NetzfundstückeNerdkrams
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 13. Juni 2025

Kur­ze Durch­sa­ge von Juli­an And­res Klo­de (Debi­an- und Ubun­tu-Ent­wick­ler): Viel­leicht soll­te man kei­ne Main­boards von vor 2020 mehr unter­stüt­zen. Die­se Leu­te gera­de, die hek­tisch Linux instal­lie­ren, weil Win­dows 11 gern einen neu­en PC hät­te: Klug ist das jetzt nicht, möch­te ich mei­nen.


Gute Nach­rich­ten: Rau­chen ist wie­der cool.


HTML-Mails in sei­nem Mail­pro­gramm zuzu­las­sen ist eine enorm bescheu­er­te Idee. Den Unbe­lehr­ba­ren, meist im Mar­ke­ting „tätig“, sei der neue­ste bekann­te Bug bezüg­lich der HTML-Ver­ar­bei­tung in Thun­der­bird mit­ge­teilt. Mein Mit­leid ist im Übri­gen gering.


Arti­kel von 2022, mir zu spät bekannt gemacht wor­den, trotz­dem gut: Die ver­damm­ten Mil­len­ni­als haben mit ihrer ver­damm­ten Armut das Gäste­zim­mer aus dem öffent­li­chen Bewusst­sein ent­fernt. Wie kön­nen sie es wagen, sich kei­ne zu gro­ßen Unter­künf­te mehr lei­sten zu kön­nen?


Ich schrei­be „Nerd!“ und mei­ne das aner­ken­nend: Ein ein­zel­ner Herr pflegt anschei­nend seit 24 Jah­ren eine Web­site mit aller­lei nütz­lich gemein­ten Infor­ma­tio­nen zum The­ma Zug­rei­sen inner­halb Euro­pas. Lesens­wert, wenn man das manch­mal macht. Sonst auch.

PolitikIn den Nachrichten
Kurz ange­merkt zum SPD-„Friedensmanifest“

Gegen­tei­lig wie schon wei­land beim zu Recht längst ver­ges­se­nen bezie­hungs­wei­se noch als Trep­pen­witz durch Alt­nerd­de­bat­ten wabern­den Inter­net­ma­ni­fest – … for porn! – ver­hält es sich beim heu­te her­um­ge­zeig­ten (Archiv­ver­si­on) frie­dens­po­li­ti­schen „Mani­fest“, indem zwar eben­falls unmit­tel­bar nach Bekannt­wer­den des­sel­ben ein all­ge­mei­ner Auf­schrei ertön­te, dass man doch nicht sagen dür­fe, was ist, aber dies­mal die, die es schrie­ben, irgend­wie über­zeu­gen­de­re Argu­men­te vor­zu­brin­gen wis­sen als die, die es lasen.

NetzfundstückeMontagsmusikMir wird geschlecht
Coil – Tat­to­oed Man // Poli­ti­sche Insta­gram­sicht­bar­keit

Ach so, Feiertag. Also noch mal rumdrehen.

Es ist Mon­tag. Gün­ter Hack hört (anschei­nend) auf zu blog­gen und hat ein paar ver­nünf­ti­ge und daher bedrücken­de Grün­de dafür. Es war ein Feh­ler, die Poli­tik ans Inter­net anzu­schlie­ßen. Wir soll­ten ein neu­es Inter­net ohne Poli­tik grün­den und die Poli­tik mit den Chat­bots im alten Inter­net allein las­sen. – Ande­rer­seits: Sogar die Mar­ke­ting­men­schen raten von Chat­bots ab.

Auf ähn­li­chem Gebiet: Die gewohnt wei­ner­li­che Par­tei der Huma­ni­sten nör­gelt in gewohn­tem Duk­tus, es dür­fe „nicht sein, dass ein Kon­zern wie Meta still und lei­se bestimmt, wer poli­tisch sicht­bar ist“, weil ihr aus irgend­wel­chen Grün­den der Insta­gra­m­ac­count zuge­macht wur­de. Wer aber „poli­ti­sche Sicht­bar­keit“ sagt und „auf frem­den Platt­for­men rum­hän­gen“ meint, der stellt dadurch vor allem unter Beweis, dass er für das Mit­spie­len im poli­ti­schen Tages­ge­schäft offen­kun­dig zu unbe­darft ist. Es gibt kein Grund­recht dar­auf, Kun­de bei Face­book zu sein.

(In eige­ner Sache, qua­si: Ein Leben, das so lang­wei­lig ist, dass man um Ent­schul­di­gung bit­ten will, weil man mal nicht bin­nen eines Tages eine Nach­richt auf dem Smart­phone beant­wor­tet hat, möch­te man ja auch nicht füh­ren.)

Ärger­li­cher Arti­kel, wenn auch schon ein biss­chen älter: Wenn Män­ner zum Rei­se­dil­do wer­den. Das muss die­se Gleich­be­rech­ti­gung sein, die immer alle haben wol­len. Was hin­ge­gen wohl kei­ner mehr haben will, sind die 26 Jah­re alten Früh-Emo­jis von NTT Doco­mo, die fol­ge­rich­tig ein­ge­stellt wer­den. Die Natur beginnt sich zu hei­len.

Auch heil­sam: Musik.

Coil – Tat­to­oed Man (video)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Kurz ange­merkt zu Ima­ne Khe­lif

Das mit Abstand Selt­sam­ste an den jüng­sten Ent­wick­lun­gen hin­sicht­lich des Falls, der sich letz­tes Jahr in der olym­pi­schen Dis­zi­plin „Frau­en auf die Fres­se hau­en“ zuge­tra­gen hat und unge­fähr lau­tet, dass aus­schließ­lich „Trans­fein­de“ und/oder „Rus­sen­trol­le“ (a.a.O.) es nicht so gern sehen, wenn es (bio­lo­gisch betrach­tet) ein Mann ist, der Frau­en auf die Fres­se haut, ist mei­ner Mei­nung nach übri­gens der Umstand, dass „ande­ren Leu­ten auf die Fres­se hau­en“ über­haupt eine olym­pi­sche Dis­zi­plin und kein Anlass zu psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Maß­nah­men ist.

NetzfundstückeIn den NachrichtenComputer
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 4. Juni 2025

Hün­ger­chen der Woche: Spar­gel­häus­chen aus­ge­raubt.


Elon Musk hat her­aus­ge­fun­den, dass eine Behör­de gar nicht funk­tio­niert wie ein Twit­ter und man also dort nicht zum Bei­spiel Geld ein­spa­ren kann, indem man die Kicker­ti­sche oder so streicht. Grund: Kei­ne Kicker­ti­sche oder so vor­han­den. Scha­de eigent­lich.


Hihihi: „Ins­ge­samt müs­se es das Ziel der Poli­tik sein, dass nicht nur Abtrei­ben­de, son­dern auch Gebä­ren­de infor­mier­te Ent­schei­dun­gen tref­fen und kei­ne Schrit­te unter­neh­men, die sie auch Jahr­zehn­te spä­ter noch bit­ter­lich bereu­en.“ (Und aber ande­rer­seits: Wo ist da die Poin­te?)


Ted Unangst, des­sen Blog mich min­de­stens ein­mal dazu gebracht hat, ein neu­es Pro­gramm zu schrei­ben, hat ver­sucht, eine Soft­ware zu instal­lie­ren, indem er die dafür vor­ge­se­he­nen Befeh­le aus­führt. Es lief genau so gut wie man es erwar­ten wür­de.


Man brau­che, faselt der offen­bar von jeder Fach­kennt­nis unbe­ein­druck­te Häupt­ling der Ber­tels­mann­stif­tung („Ber­tels­mann Stif­tung“, da geht es ja schon los), „eine lei­stungs­fä­hi­ge Glas­fa­ser­an­bin­dung, um KI über­haupt aus­spie­len zu kön­nen“.

Besag­ter Vor­stands­vor­sit­zen­der ist übri­gens unge­fähr zwölf Jah­re jün­ger als der Begriff der „künst­li­chen Intel­li­genz“ und ein Jahr jün­ger als der erste klei­ne, aber noch nicht so genann­te „KI-Win­ter“, in dem sich 1966 abzeich­ne­te, dass maschi­nel­le Über­set­zun­gen mit­tels damals bereits aus­ge­spiel­ter „KI“ gar nicht mal so leicht sind. Hät­te denen doch bloß wer gesagt, dass sie erst mal Glas­fa­ser­an­bin­dung brau­chen!


Apro­pos: Mike Piz­zi, der „glo­ba­le Tech­nik- und Ope­ra­ti­ons­kopf“ (über­setzt von mir, weil es die Absur­di­tät noch schö­ner doku­men­tiert) von Mor­gan Stan­ley, freut sich (Archiv­ver­si­on) über die Errun­gen­schaf­ten „neu­er“ „KI“-Programmierhilfen. Die­se sei­en in der Lage, Code „aus einer alten Spra­che wie Perl in eine neue Spra­che wie Python“ zu über­tra­gen. Perl ist übri­gens 37, Python 34 Jah­re alt. Ich glau­be, da liegt das Pro­blem, das bis­her ver­hin­dert hat, dass ich ein rei­cher Schnö­sel wer­de: Ich habe wenig­stens meist grund­le­gen­de Kennt­nis­se von den Din­gen, zu denen ich zu äußern mich hin­rei­ßen las­se. Bei Unter­neh­men wie Mor­gan Stan­ley wäre ich da schon im ersten Vor­stel­lungs­ge­spräch raus – klar über­qua­li­fi­ziert.

SonstigesNetzfundstückeMontagsmusik
Hea­vy Lungs – Mr. Famous // Doc­tor Maus

Mehr Flauschpo wagen.

Es ist Mon­tag. Gestern hät­te ich es fast geschafft, hier einen grö­ße­ren Umbau durch­zu­füh­ren, aber es kam etwas Gewich­ti­ges dazwi­schen: Ich hat­te kei­nen Bock.

Was ich hier auch län­ger nicht geschafft habe, ist Film- und Seri­en­kri­tik. Aus aktu­el­lem Anlass möch­te ich das kurz nach­ho­len, weil ich immer noch völ­lig fas­sungs­los bin: Die bei­den jüng­sten Staf­feln von „Doc­tor Who“, einer Serie, für deren Beginn mit­samt längst ver­schol­le­nen Epi­so­den ich schlicht nicht antik genug bin, deren als „kano­nisch“ gel­ten­den Ereig­nis­se mir aber durch­aus geläu­fig sind, zeu­gen davon, dass die für Pro­duk­ti­on und Dreh­buch Zustän­di­gen sich mit der Figur des „Dok­tors“ nur ober­fläch­lich, mit den Gescheh­nis­sen um den jüngst aus der Mot­ten­ki­ste gehol­ten Ome­ga hin­ge­gen über­haupt nicht beschäf­tigt haben. Die Part­ner­schaft mit dem Dis­ney­kon­zern sprießt aus jeder Sze­ne, und ich wür­de mir eigent­lich nur wün­schen, mit der Figur Micky Maus dürf­te man genau so krea­tiv umge­hen wie die der­zeit Ver­ant­wort­li­chen es mit der Figur des „Dok­tors“ tun. Lei­der hat Dis­ney ziem­lich teu­re Anwäl­te und ich nicht.

(Die­se Figur des Comic­buch­ver­käu­fers bei den Simpsons, der lang­sam alt und unför­mig wird, sich unge­sund ernährt und neben­bei im Inter­net auf die Ent­wick­lung von Fern­seh­se­ri­en flucht? Das bin ich.)

Wei­ter im Text: Betrun­ke­ne Rechts­extre­mi­sten schos­sen ein­an­der „aus Spaß“ in die Bei­ne. Wenn das die Her­ren­ras­se ist, kann ich dann bit­te kurz die ande­re sehen? So zum Ver­gleich.

Unver­gleich­lich: Musik.

HEAVY LUNGS – MR FAMOUS (OFFICIAL VIDEO)

(Aber die kann man doch ver­glei­chen? Ja. Soll­te man? Nein. Noch Fra­gen? Scha­de.)

Guten Mor­gen.

PersönlichesPolitikIn den Nachrichten
Eine Lan­ze für Juli­en Fer­rat

Es sind ja nicht alle so, und was im Klei­nen gilt, gilt auch im Gro­ßen: Mein jah­re­lan­ges Anpran­gern des­sen, dass die „Gleich­stel­lung“ dort endet, wo man die im Wesent­li­chen infol­ge der Schwert­mis­si­on ein­ge­führ­ten Regeln zur Ent­halt­sam­keit – ein Part­ner muss rei­chen – für das eige­ne Leben für nicht ziel­füh­rend hält, was von der Poli­tik tra­di­tio­nell mit einem gewis­sen Fata­lis­mus erwi­dert wird (is‘ halt jetzt so, haben wir immer schon so gemacht), trägt offen­bar end­lich Früch­te (Archiv­ver­si­on).

Zwar ist es nicht so, dass ich bis­her zu wenig Auf­merk­sam­keit auf einen ande­ren Gesell­schafts­ent­wurf gelenkt hät­te, doch fand ich bis­her Mit­strei­ter nur unter vor­ge­hal­te­ner Hand, was sich nun end­lich geän­dert hat. Das wie­der­um wird per Pres­se bemän­gelt, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf:

Mann­hei­mer Poli­ti­ker lädt zum FKK-Swin­ger-Urlaub ein[.] (…) Die CDU kri­ti­siert den Bei­trag im Amts­blatt scharf. «Ich fin­de den Auf­ruf an der Stel­le hirn­ver­brannt, weil ich glau­be, dass er der Poli­tik eher scha­det», sagt Chri­sti­an Höt­ting, CDU-Kreis­vor­sit­zen­der in Mann­heim und Stadt­rat.

Nun könn­te man anfüh­ren, dass es in den letz­ten Jah­ren, Jahr­zehn­ten gar, nicht an gemein­hin als hirn­ver­brannt ver­stan­de­nen Ideen in „der Poli­tik“ geman­gelt hät­te und es auch …

Die Men­schen wür­den das Ver­hal­ten eines Stadt­ra­tes auch auf die ande­ren über­tra­gen und den­ken: «Die da oben machen so einen Unsinn.»

… zu dem Gedan­ken „der Men­schen“ gekom­men sein soll, dass „die da oben“ nur „Unsinn machen“, aber das, was frü­her schlicht Ablen­kung hieß und heu­te von Idio­ten „What­a­bou­tis­mus“ beti­telt wird, ist mei­ne Sache nur all­zu iro­nisch, daher schrei­be ich das jetzt natür­lich nicht. Statt­des­sen schrei­be ich: Ich bin nicht nur als der Poli­ti­ker, für den mich alle hal­ten, son­dern sogar als Pri­vat­per­son nicht der Ansicht, dass die hier geäu­ßer­te Idee für mehr Bür­ger­nä­he (hehe) eine deut­lich schlech­te­re ist als die Bit­te dar­um, bei Anlie­gen dem jewei­li­gen Sekre­ta­ri­at ein Fax oder so zu schicken und viel­leicht, wenn die Pla­ne­ten rich­tig ste­hen, lan­det die­ses Fax oder so dann nicht direkt im Alt­pa­pier, son­dern wird als Mit­tei­lung des nomi­nel­len Sou­ve­räns wenig­stens zur Kennt­nis genom­men.

Ich habe bei eige­ner Anschau­ung nicht sel­ten fest­ge­stellt, dass die Anlie­gen der von Poli­tik Betrof­fe­nen schon auf Stadt­rats­ebe­ne zu oft par­tei­po­li­ti­schen Erwä­gun­gen wei­chen müs­sen, allen Leser­brie­fen in Nischen­me­di­en („Zei­tung“) und empör­ten Schil­der­schwen­ke­rei­en vor dem Rat­haus zum Trot­ze. Ein direk­tes Bür­ger­ge­spräch in ent­spann­ter Atmo­sphä­re scheint mir oft die weni­ger kühl wir­ken­de Alter­na­ti­ve zu sein. Das Tabu, das ich hier als abzu­bau­en erken­ne, ist nicht „igitt, nack­te Men­schen“, son­dern viel­mehr „igitt, mensch­li­che Poli­ti­ker“. Nicht jeder Poli­ti­ker ist der Papst. Man­che sau­fen gern, man­che ficken gern, man­che tun bei­des; und wer schon das Volk ver­tritt, der soll­te doch wenig­stens auch vom Vol­ke sein. Dass die­ses Volk eines vol­ler Laster ist, das gern „so einen Unsinn“ macht, bedarf hier wahr­schein­lich kei­ner wei­te­ren Erläu­te­rung. Musik, Mae­stro.

Persönliches
Über Emp­feh­lun­gen

Mei­nen Freun­den sol­le ich meist irgend­wel­che Gut­schei­ne zukom­men las­sen, stets aber wenig­stens eine Emp­feh­lung für das Pro­dukt, wird mir der­zeit immer öfter beschie­den. Die freu­en sich doch bestimmt. Bestimmt freu­en die sich.

In der jüng­sten Staf­fel der Serie „Black Mir­ror“ („1984“ war kei­ne Anlei­tung, „Black Mir­ror“ ist aber auch kei­ne) ver­kör­pert Ras­hi­da Jones eine Leh­re­rin, die auf­grund einer lebens­er­hal­ten­den Tech­nik im Gehirn plötz­lich anfängt, Wer­bung für irgend­wel­che Pro­duk­te in ein Gespräch ein­flie­ßen zu las­sen. Die Seri­en­fi­gur nimmt das erwart­ba­re Ende, was hof­fent­lich jetzt kei­ner mei­ner geschätz­ten – die übri­gen sind mir etwas weni­ger wich­tig – Leser mir ange­deu­tet zu haben übel­nimmt. Die Staf­fel ist ja nun lan­ge genug ver­füg­bar. Den Bogen zurück zum The­ma schla­ge ich mit der Fra­ge, ob das das Bild von nor­ma­len Men­schen ist, das zeit­ge­nös­si­sche Unter­neh­men von ihren Kun­den haben.

Soll­ten hier für die Ver­mark­tung zustän­di­ge und also nicht im eigent­li­chen Sin­ne berufs­tä­ti­ge Mit­ar­bei­ter zeit­ge­nös­si­scher Unter­neh­men mit­le­sen (die Zeit dafür habt ihr ja bestimmt zwi­schen zwei eurer alber­nen Lat­te Mac­chia­tos), so gebe ich ihnen fol­gen­de Mit­tei­lung aus der Sicht eines Kun­den auf den Weg: Belie­bi­ge Men­schen, die ande­ren Men­schen unge­fragt Pro­duk­te aus wenig mehr als kapi­tal­mo­ti­vier­ten Grün­den emp­feh­len, sind das Letz­te, und Freun­de, die das tun, sin­ken in mei­ner Ach­tung augen­blick­lich. Gern bin ich wil­lens, Freun­den auf aus­drück­li­che Nach­fra­ge Emp­feh­lun­gen, basie­rend ein­zig auf mei­nen eige­nen Erfah­run­gen, zu ertei­len, aber nor­ma­le Gesprä­che mit ande­ren Men­schen dre­hen sich jeden­falls in mei­nen Krei­sen äußerst sel­ten um die Ein­kaufs­pla­nung.

(„Guten Mor­gen, Herr Bäcke­rei­fach­ver­käu­fer, nut­zen Sie Voda­fone-Mobil­funk! Fünf Bröt­chen bit­te.“)

Ich emp­feh­le im All­tag kaum mehr als zwei­er­lei, als da wären: Restau­rants, weil ich in Restau­rants bis­wei­len die Beglei­tung derer, mit denen ich im All­tag frei­wil­lig rede, mag, und Musik, weil die­je­ni­gen, mit denen ich dar­über rede, nor­ma­ler­wei­se mögen, was ich ihnen emp­feh­le, und sich nicht sel­ten revan­chie­ren. Ich wer­be also nur für mei­ne eige­nen Zwecke, miet­bar bin ich jedoch nicht. Eine ein­zi­ge Aus­nah­me bin ich zu machen bereit: Ein Unter­neh­men, das mir eine Flä­che für Wer­bung in eige­ner Sache zur Ver­fü­gung stellt, bekommt für die­sel­be Dau­er viel­leicht hier und da einen posi­ti­ven Kom­men­tar von mir ins Gespräch ein­ge­bracht.

Ich schlie­ße nicht aus, dass auf der Wer­be­flä­che jedoch das Gegen­teil ste­hen wird, denn vor Unter­neh­men, die Kun­den für wil­li­ge Pla­kat­trä­ger hal­ten, soll­te offen­bar etwas ein­dring­li­cher gewarnt wer­den als bis­her. So hät­ten alle etwas davon.

NetzfundstückeMontagsmusik
Mes­sa – Fire on the Roof // Tay­lor-Swift-Dien­ste

Oh nein! Die Tüte mit den Pandas hat ein Loch!

Es ist Mon­tag. Dabei bin ich doch gera­de erst mit dem Frei­tag fer­tig!

Den Inter­net­nach­rich­ten ent­neh­me ich, dass das schein­to­te Mozil­la den „Dienst“ Pocket ein­zu­stel­len beab­sich­tigt. Pocket war, als es noch „Read It Later“ hieß, mein Ein­stieg in die Welt der web­ba­sier­ten Lese­zei­chen­ver­wal­tun­gen. Per­sön­lich nutz­te und nut­ze ich die­se Dien­ste stets als eine Art „Todo­li­ste“, kei­nes­falls als Ersatz für die Brow­ser­le­se­zei­chen. Mitt­ler­wei­le habe ich ja selbst eine raus­ge­bracht. Zei­ten­wen­de, irgend­wie. (Kor­rek­te Ein­schät­zung zur ande­ren Zei­ten­wen­de aus Frei­burg: „Wenn Opa mehr Sol­da­ten will, soll Opa an die Front.“)

Apro­pos Inter­net: Bei „Tele­po­lis“, einem „Ange­bot“ von „hei­se online“, erläu­tert Harald Neu­ber erfreu­lich akri­bisch, wie­so „hei­se online“ hin­sicht­lich sei­ner „Ange­bo­te“ kei­ner­lei Ver­trau­en mehr ver­dient hat. Sind Meta­for­scher unter mei­nen Lesern und kön­nen mir erläu­tern, wie meta es jetzt eigent­lich ist, dass ich einer­seits Tele­po­lis für das Gegen­teil von emp­feh­lens­wert hal­te und ande­rer­seits mit­tels sol­cher Erzäh­lun­gen über­haupt auf sei­ne Exi­stenz hin­wei­se?

Lei­der auch noch nicht voll­ends ver­schwun­den ist die evan­ge­li­sche Kir­che, die neu­er­dings Tay­lor-Swift-Got­tes­dien­ste abhält, was damit zusam­men­hän­ge, dass sie (Tay­lor Swift, nicht die Kir­che) in ihren ollen Pop­schla­gern manch­mal was Schö­nes über den christ­li­chen Gott singt. Nun ist es nicht so, dass sel­bi­ger in mei­nem Plat­ten­schrank gar nicht vor­kommt, aber nor­ma­ler­wei­se allen­falls als iro­nisch ein­ge­füg­te Neben­fi­gur. Auch ist es ja nicht so, dass mich an Got­tes­dien­sten die „Musik“ am mei­sten stö­ren wür­de (oder jeden­falls nicht mehr als schon der Begriff eines „Dien­stes“), aber einen Nine-Inch-Nails-Got­tes­dienst fän­de ich wahr­schein­lich zumin­dest inter­es­sant.

Bleibt jeden­falls hier schein­bar gott­los: Musik.

Mes­sa – Fire on the Roof (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

NetzfundstückeMir wird geschlecht
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 21. Mai 2025

Über­ra­schung: Man über­zeugt Men­schen gar sel­ten mit Argu­men­ten. Die Über­schrift gefällt mir gut.


Gedan­ke: An den stren­gen Geset­zen in Deutsch­land, den Umgang mit Toten betref­fend, stört mich am mei­sten die Aus­sicht dar­auf, nach mei­nem Able­ben womög­lich mit so Leu­ten am sel­ben Ort zu „ruhen“.


2022 hat­te die kana­di­sche Restau­rant­ket­te Gabby’s unter all­ge­mei­nem Bei­fall beschlos­sen, Mos­cow Mules künf­tig „Kyiv Mule“ zu nen­nen, um es dem Rus­sen mal so rich­tig zu zei­gen. Ich habe heu­te mal spa­ßes­hal­ber nach­ge­se­hen, was dar­aus gewor­den ist: Inzwi­schen nen­nen sie das Getränk „Tra­di­tio­nal Mule“ und es kommt schwe­di­scher Wod­ka hin­ein. Ganz schön unso­li­da­risch.


Lusti­ge Nach­rich­ten aus einem ande­ren Nord­land: In Schwe­den ist es künf­tig ver­bo­ten, Por­no­bild­chen zu kau­fen. Haha, die­se Schwe­den. Müs­sen Por­nos künf­tig gra­tis gucken, so will es das Gesetz. Schwer haben sie es. So schwer.


Amü­sant-bizar­re Anmer­kung der Woche:

Es muss jedem Mann bewusst sein, dass er män­ner­bün­di­sche Struk­tu­ren repro­du­ziert, wenn er immer nur mit männ­li­chen Freun­den in die Knei­pe geht.

Unklar ist, ob man als Mann jetzt ein Anrecht auf weib­li­che Freun­de hat. Wenn ja: Bekommt man die­se nach Männ­lich­keits­nach­weis auto­ma­tisch gestellt oder muss man ihre Bereit­stel­lung bean­tra­gen? Muss man dafür gemein­sa­me Inter­es­sen fin­den oder reicht schon das Vor­han­den­sein ver­schie­de­ner Geschlechts­tei­le? Muss ich die jeweils zuge­wie­se­ne weib­li­che Freun­din akzep­tie­ren oder gibt es ein Umtausch­recht?


Das „Köt­zer­chen“ (Quel­le u.a.: Reim­le­xi­kon, hier schei­ternd) der Woche gleich hin­ter­her: Der Nürn­ber­ger Zoo möch­te ein paar Pavia­ne abknal­len, weil sel­bi­ge ein­fach zu zahl­reich sind. Inter­es­se­hal­ber – schon aus ethi­schen Grün­den – gefragt: Wo zieht man hin­sicht­lich der Grup­pe „Lebe­we­sen, deren Zahl zu groß scheint“ eigent­lich die Gren­ze zwi­schen „darf man umbrin­gen“ und „darf man nicht umbrin­gen“ und war­um?

In den NachrichtenMontagsmusik
Divi­de and Dis­sol­ve – With­hol­ding // Kabel, Bru­di!

Wer kein Smartphone hat, der muss halt Rohre auf dem Klo lesen

Trig­ger­war­nung: Es ist Mon­tag. Letz­te Woche wun­der­te ich mich dar­über, dass es preis­gün­sti­ger ist, ein Paket von Dela­ware nach Deutsch­land zu beför­dern, als ein Paket von Kali­for­ni­en nach Dela­ware zu beför­dern. Zum Glück infor­mier­te mich infol­ge­des­sen jemand über die Exi­stenz des Welt­post­ver­eins und seit­dem möch­te ich gern bre­chen. Auch mal schön.

Schlech­te Nach­rich­ten für Men­schen wie mich, die bis­her dach­ten, Ham­burg sei eine lebens­wer­te Stadt: Die dort bereits Woh­nen­den hät­ten mehr­heit­lich gern auch wei­ter­hin Rekla­me (Archiv­ver­si­on) im öffent­li­chen Raum. Ich fin­de ja, es reicht jetzt mit dem mün­di­gen Bür­ger. Der mün­di­ge Bür­ger macht nur Unsinn.

Apro­pos Unsinn: Für die „F.A.Z.“ (will nicht direkt ver­linkt wer­den, LSR) wun­dert sich Volon­tä­rin Anna Nowac­zyk, dass die „Gene­ra­ti­on Z“ – ich war­te noch dar­auf, dass end­lich das kyril­li­sche Alpha­bet dran ist – die drol­li­ge Ansicht ver­tritt, dass Kabel­kopf­hö­rer weni­ger erbärm­lich sind (hier mei­ner­seits nicht: sei­en) als ihre kabel­lo­sen Pen­dants. Die­se jun­gen Leu­te und ihre deut­lich bes­se­re Ton­qua­li­tät und ihr aus­blei­ben­der Bock, dau­ernd irgend­was an Steck­do­sen hän­gen zu müs­sen. Haha. Eine „hef­ti­ge Aura“ sol­len Kabel­kopf­hö­rer haben, man sei gar mit „Kabel­über­le­gen­heit“ geseg­net. Man möch­te fast „Dig­ga“ ergän­zen. Shee­sh Bru­di. Crin­ge as fuck.

(Da steht „fuck“, das gibt doch wie­der inter­es­san­te Such­ergeb­nis­se dem­nächst.)

Auch irgend­wie geil: Musik.

Divi­de and Dis­sol­ve – With­hol­ding (Offi­ci­al Video)

Guten Mor­gen.

In den NachrichtenPolitik
Wer 1933 nicht will, muss 1924 ver­hin­dern

Die inzwi­schen zur Volks­weis­heit avan­cier­te Fest­stel­lung, Geschich­te wie­der­ho­le sich, mit den Kriegs­kre­di­ten der SPD und deren ver­hee­ren­den Fol­gen zu bele­gen wird sogar mir irgend­wann lang­wei­lig, daher erwäh­ne ich heu­te statt­des­sen mal dies: Wer in sozia­len Medi­en fort­wäh­rend 1933 her­auf­zie­hen sieht, der kann damit Recht haben, denn die Vor­aus­set­zun­gen sind geschaf­fen.

Die Bun­des­re­gie­rung wer­de der Bun­des­wehr alle finan­zi­el­len Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die sie brau­che, „um kon­ven­tio­nell zur stärk­sten Armee Euro­pas zu wer­den“.

Der näch­ste deut­sche Dik­ta­tor kann den demo­kra­ti­schen Regie­run­gen aus der Mit­te für alles, was sie ihm hin­ter­las­sen haben, gar nicht genug dan­ken.

In den NachrichtenMusik
Deut­sche Songs mit deut­schen Rhy­mes

Eigent­lich woll­te ich die­ses Jahr nichts Wei­te­res zum Euro­vi­si­on Song Con­test (den alten Namen fand ich schö­ner) schrei­ben, was vor allem dem Umstand geschul­det ist, dass ich eigent­lich die­ses Jahr kei­ne ein­zi­ge Sekun­de mei­ner Zeit mit dem abseh­bar bescheu­er­ten Gedu­del ver­brin­gen woll­te, das im Rah­men der Ver­an­stal­tung „für Deutsch­land“ auf­ge­führt wird, doch dann las ich bei der „taz“ ver­meint­lich gute Neu­ig­kei­ten:

Mit „Bal­ler“ von Abor & Tyn­na tritt Deutsch­land beim dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­on Song Con­test das erste Mal seit vie­len Jah­ren mit einem deutsch­spra­chi­gen Song an.

Abge­se­hen von der fei­nen Nuan­ce, dass ein „Song“ vor allem ein Lied ist (aber gut, „taz“ und Spra­che sind ein­an­der oft nicht die besten Freun­de), hielt ich das unge­fähr drei­ßig Sekun­den lang für eine gute Idee. In die­sen drei­ßig Sekun­den hör­te ich erst­mals in das Lied rein, das aus­zugs­wei­se zum Lied­text ein­ge­blen­det wird. Ich rate drin­gend davon ab, es mir gleich­zu­tun: Dump­fer Bums­beat (gibt es dafür eigent­lich ein pas­sen­des deut­sches Wort?) in schlich­tem Takt mag genü­gen, um damit bei offe­nem Fen­ster an der Ampel zu ste­hen, aber als Reprä­sen­tant zeit­ge­nös­si­schen deut­schen Lied­guts vor den Augen der Welt ist zumin­dest mir das Lied eher unan­ge­nehm.

Zumal das Deutsch­spra­chi­ge auch da endet, wo die Spra­che wich­tig wäre, wie der Lied­text im Vor­re­frain beredt bezeugt:

Ha, ich glaub’, das war’s, I shoot for the stars

Für Rei­me mit „Mars“, „las“, „Gas“, „Lars“ oder mei­net­we­gen „SARS“ hat es sprach­lich nicht gereicht, welch Far­ce!

Bonu­s­poin­te aus dem Inter­net:

Abor & Tyn­na sind ein öster­rei­chi­sches Musik­duo[.]

Öster­reich tritt wäh­rend­des­sen mit irgend­ei­nem eng­lisch­spra­chi­gen Unfug, den in drei­ßig Sekun­den pro­be­zu­hö­ren ich mich par­tout wei­ge­re, zum Wett­be­werb an. Ver­mut­lich wäre es denk­bar, aber unan­ge­bracht, dar­aus einen poli­ti­schen Witz zu kon­stru­ie­ren.

NetzfundstückeWirtschaft
Medi­en­kri­tik in Kür­ze: Bom­ben­co­la mit Reis

Aus aus­ge­rech­net Oer-Erken­sch­wick, wor­über ich dann jetzt end­lich auch mal wenig­stens irgend­et­was weiß, kommt aus­weis­lich des Web­siteim­pres­sums die Pal­e­sti­ne Cola, die nicht nur „vol­ler (…) Geschich­ten aus Palä­sti­na“ (ebd.) stecke und also ver­mut­lich nach Leid und Tod schmeckt, son­dern über­dies ein selt­sa­mes Wer­be­vi­deo (Archiv­ver­si­on) zur Sei­te gestellt bekam, das wohl aus­sa­gen soll, dass, wer die Cola trinkt, palä­sti­nen­si­schen Kin­dern etwas, das wie Reis aus­sieht, zu essen zu beschaf­fen hilft, tat­säch­lich aber aus­sagt, dass, wer die Cola trinkt, palä­sti­nen­si­schen Kin­dern in die Hin­ter­hö­fe außer Bom­ben und Rake­ten auch noch Wer­be­pla­ka­te eines west­li­chen Kom­merz­un­ter­neh­mens hängt;

Victory!

was ja mehr als nur eine Situa­ti­on zusam­men­fasst.