In den NachrichtenMontagsmusikWirtschaft
Vimma – Kuu // Meteoritengefahr: Zu wenig.

OrrrrrEs ist Montag. Der oberste Linke haute mal wieder einen raus, indem er schrieb, in unserer #Verfassung stehe, dass Reichtum verpflichte, weshalb man Reichen jetzt gefälligst Geld wegnehmen müsse. Im Juni 2013 schrieb die „Stuttgarter Zeitung“, Bernd Riexinger verdiene „5800 brutto. Plus Weihnachts- und Urlaubsgeld.“ Wo beginnt eigentlich Reichtum und warum enteignen wir nicht erst mal die Linken?

Gute Nachrichten: In Nordrhein-Westfalen machen demnächst die Kirchen wieder auf. So löst sich das Problem des noch immer relevanten Katholizismus vielleicht demnächst auf natürlichem Wege. Auf übernatürliche Todesarten ist jedenfalls kein Verlass: Nachweislich von einem Meteoriten erschlagen wurde bisher nur ein Einwohner des 19. Jahrhunderts.

Na, auch keinen Werbeblocker? Überraschend stellt sich heraus, dass über diejenigen Server, denen man so blind vertraut, auch Schadsoftware verteilt wird. Da freut man sich doch gleich doppelt über irgendwelche Quatschverlage, die einem die Wahl lassen: Reklame zulassen oder Reklame zulassen? Lässt man all diese Quatschverlage aber unverlinkt, so muss es halt „Russia Today“ mit einer vielerorts zu findenden Meldung richten: Deutsche, fand ein „Nahrungslobbyist“ heraus, könnten nicht mehr kochen. Das erkläre, heißt es, auch, warum ausgerechnet Nudeln und dergleichen zu Beginn der Krise schnell ausverkauft waren: Mehr kriegen sie einfach nicht mehr hin. Das muss ein einigermaßen uninteressantes Leben sein.

Manche Witze gehen nach hinten los: Im November witzelte jemand auf Twitter, das Virus sei gerade freigelassen worden. Ich schau‘ lieber nach vorn und sehe dort noch viel Musik. Fangen wir doch mal mit Vimma an!

VIMMA - Kuu (Studio Live)

Guten Morgen.

In den NachrichtenPiratenpartei
Piratenpartei: Fridays For Feuererfindung

Zugegeben: Die Überschrift ist schon falsch. Für die Erfindung von Feuer und Rad ist die Piratenpartei dann doch zu spät dran.

Als Partei, die immerhin schon seit vierzehn Jahren existiert, hat sie aber durchaus ein paar altgediente Recken an Bord, etwa den neuerdings satte 20 Jahre alten Bundesthemenbeauftragten für Umwelt, Klima und Tierschutz, Maurice Conrad aus Mainz. Laut seiner Website sei er „Schauspieler & Software Engineer“, „intelligenete (sic! A.d.V.) Software“ sei seine Passion. Ein Mann vom Fach also!

In einer Nebenbesetzung als „Initiator der Fridays-For-Future-Bewegung in Mainz“ (Wikipedia) trat er gestern in der „Tagesschau“ auf, um darüber zu sprechen, dass Klimademonstrationen zurzeit online stattfinden (ich berichtete). Dabei sei das geradezu folgerichtig, denn Fridays For Future habe etwas hierfür Entscheidendes erfunden, das immer wichtiger werde: Die digitale Kommunikation.

Das, was wir erfunden haben, die digitale Kommunikation,

wird immer wichtiger.

Seitdem plagt mich eine Frage: Kann etwas, was vor TikTok existierte, wirklich digitale Kommunikation sein?

In den Nachrichten
Liegengebliebenes vom 23. April 2020 (Corona-Spezialausgabe)

Eine „demokratische Zumutung“ wie sonst nur Demut (Christoph Möllers) und die jüngste Hamburger Bürgerschaftswahl (Matthias Iken, „Hamburger Abendblatt“) sei „diese Pandemie“, teilte Angela Merkel, Bundeskanzlerin aus der demokratischen Zumutung CDU, heute mit, denn sie sorge für Einschränkungen. Dass „diese Pandemie“ neuerdings bereits legislative Kompetenzen besitzt, war mir allerdings bisher nicht klar.


Nachdem Bernd Riexinger („Linke“) infolge eines Aufregers, dass Unternehmen, die zu deutschen Mindestlöhnen unter deutschen Arbeitsbedingungen in Deutschland so Masken herstellen lassen, diese viel zu teuer verkauften, darauf hingewiesen wurde, dass der Nachteil am Mindestlohn ist, dass alles angemessen bezahlt werden muss, vollzog er eine Teilwende, blieb aber dabei, dass Masken, sofern verpflichtend, bezahlbar bleiben müssen. In den Kommentaren kam die Frage auf, ob ein Staat denn seine Bürger überhaupt dazu zwingen könne, auf eigene Kosten irgendwas zu kaufen. Bleibt man bei dieser Analogie, dann dürfen so Masken künftig keineswegs teurer sein als ein Personalausweis oder zum Beispiel eine Autobahn. Das klingt schaffbar.


Das Coronavirus fördert Rassismus: Für die weitere Unterdrückung der Bürger Palästinas kommt die Pandemie Israel gerade recht.

NerdkramsNetzfundstücke
Mit Apple die Franzosen besiegen

In der Meldung, Frankreich störe es, dass iPhones die staatlich beabsichtigte Bürgerbewegungsüberwachung ("Kontaktverfolgung") per Bluetooth nicht ganz einfach machen, amüsiert mich am meisten die offizielle Verlautbarung, Apple solle das gefälligst ändern, denn es sei der in der Entwicklung befindlichen Überwachungsapp im Weg. Ich wage nicht, daraus eine Empfehlung abzuleiten, aber anscheinend macht Apple gerade sehr vieles sehr richtig.


Witzige Idee: Auf dem nächsten taiwanischen Pass könnte vorn Bubble Tea abgebildet werden. Hoffentlich wird diese Idee zum Vorbild. Viel mehr Staaten sollten ihr bekanntestes Produkt auf ihren Pässen abbilden (außer vielleicht Österreich).

In den NachrichtenPolitik
Der Tierarzt sagt, ich sei gesund.

"Telepolis":

Man kann annehmen, dass all dies anders verlaufen wäre, wenn das Gesundheitsministerium mit einem Arzt oder einer Ärztin besetzt und der vom Ministerium ernannte Leiter des Robert Koch Instituts (Robert-Koch-Instituts, A.d.V.) ein Epidemiologe oder Virologe gewesen wäre. Die begrenzte Kompetenz des Gesundheitsministeriums hat für Deutschland diese Epidemie dramatisch verschlimmert.

"Tagesspiegel" hingegen (anderer Kontext):

Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sieht in (…) einer Expertenregierung keinen gangbaren Weg aus der Thüringen-Krise. „Es wäre gut, wenn die Berliner Parteizentralen jetzt mal stiller wären“, sagte Ramelow im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

Denn sich von Menschen vom Fach regieren zu lassen ist des Deutschen Sache nicht. Einzig der Innenminister macht seine Sache richtig: Er ist – gerade jetzt – oft drin.

In den NachrichtenMontagsmusik
iamthemorning – Os Lunatum // Ein Dram Weihwasser bitte.

Ich kann nicht mehr!Es ist Montag. Die twitternden Beiderpolizeiseienden von "Polizei Berlin Einsatz" waren am Sonnabend Kundtuende, der Hintereingang einer Kneipe sei ein von "Brettspielenden" benutzt werdender. Den Brettspielenden ist meine Hochachtung sicher: Ich könnte nicht während eines Brettspiels einen Hintereingang benutzen. Da fällt doch alles runter.

Gewohnt irre ist auch die Kirche: Während einige ihrer Leitfiguren noch immer Pandemien stur wegbeten wollen, versucht die Kommandozentrale der katholischen Kirche, ihren Mitgliedern den einzig wahren Segen (14-jährigen Oban) vorzuenthalten. Frechheit! Nur wenig überraschend ist es da, dass gläubige Christen hierzulande längst in der Minderheit sind. Könnten wir jetzt bitte noch mal über die verpflichtend zu feiernden Sondertage des postaufgeklärten Kalenders diskutieren?

Aber genug von weltfremdem Unfug. Musik ab!

Iamthemorning - Os Lunatum (chamber live version) (from Belighted)

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Telebrems

Die Unionsfraktion (Link; Vorsicht: Möchtegern-Bezahlschranke) so:

Die Unionsfraktion hat der EU-Kommission vorgeworfen, den flächendeckenden Ausbau des schnellen Internets in Deutschland zu behindern. Die Brüsseler Behörde soll demnach ohne Einschränkungen zulassen, dass die Bundesregierung vor allem auf dem Land alte Kupferkabel durch neue Glasfaseranschlüsse ersetzen kann.

Der Brüsseler Behörde unterstehende Staaten so: Kupferkabel? So was gibt es noch?

31,9 Prozent der Telekom sind in deutschem Staatsbesitz, mithin zurzeit maßgeblich in dem der Unionsfraktion. Hat sich die EU-Kommission das eigentlich schon mal angeguckt?

Wirtschaft
Kurz gefragt: Rückwärtsrevolution jetzt!

Wäre es angesichts des gelegentlich bizarr anmutenden Rufs nach der Überwindung der herrschenden Verhältnisse ("Revolution") im Zuge der Coronasituation und unter Berücksichtigung des Umstands, dass diejenigen, die ihn zahlreich mit einem Gerät, das es ohne kapitalistische Bestrebungen gar nicht gäbe, über ein Netzwerk, in das sie ohne kapitalistische Bestrebungen gar nicht reinkämen, in ein soziales Medium, dessen wesentlicher Antrieb die Kapitalmehrung ist, hineinschreiben, nicht auch und gerade in deren Sinne, man schaffte den Kapitalismus und seine Folgen (bezahlbare EDV und soziale Netzwerke) jetzt erst recht nicht ab?

In den NachrichtenPolitik
Abitur, statt, Bildung

Die nordrhein-westfälischen „Jungsozialisten“, Landesverband der vom testosteronstrotzenden Kevin Kühnert geführten „Jugend“-Organisation der Altherren-SPD, versucht in einem wirren Blogartikel zu erläutern, warum 2020 Schulabschlüsse ohne Leistungsnachweis („Prüfungen“) verteilt werden sollen. Hierbei wählten sie folgende Überschrift:

Bildung und Gesundheit, statt Prüfungsfetischismus und Testosteron-Duell!

Hätten sie stattdessen für die Deutschprüfung gelernt, wäre das möglicherweise nicht passiert.

NerdkramsNetzfundstücke
Liegengebliebenes vom 16. April 2020

Interessantes aus der Kategorie „Nerdpr0n“: Jemand hat einen CS:GO-/Battlefield-Cheat programmiert, der auf ROP basiert und wohl unmöglich zu erkennen ist.


Bei der „WELT“ – weigert sich, verlinkt zu werden (LSR) – berichtet Luisa Hofmeier, „Redakteurin Innenpolitik“, von ihrem Versuch, ihrer Redaktion das erfolgreiche Ende ihres Raucherdaseins zu verkaufen:

Gestern habe ich der Redaktion vorgeschlagen, über mein Aufhören in Corona-Zeiten zu schreiben. „Gerne“, sagt die Ressortleiterin am Telefon, „wir brauchen auf jeden Fall ein Foto von dir mit Zigarette.“ Ich sage, ich kann auf gar keinen Fall eine Zigarette anfassen. Sie sagt: „No picture, no story.“

Was von einem Verlag, der ein Periodikum namens „BILD“, jedoch keines namens „TEXT“ vertreibt, aber auch nicht anders zu erwarten war.


Corona (1): Saubere Luft ist Lava!


Corona (2): Die Bundesregierung ergreift endlich alle nötigen Schritte, um das Volk angesichts einer stabilisierten Lage zu besänftigen, und genehmigt die bedingte Öffnung derjenigen Geschäfte, die den Bürgern in normalen Jahren temperaturbedingt die wichtigsten sind: Biergärten Autohäuser!


Corona (3): Angesichts der weiterhin aufrechterhaltenen Grundrechtseinschränkungen sollte man meinen, die verschollene Piratenpartei könnte in ihrem Kerngeschäft „Bürgerrechte“ endlich wieder auftrumpfen, zumal sie das Prinzip des ganzjährigen Onlineparteitags ja seit vielen Jahren propagiert. Im „ständigen Mitgliederentscheid“ des niedersächsischen Landesverbandes wird folgerichtig zurzeit über ein gerade jetzt außerordentlich wichtiges Thema diskutiert: Das Kriterium der sexuellen Vielfalt fehlt in den Bestimmungen der Landesmedienanstalt, des NDR, des ZDF und des DeutschlandRadio (sic! A.d.V.). Keine weiteren Fragen.


In eigener Sache: Obwohl ich meine Androhung von 2014, hier künftig auf Pelican statt WordPress zu setzen, bislang nicht wahr gemacht habe, habe ich mir das Leben inzwischen trotzdem etwas leichter gemacht und verfasse einige meiner Artikel – unter anderem diesen – in GNU Emacs mit org2blog. Dass org-mode eine der vernünftigsten Textauszeichnungssprachen ist, erleichtert (gerade im Vergleich mit reinem HTML-Code) vieles, und die automatische Vorschau funktioniert besser als erwartet. Wahrscheinlich lasse ich das jetzt einfach so.

KaufbefehleMusikkritik
Kurzkritik: MOOP

Lange nichts mehr über Musik geschrieben.

Heute ist mir nach etwas Jazz zumute; aber nicht irgendein Jazz soll es sein, sondern Jazz aus dem Land, das man mit Jazz so eng verbindet wie sonst nur Deutschland mit Frohsinn: Frankreich. Über die dortige Musik ist meinerseits schon manches geschrieben worden, über MOOP aber noch nicht. MOOP stammen aus Poitiers, ihr bisher einziges Album, hierzulande beim ohnehin großartigen label Tonzonen Records und sonst eben bei Amazon.de und Bandcamp.com erhältlich, hat nicht nur ein hässliches Coverbild, sondern enthält auch gute Musik.

In der Selbstbeschreibung berichten MOOP, sie vermengten „Metalschwere“ mit „zeitgenössischer Jazzimprovisation“. Zwei Baritonsaxophone, eine Gitarre und ein Schlagzeug sind ja auch irgendwie eine Rockbesetzung. Wer da an King Crimson („Lizard“) denkt, der hat nicht Unrecht. Nur Gesang gibt es hier nicht, er wird aber auch nicht vermisst.

Dass nicht jedes Stück zündet, etwa (trotz des tollen Titels) „Where is my horny car“ mit beinahe gelangweilter Zähigkeit aus dem Kopfhörer fließt, sei der Improvisation zugestanden. Ein vergnügliches Album ist es trotzdem geworden.

In den NachrichtenNerdkrams
💩 (7)

Coronabeschränkungen schön und gut, aber das

Der Corona-Krise zur Folge werden alle Emojis, die Unicode 14.0 enthalten würde, um 6 Monate verschoben.

… geht jetzt echt zu weit! :mad:

In den NachrichtenMontagsmusik
The White Stripes – 300 M.P.H Torrential Outpour Blues // Stuhlkreispolitik für die Mafia

"Das ist mein Nachrichtengesicht."Es ist Montag. Überraschend stellt sich heraus, dass die gezielte Förderung von Frauen der wissenschaftlichen Qualität eher einen Bärendienst erweist. Ich empfehle stattdessen Pandabären zu fördern. Die sind wenigstens putzig beim Bärendienst.

Das alles beherrschende Thema ist aber immer noch Corona. Es wird langsam lästig, ich kenne doch längst alle guten Witze darüber. Gut haben es die Benutzer von WhatsApp: Dem Vernehmen nach erreichen diese Witze von Twitter erst Jahre nach allen anderen Internetteilnehmern. Die haben also noch lange was davon. Alle anderen müssen lange suchen, bis sie noch was witziges finden. Wo sucht man heutzutage als moderner Gesellschaftsteilnehmer, wenn man mal so richtig lachen will? Klar: Bei Verlautbarungen aus den Reihen der „Grünen“. Deren Quotenrobert, der offensichtlich als Protest gegen hohe Mietpreise in Talkshows wohnt, hat neulich vorgeschlagen, für die Zeit danach zufällig ausgewählte Bürger auszulosen (vielleicht mit einer Quote für irgendwas), die zwar nicht vom Fach sein müssen, aber über „das Erlebte diskutieren“ sollen, auf dass „die Politik“ daraus Schlüsse ziehen möge. Stuhlkreise als Demokratiesimulation – großartig, und Robert Habeck will nicht mal Eintritt dafür nehmen! In Italien hält derweil die Mafia die Grundversorgung des Plebs aufrecht. Ob es das ist, was Konsenspolitiker meinen, wenn sie sagen, Bürger sollten sich stets daran erinnern, wer ihnen in der Krise geholfen hat?

In noch jeder Krise hat bisher jedenfalls mir geholfen: Musik.

The White Stripes - Under Nova Scotian Lights - 13 300 M.P.H Torrential Outpour Blues

Guten Morgen.