In den NachrichtenPolitik
Der Staat ist nicht vor Christine Lambrecht gefeit.

Christine Lambrecht (SPD):

Der Gesetzentwurf ermög­licht es den drei Geheimdiensten des Bundes, soge­nann­te Staatstrojaner auch zur Überwachung von Messengerdiensten wie Facebook oder WhatsApp ein­zu­set­zen. (…) Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) recht­fer­tig­te die Neuregelung.

Auch Christine Lambrecht (SPD):

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) kommt in ihrem Vorwort zu der Studie zu dem Schluss, auch Deutschland sei vor sicher­heits­po­li­ti­schem Übereifer „nicht voll­ends gefeit“. Zugleich bestehe jedoch aller Anlass zur Zuversicht, dass der frei­heit­li­che Rechtsstaat „gera­de auch die­ser Herausforderung gewach­sen“ sei.

:kotz:

(via Schwerdtfegr)

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstücke
Horte - Väisty tiel­tä // Autobahn! Autobahn!

Kaffeekaffeekaffeekaffeekaffeekaffeekaffeekaffee!Es ist Montag. Die Piratenpartei Deutschland hat ein bescheu­er­tes Werbevideo raus­ge­bracht und es ist der­ma­ßen nichts­sa­gend, dass ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Tendenz (2017, 2019 u.a.) nicht mal mir noch ein umfas­sen­der Kommentar dazu ein­fal­len mag, der inhalt­lich über „laaa­ang­wei­lig!“ hin­aus­geht. Tempura. Mutanten. Pandabären?

Googles unnö­tig teu­re Nexus-Nachfolgesmartphonereihe „Pixel“ hat anschei­nend ein ein­ge­bau­tes Verfallsdatum. Nehmt Android, haben sie gesagt. Da kann man dann immer ein­fach sel­ber was instal­lie­ren, haben sie gesagt. Nicht klug waren sie. Technik aus der glei­chen Branche wird indes in Südaustralien eva­lu­iert: Dort testet man der­zeit, ob man mit­tels Gesichtserkennung die Quarantäne von Quarantänisierten sicher­stel­len kön­ne. Eine tol­le Idee, netz­werk­taug­li­che Geräte mit der Fähigkeit zur stän­di­gen Ausstrahlung bio­me­tri­scher Daten ins Wohnzimmer zu stel­len. Hey Siri, ich krieg‘ die Motten.

Witzig: Jemand hat Wahlplakate der CDU/CSU von 1949 in Teterow (wo sonst?) auf­ge­hängt, und (wenn ich das rich­tig ver­ste­he) weil dort Deutschland in den Grenzen von 1938 abge­bil­det sei, sei der Staatsschutz ein­ge­schal­tet - knips! - wor­den. Der Straftatbestand wür­de mich mal inter­es­sie­ren: Geschichtsextremismus? - Dazu auch: Katja Diehl, irgend­was mit Medien, hat unter dem Beifall von Grünen die inter­es­san­te Theorie auf­ge­stellt, Autoverkehr sei für „Europa“ bis­lang ins­ge­samt weni­ger gut als die bei­den Weltkriege gewe­sen. Weil das aber nicht nur „Rechte“, son­dern auch die eige­nen Follower (auch so eine bemer­kens­wer­te Dichotomie) gar nicht mal so gut fan­den, gab es einen Rückzug und in der Folge eine Vielzahl an Solidaritätsbekundungen. Kann ich die­ses Wehren mit den Anfängen noch mal sehen?

Kein Grund zur Wehr hin­ge­gen: Musik.

Horte - Väisty tiel­tä (Official Video)

Guten Morgen.

NerdkramsNetzfundstücke
Medienkritik in Kürze: Schall und Rauch

Die umstrit­te­ne luca-App, bekannt aus der Restaurant- und Kneipenszene („haben Sie die luca-App?“), fiel bis­her ins­be­son­de­re durch Datenschutz- und Sicherheitsprobleme auf. Völlig zu Recht ist ihre Nutzung zumin­dest in mei­nem Bekanntenkreis kaum eta­bliert; man will sei­ne japa­ni­schen Füllfederhalter ja auch mal nut­zen und nicht immer nur blö­de auf so einem Bildschirm rumdrücken.

Längst klar war: Die Macher der app soll­ten grund­le­gen­de Dinge ändern, sofern ein Weiterbetrieb in ihrem Sinne ist.

Gute Nachrichten: Dem ist so.

CHIP: Großes Update nach viel Kritik: Luca-App bekommt neuen Namen

Focus: Luca App mit neuem Namen: Wird jetzt alles besser?

Die Redaktionen haben die Überschriften übri­gens inzwi­schen geän­dert. Schade eigentlich.

Netzfundstücke
Liegengebliebenes vom 2. September 2021

Man ver­sprach mir Verlagssterben: Hartmut Gieselmann und Christian Wölbert quat­schen in der aktu­el­len Ausgabe der „c’t“ (hier hin­ter Bezahlschranke), die „Linke“ ver­spre­che jedem Schüler einen Linuxlaptop, das Wort „Linux“ kommt bei der „Linken“ jedoch kein ein­zi­ges Mal vor. 


Kurze Durchsage von Angela Merkel: Sie ist nicht Olaf Scholz.


De-Mail wird abge­schal­tet. Anlass zur Sorge besteht nicht: die digi­ta­le Kommunikation mit deut­schen Behörden ist auch wei­ter­hin unein­ge­schränkt mög­lich, zum Beispiel per Telefon (VoIP), Fax und Bildschirmtext. 


Die Pandemie hin­ter­lässt ins­ge­samt eigen­ar­ti­ge Bewertungen der ver­gan­ge­nen und gegen­wär­ti­gen Weltgeschichte; hier ist noch eine: War Willy Brandt ein Massenmörder?


Überraschung des Tages: Die Regierung des meist­be­wun­der­ten US-Präsidenten seit Kennedy, Barack Obama, hat nach­weis­lich selbst her­bei­ge­führt, dass Edward Snowden am Moskauer Flughafen fest­saß, was sie anschlie­ßend als Beweis anführ­te, dass er ein rus­si­scher Spion sei. 


Ökologisch wei­se trotz öko­no­mi­scher Mahnungen: Elektroautos nicht kau­fen.

Netzfundstücke
Enkelbrieftrick

Als Enkeltrick oder Neffentrick wird ein betrü­ge­ri­sches Vorgehen bezeich­net, bei dem sich Trickbetrüger über das Internet, meist gegen­über älte­ren und/oder hilf­lo­sen Personen, als deren nahe Verwandte aus­ge­ben, um unter Vorspiegelung fal­scher Tatsachen an deren Stimme für die Grünen zu gelangen.

(Nicht aus der Wikipedia.)

In den NachrichtenPolitik
Raucher ent­kran­ken­ver­si­chern

Jens Spahn so (will nicht direkt ver­linkt wer­den, LSR):

Warum sol­len ande­re für jeman­den zah­len, der sich hät­te imp­fen las­sen können?

tux0r so:

Warum sol­len ande­re für jeman­den zah­len, der raucht, sich unge­sund ernährt und/oder Arbeitsangebote ablehnt?

Ein uner­forsch­tes Phänomen, wie mir scheint.

In den NachrichtenMontagsmusikNetzfundstücke
Miley Cyrus - Jolene // Meinten Sie: Kanzlerspringreiten?

So wach bin ich. Sehr. (Foto: Scott Butner // CC-BY-NC-ND.)Es ist Montag. Bilder von Frauen ver­schwin­den aus dem Stadtbild von Berlin. Stattdessen könn­te man dort Großplakate von Pandabären anbrin­gen, das stört auch die Puritaner nicht (oder? Oder?). Dazu pas­send die Unterdrückung des Tages: Eltern dür­fen mehr als Kinder. Frechheit. Sofort verbieten.

Spiel blö­de Spiele, gewinn blö­de Preise: Die „FAZ“ (will nicht ver­linkt wer­den, LSR) fasel­te gestern, eine „23-jäh­ri­ge Angehörige des US-Marine Corps“ - als wäre das Alter inter­es­sant - habe ein „Bild, auf dem sie einen afgha­ni­schen Säugling hält“, in irgend­so­ein Überwachungsnetz für Teenager und Arbeitslose hoch­ge­la­den, „ich lie­be mei­nen Beruf“ (ver­mut­lich eher auf Englisch, Verweise auf frem­de Websites zwecks Quellenprüfung setzt die Journaille ja natur­ge­mäß nur ungern) drun­ter­ge­schrie­ben und sei mitt­ler­wei­le unsanft aus dem Leben geschie­den. Überraschend stellt sich her­aus, dass man umge­bracht wer­den könn­te, wenn man frei­wil­lig in ein Kriegsgebiet reist. Der von mir auf Twitter geäu­ßer­te Vorschlag, Soldaten ins­ge­samt direkt in Afghanistan zu las­sen und nur die unbe­waff­ne­ten Flüchtlinge da raus­zu­ho­len, traf indes nur auf mäßi­ge Zustimmung. Schade eigent­lich. „Die Linken“ fet­zen sich mit „den Linken“ dar­über, ob Militäreinsätze jetzt gut oder schlecht sind, wenn man damit irgend­wem hel­fen kann. 2025 hät­te Schwarz-Dunkelrot eine Chance, wenn das in die­sem Tempo weitergeht.

Apropos blöd: Linux wur­de die­ser Tage offi­zi­ell 30 Jahre alt und die „taz“ ver­mu­tet dahin­ter irgend­wel­che Politik, bezeich­net Unix aber als den „Cousin von Linux“. Dennis Ritchie wür­de ver­mut­lich direkt ein zwei­tes Mal ster­ben, wenn er den Unsinn lesen müss­te. Ungefähr zwei Wochen zuvor las ich anders­wo, dass die Linuxsekte neu­er­dings annimmt, dass sämt­li­che Nutzer, die das Missvergnügen haben, die aus ihren Kreisen erstell­te Software nut­zen zu müs­sen, auch den Paketmanager apt ein­set­zen, obwohl der linu­xei­ge­ne Standard RPM als Paketformat vor­gibt. Schon ver­stan­den: Wer braucht Standards, wenn er auch Linux haben kann? - Da wir gera­de bei der EDV sind: Google, berich­tet „hei­se online“, bezah­le Apple viel Geld dafür, dass ich statt­des­sen DuckDuckGo nut­ze. Das ist aber nett von Google.

„Das TV-Duell wird zum Dreikampf“ schrieb Stefan Biestmann in die „Westfälischen Nachrichten“ hin­ein, weil, haha, dies­mal drei statt zwei Kanzlerkandidaten im Fernseher auf­tre­ten, und obwohl mir klar ist, was damit gemeint war (näm­lich ein Triell in einer Sportart und kein Wettkampf in drei Sportarten mit einer nicht klar vor­ge­ge­be­nen Teilnehmerzahl), möch­te ich den Sportteil der „Westfälischen Nachrichten“ jetzt noch weni­ger lesen als alle ande­ren Sportteile.

Man möch­te sich ja auch nicht für jeden Ohrwurm nicht selbst ent­lei­ben, nicht wahr?

Miley Cyrus - The Backyard Sessions - „Jolene“

Guten Morgen.

Sonstiges
Alles Nötige zu Rezo

Die per­sön­li­chen poli­ti­schen Ansichten eines YouTube-Aktivisten ohne nen­nens­wer­ten legis­la­ti­ven Einfluss nebst der Berichterstattung über die­sel­ben, die bei­zei­ten den Eindruck erweckt, es herrsch­te Flaute in allen ande­ren Bereichen des gesell­schaft­li­chen Alltags, wären auch dann voll­kom­men uner­heb­lich für irgend­wen und irgend­was, wenn er eine weni­ger bescheu­er­te Haarfarbe hät­te und mal sein Ritalin neh­men wür­de, bevor er zu spre­chen anfängt.

Netzfundstücke
Mit Bettsportlern reden

Nicola Berger („NZZ“) ist betrübt:

[I]n wei­ten Teilen des pro­fes­sio­nel­len Mannschaftssports ist Homosexualität wei­ter ein Tabuthema.

Die Herleitung, war­um das jemand bedau­ern soll­te, wird in Erwägung des­sen gezo­gen, dass pro­fes­sio­nel­ler Mannschaftssport eine Vorbildfunktion habe, was nur den­je­ni­gen Personen als hin­rei­chend voll­stän­di­ge Begründung erschei­nen dürf­te, die anson­sten auch der Ansicht sind, es sei vor­bild­haft, für ein paar Stunden gesell­schaft­lich nicht zweck­dien­li­cher Bewegung in der Woche ein paar Millionen Euro zu erhal­ten und die­se anschlie­ßend nicht anstän­dig zu ver­steu­ern. Das Gewese um das haupt­säch­li­che Treiben von Sportlern - von Schach über Ballsport bis Hochsprung - hal­te ich per­sön­lich für aus­ge­spro­chen lächer­lich und emp­feh­le ihm auch in Bundesliga- und son­sti­gen Meisterschaftszeiten kei­ne Beachtung zu schen­ken, sofern man nicht selbst mit­spielt oder, etwa als Anteilseigner, sonst­wie finan­zi­ell profitiert.

Bemerkenswert ist im Jahr 2021, in dem die inzwi­schen son­der­zei­chen­rei­che LSBTIQ-Buchstabenfolge aus Gründen der Einfachheit als „queer“ sub­su­miert und über­po­li­ti­siert wird, der Fokus auf mög­li­che Homosexualität, der gera­de­zu kon­ser­va­tiv erscheint. Gut, mögen jetzt die Leser mei­ner Zeilen ein­wer­fen, das sei nun mal die „NZZ“, die habe nun mal eh einen Ruf. Allein: Welches „pro­gres­si­ve“, gar „lin­ke“ Medium hat es in den letz­ten Jahrzehnten jen­seits irgend­wel­cher Fanprojekte erwo­gen, über die Sexualität und geschlecht­li­che Identität von Sportlern zu debat­tie­ren, die nicht bloß homo- oder bise­xu­ell sind? Was ist über objekt­o­p­hi­le Schachspieler bekannt, was über nicht binä­re Rennfahrer?

Angeteasert (auch noch so’n Wort) wur­de der Artikel mit dem Wunsch, dass es sich end­lich ändern möge, dass es wei­ten Teilen des Publikums egal ist, in wen oder was die von ihnen bevor­zug­ten Geist- oder Körperbeweger mit Vorliebe ihr Geschlechts- oder son­sti­ge Körperteile zwecks eige­ner Erregung stecken. Die Fußballerinterviews der Zukunft wer­den inter­es­sant.

Über die Sexualität und geschlecht­li­che Identität von Nicola Berger ist mir übri­gens nichts bekannt, obwohl Journalisten eine gesell­schaft­li­che Vorbildfunktion haben. Ganz schön rückständig!

In den NachrichtenMir wird geschlechtMontagsmusik
Mother Engine - Exoplanet // Mit hip­pen Taliban ins freie Netz

Ah, Sommer! - Quelle petpop.cc (via meinung.life)Es ist Montag. Plakatidee der Woche: Hauptsache gesund. Als Bildmotiv wür­de ich anson­sten einen Pandabären vor­schla­gen. Pandabären gehen immer.

Als weni­ger hung­rig als ein typi­scher Pandabär stel­len sich die „Aktivisten“ von „Extinction Rebellion“, einer Art Klimaschutzkindergarten mit lusti­gen roten Nasen, her­aus, die dem­nächst einen Hungerstreik mit dem wit­zi­gen Ziel der „Revolte mit >1000 Menschen bis ins Gefängnis“ vor­ha­ben. Mich freut ganz uniro­nisch, dass sie Ursache (zu vie­le Menschen) und Lösung (mehr ver­hun­ger­te Menschen) für gro­ße Teile des Klimaproblems kor­rekt iden­ti­fi­ziert haben. Schön, dass sie mit gutem Beispiel vor­an­ge­hen wol­len. Hoffentlich gibt’s kei­ne Zwangsernährung.

Apropos Zwang - Neues von den tren­di­gen Taliban: Sie bekla­gen sich neu­er­dings dar­über, dass Facebook ihre Redefreiheit behin­dert. Pah, sie sind doch kei­ne Frauen! Die über­lässt die Bundesregierung ihnen aber ohne­hin nicht, wohl aber Jungs (die sind ja sel­ber schuld, was ham’se auch einen Penis): „Erwachsene Töchter von Ortskräften wer­den geret­tet, erwach­se­ne Söhne nicht“; kann ich das Patriarchat noch mal sehen?

Dem geht es ande­rer­seits sowie­so an den Kragen: „It’s Raining Men“ gibt’s jetzt auch gen­der­neu­tral. Oh Mann (m/w/d).

Da doch lie­ber gleich gar kein Text.

Guten Morgen.

In den Nachrichten
Eine Schienenbrücke für Afghanistan

Lars Jessen im Interview mit der „taz“, 25. September 2019:

Der Verzicht auf das Fliegen ist wahn­sin­nig ein­fach. Man muss es ein­fach nicht machen und den Blick dar­auf len­ken, wel­che Vorteile man dadurch hat: zum Beispiel, dass man auf einer Zugfahrt (…) schön arbei­ten kann. Zugstolz statt Flugscham sozusagen.

Dann aber auch „taz“, 18. August 2021:

Mehr als 2.000 Menschen for­dern vor dem Bundestag eine Luftbrücke für Menschen in Afghanistan: Nicht nur für Ortskräfte, son­dern für alle Gefährdeten. (…) Der emo­tio­nal­ste Moment auf die­ser Demo ereig­net sich am Schluss. Eine Frau tritt auf die Bühne vor dem Bundestag und erzählt, dass ihr Vater und ihre Schwester noch in Kabul sei­en. Sie kämen nicht zum Flughafen.

Klimaleugner! Bzw.: Haben die kei­ne Schienen in Kabul?

(Und ist es wirk­lich ein Mehrwert für das eige­ne Leben, dass man über­haupt weiß, wie die innen­po­li­ti­sche Lage in Afghanistan gera­de aus­sieht, oder ist das letzt­end­lich nicht mehr als blo­ße Zeitverschwendung?)