Über einen Neuzugang bei der GSV informiert mich eine Diskrepanz zwischen Seiten-URL und Seiten-Überschrift bei der „Berliner Zeitung“, die einen Artikel zum Thema Chatkontrolle gestern noch so überschrieb:
EU-Chatkontrolle soll „ohne Diskussion“ durchgewinkt werden
Irgendjemand, vielleicht der Verfasser Franz Becchi selbst, hat spätestens heute um 7:22 Uhr die zwei gröbsten Probleme des Artikels geglättet: Es wurde eine Bezahlschranke davorgeschaltet und dem im Deutschen nun mal schwachen Verb „winken“ wurde neue Kraft verliehen.
EU-Chatkontrolle soll „ohne Diskussion“ durchgewunken werden
Richtiges Deutsch gibt’s bei der „Berliner Zeitung“ eben nur in Gratisartikeln; oder auch: da hätte ich ja auch gern mal eine Chatkontrolle gehabt. Einfach, weil es mich interessieren würde, welcher Vollhonk das gelesen hat und daraufhin dachte: Na, da müssen wir jetzt aber mal die Überschrift ändern. Das geht so nicht. Was sollen unsere Leser denken? Die sind doch total verwirrt, wenn sie unser Quatschblatt lesen und da steht dann ein korrektes Verb. Ändern, aber dalli!
Man versprach mir Verlagssterben.

Es fehlt halt an Winkelementen.
Ich bilde Pluralse schon immer nach Laune und buld Präteritumse bereits seit Langem mit u, wenn es mir gefull. Wir brauchen mehr davon; vor allem von wir und mehr. Nichts zu danken.
Mehr Wir wagen!
durchgewinkt, durchgewunken
Beide Formen sind richtig und
dürfen heute verwendet werden.
…chic und schick auch
und, und, und.…
Es ist ja auch leider nach wie vor nicht illegal, sich mit der Verhunzung von Grammatik zum Löffel zu machen. Der Duden ist ohnehin allenfalls für Behörden und sonstige Langweiler normativ, normale Menschen …
… auch „durschjewingt“ schreiben, ohne dafür ernsthafte Züchtigung zu erleiden. Das ist allerdings bedauerlich.