NetzfundstückeMontagsmusikComputer
Toco­tro­nic – Denn sie wis­sen, was sie tun // Die all­ge­mei­ne Schei­ßig­keit von Matrix

Hat gut lachen, weil er nicht aufstehen und arbeiten und Steuern und Miete bezahlen muss, sondern den ganzen Tag niedlich rumliegen und Bambus fressen kann: ein Panda.

Es ist Mon­tag. In Bri­tish Colum­bia sor­gen fal­len­de Fische für Brän­de. Alles wie immer.

(Nicht wie immer: Der frü­he­re CDU-Poli­ti­ker Tho­mas Gens, heu­te im Wäh­ler­ge­mein­schafts­mi­lieu zu fin­den sowie schon recht lan­ge Bür­ger­mei­ster auf Hid­den­see, fin­det trotz­dem, es rei­che jetzt mit dem Kriegs­ge­spie­le. Schö­ner offe­ner Brief, wenn auch als Peti­ti­on gestal­tet und damit so fol­gen- wie daher sinn­los wie alle übri­gen Bestre­bun­gen die­ser Art eben auch.)

Com­pu­ter­nach­rich­ten: Die da oben sind schon wie­der der Mei­nung, man müs­se Men­schen, die unge­fähr wis­sen, wie Vögeln funk­tio­niert, mit unwirk­sa­men Maß­nah­men davon abhal­ten, ande­re Men­schen bei sel­bi­gem zu beob­ach­ten. Weil staat­li­che Inter­net­zen­sur auch aus nett gemein­ten Moti­ven her­aus aber etwas wirk­lich Kotz­üb­les ist, habe ich die­ser Tage mal auf einer Web­site ande­rer Leu­te eine der zahl­rei­chen Mög­lich­kei­ten, die­se unwirk­sa­men Maß­nah­men tech­nisch kom­plett igno­rie­ren zu kön­nen, kurz beschrei­ben. Es möge von Nut­zen sein.

Apro­pos EDV: Mitt­ler­wei­le, habe ich den Ein­druck, gibt es mehr Blog­bei­trä­ge über die all­ge­mei­ne Schei­ßig­keit von Matrix als dar­über, wie viel tol­ler als die IRC-Ser­ver es doch sei und war­um man unbe­dingt da hin­müs­se. Es war ja lan­ge ver­pönt, für das freie IRC-Pro­to­koll zu argu­men­tie­ren. Das sei sooo 2000er und über­haupt nicht mehr cool. Als jemand, der „funk­tio­niert“ irgend­wie lie­ber mag als „ist cool“, stel­le ich hier­zu fest: Stimmt. Zum Glück.

Ist (trotz allem immer noch) cool und funk­tio­niert: Musik.

Toco­tro­nic – Denn sie wis­sen, was sie tun

Man kann ja nicht immer nur depres­si­ven Krach hören. (Obwohl: Man kann.)

Guten Mor­gen.

Sonstiges
Seggs­gad­sen

Die kon­kre­ten Fol­gen des Umstands, dass Men­schen im Inter­net „Seggs“ schrei­ben, wenn sie „Bum­sen“ mei­nen, und aber (wahr­schein­lich weni­ger sexu­ell gemeint) auch „Kad­se“ oder, schlim­mer noch, „Gad­se“, wenn sie eine Kat­ze sehen, als lie­fe irgend­wo ein mir bis­her erfreu­lich unbe­kann­ter Wett­be­werb dar­über ab, wer sei­nem Umfeld mit­tels schrift­li­chen Säu­selns am sub­til­sten auf den Sack gehen kann, zu ermit­teln ist eine Auf­ga­be, um die ich künf­ti­ge Sozi­al­for­scher, so‘s künf­tig über­haupt noch For­schung gibt, nicht benei­de.

(Wo sich doch ein schar­fes S für‘s Vögeln eher anbie­tet!)

In den NachrichtenComputer
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Vor­der­tür­chen und Hin­ter­tür­chen

Gareth Jos­wig, vol­ler Sor­ge über die Daten­schutz­min­de­rungs­soft­ware von Palan­tir, mene­te­kelt:

Nie­mand kann zu ein­hun­dert Pro­zent ver­si­chern, ob die US-Fir­ma in die Soft­ware nicht doch ein Hin­ter­tür­chen ein­ge­baut hat. In Zei­ten der glo­ba­len auto­ri­tä­ren Wen­de auf die Ein­füh­rung von Auto­kra­ten-Über­wa­chungs­soft­ware zu set­zen, ist ein Riesen­fehler.

Was mich ja jetzt hier schon inter­es­siert, ist zwei­er­lei: ob erstens eine Über­wa­chungs­soft­ware von einem ande­ren Her­stel­ler weni­ger übel wäre, die Über­wa­chung der Bür­ger betref­fend, und wie über­haupt zwei­tens ein Hin­ter­tür­chen in einer Soft­ware, die dem Zweck dient, den Daten­schutz ihrer Opfer mög­lichst effi­zi­ent zu min­dern, aus­se­hen soll. Wäre das dann nicht viel­mehr ein Vor­der­tür­chen, gar ganz nor­ma­ler Ein­satz­zweck?

(Und was sagt es eigent­lich über wen aus, dass SPD und Grü­ne, deren Abge­ord­ne­te öffent­lich ver­kün­den [Archiv­ver­si­on], dass der Ein­satz die­ser Soft­ware abzu­leh­nen sei, in eini­gen ihrer Lan­des­re­gie­run­gen über­haupt kein Pro­blem dar­in sehen?)

In den NachrichtenMontagsmusikComputer
OSMIUM – OSMIUM 5 // Alters­nicht­kon­trol­le (intel­li­gent)

Crooning mal anders

Es ist Mon­tag. Lusti­ges Spiel für Java­Script-Pro­gram­mie­rer: Das Datums­quiz. Manch­mal fra­ge ich mich, war­um es Men­schen gibt, die so etwas aus frei­en Stücken beruf­lich machen. War zum Zeit­punkt der Berufs­wahl gera­de kei­ne Domi­na in der Nähe und man brauch­te schnell einen Ersatz?

In Groß­bri­tan­ni­en gibt es neu­er­dings wohl ein System zur auto­ma­ti­schen Erken­nung des Alters, bis­wei­len mit­hil­fe „künst­li­cher Intel­li­genz“. Das funk­tio­niert genau so gut wie ange­nom­men: Ist man eini­ger­ma­ßen EDV-inter­es­siert, und das hal­te ich bei einem Groß­teil der bri­ti­schen Min­der­jäh­ri­gen für nicht völ­lig aus­ge­schlos­sen, dann ist die „Veri­fi­ka­ti­on“ bin­nen Sekun­den auch für eigent­lich nicht zu Veri­fi­zie­ren­de erfolg­reich. Ich fin­de das prin­zi­pi­ell gut, ist doch das Alter ganz grund­sätz­lich im frei­en, glo­ba­len Inter­net als rele­van­tes Per­sön­lich­keits­merk­mal unge­eig­net. (Mal ganz von der Fra­ge abge­se­hen, wovor die­se „Prü­fung“ wen über­haupt schüt­zen soll­te. Haben die, die so etwas für ziel­füh­rend hal­ten, über­haupt schon mal mit rich­ti­gen Jugend­li­chen gere­det?)

Zum The­ma auch: Die Euro­päi­sche Uni­on über­re­gu­liert wohl ab August besag­te „künst­li­che Intel­li­genz“, indem mehr Trans­pa­renz der­sel­ben vor­ge­schrie­ben wer­den soll. Wer jetzt nör­gelt, dass das den Wett­be­werb behin­de­re, den Markt gar, und das alles dazu füh­re, dass den bescheu­er­ten ChatGPT-Kon­kur­renz­an­ge­bo­ten in Deutsch­land Stei­ne in den Weg gelegt wer­den, dem ent­geg­ne ich: na, hof­fent­lich. Der über­zo­ge­ne Hype, allen­falls noch von dem­je­ni­gen um Labu­bus über­trof­fen (man ver­sprach mir den Welt­un­ter­gang, all­mäh­lich wer­de ich unge­dul­dig), um vir­tu­el­le Papa­gei­en mit rie­si­gem Wort­schatz, deren ein­zi­ges fea­ture es ist, an die Stel­le mensch­li­cher Krea­ti­vi­tät das Neu­ab­mi­schen von Kunst und Kul­tur tre­ten zu las­sen, mag auf gewis­se Wei­se ein Fort­schritt sein; ob aber jeder Fort­schritt etwas Gutes sei oder ob nicht eine tech­ni­sche Lösung für ein eigens hier­für erson­ne­nes Pro­blem – als wären zu viel Krea­ti­vi­tät und zu viel Fan­ta­sie ernst­haf­te Gefah­ren für das mensch­li­che Mit­ein­an­der! – mit­un­ter das Eti­kett „Kurio­si­tät“ eher ver­dient hät­te als das Eti­kett „Berei­che­rung“, wird in all der blin­den Begei­ste­rung für etwas, des­sen Betrieb schon jeden Umwelt­schutz­ge­dan­ken ver­spot­tet, nicht ver­ges­sen, son­dern ver­drängt. Man möch­te ja nicht der Mie­se­pe­ter sein. (War­um eigent­lich nicht?)

Wei­te­re gute Nach­rich­ten aus Chi­na: Die dor­ti­ge Staats­par­tei erhebt ernst­li­che Ein­wän­de gegen Mis­sio­na­re. Ich hal­te zwar viel von Reli­gi­ons­frei­heit, jedoch betrach­te ich Men­schen, die ohne Not in die Reli­gi­on ande­rer Leu­te rein­quat­schen wol­len, als für die­se eher hin­der­lich. Wer mir unge­be­ten was ver­kau­fen will, der ist letzt­lich wenig mehr als ein Spam­mer. Mich wür­de uniro­nisch inter­es­sie­ren, wie vie­le derer, die die­ses Mis­sio­nie­ren ver­tei­di­gen, einen „Bit­te kei­ne Werbung“-Aufkleber am Brief­ka­sten haben. Gibt es dazu schon Erhe­bun­gen? Habe ich ent­spre­chen­de Leser? (Trotz­dem? Immer noch?)

Anbe­tungs­wür­dig: Musik.

OSMIUM 5

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Oö­phoi – Upu­aut

Oöphoi - Upuaut

Lan­ge nichts mehr über Musik geschrie­ben.

Oöphoi war ein „ita­lie­ni­scher Musi­ker, Pro­du­zent und Label­be­trei­ber“, der unter ande­rem mit Klaus Wie­se zusam­men man­cher­lei elek­tro­ni­sche Musik auf­ge­nom­men hat­te. 1999 arbei­te­te er mit Amir Bag­hi­ri (Stim­me, Per­kus­si­on) und dem deut­schen Musi­ker Mathi­as Gras­sow (Stim­me, Klang­scha­len, Glocken) zusam­men, setz­te sich hier­für selbst an den Syn­the­si­zer und nahm in die­ser Zusam­men­set­zung ein 65-minü­ti­ges Stück namens „Upu­aut“ auf, das, wie ich gera­de fest­stel­le, eine ganz gute Beglei­tung zu einem ver­reg­ne­ten Som­mer­tag ist. Es pas­siert sehr lan­ge sehr wenig, aber das auf sakra­le, bei­na­he außer­welt­li­che Wei­se. Ambi­ent­mu­sik haf­tet der Ruf an, für Kauf­haus­fahr­stüh­le bestens geeig­net zu sein, für’s Bügeln auch. Ich glau­be, müss­te ich zu die­sem Stück bügeln, hät­te ich kei­ne unver­brann­ten Hem­den mehr. Die Fre­quen­zen pul­sie­ren wie die Psy­che.

Oöphoi- Upu­aut

Tol­le Schei­be, wenn man in der rich­ti­gen Lau­ne dafür ist. So wie ich jetzt. (Wahr­schein­lich unge­eig­net für Depres­sio­nen. Nicht aus­pro­bie­ren.) Ich mag’s.

Die CD und/oder den Down­load gibt es bei Ama­zon, auf TIDAL und bei Band­camp.

ComputerMusikNetzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 25. Juli 2025

Zur Abwechs­lung mal wie­der gute Nach­rich­ten für Musik­freun­de, die Schlim­mes befürch­tet haben: King Crims­on sind wohl so was ähn­li­ches wie immer noch da.


„Plötz­lich wol­len alle nur noch elek­tri­sche Fahr­rä­der, weil es ihnen mit deren Ver­füg­bar­keit ganz plötz­lich zu anstren­gend gewor­den ist, selbst zu tre­ten.“

Had­mut Danisch


Kann­te ich noch nicht: Hier hat jemand Space Cadet, ein recht lan­ge Win­dows bei­gele­gen haben­des Flip­per­spiel, auf ande­re Syste­me por­tiert.


Pytho­nes­que Diplo­ma­tie der Woche: „Wenn die Hamas dich lobt, bist du auf der fal­schen Sei­te“, infor­miert der Außen­mi­ni­ster eines Staa­tes, der huma­ni­tä­res Völ­ker­recht bricht und sich damit auf der rich­ti­gen Sei­te wähnt.


Es gibt eine halb­wegs pro­fes­sio­nel­le Bestre­bung, Word­Press mit­tels eines Plug­ins sanft dazu zu bewe­gen, die Abhän­gig­keit von Matt Mull­en­wegs Kon­zern schritt­wei­se zu ver­rin­gern. Ich hei­ße gut, set­ze ein und emp­feh­le wei­ter.


Dazu viel­leicht auch: Hier fragt jemand (auf Eng­lisch), ob es wirk­lich immer die aller­klüg­ste Idee sei, alles auf einem selbst betrie­be­nen Ser­ver zu hosten, oder ob die Cloud (= die Com­pu­ter ande­rer Leu­te) nicht für vie­les eigent­lich rei­chen wür­de. Ich bin zumin­dest über­rascht davon, wie wenig ich gegen den Text argu­men­ta­tiv ein­zu­wen­den habe.


ChatGPT, ver­tei­di­ge mich vor Gericht!

In den NachrichtenMontagsmusik
T.A.L.L. – Orwell // Anti­par­ty mit Lap­top

Tja, ICH hab' Bambus! Ätsch!

Es ist Mon­tag. In Ber­lin trau­en sich Frau­en ohne Was­ser­me­lo­ne künf­tig nicht mehr in den Bus, denn nur in Beglei­tung einer Was­ser­me­lo­ne darf man dort­hin Pfef­fer­spray mit­neh­men oder so. Ber­lin ist selt­sam.

Selt­sam auch: Am ver­gan­ge­nen Sonn­abend fan­den an meh­re­ren Orten in Deutsch­land „Linux-Instal­la­ti­ons­par­tys“ statt, im Rah­men derer meh­re­re Orga­ni­sa­tio­nen gleich­zei­tig ver­sucht haben, den Leu­ten irgend­wie zu erklä­ren, wie man Linux halb­wegs sturz­frei instal­liert bekommt. Abge­se­hen von der Debat­te dar­über, ob das Wort „Par­ty“ für sol­cher­lei Ver­an­stal­tun­gen nicht etwas arg euphe­mi­stisch ist und/oder ob ich Leu­te, die die­ses Ver­ständ­nis von einer „Par­ty“ haben, auf eine tat­säch­li­che Par­ty über­haupt ein­la­den wol­len wür­de: Wenn ich Com­pu­ter­laie wäre (denn an sol­che rich­ten sich die­se Ange­bo­te meist) und mei­ne erste Begeg­nung mit einem Betriebs­sy­stem die­je­ni­ge wäre, dass ich schon bei der Instal­la­ti­on Hil­fe brau­che, dann wür­de ich lächelnd abwin­ken und wie jeder nor­ma­le Mensch ein­fach bei Win­dows blei­ben. Das Jahr des Linux­desk­tops ist immer näch­stes Jahr und das hat ziem­lich gute Grün­de.

Aller­dings wür­de im Zwei­fel auch eine Lisp­ma­schi­ne rei­chen.

Kil­ler­spiel der Woche: Im ukrai­ni­schen Mili­tär bekommt man jetzt vir­tu­el­le Gum­mi­punk­te für das Meu­cheln ande­rer Men­schen mit einer Droh­ne. Beim näch­sten Amok­lauf bit­te ich dar­über nach­zu­den­ken, ob das nicht erheb­lich zur Ver­ro­hung der unschul­di­gen Kin­der­lein bei­trägt. Wer Trans­port Tycoon spielt, der baut danach ja auch kei­ne Stra­ßen. (Dazu passt als posi­ti­ve Gegen­nach­richt: Jemand hat einen Odys­seusschrein gefun­den. Die „Odys­see“ war viel­leicht doch eine Doku­men­ta­ti­on.)

Es wäre wahr­schein­lich all­zu bil­lig von mir, die Woche mit einem Lied von Cold­play ein­zu­läu­ten. Es ist nicht so, dass ich Cold­play etwas abge­win­nen könn­te, es ist nur viel­mehr so, dass ich für das öffent­li­che Beöm­meln über ande­rer Leu­te Lie­bes­le­ben außer gro­bem Unver­ständ­nis wenig übrig habe. Über 80 Mil­lio­nen Bezie­hungs­pro­fis allein in einem Land, des­sen Spra­che die bei­den Delin­quen­ten ver­mut­lich nicht mal spre­chen; man wun­dert sich, doch schweigt.

Schweigt lau­ter: Musik.

Guten Mor­gen.

Persönliches
Immer alles ficken

In Han­no­ver wur­de ich heu­te einer zumin­dest bemer­kens­wer­ten Sze­ne gewahr; dass näm­lich die AfD einen Infor­ma­ti­ons­stand abhielt, im Rah­men des­sen sie für ihre Ideen warb, wäh­rend den Info­ste­hen­den ein Pulk von Men­schen gegen­über­stand, ein Ban­ner mit der Auf­schrift „FCKAFD“ sowie ein paar son­der­ba­re Flag­gen, deren Bedeu­tung nach­zu­schla­gen mir nicht wich­tig genug war, schwenk­ten und irgend­et­was plärr­ten. Bin ich in Han­no­ver unter­wegs, höre ich jedoch lie­ber Sula Bass­a­na aus dem Kopf­hö­rer als Geplärr aus wut­ver­zerr­ten Mün­dern. Ich gehe davon aus, das beid­sei­tig Geäu­ßer­te war aber ohne­hin nicht hörens­wert.

An die­sem Geba­ren ärgert mich zwei­er­lei: dass näm­lich erstens das gegen­sei­ti­ge Angif­ten als „poli­ti­sches Enga­ge­ment“ miss­ver­stan­den wird, wo doch ein kon­struk­ti­ver Gesell­schafts­ent­wurf mehr Ant­wor­ten birgt (aber sicher ist das Blöd­fin­den des Geg­ners ein­fa­cher als das Prä­sen­tie­ren einer Idee, ich ken­ne das ja auch von mir), und dass zwei­tens das ver­schämt sei­nes Vokals befrei­te Ficken für etwas Übles gehal­ten wird, als sei man katho­li­scher Fun­da­men­ta­list und als hal­te man sich nicht für im Dien­ste der Auf­klä­rung tätig.

(Ist man ja auch nicht.)

Die auf gewis­se Wei­se drol­li­ge Idee, „kein Sex mit Rech­ten“ und – ich para­phra­sie­re – „fick die Rech­ten“ sei­en zwei dia­lek­tisch har­mo­ni­sche Aus­sa­gen und las­sen ihren Ver­wen­der nicht etwa dümm­lich, son­dern viel­mehr enga­giert für das Gute erschei­nen, ist nur zu erklä­ren, indem man davon aus­geht, dass die­se Zeit der Unge­wiss­hei­ten neben manch ande­rem Opfer auch den Ver­lust der Errun­gen­schaf­ten unse­rer Eltern zu bekla­gen hat. Das ver­meint­lich eng­li­sche „fuck die­ses“, „fuck jenes“ heißt eben nicht „scheiß drauf“, son­dern wird allen­falls von ver­klemm­ten Hob­by­pu­ri­ta­nern als sol­ches umschrie­ben, weil Sex näm­lich hihihi oder, wahl­wei­se, pfui ist. Kif­fen und die Poli­zei has­sen wie die 68er wol­len sie immer alle, aber Bei­schlaf ist ihnen wie­der so beschä­mend, dass sie kon­se­quent zu sol­chem auf­for­dern, weil sie glau­ben, das neh­me den Üblen die Wür­de, und nicht erken­nen, dass das Gegen­teil der Fall ist.

Poli­ti­sche Agi­ta­ti­on braucht sicher kei­nen sprach­li­chen Schliff; aber wir­ken würd‘ sie mit ihm wohl doch nach­hal­ti­ger. Tuchol­sky hät­te auch nicht „ficken“ gesagt, das macht sei­nen Charme aus. Ob aber wohl noch in einem Jahr­hun­dert jemand wis­sen wird, wer heu­te in Han­no­ver was gebrüllt hat?

Nerdkrams
Schrö­din­gers „wich­ti­ger Erfolg für Daten­schutz“

Unter dem im gege­be­nen Kon­text brül­lend komi­schen Titel „Wich­ti­ger Erfolg für Daten­schutz und Teil­ha­be“ freut sich (Archiv­ver­si­on) der Lan­des­se­nio­ren­rat Baden-Würt­tem­berg e.V. zumin­dest nicht ganz zu Unrecht:

Der Hes­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof hat letz­te Woche ent­schie­den: Die Pflicht zur Anga­be von E‑Mail-Adres­se oder Han­dy­num­mer beim Kauf eines Bahn­tickets ist rechts­wid­rig! (…) Wir freu­en uns sehr über die­ses wich­ti­ge Signal für mehr Daten­schutz, Wahl­frei­heit und Teil­ha­be im öffent­li­chen Ver­kehr (…).

Jetzt gera­de bin­det die Sei­te, auf der die­se Freu­de kom­mu­ni­ziert wird, Dritt­an­bie­ter­ge­döns von cdn.elementor.com, cdn.jsdelivr.net, cdnjs.cloudflare.com, fonts.googleapis.com, use.typekit.net und www.gstatic.com ein. Ich kom­men­tie­re das nicht. Ich stel­le nur fest.

Netzfundstücke
Men­schen schwim­men in unse­ren Seen

Funk, ein „Con­tent-Netz­werk“ (Funk über Funk), bezahlt von MEINEN Gebühren!!1111!, wit­zelt im Wels­kon­text auf Insta­gram (Vor­sicht: Insta­gram­link) auf einem Bild, auf dem Mensch, Zan­der, Aal, Hecht, Stör und Wels abge­bil­det sind:

Gro­ße Fische in unse­ren Gewäs­sern sind ein wich­ti­ger Bestand­teil des Öko­sy­stems und leben in der Regel ein­fach nur ihr Leben.

Das Bild ist beschrif­tet mit der Zusam­men­fas­sung:

Sie schwim­men in unse­ren Seen. In der Regel wol­len die alle nichts von uns, wenn man sie ein­fach in Ruhe lässt.

Hier jedoch irrt das „Con­tent-Netz­werk“ Funk, denn sehr wohl wol­len die­je­ni­gen Men­schen, die in MEINEN!!1111! Seen schwim­men, auch dann oft was von mir, wenn ich sie sehr aktiv in Ruhe las­se.

Viel­leicht soll­te ich sie bei­ßen.

NetzfundstückeMontagsmusik
Bre­zel Göring – Tscher­no­byl // Com­pu­ter lügt

Ich dreh' mich noch mal rum

Es ist Mon­tag. Bit­te kei­ne Kin­der über den Zaun wer­fen. Dan­ke für die Mit­ar­beit.

Deutschland des Tages: Es gibt einen Leber­kä­se-Dri­ve-in. Das ver­söhnt fast mit dem Rechts­sy­stem; das frei­lich auch sei­nen Charme hat, wenn man gestelz­tes Gen­dern nicht so mag. (Ich wünsch­te, das wäre kei­ne Nach­richt wert.)

Aus der Rei­he „Com­pu­ter lösen Pro­ble­me“: Goog­le Mail lügt. Wenig­stens eins aber bleibt treu: Musik.

Bre­zel Göring – Tscher­no­byl

(Nie­mand soll­te sich selbst ernst neh­men müs­sen.)

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 10. Juli 2025

Beru­hi­gend für mein oft unsi­che­res Gemüt: Die Free Soft­ware Foun­da­ti­on teilt mei­ne Skep­sis gegen­über dem (wenn­gleich mitt­ler­wei­le der digi­ta­len Selbst­ver­tei­di­gung die­nen­den) „KI“-Blocker Anu­bis und sei­nen (jeden­falls den mei­sten) unge­zähl­ten Geschwi­stern im Gei­ste. Bei der Ent­schei­dung, ob ich mei­nen Besu­chern lie­ber eine lang­sa­me Web­site (wegen hoher Aus­la­stung durch auto­ma­ti­sier­te Auf­ru­fe von irgend­wel­chen Idio­ten­pro­gram­men für irgend­wel­che Idio­ten) oder das Akti­vie­ren von Java­Script abver­lan­ge, hof­fe ich am lieb­sten auf ihre Geduld.


Aus der Welt des Fuß­balls: Nach Borus­sia Dort­mund lässt sich auch der 1. FC Nürn­berg künf­tig zu einem offen­bar nen­nens­wer­ten Teil von einem Mord­waf­fen­her­stel­ler (Archiv­ver­si­on) den Sport ver­gol­den. Die Stadt Nürn­berg hat hin­sicht­lich ihrer Attrak­ti­vi­tät für Mili­ta­ri­sten ja schon eine gewis­se Tra­di­ti­on. Etwa­ige Scher­ze über Tor­jä­ger­ka­no­nen und Zwei­kampf­sta­ti­sti­ken über­las­se ich trotz­dem dem Föje­tong.


Hihi: „Mist, ich hat­te eigent­lich vor, mit die­sem hal­ben Liter Was­ser das Flug­zeug in mei­ne Gewalt zu brin­gen.“


Qua­si Inter­nes: Aus Faul­heit betrieb ich ein paar Jah­re lang eine next­Cloud-Instanz auf einem mei­ner Ser­ver, vor allem zum Zweck der Datei­en­syn­chro­ni­sie­rung. Weil aber next­Cloud seit Jah­ren trotz Patch­ver­su­chen mei­ner­seits nur eini­ger­ma­ßen unter illu­mos („Sola­ris“) funk­tio­niert, das immer noch auf besag­tem Ser­ver läuft, mir die War­tung von der­art kom­ple­xer PHP-Soft­ware auch alles ande­re als gefällt, ich außer­dem next­Cloud für längst viel zu umfang­reich hal­te (mehr Code = mehr Angriffs­flä­che) und die Gerä­te, zwi­schen denen ich tat­säch­lich Datei­en aktiv bidi­rek­tio­nal syn­chro­ni­sie­ren möch­te, übli­cher­wei­se an einer hal­ben Hand abzähl­bar sind, wur­de die­se „Cloud“ neu­lich auf – jeden­falls, soweit es Datei­ab­gleich betrifft – Syn­cthing umge­stellt. Dafür braucht man kei­nen Ser­ver, weil es direkt zwi­schen den Gerä­ten abgleicht, es ist außer­dem sehr schnell und, da in Go geschrie­ben, nicht nur res­sour­cen­scho­nend, son­dern auch erfreu­lich por­ta­bel. Außer­dem ist das selek­ti­ve Syn­chro­ni­sie­ren ein­zel­ner Ord­ner opt-in statt opt-out, das spart Platz und Zeit. Mag ich.


Bescheu­er­ter Trend aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, bald also auch hier: Sei­ne Bezie­hung absicht­lich gegen die Wand zu fah­ren nennt man dort neu­er­dings „Bank­sy­ing“.


Zum Zustand des Webs: Vor etwas über fünf Jah­ren freu­te sich das Team hin­ter dem anschei­nend lei­der ein­ge­schla­fe­nen frei­en OS/2‑Nachbau osFree, man habe auf der Web­site jetzt einen Spam­fil­ter instal­liert. Unter dem Arti­kel befin­den sich der­zeit 28 Kom­men­ta­re; kei­ner davon ist kein Spam­kom­men­tar.

Netzfundstücke
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Seriö­se* Nach­rich­ten

Das öffent­lich-recht­li­che Fak­ten­muff­lon so (Archiv­ver­si­on):

Die Sei­te, von der das Video stammt, ist in Wahr­heit kein seriö­ses kana­di­sches Online­me­di­um. Bei genaue­rem Hin­schau­en wird deut­lich, dass es sich nicht um eine eta­blier­te Nach­rich­ten­web­site han­delt. So stammt die älte­ste Mel­dung auf der Sei­te vom 15. Juni 2025. Wie „t‑online“ berich­tet, liegt die Web­site offen­bar auf einem Ser­ver in Malay­sia und wur­de erst Mit­te Juni ein­ge­rich­tet.

Inter­es­se­hal­ber: Ist „t‑online“ eigent­lich ein seriö­ses Online­me­di­um und eine eta­blier­te Nach­rich­ten­web­site? Ich fra­ge völ­lig grund­los.

PolitikIn den NachrichtenMontagsmusik
Nad­ja – Necro­au­steri­ty // Rai­so­nie­ren über die Lin­ke

Hehehehe

Es ist Mon­tag. Vor dem umbe­nann­ten Reichs­kriegs­mi­ni­ste­ri­um hat das umbe­nann­te Ober­kom­man­do der Wehr­macht eine Regen­bo­gen­flag­ge auf­zu­hän­gen ver­fügt. Ergibt Sinn: Den­ke ich an ein gerech­tes Mit­ein­an­der, den­ke ich an Sol­da­ten, Leid und Tod. Gemor­det wird vor­über­ge­hend gen­der­ge­recht mit Stern­chen. Nimm dies, Julia Klöck­ner.

Zum glei­chen The­ma: Men­schen aus der Viel­buch­sta­bi­gen­sze­ne wer­ben auch in die­sem Som­mer wie­der für mehr „Sicht­bar­keit“, als sei­en sie bis­lang nicht gese­hen wor­den, als sei Deutsch­land unge­fähr das­sel­be wie Ungarn und (ins­be­son­de­re) als sei die wesent­li­che Eigen­schaft eines Men­schen sei­ne Sexua­li­tät. Sind sich die, die ihre dies­be­züg­li­che Selbst­ein­ord­nung vor sich her­tra­gen wie Jeff Bezos sei­nen Kon­to­stand, selbst so wenig wert? Ist sogar mein Pri­va­tes gegen mei­nen Wil­len poli­tisch? War­um?

(Gute Fest­stel­lung, geäu­ßert von einem begründ­bar Unpo­pu­lä­ren in einem ster­ben­den Blatt: „Der bür­ger­li­che Anti­fa­schis­mus (…) wird den Run in wei­te­ren Auto­ri­ta­ris­mus, Faschi­sie­rung, Krieg und Kli­ma­zer­stö­rung nicht auf­hal­ten kön­nen und führt daher zu nichts“, wie der­sel­be Text halt blö­der­wei­se, poli­ti­schem Kaba­rett nicht unähn­lich, eben­so außer Gejoh­le und Geklat­sche kei­ne – und wenn doch, dann die fal­schen – Fol­gen haben wird.)

Meta­me­dia­les: „ZEIT ONLINE“ heißt jetzt und künf­tig wie­der „DIE ZEIT“, nach­dem (wenn schon nicht zwin­gend: weil) sich her­aus­ge­stellt hat, dass, wer „DIE ZEIT“ liest, auch „ZEIT ONLINE“ liest und, wer „ZEIT ONLINE“ schon nicht mag, nie­mals „DIE ZEIT“ zu lesen in Betracht zie­hen wür­de. Viel­leicht hät­te ich die­se Web­site hier von vorn­her­ein „Hirn­fick 2.0 ONLINE“ nen­nen sol­len. Ist ja ohne Papier.

Apro­pos Links (ein Wort­spiel, ihr ver­steht, wegen Ver­lin­ken einer- und Links­po­li­tik ande­rer­seits). Aus­nahms­wei­se gibt es mal ein Anlie­gen mei­ner­seits an eurer­seits, sanft ein­ge­führt: Mit einem geschätz­ten Weg­ge­fähr­ten aus poli­ti­schen Krei­sen debat­tier­te ich letz­te Woche über den der­zei­ti­gen Erfolg der Par­tei „die Lin­ke“. Er argu­men­tier­te, die mei­sten Neu­mit­glie­der fän­den die poli­ti­sche Idee der Par­tei gut, wäh­rend wie­der­um ich argu­men­tier­te, die mei­sten Men­schen, die im lau­fen­den Jahr in sel­bi­ge ein­ge­tre­ten sind, haben a) noch kein eige­nes Kon­zept einer poli­ti­schen Idee (oder auch nur vom Begriff „poli­ti­sche Idee“) ent­wickeln kön­nen, weil sie groß­teils vor­her poli­tisch zwar inter­es­siert, aber nicht aktiv waren, und dass b) die Men­schen der­zeit vor allem in die­se Par­tei ein­tre­ten (und damit über­dies, unbe­la­stet von den bis­he­ri­gen inner­par­tei­li­chen Dis­kus­sio­nen, die „poli­ti­sche Idee“ der Par­tei nolens volens neu ver­han­deln), weil sie das dies­jäh­ri­ge Sur­ro­gat für Tama­gothis sei. Fidget Spin­ner. Die Ice Bucket Chall­enge. Da tre­te man, befand ich, momen­tan nicht aus poli­ti­scher Über­ein­stim­mung ein (denn es wäre ein bemer­kens­wer­ter Zeit­punkt für plötz­lich fest­ge­stell­te Über­ein­stim­mun­gen), son­dern, weil es auf Insta­gram gera­de alle machen und die flin­ke Frau bei Tik­Tok da auch ist.

Ich kom­me nun zu mei­nem Anlie­gen, das eine Fra­ge ist: Sind Mit­glie­der und/oder Sym­pa­thi­san­ten die­ser Par­tei unter mei­nen Lesern, die mir argu­men­ta­tiv begrün­den kön­nen, wie unglaub­lich bescheu­ert und/oder völ­lig zutref­fend mei­ne Erklä­rung ist? Ich habe immer so ungern Unrecht, wenn jemand zuguckt, und mag qua­li­fi­zier­ten Wider­spruch.

Zum wei­te­ren Zustand des Inter­nets hier eine Über­set­zung: „Will­kom­men in der Zukunft, wo eine Fra­ge $4,99 kostet und Sie nie erfah­ren wer­den, ob die Ant­wort stimmt oder nicht.“ Es war ein Feh­ler, Kon­zer­ne ins Inter­net zu las­sen. Nur Igno­ran­ten glau­ben, es sei jetzt aber lei­der zu spät.

Nie zu spät ist’s auch für: Musik.

Nad­ja – Necro­au­steri­ty (Video Edit)

Guten Mor­gen.