stel­li­gen Betrag, die „klei­nen“ Schneu­len im 0,33-Liter-Format lie­gen deut­lich dar­un­ter. Aber sicher: Wer den Kasten für zwölf Euro zu Hau­se ste­hen hat, der zahlt ungern für einen Liter das­sel­be.)

Man behal­te die­ses Ver­hält­nis der Deut­schen zu den Kosten eines Bie­res im Hin­ter­kopf, wenn irgend­wel­che Non­sens­me­di­en aber­mals über die Besu­cher- und ins­be­son­de­re Trink­er­zah­len beim Okto­ber­fest berich­ten. Die Schnee­eu­le hät­te den Liter gün­sti­ger gehabt.

Senfecke:

  1. Ent­we­der acht­ar­mig oder gar nicht. Halb besof­fen ist raus­ge­schmis­sen Geld.
    Wenn man im Alter nicht drei
    Tage bett­läg­rig danach wäre,
    und man den Ver­dienst­aus­fall
    dem Bier­preis auf­schla­gen
    müss­te.
    So aber ist jede Bier­mar­ke zu
    teu­er.

    Genuss­trin­ker habe ich sowie­so nie ver­stan­den. Frau­en trin­ken zum
    Bei­spiel nur zur Ent­hem­mung und
    Ent­schul­di­gung, um spä­ter nicht als Schlam­pe dazu­ste­hen.
    Frau­en inter­es­sie­ren sich nicht
    für Bier­prei­se. Für sie ist Bier eine
    Art inner­li­che Ver­klei­dung, die wie
    Schu­he so teu­er wie not­wen­dig sein darf.

  2. Dass Frau­en nur zur Ent­hem­mung trin­ken ist Quatsch. Die mei­sten Frau­en in mei­ner Fami­lie trin­ken, weils ihnen schmeckt, ein paar ande­re, weil sie ihre Män­ner so bes­ser ertra­gen kön­nen (geht auch umge­kehrt), eine ein­zi­ge, weil sie alko­hol­ab­hän­gig ist. Bzw. war, sie hat sich vor ein paar Jah­ren tot­ge­sof­fen. Eine Schlam­pe war sie nie, sie war bloß unglück­lich.
    Ich sel­ber bin am lieb­sten irgend­wo zwi­schen halb- und drei­vier­tel­be­sof­fen. Mir schmeckts über­haupt umso bes­ser, je mehr ich trin­ke – gibts eigent­lich auch Genuss­säu­fer? Aufs Geld muss ich dabei mei­ner Oma sei Dank nie schau­en, die hat­te ein klein Häus­chen.

    • Wie? Du ver­säufst der Oma ihr Häus­ken? Was sagt denn Tan­te Erna dazu?
      er­lin müs­se „bil­lig“ sein (was ich nach allem, was ich bis­her in Ber­lin erlebt habe, gern glau­be), aber der Schneeeeeu­le Stär­ke war nie das Bil­lig, son­dern das Gut. Ich trank aus den dort abge­füll­ten Fla­schen bereits Vor­züg­li­ches, gehö­re aber auch zu der Min­der­heit an Men­schen, die lie­ber wenig gutes Bier für ver­gleichs­wei­se viel Geld als mie­ses, dafür mehr Bier für wenig Geld sich acht­ar­mig rein­zu­or­geln pfle­gen.

      Wie das Koks­bier denn geschmack­lich ein­zu­ord­nen? Ich fin­de ja: Bier muss schmecken, wie flüs­si­ges Brot, sonst ist es kein Bier. ;)

      • Die Tan­te hat einen rei­chen Gat­ten und ist bestens ver­sorgt. Ab und zu gehen Tant­chen und ich zusam­men was trin­ken, mei­stens zah­le ich.

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