In den NachrichtenMontagsmusik
Whis­pe­ring Sons – Sur­face // Erst mal die Posten.

1, 2, 3, 4, Eck-EuleEs ist Mon­tag. Die Grü­nen wol­len erst mal die Mini­ster­po­sten ver­tei­len und dann viel­leicht noch mal über Inhal­te reden. Prio­ri­tä­ten sind eben wich­tig. – Wer wird eigent­lich Pandaminister?

Apro­pos Schwach­köp­fe: Die Bun­des­wehr, die ein­zig dem ver­meint­lich gere­gel­ten Krieg von Nut­zen ist, hat am gest­ri­gen Volks­trau­er­tag „der Toten aus Krieg” gedacht und ver­steht wahr­schein­lich die Poin­te selbst nicht. Frank-Wal­ter Stein­mei­er, als dama­li­ger Chef des Kanz­ler­amts ver­ant­wort­lich für die Ent­füh­rung eines Unschul­di­gen in ein Fol­ter­ge­fäng­nis der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, fasel­te im sel­ben Kon­text, man soll­te Fackel­mär­sche des deut­schen Mili­tärs nicht immer so nega­tiv sehen. Die ris­kier­ten ja immer­hin ihr Leben „für das Land”. Mei­ne Emp­feh­lung an die­ser Stel­le ist die übli­che: Bun­des­wehr zuma­chen, die Res­sour­cen dem THW über­las­sen und die Ange­hö­ri­gen des Mili­tärs eben­so wie Frank-Wal­ter Stein­mei­er einer anstän­di­gen sozia­len Arbeit zufüh­ren. Stra­fe muss sein.

Gute Nach­rich­ten aus der Medi­zin: Lang­zeit­sym­pto­me von Coro­na? War viel­leicht kein Coro­na. Glück gehabt, wür­de ich sagen. – Auch Glück, lei­der vor­erst nur in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten: Der dor­ti­ge Prä­si­dent hat end­lich etwas dage­gen getan, dass „auto­no­me” Fahr­zeu­ge Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger umnie­ten; die­se müs­sen bloß einen Trans­pon­der mit sich her­um­tra­gen und schon wer­den sie wie­der bemerkt. Zum Glück haben Men­schen Vor­rang in der Gesetz­ge­bung und zum Glück ist es undenk­bar, dass Deutsch­land auch auf sol­che krea­ti­ven Ideen kommt. Das wäre doch scha­de sonst.

Tat­säch­lich scha­de ist: In Hes­sen gibt’s wie­der Weih­nachts­märk­te. Die Besu­cher wer­den beim Koma­saufen mit Bil­lig­fu­sel um Abstand­hal­ten gebe­ten. Ich bin dies­be­züg­lich guter Din­ge, ich hal­te von Weih­nachts­märk­ten schon seit vie­len Jah­ren jede Men­ge Abstand.

Nähe suche ich hin­ge­gen zu: Musik.

Whis­pe­ring Sons – Sur­face (Offi­cial Video)

Guten Mor­gen.

Nerdkrams
Gefällt mir nicht.

End­lich ist Hass­re­de so gut wie besiegt: Bei You­Tube, einem Ange­bot des Welt­markt­füh­rers in Onlinere­kla­me, wer­den künf­tig die Run­terdäum­chen­zah­len nicht mehr angezeigt.

Die Inten­ti­on dahin­ter ist den Berich­ten zufol­ge, dass „respekt­vol­les Mit­ein­an­der” geför­dert wer­den sol­le, wäh­rend Hass­mobs – also wohl Men­schen, die ganz dol­le böse auf „find ich ein nur mäßig gelun­ge­nes Video” drücken – es künf­tig nicht mehr so leicht haben sol­len, die zer­brech­li­chen See­len der creators aus dem Gleich­ge­wicht zu brin­gen, indem sie ganz dol­le böse auf „find ich ein nur mäßig gelun­ge­nes Video” drücken.

Bei den Bun­des­ju­gend­spie­len beka­men schon zu mei­ner Zeit selbst die Kör­per­nie­ten zumin­dest eine Teil­nah­meur­kun­de, denn die Teil­nah­me an die­sen „Spie­len” ist Pflicht wie einst die im alten Rom und für die mei­sten Teil­neh­mer auch fast genau so unter­halt­sam, nur die Zuschau­er win­ken müde ab und star­ren statt­des­sen auf ihr blö­des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­rät, statt den Impe­ra­tor um ein Däum­chen rauf oder – damals ging das noch, ohne dass der Gemein­te sofor­ti­gen psy­cho­lo­gi­schen und kolum­ni­sti­schen Bei­stand gebraucht hät­te – run­ter zu bit­ten. So Vide­os pro­du­ziert man aber frei­wil­lig und wenn man gut ist, bekommt man Geld dafür, das (unter ande­rem) meist von der Anzahl der Angucks abhängt, von der Zahl der Gefäll­t­mir­nichts hin­ge­gen nicht, und schreibt dann auf Web­sites, die nie­mand jemals uniro­nisch liest, man mache was mit Medi­en. Wenn man aber nicht gut ist und/oder kein Geld dafür bekommt, dann ent­spricht das Tun derer, die so Vide­os pro­du­zie­ren, im Wesen dem von Stra­ßen­mu­si­kern, die in zu vie­len deut­schen Innen­städ­ten zum Bei­spiel mit einem Lama oder einem Stoffaf­fen oder einem Dosen­bier her­um­ste­hen und zum Bei­spiel Pan­flö­te oder Dreh­or­gel oder Aku­stik­gi­tar­re (meist „Won­der­wall”) spie­len. Wenn man denen als Pas­sant, der erst inter­es­siert, bald aber abge­neigt ist, dann aber im Gehen sagt, sie sei­en nicht gut, dann kommt nicht die Poli­zei und macht die­se per­sön­li­che Ansicht zu der ver­meint­li­chen Kunst weg, son­dern die Pan­flö­ter oder Dreh­org­ler oder Aku­stik­gi­tar­ri­sten pan­flö­ten oder dreh­or­geln oder aku­stik­gi­tar­ren meist unge­rührt wei­ter, weil fast immer irgend­je­mand da sein wird, der aus Mit­leid einen Hosen­knopf in die Spen­den­büch­se schmeißt, weil er hofft, dass das infer­na­li­sche Gedu­del auf­hört, wenn die ver­damm­te Büch­se nur end­lich voll ist.

Vie­le tief sit­zen­de Pro­ble­me der digi­ta­li­sier­ten Gesell­schaft wären leicht zu lösen, lern­te sie nur end­lich etwas von den Pan­flö­tern und Dreh­org­lern und Aku­stik­gi­tar­ri­sten. Inzwi­schen befürch­te ich aber, dass die­se Anre­gung nicht etwa dazu füh­ren wür­de, dass Men­schen, die dum­mes Zeug ins Inter­net rein­ma­chen, sich ein dickes Fell zule­gen, son­dern zum Gegen­teil. Wer nie gelernt hat, dass Bei­fall von Mut­ti und son­sti­gen emo­tio­nal Invol­vier­ten nicht immer die Mehr­heits­mei­nung abbil­det, son­dern, dass Ver­such auch zum Schei­tern füh­ren kann, des­sen Welt bricht schnel­ler zusam­men, je spä­ter man das ändert; und des­sen Ver­su­che wer­den eben – zum Nach­teil des Ver­ur­sa­chers wie glei­cher­ma­ßen auch des Publi­kums – nicht bes­ser.

Das hät­te noch gefehlt: Eine Fuß­gän­ger­zo­ne vol­ler unta­len­tier­ter Künst­ler, denen man über­dies aus­schließ­lich Applaus spen­den soll! Das fän­de ich nur mäßig gelun- oh, Moment. Es klopft.

NerdkramsNetzfundstücke
ScrLk, aber als Hacker

Wofür braucht man 2021 eigent­lich noch die merk­wür­di­ge mit „ScrLk” (manch­mal bes­se­re Tasta­tu­ren) oder „Scroll Lock” (manch­mal schlech­te­re Tasta­tu­ren) beschrif­te­te Taste, die schein­bar kein Pro­gramm, das in den letz­ten 30 Jah­ren ent­wickelt wor­den ist, noch sinn­voll einsetzt?

Na, um auf Com­pu­tern mit Intel-Chips die Lizenz­ver­wal­tung für Fil­me zu repa­rie­ren natürlich!

In den NachrichtenMontagsmusik
Cara­van – Rea­dy or Not // Langoliers!

Seufz.Es ist Mon­tag. Ich bin ein wei­ßer Mann, habe eine Unfri­sur, mei­ne Pro­no­men sind „ach du grü­ne Neu­ne” und ich bin sehr müde. Dar­auf erst mal zur Arztin.

Man habe einen Lan­go­lier gefun­den oder zumin­dest ein Lebe­we­sen, das so ähn­lich aus­sieht, teilt die „New York Post” wahl­wei­se froh­lockend oder angst­er­füllt dem Film- oder wenig­stens Lite­ra­tur­ken­ner mit. Kein gutes Jahr für so was, möch­te ich mei­nen, aber jetzt ist’s sowie­so zu spät. Duschen soll­te man ja auch nicht mehr, das ist jetzt out.

In hin­ge­gen sind Elek­tro­fahr­rä­der und Elek­tro­t­ret­rol­ler. Die­se Zukunft der Mobi­li­tät aber zeich­net sich kaum über­ra­schend dadurch aus, dass sie die Pro­ble­me des moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs nicht etwa ver­mei­det, son­dern wie­der­holt; jetzt aber wer­den die Rad­we­ge statt der Stra­ßen ver­stopft. Das ist alles viel bes­ser jetzt. Sagen die in der Zei­tung. – Auch sonst leben wir in inter­es­san­ten Zei­ten: Es gibt neu­er­dings ein Brett­spiel zu der Schach­spie­ler­se­rie „Das Damen­gam­bit”, in dem man dazu gehal­ten ist, „immer drei Züge im Vor­aus” zu pla­nen. Man spielt es also nicht ganz anders als Schach, es sieht aber nicht aus wie Schach und es heißt auch nicht Schach. Schach wäre wahr­schein­lich zu lang­wei­lig.

Ein bemer­kens­wer­tes Zitat aus der Gyl­fa­g­in­ning in der noch immer als kano­nisch ange­se­he­nen Über­set­zung der Edda: Die Toten­göt­tin Hel „ist halb schwarz, halb men­schen­far­big, also kennt­lich genug durch grim­mi­ges, furcht­ba­res Aus­se­hen”. Gibt es eigent­lich schon Distan­zie­run­gen irgend­wel­cher Hip­pie­paga­nen­ver­ei­ne vom ihnen wich­tig­sten schrift­li­chen Zeug­nis des nor­di­schen Hei­den­tums? Wann kommt end­lich die kom­men­tier­te – oder direkt geschwärz­te (sagt man das noch?) – Fas­sung heraus?

Statt­des­sen schon her­aus­ge­kom­men (erst neu­lich, mehr dazu spä­ter) ist immer­hin: Musik.

Guten Mor­gen.

Netzfundstücke
Impf­brat­wurst mit Clown

Es gibt Bil­der, die die hie­si­ge Gesell­schaft über Jahr­zehn­te hin­weg prä­gen; die Sowjet­flag­ge auf dem Reichs­tag etwa (1945), der Tod von Ben­no Ohnes­org (1967) und nicht zuletzt der Mau­er­fall (1989).

Noch unklar sind die gesell­schafts­hi­sto­ri­schen Aus­wir­kun­gen der Kunst­in­stal­la­ti­on „Impf­brat­wurst mit Clown”, die Chro­ni­sten­pflicht sei aber prä­ven­tiv erfüllt.

(Ist das Kunst?)

In den Nachrichten
Nudel­schil­der (scha­de).

Es ist in den­je­ni­gen Zir­keln, in denen ich mich vir­tu­ell auf­zu­hal­ten pfle­ge, gera­de­zu ein Hei­den­spaß: In Tem­plin – Nord­bran­den­burg, fast 16.000 Ein­woh­ner, davon ver­mut­lich 15.000 Kühe – dür­fen zusätz­lich zu den blö­den Hin­weis­schil­dern, wann denn die weni­gen ver­blie­be­nen Anhän­gern der über­kom­me­nen Welt­an­schau­ung „Chri­sten­tum” ihr däm­li­ches Bimmbamm zele­brie­ren wer­den, künf­tig auch Ankün­di­gun­gen für „Nudel­mes­sen” hän­gen, also qua­si­re­li­giö­se Ver­an­stal­tun­gen der „Pasta­fa­ri”.

Die „Pasta­fa­ri”, man mag’s eigent­lich gar nicht erklä­ren, hal­ten sich für eine „Reli­gi­ons­par­odie”, gehen dabei aber deut­lich weni­ger inter­es­sant (weil plum­per) zu Wer­ke als die Dis­kor­dia­ner. Ihr höch­stes Wesen ist das flie­gen­de Spa­ghet­ti­mon­ster und obwohl sie Außen­ste­hen­den, die ihren ver­bis­se­nen Ernst in der Aus­übung die­ser „Par­odie” erwäh­nen, gegen­über sel­ten müde wer­den zu bekräf­ti­gen, dass sie das gar nicht ernst mei­nen, ist ihr Ver­hal­ten kaum als Scherz zu erken­nen. Das Nudel­sieb als Kopf­be­deckung ist ja auch nicht merk­lich beknack­ter als Frau­en­klei­der an einem Mann, der klas­si­sche Rol­len­bil­der predigt.

Man betrach­tet es in die­sen Krei­sen jetzt jeden­falls als Sieg, dass der Reli­gi­ons­frei­heit nicht etwa dadurch Genü­ge getan wer­de, dass man Reli­gi­ons­re­kla­me im öffent­li­chen Raum ganz abmon­tiert, son­dern dadurch, dass man selbst auch wel­che anbrin­gen dür­fe. Wie nennt man die­se Her­an­ge­hens­wei­se eigent­lich – Ent­sä­ku­la­ri­sie­rungs­ap­pease­ment? Wer auf­zei­gen möch­te, dass die christ­li­chen Kir­chen poli­tisch über­re­prä­sen­tiert wer­den, soll­te jeden­falls nicht selbst Über­re­prä­sen­tanz anstre­ben. (Aus ähn­li­chem Grund erwäh­nens­wert scheint mir das Vor­ge­hen der islän­di­schen Orga­ni­sa­ti­on Ásatrúar­fé­la­gið, die einer­seits die vor­christ­li­che islän­di­sche Reli­gi­on wie­der­zu­be­le­ben vor­hat, ande­rer­seits sich – dort mög­lich, hier unmög­lich – als Reli­gi­ons­ge­mein­schaft hat ein­tra­gen las­sen, so dass sie von dem doch recht christ­li­chen Kon­zept der Kir­chen­steu­er pro­fi­tie­ren kann. Säku­la­ri­sie­rung scheint bestech­lich zu sein.)

Die­ser schein­ba­re Sieg der schein­ba­ren Sati­re über die ver­meint­li­che poli­ti­sche Macht der Toten­kul­ti­sten ist inso­fern nicht mal als Pyr­rhus­sieg, son­dern eher als Kapi­tu­la­ti­on zu begrei­fen; zumal’s zu kurz gedacht scheint, denn zwar ist „dann müss­te man auch” noch nie ein Argu­ment für oder gegen irgend­et­was gewe­sen, aber dann müss­te man auch jeder ande­ren der von mir unge­zähl­ten Reli­gio­nen und Welt­an­schau­un­gen ein eige­nes Schild gewäh­ren, sofern ihre Ver­tre­ter dar­um bäten. Man sähe zwar den Wald vor Bäu­men noch, aber Tem­plin hin­ter den Schil­dern wirk­te ver­mut­lich recht klein.

Ande­rer­seits: Immer­hin woll­ten sie kei­ne Tür­me auf­stel­len, von denen her­ab sie zum Gebet rufen. Das gäbe ein Durcheinander!

NetzfundstückePiratenpartei
Lie­gen­ge­blie­be­nes vom 4. Novem­ber 2021 (Can­ce­ler-Edi­ti­on)

Soll­te end­lich jemand can­celn: Fire­fox.

Immer­hin haben sie noch die Ent­wick­ler, die sich auf die wirk­lich wich­ti­gen Din­ge ver­ste­hen. Farb­the­ra­pie und so.


Wur­de gecan­celt: Ter­ry Gilliam.

Das Old Vic Theat­re hat eine Pro­duk­ti­on, bei der auch Ter­ry Gil­liam Regie geführt hat, abge­sagt, weil eini­ge Mit­ar­bei­ter sei­ne Ansich­ten missbilligen.

Ande­rer­seits: Das kennt Ter­ry Gil­liam ja wahr­schein­lich schon. Aber: Ist das noch Kultur?


Hat noch nicht ver­stan­den, war­um sie gecan­celt wur­de: Die Pira­ten­par­tei.

Koali­ti­ons­ver­trag in Tsche­chi­en steht – Pira­ten sol­len zum ersten Mal mitregieren!

Unge­zähl­ten deut­schen Pira­ten­ac­counts gefällt das. Als wär’s die glei­che Par­tei. Dem ist nicht so. Aber was nützt’s, sich zu ärgern?

In den NachrichtenNerdkrams
War­um will die SPD aus Bad Hon­nef Rent­ner mit Inter­net­an­schluss einsperren?

Kur­ze Durch­sa­ge des Köl­ner Land­ge­richts (Prä­si­dent: Roland Ket­ter­le, SPD Bad Hon­nef):

Die Mut­ter eines Frei­fun­kers muss 2.000 Euro Stra­fe zah­len, obwohl sie kei­nen Com­pu­ter hat.

Die SPD sei, kol­por­tier­te die Qua­li­täts­pres­se, die­je­ni­ge Par­tei, die „eine digi­ta­le Infra­struk­tur auf ‚Welt­ni­veau’ ” zu haben gedenkt. Wel­cher Teil der Welt ist damit eigent­lich gemeint?

In den Nachrichten
Si vis pacem, para bel­lum. (19)

Also der wesent­li­che Gedan­ke stimmt schon mal:

Die Bun­des­wehr soll­te nach Ansicht von Gene­ral­leut­nant Pfef­fer zum eige­nen Schutz bewaff­ne­te Droh­nen bekom­men. (…) Zudem beton­te Pfef­fer, wenn man die ableh­nen­den Argu­men­te um Droh­nen kon­se­quent zu Ende den­ke, müss­te man wesent­li­che Tei­le der Bewaff­nung in den Streit­kräf­ten abschaffen.

Ja, genau das müss­te man tun.

Im Übri­gen bin ich der Mei­nung, dass die Bun­des­wehr abge­schafft gehört.

In den NachrichtenMontagsmusik
Mag­ma – Don­dai // Aku­sti­scher Auffahrunfall

Hier könnte Ihre Werbung stehen.Es ist Mon­tag. Die Tem­pe­ra­tu­ren begin­nen jetzt – immer­hin ist’s Novem­ber – doch noch zu sin­ken. Ver­damm­te Kli­ma­er­wär­mung. (Leicht erkäl­tet geschrie­ben.) Pan­da­bär müss­te man sein. Pan­da­bä­ren haben ein dickes Fell und die­se Pro­ble­me nicht; dafür wer­den sie jede Woche für die­se Mon­tags­bei­trä­ge miss­braucht. Auch ein Problem.

Kon­takt­schuld des Tages: Der Vor­sit­zen­de des Bar­clays­kon­zerns wur­de zurück­ge­tre­ten, weil einer sei­ner Geschäfts­part­ner sich Jah­re spä­ter als Straf­tä­ter her­aus­ge­stellt hat­te. Blöd für ihn, dass es kei­ne deut­sche Bank ist: In Deutsch­land wäre er jetzt desi­gnier­ter Bun­des­kanz­ler und nicht ehe­ma­li­ger Bankenchef.

In Bad Kro­zin­gen habe, „berich­tet” die „dpa”, schon wie­der ein Auto ganz allei­ne einen 19-Jäh­ri­gen ange­fah­ren, der dar­auf­hin gestor­ben sei. Hof­fent­lich ver­pflich­tet Autos bald jemand zum Füh­ren eines Hal­ters. Das ist ja brand­ge­fähr­lich sonst.

Dazu mög­li­cher­wei­se pas­send: Man kann mit aku­sti­schen Signa­len Abstands­hal­ter in Autos stö­ren. Aku­sti­sches Signal (bes­ser) jeden­falls: Musik.

Mag­ma „Don­dai (To the eter­nal love)”

Guten Mor­gen.

KaufbefehleMusikkritik
Kurz­kri­tik: Daugh­ters – You Won’t Get What You Want

Daughters - You Won't Get What You WantLan­ge nichts mehr über Musik geschrieben.

Daugh­ters – der Name sagt’s schon – ist ein Her­ren­quar­tett aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten, das vor unge­fähr drei Jah­ren sein vier­tes Stu­dio­al­bum „You Won’t Get What You Want” (Amazon.de, TIDAL) raus­ge­bracht hat. Wie immer habe ich kei­ne Ahnung, was das für ein gen­re sein soll, und wür­de daher zunächst die Post­punk­kar­te zücken, wenn­gleich der mit­un­ter domi­nant stamp­fen­de Rhyth­mus („Satan in the Wait”) vor dem geneig­ten Hörer den Indu­stri­al nicht zu ver­stecken imstan­de ist; im sel­ben Stück ist ins­be­son­de­re in der zwei­ten Hälf­te auch Pink Floyds „Echoes” nicht fern. Indu­stri­al Psy­che­de­lic Post Punk. Schön.

Laut Inter­net stellt „You Won’t Get What You Want” eine Abkehr vom bis­he­ri­gen Stil der Band dar, was inso­fern hier zumin­dest erwähnt wer­den soll­te, weil ich zuvor mit dem Werk von Daugh­ters kei­ner­lei Begeg­nung gehabt zu haben behaup­ten könn­te. Das ist eigent­lich auch ganz gut, unvor­ein­ge­nom­me­ner Umgang mit der Musik einer Band hilft sehr bei der jewei­li­gen Beur­tei­lung. (Viel­leicht ist das der Grund für den Titel des Albums?) Das neue Album der Die Ärz­te habe ich aus einem ähn­li­chen Grund zwar bereits im Regal ste­hen, aber noch nicht mal rein­ge­hört; ich kenn’s ja eigent­lich schon alles.

Was „You Won’t Get What You Want” für einen Freund der schrä­gen Töne – d.h.: mich – über­dies beson­ders inter­es­sant macht, ist eben die­se sti­li­sti­sche Zer­ris­sen­heit, die es mit­un­ter schei­nen lässt, als stol­per­te man durch ein Stück, statt es grad­li­nig zu durch­schrei­ten („The Flamm­a­ble Man”).

Selbst der Raus­schmei­ßer (also: das letz­te Stück) „Guest Hou­se” lässt bis zum orche­stra­len outro, das somit auch das Album been­det, in sei­ner ver­stö­ren­den Über­dreht­heit kei­nen Zwei­fel dar­an, dass ein sol­ches Durch­ein­an­der zum Kern der Musik gehört. Der­lei tun Daugh­ters aber nicht, weil sie nicht anders könn­ten; spä­te­re, wie­der­um post­punk­na­he Stücke wie „Less Sex” sind in ihrer Kom­bi­na­ti­on aus Melan­cho­lie, Ein­gän­gig­keit und einem Video mit Schlan­gen und einer nack­ten Frau Bele­ge dafür, dass der „Rol­ling Stone” mit sei­ner Kate­go­ri­sie­rung „Noi­se-Metal-Crew” ein doch all­zu pau­scha­les Urteil gefällt hatte.

Mich ärgert, dass ich Daugh­ters – laut über­ein­stim­men­den Medi­en­be­rich­ten nun wirk­lich kein Geheim­tipp – bis­lang nicht wahr­ge­nom­men hat­te. Gru­se­lig irgend­wie. Passt zum Tag.