Noch mal was aus der EDV, denn dieser Vorschlag scheint mir auch eher undurchdacht zu sein:
Mit einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die für Digitales zuständige Vizepräsidentin Henna Virkkunen wenden sich fast 90 Unternehmen (…). Die Absender fordern von der EU angesichts der transatlantischen Entwicklung ein klares Bekenntnis zu europäischen Digitallösungen. “Europa muss die Initiative übernehmen und über alle Schichten der kritischen digitalen Infrastruktur hinweg technologisch unabhängig werden”, heißt es in dem Brief (…).
Nun ist es sicherlich möglich, innerhalb “Europas” (meinten Sie: EU?) Anwendungssoftware zu entwickeln, die eine Alternative zu jener aus anderen Ländern sein kann und es oft auch ist, und auch die hiesige Produktion von Prozessoren und dergleichen ist durchaus ein vorstellbares Treiben. Interessant ist allerdings die Frage, wie weit die “fast 90 Unternehmen” zu gehen bereit sind, was die Abkehr von der Abhängigkeit von anderen Ländern, das Digitale betreffend, angeht. Die Auswahl an europäischen Betriebssystemen (Distributionen von US-amerikanischer Software sind keine europäischen Betriebssysteme) ist zum Beispiel gering; mir fällt ohne Griff zur Wikipedia gerade nur 9front ein. Zwar fände ich eine größere Verbreitung von Plan-9-Derivaten grundsätzlich wünschenswert, möchte aber bezweifeln, dass “die Absender” überhaupt schon mal davon gehört haben.
Ich erachte technologische Unabhängigkeit ebenfalls als wertvolle Errungenschaft, vertrete jedoch nicht die Ansicht, dass Staatsgrenzen mit diesem Begriff etwas zu tun haben. Ich möchte ebensowenig von den Entscheidungen Googles wie von denen des duo infernale aus Deutscher Telekom und SAP abhängig sein. In welchem Land die Entwickler und Produzenten von Chips, Kabeln, Transistoren und (nicht zuletzt) Programmen beheimatet sind, die ich direkt oder indirekt nutze, ist mir tatsächlich einigermaßen egal, so lange sie jenseits des Finanziellen keine Gegenleistung in Form von Abhängigkeit, dann von den Guten, erwarten.
Betrachte ich allerdings das technische Verständnis der Briefautoren, sehe ich da schwarz:
Eine Forderung, die einige der nun an von der Leyen schreibenden Unternehmen bereits seit einiger Zeit erheben, und die neben dem Betrieb durch vertrauenswürdige EU-Anbieter auch eine Datenlokalisierung und Verschlüsselung erfordern soll. Die Initiatoren sehen das als einzige Möglichkeit, von lokaler Speicherung hin zu vertrauenswürdigen Cloudlösungen zu kommen (…).
Daten, die ich auf dem Computer anderer Leute (“Cloud”) speichere, übergebe ich in diesem Moment der Herrschaftsbefugnis dieser anderen Leute. Wenn diese anderen Leute qua Gesetz “vertrauenswürdig” sind, die ihnen ohne technische Notwendigkeit übergebenen Daten vorgeblich “verschlüsseln” und ich gucken kann, wo die Daten, die vorher die meinen waren, eigentlich gerade gespeichert sind, dann ist das trotzdem kaum davon zu unterscheiden, als würde ich selbige Daten stattdessen auf einen USB-Stick kopieren und diesen im Supermarkt ans Schwarze Brett hängen. Ich kann ja eines dieser neumodischen Ortungsgeräte dranhängen. Dann weiß ich ja, wo sie gerade sind.
Herrje.


ROFL!
Die wollen einfach nur ein eigenes Sondervermögen der Regierungen, das sie mit ihrem Management verbraten können.
Beim Rest wissen sie selber nicht,was dje wollen, ausgenommen davon, ihr Profukt verkauft sich gut und es bleibt ein grosser Abschreibeanteil, wegen der Steuerlast. Der Rest ist für Kapitalisten irrelevant.
Die können auch RISC OS Open nehmen.
Auch eine lustige Idee.