Sonstiges
Die letz­te Coronamaßnahme

Ich bin ja jetzt kei­nes­wegs vom Fach, aber könn­te man nicht viel Zeit, Geld und Nerven spa­ren, wenn man statt dau­ernd neu­er Schnell- und Normalgeschwindigkeitstests, Öffnungszeiten, Schließungsbeschlüssen und Ausnahmeregelungen ein­fach das so gespar­te Kontingent in Impfungen steckte?

Sonstiges
Entödete Innenstädte

Viel ist der­zeit zu lesen über die Sorge um die Verödung von Innenstädten. Damit gemeint ist nicht etwa, dass einst attrak­ti­ve Innenstädte seit Jahrzehnten auf­grund des Baus geschmack­lo­ser rund­um­ver­gla­ster Einkaufszentren, als Sahnehäubchen mit­un­ter gar mit­tels der Schändung histo­ri­scher Fassaden, ihren opti­schen Reiz ver­lie­ren, son­dern - im Gegenteil - das Ausbleiben gro­ßer Menschenmengen, die sich durch die­se einst attrak­ti­ven Innenstädte schie­ben, um in blö­den Geschäften nutz­ar­men Plunder zu kaufen. 

Dass die­se Menschenmengen ihr Tun selbst nicht für eine bedenk­li­che Auswirkung einer unge­zü­gel­ten Konsumgesellschaft, son­dern für eine schö­ne Freizeitgestaltung hal­ten, ist ins­be­son­de­re in Erwägung der spä­te­ren Erzählungen im Familienkreis wit­zig:

„Wie habt ihr euren Urlaub zu Hause ver­bracht?“
„Wir haben eingekauft!“ 

Ich möch­te gar nicht abstrei­ten, dass die Verfügbarkeit von regu­lä­ren Ladengeschäften für digi­tal Abgehängte - Berg- und Dorfbewohner, Alte, Kranke - sowie Datenschutzbewusste wei­ter­hin von ent­schei­den­der Bedeutung ist; viel­leicht aber ist die­se Entödung der Innenstädte durch die Rückkehr der Stadt selbst eine gute Gelegenheit, den gras­sie­ren­den Einzelhandel sinn­voll zu konsolidieren. 

Am besten da, wo er optisch nicht stört. 

In den NachrichtenPolitik
Säkularismus wann anders. (6)

Als die Bundesregierung ihr unter­tä­nig die Bitte zuge­flü­stert hat­te, viel­leicht dar­über nach­zu­den­ken, an Ostern nicht mit den letz­ten über­le­ben­den Rentnern Bullshitbingo („Messe“) zu spie­len, über­leg­te die katho­li­sche Kirche nicht lan­ge und befand, das sei zwar eine hüb­sche Idee, aber lei­der sehe man sich außer­stan­de, die Gesundheit der Ihren nicht zu gefähr­den, und die Bundesregierung sol­le woan­ders spie­len gehen.

Man könn­te dar­über spe­ku­lie­ren, ob das ange­sichts des Umstands, dass die christ­li­chen Kirchen bis heu­te die ein­zi­gen sind, deren Symbol ein anti­kes Folterinstrument ist, über­haupt beacht­lich ist, oder (was ich für wit­zi­ger hal­te) man bemerkt das schnel­le Einschreiten des got­tes­staat­li­chen Innenministers:

Seehofer stell­te klar, dass es weder um ein Verbot noch um die Forderung gehe, Gottesdienste zu Ostern aus­fal­len zu las­sen. «Ich möch­te aus­drück­lich dar­auf hin­wei­sen, dass es sich hier um eine Bitte han­delt», beton­te er. «(…) Das Innenministerium hat (…) schon sehr früh in der Pandemie gemein­sam mit den Kirchen Hygiene-Konzepte aus­ge­ar­bei­tet, die bis heu­te tadel­los funktionieren.»

Wenn funk­tio­nie­ren­de Hygienekonzepte in Verbindung mit erhöh­tem Steuerpotenzial aber schon rei­chen, um die Coronaverfügungen der zustän­di­gen Stellen für nich­tig erklä­ren zu dür­fen: Warum sind in Bayern dann eigent­lich die Restaurants noch zu?

Da darf doch bestimmt auch gebe­tet werden.

In den NachrichtenNerdkrams
Babylon digi­tal

Es gibt Hoffnung für all die­je­ni­gen, die heu­er in Angst ver­fal­len, weil die­sen Monat noch kein neu­es Audioformat in Sicht ist, das - wie zuvor unter ande­rem Shorten (1993), MP3 (1993), RealAudio (1995), AAC (1997), MusePack (1997), WavPack (1998), WMA (1999), Vorbis (2000), Monkey‘s Audio (2000), FLAC (2001), ALAC (2004), TAK (2007), Opus (2012) sowie neu­er­dings, aber auch schon wie­der vor Monaten, Lyra - all sei­ne Vorgänger beer­ben kön­nen soll: Das neue Bildformat JXL („JPEG XL“, obwohl doch schon das alte Bildformat eigent­lich JFIF und nicht JPEG hieß und obwohl man im Web eigent­lich nichts haben möch­te, was „XL“ ist, da kön­nen die Reklamewichser pro­kla­mie­ren, was sie wol­len) kön­ne GIF (1987), JFIF (1991), PNG (2006) und WebP (2010) dies­mal aber wirk­lich kom­plett und end­gül­tig im Web erset­zen, impli­ziert „t3n“. Da kann ich nur viel Erfolg wünschen.


Keine Hoffnung gibt es aller­dings mehr für die­je­ni­ge evan­ge­li­sche Kirche, die 1 Mose 11,7 offen­sicht­lich als Anleitung missversteht.

In den NachrichtenPolitik
Erlaubt, weil man’s tut

Gute Nachrichten für Besitzer von Koksplantagen und Hakenkreuzflaggendruckereien: Wenn man etwas nur hart­näckig genug tut, will die SPD es irgend­wann erlauben.

So steht etwa im aktu­el­len Entwurf ihres „Zukunftsprogramms“, des­sen Name bei einer per­spek­ti­v­ar­men Partei wie der SPD zumin­dest Galgenhumor beweist, in Antrag 3.14 folgendes:

Wie Alkohol ist auch __ eine gesell­schaft­li­che Realität, mit der wir einen adäqua­ten poli­ti­schen Umgang fin­den müs­sen. Verbote und Kriminalisierung haben den Konsum nicht gesenkt, sie ste­hen einer effek­ti­ven Suchtprävention und Jugendschutz ent­ge­gen und bin­den enor­me Ressourcen bei Justiz und Polizei. Eine regu­lier­te Abgabe von __ an Erwachsene soll in Modellprojekten von Ländern und Kommunen erprobt wer­den kön­nen, beglei­tet durch Maßnahmen der Prävention, Beratung und Behandlung im Jugendbereich. Zudem wer­den wir bun­des­ein­heit­lich regeln, dass der Besitz klei­ner Mengen von __ straf­recht­lich nicht mehr ver­folgt wird.

Im Ursprungstext steht anstel­le der Auslassungszeichen das Wort „Cannabis“, aber mei­ne bei­den Vorschläge sind doch etwas huma­ner, denn wäh­rend jemand, der neben mir steht und kifft, mich mit Gestank und (viel zu oft auch) Tabakqualm belä­stigt, mit­hin mei­ne Gesundheit ernst­lich gefähr­det, wir­ken sich Menschen, die, in eine Hakenkreuzflagge ein­ge­hüllt, neben mir Kokain kon­su­mie­ren, auf mei­ne Gesundheit nicht im Geringsten aus. Vielleicht wäre die SPD offe­ner für die Freigabe von Kokain, wenn es auch stin­ken würde?

Warum die SPD das mit der Besitzerlaubnis klei­ner Mengen - immer­hin ist sie seit lan­ger Zeit Teil der Bundesregierung - trotz wie­der­hol­ter Forderungen nicht ein­fach tut, möge anson­sten ein Klügerer beurteilen.

NerdkramsProjekte
In eige­ner Sache: Abayo, Matomo!

Langjährige Leser und sol­che, die gern mal in ande­rer Leute Quellcode her­um­for­schen, hat­ten es mög­li­cher­wei­se bereits mit­be­kom­men: Für die­se Website sowie eini­ge mei­ner Projekte kam jah­re­lang das Statistikwerkzeug Matomo - schon unter sei­nem alten Namen - zum Einsatz. Hierfür band ich statt der Verwendung als Loganalyseprogramm ein Zählscript auf eini­gen Seiten ein, das die Besucherdaten direkt live in eine wach­sen­de Datenbank schrieb, sofern die Besucher JavaScript akti­viert und/oder das Opt-Out-Cookie nicht gesetzt hatten.

Nun ist eine sol­che Software zwar im Prinzip sehr prak­tisch für Menschen einer unfei­nen Profession, näm­lich Werber und ähn­li­che Heinis, aber der Big-Data-Aspekt die­ses Programms, das wesent­lich mehr Statistiken raus­blies als ich brau­chen konn­te (letzt­end­lich inter­es­sie­ren mich am mei­sten die Herkunftsseiten und die unge­fäh­ren Aufrufzahlen), ver­trug sich nur mit­tel­mä­ßig mit mei­nem ander­wei­ti­gen Pochen auf Datenschutz. Mehr noch: Matomo ist ein her­aus­ra­gen­des Beispiel für fast alles, was ich an heu­ti­ger Webentwicklung in PHP nicht lei­den kann; so blink­te etwa seit dem letz­ten grö­ße­ren Versionsupdate ein roter Fehlerbalken kurz auf, des­sen Ursprung mir unklar geblie­ben ist. Mehr als ein­mal muss­te ich auch die Software (immer­hin nicht die Datenbank) neu instal­lie­ren, weil irgend­ein Script bei der Aktualisierung zwi­schen zwei Betaversionen - ja, ich bin mir des Problems bewusst - irgend­wel­che Fehler gemacht hat­te, die im Bugtracker des Matomoprojekts zwar fast immer schon bekannt, aber sel­ten ein­fach zu lösen waren.

Da ich seit eini­ger Zeit ver­su­che, die Nutzung von PHP-Scripts (zusam­men mit in Python geschrie­be­nen Scripts, die Gründe sind ähn­lich) auf mei­nen Servern und Webspaces zu redu­zie­ren und lang­fri­stig ganz ein­zu­stel­len, habe ich auch über die Nutzung von Matomo noch­mals, wie man es wohl heut­zu­ta­ge nennt, ergeb­nis­of­fen nach­ge­dacht. Dieses Nachdenken hat­te Erfolg, denn auf Uberspace.de, auf deren Servern ich nach meh­re­ren Wechseln in kur­zer Zeit seit neun Jahren eini­ger­ma­ßen zufrie­den den Kram hier mache, gibt es bereits anony­mi­sier­te und aus­führ­li­che Logdateien. Warum wer­te ich nicht ein­fach die aus? ‘In eige­ner Sache: Abayo, Matomo!’ weiterlesen »

In den NachrichtenMontagsmusik
Can - Uphill // Hupen für den Busverkehr

Ich muss noch zur Bank.Es ist Montag. Am Wochenende wur­de in Kassel demon­striert, die Teilnehmer und Organisatoren waren jedoch zu einem erheb­li­chen Teil ein biss­chen blö­de, wes­halb weni­ger über den Inhalt der Demonstration als über die Fehler aller Beteiligten (Demonstranten, Gegendemonstranten, Schutzkräfte) berich­tet wur­de und wird. Der größ­te Fehler ist mei­ner Meinung nach, dass nicht zugun­sten put­zi­ger Tiere (war­um nicht mal Pandabären?), son­dern bloß wegen irgend­so­ei­nes Virus demon­striert wor­den ist, das nun wirk­lich kei­ne Hilfe braucht. Das ist etwas scha­de. Ich mag put­zi­ge Tiere.

Ein Blick in die Nachrichten offen­bar lei­der trotz­dem vor allem Politik - nützt ja nix: Der Berliner Stadtbaurat Florian Schmidt von der Gurkenpartei „Die Grünen“ setzt sich zu nie­man­des Überraschung über das Gesetz hin­weg. Andere Politiker sind schon über viel klei­ne­re Skandale gestol­pert und haben ihre Partei mit­ge­ris­sen. Liegt das am Klima? - Die natür­li­chen Partner der Bundesgrünen, die SPD (nicht mit den Sozialdemokraten zu ver­wech­seln, die hei­ßen inzwi­schen „Linke“), erneu­ern der­weil ihr „Bekenntnis zur Bedeutung des ÖPNV für die Verkehrswende“ (September 2020) und wäh­len ihren Direktkandidaten für die Lüneburger Heide mit einem Hupkonzert im Autokino. Brumm, brumm!

Das ist selbst den Dorfbewohnern jetzt zu blöd: In Ueberau wur­de schon wie­der die DKP stärk­ste Kraft, sogar mit Stimmenzuwachs. Dieser Parlamentarismus amü­siert mich mit­un­ter immer noch. In den ange­schlos­se­nen Leitmedien berich­tet man immer­hin über einen wei­te­ren Erfolg der Bundesregierung: Endlich Drohnenmacht! Gibt es eigent­lich noch einen ein­zi­gen ver­nünf­ti­gen Grund, nicht in ein Land ohne NATO-Mitgliedschaft auszuwandern?

Darüber wird nach­zu­den­ken sein, jedoch gern zu hei­mi­scher Musikbegleitung.

Guten Morgen.

In den NachrichtenMir wird geschlecht
Ampelröckchen

Braunschweig, die mit gro­ßem Abstand schön­ste Großstadt zwi­schen Bielefeld und Magdeburg, hat etwas nicht getan und „Queer.de“ ist trotz­dem dagegen:

Die Braunschweiger Stadtverwaltung ver­bie­tet die vom Bezirksrat Innenstadt beschlos­se­ne Installation von gleich­ge­schlecht­li­chen Ampelpärchen – nach neun Monaten „Prüfung“ und mit einer absur­den Begründung.

Nämlich:

Es kön­ne nicht zuver­läs­sig der Nachweis eines glei­chen Sicherheitsstandards wie bei gewöhn­li­chen Ampeln erbracht wer­den, teil­te sie dem Bezirksrat mit. Insofern wäre die Installation abwei­chen­der Symbolbilder „mit einem nicht abschätz­ba­ren Risiko verbunden“.

Dass die­se Begründung zumin­dest erstaun­lich ist, stel­le ich hier­bei gar nicht in Abrede. Gelesen wird das aber nicht als Beispiel für selt­sa­me Auswirkungen der Bürokratie, son­dern als homo­se­xu­el­len­kri­tisch:

Für ihr vor­ge­scho­be­nes Sicherheitsargument ver­lei­hen wir der Stadt Braunschweig unse­re Homo-Gurke!

Ich las­se Witze über das Wort „Gurke“ an die­ser Stelle unge­macht, denn mei­ne Leser haben hier­zu oft noch schö­ne­re Ideen als ich. Vermeintlich gelun­ge­ne Witze über das Wort „Gurke“ in die­sem Kontext bit­te ich inso­fern in die Senfecke zu senf­en. Erwähnenswerter ist aber die Implikation, es för­de­re die Toleranz und/oder Akzeptanz für nicht hete­ro­se­xu­el­le Pärchenbeziehungen, wenn man Figuren auf beleuch­te­ten Straßenverkehrsschildern anders anbringt.

Dass das klas­si­sche Beziehungsmodell „ein Mann und eine Frau“ noch immer nicht auf „drei oder mehr Personen belie­bi­ger Identität“ erwei­tert wor­den ist, kann ich an die­ser Stelle noch ver­ste­hen - auf Ampeln sind Silhouetten von Personen ab einer gewis­sen Anzahl nur noch schwer zu erken­nen. Kaum zu über­se­hen ist aber die Implikation, man kön­ne an einer Silhouette das Geschlecht erken­nen: Zwei Menschen ohne Rock, zwi­schen denen ein Herzchen prangt - das muss ein Herrenpärchen sein!

Was mich zu der Frage führt: Wie homo­gur­kig ist eigent­lich „Queer.de“?


Und dann war da noch die­se Eilmeldung von gestern Abend:

Kurz vor den Beratungen von Bund und Ländern wies Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Anfang März beschlos­se­ne Corona-Notbremse hin und sag­te: „Wir wer­den lei­der auch von die­ser Notbremse Gebrauch machen müssen.“

Ich habe eben einen neu­en Beamtenwitz erfun­den und der geht so: Welches Formular muss man eigent­lich mit wel­cher Frist in wie­viel­fa­cher Ausführung ein­rei­chen, wenn man in der Bürokratie eine Notbremsung voll­zie­hen möchte?

In den Nachrichten
Erwachsener wird von Blei erfasst - Corona.

Autos sind sooo 2020, beim „Tagesspiegel“ ist man weiter:

50 Menschen sind 2020 im Berliner Stadtverkehr gestor­ben, dar­un­ter waren allein 17 Radfahrer. Das könn­te auch mit der Corona-Pandemie zusammenhängen.

Weil näm­lich:

Verkehrsexperten hat­ten (…) bereits im Frühsommer dar­auf hin­ge­wie­sen, dass durch die Corona-Pandemie (…) mehr Menschen aufs Rad umstei­gen würden.

Muss man ja ver­ste­hen: Steigt man aufs Rad, kommt man halt um. Fahrräder sind gefährlich.

Vielleicht doch lie­ber Auto fah­ren. Da kommt die­ses Corona nicht rein.

In den NachrichtenPolitik
CSU über­rascht: Wahlen sind möglich.

+++ EIL +++ EIL +++ EIL +++:

Eines sei seit Sonntagabend klar: „Es gibt theo­re­tisch Mehrheiten jen­seits der Union“, sag­te Söder. Es sei nicht mehr hun­dert­pro­zen­tig sicher, dass die Union in jedem Fall den Kanzler stel­le, warn­te er.

Einen ähn­li­chen Ton schlug CDU-Chef Armin Laschet an. Es sei nicht gott­ge­ge­ben, dass die CDU den Bundeskanzler stel­le, sag­te Laschet nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa am Montag in einer digi­ta­len Vorstandssitzung sei­ner Partei.

Verdammte Kommunisten!