In den Nachrichten
Gie­ße­ner Demo­bin­go

Den Nach­rich­ten ent­neh­me ich, dass es für dem Anti­fa­schis­mus zuträg­lich gehal­ten wird, wenn man an einem Tag, an dem man gegen eine um 10 Uhr begin­nen­de Ver­an­stal­tung demon­strie­ren möch­te, sicher­heits­hal­ber bereits vor 8 Uhr mit Pyro­tech­nik durch die Stra­ßen maro­diert und „diver­se Fahr­zeu­ge und Later­nen“ beschä­digt. Man hät­te, folgt man der Logik derer, die offen­sicht­lich nur den ent­schie­de­nen Kampf gegen Rechts­extre­mis­mus und kei­nes­falls ihre eige­ne intel­lek­tu­el­le Impo­tenz im Sin­ne haben, vor 1932 ein­fach nur gegen ein paar Later­nen tre­ten müs­sen – der Zwei­te Welt­krieg hät­te nie statt­ge­fun­den. Da der selbst­ver­ständ­lich von rei­nen Böse­wich­ten frei erfun­de­ne Vor­wurf, es gehe den Kra­wall­ver­ur­sa­chern nicht um ein bes­se­res Mor­gen, son­dern bloß um den Kra­wall, von den Betei­lig­ten brüs­kiert zurück­ge­wie­sen wird, schlie­ße ich die­se alter­na­ti­ve Les­art natür­lich aus.

Es ist immer die­sel­be Folk­lo­re, der glei­che Tanz zum glei­chen Takt. Irgend­ein Unsinn pas­siert, Men­schen mit frag­wür­di­gen Fri­su­ren ver­öf­fent­li­chen pein­lich zu lesen­de Auf­ru­fe, in denen gern mal Kin­der­gar­ten­spra­che wie „Lau­ti“ und „Spucki“ vor­kommt, es gibt die von bei­den Sei­ten (Men­schen mit frag­wür­di­gen Fri­su­ren und Innen­mi­ni­ster) gewünsch­te Gemü­se­schlacht, hin­ter­her hat­ten bei­de Recht und nie­mand Schuld, bis zur näch­sten Demo gegen den näch­sten Unsinn ist dann alles wie­der ver­ges­sen. Das nen­nen bei­de Sei­ten dann „Eska­la­ti­on“.

Stil­le Mahn­wa­chen hät­ten wenig­stens die­ses Pro­blem nicht, aber stil­le Mahn­wa­chen sind für Men­schen, denen die Psy­cho­the­ra­pie die Pyro­ma­nie bis­her nicht aus­trei­ben konn­te, nun mal stra­te­gisch unat­trak­tiv. (Sie­he auch: Fuß­ball­fans.) Das beob­ach­te ich jetzt seit über fünf­zehn Jah­ren und den­ke jedes Mal dar­über nach, ein Demo­bin­go zu ver­tei­len, aber mein Leben ist ein­fach zu kurz und zu schön, um es mit nichts als Gra­tis­mut (und nicht anders ist es wohl zu nen­nen, wenn man – was ist eigent­lich aus „Gesicht zei­gen gegen Rechts“ gewor­den? – ver­mummt unter sei­nes­glei­chen stolz ein­an­der erzählt, wie blöd man die Ande­ren fin­det) zu ver­plem­pern.

Die Zukunft, das ist nicht „Wir gegen die“. Die Zukunft kann mehr. Oder ist das schon alles? – Ein Bonus­bien­chen gebe ich den Autoren des ver­link­ten Texts im Übri­gen für die kon­se­quen­te Nut­zung der Autoren­kür­zel.

Guten Abend! (lol)

Lol.

Senfecke:

  1. „Anti­fa­schis­mus aller Art“? Na da ist doch bestimmt für jede*:_n was dabei! Heil Hei­di, und die Rei­hen fest geschlos­sen – aber bit­te nicht das „r“ rol­len!

  2. In die­sem Text kann ich kei­ne Unter­schie­de zum Bou­le­vard­jour­na­lis­mus erken­nen. Anti­fa- oder Kli­ma­ak­ti­vis­mus ist anschei­nend das Gegen­teil von sar­ka­sti­schen und über­heb­li­chen Tasta­tur­re­vo­luz­zer­tum. Die frü­he­ren Gelb­we­sten in Frank­reich und die Opfer der ICE-Säu­be­run­gen in den USA hät­ten dem­nach bes­ser ihren Unmut in die PC-Tasta­tur hau­en sol­len. Ich lese kein Wort über den Anlass des Pro­te­stes und der Blocka­den. Soli­da­ri­tät mit Men­schen, die sich bereits mor­gens um 5.00 Uhr bei nied­ri­gen Außen­tem­pe­ra­tu­ren in Gie­ßen ver­sam­meln: Fehl­an­zei­ge. Wobei ich die Grün­de eini­ger Anti­fa- und auto­no­men Grup­pen tei­le, die an den Aktio­nen nicht teil­ge­nom­men haben, weil die­se die soge­nann­ten demo­kra­ti­schen Par­tei­en stär­ken. Gibt es denn weni­ger Grün­de, einen Par­tei­tag der SPD oder der Grü­nen zu stö­ren, als einen der AfD? Die­se Fra­ge haben Auto­no­me schon zu Zei­ten der „Repu­bli­ka­ner“ gestellt.

    Natür­lich wäre alles noch viel schlim­mer, wür­den sich die neu­en Faschi­sten und ihre noch auto­ri­tä­re­ren Kri­sen­lö­sun­gen durch­set­zen. Aber der Nor­mal­zu­stand, den wir gegen noch beschis­se­ne­re Ver­hält­nis­se ver­tei­di­gen, ist längst die Kata­stro­phe.

    Kein Wort zur Grün­dung der AfD-Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on. Dazu sagt F. Küp­pers­busch: Jun­ge Neo­na­zis unver­biet­ba­rer. Die alte Jun­ge Alter­na­ti­ve war ein for­mal unab­hän­gi­ger Ver­ein, der durch einen blo­ßen Ver­wal­tungs­akt des Innen­mi­ni­ste­ri­ums hät­te ver­bo­ten wer­den kön­nen. Kein Wun­der­mit­tel, bei Com­pact schei­ter­te Nan­cy Faser damit. Die AfD zog, ein­mal gewarnt, die Not­brem­se und stellt die neue Gene­ra­ti­on Deutsch­land als Par­tei­glie­de­rung auf. Die wird man nur noch durch das umstrit­te­ne Par­tei­ver­bots­ver­fah­ren los, das Innen­mi­ni­ste­ri­um ist nicht mehr zustän­dig. Das glei­che Per­so­nal mit den glei­chen Inhal­ten – bald genau­so „gesi­chert extrem“ ein­ge­stuft – ist also in ein wet­ter­fe­stes Gefäß ver­packt. Und damit gefähr­li­cher. So zockt die AfD zwi­schen den Zei­len: „Par­tei­ver­bot – traut Ihr Euch ja eh nicht.“

    • Ich lese kein Wort über den Anlass des Pro­te­stes und der Blocka­den.

      Die tages­schau ist einen Tab wei­ter.

      Soli­da­ri­tät mit Men­schen, die sich bereits mor­gens um 5.00 Uhr bei nied­ri­gen Außen­tem­pe­ra­tu­ren in Gie­ßen ver­sam­meln: Fehl­an­zei­ge.

      Der Umstand, dass jemand frag­wür­di­ge Lebens­ent­schei­dun­gen trifft, moti­viert mich noch nicht zur Soli­da­ri­tät mit die­sem Jemand. Ich ver­mu­te, mein Aus­schla­fen hat­te jeden­falls unge­fähr die­sel­be Wir­kung auf die AfD-Jugend wie das Frie­ren und Later­nen­tre­ten mor­gens in Gie­ßen: kei­ne.

    • Dumm­schwät­zer !

      Ent­we­der radi­ka­li­siert man sich, oder bleibt mit dem Arsch zuhau­se.
      Die­ses Hirn­ge­spinnst in schwarz zur Mode her­un­ter­ge­kom­men und für die Nach­barn. Auto­nom auf Stüt­ze, wah ?!
      Ein ein­zi­ger Kin­der­gar­ten der reak­tio­nä­ren
      Kon­tern in nichts nicht gewach­sen ist.
      Was soll der Scheiß ? Schar­müt­zel mit Bul­len
      sind seit 40 Jah­ren sowas von out, dass sich die Bon­zen hin­term staat­li­chen Gewalt­mo­no­pol nur noch kichernd die Hän­de rei­ben.
      “ Die beknack­ten Min­der­lei­ster fal­len aber auch auf alles rein.“
      Ent­we­der knallt es, oder nicht !

  3. Jede Dees­ka­la­ti­on wür­de die anony­me Anti­fa ja des Pri­vi­legs berau­ben, hin­ter den Mas­ken zu ver­har­ren, die sie seit Coro­na ihren Mit­men­schen auf­set­zen will.

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